Altersvorsorge für Selbstständige: So sichern Sie Ihren Mindestanspruch für die gesetzliche Rente!

Viele Selbstständige haben einen Anspruch auf gesetzliche Rente. Wir klären auf.

4.5
(2)
Stand: 5. August 2012

Wartezeit

Viele Selbstständige waren vor ihrer Selbstständigkeit als Arbeitnehmer tätig und haben dementsprechend Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung erworben. Dennoch erhalten viele später keine Rente, weil sie die erforderliche Mindestversicherungszeit von fünf Jahren ("Wartefrist") nicht erreichen. Wer sich über weitere Beitragszahlungen die Mindestversicherungszeit sichert, verbessert seine Altersvorsorge bei geringem Zeit- und Geldeinsatz erheblich.

Wir erläutern, wie Sie zunächst eine Kontenklärung durchführen, um Ihre Rentenansprüche festzustellen, und wie Sie anschließend vorgehen, um die für Rentenzahlungen notwendige fünfjährige Mindestversicherungszeit zu erreichen. Jeder Selbstständige über 50 sollte genau wissen, ob er dank der Beitragsleistungen aus seiner früheren Existenz als Arbeitnehmer eine staatliche Rente bekommen wird - und wie viele "Beitragsmonate" ihm dafür fehlen. Denn mit etwas Geschick kann man sich fehlende Beitragsmonate sichern und bekommt dann später einen Zuschuss zur Altersvorsorge, statt die Einzahlungen von damals einfach zu verlieren!

Das sollten Sie nicht auf die lange Bank schieben: Denn wer weiß schon, wann die Mindestversicherungszeit erhöht wird, um die Zahl der Rentenberechtigten zu senken und so die Beitragssätze zu stabilisieren?

Fünf Jahre Wartezeit erfüllt? Es geht um viel Geld!

Wartezeit als K.O.-Kriterium für Rentenzahlungen: Als Rentenbeitragszahler erhalten Sie nur dann später eine gesetzliche Rente, wenn Ihre Versicherungszeiten mindestens fünf Jahre (sechzig Monate) betragen. Diese sogenannte Wartezeit stellt eine Art K.O.-Kriterium für die spätere Rente dar. Haben Sie weniger Wartezeit angesammelt, droht nahezu der Totalverlust. Wer sich knapp darunter befindet, sollte per Minijob o. ä. die fehlenden Monate dazu sammeln.

Beispiel: Komplettierung der Mindestversicherungszeit - über 25.000 Euro Rentenpotential bei nur 240 Euro Mehreinzahlung

Helga Schlau (reales Beispiel, Name von der Redaktion geändert) arbeitete vor ihrer Selbstständigkeit neun Monate als Angestellte; während dieser Zeit entrichtete sie ganz normal Rentenbeiträge. Danach zog sie vier vor 1992 geborene Kinder groß, was ihr weitere 48 Monate an Rentenversicherungszeit einbrachte. Später machte sie sich selbstständig, zahlte jedoch keine Rentenbeiträge mehr. Insgesamt hatte sie zu diesem Zeitpunkt 57 der 60 Monate für die Mindestversicherungszeit erreicht. Es fehlten noch drei Beitragsmonate, um eine monatliche Rente zu erhalten.

Helga Schlau zahlte deshalb drei Monate lang freiwillig jeweils 79,60 Euro als Mindestbeitrag ein, sie investierte also insgesamt ca. 240 Euro. Dafür erhält Sie mit Rentenbeginn 139 Euro Monatsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Das ergibt dann pro Jahr ein Mehreinkommen von 1.668 Euro. Bis zum 80. Lebensjahr dürfte sie über 25.000 Euro Rente erhalten.

Zum Vergleich: Hätte sie die 240 Euro nicht eingezahlt, wäre die Rente völlig weggefallen. Und hätte sie sich ihre Rentenbeiträge auf Antrag erstatten lassen, wären ihr weniger als 250 Euro ausgezahlt worden.

Mitglied werden

Als zahlendes Mitglied von akademie.de haben Sie vollen Zugriff auf alle Inhalte und können alle PDF-Dateien, Checklisten, Mustervorlagen und Anwendungen herunterladen.

Sind Sie sich noch unsicher? Dann wählen Sie die Option “akademie.de kostenlos testen”. So können Sie sich 14 Tage in Ruhe umschauen. Downloads stehen Ihnen in dieser Zeit nicht zur Verfügung. Gefällt Ihnen akademie.de nicht, reicht ein formloser Widerruf per E-Mail innerhalb der ersten 14 Tage. Es entstehen für Sie keine Kosten. Widerrufen Sie nicht, erhalten Sie nach Ablauf von 14 Tagen vollen Zugriff und der Mitgliedsbeitrag wird abgebucht.

Ich bin bereits Mitglied
Mitglied werden!
Ich entscheide mich für folgende Zahlungsweise:

Inhalt

Über den Autor:

bild117279

Hartmut Fischer war über 15 Jahre für eines der führenden Steuersoftwareunternehmen Europas tätig und ist seit 2006 mit seiner Firma Wort Macht selbstständig tätig. Als freier Journalist mit Schwerpunkt Steuerrecht schreibt er für verschiedene Verlage.

Newsletter abonnieren