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Fortbildungs- und Weiterbildungskosten von der Steuer absetzen

Der Finanzamt finanziert viele Fortbildungen mit, wenn Sie die Kosten steuerlich geltend machen.

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Stand: 27. August 2014 (aktualisiert)

Berufsausbildung, Studium sowie Fort- und Weiterbildungen kosten nicht nur Zeit - sie gehen auch ins Geld. Weil die berufliche Qualifizierung die wichtigste Voraussetzung für zukünftige steuerpflichtige Einkünfte darstellt, ist es nur recht und billig, den Fiskus an den Aus- und Fortbildungskosten zu beteiligen. Wir zeigen, worauf dabei zu achten ist.

Stillstand ist Rückschritt: Angesichts der kurzen Halbwertszeit des Wissens sind berufliche Fort- und Weiterbildungen ein Muss. Wer in der Vergangenheit jedoch versuchte, die damit verbundenen finanziellen Aufwendungen als Werbungskosten von der Steuer abzusetzen, stieß bei den Finanzämtern oft auf taube Ohren: Was nicht im engsten Sinn der fachlichen Fortbildung im ausgeübten Beruf zwecks Sicherung der Einnahmen diente, durfte nicht in vollem Umfang steuermindernd geltend gemacht werden. Aus- und Weiterbildungskosten konnten - bis zu der geringen Obergrenze - allenfalls unter Sonderausgaben aufgeführt werden.

Fortbildungen von Selbstständigen

Wenn im Folgenden von den "Werbungskosten" die Rede ist, so entspricht das bei Selbstständigen den "Betriebsausgaben". Betrieblich notwendige Fortbildungen von Selbstständigen (wie zum Beispiel die Mitgliedschaft bei akademie.de oder die Teilnahme an Online-Workshops) dürfen im Rahmen der Einnahme-Überschussrechung bzw. Gewinn- und Verlustrechnung ohne Weiteres als betrieblicher Aufwand geltend gemacht werden. Das Ergebnis ist das Gleiche: Unter dem Strich sinkt das zu versteuernde Einkommen.

Fortbildung oder Weiterbildung?

Die gute Nachricht vorweg: Die anachronistische Unterscheidung zwischen fachlichen Fortbildungen auf der einen und allgemeinen beruflichen Weiterbildungen auf der anderen Seite hat in den letzten Jahren an Bedeutung verloren: Weiterbildungen, die der "Erhaltung beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten" sowie der "Anpassung an die Entwicklung der beruflichen Verhältnisse" dienen, müssen in der Regel von den Finanzämtern anerkannt werden, auch wenn sie nicht in direktem fachlichen Zusammenhang mit einem ausgeübten Beruf stehen.

Voraussetzung ist aber nach wie vor der berufliche Bezug. Bei privaten Koch- und Handarbeitskursen an der Volkshochschule dürfte der Nachweis der beruflichen Verwendbarkeit weiterhin schwerfallen. Bei Computer- und Internet-Weiterbildungen, aber auch beim Erwerb von Sprach- und anderen Kommunikations-Qualifikationen lässt sich dagegen der Nutzen für die Sicherung der eigenen Erwerbsfähigkeit jedoch mühelos herstellen.

So stimmten die Richter des Bundesfinanzhofs der Feststellung einer Vorinstanz zu, dass die Computertechnik in alle Bereiche des täglichen Berufslebens Eingang gefunden habe. Nur ständige Fortbildungen stellten vertieftes und erweitertes Wissen der Arbeitnehmer für ihre ausgeübten Tätigkeiten sicher.

akademie.de-Teilnehmergebühren absetzen

Auch akademie.de-Workshops können als Fortbildungen von der Steuer abgesetzt werden.Die Anerkennung beruflicher Weiterbildungen als Werbungskosten gilt selbstverständlich auch für die Mitglieder und Workshop-Teilnehmer von akademie.de: Sofern Sie Ihre Gebühren bislang noch nicht als Werbungskosten geltend gemacht haben, sollten Sie das bereits bei der Einkommensteuererklärung für 2013 unbedingt tun: Online-Fortbildungen werden steuerlich nicht mehr anders behandelt als Präsenzveranstaltungen!

