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P-Konto und Kontenpfändungsschutz

Infos und praktische Tipps für Schuldner

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Stand: 14. Mai 2010

P-Konto

Das Pfändungsschutzkonto

Zusätzlich zu den o. a. Kontenpfändungsschutzmaßnahmen kann ab dem 01.07.2010 ein Pfändungsschutzkonto eingerichtet werden.

Ab dem 1. Januar 2012 entfallen alle anderen Kontenpfändungsschutzmaßnahmen! Ab 2012 kann nur noch ein Pfändungsschutzkonto vor Kontenpfändungen schützen. Kreditinstitute müssen ihre Kunden bis zum 30.11.2011 davon unterrichten, dass Pfändungsschutz ab 2012 nur noch für das Pfändungsschutzkonto in Anspruch genommen werden kann.

Was ist ein Pfändungsschutzkonto?

Ein Pfändungsschutzkonto ist ein ganz normales Konto. Sie können ab dem 01.07.2010 ein beliebiges Konto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln lassen. Der Pfändungsschutz auf diesem Konto umfasst sämtliche Gutschriften unabhängig von der Art der Einkünfte.

Sobald Sie Ihr Konto in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt haben, gilt automatisch ein Basispfändungsschutz in Höhe von 1.028,89 Euro.

Sie müssen nun nicht mehr wie bisher einen Antrag an das Vollstreckungsgericht stellen, um nach Eingang einer Kontenpfändung eine Freistellung Ihres Guthabens zu erwirken.

Stattdessen können Sie sich von Ihrem Guthaben monatlich 1.028,89 Euro von Ihrer Bank auszahlen lassen. Da dieses Kontoguthaben von einer Pfändung nicht erfasst wird, können Sie im Rahmen Ihres Schutzbetrages auch Lastschriften und Daueraufträge einlösen lassen sowie Überweisungen tätigen.

Der Pfändungsfreibetrag wird alle zwei Jahre jeweils zum 1. Juli um den Prozentsatz erhöht, um den der steuerliche Grundfreibetrag anwächst.

Übrigens: Der geschützte Betrag eines Pfändungsschutzkontos gilt für den Kalendermonat. Bei einer Umwandlung eines Kontos in ein Pfändungsschutzkonto erstreckt sich der Pfändungsschutz insofern auf den gesamten (Kalender-)Monat (01. bis 31.), unabhängig davon, wann genau die Umwandlung beantragt worden ist (also beispielsweise nicht nur für den Zeitraum 15.06.-30.06., falls die Umwandlung am 15.06. beantragt wurde, sondern für den Zeitraum 01.06.-30.06.).

Falls ein Konto gepfändet wird, das zum Zeitpunkt der Pfändung noch nicht in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt worden ist, können Sie - um den Pfändungsschutz zu erreichen - dieses Konto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln. Sobald der Umwandlungsantrag gestellt ist, genießen Sie Pfändungsschutz. Damit aber auch die vorliegende Kontopfändung von diesem Pfändungsschutz betroffen ist, müssen Sie Ihren Umwandlungsantrag innerhalb von vier Wochen ab Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses stellen!

Was ist zu tun, wenn der Basispfändungsschutz nicht ausreicht?

Falls Sie einen höheren Pfändungsschutz benötigen, weil z. B. von den eingehenden Einkünften auch der Lebensunterhalt für Ihre Kinder bestritten werden muss, können Sie beim Vollstreckungsgericht einen entsprechenden Antrag auf erweiterten Basisschutz stellen.

Wichtig: Alternativ genügt es auch, der Bank Nachweise vorzulegen, aus denen hervorgeht, dass der Basispfändungsschutz erhöht werden muss. Das Gesetz schreibt bislang keine besondere Form für diese Nachweise vor.

Ab dem 1. Juli 2010 können solche Nachweise oder entsprechende Bescheinigungen von öffentlichen Stellen (z. B. Sozialämtern, Arbeitsämtern), von Arbeitgebern oder von anderen geeigneten Personen (z. B. Schuldnerberatungsstellen) ausgestellt werden.

