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Von der PKV per Familienversicherung sicher in die GKV - auch ab 55 Jahren

Für PKV-Versicherte ab 55 Jahren einmal lebenslänglich in der PKV als Zwangscamp? Nein! Wir zeigen die Wege.

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Stand: 19. August 2019 (aktualisiert)

akademie.de zeigt Ihnen mehrere Wege, wie Sie von der PKV in die GKV kommen. Egal in welchem Alter. Dieser Praxisleitfaden erläutert, wie Sie sich zunächst über die Familienversicherung versichern. Um über diese dann sicher der GKV beizutreten.

Auch mit 55+ aus der PKV zurück in die GKV

Für Privatversicherte mit niedrigem Einkommen stellt sich die Mitgliedschaft in der privaten Krankenversicherung (PKV) auf längere Sicht häufig als Armutsfalle heraus. In der PKV erhöhen sich mit zunehmendem Lebensalter die Versicherungsbeiträge. Dann wird die PKV für viele PKV-Versicherte zu einer erheblichen finanziellen Belastung. Hier bietet der Weg in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die einzige wirtschaftlich sinnvolle Lösung – und dient auch als wichtige Absicherung für die eigene Altersvorsorge.

Leider wird noch immer in vielen Info- und Ratgeberartikeln in Massenmedien und im Internet verbreitet, Menschen ab 55 Jahren sei der Weg in die GKV grundsätzlich versperrt. Lassen Sie sich durch diese in den Medien und im Netz verbreitete Desinformation nicht verunsichern. Tatsächlich gibt es mehrere Wege, um auch ab 55 Jahren von der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln.

Für viele PKV-Versicherte bietet die Familienversicherung einen sehr guten Weg in die eigene Mitgliedschaft in der GKV. Dieser Weg funktioniert auch für PKV-Versicherte ab 55 Jahren. In diesem Leitfaden wird konkret, Schritt für Schritt, erklärt, wie Sie in die Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) kommen. Aus der Familienversicherung heraus können Sie dann eigenständiges Mitglied in der GKV werden.

Lohnt sich die Mühe? Geringere Beiträge, bessere Altersvorsorge durch den Wechsel in die GKV

Seit dem 01.01.2019 beträgt der monatliche Mindestbeitrag in der GKV für freiwillig in der GKV versicherte Mitglieder nur noch etwa 171 EUR (Stand 2019). Durch diese Halbierung des bis Ende 2018 geltenden GKV-Mindestbeitrags von etwa 342 EUR wurde für PKV-Versicherte mit niedrigem Einkommen der Wechsel in die GKV als freiwilliges Mitglied noch attraktiver. Denn wer im Monat rund 1.000 EUR Einkommen erzielt, spart ab 2019 beim Wechsel in die GKV zusätzlich etwa 2.000 EUR pro Jahr.

Viele PKV-Versicherten mit niedrigem Einkommen könnten beim Wechsel in die GKV monatlich hunderte Euro sparen. Dieser Spareffekt wird im Rentenalter noch deutlicher, weil dann meistens das Einkommen weiter sinkt und deshalb die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung niedriger ausfallen. Im Gegensatz dazu steigen für diejenigen, die in der PKV versichert bleiben, mit zunehmendem Alter die erhobenen Krankenversicherungsbeiträge weiter an – und zwar unabhängig vom tatsächlichen Einkommen.

Auf die Restlebenszeit gerechnet summieren sich die monatlichen Einsparungseffekte durch den Wechsel von der PKV in die GKV häufig auf über 100.000 EUR. Für viele ältere Menschen ist der Wechsel in die GKV die wohl intelligenteste Maßnahme, um die eigene Altersvorsorge nachhaltig zu verbessern. Dafür kann es sich auch lohnen, die eigene Lebensplanung und damit die Einkommenssituation eine Zeit lang so zu gestalten, dass Sie als PKV-Versicherter unter die niedrige Einkommensgrenze kommen, die für die Familienversicherung erforderlich ist. Dieser Zwischenstopp in der Familienversicherung erlaubt Ihnen dann in einem zweiten Schritt, sich später in der GKV selbst als Mitglied versichern zu lassen.