Berufsausbildung oder Fortbildung?

Als Werbungskosten generell voll abzugsfähig sind Ausgaben für die folgenden Qualifizierungsart:

  • Fortbildungen in einem bereits erlernten Beruf,

  • Umschulungen, die einen Berufswechsel vorbereiten sowie

  • Zweit- und Folgestudien, sofern sie "in einem hinreichend konkreten, objektiv feststellbaren Zusammenhang mit der [...] angestrebten beruflichen Tätigkeit" stehen.

Letzteres könnte zum Beispiel dann der Fall sein, wenn ein Chemiker in Vorbereitung auf eine in Aussicht gestellte Geschäftsführungsfunktion ein berufsbegleitendes Wirtschafts- oder Jurastudium absolviert.

Lange Zeit umstritten war die steuerliche Behandlung der Ausbildungskosten im ersten Beruf: Nur wenn die Erstausbildung oder das Erststudium im Rahmen eines bezahlten Dienstverhältnisses erfolgt ("Ausbildungsdienstverhältnis") ist der Werbungskosten-Abzug ohne Weiteres möglich. Ansonsten gehören die Kosten für die erstmalige Berufsausbildung oder das Erststudium nach dem Willen des Gesetzgebers zu den "Kosten der Lebensführung". Sie dürfen grundsätzlich nur als Sonderausgaben von bis 6.000 Euro pro Jahr geltend gemacht werden.

Großzügiger Bundesfinanzhof

Die gute Nachricht: Durch mehrere erfreulich lebensnahe Urteile hat der Bundesfinanzhofs (BFH) verhindert, dass erstmalige Berufsausbildungen und Erststudien in jedem Fall Privatvergnügen sind und allenfalls als Sonderausgaben Berücksichtigung finden können. Mit ihren Entscheidungen tragen die Richter der grundsätzlich veränderten Wissenslandschaft zumindest ansatzweise Rechnung:

  • Im ersten Fall (Az.: VI R 137/01) ging es um das berufsbegleitende Betriebswirtschafts-Studium einer Rechtsanwalts- und Notargehilfin: Um ihre Position als Personalreferentin einer Bank sichern zu können, hatte sie ihr (Erst-)Studium aufgenommen. Die entstandenen Kosten machte sie als Werbungskosten geltend. Zu Recht, wie der BFH entschied: "Aufwendungen für ein berufsbegleitendes erstmaliges Hochschulstudium seien als Werbungskosten zu berücksichtigen, sofern sie beruflich veranlasst sind."

  • Die zweite Entscheidung (Az.: VI R 120/01) betraf eine arbeitslose Industriekauffrau, die sich auf eigene Kosten zur Fahrlehrerin umschulen ließ. Weil das Arbeitsamt die Lehrgangskosten nicht übernehmen wollte, zog die frischgebackene Fahrlehrerin ihre Aufwendungen als "vorab entstandene Werbungskosten" von ihren Einkünften als Angestellte ab. Auch hier hatten die Richter des BFH ein Einsehen: "Aufwendungen für eine Umschulungsmaßnahme, die die Grundlage dafür bildet, von einer Berufs- oder Erwerbsart zu einer anderen überzuwechseln, können vorab entstandene Werbungskosten sein."

  • Das dritte und wichtigste Urteil (Az.: VI R 14/07) stammt aus dem Jahr 2009: Darin ging es um den Fall einer gelernten Buchhändlerin, die nach Abschluss ihrer Ausbildung und einer folgenden Familienpause ein Lehramtsstudium absolviert hatte. Finanzamt und Finanzgericht lehnten die Anerkennung der Ausbildungskosten als Werbungskosten ab. In seiner Leitentscheidung korrigierte der Bundesfinanzhof die Urteile der Vorinstanzen: Aufwendungen für ein Erststudium nach abgeschlossener Berufsausbildung können seitdem als Werbungskosten abgezogen werden.