Was tun, wenn solche Bescheinigungen nicht zeitnah ausgestellt werden oder die Bank diese nicht akzeptiert?

Die Zukunft wird zeigen, ob diese Problematik tatsächlich auftritt. Leider gibt es bislang keine gesetzliche Verpflichtung, eine solche Bescheinigung auszustellen. Manche Arbeitgeber mögen den Mehraufwand scheuen und auf einen Termin bei der Schuldnerberatungsstelle muss in der Regel lange gewartet werden. Da das Pfändungsschutzkonto eine Neuerung ist und auch die Banken damit noch keine Erfahrung haben, wird dort möglicherweise eine vorgelegte Bescheinigung als Nachweis abgelehnt.

In diesem Fall können Sie sich aber nach wie vor an das Vollstreckungsgericht wenden und Ihre Bedürftigkeit mit den dort verlangten Dokumenten nachweisen.

Wie richte ich ein Pfändungsschutzkonto ein?

Sie gehen einfach zu Ihrer Bank und erklären, dass Ihr Konto ab sofort (immer rückwirkend zum Monatsersten) in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt werden soll. Beachten Sie, dass ein Pfändungsschutzkonto nur von natürlichen Personen eingerichtet werden kann (also nicht von Vereinen, einer GmbH etc.).

Jede Person darf nur ein Pfändungsschutzkonto haben. Sie müssen Ihrer Bank zusichern, dass Sie nur dieses Konto als Pfändungsschutzkonto einrichten.

Übrigens: Der unpfändbare Betrag auf einem Pfändungsschutzkonto darf von der Bank nicht mit eigenen Ansprüchen verrechnet werden (sofern diese über die Kontoführungsgebühren hinausgehen).

Welche Kosten sind mit einem Pfändungsschutzkonto verbunden?

Für die Umwandlung eines Kontos in ein Pfändungsschutzkonto darf die Bank keine Kosten in Rechnung stellen. Die Kontoführungsgebühren dürfen nicht höher sein als bei normalen Konten.

Kann die Bank ablehnen, wenn ich mein Konto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln lassen möchte?

Nein, die Bank muss Ihr Konto auf Wunsch in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln. Sie darf die Kontoverbindung nicht kündigen. Durch die bloße Führung eines Pfändungsschutzkontos darf Ihre Bonität nicht in Frage gestellt werden.

Was passiert, wenn ich bei zwei verschiedenen Banken ein Konto habe und beide jeweils in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln lasse?

Damit machen Sie sich strafbar! Zudem haben Sie bei einer Pfändungsmaßnahme nichts gewonnen, denn: Findet der Gläubiger heraus, dass Sie zwei Konten als Pfändungsschutzkonto führen, kann er selbst entscheiden, welches davon als P-Konto gelten soll. D. h., er wird höchstwahrscheinlich das Konto mit dem höheren Guthaben als Konto ohne Pfändungsschutz bestimmen.

Können Eheleute ein gemeinsames Pfändungskonto führen?

Nein, denn es ist bestimmt worden, dass jede natürliche Person ein Pfändungskonto besitzen darf. Der Pfändungsschutz betrifft also nur eine einzige Person.

Nichts spricht dagegen, dass jeder Ehepartner ein eigenes Konto führt. Werden beide Konten als Pfändungsschutzkonto geführt, verdoppelt sich der monatliche Basisschutzbetrag automatisch, denn jeder Person wird der gleiche Sockelbetrag als Pfändungsschutzbetrag zugesprochen.

Haben Sie insgesamt Einkünfte, die über den Pfändungsschutzbetrag hinausgehen? Eheleute können ihren Pfändungsschutz verdoppeln, wenn jeder von ihnen ein eigenes Pfändungsschutzkonto unterhält. Auf eines dieser Konten wird dann z. B. der Arbeitslohn überwiesen, auf das andere zusätzliche Beträge wie z. B. Steuererstattungen oder Mieteinkünfte.

