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Fortbildungs- und Weiterbildungskosten von der Steuer absetzen

Der Finanzamt finanziert viele Fortbildungen mit, wenn Sie die Kosten steuerlich geltend machen.

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Stand: 26. August 2014 (aktualisiert)

Berufsausbildung, Studium sowie Fort- und Weiterbildungen kosten nicht nur Zeit - sie gehen auch ins Geld. Weil die berufliche Qualifizierung die wichtigste Voraussetzung für zukünftige steuerpflichtige Einkünfte darstellt, ist es nur recht und billig, den Fiskus an den Aus- und Fortbildungskosten zu beteiligen. Wir zeigen, worauf dabei zu achten ist.

Stillstand ist Rückschritt: Angesichts der kurzen Halbwertszeit des Wissens sind berufliche Fort- und Weiterbildungen ein Muss. Wer in der Vergangenheit jedoch versuchte, die damit verbundenen finanziellen Aufwendungen als Werbungskosten von der Steuer abzusetzen, stieß bei den Finanzämtern oft auf taube Ohren: Was nicht im engsten Sinn der fachlichen Fortbildung im ausgeübten Beruf zwecks Sicherung der Einnahmen diente, durfte nicht in vollem Umfang steuermindernd geltend gemacht werden. Aus- und Weiterbildungskosten konnten - bis zu der geringen Obergrenze - allenfalls unter Sonderausgaben aufgeführt werden.

Fortbildungen von Selbstständigen

Wenn im Folgenden von den "Werbungskosten" die Rede ist, so entspricht das bei Selbstständigen den "Betriebsausgaben". Betrieblich notwendige Fortbildungen von Selbstständigen (wie zum Beispiel die Mitgliedschaft bei akademie.de oder die Teilnahme an Online-Workshops) dürfen im Rahmen der Einnahme-Überschussrechung bzw. Gewinn- und Verlustrechnung ohne Weiteres als betrieblicher Aufwand geltend gemacht werden. Das Ergebnis ist das Gleiche: Unter dem Strich sinkt das zu versteuernde Einkommen.

Fortbildung oder Weiterbildung?

Die gute Nachricht vorweg: Die anachronistische Unterscheidung zwischen fachlichen Fortbildungen auf der einen und allgemeinen beruflichen Weiterbildungen auf der anderen Seite hat in den letzten Jahren an Bedeutung verloren: Weiterbildungen, die der "Erhaltung beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten" sowie der "Anpassung an die Entwicklung der beruflichen Verhältnisse" dienen, müssen in der Regel von den Finanzämtern anerkannt werden, auch wenn sie nicht in direktem fachlichen Zusammenhang mit einem ausgeübten Beruf stehen.

Voraussetzung ist aber nach wie vor der berufliche Bezug. Bei privaten Koch- und Handarbeitskursen an der Volkshochschule dürfte der Nachweis der beruflichen Verwendbarkeit weiterhin schwerfallen. Bei Computer- und Internet-Weiterbildungen, aber auch beim Erwerb von Sprach- und anderen Kommunikations-Qualifikationen lässt sich dagegen der Nutzen für die Sicherung der eigenen Erwerbsfähigkeit jedoch mühelos herstellen.

So stimmten die Richter des Bundesfinanzhofs der Feststellung einer Vorinstanz zu, dass die Computertechnik in alle Bereiche des täglichen Berufslebens Eingang gefunden habe. Nur ständige Fortbildungen stellten vertieftes und erweitertes Wissen der Arbeitnehmer für ihre ausgeübten Tätigkeiten sicher.

akademie.de-Teilnehmergebühren absetzen

Auch akademie.de-Workshops können als Fortbildungen von der Steuer abgesetzt werden.Die Anerkennung beruflicher Weiterbildungen als Werbungskosten gilt selbstverständlich auch für die Mitglieder und Workshop-Teilnehmer von akademie.de: Sofern Sie Ihre Gebühren bislang noch nicht als Werbungskosten geltend gemacht haben, sollten Sie das bereits bei der Einkommensteuererklärung für 2013 unbedingt tun: Online-Fortbildungen werden steuerlich nicht mehr anders behandelt als Präsenzveranstaltungen!

Berufsausbildung oder Fortbildung?

