Der erste Jahresabschluss als Selbstständiger? So kommen Sie zur Steuererklärung

Keine Panik: Der Jahresabschluss ist oft schneller erledigt als die Einkommensteuererklärung von Angestellten.

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Stand: 6. März 2018 (aktualisiert)

Sie haben sich letztes Jahr selbstständig gemacht und müssen Ende Mai Ihre erste Steuererklärung als Freiberufler oder Unternehmer abgeben? Kein Grund zur Sorge: Der gefürchtete Jahresabschluss ist gar keine Geheimwissenschaft. Wir sagen Ihnen, welche Formulare Sie ausfüllen müssen und welche Unterlagen Sie benötigen. Übrigens ist es gut möglich, dass Ihre Steuererklärung weniger Mühe macht als die Steuererklärungen aus Ihrer Angestellten-Zeit!

Die Aussicht auf die Steuererklärung kann einem den sonnigsten Wonnemonat vergällen. Doch Ende Mai ist nun einmal der Standard-Abgabetermin für Einkommensteuersachen. Jedenfalls im Jahr 2018: Die beschlossene zweimonatige Verlängerung der Steuer-Deadline bis Ende Juli greift erst im Jahr 2019.

So oder so: Mut zur Lücke ist nicht zu empfehlen. Bei Verspätungen drohen Strafzahlungen, im ungünstigsten Falls sogar hohe amtliche Steuerschätzungen. Wer mit seinen privaten und betrieblichen Unterlagen noch nicht so weit ist, kann die Frist bis Ende September verlängern lassen. Mit Unterstützung eines Steuerberaters haben Sie sogar bis zum Jahresende Zeit – unter Umständen sogar bis Februar 2019. Wie das geht, zeigt unser aktueller Beitrag "Steuer-Deadline 31. Mai".

Damit sich Ihre erste Steuererklärung als Selbstständiger nicht zum bedrohlichen Dauerbrenner entwickelt, vermeiden Sie den Weg des geringsten Widerstands lieber. Geringer wird der Verwaltungsaufwand ohnehin nicht. Und: Je länger Geschäftsvorfälle zurückliegen, desto schwerer fällt es Ihnen, sich im Zweifelsfall an die Begleitumstände zu erinnern.

Die gute Nachricht: In der Praxis sind die Gewinnermittlung und das Zusammenstellen der erforderlichen Unterlagen bei Geschäftsleuten oft schneller erledigt als das Sammeln der Belege für Werbungskosten von Angestellten. Grund: Die meisten Selbstständigen haben den überwiegenden Teil ihrer Buchhaltungs-Hausaufgaben ja bereits im laufenden Jahr erledigt: Denn nur so waren schließlich die Monat für Monat fälligen Umsatzsteuervoranmeldungen möglich.

Überblick im Formular-Dschungel

Welche Formulare müssen denn nun bei der Einkommensteuererklärung ausgefüllt, welche Unterlagen mitgeschickt werden? Bevor wir uns mit den Details beschäftigen, hier erst einmal ein kurzer Überblick. Die Steuererklärung eines nicht-buchführungspflichtigen Selbstständigen oder Gewerbetreibenden besteht aus folgenden Bestandteilen:

  • Anlage EÜR: dient der Einnahmenüberschussrechnung (= Gewinnermittlung) bei Einkünften aus Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit,

  • Anlage G: enthält zusammenfassende Angaben zu den per EÜR ermittelten "Einkünften aus Gewerbebetrieb",
    oder:

  • Anlage S: enthält zusammenfassende Angaben zu den per EÜR ermittelten "Einkünften aus selbstständiger Arbeit",

  • Gewerbesteuererklärung (nur bei Einkünften aus Gewerbebetrieb),

  • Umsatzsteuererklärung (auch umsatzsteuerliche Kleinunternehmer) sowie

  • Mantelbogen und weitere Anlagen der privaten Einkommensteuererklärung - zum Beispiel "Anlage Kind", "Anlage AV" (Altersvorsorge) oder auch "Anlage KAP" (Kapitalvermögen).

