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Fortbildungs- und Weiterbildungskosten von der Steuer absetzen

Der Finanzamt finanziert viele Fortbildungen mit, wenn Sie die Kosten steuerlich geltend machen.

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Stand: 26. August 2014 (aktualisiert)

Berufsausbildung, Studium sowie Fort- und Weiterbildungen kosten nicht nur Zeit - sie gehen auch ins Geld. Weil die berufliche Qualifizierung die wichtigste Voraussetzung für zukünftige steuerpflichtige Einkünfte darstellt, ist es nur recht und billig, den Fiskus an den Aus- und Fortbildungskosten zu beteiligen. Wir zeigen, worauf dabei zu achten ist.

Stillstand ist Rückschritt: Angesichts der kurzen Halbwertszeit des Wissens sind berufliche Fort- und Weiterbildungen ein Muss. Wer in der Vergangenheit jedoch versuchte, die damit verbundenen finanziellen Aufwendungen als Werbungskosten von der Steuer abzusetzen, stieß bei den Finanzämtern oft auf taube Ohren: Was nicht im engsten Sinn der fachlichen Fortbildung im ausgeübten Beruf zwecks Sicherung der Einnahmen diente, durfte nicht in vollem Umfang steuermindernd geltend gemacht werden. Aus- und Weiterbildungskosten konnten - bis zu der geringen Obergrenze - allenfalls unter Sonderausgaben aufgeführt werden.

Fortbildungen von Selbstständigen

Wenn im Folgenden von den "Werbungskosten" die Rede ist, so entspricht das bei Selbstständigen den "Betriebsausgaben". Betrieblich notwendige Fortbildungen von Selbstständigen (wie zum Beispiel die Mitgliedschaft bei akademie.de oder die Teilnahme an Online-Workshops) dürfen im Rahmen der Einnahme-Überschussrechung bzw. Gewinn- und Verlustrechnung ohne Weiteres als betrieblicher Aufwand geltend gemacht werden. Das Ergebnis ist das Gleiche: Unter dem Strich sinkt das zu versteuernde Einkommen.

Fortbildung oder Weiterbildung?

Die gute Nachricht vorweg: Die anachronistische Unterscheidung zwischen fachlichen Fortbildungen auf der einen und allgemeinen beruflichen Weiterbildungen auf der anderen Seite hat in den letzten Jahren an Bedeutung verloren: Weiterbildungen, die der "Erhaltung beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten" sowie der "Anpassung an die Entwicklung der beruflichen Verhältnisse" dienen, müssen in der Regel von den Finanzämtern anerkannt werden, auch wenn sie nicht in direktem fachlichen Zusammenhang mit einem ausgeübten Beruf stehen.

Voraussetzung ist aber nach wie vor der berufliche Bezug. Bei privaten Koch- und Handarbeitskursen an der Volkshochschule dürfte der Nachweis der beruflichen Verwendbarkeit weiterhin schwerfallen. Bei Computer- und Internet-Weiterbildungen, aber auch beim Erwerb von Sprach- und anderen Kommunikations-Qualifikationen lässt sich dagegen der Nutzen für die Sicherung der eigenen Erwerbsfähigkeit jedoch mühelos herstellen.

So stimmten die Richter des Bundesfinanzhofs der Feststellung einer Vorinstanz zu, dass die Computertechnik in alle Bereiche des täglichen Berufslebens Eingang gefunden habe. Nur ständige Fortbildungen stellten vertieftes und erweitertes Wissen der Arbeitnehmer für ihre ausgeübten Tätigkeiten sicher.

akademie.de-Teilnehmergebühren absetzen

Auch akademie.de-Workshops können als Fortbildungen von der Steuer abgesetzt werden.Die Anerkennung beruflicher Weiterbildungen als Werbungskosten gilt selbstverständlich auch für die Mitglieder und Workshop-Teilnehmer von akademie.de: Sofern Sie Ihre Gebühren bislang noch nicht als Werbungskosten geltend gemacht haben, sollten Sie das bereits bei der Einkommensteuererklärung für 2013 unbedingt tun: Online-Fortbildungen werden steuerlich nicht mehr anders behandelt als Präsenzveranstaltungen!

Berufsausbildung oder Fortbildung?

Als Werbungskosten generell voll abzugsfähig sind Ausgaben für die folgenden Qualifizierungsart:

  • Fortbildungen in einem bereits erlernten Beruf,

  • Umschulungen, die einen Berufswechsel vorbereiten sowie

  • Zweit- und Folgestudien, sofern sie "in einem hinreichend konkreten, objektiv feststellbaren Zusammenhang mit der [...] angestrebten beruflichen Tätigkeit" stehen.