Als Werbungskosten generell voll abzugsfähig sind Ausgaben für die folgenden Qualifizierungsart:

  • Fortbildungen in einem bereits erlernten Beruf,

  • Umschulungen, die einen Berufswechsel vorbereiten sowie

  • Zweit- und Folgestudien, sofern sie "in einem hinreichend konkreten, objektiv feststellbaren Zusammenhang mit der [...] angestrebten beruflichen Tätigkeit" stehen.

Letzteres könnte zum Beispiel dann der Fall sein, wenn ein Chemiker in Vorbereitung auf eine in Aussicht gestellte Geschäftsführungsfunktion ein berufsbegleitendes Wirtschafts- oder Jurastudium absolviert.

Lange Zeit umstritten war die steuerliche Behandlung der Ausbildungskosten im ersten Beruf: Nur wenn die Erstausbildung oder das Erststudium im Rahmen eines bezahlten Dienstverhältnisses erfolgt ("Ausbildungsdienstverhältnis") ist der Werbungskosten-Abzug ohne Weiteres möglich. Ansonsten gehören die Kosten für die erstmalige Berufsausbildung oder das Erststudium nach dem Willen des Gesetzgebers zu den "Kosten der Lebensführung". Sie dürfen grundsätzlich nur als Sonderausgaben von bis 6.000 Euro pro Jahr geltend gemacht werden.

Großzügiger Bundesfinanzhof

Die gute Nachricht: Durch mehrere erfreulich lebensnahe Urteile hat der Bundesfinanzhofs (BFH) verhindert, dass erstmalige Berufsausbildungen und Erststudien in jedem Fall Privatvergnügen sind und allenfalls als Sonderausgaben Berücksichtigung finden können. Mit ihren Entscheidungen tragen die Richter der grundsätzlich veränderten Wissenslandschaft zumindest ansatzweise Rechnung:

  • Im ersten Fall (Az.: VI R 137/01) ging es um das berufsbegleitende Betriebswirtschafts-Studium einer Rechtsanwalts- und Notargehilfin: Um ihre Position als Personalreferentin einer Bank sichern zu können, hatte sie ihr (Erst-)Studium aufgenommen. Die entstandenen Kosten machte sie als Werbungskosten geltend. Zu Recht, wie der BFH entschied: "Aufwendungen für ein berufsbegleitendes erstmaliges Hochschulstudium seien als Werbungskosten zu berücksichtigen, sofern sie beruflich veranlasst sind."

  • Die zweite Entscheidung (Az.: VI R 120/01) betraf eine arbeitslose Industriekauffrau, die sich auf eigene Kosten zur Fahrlehrerin umschulen ließ. Weil das Arbeitsamt die Lehrgangskosten nicht übernehmen wollte, zog die frischgebackene Fahrlehrerin ihre Aufwendungen als "vorab entstandene Werbungskosten" von ihren Einkünften als Angestellte ab. Auch hier hatten die Richter des BFH ein Einsehen: "Aufwendungen für eine Umschulungsmaßnahme, die die Grundlage dafür bildet, von einer Berufs- oder Erwerbsart zu einer anderen überzuwechseln, können vorab entstandene Werbungskosten sein."

  • Das dritte und wichtigste Urteil (Az.: VI R 14/07) stammt aus dem Jahr 2009: Darin ging es um den Fall einer gelernten Buchhändlerin, die nach Abschluss ihrer Ausbildung und einer folgenden Familienpause ein Lehramtsstudium absolviert hatte. Finanzamt und Finanzgericht lehnten die Anerkennung der Ausbildungskosten als Werbungskosten ab. In seiner Leitentscheidung korrigierte der Bundesfinanzhof die Urteile der Vorinstanzen: Aufwendungen für ein Erststudium nach abgeschlossener Berufsausbildung können seitdem als Werbungskosten abgezogen werden.

Völlig zu Recht stellten die Richter fest, die bisherige Rechtsprechung stamme "aus einer Zeit, in der es zum Regelfall gehörte, den ursprünglich erlernten Beruf das gesamte Berufsleben lang auszuüben." In der heutigen Zeit hingegen könne ein Arbeitnehmer nicht mehr davon ausgehen, nur eine Berufsausbildung absolvieren zu müssen. Die Arbeitsmarktsituation erfordere es immer häufiger, umzulernen und erforderliche Kenntnisse auch für eine völlig andersgeartete Berufstätigkeit zu erwerben.

