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Fortbildungs- und Weiterbildungskosten von der Steuer absetzen

Der Finanzamt finanziert viele Fortbildungen mit, wenn Sie die Kosten steuerlich geltend machen.

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Stand: 26. August 2014 (aktualisiert)

Berufsausbildung, Studium sowie Fort- und Weiterbildungen kosten nicht nur Zeit - sie gehen auch ins Geld. Weil die berufliche Qualifizierung die wichtigste Voraussetzung für zukünftige steuerpflichtige Einkünfte darstellt, ist es nur recht und billig, den Fiskus an den Aus- und Fortbildungskosten zu beteiligen. Wir zeigen, worauf dabei zu achten ist.

Stillstand ist Rückschritt: Angesichts der kurzen Halbwertszeit des Wissens sind berufliche Fort- und Weiterbildungen ein Muss. Wer in der Vergangenheit jedoch versuchte, die damit verbundenen finanziellen Aufwendungen als Werbungskosten von der Steuer abzusetzen, stieß bei den Finanzämtern oft auf taube Ohren: Was nicht im engsten Sinn der fachlichen Fortbildung im ausgeübten Beruf zwecks Sicherung der Einnahmen diente, durfte nicht in vollem Umfang steuermindernd geltend gemacht werden. Aus- und Weiterbildungskosten konnten - bis zu der geringen Obergrenze - allenfalls unter Sonderausgaben aufgeführt werden.

Fortbildungen von Selbstständigen

Wenn im Folgenden von den "Werbungskosten" die Rede ist, so entspricht das bei Selbstständigen den "Betriebsausgaben". Betrieblich notwendige Fortbildungen von Selbstständigen (wie zum Beispiel die Mitgliedschaft bei akademie.de oder die Teilnahme an Online-Workshops) dürfen im Rahmen der Einnahme-Überschussrechung bzw. Gewinn- und Verlustrechnung ohne Weiteres als betrieblicher Aufwand geltend gemacht werden. Das Ergebnis ist das Gleiche: Unter dem Strich sinkt das zu versteuernde Einkommen.

Fortbildung oder Weiterbildung?

Die gute Nachricht vorweg: Die anachronistische Unterscheidung zwischen fachlichen Fortbildungen auf der einen und allgemeinen beruflichen Weiterbildungen auf der anderen Seite hat in den letzten Jahren an Bedeutung verloren: Weiterbildungen, die der "Erhaltung beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten" sowie der "Anpassung an die Entwicklung der beruflichen Verhältnisse" dienen, müssen in der Regel von den Finanzämtern anerkannt werden, auch wenn sie nicht in direktem fachlichen Zusammenhang mit einem ausgeübten Beruf stehen.

Voraussetzung ist aber nach wie vor der berufliche Bezug. Bei privaten Koch- und Handarbeitskursen an der Volkshochschule dürfte der Nachweis der beruflichen Verwendbarkeit weiterhin schwerfallen. Bei Computer- und Internet-Weiterbildungen, aber auch beim Erwerb von Sprach- und anderen Kommunikations-Qualifikationen lässt sich dagegen der Nutzen für die Sicherung der eigenen Erwerbsfähigkeit jedoch mühelos herstellen.

So stimmten die Richter des Bundesfinanzhofs der Feststellung einer Vorinstanz zu, dass die Computertechnik in alle Bereiche des täglichen Berufslebens Eingang gefunden habe. Nur ständige Fortbildungen stellten vertieftes und erweitertes Wissen der Arbeitnehmer für ihre ausgeübten Tätigkeiten sicher.

akademie.de-Teilnehmergebühren absetzen

Auch akademie.de-Workshops können als Fortbildungen von der Steuer abgesetzt werden.Die Anerkennung beruflicher Weiterbildungen als Werbungskosten gilt selbstverständlich auch für die Mitglieder und Workshop-Teilnehmer von akademie.de: Sofern Sie Ihre Gebühren bislang noch nicht als Werbungskosten geltend gemacht haben, sollten Sie das bereits bei der Einkommensteuererklärung für 2013 unbedingt tun: Online-Fortbildungen werden steuerlich nicht mehr anders behandelt als Präsenzveranstaltungen!