Habe ich die Möglichkeit, über den Pfändungsschutzbetrag hinaus Gelder anzusparen?

In einem beschränkten Maße können Sie Guthaben ansparen. Den Betrag, den Sie in dem aktuellen Monat nicht verbrauchen, können Sie in den nächsten Monat übertragen, sodass sich der Pfändungsschutzbetrag im Folgemonat um genau diesen Betrag erhöht.

Beispiel:
Freibetrag in Monat 1: 1.028,89 Euro
Auszahlungsbetrag in Monat 1: 700 Euro
zu übertragende Differenz: 328,89 Euro
Freibetrag in Monat 2: 1.028,89 Euro
Auszahlungsbetrag in Monat 2: 1.357,78 Euro

Falls der übertragende Betrag allerdings auch nicht im Folgemonat verbraucht wird, ist dieser wieder der Pfändung unterworfen.

Muss ich ein Pfändungsschutzkonto solange behalten, wie die Kontoverbindung besteht?

Sie haben jederzeit die Möglichkeit, ein anderes Konto als Pfändungsschutzkonto zu benennen. Wichtig ist allerdings, dass das ursprüngliche Pfändungskonto dann nicht mehr als Pfändungsschutzkonto geführt wird.

Die Umwandlung eines Kontos in ein Pfändungsschutzkonto muss innerhalb von vier Geschäftstagen erfolgen.

P-Konto und Privatinsolvenz

Um ein Pfändungsschutzkonto einzurichten, brauchen Schuldner, die sich im Privatinsolvenzverfahren befinden, keine Bescheinigung über ihre Insolvenz. Eine "Freigabe" durch den Insolvenzverwalter bzw. Treuhänder ist also nicht notwendig. Um ein Konto in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln ist generell keine Bescheinigung erforderlich.

Fazit

Infolge des drastisch verbesserten Kontopfändungsschutzes werden die Gläubiger Vollstreckungsmaßnahmen vermutlich verstärkt an der Quelle durchführen, d. h., statt Kontopfändungen werden sie Arbeitslohn, Mieten, Kautionen etc. pfänden lassen. Um eine Flut solcher Vollstreckungsmaßnahmen zu vermeiden, sollten sich die Schuldner rechtzeitig mit ihren Gläubigern in Verbindung setzen und Ratenzahlungen und/oder Vergleiche anbieten.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum P-Konto finden Sie in zwei PDF-Dokumenten:

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Ihre Wertung:

 

Sehr geehrte Frau Fluchs-Wollenkord,

ich habe eine kniffelige Frage an sie:

Was passiert mit Guthaben auf Sparkonten, die bereits vor dem 1.7.10 bestanden und einer Pfändung unterlagen nach einer Umwandlung in ein P-konto ab dem 1.7.10?

Vielen Dank

MfG

Hannovi

Hallo hätte mal eine Frage bei einem P-Konto kann ich damit auch am online Banking teilnehmen oder Geld am Automaten abholen.Oder bin ich gezwungen alles am Schalter zu erledigen.
Gruss Klaus

Hallo Mein Sohn hat letzte Woche eine Pfändung erhalten ,auf sein Konto.Er hat am 7. Dezember eine neue Arbeitsstelle begonnen und am 15.1. seinen ersten Löhn erhalten.Auf seinem Konto gingen ca.850 Euro ein.Zum Zeitpunkt der Pfändung waren noch ca.600 Euro Guthaben auf dem Konto. Von seiner Bank lässt er jetzt sein Konto in ein P-Konto umwandeln. Meine Fragen:1.Kann er dann über sein Restguthaben Frei Verfügen?2. Muss die Bank an den Gläubiger eine Drittschuldnererklärung trotzdem abgeben?3.Bekommt er für dieses P-Konto ganz normal eine Kontokarte?