Zukünftige und rückwirkende Steuerabzüge

Steuerpflichtige, die während einer solchen Ausbildung oder eines solchen Studiums kein (oder nur ein geringes) Einkommen erzielen, dürfen ihre Ausbildungskosten sogar als "vorab entstandene Werbungskosten" geltend machen: Sie geben während ihres Studiums laufend Einkommensteuererklärungen ab, in denen aufgrund der Ausbildungskosten unterm Strich Verluste ausgewiesen sind. In den Jahren nach Beendigung des Studiums darf der aufgelaufene Gesamtverlust dann in Form eines Verlustvortrags nach und nach von den erzielten steuerpflichtigen Einkünften abgezogen werden.

Mehr noch: Wer im Jahr vor Aufnahme des Studiums gut verdient und Steuern bezahlt hat, kann den Verlust des ersten Studienjahres unter Umständen sogar mit bereits gezahlten Steuern verrechnen - und sich über eine Steuerrückzahlung freuen.

Die wichtigsten Informationen zum Thema Verlustvortrag und Verlustrücktrag finden Sie im Beitrag "Steuererminderung durch Verlustabzug".

Und gleich noch ein Tipp hinterher: Klingen Begriffe wie Werbungskosten, Betriebsausgaben oder Sonderausgaben für Sie wie böhmische Dörfer? Dann lohnt sich für Sie ein Blick in unseren Grundlagen-Kurs zu Lohnsteuer, Lohnsteuerjahresausgleich und Einkommensteuer.

Probieren geht über Studieren!

Bei Berufstätigen ist der Werbungskostenabzug in aller Regel günstiger als der beschränkte Sonderausgaben-Abzug. Falls das bei Ihnen zutrifft, Sie jedoch im Zweifel sind, ob die Ausbildungskosten in Ihrem Fall zu den voll abzugsfähigen Werbungskosten oder nur zu den beschränkt absetzbaren Sonderausgaben gehören, entscheiden Sie sich am besten für die Werbungskosten:

Falls das Finanzamt die Werbungskosten streicht, geht Ihnen der Sonderausgabenabzug nicht verloren. Und sofern die Gerichte bei den zurzeit anhängigen Verfahren zugunsten der Steuerzahler entscheiden, kommen Sie auf diese Weise obendrein nachträglich in den Genuss einer Steuererstattung.

Nichts vergessen?

Die wenigsten Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten lassen sich so komfortabel vom Arbeitsplatz oder heimischen Schreitisch aus absolvieren wie die Online-Kurse und -Workshops von akademie.de: Zu den steuerlich absetzbaren Aufwendungen gehören deshalb keineswegs nur Lehrgangskosten und Prüfungsgebühren: Zu den abzugsfähigen Werbungskosten gehören auch ...

  • Fahrtkosten,

  • Übernachtungs- und Verpflegungskosten (zum Beispiel bei Wochenend-Seminaren oder Exkursionen) sowie

  • Fachliteratur und Lernmittel

Bei längeren Ausbildungen (zum Beispiel berufsbegleitenden Studien) können unter Umständen sogar die Aufwendungen für ein heimisches Arbeitszimmer anerkannt werden. Denken Sie künftig also bei Qualifizierungsmaßnahmen aller Art daran, Quittungen zu sammeln!

Fazit

Angesichts der rasanten Veränderungen in der Informationsgesellschaft opfern viele Menschen beträchtliche Teile ihrer Freizeit, um auf dem Laufenden zu bleiben. Da ist es nur recht und billig, wenn sie nicht auch noch die entstandenen Kosten in voller Höhe aus der eigenen Tasche zahlen müssen. Politik und Verwaltung täten gut daran, von der Bevölkerung nicht nur ständig die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen zu fordern. Vielmehr sollten sie den Sonntagsreden Taten folgen lassen und endlich alle beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben anerkennen!