Völlig zu Recht stellten die Richter fest, die bisherige Rechtsprechung stamme "aus einer Zeit, in der es zum Regelfall gehörte, den ursprünglich erlernten Beruf das gesamte Berufsleben lang auszuüben." In der heutigen Zeit hingegen könne ein Arbeitnehmer nicht mehr davon ausgehen, nur eine Berufsausbildung absolvieren zu müssen. Die Arbeitsmarktsituation erfordere es immer häufiger, umzulernen und erforderliche Kenntnisse auch für eine völlig andersgeartete Berufstätigkeit zu erwerben.

Zukünftige und rückwirkende Steuerabzüge

Steuerpflichtige, die während einer solchen Ausbildung oder eines solchen Studiums kein (oder nur ein geringes) Einkommen erzielen, dürfen ihre Ausbildungskosten sogar als "vorab entstandene Werbungskosten" geltend machen: Sie geben während ihres Studiums laufend Einkommensteuererklärungen ab, in denen aufgrund der Ausbildungskosten unterm Strich Verluste ausgewiesen sind. In den Jahren nach Beendigung des Studiums darf der aufgelaufene Gesamtverlust dann in Form eines Verlustvortrags nach und nach von den erzielten steuerpflichtigen Einkünften abgezogen werden.

Mehr noch: Wer im Jahr vor Aufnahme des Studiums gut verdient und Steuern bezahlt hat, kann den Verlust des ersten Studienjahres unter Umständen sogar mit bereits gezahlten Steuern verrechnen - und sich über eine Steuerrückzahlung freuen.

Die wichtigsten Informationen zum Thema Verlustvortrag und Verlustrücktrag finden Sie im Beitrag "Steuererminderung durch Verlustabzug".

Und gleich noch ein Tipp hinterher: Klingen Begriffe wie Werbungskosten, Betriebsausgaben oder Sonderausgaben für Sie wie böhmische Dörfer? Dann lohnt sich für Sie ein Blick in unseren Grundlagen-Kurs zu Lohnsteuer, Lohnsteuerjahresausgleich und Einkommensteuer.

Probieren geht über Studieren!

Bei Berufstätigen ist der Werbungskostenabzug in aller Regel günstiger als der beschränkte Sonderausgaben-Abzug. Falls das bei Ihnen zutrifft, Sie jedoch im Zweifel sind, ob die Ausbildungskosten in Ihrem Fall zu den voll abzugsfähigen Werbungskosten oder nur zu den beschränkt absetzbaren Sonderausgaben gehören, entscheiden Sie sich am besten für die Werbungskosten:

Falls das Finanzamt die Werbungskosten streicht, geht Ihnen der Sonderausgabenabzug nicht verloren. Und sofern die Gerichte bei den zurzeit anhängigen Verfahren zugunsten der Steuerzahler entscheiden, kommen Sie auf diese Weise obendrein nachträglich in den Genuss einer Steuererstattung.

Nichts vergessen?

Die wenigsten Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten lassen sich so komfortabel vom Arbeitsplatz oder heimischen Schreitisch aus absolvieren wie die Online-Kurse und -Workshops von akademie.de: Zu den steuerlich absetzbaren Aufwendungen gehören deshalb keineswegs nur Lehrgangskosten und Prüfungsgebühren: Zu den abzugsfähigen Werbungskosten gehören auch ...

  • Fahrtkosten,

  • Übernachtungs- und Verpflegungskosten (zum Beispiel bei Wochenend-Seminaren oder Exkursionen) sowie

  • Fachliteratur und Lernmittel

Bei längeren Ausbildungen (zum Beispiel berufsbegleitenden Studien) können unter Umständen sogar die Aufwendungen für ein heimisches Arbeitszimmer anerkannt werden. Denken Sie künftig also bei Qualifizierungsmaßnahmen aller Art daran, Quittungen zu sammeln!

Fazit

Angesichts der rasanten Veränderungen in der Informationsgesellschaft opfern viele Menschen beträchtliche Teile ihrer Freizeit, um auf dem Laufenden zu bleiben. Da ist es nur recht und billig, wenn sie nicht auch noch die entstandenen Kosten in voller Höhe aus der eigenen Tasche zahlen müssen. Politik und Verwaltung täten gut daran, von der Bevölkerung nicht nur ständig die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen zu fordern. Vielmehr sollten sie den Sonntagsreden Taten folgen lassen und endlich alle beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben anerkennen!