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Antwort: Zinsen für Autokredit in EÜR sofortiger Aufwand?

Hallo Peer,
warum Sie eine eigenhändige Aufteilung der Schuldzinsen vornehmen wollen, habe ich leider nicht verstanden: Sie buchen die Zinsen, wenn Sie sie bezahlen. Schuldzinsen gehen - wie alle anderen Betriebsausgaben auch - immer zum Zeitpunkt der Zahlung in die EÜR ein: Die Raten 2/2012 bis 12/2012 gehört also in die EÜR des Jahres - und so weiter.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

EÜR nachträglich

Hallo,
ich arbeite seit 2012 nebenbei Freiberuflich, wodurch eine EÜR nötig ist.

2010 habe ich allerdings schon ca. 300 Euro monatlich und 2011 ca. 800 Euro insgesamt bei der Firma eingenommen, bei der ich arbeitete.

Nach einem Telefonat und persönlichem Gespräch mit der Steuerberaterin der Firma war für mich klar, das nicht dem FA melden zu müssen, weil es nur kleine Kleckerbeträge und dadurch kein Tatbestand ist.

Wenn ich allerdings eine Einnahme-Überschuss-Rechnung für 2012 abgebe und die vorherigen Jahre unter den Tisch fallen lasse, wäre das aus meiner Sicht etwas gefährlich weil ich Einnahmen "verheimliche".

Wie lange kann man nachträglich noch eine EÜR einreichen bzw. was wäre zu empfehlen?

Danke schonmal und viele Grüße!

Antwort: EÜR nachträglich

Guten Tag,
vorweg: Ich bin kein Steuerberater und möchte Ihnen in dieser Frage auch keine allgemeine Empfehlung geben. Daher nur so viel: Wieso "verheimlichen" Sie durch Abgabe einer EÜR für 2012 Einnahmen aus den Vorjahren? Wenn überhaupt haben Sie bei Ihren Steuererklärungen für 2010 bzw. 2011 etwas verheimlicht.
Abgesehen davon: Sofern Sie hauptberuflich als Arbeitnehmer beschäftigt sind, stellen zumindest die 300 Euro des Jahres 2010 kein Problem dar: Dieser Betrag liegt unter der 410-Euro-Schwelle des "Härtefall"-Paragrafen 46 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__46.html
Falls Sie Ihre Einkommensteuererklärung ("Lohnsteuerjahresausgleich") für 2011 noch nicht abgegeben haben, sollten Sie die 800 Euro dort noch angeben. Sofern Sie die Steuererklärung bereits abgegeben, aber noch keinen Bescheid bekommen haben, können Sie Ihre Steuererklärung problemlos nachträglich ändern (indem Sie Widerspruch einlegen und die zusätzliche Einnahme angeben). Auch wenn Sie bereits einen rechtskräftigen Steuerbescheid für 2011 haben, können Sie noch eine Änderung beantragen. Wenn Sie die 800 Euro nachträglich versteuern wollen, sprechen Sie am besten mit dem für Sie zuständigen Finanzamtsmitarbeiter: Wahrscheinlich ist es für alle Beteiligten am einfachsten, wenn Sie die 800 Euro in 2012 mitversteuern.
Das aber, wie gesagt, nur meine ganz unmaßgebliche Privatmeinung.
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Antwort: EÜR nachträglich

Hallo,
okay, § 46 mit der 410-Euro-Schwelle war mir bisher nicht bekannt.
Dann werde ich das Finanzamt dafür mal kontaktieren.

Dankeschön & viele Grüße!

Gemeinsame Photovoltaik-Anlage: Wer erstellt EÜR

Hallo Herr Chromow, wirklich eine klasse Seite. Ich muss zum ersten Mal eine EÜR für unsere im letzten Jahr errichtete Photovoltaikanlage erstellen. Wir sind eine GbR und mein Schwager hat 60% der GbR und ich 40%. Meine Frage: Wer erstellt denn die EÜR? Muss ich eine für die GbR machen oder erstellen mein Schwager und ich jeweils einzeln eine und müssen diese dann anteilig rechnen?