Hallo,
Habe eine Frage möchte gerne ein P-konto einrichten habe 2 Kinder in alter von 11 und 17 Jahren Habe bereits eine Pfändung auf mein Konto und einen Freibetrag von 1563 Euro
Der Mitarbeiter von der Sparkasse meinte ich brauche eine Bescheinigung von der familienkasse
das würde ausreichen Stimmt das oder muss ich noch andere formelare vorlegen
lg Simone

Vielen Dank für ihre guten Erklärungen Frau Fluchs-Wullenkord. Ein Punkt ist mir leider nicht ganz klar und zwar die erste "Anmerkung".
Ich schildere mal kurz den Fall:
Person hat Schulden bei Gläubigern im knappen 4-stelligen Bereich. Anfang Januar wurde dieser Person das einzige und "normale" Konto gepfändet. Zu diesem Zeitpunkt was die Person auf Grund einer Krankheit allerdings unfähig dadrauf zu reagieren und hat erst vor kurzem (eben nach Entlassung aus der Klinik) davon erfahren. Das Problem besteht darin, dass auf dem Konto sich eh nicht viel Geld befand und nun komplett gepfändet ist. Am 1.Februar bekommt die Person eine Unterhaltszahlung.
Wir versuchten heute schnellstmöglich eine Umwandlung zu einem Pfändungsschutzkonto zu erwirken. Leider dauert es, da das Kreditinstitut zunächst per Post einen Antrag zuschickt (Online nicht verfügbar), dieser dann wiederum halt auch auf dem Rückweg Zeit in Anspruch nimmt, sodass er wohl nicht bis zum Donnerstag (27.01.) bei der Bank eintrifft. Plus die 4 Tage Umsetzungs-Frist für die Bank könnte im schlimmsten Falle also erst ab dem 3.-4.Februar oder noch später das P-Konto bestehen.
Daher die Frage zu ihrer Anmerkung: Heist das, dass rückwirkend die Unterhaltszahlung, die am 1.Februar eingeht nicht gepfändet werden kann? Und somit aber dem Zeitpunkt, wo das P-Konto eingerichtet ist die Person Zugriff auf die Unterhaltszahlung vom 1.Februar bekommt?
Denn wenn nicht, wird sie starke Probleme bekommen... leider.

Daher haben wir auch einen formlosen Antrag schon jetzt per eMail und unterschrieben per Post zum Kreditinstitut geschickt, wo wir also die Umwandlung beantragen und alle erdenklichen Folgen (Schufa, EC-Karten-Wegfall, etc.) halt zustimmen und bestätigen, dass es das einzige P-Konto ist. Wird dies bestand haben?

Vielen Dank für ihre Informationen und Zeit.

Hallo
meine Bank hat mir heute die auszahlung des kindergeldes verweigert und ich kann mir nicht helfen kindergeld darf doch gar nicht gepfändet werden oder?
Mir ist gesagt worden solange ich keine bescheinung habe von der famielenkasse wollen sie es nicht auszahlen also was soll ich tun die bescheinung ist schon auf dem weg nur die,
die famielenkasse sagte mir des sie das garnicht machen müssen.

Sehr geehrte Frau Fluchs-Wullenkord,
Ich habe ein p-Konto und habe Einkünfte aus selbständiger Arbeit. Meine Frage ist : Muss ich von den 985 Euro auch die Kosten meiner privaten KV zahlen oder kann ich den Freibetrag um diese Kosten durch Vorlage einer Bescheinigung bei meiner Bank erhöhen lassen ? Vielen lieben Dank für Ihre Antwort!
Gruß Daniel

Hallo, ich habe seit gestern eine Pfändung auf dem Konto. Der Gläubiger verlangt die Hälfte als Vorauszahlung, um die Pfändung ruhend zu stellen. Das kann ich aber nicht zahlen, um dann mit Ratenzahlung weiterzumachen. Wenn ich jetzt bei meiner Sparkasse die Umwandlung in ein P-Konto beantrage, kann ich dann wieder über mein Konto verfügen?