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Renovierung, Heimfahrten, Haushalktsführung im Studium

Hallo Herr Chromow,
1. Unsere Tochter lebt in einer 2er-WG in Weimar und studiert seit 09/2011 an der HfM Weimar und der Uni Jena. Nach Abschluss zum Bachelor 09/2014 steht jetzt die erste E-Steuererklärung 2011 an.
Die Renovierung der Wohnung führten die Eltern durch, da die Tochter dazu nicht imstande war. Aufgrund der Entfernung (240 km) war eine Übernachtung notwendig. Sind diese Renovierungskosten, die Kosten der Anreise der Eltern sowie die Kosten der Übernachtung in der E-St.Erklärung der Tochter absetzbar?
2. Sind Heimfahrten der Tochter vom Studienort (Erstwohnsitz) an den Wohnort der Eltern (Zweitwohnsitz der Studentin) absetzbar?
Wie viele Fahrten pro Jahr erkennt das FA an?
3. In welcher Höhe können von den Eltern gezahlte Kosten der Haushaltsführung abgesetzt werden?

Danke für Ihre Nachricht und schöne Grüße
Jürgen Gabel

Leider keine Einzelfallberatung möglich

Sehr geehrter Herr Gabel,

wir geben uns immer Mühe, allgemeine Fragen etwa zu steuerlichen Sachverhalten hier im Kommentarforum zu beantworten. Eine konkrete Beratung zur Optimierung Ihrer Steuerbelastung können und

    dürfen

wir jedoch nicht durchführen, da dies in Deutschland den steuerberatenden Berufen vorbehalten ist.

Ich hoffe auf Ihr Verständnis.

Freundliche Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Renovierung/Heimfahrten/Haushaltsführung am Studienort

Sehr geehrte Akademie.de-Redaktion,

ich kann leider Ihre Auffassung für eine konkrete Beratung zur persönlichen Steueroptimierung nicht teilen.
Meine Fragen zielten doch nur auf die allgemeine Auskunft ab, ob
die Studentin die Kosten für die Wohnungsrenovierung der Studenten-WG, Heimfahrten vom Studienort zum Zweitwohnsitz der Eltern sowie ob Kosten der Haushaltsführung am Studienort bei ihrer eigenen E-steuererklärung als Werbungskosten/Sonderausgaben beim Verlustabzug geltend machen kann.
Vielleicht könnten Sie doch dazu im Kommentarforum kurz Stellung beziehen.
Vielen Dank und freundliche Grüße
Jürgen Gabel

Frühbuchung

Guten Tag,

wie waäre es, wenn ich dieses Jahr eine Fortbildung buche und bezahle, die aber erst im folgenden Jahr stattfindet. In welchem Jahr könnte ich es von den Steuern absetzen?

vielen Dank

Dennis

Das hängt von Ihrem Status ab

hallo Dennis,

wenn Sie die Fortbildung privat besuchen bzw. bezahlen, dann können Sie die Kosten in diesem Jahr geltend machen, wenn Sie diese dieses Jahr begleichen.

Das gilt auch, wenn Sie selbstständig sind, aber als so genannter "Ist-Versteuerer" (eigentlich ein Prinzip aus dem Umsatzsteuerrecht) nur eine Einnahme-Überschuss-Rechnung führen müssen.

Wenn Sie die Fortbildung im Namen einer Kapitalgesellschaft, als Kaufmann oder sonst für ein Unternehmen, das aufgrund seiner Rechtsform oder seines Umsatzvolumens zur regulären Buchführung verpflichtet ist, dann gilt für Sie das Soll-Prinzip, dann können Sie auch Kosten erst im nächsten Jahr geltend machen.

Viele Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Berufsbegleitendes Studium- Fahrtkosten

Guten Tag Herr Chromow,
Ich mache seit 2013 ein berufsbegleitendes Studium, für letztes Jahr konnte ich für Wege zur Uni die tatsächlich gefahrenen Kilometer angeben. Ich habe heute beim Recherchieren auf einer Seite gelesen, dass seit diesem Jahr auch nur noch die einfache Strecke angegeben werden kann. Wissen Sie, ob es sich hierbei um ein Vollstudium handelt oder auch auf Weiterbildubgsmassnahmen?