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Mit freundlichen

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Meyer

Fortbildungskosten als Sonderausgaben

Hallo Herr Chromow,

kurz zu meiner Situation: Ich bin gelernter Steuerfachangestellter, momentan arbeite ich als Buchhalter und absolviere nebenzu ein Fernstudium im Fach Wirtschaftswissenschaften.
Bei meiner ESt-erklärung 2012 habe ich die Kosten für das Studium als Sonderausgaben angesetzt weil das für mich günstiger ist. Dasselbe habe ich auchschon 2011 getan, hier wurde es anerkannt. Im Bescheid für 2012 besteht das Finanzamt allerdings darauf, dass es sich um Werbungskosten handelt. Mein Einspruch dagegen wurde abgelehnt. Besteht Aussicht darauf den Rechtsbehelf weiterhin zu verfolgen?

Danke und schönen Gruß,

Daniel Gehringer

Antwort: Fortbildungskosten als Sonderausgaben

Hallo Herr Gehringer,
soweit ich weiß, gibt es kein Wahlrecht: Der Werbungskostenabzug hat grundsätzlich Vorrang vor den Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen etc., da doch zunächst die Höhe der einzelnen Einkunftsarten ermittelt werden. Erst wenn das steuerpflichtige Gesamteinkommen feststeht, kommen Sonderausgaben & Co. ins Spiel, oder ? (Als Steuerfachangestellter wissen Sie das bestimmt besser als ich ... :-))

Wie die Erfolgsaussichten rechtlicher Schritte angesichts des Zickzack-Kurses Ihres Finanzamts sind, kann ich leider nicht beurteilen: Diese Frage besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Umschulung zur Ergotherapeutin

Hallo Robert,

erst einmal vielen Dank für die Informationen und die glasklaren Formulierungen.
Ich bin gelernte Krankenschwester, habe viele Jahre in der häuslichen
Pflege gearbeitet. Aufgrund meiner Rückenbeschwerden absolvíere ich gerade eine (zweite) Ausbildung zur Ergotherapeutin.
Leider muss ich die gesamten Kosten hierfür selbst tragen, die Rentenversicherungsanstalt hat eine Kostenübernahme abgelehnt, obwohl
die Ausbildung zur Ergotherapeutin von Fachärzten im Rahmen einer
4-wöchigen Aufenthaltes in einer Reha-Einrichtung ausdrücklich empfohlen wurde.
Nun meine Frage: Werden die Kosten der Ausbildung als Werbungskosten anerkannt ?
Viele Grüße.
Bianca

Antwort: Umschulung zur Ergotherapeutin

Hallo Bianca,
danke für die nette Rückmeldung. Zu Ihrem Anliegen:

Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, dass Sie als Krankenschwester (noch dazu angesichts der gesundheitlichen Einschränkungen) die Kosten einer Fortbildung zur Ergotherapeutin als Werbungskosten geltend machen. Falls das Finanzamt die Werbungskosten wider Erwarten streicht, geht Ihnen der (meist ungünstigere) Sonderausgabenabzug ja nicht verloren.

Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow

Berufliche Weiterbildubg

Hallo

bin in einem Vollzeitberuf als Einzelhandelskaufmann beschäftigt.
Mache einen Fernlehrgeng zum Geprüften Handelsfachwirt (IHK).
So die Frage ist wird es von der Steuer unter Werbungskosten oder
unter Soderausgaben abgesetzt.

MfG
Michael

Antwort: Berufliche Weiterbildubg

Hallo Michael,
für einen Einzelhandelskaufmann stellen die Kosten der Fortbildung zum Geprüften Handelsfachwirt (IHK) aus meiner Sicht eindeutig Werbungskosten dar. Dazu heißt es weiter oben im Text:

------------ Zitat ----------------
Bei Berufstätigen ist der Werbungskostenabzug in aller Regel günstiger als der beschränkte Sonderausgaben-Abzug. Falls das bei Ihnen zutrifft, Sie jedoch im Zweifel sind, ob die Ausbildungskosten in Ihrem Fall zu den voll abzugsfähigen Werbungskosten oder nur zu den beschränkt absetzbaren Sonderausgaben gehören, entscheiden Sie sich am besten für die Werbungskosten:

Falls das Finanzamt die Werbungskosten streicht, geht Ihnen der Sonderausgabenabzug nicht verloren. Und sofern die Gerichte bei den zurzeit anhängigen Verfahren zugunsten der Steuerzahler entscheiden, kommen Sie auf diese Weise obendrein nachträglich in den Genuss einer Steuererstattung.
----------Zitat-Ende --------------

Viele Erfolg und alles Gute
Robert Chromow

vor oder danach?