Letzteres könnte zum Beispiel dann der Fall sein, wenn ein Chemiker in Vorbereitung auf eine in Aussicht gestellte Geschäftsführungsfunktion ein berufsbegleitendes Wirtschafts- oder Jurastudium absolviert.

Lange Zeit umstritten war die steuerliche Behandlung der Ausbildungskosten im ersten Beruf: Nur wenn die Erstausbildung oder das Erststudium im Rahmen eines bezahlten Dienstverhältnisses erfolgt ("Ausbildungsdienstverhältnis") ist der Werbungskosten-Abzug ohne Weiteres möglich. Ansonsten gehören die Kosten für die erstmalige Berufsausbildung oder das Erststudium nach dem Willen des Gesetzgebers zu den "Kosten der Lebensführung". Sie dürfen grundsätzlich nur als Sonderausgaben von bis 6.000 Euro pro Jahr geltend gemacht werden.

Großzügiger Bundesfinanzhof

Die gute Nachricht: Durch mehrere erfreulich lebensnahe Urteile hat der Bundesfinanzhofs (BFH) verhindert, dass erstmalige Berufsausbildungen und Erststudien in jedem Fall Privatvergnügen sind und allenfalls als Sonderausgaben Berücksichtigung finden können. Mit ihren Entscheidungen tragen die Richter der grundsätzlich veränderten Wissenslandschaft zumindest ansatzweise Rechnung:

  • Im ersten Fall (Az.: VI R 137/01) ging es um das berufsbegleitende Betriebswirtschafts-Studium einer Rechtsanwalts- und Notargehilfin: Um ihre Position als Personalreferentin einer Bank sichern zu können, hatte sie ihr (Erst-)Studium aufgenommen. Die entstandenen Kosten machte sie als Werbungskosten geltend. Zu Recht, wie der BFH entschied: "Aufwendungen für ein berufsbegleitendes erstmaliges Hochschulstudium seien als Werbungskosten zu berücksichtigen, sofern sie beruflich veranlasst sind."

  • Die zweite Entscheidung (Az.: VI R 120/01) betraf eine arbeitslose Industriekauffrau, die sich auf eigene Kosten zur Fahrlehrerin umschulen ließ. Weil das Arbeitsamt die Lehrgangskosten nicht übernehmen wollte, zog die frischgebackene Fahrlehrerin ihre Aufwendungen als "vorab entstandene Werbungskosten" von ihren Einkünften als Angestellte ab. Auch hier hatten die Richter des BFH ein Einsehen: "Aufwendungen für eine Umschulungsmaßnahme, die die Grundlage dafür bildet, von einer Berufs- oder Erwerbsart zu einer anderen überzuwechseln, können vorab entstandene Werbungskosten sein."

  • Das dritte und wichtigste Urteil (Az.: VI R 14/07) stammt aus dem Jahr 2009: Darin ging es um den Fall einer gelernten Buchhändlerin, die nach Abschluss ihrer Ausbildung und einer folgenden Familienpause ein Lehramtsstudium absolviert hatte. Finanzamt und Finanzgericht lehnten die Anerkennung der Ausbildungskosten als Werbungskosten ab. In seiner Leitentscheidung korrigierte der Bundesfinanzhof die Urteile der Vorinstanzen: Aufwendungen für ein Erststudium nach abgeschlossener Berufsausbildung können seitdem als Werbungskosten abgezogen werden.

Völlig zu Recht stellten die Richter fest, die bisherige Rechtsprechung stamme "aus einer Zeit, in der es zum Regelfall gehörte, den ursprünglich erlernten Beruf das gesamte Berufsleben lang auszuüben." In der heutigen Zeit hingegen könne ein Arbeitnehmer nicht mehr davon ausgehen, nur eine Berufsausbildung absolvieren zu müssen. Die Arbeitsmarktsituation erfordere es immer häufiger, umzulernen und erforderliche Kenntnisse auch für eine völlig andersgeartete Berufstätigkeit zu erwerben.

Zukünftige und rückwirkende Steuerabzüge

Steuerpflichtige, die während einer solchen Ausbildung oder eines solchen Studiums kein (oder nur ein geringes) Einkommen erzielen, dürfen ihre Ausbildungskosten sogar als "vorab entstandene Werbungskosten" geltend machen: Sie geben während ihres Studiums laufend Einkommensteuererklärungen ab, in denen aufgrund der Ausbildungskosten unterm Strich Verluste ausgewiesen sind. In den Jahren nach Beendigung des Studiums darf der aufgelaufene Gesamtverlust dann in Form eines Verlustvortrags nach und nach von den erzielten steuerpflichtigen Einkünften abgezogen werden.