Ansonsten würde ich für dieses jahr einfach die gesamten Fahrtkosten ansetzen, zur Not werden sie nicht voll anerkannt.

Vielen Dank schonmal im Voraus für Ihre Antwort.

VG

Antwort: Berufsbegleitendes Studium- Fahrtkosten

Guten Tag, VG,
die von Ihnen angesprochene nachteilige Fahrtkosten-Änderung trifft nur Absolventen von Vollzeit-Bildungsmaßnahmen. Wenn Sie ein berufsbegleitendes Studium absolvieren, gilt der Betrieb als "erste Tätigkeitsstätte". Die Fahrtkostkosten zur Fortbildungsstätte können Sie weiterhin in voller Höhe ansetzen.

Bitte beachten Sie aber, dass das nur meine völlig unmaßgebliche persönliche Meinung ist.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

ALG I Umschulung Werbungskosten

Guten Abend Herr Chromow,

mein Mann bezieht ALG I und macht eine Umschulung zum Elektriker. Die Fahrtkosten (abzgl. erstattet Kosten von der Agentur f. Arbeit) und die Verpflegungsmehraufwendung werden vom Finanzamt von den Lohnersatzleistungen abgezogen und nicht als Werbungskosten anerkannt. Begründung: Die Agentur für Arbeit finanziert die Umschulung.

Hat das Finanzamt Recht?

Antwort: ALG I Umschulung Werbungskosten

Guten Abend,
eine Rechtsberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein: Soweit die Fahrtkosten und Verpflegungsmehraufwendungen von der Arbeitsagentur _nicht_ ersetzt werden, handelt es sich aus meiner Sicht um vorweggenommene Werbungskosten. Das über die eigentlichen Weiterbildungskosten hinaus gezahlte Arbeitslosengeld dient ja nicht der Qualifizierung, sondern ist für den Lebensunterhalt gedacht. Ein Widerspruch kann insofern nicht schaden. Soweit meine - leider unmaßgebliche - persönliche Meinung.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Fortbildung in 2014 gestartet, Rechnung dazu in 2013 bezahlt

Hallo, ich habe im Nov. 2013 die Rechnung für meine im Januar 2014 gestartete Fortbildung bezahlt. Ich muss diese ja in der Einkommensteuererklärung 2013 mit angeben, jedoch muss ich in meinem Programm den Zeitraum über die Dauer der Fortbildung eingeben was nicht über einstimmt wenn ich den 01.01.2014 - angebe. Wie kann ich die Rechnung in 2013 ansetzen und dann in 2014 die übrigen angefallenen Kosten (Fahrtkosten ect.) ohne das es nicht plausibel für das Finanzamt klingt.

Danke für Information und Grüße,

D. Kretschmer

Antwort: Fortbildung in 2014 gestartet, Rechnung dazu in 2013 be

Hallo Herr/Frau Kretschmer,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

Bei Differenzen zwischen Zahlungs- und Leistungszeitpunkt ist es aus meiner Sicht am besten, den Sachverhalt genau so einzutragen, wie er sich zugetragen hat (in Ihrem Fall: Zahlung in 2013, Beginn der Fortbildung in 2014). Im Anschreiben ans Finanzamt würde ich den scheinbaren Widerspruch anschließend kurz erläutern.

Sollte die Plausibilitätsprüfung Ihrer Steuer-Software einen Fortbildungs-Starttermin in 2014 unterbinden, würde ich hilfsweise den 31.12.2013 als Fortbildungsbeginn eintragen (und im Anschreiben auch darauf hinweisen).

Wie gesagt: Das ist nur meine unmaßgebliche persönliche Meinung. Wenn sie auf Nummer Sicher gehen wollen, sprechen Sie mit einem Steuerberater oder fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Flugbegleiter - Weiterbildung als Yogalehrer

Guten Tag,

ich bin seit mehr als 10 Jahren als Kabinenchef bei einer Fluggesellschaft beschäftigt. Ich habe 2012 ein 2-jähriges Fernstudium als Personalcoach abgeschlossen, dessen Kosten ich in meiner Steuererklärung als Fortbildungskosten problemlos geltend machen konnte (als Fortbildung mit inhaltlichem Bezug zum bestehenden Arbeitsverhältnis - Führungskraft).