Kommentar vom 19.11.2010

Hallo Anonym,

bei einem Pfändungsschutzkonto kommt es nicht mehr auf die Art der Einkünfte bzw. Einzahlungen an. Auch die Zahlungen, die Sie selbst tätigen, werden auf den Gesamtbetrag der Einzahlungen angerechnet.

Falls Sie mit einem Gläubiger eine Ratenzahlungsvereinbarung treffen, sollte dieser die Pfändung aufheben, sodass in Zukunft keine Beträge mehr 'zwangsweise' abgeführt werden.

Mit freundlichem Gruß
Renate Fluchs-Wullenkord

Kommentar vom 11.11.2010

Hallo H.,

Ihre Gläubiger müssen die Pfändung aufheben. Darauf haben Sie wegen der Ratenzahlungsvereinbarungen ein Anrecht.

Mit freundlichem Gruß
Renate Fluchs-Wullenkord

hallo,

wie verhält es sich bei folgendem fall:
ich habe ein pkonto. jetzt erhielt ich eine nachzahlung vom elterngeld in höhe von 900 Euro. zusätlich kam jetzt das kindergeld für meine beiden kinder und nun überstieg ich die grenze von 985 Euro. kann ich etwas tun? ist doch schließlich auch sozialgeld
lg jussy

Hallo und guten Tag,
ich habe eine expliziete Frage zum P-Konto.
Ich habe diesen Monat von der ARGE insgesamt 800.-- Euro überwiesen bekommen, die ich auch komplett abgehoben habe, weil ich dringendes zu bezahlen hatte.
Ich habe mir daraufhin für die anstehende Miete 450.-- Euro geliehen und auf mein Konto einbezahlt um die Miete zu überweisen.Die Bank hat daraufhin aber den Überweisungsauftrag nicht ausgeführt, sondern den insgesamt 985.--Euro übersteigenden Betrag an meinen
Gläubiger überwiesen. Ist das denn rechtens, da ich doch selber Geld auf mein Konto einbezahlt habe und es sich bei den 450.--Euro nicht um Einkünfte handelt!!
Für eine Beantwortung vielen Dank im voraus.
Mit frdl. Gruß

Nochmals Danke für die schnelle Antwort,

Ich habe mich mit meinen Gläubigern (3 Stück) geeinigt und Ratenzahlung vereinbart.Nun liegt auf meinen Konto ein Betrag vom letzten Monat den die Bank nicht freigibt da ich wie geschrieben dort angeblich den Freibetrag überzogen habe. P-Konto wurde am 30.10.beantragt.
Nun sagt mir die Bank das Pfändungen nicht mehr ruhen und ich nur über diesen Freibetrag verfügen kann.Was macht es dann für einen Sinn sich mit den Gläubigern zu einigen? Die Ratenzahlung läuft noch etliche Jahre. Und eine Umstellung auf ein normales Konto sei auch nicht mehr möglich.
Also kann man nur raten auf ein P-Konto zu verzichten oder halt den Gläubigern nichts mehr zu bezahlen. Das kann doch nicht der Sinn der Sache sein.
mit freundlichen Grüßen
H.

Nochmals Danke für die schnelle Antwort,

Ich habe mich mit meinen Gläubigern (3 Stück) geeinigt und Ratenzahlung vereinbart.Nun liegt auf meinen Konto ein Betrag vom letzten Monat den die Bank nicht freigibt da ich wie geschrieben dort angeblich den Freibetrag überzogen habe. P-Konto wurde am 30.10.beantragt.
Nun sagt mir die Bank das Pfändungen nicht mehr ruhen und ich nur über diesen Freibetrag verfügen kann.Was macht es dann für einen Sinn sich mit den Gläubigern zu einigen? Die Ratenzahlung läuft noch etliche Jahre. Und eine Umstellung auf ein normales Konto sei auch nicht mehr möglich.
Also kann man nur raten auf ein P-Konto zu verzichten oder halt den Gläubigern nichts mehr zu bezahlen. Das kann doch nicht der Sinn der Sache sein.