Berufsausbildung oder Fortbildung?

Als Werbungskosten generell voll abzugsfähig sind Ausgaben für die folgenden Qualifizierungsart:

  • Fortbildungen in einem bereits erlernten Beruf,

  • Umschulungen, die einen Berufswechsel vorbereiten sowie

  • Zweit- und Folgestudien, sofern sie "in einem hinreichend konkreten, objektiv feststellbaren Zusammenhang mit der [...] angestrebten beruflichen Tätigkeit" stehen.

Letzteres könnte zum Beispiel dann der Fall sein, wenn ein Chemiker in Vorbereitung auf eine in Aussicht gestellte Geschäftsführungsfunktion ein berufsbegleitendes Wirtschafts- oder Jurastudium absolviert.

Lange Zeit umstritten war die steuerliche Behandlung der Ausbildungskosten im ersten Beruf: Nur wenn die Erstausbildung oder das Erststudium im Rahmen eines bezahlten Dienstverhältnisses erfolgt ("Ausbildungsdienstverhältnis") ist der Werbungskosten-Abzug ohne Weiteres möglich. Ansonsten gehören die Kosten für die erstmalige Berufsausbildung oder das Erststudium nach dem Willen des Gesetzgebers zu den "Kosten der Lebensführung". Sie dürfen grundsätzlich nur als Sonderausgaben von bis 6.000 Euro pro Jahr geltend gemacht werden.

Großzügiger Bundesfinanzhof

Die gute Nachricht: Durch mehrere erfreulich lebensnahe Urteile hat der Bundesfinanzhofs (BFH) verhindert, dass erstmalige Berufsausbildungen und Erststudien in jedem Fall Privatvergnügen sind und allenfalls als Sonderausgaben Berücksichtigung finden können. Mit ihren Entscheidungen tragen die Richter der grundsätzlich veränderten Wissenslandschaft zumindest ansatzweise Rechnung:

  • Im ersten Fall (Az.: VI R 137/01) ging es um das berufsbegleitende Betriebswirtschafts-Studium einer Rechtsanwalts- und Notargehilfin: Um ihre Position als Personalreferentin einer Bank sichern zu können, hatte sie ihr (Erst-)Studium aufgenommen. Die entstandenen Kosten machte sie als Werbungskosten geltend. Zu Recht, wie der BFH entschied: "Aufwendungen für ein berufsbegleitendes erstmaliges Hochschulstudium seien als Werbungskosten zu berücksichtigen, sofern sie beruflich veranlasst sind."

  • Die zweite Entscheidung (Az.: VI R 120/01) betraf eine arbeitslose Industriekauffrau, die sich auf eigene Kosten zur Fahrlehrerin umschulen ließ. Weil das Arbeitsamt die Lehrgangskosten nicht übernehmen wollte, zog die frischgebackene Fahrlehrerin ihre Aufwendungen als "vorab entstandene Werbungskosten" von ihren Einkünften als Angestellte ab. Auch hier hatten die Richter des BFH ein Einsehen: "Aufwendungen für eine Umschulungsmaßnahme, die die Grundlage dafür bildet, von einer Berufs- oder Erwerbsart zu einer anderen überzuwechseln, können vorab entstandene Werbungskosten sein."

  • Das dritte und wichtigste Urteil (Az.: VI R 14/07) stammt aus dem Jahr 2009: Darin ging es um den Fall einer gelernten Buchhändlerin, die nach Abschluss ihrer Ausbildung und einer folgenden Familienpause ein Lehramtsstudium absolviert hatte. Finanzamt und Finanzgericht lehnten die Anerkennung der Ausbildungskosten als Werbungskosten ab. In seiner Leitentscheidung korrigierte der Bundesfinanzhof die Urteile der Vorinstanzen: Aufwendungen für ein Erststudium nach abgeschlossener Berufsausbildung können seitdem als Werbungskosten abgezogen werden.