Letztes Jahr habe ich eine Ausbilung als Yogalehrer gemacht.In unserem Beruf kann man manchmal aus verschiedenen Gründenfluguntauglich werden, deshalb wollte ich zur Zukunftsicherung eine zusätzliche Ausbildung haben. Das sollte eine Weiterbildung in einem nicht ausgeübten Beruf mit dem Ziel von einer Berufs- oder Erwerbsart zu einer anderen überzuwechseln (Umschulung). Können die Kosten steuerlich als Werbungskosten behandelt werden?

BFH-Urteil: vom 4. Dezember 2002; BStBl 2003 II, S. 403 - Aufwendungen für eine Umschulungsmaßnahme, die die Grundlage dafür bildet, von einer Berufs- oder Erwerbsart zu einer anderen überzuwechseln, können vorab entstandene Werbungskosten sein.

BFH-Urteil: vom 13. Februar 2003; BStBl 2003 II, S. 698
Aufwendungen eines Steuerpflichtigen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung für den Erwerb eines neuen Berufes sind vorweggenommene Betriebsausgaben oder Werbungskosten

Vielen herzlichen Dank!

Antwort: Flugbegleiter - Weiterbildung als Yogalehrer

Guten Tag,
Ihren Einzelfall kann ich nicht beurteilen - aber grundsätzlich können Aufwendungen für Umschulungsmaßnahme als vorab entstandene Werbungskosten anerkannt werden. Das steht ja bereits ausdrücklich im Text weiter oben - dort wird sogar eines der von Ihnen erwähnten BFH-Urteile erwähnt.

Abgesehen davon spricht nichts dagegen, die Aufwendungen einfach in der Steuererklärung anzusetzen. Falls das Finanzamt die Ausgaben nicht anerkennt, können Sie immer noch einen Steuerberater hinzuziehen und / oder eigenhändig mit Verweis auf die erwähnten Urteile Einspruch einlegen. Nachteile brauchen Sie nicht befürchten.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow
PS: Vielleicht lassen Sie uns hinterher ja wissen, was daraus geworden ist!? Vielen Dank.

Hallo, vielen dank für Ihre

Hallo,

vielen dank für Ihre Antwort. Ich werde diese Kosten eingeben, so lange ich keine Nachteile befürchten muss (Danke für den Hinweis-ich möchte nur sehr vorsichtig sein und keine Angaben machen, die als falsch oder irreführend betrachtet werden können).

Sobald ich die Antwort vom FA bekomme, melde ich mich wieder!

Beste Grüße!

berufsbegleitendes Studium

Hallo,

ich mache seit letztem Jahr ein berufsbegleitendes Studium (2-3 mal wöchentlich abends als Präsenzstudium).
Mein Arbeitsgeber bezahlt mir dieses Studium als GWV. Dieser GWV wird mir auf mein Gehalt aufgeschlagen und ergibt dann zusammen das Gesamtbrutto. Es wird also voll versteuert. Von meinem gesetzlichen Netto wird dann wieder der Gesamtbetrag des GWV abgezogen. Somit verliere ich natürlich eine Menge Geld und habe nur den Vorteil, das Geld nicht selbst aufbringen zu müssen jeden Monat.
Kann ich diesen GWV irgendwie steuerlich absetzen? Wie muss ich dies in meine Steuererklärung einfügen? Immerhin handelt es sich doch um eine Weiterbildung, die ich für mich mache.

Vielen Dank und Mfg

Antwort: berufsbegleitendes Studium

Hallo,
wenn ich Sie richtig verstanden habe, ...

* trägt Ihr Arbeitgeber die Kosten des berufsbegleitenden Studiums,
* schlägt den Gesamtbetrag auf Ihr Gehaltsbrutto auf und
* zieht ihn anschließend in voller Höhe wieder vom Nettogehalt ab?