Kommentar vom 04.11.2010

Hallo H.,

das Pfändungsschutzkonto schützt nur Beträge bis zur Höhe des Freibetrages, aber: bei bestehenden Ratenzahlungsverträgen muss die Pfändung aufgehoben werden. Die Gläubiger müssen den Banken schriftlich bestätigen, dass die Pfändung ausgesetzt bzw. aufgehoben ist.
Sobald keine Pfändungsmaßnahme mehr auf Ihrem Konto liegt, können Sie - unabhängig von der Höhe Ihres Freibetrages - über Ihr Bankkonto verfügen.
Klasse, dass Sie sich mit den Gläubigern geeinigt haben! Nur muss die Bank jetzt noch darüber informiert werden, damit die Pfändung auch tatsächlich gelöscht wird.

Mit freundlichem Gruß
Renate Fluchs-Wullenkord

nun habe ich noch eine Frage:
ich habe mein Konto nun umgestellt, meine Einkünfte sind allerdings noch höher als der Freibetrag. Nun habe ich mit den Gläubigern Ratenzahlung vereinbart. Kann ich nun über die höheren Einkünfte verfügen oder nur bis zum Freibetrag.
Auch das Gehalt für Oktober (eingegangen bei der Bank am 29.10) wollen sie mir nicht auszahlen da ich im Oktober mehr Geld am Konto hatte. Ich habe bereits zwei ruhende Pfändungen - auch hier ist eine Ratenzahlung vereinbart.
Ich habe das Gefühl das sich bei der Bank nicht wirklich jemand genau auskennt. Wie komme ich nun an mein Oktobergehalt mit dem ich ja meine Miete bezahlen muß.
mit freundlichen Grüßen
H.

Kommentar vom 03.11.2010:

Hallo Anonym,

nicht alle Banken sind dazu verpflichtet, Konten einzurichten. Einen Anspruch auf die Neueinrichtung als P-Konto haben Sie ohnehin nicht; nur bestehende Konten können in ein P-Konto umgewandelt werden. Am besten eröffnen Sie irgendwo ein neues Konto (bei negativer Schufa-Auskunft nur Guthabenkonto) und lassen dies in einem zweiten Schritt in ein P-Konto umwandeln.

Mit freundlichem Gruß
Renate Fluchs-Wullenkord

Erstmal Danke für die rasche Auskunft,

nun habe ich noch eine Frage:
ich habe mein Konto nun umgestellt, meine Einkünfte sind allerdings noch höher als der Freibetrag. Nun habe ich mit den Gläubigern Ratenzahlung vereinbart. Kann ich nun über die höheren Einkünfte verfügen oder nur bis zum Freibetrag.
Auch das Gehalt für Oktober (eingegangen bei der Bank am 29.10) wollen sie mir nicht auszahlen da ich im Oktober mehr Geld am Konto hatte. Ich habe bereits zwei ruhende Pfändungen - auch hier ist eine Ratenzahlung vereinbart.
Ich habe das Gefühl das sich bei der Bank nicht wirklich jemand genau auskennt. Wie komme ich nun an mein Oktobergehalt mit dem ich ja meine Miete bezahlen muß.
mit freundlichen Grüßen
H.

wie bekomme ich ein neues konto mein altes wurde gekündigt muss eine andere bank mir ein konto geben am besten ein p-könto

Kommentar vom 29.10.2010:

Hallo H.,

Ihr Konto ist seit dem Tag Ihres Antrages auf Umstellung auf ein Pfändungsschutzkonto geschützt. Die Bank muss das Konto innerhalb von 4 Arbeitstagen nach Ihrem Antrag definitiv umgestellt haben, aber dennoch berücksichtigen, dass der Tag Ihres Antrages maßgeblich ist.
Bei einer Unterhaltspflicht 2 Personen gegenüber dürfte der Pfändungsschutz bei knapp 1.563 EUR liegen. Bei Ihrem zuständigen Amtsgericht können Sie Nachweise vorlegen, damit geprüft werden kann, ob dieser Pfändungsschutz erhöht werden kann.