Völlig zu Recht stellten die Richter fest, die bisherige Rechtsprechung stamme "aus einer Zeit, in der es zum Regelfall gehörte, den ursprünglich erlernten Beruf das gesamte Berufsleben lang auszuüben." In der heutigen Zeit hingegen könne ein Arbeitnehmer nicht mehr davon ausgehen, nur eine Berufsausbildung absolvieren zu müssen. Die Arbeitsmarktsituation erfordere es immer häufiger, umzulernen und erforderliche Kenntnisse auch für eine völlig andersgeartete Berufstätigkeit zu erwerben.

Zukünftige und rückwirkende Steuerabzüge

Steuerpflichtige, die während einer solchen Ausbildung oder eines solchen Studiums kein (oder nur ein geringes) Einkommen erzielen, dürfen ihre Ausbildungskosten sogar als "vorab entstandene Werbungskosten" geltend machen: Sie geben während ihres Studiums laufend Einkommensteuererklärungen ab, in denen aufgrund der Ausbildungskosten unterm Strich Verluste ausgewiesen sind. In den Jahren nach Beendigung des Studiums darf der aufgelaufene Gesamtverlust dann in Form eines Verlustvortrags nach und nach von den erzielten steuerpflichtigen Einkünften abgezogen werden.

Mehr noch: Wer im Jahr vor Aufnahme des Studiums gut verdient und Steuern bezahlt hat, kann den Verlust des ersten Studienjahres unter Umständen sogar mit bereits gezahlten Steuern verrechnen - und sich über eine Steuerrückzahlung freuen.

Die wichtigsten Informationen zum Thema Verlustvortrag und Verlustrücktrag finden Sie im Beitrag "Steuererminderung durch Verlustabzug".

Und gleich noch ein Tipp hinterher: Klingen Begriffe wie Werbungskosten, Betriebsausgaben oder Sonderausgaben für Sie wie böhmische Dörfer? Dann lohnt sich für Sie ein Blick in unseren Grundlagen-Kurs zu Lohnsteuer, Lohnsteuerjahresausgleich und Einkommensteuer.

Probieren geht über Studieren!

Bei Berufstätigen ist der Werbungskostenabzug in aller Regel günstiger als der beschränkte Sonderausgaben-Abzug. Falls das bei Ihnen zutrifft, Sie jedoch im Zweifel sind, ob die Ausbildungskosten in Ihrem Fall zu den voll abzugsfähigen Werbungskosten oder nur zu den beschränkt absetzbaren Sonderausgaben gehören, entscheiden Sie sich am besten für die Werbungskosten:

Falls das Finanzamt die Werbungskosten streicht, geht Ihnen der Sonderausgabenabzug nicht verloren. Und sofern die Gerichte bei den zurzeit anhängigen Verfahren zugunsten der Steuerzahler entscheiden, kommen Sie auf diese Weise obendrein nachträglich in den Genuss einer Steuererstattung.

Nichts vergessen?

Die wenigsten Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten lassen sich so komfortabel vom Arbeitsplatz oder heimischen Schreitisch aus absolvieren wie die Online-Kurse und -Workshops von akademie.de: Zu den steuerlich absetzbaren Aufwendungen gehören deshalb keineswegs nur Lehrgangskosten und Prüfungsgebühren: Zu den abzugsfähigen Werbungskosten gehören auch ...

  • Fahrtkosten,

  • Übernachtungs- und Verpflegungskosten (zum Beispiel bei Wochenend-Seminaren oder Exkursionen) sowie

  • Fachliteratur und Lernmittel

Bei längeren Ausbildungen (zum Beispiel berufsbegleitenden Studien) können unter Umständen sogar die Aufwendungen für ein heimisches Arbeitszimmer anerkannt werden. Denken Sie künftig also bei Qualifizierungsmaßnahmen aller Art daran, Quittungen zu sammeln!