Hallo Robert,

vielen Dank für die kompetenten Beiträge bei akademie.de!

Ich hab ein Entscheidungsproblem, wann ich die Steuererklärung am besten machen kann, in Bezug auf den Anfang bevorstehender Zweitausbildung.

Folgende Situation:
Ich bin seit einigen Jahren (ausgebildete) Kosmetikerin (Vollzeit) und werde ab April 2013 eine Ausbildung (16 Wochenenden) zum Make-Up-Artisten machen. Mein Mann ist ebenfalls angestellt, in Vollzeit. Eine Steuererklärung haben wir noch nie gemacht und wirklich neu in diesem Bereich.

Wenn wir die Steuererklärung Anfang 2013 machen und die Anmeldung für Make-Up-Artist-Ausbildung (inkl. Abbezahlung der Ausbildungsgebühr) schon vorliegt, würden die Ausbildungskosten auf die Steuer von 2012 beziehen und von 2012 abgezogen, oder ist das erst 2014 machbar?

Frohe Weihnachten und gutes neues Jahr!

Viele Grüße

Lie

Antwort: vor oder danach?

Hallo Lie,
danke für die nette Rückmeldung.
Zu Ihrer Frage:
Ausschlaggebend für die Einkommensteuererklärung ist grundsätzlich der Zahlungszeitpunkt: Wenn Sie die Ausbildungsgebühr bereits in 2012 bezahlt haben, dann können Sie die Ausgabe bereits in der Steuererklärung für das Jahr 2012 als Werbungskosten geltend machen.
Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow

Ausbildung in Teilzeit

Ich hab auch mal ne Frage. Ich bin gelernte Arzthelferin und habe vor 2 Jahren ein berufsbegleitendes Studium zur Betriebswirtin im Managemaent Gesundheitswesen erfolgreich absolviert. Ich arbeite schon seit 13 Jahren als Pflegehilfskraft in einem Altenheim. Jetzt wollte meine Chefin unbedingt, dass ich noch eine Ausbildung zur Altenpflegerin mache. Diese habe ich im April diesen Jahres angefangen, berufsbegleitend und mein Arbeitgeber bekommt eine Förderung vom Arbeitsamt, dafür muss er mich für Blockunterrichte und externe Praktikas freistellen. Ich habe also meinen alten Arbeitsvertrag behalten mit allen Konditionen nur mit dem entsprechenden Zusatz, ich habe also kein Ausbildungsvertrag. Das nennt man 2-Wege Förderung oder so ähnlich und wird nur in Einzelfällen vom Arbeitsamt bewilligt. Kann ich das jetzt als Fort- bzw. Weiterbildung absetzen, d.h. als Werbungskosten oder sind das Sonderausgaben?

Antwort: Ausbildung in Teilzeit

Guten Tag,
aus meiner Sicht ist das ein klarer Fall von Fortbildung, die dazugehörigen Ausgaben damit Werbungskosten. Ein "Ausbildungsvertrag" ist für den Werbungskostenabzug nicht erforderlich.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Schulische Ausbildung

Hallo,

ich habe auch noch eine Frage:

Ich habe 2011 eine Vollzeitschulausbildung zum staatlich geprüft. Betriebswirt über 2 Jahre angefangen (bin gelernte Einzelhandelskauffrau), für diese Zeit bekomme ich Bafög. Rechnungen über Bücher habe ich nicht, weil privat gekauft. Einen Laptop habe ich gekauft (bin mir nicht sicher, ob die Rechnung noch existiert). Kann ich sowohl Bücher, als auch Laptop absetzen?

LG Doreen

Antwort: Schulische Ausbildung

Hallo Doreen,
ja, die Ausgaben für Bücher und Computer können Sie grundsätzlich steuerlich als Werbungskosten geltend machen.
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Ausbildung in Vollzeit

Hallo, ich habe 2008-2010 eine Vollzeit-Berufsausbildung am BK gemacht und arbeite seit Okt. 2010 in diesem Beruf.
Da ich 2010 unterhalb der Freigrenze blieb, habe ich alles an Steuern vom Fiskus zurück bekommen.

Nun wollte ich in der Erklärung 2011 die Kosten aus 2009 geltend machen. Aber die FA schreibt mir, da ich 2010 die Ausbildung beednet wurde kann ich nichts absetzen. (Ich meinte gelesen zu haben, dass Ausbildungskosten nach 2 Jahren beim FA geltend gemacht werden können.)

