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Gute Mütter sind berufstätig!

Kann man als erfolgreiche Unternehmerin eine gute Mutter sein? Man kann!

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Von: Ann Yacobi
Stand: 7. März 2007

Gute Mütter sind berufstätig!

Gute Mütter sind berufstätig!

Wir schätzen die Herausforderungen im Beruf. Unsere Selbstständigkeit hält uns geistig fit, macht uns selbstbewusst und fördert soziale Kontakte. Sie ermöglicht uns finanzielle Unabhängigkeit und ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben.

Unsere Partnerschaft ist weniger oder gar nicht durch Diskussionen über die Finanzen belastet. Im Fall einer Trennung müssen wir nicht dauernd mit dem Verflossenen über Unterhalt streiten und werden nicht vom Staat abhängig. Nicht zu vergessen: Wir können ausreichend für das Alter vorsorgen.

Wir müssen keine Fünfsterne-Mütter sein, weil unsere Kinder nicht unser einziger Lebensinhalt sind. Wir erdrücken unsere Kinder nicht mit Fürsorge, sondern ermöglichen ihnen von klein auf, eigene Erfahrungen auch außerhalb des Elternhauses zu machen.

Unseren Kinder tut das Spielen mit Gleichaltrigen gut. Wir behaupten nicht, dass es ihnen gerade dann am besten geht, wenn sie den ganzen Tag allein mit einer Frau allein sind, die nie zuvor etwas mit Kindern zu tun hatte. Die sich vielleicht durch eine Menge Erziehungsratgeber gearbeitet hat, aber praktische Erfahrungen eher in Verkauf, Buchhaltung oder Vertriebsplanung mitbringt.

Nichts ist mehr wie vorher...

Selbstständige Mütter tragen eine Menge Verantwortung. Wir sorgen für unsere Familie und stehen gleichzeitig einem Unternehmen vor, sind vielleicht sogar für Angestellte verantwortlich. Nach der Geburt eines Kindes ist der Druck groß, schnell wieder einzusteigen, um Kunden und Auftraggeber nicht zu verlieren.

Wer seinen Arbeitsplatz zu Hause hat, kann besonders schwer zwischen privatem Bereich und Arbeit, zwischen Zeit für die Familie und für den Beruf trennen. Das verschärft sich mit der Geburt eines Kindes noch. Die Selbstständigkeit hat trotz hohem Zeitaufwand aber den Vorteil, dass wir - je nach Branche - selbst bestimmen, wieviel Zeit wir im Unternehmen verbringen und wieviel Freiraum für die Familie bleibt.

Vor der Geburt meiner Kinder hatte ich ein selbstständiges, strukturiertes Arbeitsleben. Jetzt gibt es eine neue Dimension: Ich möchte der Verantwortung für meine Kinder gerecht werden und auf ihre Bedürfnisse Rücksicht nehmen. Mutter zu sein ist eine große Herausforderung. Mehr nicht. An meiner fachlichen Kompetenz hat sich nichts geändert. Meine Arbeit ist mir wichtig, und sie macht mir viel Spaß.

Heute muss ich viel mehr planen, jonglieren und dabei doch erheblich flexibler sein. Der geplante Tagesablauf kann sehr schnell in sich zusammenfallen, etwa weil die Kinder krank werden oder nachts nicht schlafen. Ich muss mich also um Verständnis und Lösungen bemühen und dafür sorgen, dass Chaos und Frust nicht überhand nehmen. Schließlich sind meine Kinder auch unberechenbar, eigenständig und nicht immer lieb.

Souverän zwischen Kita und Kundengewinnung

Die Rahmenbedingungen haben sich mit den Kindern verändert. Wer seinen Geschäftspartnern das vermittelt hat, kann überlegen, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit künftig aussehen könnte. Mit diesen Strategien habe ich gute Erfahrungen gemacht:

  • Freiräume für die Arbeit schaffen, ohne ein schlechtes Gewissen gegenüber den Kindern zu haben (Krippe, Tagesmutter, Kindergarten, Hort, Kindertausch mit Freunden, Haushaltshilfe).

  • Terminabsprachen genauer und vorausschauender machen und mehr Puffer für Unvorhergesehenes planen. Überhaupt: "Unvorhergesehenes" hat eine völlig neue Bedeutung und Dimension erlangt.

  • Die verfügbare Zeit gut einteilen und effektiv nutzen.

  • Abend- oder Wochenendschichten manchmal in Kauf nehmen, wenn dies den Druck nimmt.

  • Mit den eigenen Energiereserven sehr bewusst umgehen.

  • Teamarbeit fängt zu Hause an. Wenn beide Eltern sich gleichermaßen um Beruf und Familienleben kümmern, ist ein glückliches Miteinander möglich - auch für die Kinder.

  • Ohne gute Organisation, viel Kommunikation und den Mut zum Delegieren geht es nicht.