Dann sollten Sie sich eine Bescheinigung von Ihrem Arbeitgeber ausstellen lassen, damit Sie die Weiterbildungskosten bei der Steuererklärung 2013ff als Werbungskosten geltend machen können.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Antwort: Antwort: berufsbegleitendes Studium

Hallo Herr Chromow,

ja, genau. Alles korrekt :-)

Vielen Dank für Ihre Antwort.
D.h. ich bitte meinen Arbeitgeber einfach mir zu bestätigen, dass er meine Studiengebühren übernimmt, ich allerdings diese zu versteuern habe.
Wie genau muss ich diese Werbungskosten dann eintragen? Normalerweise kann ich in der Steuererklärung ja nur einen Betrag eintragen. Dies erweist sich hier als schwierig, da ich ja nur durch die Steuern belastet bin, die ich allerdings nicht auf den Betrag genau ausrechnen kann.

Mit freundlichen Grüßen,

K. Barthel

Antwort: Antwort: berufsbegleitendes Studium

Hallo K. Barthel,
aus meiner Sicht handelt es sich beim Gesamtbetrag der Weiterbildungsausgaben um Werbungskosten: Sie verwenden dafür schließlich versteuertes Nettoeinkommen.

Bevor Sie sich aber zu früh freuen: Das ist nur meine ganz unmaßgebliche Meinung. :-) Wenn Sie es genau wissen wollen, sprechen Sie mit Ihrer Personalbteilung, einem Steuerberater oder fragen direkt beim Finanzamt nach. Oder Sie tragen einfach den Gesamtbetrag als Werbungskosten an: Mehr als gekürzt oder gestrichen werden können die Aufwendungen ja nicht. Nachteile entstehen Ihnen dadurch auch nicht.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Antwort: Antwort: berufsbegleitendes Studium

Hallo Herr Chromow,

vielen Dank für Ihre Hilfe. Ich werde mein Glück versuchen und auch noch einmal mit unserer Personalabteilung sprechen.

Ihnen ein schönes Wochenende!

Viele Grüße,

K. Barthel

Fortbildung

Hallo,
ich ab 03.01.2013 eine Fortbildung zum Technischen Fachwirt begonnen.
Diese endete am 31.07.2013 und danach war ich arbeitslos.
Also habe ich nur Arbeitslosengeld im letzten Jahr bezogen.
Was mache ich mit den gesamten Fortbildungskosten?
Da ich keine Steuern gezahlt habe, kann ich ja nichts absetzen...

Kann mir hier jemand weiterhelfen ?

Ella

Antwort: Fortbildung

Hallo Ella,
trotz geringer Einkünfte kann es sinnvoll sein, trotzdem eine Steuererklärung einzureichen: Wenn sich durch die hoehen Fortbildungskosten und sonstigen Steuerabzüge unter dem Strich ein Gesamtverlust ergibt, können Sie den mit Steuern verrechnen, die Sie in 2012 bezahlt haben. Falls Sie auch in 2012 keine Steuern gezahlt haben, können Sie den Verlust mit steuerpflichtigen Einkünften der Zukunft verrechnen. Weiter Informationen zu diesem Thema finden Sie im Beitrag "Verlustabzug: Beteiligen Sie das Finanzamt am Verlust"
http://www.akademie.de/wissen/steueroptimierung-verlustabzug

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Fortbildung

Sehr geehrter Herr Chromow,
vielen Dank für die Erklärung.
Aber wie mache ich das nun, Verlustrücktrag ?
Ich könnte es ja dann auf 2012 angeben.
Hier habe ich 7 Monate gearbeitet und den Rest war ich arbeitslos.
Aber wie man das macht, da habe ich keine Ahnung.

Gruss
Ella

Antwort: Fortbildung

Hallo Ella,
wie das geht, geht aus dem gestern erwähnten Beitrag
http://www.akademie.de/wissen/steueroptimierung-verlustabzug
hervor: Sie machen Ihre Einkommensteuererklärung für 2013. Wenn sich dort unterm Strich ein Verlust ergibt, verrechnet das Finanzamt diesen Verlust automatisch mit Ihren "positiven Einkünften" des Jahres 2012 und den darauf gezahlten Steuern.