Wann hätte ich das machen sollen? 2 Jahre Vollzeit-Schule = Null Verdienst (Habe den KfW-Bildungskredit aufgenommen, damit ich Fahr- und Ausbildungskosten zahlen konnte.)
Im Jahr 2010 unter 8000 EUR Verdient, also konnte ich auch nichts geltend machen.

Danke

Martin G.

Antwort: Ausbildung in Vollzeit

Hallo Martin,
ich bin nicht ganz sicher, ob ich Sie richtig verstanden habe: Haben Sie für das Jahr 2010 eine Einkommensteuererklärung abgegeben, bei der unterm Strich ein Verlust herausgekommen ist? Wenn ja, dann dürfen Sie den Verlust grundsätzlich in den Folgejahren geltend machen - solange bis das Minus "aufgebraucht" ist. Einzelheiten entnehmen Sie dem Beitrag
"Steuerminderung durch Verlustabzug"
http://www.akademie.de/wissen/steueroptimierung-verlustabzug
Falls Sie noch keine Steuererklärung für 2010 abgegeben haben, können Sie das noch nachholen. Am besten sprechen Sie mit einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein über Ihren Einzelfall.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Mehraufwand f. Verpflegung nachträglich absetzen

Sehr geehrter Herr Chromow,

ich habe von 2009 bis 2011 ein Abendstudium (Fortbildung) gemacht und das Finanzamt hat die damit verbundenen Kosten für 2009 und 2010 als Werbungskosten anerkannt. Allerdings wusste ich nicht, dass ich den Mehraufwand für Verpflegung steuerlich absetzen kann. Jetzt bin ich dabei, meine Einkommensteuererklärung für 2011 zu machen. In 2011 hatte ich mein letztes "Anwesenheitssemester" in der Schule (1 mal wöchentlich Schulbesuch für ca. 8 Stunden samstags). Meine Frage ist, ob ich jetzt den Mehraufwand für Verpflegung auch für die vergangenen Jahre steuerlich absetzen kann oder darf ich jetzt nur die in 2011 entstandenen Kosten absetzen? Vielen DANK vorab für Ihre Antwort!! Viele Grüsse, Alex

Antwort: Mehraufwand f. Verpflegung nachträglich absetzen

Hallo Alex,
sofern die Einspruchsfristen der Steuerbescheide für 2009 und 2010 abgelaufen ist, können Sie vergessene Werbungskosten für diese Jahre m. W. normalerweise nicht mehr einfach nachreichen. Ob das in Ihrem Fall eventuell doch möglich ist, erfahren Sie im Gespräch mit einem Steuerberater. Oder Sie versuchen einfach, den Verpflegungsmehraufwand doch noch geltend zu machen.
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Herr Chromow, vielen

Hallo Herr Chromow,
vielen DANK! Ich versuche, den Verpflegungsmehraufwand noch geltend zu machen. Schauen wir mal, was daraus wird. DANKE Ihnen vielmals!! Viele Grüsse, Alex

Meister Bafög auch absetzbar?

Guten Tag,
ich bin gelernte Hotelfachfrau und befinde mich für knapp 9 Monate in einer Vollzeit Aufstiegsweiterbildung zur Tourismusfachwirtin (IHK). Aus zeitlichen Gründen gehe ich auch nicht arbeiten.
Daher finanziere ich die Schule sowie meinen kompletten Lebensunterhalt über das Meister Bafög. Dieses zahle ich wie gesetzlich geregelt zurück. Bei bestandener IHK Prüfung bekomme ich ca 25 Prozent erlassen. Meine Frage ist, ob ich die Aufstiegsweiterbildungskosten bzw. das Meister Bafög auch steuerlich geltend machen kann? Ich werde mich allerdings nicht selbstständig machen.
Vielen Dank im voraus für ihre Antwort