Fazit

Angesichts der rasanten Veränderungen in der Informationsgesellschaft opfern viele Menschen beträchtliche Teile ihrer Freizeit, um auf dem Laufenden zu bleiben. Da ist es nur recht und billig, wenn sie nicht auch noch die entstandenen Kosten in voller Höhe aus der eigenen Tasche zahlen müssen. Politik und Verwaltung täten gut daran, von der Bevölkerung nicht nur ständig die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen zu fordern. Vielmehr sollten sie den Sonntagsreden Taten folgen lassen und endlich alle beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben anerkennen!

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Ihre Wertung:

 

Hallo Herr Kilb,
da der Arbeitgeber einen Zuschuss zahlt, spricht der Anschein dafür, dass es sich um eine Weiterbildung im ausgeübten Beruf handelt. Bei den verbliebenen Kosten handelt es sich um Werbungskosten. Wahlfreiheit besteht meines Wissens nicht: Sie und Ihre Frau können die Kosten also nicht einfach als Sonderausgaben geltend machen. Das wäre nur dann möglich, wenn es sich um eine Berufsausbildung oder eine Weiterbildung in einem nicht ausgeübten Beruf handelt. Im Gespräch mit einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein könnten Sie ggf. klären, ob Ihre Ausgaben trotzdem als Sonderausgaben durchgehen und wie Sie das glaubhaft machen können.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Sehr geehrter Herr Chromow,

muss ich eine Fort- oder Weiterbildung (die Abgrenzung ist mir in meinem Fall unklar, meine Gattin bezeichnet dies immer als Weiterbildung) bie welcher der Arbeitgeber meiner Gattin einen kleinen Zuschuss (ca. 10% der Kosten) gezahlt hat als Werbungskosten angeben oder kann ich diese bei den Sonderausgaben ansetzen. Der Höchstbetrag von 4.000 € p.a. wird nicht erreicht. Bzgl. der Werbungskosten wird meine Gattin ansonsten die dortige Pauschale bei Einzelnachweis eher leicht unterschreiten, so dass es eigentlich für uns sinnvoller (u. auch weniger mühevoll) wäre, diese als Sonderausgaben anzusetzen. Für eine kurze Antwort wäre ich dankbar. Mit freundlichen Grüßen Roland Kilb

Hallo,
Einsprüche gegen bereits ergangene Steuerbescheide sind gemäß § 355 Abgabenordnung
http://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__355.html
grundsätzlich nur "...innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Verwaltungsakts ..." möglich. Im Einspruchsverfahren können Sie auch neue Sachverhalte anführen, die in Ihrer Steuererklärung noch nicht auftauchen: Auf diese Weise machen Sie dann vergessene Aufwendungen nachträglich geltend!
Falls die Einspruchsfrist bereits abgelaufen ist, sprechen Sie am besten mit einem Steuerberater: Möglicherweise findet der noch einen anderen Weg, um Ihre Studienkosten steuerlich geltend zu machen.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Leute!

Ich habe gelesen, dass man jetzt auch die Studienkosten des Erststudiums absetzten kann (ohne vorherige Berufsausbildung gemacht zu haben). Nun habe ich das Problem, dass ich für die vergangenen Jahre schon Steuererklärungen geamcht habe?? Kann ich das nochmal machen?

Danke!

Hallo Sandra,
ich fürchte, da haben Sie etwas falsch verstanden: Einkünfte aus nebenberuflichen selbstständigen Tätigkeiten sind grundsätzlich steuerpflichtig. Falls Sie sich auf die Übungsleiterpauschale beziehen: Die beträgt 2.100 Euro pro Jahr, gilt aber nur für Lehr-Tätigkeiten in öffentlichen und anderen nicht-kommerziellen Einrichtungen. Ausführliche Informationen zur steuerfreien Pauschale finden Sie im Beitrag
"Übungsleiterpauschale - der unterschätzte Steuerfreibetrag"
http://www.akademie.de/direkt?pid=31207
Einen ausführlichen Leitfaden zum Thema "Nebenberufliche Selbstständigkeit" bietet der folgende Grundlagenkurs:
http://www.akademie.de/direkt?pid=31348
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Herr Chromow,