Mehr noch: Wer im Jahr vor Aufnahme des Studiums gut verdient und Steuern bezahlt hat, kann den Verlust des ersten Studienjahres unter Umständen sogar mit bereits gezahlten Steuern verrechnen - und sich über eine Steuerrückzahlung freuen.

Die wichtigsten Informationen zum Thema Verlustvortrag und Verlustrücktrag finden Sie im Beitrag "Steuererminderung durch Verlustabzug".

Und gleich noch ein Tipp hinterher: Klingen Begriffe wie Werbungskosten, Betriebsausgaben oder Sonderausgaben für Sie wie böhmische Dörfer? Dann lohnt sich für Sie ein Blick in unseren Grundlagen-Kurs zu Lohnsteuer, Lohnsteuerjahresausgleich und Einkommensteuer.

Probieren geht über Studieren!

Bei Berufstätigen ist der Werbungskostenabzug in aller Regel günstiger als der beschränkte Sonderausgaben-Abzug. Falls das bei Ihnen zutrifft, Sie jedoch im Zweifel sind, ob die Ausbildungskosten in Ihrem Fall zu den voll abzugsfähigen Werbungskosten oder nur zu den beschränkt absetzbaren Sonderausgaben gehören, entscheiden Sie sich am besten für die Werbungskosten:

Falls das Finanzamt die Werbungskosten streicht, geht Ihnen der Sonderausgabenabzug nicht verloren. Und sofern die Gerichte bei den zurzeit anhängigen Verfahren zugunsten der Steuerzahler entscheiden, kommen Sie auf diese Weise obendrein nachträglich in den Genuss einer Steuererstattung.

Nichts vergessen?

Die wenigsten Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten lassen sich so komfortabel vom Arbeitsplatz oder heimischen Schreitisch aus absolvieren wie die Online-Kurse und -Workshops von akademie.de: Zu den steuerlich absetzbaren Aufwendungen gehören deshalb keineswegs nur Lehrgangskosten und Prüfungsgebühren: Zu den abzugsfähigen Werbungskosten gehören auch ...

  • Fahrtkosten,

  • Übernachtungs- und Verpflegungskosten (zum Beispiel bei Wochenend-Seminaren oder Exkursionen) sowie

  • Fachliteratur und Lernmittel

Bei längeren Ausbildungen (zum Beispiel berufsbegleitenden Studien) können unter Umständen sogar die Aufwendungen für ein heimisches Arbeitszimmer anerkannt werden. Denken Sie künftig also bei Qualifizierungsmaßnahmen aller Art daran, Quittungen zu sammeln!

Fazit

Angesichts der rasanten Veränderungen in der Informationsgesellschaft opfern viele Menschen beträchtliche Teile ihrer Freizeit, um auf dem Laufenden zu bleiben. Da ist es nur recht und billig, wenn sie nicht auch noch die entstandenen Kosten in voller Höhe aus der eigenen Tasche zahlen müssen. Politik und Verwaltung täten gut daran, von der Bevölkerung nicht nur ständig die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen zu fordern. Vielmehr sollten sie den Sonntagsreden Taten folgen lassen und endlich alle beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben anerkennen!

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Theologie im Fernkurs wird steuerlich nicht berücksichtigt

Sehr geehrter Herr Chromow,

mein Mann (51) studiert seit letztem Jahr Theologie im Fernkurs an der Katholischen Akademie in Würzburg. Hauptberuflich ist er derzeit in der Metallbranche in Vollzeit beschäftigt. Das Finanzamt teilte uns nun mit, dass die gemachten Aufwendungen nicht beachtet werden können. Begründung: Da er als Diakon mit Zivilberuf später nur eine Aufwandsentschädigung bekommt, liegt keine Einkunftserzielungsabsicht vor. Infolgedessen handelt es sich bei dem Studium nicht um eine Berufsausbildung im Sinne von § 10 Abs. 1 Nr. 7 Einkommenssteuergesetz. Klar, wird er als Diakon "nebenberuflich" tätig sein. Er beabsichtigt aber natürlich auch seinen Hauptberuf zu wechseln und möchte in den sozialen Bereich, die Seelsorge, Sterbe- und Trauerbegleitung, Flüchtlingshilfe etc. gehen. Dafür benötigt er aber die entsprechenden Studiengänge. Erst wen der Grund- und Aufbaukurs abgeschlossen sind, können die anderen Studiengänge im Auftrag der Kirche , mit denen die Qualifikation für eine kirchliche Anstellung erworben werden kann, absolviert werden. Wieso können die Kosten für das Studium nicht berücksichtigt werden?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Simone

Antwort: Theologie im Fernkurs wird steuerlich nicht berücksicht

Hallo Simone,
vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Dass das Finanzamt die Werbungskosten nicht gleich anerkannt hat, hat erst einmal nicht viel zu bedeuten: Sie können dagegen Einspruch einlegen. Das kostet nichts und bringt Ihnen auch dann keine Nachteile, wenn der Einspruch abgewiesen wird. Ein Versuch lohnt sich allemal.