Hürdenlauf für selbstständige Mütter

Durch eine flexible Zeiteinteilung können selbstständige Mütter zwar Beruf und Familie leichter unter einen Hut bekommen. Aber es gibt auch Hindernisse: Auftraggeber kündigen Projekte meist sehr kurzfristig an und reagieren überrascht, wenn man sich nicht sofort in die Arbeit stürzen kann. Wer Teilzeit arbeitet und klarstellt, dass dadurch die Bearbeitung eines Auftrags eventuell länger dauern kann, wird manchmal das Nachsehen haben. Oft ist es auch schwieriger, sich bei neuen Kunden das Vertrauen zu erarbeiten, wenn man weniger Zeit hat.

Die Balance zwischen Arbeitszeit und Betreuung bleibt problematisch. Unflexible Krippen- und Kindergartenöffnungszeiten machen manche Tage zum Hürdenlauf. Wenn man Termine wegen eines kranken Kindes nicht einhalten kann, dürften manche Kunden dahinter eine Ausrede wittern. Oft ist es sehr anstrengend, es selbst auszugleichen, wenn man doch einmal ausfällt, weil etwa die Kinder Fieber haben.

Das allgemeine Problem vieler Selbstständiger verschärft sich mit Kindern noch: Man nimmt sich zu wenig Zeit für sich selbst. Die Berufstätigkeit geht, zumindest solange die Kinder klein sind, auf Kosten der eigenen Freiräume. Wenn überhaupt keine Freiräume mehr übrig sind, sollte man notieren, was genau einem am Herzen liegt: Ein Hobby wieder aufgreifen, ein Wochenende allein wegfahren, ausgehen mit Freunden, sich in einem Verein engagieren... Gibt es eine Möglichkeit, dies hin und wieder doch zu tun? Wenn man es wirklich will, wird man zusammen mit der Familie Wege finden, es zu tun.

Man sollte sich auf keinen Fall abkapseln. Gerade selbstständige Mütter brauchen ein gutes soziales Netzwerk. Am besten plant man schon bald nach der Geburt der Kinder einen wöchentlichen Termin ein, um private Kontakte zu pflegen. Vielleicht kann der Partner sich um die Kinder kümmern. Für das berufliche Netzwerk gilt dasselbe, denn das leidet meist unter beruflichen Auszeiten.

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Es ist meistens nicht nur die Meinung der Gesellschaft, die es Frauen im Beruf schwer macht, auch die Firmen selbst wollen meistens keine Mütter. Hab dazu auch einen interessanten Artikel gelesen:http://www.betreutblog.de/2011-05-10-working-mum/
Ich finde auch die Anregung zum Betriebskindergarten sehr wichtig. So könnte man z.B. in der Mittagspause nach dem Kind sehen, wenn man will. Das ist etwas, das an Universitäten bereits praktiziert wird, aber leider in zu wenig Unternehmen.

Perfectionistische ZUHAUSE SITZENDE Mütter sind schlechte Mütter. Sie telefonieren mit der Freundin, gehen einkaufen und so weiter und die Kinder suchen verzweifelt nach aufmerksamkeit. Und das bei NICHT ARBEITENDE Mutter!!!! Diese Frauen haben einfach nichts im Leben erreicht.Sie selber konnten nicht auf die Beine stellen, daher müßen sie andere Frau, die ihren Traum lebt und gut ihre Kinder und Familie versorgt schlecht machen. Das ist reinste neid.

Ich gebe dir total recht

Ich habe mich immer gefragt, was solche Mutter behaupten
an Mehrwert zu bringen. Die spielen wie gesagt nicht den ganzen Tag mit den Kindern. Kindern sind außerdem
super gerne mit anderen Kindern zusammen.
Ich finde jeder wie er mag und gut fühlt oder meint was besser
ist für Ihre Kinder und zwar nicht nur jetzt aber auch in 20 Jahren. Es sind
die selben die das Studium von Kindern nicht finanzieren können oder die Kinder
Nicht gehen lassen wollen, weil "ich habe ja mein Leben für dich geopfert"

Vielen Dank für diesen tollen Beitrag. Der gibt mir als berufstätige Mutter wieder Mut. Und doch, es steckt viel Wahrheit in diesem Text, bestätige ich aus eigener Erfahrung. Vielen Dank Frau Yakobi!!!!

klasse geschrieben! spiegelt genau die Meinung vielen jungen Muttern.

Warum nicht mehr Phantasie und weniger Quellen? Es geht doch um eine Sichtweise, nicht ums Zitieren!

Entschuldigung, aber ich habe selten so einen gequirlten Blödsinn gelesen. Das ist reine Phantasie. Bitte Quellen!!!

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Über die Autorin:

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Ann Yacobi arbeitet als freiberufliche Texterin und Autorin in München. Sie schreibt prägnante Texte für Webseiten, Broschüren, Kundenzeitschriften und Pressemitteilungen. Mittelständische Unternehme ...

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