ich bin ganz normal berufstätig und mache nebenbei noch einen job in einer kleiner Firma. Hier habe ich einen Beratervertrag und Schule sozusagen die kleine Firma mit meinem Fachwissen. Ich habe gehört, dass man im Jahr bis zu 3000,- e Steuerfrei kriegen kann. Ich bekomme auch nur max. 1.500,- € im Jahr. Ich schreibe an diese Firma eine Rechnung und bekomme mein Geld überwiesen. Stimmt das? Wenn ja, wie muß ich das bei meiner Steuererklärung angeben, das das Geld nicht versteuert werden muß.

Vielen Dank für ihre Hilfe!!!
Sandra

Nein, grundsätzlich reduzieren BAföG-Leistungen die Arbeitnehmer-Werbungskosten nicht.

Reduziert ein Bafög-Zuschuss die steuerlich anzusetzenden Werbungskosten?

Einige der Fragesteller merken ja an, dass die gezahlte
Einkommensteuer unterhalb der Aufwendungen für die Fortbildung gelegen hat. Denken Sie doch auch daran, dass die Fortbildungskosten direkt subventioniert werden:

1) Für jeden Erwerbstätigen (also auch Selbständige) mit einem Einkommen bis zu 25.600 EUR (ledig) mit der Bildungsprämie des
Bundes:

http://www.bildungspraemie.info/

2) Die Bundesländer bieten Programme an, die vordergründig
der Weiterbildung von MITARBEITERN in Unternehmen dienen,
z.B. IWiN in Niedersachsen, oder den Bildungsscheck in NRW.
Auch als Inhaber eines kleinen Unternehmens sind Sie berechtigt,diese Förderung für die EIGENE WEITERBILDUNG in Anspruch zu nehmen.

Freundliche Grüße

Brigitte Wilke
Wilke & Hübscher, Langenhagen

Hallo Kerstin,
Sie _müssen_ die Ausbildungskosten nicht als Betriebsausgaben geltend machen - Sie können es aber versuchen. Die Anerkennung der Kosten für ein Erststudium ohne vorherige Berufsausbildung werden bislang aber normalerweise nicht als Betriebsausgaben (von Selbstständigen) bzw. Werbungskosten (von Arbeitnehmern) anerkannt. Als Sonderausgaben gelten Ausbildungskosten bis zur Obergrenze von 4.000 Euro pro Jahr aber sehr wohl.
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Lieber Herr Robert Chromow,

nach meinem Schulabschluss war ich ohne Berufsausbildung Jahrelang berufstätig. Nach/Während der Erziehungszeit meiner Kinder möchte ich nun ein Fernstudium belegen und mich danach selbständig machen. Eine Selbständigkeit im Anschluss ist jedoch nicht garantiert. Muss ich die Kosten als Sonderausgaben geltend machen? Solange ich die Jahreskostengrenze von 4.000 € nicht übertrete, sind die Kosten voll abzugsfähig? Und wenn ich mehr absetzten will, sind sie dann nur zum Teil absetzbar oder gar nicht?
Schon mal Danke für Ihre Antwort.

Viele Grüße
Kerstin

Danke, Peter,
für die nette Rückmeldung: Ich habe mich sehr darüber gefreut.
Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Robert,

vielen Dank für deine Antwort. Du hast mir sehr geholfen.
Bisher ist die Steuererklärung noch ein dichter Dschungel aus vielen Eventualitäten.

Ich hatte gar nicht daran gedacht, dass mein Arbeitgeber dies auf der Lohnabrechnung anzeigen kann. Ich denke, dies müsste dem Finanzamt reichen.

Ein großes Lob dafür, dass du dir die Zeit nimmst all diese Fragen gewissenhaft und präzise zu beantworten.