Wie Sie diesen Leitfaden nutzen

Mit diesem Leitfaden erhalten Sie eine ausführliche Praxis-Anleitung, wie Sie das Thema sicher umsetzen – mit ausführlichen Hinweisen zur Rechtslage, Rechenbeispielen sowie Mustertexten für Ihre Korrespondenz mit der GKV und der PKV.

Der Leitfaden im Überblick

  • Zunächst prüfen Sie im Kapitel 2 per Schnellcheck, ob bei Ihnen die Voraussetzungen für den Weg in die GKV über die Familienversicherung bereits erfüllt sind oder dahingehend gestaltet werden können.

  • Im Kapitel 3 erhalten Sie einen Überblick, wie Ihr Einkommen bei der GKV ermittelt wird. So können Sie selbst vorher ermitteln, ob Sie die Einkommensgrenzen der Familienversicherung bereits einhalten. Und Sie erfahren hier, wie Sie die Erträge aus verschiedenen Einkommensarten mit jeweiligen Verlusten anderer Einkommensarten verrechnen. Ebenfalls erfahren Sie, wo sich Gestaltungsspielräume ergeben, damit Sie Ihr Einkommen wohlüberlegt reduzieren können, um die Einkommensgrenze für die Familienversicherung einzuhalten.

  • Im Kapitel 4 werden die besonderen Bedingungen herausgearbeitet, über die auch Selbstständige in die Familienversicherung aufgenommen werden. Gerade hier sind Fallstricke zu vermeiden und bestehende Chancen zu erkennen.

  • Kapitel 5 erläutert die besonderen Optionen, wie in der PKV versicherte Rentner über die Familienversicherung in die GKV kommen.

  • Danach erfahren Sie in Kapitel 6, was ganz praktisch zu tun ist, um in die Familienversicherung zu kommen, um von dort aus selbst Mitglied in der GKV werden. Hier geht es auch darum, wie Sie häufig gemachte Fehler vermeiden und sich Rechtssicherheit über den neuen Versicherungsstatus verschaffen. Außerdem wird erläutert, was Sie tun müssen, damit Sie jederzeit in Ihre alte PKV-Versicherung ohne Nachteile zurückkehren können, falls im ungünstigen Fall beim Wechsel in die GKV doch mal was schiefgehen sollte.

  • Im Kapitel 7 geht es darum, was Sie bei der Kündigung der privaten Kranken- und Pflegeversicherung berücksichtigen müssen. Auch hier werden oft kostspielige Fehler gemacht.

  • Im Kapitel 8 wird erklärt, wie Sie danach die Familienversicherung wieder verlassen, um als freiwillig Versicherter oder als Pflichtversicherter Mitglied in der GKV zu werden.

  • Im Kapitel 9 wird erläutert, wie Sie vorgehen können, wenn man Ihnen die Aufnahme in die GKV verweigert oder sie sogar rückwirkend kündigt.

  • Im Kapitel 10 gibt der Autor Hinweise zur Entstehung dieses Ratgebers und welche weiteren Wege Sie einschlagen können, um auch ab 55 Jahren in die GKV zu kommen.

  • Im Anhang finden Sie alle Mustervorlagen/Musterbriefe noch mal an einer Stelle gesammelt.

Download Praxisleitfaden: Von der PKV zur GKV über die Familienversicherung – auch ab 55 (PDF/110 Seiten)

Coverbild

Mit diesem Leitfaden erhalten Sie eine ausführliche Praxis-Anleitung, wie Sie das Thema Umstieg von der privaten Krankenversicherung zur gesetzlichen Krankenversicherung über die Familienversicherung meistern. Sie erhalten ausführliche Hinweise zur Rechtslage, Rechenbeispiele für Ihre Einkommenberechung (auch für Selbstständige und Rentner), viele Tipps sowie Mustertexte für Ihre Korrespondenz mit der GKV und der PKV.

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ich halte das für asozial

man kann ja von der GKV halten was man will, ich bin auch nicht über alles erbaut. Aber wenn jemand aufgrund seines jahrelang hohen Einkommens gemeint hat, bei der PKV zu sparen, und dann, wenn man alt und für jede KV teurer wird, wieder in die sogenannte "Solidargemeinschaft" zu wechseln, dann hätte er sich das vorher überlegen sollen. Es gibt ja auch die Möglichkeit, einen günstigeren Basistarif zu wählen.
Aber was Sie vorschlagen ist lupenreines Cherry-Picking - um nicht deutlicher zu werden.