Mit freundlichen Grüßen

A Schidlowski

Antwort

Hallo Frau Schidlowski,
Ihr Meister-Bafög (Sie meinen vermutlich die spätere Rückzahlung des Darlehensanteils, richtig?) können Sie nicht von der Steuer absetzen: Schließlich erstatten Sie ja nur Geld zurück, das Sie zuvor vom Staat bekommen haben. Oder habe ich Ihre Frage falsch verstanden?
Ihre Weiterbildungskosten dagegen dürfen Sie sehr wohl als Werbungskosten geltend machen. Sofern Sie mangels Einkünften in diesem Jahr nur wenig oder gar keine Steuern bezahlen, geben Sie Ihre Ausgaben im Rahmen Ihrer Steuererklärung trotzdem an: Falls dadurch unterm Strich ein Verlust entsteht, können Sie den in den nächsten Jahren von Ihrem zu versteuernden Einkommen abziehen. Einzelheiten entnehmen Sie dem Beitrag
"Steuerminderung durch Verlustabzug"
http://www.akademie.de/wissen/steueroptimierung-verlustabzug
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

kosten absetzbar?

Hallo Herr Chromow,

ich hoffe sie werden das hier noch lesen.
Und zwar habe ich den Fall das ich betriebsbedingt, berufsbegleitend studieren werde. Ich werde die monatlichen kosten(priavte schule Fraknkfurt) aus eigener Tasche bezahlen kann dann mit der Rechnung aber zu meinem Arbeitgeber und kriege das Geld überwiesen, ohne dass es auf den Gehaltsabrechnungen ausgewiesen wird.
Kann ich mir die Kosten dann trotzdem als Werbungskosten eintragen oder ist das schon Betrug dem Finanzamt gegenüber?

Vielen dank für ihre Mühe

Gruß
Andi

Antwort

Hallo Andi,
"Betrug" ist das m. W. nicht - der Tatbestand der Steuerverkürzung dürfte aber erfüllt sein. Der dazugehörige Delikt lautet "Steuerhinterziehung":
http://de.wikipedia.org/wiki/Steuerverk%C3%BCrzung
Bei Abgabe Ihrer Einkommensteuererklärung sind Sie verpflichtet, sämtliche Vergünstigungen Ihres Arbeitgebers anzugeben.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Hallo,
Betriebsausgaben müssen grundsätzlich in dem Jahr bei der Gewinnermittlung berücksichtigt werden, in dem sie tatsächlich angefallen sind (Grundsatz der periodengerechten Zuordnung). Bei der EÜR ist dabei aus Vereinfachungsgründen der Zeitpunkt der Bezahlung entscheidend. Die Möglichkeit, den Gewinn durch "freiwillige Abschreibungen" zu beeinflussen, sieht das deutsche Steuerrecht m. W. nicht vor. Die Zusammenfassung einzelner geringfügiger Posten zu Sammelpositionen mit anschließender Sammelabschreibung ist grundsätzlich ebenfalls nicht zulässig - mit einer Ausnahme: Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungspreis zwischen 150 Euro und 1.000 Euro dürfen jahresweise zu sogenannten GWG-Sammelposten zusammengefasst werden.
Alles Gute und viel Erfolg
Robert Chromow

Hallo Herr Chromow,

ich habe einen besonderen Fall. Durch Abschreibungen aus den Vorjahren fällt mein Einkommen dieses Jahr in den steuerfreien Bereich.

Gleichzeitig habe ich in diesem Jahr sehr viel Fachliteratur angeschafft.

Kann ich die nun als "Arbeitsmittel" deklarieren und über z.B. 3 Jahre abschreiben. Dann hätte ich wenigstens einen Teil in späteren Jahren. Oder muss ich Fachliteratur, z.B. ein Fachbuch für 50 Euro, immer sofort abschreiben? So ist das nämlich in meinem Steuerprogramm (WISO) vorgesehen.

Das gleiche würde mich auch bei Büro- und Arbeitsmaterialien interessieren. Darf ich so z.B. 100 kleine Posten im Wert von 500 Euro zusammenfassen und dann freiwillig über mehrere Jahre abschreiben.