Denken Sie in Ihrem eigenen Interesse daran, dass es immer besser ist, sich mit dem Gläubiger gütlich zu einigen; eine Ratenzahlungsvereinbarung beispielsweise schützt Sie vor Pfändungsmaßnahmen!

Mit freundlichem Gruß
Renate Fluchs-Wullenkord

Kommentar vom 28.10.2010:

Hallo Herr B.,

alles, was über Ihrer persönlichen Pfändungsfreigrenze liegt, kann gepfändet werden. Sie könnten beim Amtsgericht durch Vorlage entsprechender Nachweise prüfen lassen, ob der Sockelbetrag erhöht werden kann. Wenn ALG II auch für Ihre Frau gezahlt wird, könnte diese ein eigenens Pfändungsschutzkonto führen, auf das diese Beträge gezahlt werden.

Mit freundlichem Gruß
Renate Fluchs-Wullenkord

Kommentar vom 26.10.2010:

Hallo Anonym,

wenn Sie ein Pfändungsschutzkonto eingerichet haben, bedeutet dies nicht, dass Sie sämtliche Einkünfte auf dieses Konto überweisen lassen müssen. Es bedeutet einzig und allein, dass dieses eine Pfändungsschutzkonto über den besonderen Pfändungsschutz verfügt.

Sie sollten allerdings beachten, dass jeder bei der Eröffnung seines Bankkontos (also auch Ihr Sohn) angeben muss, ob er dieses Konto auf eigene Rechnung führt. Sollten Gläubiger erfahren, dass Sie eigene Einkünfte auf das Konto Ihres Sohnes überweisen lassen, könnten diese prüfen, ob andere Pfändungsmaßnahmen (z.B. gegen Ihren Sohn als Drittschuldner, wenn auf sein Konto Gehaltszahlungen von Ihnen eingehen sollten) ergriffen werden könnten.

Ich empfehle immer wieder gerne den Kontakt zum Gläubiger: Um zu verhindern, dass Pfändungsmaßnahmen ergriffen werden, sollten Angebote gemacht werden, z.B. für eine Ratenzahlung. Sobald eine solche Vereinbarung zustande kommt, braucht man Pfändungen nicht mehr zu fürchten.
Mit freundlichem Gruß
Renate Fluchs-Wullenkord

Kommentar vom 20.10.2010:

Hallo Anonym,
der Sockelbetrag i.H.v. (derzeit) 985,15 EUR soll sicherstellen, dass alle notwendigen Ausgaben von dem Konto bestritten werden können und das entsprechende Guthaben nicht gepfändet werden kann. Wenn Sie nachweisen können, dass Ihre notwendigen Ausgaben höher sind als der Sockelbetrag, könnten Sie prüfen lassen, ob dieser Sockelbetrag angehoben werden kann. Ein entsprechender Antrag kann bei Ihrem zuständigen Amtsgericht gestellt werden.
Mit freundlichem Gruß
Renate Fluchs-Wullenkord

Hallo,
folgendes problem: seit 18.10 läuft eine Pfändung. Habe heute (29.10.10) mein Konto umgestellt auf ein P-Konto was ja eigentlich rückwirkend für den Monat Oktober gelten sollte. Nun wurde mir gesagt das es erst ab November gilt da die Bank 4 Tage für die Umstellung braucht. Gilt die Frist nun ab Tag des Antrags oder erst wenn es umgestellt ist?
Ich bin Alleinerziehend (2 Kinder) und bekomme Lohn 1389€ dazu Kindergeld 368€ und Kindesunterhalt 668€ - vieviel ist davon Pfändungsfrei bzw. kann ich schützen lassen (allein meine Miete beträgt 1020€)
für die Antwort schon im voraus vielen Dank
H.