Anderseits kann man wohl niemand daran hindern, seine Lebensführung zu Lasten anderer zu "optimieren".

Thomas

das IST asozial!!

es ist aber bezeichnend für die Generation, die mit 20 rumgeschrien hatte "trau keinem über 30". Und jetzt ist sie ganz empört ist über die Altersdiskriminierung, weil man Gegenleistungen für etwas verlangt.
Das Einzahlen in die Sozialversicherungen hhaben sie gern den anderen und Doofen überlassen, aber jetzt fühlt man sich für das Entegegennehmen von Leistungen und Zahlungen zuständig. Schließlich ist die Welt dazu da Babyboomer (Generation Ego) zu verhätscheln, um die es hier in Wirklichkeit geht.
Andi

Ich will es mal höflich

Ich will es mal höflich ausdrücken, wer in seiner kleinen sozialen Welt keine geistigen Vergleichsmöglichkeiten findet kann wohl nicht anders. Nun die muß es auch geben.

Vergriffen in der Wortwahl

haben sich meine Vorredner! Haben Sie Jahrzehnte in die PKV eingezahlt? Sicher nicht, denn sonst würden sie hier nicht so hart urteilen. Wovon haben sich denn Krankenhäuser und Ärzte über Wasser gehalten? Bestimmt nicht mit den gesetzlich Versicherten. Die Mitarbeiter in unserem Handwerksbetrieb haben fast ausschließlich ihre Familien in ihrer GKV familienversichert. Einer hat 6 Kinder, arbeitet nur halbtags und hat Frau und Kinder mitversichert. Das ist kein Einzelfall. Ohne die Leistungsträger in unserer Gesellschaft wäre das nicht möglich.
Wir mussten jedes unserer vier Kinder eigens krankenversichern. Und sollte ein Unternehmer/Freiberufler in Not geraten - sein Risiko ist groß - so hat auch er das Recht von einer Solidargemeinschaft aufgefangen zu werden!
Einzig der Gesetzgeber wäre gefragt, am Gesundheitssystem was zu ändern.
Romi

PKV - GKV

schließe mich der Meinung meiner Vorrednerin vollumfänglich an.

Bin selbst 33 Jahre PKV versichert, mit günstigerem, aber langsam steigendem Beitrag. Dabei mußte meine PKV aber auch in 33 Jahrennur ein einziges mal Leisten.
PKV versicherte Selbständige können sich schon der einkommensschädigenden Fehlzeiten bei Krankheit wegen, nicht leisten unbedachte Risiken in der allgemeinen Lebensführung hinzugeben.
Es läßt sich auch keiner für Urlaub krankschreiben.

Unvernünftigen bis gesundheitsschädigenden Lebensstil findet man mehrheitlich bei solchen die ohne jedes Risiko von Arbeits und Einkommensverlust jeden gesundheitlichen Blödsinn mitmachen können.
Die Allgemeinheit zahlt ja.
Insofern ist die GKV dumm keine Selbständigen nach 55 aufzunehmen.
Walter

Da hat Einer (in der GKV)

Da hat Einer (in der GKV) wenig Ahnung bzw. kann nicht differenzieren.
- ich war 25 Jahre in der GKV ohne Leistungen zu beziehen.
- dann 12 Jahre in der PKV
- dann bis 2009 ohne KV DENN ich wusste und es hat sich bestätigt, das System ist marode. Habe in der Zeit alles selbst bezahlt. Ca. 25000.- €
- jetzt 2017 soll ich 730.- € zahlen oder bei 4600.-€ SB 530.-&
- und noch eins, die PKV bringt den Ärzten den notwendigen € Zusatzbetrag.
- und noch was: DIE GKVer gehen im Schnitt 18x im Jahr zum Arzt. In der Spitze sogar 80x. Ich habe noch nie wegen Krankheit gefehlt (der Schnitt sind 18 Tage!!!) oder gekostet und werde auch früher sterben, denn ich möchte keinen Arzt.
Das System wird von "Allen" nicht von mir ohne Gnade ausgenutzt.
JETZT KOMMEN SIE ALLE, DIE ÜBER SOLCHE SCHMAROTZER IN UNFLÄTIGER MANIER herziehen.
Freundlichst
GL

Wunschdenken aus Egoismus

Das ist Wunschdenken. Die größten Kosten verursacht ein Krankenversicherter in seinen letzten Lebensjahren. Es werden statistisch gesehen 50 % des Gesamtaufwands in den letzten 12 Monaten seines Lebens an Kosten verzeichnet!!