Hallo,
wie Sie im Beitrag weiter oben im Einzelnen nachlesen können, dürfen Sie Aufwendungen für berufliche Fortbildungen grundsätzlich steuerlich geltend machen. Das gilt auch für Fahrt- und Übernachtungskosten. Ob Ihre Ausgaben dabei in voller Höhe als "Werbungskosten" anerkannt werden oder nur als "Sonderausgaben" (max. 4.000 Euro pro Jahr) hängt davon ab, ob es sich bei der Qualifizierungsmaßnahme um eine Fortbildung in Ihrem ausgeübten Beruf handelt. Plausibel wäre das in Ihrem Fall zum Beispiel, wenn Sie in einem Reisebüro arbeiten und durch die Weiterbildung zum Tourismusfachwirt Ihren Arbeitsplatz sichern oder Aufstiegschancen nutzen wollen.
Im Zweifel tragen Sie Ihre Ausgaben am besten als Werbungskosten ein. Preiswerte Einzelfallberatungen bieten Lohnsteuerhilfevereine. Sie können aber auch einen Steuerberater hinzuziehen oder direkt beim Finanzamt nachfragen.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hall! Ich habe eine Frage was ich nun bei meiner Steuererklärung für 2011 abstezten kann?!?!

Ich habe im Oktober ein Fernstudium an einer Privatshcule begonnen. Hiebei handelt es sich um eine Weiterbildung zum Tourismusbetriebswirt. Doe KOsten belaufen sich pro Semester auf 1900 EUR. Des Weiterne muss ich im JAnauer eine WOche nach Thhüringen für eine Woche Zwecks Vorlesungen und Prüfungen fahrne. Kann ich auch die Unterkunft und Fahrtkosten absetzte sowie die Bücher zum lernen.

Sowie kann ich die Semestergebührne von 1900 komplett absetzten?

Übe rHilfe hiebrie würde ich mich sehr freuen !!

Hallo Maria,
ohne Ihren Einzelfall abschließend beurteilen zu können, sollten Sie die Aufwendungen m. E. in voller Höhe als Werbungskosten absetzen können. Das von Ihnen skizzierte Szenario ähnelt doch sehr dem im Beitrag erwähnten BFH-Urteil Az.: VI R 137/01
http://www.bfh.simons-moll.de/bfh_2003/xx030407.htm
Angesichts des beträchtlichen Umfangs der anstehenden Aufwendungen lohnt es sich bestimmt, einen Steuerberater hinzuzuziehen: Dann sind Sie auf der sicheren Seite.
Viel Erfolg und alles Gute
Robert Chromow

Hallo Herr Chromow,
ich bin ganz verzweifelt, ich arbeite bereits in einer Führungsposition, welche ich mir durch viel Fleiss erarbeitet habe ( Klinische Forschung / Studienmanagerin). ich habe eine Ausbildung zur med.techn. Radiologieassistentin und ein leider abgebrochenes BWL-Studium.

Um mir zu meinem jetzigen Beruf auch das wissenschaftliche Arbeiten und einen Titel anzueignen, möchte ich gerne den Master erweben. Dieser würde allerdings ohne Verpflegung und Anreise berufsbegleitend 17.400 € für 5 Semester kosten. Leider will meine jetzige Firma sich nicht an den Kosten beteiligen.
In welcher Höhe könnte man eine solche Weiterbildungabsetzen?

viele Grüße,
Maria

@anonym vom 24.11.

hallo,

"im Vorfeld" können Sie Ihre Aufwendungen nciht geltend machen, denn dafür gilt das so genannte "Zuflussprinzip" - Sie könnne Werbungskosten immer erst für das Jahr geltend machen, in dem Sie diese Kosten bezahlen.
Aber: Sie können sehr wohl Bücher, Büromaterial, Fahrtkosten (pro km 0,30 Euro) etc. in der Steuererklärung absetzen. Übrigens wäre es vielleicht für Sie auch eine interessante Möglichkeit, Ihre Fortbildung per Prämiengutschein oder über ein anderes Förderprogramm für Weiterbildungen fördern zu lassen. Einen Überblick finden Sie hier: http://www.akademie.de/direkt?pid=58627
Viel Erfolg wünscht
Ihre akademie.de-Redaktion

Hallo,
ich möchte begleitend zu meinem Beruf (Zahnmedizinische Fachangestellte) eine Weiterbildung zur Prophylaxe-Assistentin absolvieren, dazu stellt mich mein Arbeitgeber frei. Aber an den Kosten will er sich nicht beteiligen. Kann ich diese schon im Vorfeld steuerlich geltend machen, da die Aufwände für die Fortbildung meinen finanziellen Rahmen sprengen würden.

Mit freundlichen Grüßen und im Vorfeld schon vielen Dank für die Info.

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