Weitere Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater, einem Lohnsteuerhilfeverein
http://www.vlh.de/
oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Verdienstausfall bei berufsbegleitendem Studium

Hallo,
Ich habe meine Arbeitszeit von 100 auf 90 Prozent reduziert um die Präsenzveranstaltungen meiner Hochschule besuchen zu können! Ich hin als Bankkaufmann tätig! Kann ich den 10 prozentigen Verdienstausfall als Werbungskosten bei Fortbildungskosten ansetzen?
Vielen dank!

Antwort: Verdienstausfall bei berufsbegleitendem Studium

Hallo,
steuerliche Einzelfallberatungen sind an dieser Stelle nicht möglich - daher nur ganz allgemein: Dass ein Verdienstausfall als Werbungskosten anerkannt wird, halte ich für ausgesprochen unwahrscheinlich. Die Idee ist aber nicht schlecht. :-)

Vielmehr ist es genau umgekehrt: Zusätzlich zum Verdienstausfall mindern die Fortbildungskosten (wenn alles gut geht) als Werbungskosten das zu versteuernde Einkommen.

Aber wie gesagt: Informationen zu Ihrem Einzelfall bekommen Sie beim Steuerberater oder bei einem Lohnsteuerhilfeverein.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Ausbildung meines Sohnes durch Homestudium

Hallo, eine Frage mein Sohn (19) hat einen Teilzeitjob und möchte über ein Homestudium seine Ausbildung absolvieren, er lebt bei mir im Haushalt, kann ich diese Kosten bei mir absetzen?

Mfg

Antwort: Ausbildung meines Sohnes durch Homestudium

Guten Tag,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Die Kosten für die erstmalige Berufsausbildung oder das Erststudium gehören nach dem Willen des Gesetzgebers zu den "Kosten der Lebensführung". Sie dürfen vom Auszubildenden / Studierenden grundsätzlich nur als Sonderausgaben von bis 4.000 Euro pro Jahr geltend gemacht werden.

Eltern können die eigentlichen Ausbildungskosten normalerweise nicht "von der Steuer absetzen". Da Ihr Sohn noch zuhause wohnt, können Sie m.W. aber zumindest die Krankenkassen-Beiträge als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater, einem Lohnsteuerhilfeverein oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Erststudium Nicht EU -Land

Hallo Herr Chromow,

mein Erststudium habe ich in der Ukraine absolviert. In Deutschland habe ich einen deutsch Sprachkurs gemacht und anschließend studiuert (Bachelor und Masterabschlüsse). Wird das Studium in Deutschland als Zweitstudium angesehen und kann ich die Kosten für die Sprachkurse und das Studium als Werbungskosten absetzen?

Danke für Ihre Hilfe

mfg

Olga

Antwort: Erststudium Nicht EU -Land

Hallo Olga,
vielen Dank für die vertrauensvolle Anfrage, die ich aber leider nicht beantworten kann: Mit der Anerkennung ukrainischer Studienabschlüsse kenne ich mich nicht aus.

Wenn Sie keinen Steuerberater haben, fragen Sie am besten direkt beim Finanzamt nach. Sie können sich aber auch an einen der rund 3.000 Lohnsteuerhilfevereine wenden. Die nächstgelegene Beratungsstelle finden Sie über die Website der "Vereinigten Lohnsteuerhilfe"
http://www.vlh.de/

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Weiterbildung industriefachwirt

Hallo,
Ich mache seit Oktober 2013 eine Weiterbildung (abends) zur industriefachwirtin. Ich bin an 2 Tagen die Woche abends erst um 22 Uhr zu Hause und verlasse morgens um 7 Uhr das Haus und mache mich auf den Weg zur Arbeit. Kann ich hier die verpflegungspauschalen von 6€ geltend machen? Die Arbeitszeit beträgt bei mir 8 Stunden. Fähre von der Arbeit gleich weiter zum Kurs. Entfernung Arbeitsstätte und Lehrgang - 30 km. Ich bekomme meisterbafög von 924€ der Kurs kostet um die 3000€ ohne prufungsgebühren. Sorry für Fehler habe schnell getippelt :)

Wie reiche ich das am besten beim Finanzamt ein? Excel ist ja nicht erlaubt habe ich gelesen,

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