Vielen Dank schon mal vorab für Ihre Hilfe!

Antwort: Gemeinsame Photovoltaik-Anlage: Wer erstellt EÜR

Hallo,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Neben der EÜR für die GbR müssen Sie und Ihr Schwager eine "Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung" abgeben. Die besteht aus der "Anlage FB" ("Wer ist mit welchen Anteilen an der GbR beteiligt?", d. h.: "Wie hoch ist der Anteil der Gesellschafter am Gewinn bzw. Verlust der GbR") und der "Anlage FE 1" ("Höhe der laufenden Einkünfte").
Weitere Informationen zum Thema "GbR und Steuern" finden Sie im gleichnamigen Kapitel unseres GbR-Kurses:
http://www.akademie.de/wissen/gbr-gruendung/gbr-steuern
Die Einzelheiten Ihrer Steuererklärung besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Zweite Steuernummer wegen Umsatzsteuer

Hallo,
habe heute eine zusätzliche Steuernummer bekommen. Auf dem Schreiben des Finanzamtes steht, dass diese für Umsatzsteuer und Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG gilt.
Nun meine Frage:
Im Rahmen meiner Einkommenssteuererklärung (alte Steuernummer) muss ich Angaben zum Gewerbebetrieb machen und auch eine EÜR abgeben. Welche Steuernummer muss auf dieser EÜR stehen? Die für die Einkommenssteuer oder die für die Umsatzsteuer?
Wenn ich alles richtig verstehe, muss ab sofort auf den Rechnungen die neue zweite Steuernummer drauf. Richtig? Auf der Umsatzsteuererklärung muss die neue zweite Steuernummer auch drauf, wie auch bei den Umsatzsteueranmeldungen, oder?
Wie gesagt, ich bin etwas verwirrt wegen der EÜR bei meiner Einkommenssteuererklärung, da ich bei meinem Steuerprogramm die zweite neue Steuernummer dort nicht eingeben kann, da dort fix immer die Einkommenssteuernummer steht.
Danke für die Antwort.
Gruß
Daniel

Antwort: Zweite Steuernummer wegen Umsatzsteuer

Hallo Daniel,
ich bin nicht ganz sicher, aus welchem Anlass Sie die zusätzliche Steuernummer bekommen haben - deshalb nur so viel:
Sofern Sie nicht zwei verschiedene Gewerbebetriebe haben und / oder selbstständige Tätigkeiten ausüben, gilt die neue Steuernummer sowohl für die betriebliche EÜR als auch für die Umsatzsteuer. Die bisherige Steuernummer verwenden Sie dann nur noch für Ihre private Einkommensteuererklärung.
Falls Sie neuerdings einen zweiten Betrieb eröffnet haben, gilt die Umsatzsteuer grundsätzlich für beide (jedenfalls solange Sie als Einzelunternehmer und Freiberufler tätig sind). Die bisherige Steuernummer verwenden Sie dann für die EÜR des ersten Betriebs, die neue Steuernummer für die EÜR des zweiten Betriebs.
Im Zweifel fragen Sie am besten beim Finanzamt nach.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Danke

Ich bin seit letztem Jahr Freiberufler und möchte mich einfach nur für die tolle Seite bedanken. Da bleiben keine Fragen offen.
Vielen Dank

EÜR - Verlustverrechnung

Hallo,

ich mache zurzeit zum 2. mal meine EÜR mit dem WISO Steuerprogramm und würde Sie um eine Information bitten.

Ich hatte im Jahr 2010 mit meiner selbstständigen Nebentätigkeit einen Verlust von 2282,- EUR. Dieser wurde mit meinen Einkünften aus meiner nichtselbständigen Arbeit verrechnet, so dass meine Steuererstattung etwas höher ausfiel.