LG
Peter

Hallo Peter,
um mit Ihrer letzten Frage zu beginnen: Ein Arbeitgeberzuschuss lohnt sich normalerweise schon: Denn während Sie den in voller Höhe bekommen, mindert ein Werbungskostenabzug bloß Ihr zu versteuerndes Einkommen. Der damit verbundene finanzielle Vorteil hängt von Ihrem persönlichen Steuersatz ab - liegt aber bei höchstens knapp der Hälfte der geltend gemachten Aufwendungen.
Zur konkreten Vereinbarung mit Ihrem Arbeitgeber kann ich wenig sagen, da ich die vertraglichen Details nicht kenne. Der Gehaltsabzug sollte allerdings auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung dokumentiert sein. Bei diesem Teil der Ausbildungskosten handelt es sich m. E. um Werbungskosten. Auf jeden Fall abzugsfähig sind aus meiner Sicht die darüber hinausgehenden Fahrtkosten und Ihre Ausgaben für Fachliteratur. An Ihrer Stelle würde ich die Fortbildungskosten aber auf jeden Fall bei der Steuererklärung ansetzen. Im ungünstigsten Fall werden sie gestrichen - dann können Sie sich immer noch über einen gut begründeten Widerspruch Gedanken machen.
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo,

ich bin gelernter Industriekaufmann und studiere nebenberuflich BWL an einer FH.
Das Studium ist keine Anordnung des Arbeitgebers.

Mit meinen Arbeitgeber habe ich folgende Regelung getroffen: Wir teilen uns die Ausbildungskosten(500€/Monat).
Er zahlt die Kosten des Studiums monatlich an die FH. Die Rechnung ist auf den Arbeitgeber ausgestellt.
Die Hälfte der monatlichen Kosten 250€/Monat werden von meiner Gehaltsabrechnung abgezogen.

Ich erhalte also weniger Gehalt, aber andererseits muss ich somit auch weniger Steuer und Sozialabgaben zahlen.
Wie kann ich dennoch meinen Teil der Kosten (auch Fahrtkosten und Fachliteratur)gegenüber dem Finanzamt geltend machen?

Oder macht es überhaupt Sinn, die Unterstützung des Arbeitgebers anzunehmen, wenn man auch die Kosten gesamt von der Steuer als Werbungskosten absetzen kann?

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antorte(n).

Mit freundlichen Grüßen

Peter

Hallo Michaela,
Fahrten zu Fortbildungen dürfen grundsätzlich in voller Höhe geltend gemacht werden. Bei Fahrten mit dem eigenen Pkw zählen also gefahrene Kilometer und nicht Entfernungskilometer. Falls Ihr Finanzamt Ihnen Schwierigkeiten machten, verweisen Sie am besten auf das BFH-Urteil mit dem Aktenzeichen VI R 66/05
http://lexetius.com/2008,1338
Viel Erfolg und alles Gute
Robert Chromow

Hallo,

ich mache eine Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter. Habe auch alle Kosten geltend gemacht.

Frage: Ist es korrekt, dass für die Fahrten von der Arbeit zur Schule und dann nach Hause nur die hälftigen Fahrtkosten anerkannt werden?

Mfg Michaela N.

Hallo Isabella,
grundsätzlich können Fortbildungskosten als "als vorweggenommene Werbungskosten" (hilfsweise als "Sonderausgaben") geltend gemacht werden. Wie Sie in Ihrem konkreten Einzelfall das Finanzamt davon überzeugen, dass es sich bei den 7.000 Euro um ...
------------ Zitat ----------------
Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen
----------Zitat-Ende --------------
... handelt (so sind Werbungskosten in § 9 EStG
http://bundesrecht.juris.de/estg/__9.html
definiert) und wie Sie die Ausbildung zur systemischen Therapeutin plausibel mit Ihrer Berufstätigkeit als naturwissenschaftliche Fachredakteurin verknüpfen, besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein.
Viel Erfolg und freundlliche Grüße
Robert Chromow
PS: Eine Bitte: Lassen Sie uns wissen, was dabei herausgekommen ist? Danke!

Lieber Robert Chromow,
ich würde mich sehr über eine Antwort zu folgender Frage freuen:

Ich arbeite Teilzeit in meinem Beruf als Redakteurin (Dipl Biologin).