Dass die Kosten des nebenberuflichen Theologiestudiums bei Ihrem Mann grundsätzlich nicht als Werbungskosten oder Sonderausgaben anerkannt werden (können), trifft ebenfalls nicht unbedingt zu. Es ist immer eine Frage des Einzelfalls. Da ich die Details nicht kenne und kein Steuerberater bin, kann ich den Sachverhalt nicht wirklich beurteilen. Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat einen vergleichbaren Fall allerdings vor einiger Zeit zuungunsten des Steuerpflichtigen entschieden:
http://bit.ly/theologiestudium-werbungskosten
Dort finden Sie bei Bedarf immerhin einige gute Argumente für Ihre Einspruchsbegründung. Am besten besprechen Sie Ihren Einzelfall darüber hinaus mit einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein. Den nächsten Lohnsteuerhilfeverein in Ihrer Nähe finden Sie zum Beispiel hier:
http://www.vlh.de/

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kosten Fernstudium oder Weiterbildung

Sehr geehrter Herr Chromow,

ich war Student an einer Fachhochschule, leider habe ich im letzten Semester ein paar Prüfungen nicht bestanden und wurde im letzten Semester kurz vor Beendigung dieses Studiums exmatrikuliert. Nun überlege ich ein Fernstudium zu machen und nebenbei als Produktionshelfer zu jobben um meinen Lebensunterhalt verdienen zu können. Falls ich nicht zum Fernstudium zugelassen werde (es könnte ja sein, ich weiß nicht ganz genau wie das ist wenn man exmatrikuliert wurde) erwäge ich per Fernuni eine Ausbildung bzw Weiterbildung zum Technischen Betriebswirt. Meine Frage ist wie Sie das einschätzen, ist es möglich dieses theoretisch von den Steuern abzusetzten. Mein Problem ist das ich keine Ausbildung gemacht habe sondern Abitur und dann Studium und das heiß das egal ob ich nochmal Studiere oder Weiterbildungen bzw Zertifikate mache, das ja nichts mit dem von mir ausgeübten Beruf zu tun hat und ich nicht weiß bzw. nicht einschätzen kann wie das Finanzamt diese Sachlage sieht.

Ich würde mich sehr über Ihre Hilfe freuen

Antwort: Kosten Fernstudium oder Weiterbildung

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage: Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Da Sie noch keine Berufsausbildung abgeschlossen haben, handelt es sich bei einem neuen Studium aus meiner Sicht um ein Erststudium. Die damit verbundenen Aufwendungen werden bislang von den Finanzämtern üblicherweise nicht als Werbungskosten anerkannt. Der Bundesfinanzhof hat diese Frage dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vorgelegt:
http://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/druckvorschau.py?...
Bis zu dessen Entscheidung sollten es aber auf jeden Fall versuchen, Aufwendungen "für eine erstmalige Berufsausbildung oder für ein Erststudium" als Werbungskosten steuerlich geltend zu machen Werden die Ausgaben nicht als Werbungskosten anerkannt, können Sie sie hilfsweise noch als Sonderausgaben ansetzen.

Viel Glück und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kosten von Schulung teils Arbeitgeber und Überstunden AN

Guten Tag,

meine Arbeitgeber möchte das einige einen Englischkurs besuchen. Soweit so gut organisiert. Es sind 80 Unterrichtsstunden geplant, jedoch wird immer die 2. Unterrichtsstunden vom Überstundenkonto abgezogen.
Das heißt ich bezahle mit meinen Überstunden die hälfte der Schulung. Kann ich das auch absetzen?

Antwort: Kosten von Schulung teils Arbeitgeber und Überstunden A

Guten Tag,
wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen eine Bestätigung über die Verrechnung des Überstunden-Anspruches mit den Kosten des Englischunterrichts aushändigt, würde ich die entgangenen Einnahmen an Ihrer Stelle als Werbungskosten geltend machen.

Das ist aber nur meine völlig unmaßgebliche private Meinung: Ob entgangene oder entgehende Einnahmen tatsächlich als Werbungskosten anerkannt werden, kann ich nicht beurteilen. Im Zweifel gilt: Versuch macht klug. :-)

Viele Grüße
Robert Chromow

Steuerliche Anwendung bei Verpflichtungserklärung

Guten Tag,

wie sieht es aus wenn man bei einem Unternehmen eine Verpflichtungserklärung unterschrieben hat, das Unternehmen vor dem Ablauf verlässt und diese die Gesamtkosten für das Studium zurückfordert ?
Kann ich die im nachhinein entstanden Studiumkosten steuerlich geltend machen?
Bezieht sich auf ein berufsbegleindes Stutium zum Betriebswirt.
Rechtlich war die Verpflichtungserklärung eniwandfrei, das Unternehmen wurde innerhalb von 12 Monaten verlassen und dadurch musste ich den Gesamtbetrag zurückzahlen.
Habe ich da im nachhinein steuerliche Möglichkeiten, oder nicht ?