Das WISO Steuerprogramm hat diesen Betrag nun für dieses Jahr als Saldovortrag mit in die neue EÜR aufgenommen. Die Summe erscheint zwar nicht im Verlust des laufenden Jahres aber in dem Konto Bank ist dieser Betrag wieder mit eingerechnet.

Meine Frage ist jetzt, ob dieser Saldovortrag so richtig ist, (evtl. für das Finanzamt zur Ermittlung des Totalgewinns?!) oder ob er nicht schon mit der Verrechnung aus dem letzten Jahr abgegolten ist und in meiner diesjährigen EÜR nichts zu suchen hat?

Kann eigentlich, das Finanzamt entscheiden ob ich den Verlust verrechnen lassen muss ode mitnehmen kann in das nächste Jahr?

Vielen Dank
Manuel

Antwort

Hallo Manuel,
ein Verlustvortrag kommt grundsätzlich erst dann in Betracht, wenn die Verrechnung mit anderen Einkunftsarten innerhalb eines Jahres nicht mehr möglich ist (wenn also das zu versteuernde Einkommen insgesamt negativ ist). Einzelheiten zum Thema Verlustvortrag finden Sie im Beitrag:
"Steuerminderung durch Verlustabzug"
http://www.akademie.de/wissen/steueroptimierung-verlustabzug
Mit Ihrer Frage zur Funktionsweise der Steuer-Software wenden Sie sich am besten an das Kundenforum zum "WISO Steuer-Sparbuch":
http://www.wiso-software.de/forum/index.php?page=Board&boardID=38
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Lohnsteuererklärung

Hallo, ich habe da mal eine Frage, Mein Mann ist Angestellter und ich habe mich mit Fahrzeugüberführungen als Kleinunternehmer selbständig gemacht nun meine Frage welche Formulare benötige ich für für die Erklärung?

Lieben Dank schon mal im Vorraus.
MFG Nicole

Hallo , ich hatte ein gewerbe von 2006 bis 2010 bis 2008 hat mein steuerberater auch die abschlüsse gemacht ich habe ihm dann die unterlagen von 2009 gegeben 2010 habe ich das gewerbe im juli abgemaeldet. ich hörte nichts mehr von meinem steuerberater ( Er hatte ein vollmacht ) da ich schon 2009 verluste hatte ich mich arbeitslos/ suchend gemeldet. Und bezog abeitslosen Geld. Nun meine Frage kann ich wieder ein Gewerbe anmelden ? Trotz das eigendlich 2 abschlüsse fehlen oder brauchte ich keine machen ?
Ich hoffe ich habe es halbwegs verständlich geschrieben :)
LG und danke für Antworten

Antwort

Hallo,
Sie dürfen ein Gewerbe durchaus vorübergehend ruhen lassen und nach zwei Jahren wieder aufnehmen. Ebenso selbstverständlich ist es aber, Sie alle Jahresabschlüsse und Steuererklärungen für die Vorjahre machen müssen. Und: Wenn Sie Ihrem Steuerberater eine Vollmacht geben, ändert das nichts daran, dass Sie weiterhin persönlich verantwortlich für Ihre Steuererklärungen sind!
Am besten setzen Sie sich schnell mit Ihrem Steuerberater in Verbindung und besprechen die erforderlichen Schritte.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo,
Ihre Vermutungen treffen zu: Grundsätzlich hat die Umsatzsteuer nichts mit der Einkommensteuer zu tun. Und anders als Umsatzsteuervorauszahlungen werden Einkommensteuervorauszahlungen bei der EÜR nicht berücksichtigt (allenfalls in Form einer Privatentnahme).
Dass das Finanzamt Umsatzsteuererstattungen einfach auf _zukünftige_ Einkommensteuervorauszahlungen anrechnet, halte ich für fragwürdig. Schließlich bedeutet das für Sie ja einen Finanzierungsnachteil, da Sie in der Zwischenzeit auf Ihnen zustehende liquide Mittel verzichten müssen. Wenn Sie das Finanzamt nicht zu einer Erstattung bewegen können, buchen Sie die Umsatzsteuererstattung als Betriebseinnahme (falls Sie mit einer Buchhaltungssoftware mit Standardkontenrahmen arbeiten, landet der Vorgang z. B. auf dem USt-Vorauszahlungskonto 1780 im Soll). Aber das haben Sie sich inzwischen ja bereits im WISO-Forum erklären lassen, sehe ich gerade
http://bit.ly/uwdTMg :-)
Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Hallo,