Sehr geehrte Frau Fluchs-Wullenkord, ich habe eine Frage. Ich habe ein P-Konto eröffnet und habe mit meiner Ehefrau eine Pfändungsfreigrenze von ca. 1350 €. Nun bekomme ich ein Gehalt von ca. 1070 € und noch zusätzlich ein Eingliederungsgeld von der ARGE. Zusätzlich bekomme ich noch ALGII, da meine Ehefrau nicht arbeiten kann. Jetzt meine Frage, zählt zu dieser Freigrenze auch das Geld was ich noch zusätzlich von der ARGE bekomme oder nur mein Gehalt. Weil bisher das Geld von der ARGE immer pfändungsfrei war. Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich im voraus.
B.

Ich habe ein Pfändungsschutzkonto und einen Freibetrag für mich und meinen Sohn von ca. 1539 Euro. Kann ich das Kindergeld und den Unterhalt trotz des Freibetrages von meinem Kind auf sein Konto überweisen lassen.
Kann ich auch den Nettoanteil von meinem Weihnachtsgeld, der von meinem Einkommen nicht gepfändet werden darf, auf ein anderes Konto überweisen lassen?

sind im grundfreibetrag des schuldners von 985,15 die kosten für eine Private Krankenversicherung enthalten

Kommentar vom 06.10.2010

Hallo Anonym,

auch, wenn der Bankangestellte meint, er wisse nicht, wie lange es bis zur Umstellung dauern könne, muss sich die Bank an die gesetzlichen Vorgaben halten: innerhalb von 4 Geschäftstagen ab Antragstellung muss Ihr Konto umgewandelt sein.

Hinsichtlich der jetzt durchgeführten Pfändung kommt es darauf an, wann der
Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses zugestellt worden ist. Sind seither (bis zu Ihrem Antrag) noch keine 4 Wochen vergangen, genießen Sie auch für diese Kontopfändung den Schutz des Pfändungsschutzkontos. Sollten mehr als 4 Wochen vergangen sein (oder falls Sie das genaue Zustelldatum nicht wissen), sollten Sie überprüfen, ob ein Vollstreckungsschutzantrag (zu stellen beim Amtsgericht) Aussicht auf Erfolg hat. Ggf. können Sie sich bei einem Rechtsanwalt tatkräftige Unterstützung holen!

Renate Fluchs-Wullenkord

Hallo,

Vielen Dank für diesen Artikel. Ich habe aber leider noch eine Frage.
Ich habe gestern bei meiner Bank den Antrag ausgefüllt. Der Bearbeiter sagte mir das er keine Auskunft geben darf und nicht wisse wie lange es dauert bis der Umwandlung vollzogen ist.
Nun hat heute der Gläubiger mein gesamtes Konto leergezogen...

Deshalb stellt sich mir die Frage was in o.g. Artikel das Wort "sofort" gemeint ist ?

Ist das nur Zufall gewesen oder stecken die alle unter einer Decke ?

Hallo KS,

wie's im Text steht: "Falls ein Konto gepfändet wird, das zum Zeitpunkt der Pfändung noch nicht in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt worden ist, können Sie - um den Pfändungsschutz zu erreichen - dieses Konto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln. Sobald der Umwandlungsantrag gestellt ist, genießen Sie Pfändungsschutz. Damit aber auch die vorliegende Kontopfändung von diesem Pfändungsschutz betroffen ist, müssen Sie Ihren Umwandlungsantrag innerhalb von vier Wochen ab Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses stellen!"

beste Grüße
die akademie.de-Redaktion

Hallo Guten Tag,
habe Ihre Beiträge mit großer aufmerksamkeit gelesen, doch habe ich bezüglich des P-Kontos noch eine Frage: Kann ich ein Guthaben Konto auch umwandeln, wenn schon eine Pfändung besteht?
Danke für Ihre Mühe
MfG
KS

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Über die Autorin:

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Renate Fluchs-Wullenkord ist über 25 Jahre im kaufmännischen Bereich tätig. Seit 2004 leitet sie die Abteilung Forderungsmanagement eines Energie- und Wasser-Versorgungsunternehmens. Sie ist insbesond ...

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