Jetzt möchte ich von 2011-2013 eine 2,5 Jahre dauernde Ausbildung zur systemischen Therapeutin machen, die 5700,- € plus gelegentliches Übernachten + Fahrtkosten auf ca. 7000,- € kommt.

Ziel ist, mir ein 2. berufliches Standbein aufzubauen, bzw. mich abzusichern, auch da ich in der Teilzeitstelle nicht auf Vollzeit gehen kann: Ich möchte als freiberufliche Therapeutin arbeiten, jedoch meine bisherige Stelle (2 Tage/Woche, festangestellt, ca 18 Stunden) nicht aufgeben.
Die Ausbildung passt nicht zwingend zu meinem bisherigen Beruf (es ließe sich jedoch mittelfristig ein Bogen z.b. Richtung Naturpädagogik u.a. schlagen).

Frage. Kann ich die Ausbildungskosten steuerlich absetzen?

Danke für Ihre Antwort
Isabella

Guten Tag,
grundsätzlich können Fortbildungskosten als "als vorweggenommene Werbungskosten" (hilfsweise als "Sonderausgaben") geltend gemacht werden. Wie Sie in Ihrem konkreten Einzelfall das Finanzamt davon überzeugen, dass es sich bei den 4.000 Euro um ...
------------ Zitat ----------------
Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen
----------Zitat-Ende --------------
... handelt (so sind Werbungskosten in § 9 EStG
http://bundesrecht.juris.de/estg/__9.html
definiert) und wie Sie als Sozialwissenschaftler das Thema "Friedensarbeit" plausibel mit Ihrer Berufsperspektive Entwicklungszusammenarbeit verknüpfen, besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein.
Viel Erfolg und freundlliche Grüße
Robert Chromow
PS: Eine bitte: Lassen Sie uns wissen, was dabei herausgekommen ist? Danke!

Hallo, ich bin als Sozialwissenschaftler in einer PR-Agentur tätig und möchte gerne in die Entwicklungszusammenarbiet gehen. Dazu möchte ich eine berufsbegleitendes Seminar in der Friedensarbeit absolvieren. Kosten EUR 3000,- zzgl. ca. EUR 1000,- für Übernachtungen und Reisekosten. Natürlich bezahlt mein Arbeitgeber das nicht, könnte ich es bei der Steuer absetzen?
Vielen Dank und Gruß
Dirk

Hallo Beate,
da es sich offenbar nicht um die Fortbildung im erlernten Beruf handelt, könnten Sie die Kosten der Heilpraktikerinnen-Ausbildung unter Umständen als "Aufwendungen für eine Umschulungsmaßnahme" und damit als "vorweggenommene Werbungskosten" geltend machen - vorausgesetzt natürlich, Sie werden künftig als Heilpraktikerin arbeiten. Das entspräche dem Beispiel der Fahrlehrerin oben im Beitrag: "Aufwendungen für eine Umschulungsmaßnahme, die die Grundlage dafür bildet, von einer Berufs- oder Erwerbsart zu einer anderen überzuwechseln, können vorab entstandene Werbungskosten sein."
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo,

ich bin kaufmännische Angestellte in einer Zahnarztpraxis. Nebenbei mache ich eine Ausbildung zur Heilpraktikerin. Kann ich das auch als Werbungskosten absetzen.

Für Ihre Antwort bedanke ich mich im Voraus.
MFG
Beate

Hallo,
Ich habe vom April bis November 2009 eine Weiterbildung absolviert. Die Rechnung für die Maßnahme aber schon im Voraus Dezember 2008 bezahlt. Das Finanzamt hat die Kosten nicht anerkannt, mit der Begründung, ich hätte die Kosten bei der Erklärung für das Jahr 2008 machen sollen. Können sie es?
Die Weiterbildung hat aber im Jahr 2009 stattgefunden. Was kann ich tun?