Antwort: Steuerliche Anwendung bei Verpflichtungserklärung

Guten Tag,
aus meiner (völlig unmaßgeblichen) Sicht handelt es sich bei Rückzahlungen von Fortbildungskosten an den Arbeitgeber um Werbungskosten des Jahres, in dem die Rückzahlung erfolgt ist. Vorausgesetzt natürlich, der gesamte Vorgang ist schriftlich dokumentiert (Vertrag mit Verpflichtungserklärung, Rückzahlungsforderung des Arbeitgebers - am besten zusammen mit den auf den Arbeitgeber ausgestellten Rechnungen für Studiengebühren etc.)

Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater, einem Lohnsteuerhilfeverein oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Fort- und Weiterbildungskosten

Meine letzte Tätigkeit war die des GF bzw. Vertriebsleiters.
Seit knapp 8 Monaten bin ich arbeitslos. Da ich meine Zeit bis zu einer neuen Funktion nicht nutzlos vergehen lassen möchte und ich den Eindruck gewonnen habe, dass trotz meines hohen Praxiswissens im Markt MBA gefordert wird, trage ich mich mit dem Gedanken, das MBA nachzumachen. In welcher Höhe sind die Kosten (circa 30.000 €)- 24-36 Monate absetzbar? Besten Dank für Ihr Feedback

Antwort: Fort- und Weiterbildungskosten

Guten Tag,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Daher nur ganz allgemein: Grundsätzlich sind Fortbildungskosten in voller Höhe steuerlich absetzbar - und zwar jeweils in dem Jahr, in dem sie angefallen sind. Falls dadurch die laufenden "Werbungskosten" höher sind als das zu versteuernde Einkommen, können sie unter bestimmten Voraussetzungen als Verlustrücktrag mit vergangenen Steuerzahlungen und / oder als vorweggenommene Werbungskosten mit zukünftigen Einkünften verrechnet werden. Die wichtigsten Informationen zum Thema Verlustabzug finden Sie im Beitrag
"So beteiligen Sie das Finanzamt an Verlusten"
http://www.akademie.de/wissen/steueroptimierung-verlustabzug
Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater, einem Lohnsteuerhilfeverein oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Fahrtkosten - berufsbegleitendes Studium

Sehr geehrter Herr Chromow,

das Finanzamt schreibt mir gestern, dass meine Fahrtkosten im Rahmen meiner Fort/Weiterbildung (beruflicher Zusammenhang ist gegeben) nur über die Entfernungspauschale 0,30 Euro pro Kilometer für die einfache Strecke abgesetzt werden können.

Das "Studium" ist jedoch nur berufsbegleitend und ich gehe einer normalen Vollzeitbeschäftigung nach. Müsste in diesem Fall nicht die gesamte Strecke angegeben werden können?
Auch die Fahrtkosten zu meinem Seminar zum Ausbilder müssten doch eigentlich voll (Hin und Rückfahrt) absetzbar sein. Oder?

Kann dem Finanzamt ein Fehler unterlaufen sein oder habe ich unrecht?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe.

Mit freundlich Grüßen

Sina J.

Antwort: Fahrtkosten - berufsbegleitendes Studium

Hallo Sina,
das sehe ich eigentlich auch so: Die Entfernungspauschale (= einfache Fahrt) gilt seit 2014 m. W. nur für die "erste Tätigkeitsstätte". Das dürfte in Ihrem Fall die Betriebsstätte Ihres Arbeitgebers sein. Fahrten zur Bildungsstätte müssten dann auf Grundlage der tatsächlich gefahrenen Kilometer abgerechnet werden können.

Aber wie gesagt: Das ist nur meine ganz persönliche und unmaßgebliche Meinung. Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater, einem Lohnsteuerhilfeverein oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Werbungskostenabzug bei Weiterbildungen

Sehr geehrter Herr Chromow,

das Steuer-Programm bietet die Möglichkeit, bei einer Weiterbildung anzugeben, ob sie mit dem Beruf in Zusammenhang steht oder nicht.