Die GKV hat wie jede Versicherung spezialisierte Versicherungsmathematiker, die da sehr genau rechnen. Es lohnt sich nicht, alte Menschen von mehr als 55 Jahren aufzunehmen. Und wenn diese bislang meinten ihren persönlichen Vorteil in der PKV zu suchen gibt es hierfür auch keinen Grund.

Nicht auf den angezettelten Grabenkrieg hereinfallen

Die GKV Ideologen schüren seit vielen Jahren Vorurteile gegen ältere Menschen geschürt, die von der GKV in die PKV wechseln. Sind das wirklich alles Abzocker der angeblichen Solidargemeinschaft? Die meisten in der PKV Versicherten waren in ihrem Leben über viele Jahre ebenfalls in der GKV als Angestellte versichert.

Das Sozialgesetzbuch, also der Gesetzgeber schreibt zwingend vor, dass ehemalige Angestellte nach Existenzgründung als Selbständige automatisch aus der Pflichtversicherung der GKV rausfliegen. Wie solidarisch ist das denn?

Selbstständige können sich zwar statt in der PKV auf Antrag bei der GKV "freiwillig" weiterversichern. Sie müssen dabei gegenüber den Pflichtversicherten bis zu einem Jahresnettoeinkommen von ca. 24.000 EUR überteuerte Beiträge entrichten. Wie solidarisch ist das denn?

Da gerade Gründer zunächst knapper bei Kasse sind wählen Sie daher oft die PKV. Rund 10% der Versicherten sind in der PKV. Sie finanzieren dort wegen meist viel höherer Arztrechnungen bei Privatversicherten für gleiche (!) Gesundheitsleistungen rund 20% der Gesamtkosten des Gesundheitssystems. Hier findet ein erheblicher Transfer von Geldleistungen PKV-Versicherter an die GKV-Versicherten statt. Denn mit den abgespeckten GKV-Abrechnungen könnten viele Ärzte ihre Praxis gar nicht finanzieren.

Wer ab 55 Jahren wieder als Angestellter sein Brot verdienen muss oder will, dem wird dann bei der GKV die Tür zugeschlagen und als angeblicher Sozialschmarotzer gebrandmarkt. Wer sein Leben lang außer einem Minijob nicht arbeitete und so praktisch keinen Cent Beiträge in die PKV zahlte gehört jedoch auch im Alter zur Solidargemeinschaft. Wer langjährig in die GKV eingezahlt hat, später einige Jahre in die PKV ging, dort Transferzahlungen mit seinen Beiträgen an die GKV leistete und dann über 55 jährig wieder in die GKV will, wird dagegen als Sozialschmarotzer gebrandmarkt und darf wegen der hohen Krankheitskosten im Alter dann seine Altersarmut genießen. Wie solidarisch ist denn das?

Nach EUGH-Rechtsprechung wäre ein solches Rückkehrverbot jedenfalls als glatte Altersdiskriminierung zu werden.

Man sollte sich besser nicht von dem durch die mächtigen GKV- und PKV-Bürokratien nach dem Prinzip teile und herrsche angezettelten Grabenkrieg GKV gegen PKV und umgekehrt ins Bockshorn jagen lassen und sich besser an den Fakten orientieren.

Dietrich von Hase

Ich gebe Ihnen in allen

Ich gebe Ihnen in allen Punkten recht. Allein jammern hilft nichts. Warum lassen wir uns eine derartige Ungerechtigkeit noch immer gefallen. Wenn es um den Umweltschutz geht sind sofort mediengerechte Aktionen von Grünen und NABU zu verzeichnen. Jede Fledermaus hat mehr Einfluss auf unsere Politik als ein sozial verarmter Rentner. Wo bleibt da noch die Menschlichkeit. Es ist traurig aber war, ein Zuwanderer bekommmt auch als Rentner eine GKV. Nicht so ein verarmter ehemals Selbständiger der jahrzentelang brav seine Steuern bezahlte. Wir sollten uns dagegen wehren, wenigsten sollten wir es versuchen.

R. Riesenhuber
heidi24@gmx.de

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