Mit freundlichen Grüßen
Adam

Kein Problem, Kerstin,
für Ihren Arbeitgeber stellen Ausgaben für Fortbildungen seiner Mitarbeiter Personalaufwendungen dar. Die kann er als Betriebsausgaben normalerweise in voller Höhe von der Steuer absetzen. Die Details bespricht er im Zweifel am besten mit seinem Steuerberater.
Alles Gute und viel Erfolg
Robert Chromow

Hallo,

ich hoffe sehr, dass Sie mir eine Auskunft geben können, da es für mich sehr wichtig ist. Ich möchte ein berufsbegleitendes Studium anfangen. Bei diesem Studium arbeite ich auch an Projekten zusammen mit meinem Arbeitgeber zusammen. Nun ist es so, dass dieses Studium um die 25000 Euro kostet, dieses würde mein Arbeitgeber übernehmen. Da es in einer anderen Stadt ist (weiter weg), müßte ich jeweils 1x im Monat für eine Woche dort wohnen, ich bräuchte Lernmaterial, Fahrtkosten, Unterbringungskosten usw. Jetzt zu meiner Frage, wieviel könnte mein Arbeitgeber davon absetzen?
Mit freundlichen Grüßen
Kerstin

Hallo Dirk,
sofern das Finanzamt die Aufwendungen für ein berufsbegleitendes Studium grundsätzlich als Werbunskosten anerkennt, sollten Sie auch die Arbeitszimmerkosten geltend machen. Einen Höchstsatz gibt es zurzeit noch nicht: Nachdem das Bundesverfassungsgericht die restriktive Arbeitszimmerregelung gekippt hat, müssen die rückwirkend ab 1.1.2007 geltenden Details vom Gesetzgeber erst wieder neu festgelegt werden. Einzelheiten können Sie hier nachlesen:
http://www.akademie.de/direkt?pid=56890
Alles gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo,

kann ich mein Arbeitszimmer, welches ich für mein Berufsbegleitendes Studium nutze wieder von der Steuer absetzen ? Gibt es dafür einen Höchssatz ? Wer hat dazu schon Erfahrungen ?

MFG
Dirk

Hallo Kathrin,
vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage: Einzelfallberatungen sind an dieser Stelle leider nicht möglich und zulässig. Das gilt erst Recht bei solch filigranen Fiskalfeinheiten :-) wie den von Ihnen beschriebenen Folgefortbildungen. Am besten wenden Sie sich an einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein in Ihrer Nähe. Weitere Anlaufstellen bei der "Hilfe zur Selbsthilfe" finden Sie auf der Seite
http://www.akademie.de/direkt?pid=40730
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Herr Chromow,
habe nach den hier interessanten Themen eine Frage zum Ansatz von Werbungskosten wegen meiner Weiterbildung als Kunsttherapeutin bzw. Heilpraktiker Psychotherapie.
Ich bin sonst als Arbeitsvermittlerin bei der Agentur für Arbeit angestellt und habe 2008 eine nebenberufl. Weiterbildung zu Kunsttherapeutin abgeschlossen. 2008 habe ich dann die Ausbildung zur HP Psychotherapie angeschlossen die 10/2010 zu Ende geht und sich dann die Prüfung zum HP anschließt. Nun habe ich in der Est. 2009 2 Weiterbildungslehrgänge angesetzt, die sich auf die Kunsttherapie (Therapiemöglichkeit eines HP), die jedoch abgelehnt worden sind mit der Begründung, dass sie sich nicht auf den HP Psychotherapie beziehen. Eine Weiterbildung war dabei ein WE-Workshop Bodypainting, der neben der Selbsterfahrung auch die Fähigkeit einschließt, selbst ein solches Seminar zu leiten, der andere Workshop war ein Kurs in Acryl über 3 Tage auf der Insel Speekeroog, um auch meine Fähigkeiten in Maltechniken als Kunsttherapeutin zurückgreifen zu können. Hat es nun sind gegen die Ablehnung von den Werbungskosten in Höhe von ca. 1000 EUR in Widerspruch zu gehen ? Die anderen Kosten zur Weiterbildung HP wurden vom GA komplett anerkannt.

Viele Grüße Kathrin

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