Ich arbeite im IT-Bereich und habe in einer einwöchigen Präsenz-Veranstaltung von einem professionellen Optionshändler gelernt, wie man in diesem Umfeld agieren muss. Entsprechend habe ich in der Steuererklärung angegeben, dass es keinen beruflichen Bezug gibt.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen, damit die dafür angefallenen Kosten vom FA anerkannt werden? Welche Gründe könnte ich in einem Widerspruch anführen, falls eine Ablehnung erfolgt? Zieht das Argument, dass ich mit entsprechendem zeitlichen Aufwand ernsthaft versuche, ein (möglichst regelmäßiges) Zusatzeinkommen zu generieren, das dann ja auch entsprechend versteuert wird (über Anlage KAP bzw. AUS)?

Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Frank

Antwort: Werbungskostenabzug bei Weiterbildungen

Hallo Frank,
auch in diesem Fall Frage gilt: Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle weder möglich noch zulässig. Daher nur ganz allgemein:

Aus meiner Sicht spricht in dem skizzierten Szenario grundsätzlich nichts dagegen, bei der Weiterbildung von einem beruflichen Bezug auszugehen. Ich würde die Sache nicht komplizierter machen als nötig. Falls das Finanzamt den Aufwendungen wider Erwarten die Anerkennung versagt, können Sie die Details immer noch mit einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein besprechen. Den nächsten Lohnsteuerhilfeverein finden Sie übrigens auf der Website http://www.vlh.de/

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vollzeitstelle + Vollzeit Fernstudium

Guten Abend,

ich arbeite im Sicherheitsbereich und parallel absolviere Vollzeitstudium in der Richtung Arbeits- und Organisationspsychologie. Das Studium wird von meinem Arbeitgeber weder veranlasst noch finanziert. Dieses mache ich freiwillig, um mich weiterzubilden und später evtl. im Personalbereich arbeiten zu können.

Meine Fragen sind folgende:

1. Kann ich die Aufwendungen für Fernstudium als Werbungskosten absetzen?

2. In Bezug auf das häusliche Arbeitszimmer, stellt das Vollzeit-Fernstudium mit 30 Arbeitsstunden pro Woche in den virtuellen Phasen den Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit dar?

2a. Wenn ja, kann ich dann die Aufwendungen fürs häusliche Arbeitszimmer in voller Höhe (ca. 1600 Euro) als Werbungskosten absetzen?

Vielen Dank im Voraus
Franz

Antwort: Vollzeitstelle + Vollzeit Fernstudium

Hallo Franz,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, die Aufwendungen für Ihr Fernstudium als Werbungskosten abzusetzen. Ob das Finanzamt dabei auch die Aufwendungen für Ihr häusliches Arbeitszimmer anerkennt (noch dazu in voller Höhe), wage ich zu bezweifeln.

Es hindert Sie aber niemand daran, es zu versuchen. Nachteile entstehen Ihnen dadurch nicht: Im ungünstigsten Fall streicht das Finanzamt die Ausgaben. Sie können dann immer noch überlegen, ob Sie dagegen mit Unterstützung eines Steuerberaters oder eines Lohnsteuerhilfevereins Einspruch einlegen.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

kleine Ergänzung

eine abgeschlossene Berufsausbildung (im Sicherheitsbereich) habe ich bereits.

Führerscheinerweiterung von C1 auf CE

Hallo,

ich habe von 2 Jahren meine Führerschein C1 vom Arbeitsamt bekommen.
Letzes Jahr habe ich meine Erweiterung auf CE gemacht um meine Arbeit behalten zu dürfen. Ich habe insgesamt ca. 2600 Euro bezahlt.
In der Steuer habe ich es als Fortbildungskosten eingetragen.
So weit ich das einschätze erkennt mein Finanzamt dies aber nicht wirklich an.

Ich habe heute mein schreiben erhalten und in diesem steht:
Guthaben: 351 Euro

"Da nach zweimaliger Aufforderung keine Aufstellung zu den beantragten Fortbildungskosten eingerecht haben, wurde diese an Hand der eingereichten Rechnungen i.H.v. 2446,14 EUR ermittelt."

Ich habe meine Rechnungen von der Fahrschule 2 mal zum Finanzamt gegeben. Der Satz macht doch gar keinen Sinn.
In wieweit kann ich denn meine Führerschein absetzten?

Zu dem steht in der Begründung:

"Die Aufwendungen für Arbeitsmittel konnten nicht berücksichtigt werden, weil sie nicht nachgewiesen oder glaubhaft gemacht wurden."

Wie soll ich denn beweisen das ich meine Arbeitswäsche wasche?

Ich würde mich sehr über eine Antwort und eine Rat von ihnen freuen.

Liebe Grüße

Antwort: Führerscheinerweiterung von C1 auf CE

Guten Tag,
leider habe ich Ihr Problem nicht auf Anhieb verstanden: Den Satz des Finanzamts lese ich so, dass 2.446,14 Euro als Werbungskosten anerkannt wurden.

Sofern die Führerschein-Erweiterung für Ihre Beschäftigung erforderlich ist, sehe ich auch keinen Grund, warum das Finanzamt die Anerkennung verweigern sollte.

Oder geht es Ihnen um die Differenz zwischen 2.600 Euro und 2.446,14 Euro? Wenn ja, müssen Sie die Differenz mich Quittungen bzw. Rechnungen plus Zahlungsnachweis glaubhaft machen.

Was das Waschen von Arbeitswäsche betrifft: Die Kosten für Berufskleidung und deren Reinigung gelten als Werbungskosten. Entweder Sie machen die Pauschale von m. W. 110 Euro pro Jahr geltend - oder Sie berechnen die tatsächlichen Kosten anhand von Erfahrungswerten die von Verbraucherverbänden ermittelt und von Gerichten inzwischen anerkannt wurden. Das Berechungsverfahren finden Sie zum Beispiel auf der Website der "Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V."
http://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/beruf/kaufen-waschen-und-steuern-spar...

Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow

Unternhemen zahlt Fortbildung

Hallo Herr Chromow,

das Unternehmen in dem ich arbeite bezahlt meine Fortbildung.

Kann ich die Fahrkosten trotzdem von der Steuer absetzen oder eher nicht?
Lernmaterialen etc. zahlt auch das Unternehmen.

Freue mich auf Rückmeldung.

Viele Grüße

Antwort: Unternhemen zahlt Fortbildung

Guten Tag,
bei allen Aufwendungen, die Ihnen im Zusammenhang mit der Fortbildung entstehen (und _nicht_ vom Arbeitgeber oder anderen Stellen übernommen oder erstattet werden) handelt es sich grundsätzlich um Werbungskosten. Wenn Sie nicht sicher sind, setzen Sie die betreffenden Ausgaben einfach als Werbungskosten an: Im ungünstigsten Fall verweigert das Finanzamt die Anerkennung des Steuerabzugs. Sie können dann immer noch überlegen, ob Sie gegen die Entscheidung Einspruch einlegen. Kosten entstehen nicht.

Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie im Zweifel am besten mit einem Steuerberater, einem Lohnsteuerhilfeverein oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Weiter- oder Fortbildung und welche Grenze gilt jetzt?

Guten Tag Herr Chromow,

ich lesen mich bzgl des o.g. Themas schon seit Tagen ein aber inzwischen weiss ich weniger wie vorher ;-) Ich kann einfach keine richtigen Aussagen dazu finden.
Ich bin Systemadministrator von Beruf und habe letztes Jahr im November 2014 eine Weiter- bzw Fortbildung begonnen, um mein Wissen zu vertiefen bzw auszubauen. Dazu hab ich schon die erste Frage. Handelt es sich hierbei um eine Weiterbildung oder Fortbildung?
Die Weiter- oder Fortbildung dauert insgesamt 10 Monate. Die Kosten belaufen sich auf 4500EUR welche ich leider komplett selber tragen muss. Die Fahrtkosten sind noch nicht enthalten. Die erste Rechnung für das Jahr 2014 beträgt 750EUR. Der restliche Betrag in Höhe von 3750 EUR wird dann dieses Jahr 2015 fällig.

1. Gilt jetzt die Grenze von 4000EUR oder kann ich die 4500EUR + Fahrtkosten komplett angeben?
2. Gilt das Ausstellungsdatum der Rechnung oder der Tag der Überweisung?

Tausend Dank im Voraus!

MfG
Jonas

Antwort: Weiter- oder Fortbildung und welche Grenze gilt jetzt?

Hallo Jonas,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

wie Sie oben im Text nachlesen können, brauchen Sie sich um die begriffliche Unterscheidung zwischen Fort- und Weiterbildung keine Gedanken mehr zu machen. Sie haben zwar nicht geschrieben, welchen Inhalt Ihre Qualifikationsmaßnahme hat - sofern es sich um eine
Fort-/Weiterbildung in einem bereits erlernten Beruf handelt, können Sie die Ausgaben in voller Höhe als Werbungskosten ansetzen.

Was die Bezahlung betrifft: Bei der Einkommensteuer gilt grundsätzlich der Zeitpunkt der Zahlung. Da Sie beide Rechnungen im Jahr 2015 bezahlt haben bzw. bezahlen, handelt es sich um Werbungskosten des Jahres 2015.

Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater, einem Lohnsteuerhilfeverein oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Eine Ergänzung

Ich hab die 750EUR erst im Januar überwiesen aber die Rechnung ist vom Dezember 2014. Gilt das Ausstellungsdatum der Rechnung oder der Tag der Überweisung?

Weiterbildungskosten steuerlich absetzen, auch bei Bafög bezug?

Hallo,

ich mache eine Weiterbildung in meinem Beruf zum Techniker. Diese finet außerhalb der Arbeitszeit statt. An den Kosten beteiligt sich mein Arbeitgeber nicht.
Ich habe beim LRA Meisterbafög beantragt und bewilligt bekommen. Vom LRA erhalte ich somit einen Zuschuss von 30,5%. Für den restlichen Betrag habe ich bei der KfW ein Darlehn beantragt und ebenfalls bewilligt bekommen.
Nun meine Frage: Kann ich bei dem Lohnsteuerjahrsausgleich die gesammten Monatlichen Gebühren angeben? Oder muss ich den Anteil vom LRA (30,5%) davon abziehen.
Wenn ich die Technikerausbildung bestanden habe, kann ich bei der KFW einen Antrag stellen, das mir nochmals 25% der Weiterbildungskosten erlassen weden. Muss ich dies dann dem Finanzamt auch mitteilen?

Bitte geben Sie mir eine Antwort.

Vielen Dank.
Clemens

Antwort:Weiterbildungskosten steuerlich absetzen, auch bei Bafö

Hallo Clemens,
Ihre Weiterbildungskosten sind in voller Höhe steuerlich absetzbar - Zuschüsse aller Art und Herkunft müssen Sie allerdings auch als Einnahmen angeben. Dadurch verringern sich die tatsächlichen Weiterbildungskosten unterm Strich.
Viele Grüße
Robert Chromow

Weiterbildungskosten absetzen bei Bafögbezug

Hallo Herr Chromow,

dazu hätte ich noch folgende Frage:
Als Zuschuss/Einahme zählt dann aber nur der Antel vom LRA. Denn das Darlehen von der KFW muss ja wieder zurückbezahlt werden.
Wenn dies so ist, wie muss ich denn dann verfahren, wenn ich nach erfolgreicher Prüfung doch noch bei der KFW den Antrag stelle, dass mir vom Darlehensbetrag weitere 20% erlassen werden.

Gruß Clemens

Antwort: Weiterbildungskosten absetzen bei Bafögbezug

Hallo Clemens,
wie gesagt: Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Außerdem kenne ich mich mit dem Meister-Bafög nicht wirklich aus - daher nur ganz allgemein:

Anders als Zuschüsse stellen Darlehen grundsätzlich _kein_ Einkommen dar. Insofern wirkt hat ein späterer Darlehenserlass _an sich_ auch keine steuerlichen Auswirkungen. Wenn ein Darlehen - wie in diesem Fall - für Ausgaben gedacht ist, die gegenüber dem Finanzamt als Werbungskosten geltend gemacht wurden oder werden, wird aus einem 25-prozentigen Darlehenserlass für Prüfungs- und Lehrgangsgebühren faktisch ein Zuschuss. Da sich dadurch wiederum die tatsächlich entstandenen Werbungskosten verringern, wird das Finanzamt den Zuschuss entsprechend berücksichtigen.

Wenn Sie einen Blick auf Ihren BAföG-Antrag werfen, werden Sie dort mit großer Wahrscheinlichkeit erstens das für Sie zuständige Finanzamt angegeben haben. Und zweitens findet sich dort vermutlich ein Hinweis wie "Erlasse sind bei der Einkommensteuererklärung anzugeben." Oder? Auf dem aktuellen Merkblatt zum "Meister-BAföG" gibt es diesen Hinweis jedenfalls:
http://www.meister-bafoeg.info/_media/formulare2009/4002641101402_0929.pdf

Wenn ja, dürfte Ihre Frage damit beantwortet sein. Wenn nicht, fragen Sie am besten bei der Handwerkskammer, Ihrem Berufsverband oder Ihrer Gewerkschaft nach.

Alles Gute und viel Erfolg
Robert Chromow

Weiterbildungskosten absetzen bei Bafögbezug

Vielen Dank für Ihre Antwortenn

Mit frewundlichen Grüßen
Clemens

Minusstunden für Weiterbildung irgendwie absetzbar ??

Hallo,

ich habe im Jahr 2012 mit einer 2 Jährigen Weiterbildung begonnen und diese 2014 abgeschlossen.

Für die Kosten sind mein AG zu 2/3 und ich zu 1/3 aufgekommen. Allerdings sind für meine Kosten ca. 120 Stunden minus auf meinem Arbeitszeitkonto verrechnet worden. Diese musste ich innerhalb der 2 Jahre neben meiner Vollzeitstelle unentgeltlich abarbeiten.

Können Sie mir hierzu nun einen Tipp geben??? Kann ich bei meinem AG einen Beleg mit den Kosten anfordern?? Denn 120 Minusstunden sind knapp ein Monatseinkommen, welches ich ja somit selbst getragen haben!

Liebe Grüße aus Hamburg

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