ich hätte im Oktober eine Umsatzsteuererstattung bekommen sollen. Stattdessen hat das Finanzamt diesen Betrag auf die nächste Vorauszahlung der Einkommensteuer verrechnet. Die Frage die mich beschäftigt, ist das OK, denn es sind doch unterschiedliche Steuerarten und wie buche ich das jetzt in der EÜR?

Ich war immer davon ausgegangen, dass Einkomemnsteuer gar nicht gebucht wird, sie wird ja vom Gewinn gezahlt.

Hallo Herr Chromow,

besten Dank für die Infos. Ich werde Sie weiterempfehlen.

Viele Grüße,
Marcus Eichhorn

Hallo Marcus,
schreiben Sie in Ihre Steuererklärung genau das: Dass Sie weder Einnahmen noch Ausgaben hatten. Apropos: Sind Sie sicher, dass Sie keine Ausgaben hatten? Keine Miete, keine Arbeitsmittel, keine Telefongebühren, kein Büromaterial, keine Werbung? Nichts? Nada? Niente? :-)
Wenn doch, sollten Sie Ihre Betriebsausgaben durchaus auch dann geltend machen, wenn ihnen keine Einnahmen gegenüberstanden. Auf diese Weise entsteht ein Verlust, den Sie mit anderen Einkünften des Jahres 2010 verrechnen oder auch als "Verlustvortrag" in die Zukunft verschieben können. Weitere Informationen finden Sie zum Beispiel auf folgenden Seiten von akademie.de:
"Stundensätze kalkulieren"
http://www.akademie.de/direkt?pid=5382
"Abschreibungen: Private Gegenstände nicht vergessen!"
http://www.akademie.de/direkt?pid=9292
"Steueroptimierung durch Verlustabzug"
http://www.akademie.de/direkt?pid=28339
Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow

Hallo,

meine Frau hat im vergangen Jahr eine eigene Steuernummer beantragt um sich als Ayurveda-Therapeutin auf freiberuflicher Basis selbständig zu machen.
Jetzt ist es aber so, dass wir im vergangen Jahr weder Einnahmen noch Ausgaben hatten, weil durch persönliche Umstände ein Start in die Selbständigkeit noch nicht möglich war. Die ersten Rechnungen hat Sie auch erst in 2011 gestellt, ebenso die Fertigstellung des Massagezimmers. Das Finanzamt will jetzt aber eine EÜR für 2010 haben. Was sollen wir denn da rein schreiben, wenn wir weder Einnahmen noch Ausgaben hatten?

Danke und Gruß,
Marcus

Eine sehr hilfreiche Seite! Vielen Dank daür.

Hallo Christoph,
fehlende Belege zur Umsatz- und Gewinnermittlung müssen Sie nach Möglichkeit rekonstruieren (z. B. über die PC-gestützte Buchführung) oder extern wiederbeschaffen (z. B. Kontoauszüge über Geldinstitute). Alle übrigen "Besteuerungsgrundlagen" werden dann gemäß § 162 Abgabenordnung ...
http://bundesrecht.juris.de/ao_1977/__162.html
... vom Finanzamt geschätzt. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Beitrag
"Verlust von Belegen und Papierdokumenten in der Buchhaltung"
http://www.akademie.de/direkt?pid=58533
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo,

super Seite.
Daher meine Frage (bei der verständlicher Weise gleich Verdächtigungen bezüglich Steuerhinterziehung entstehen):

Was ist wenn man als Gewerbetreibender keine Steuererklärung machen kann, weil sämtliche
Ordner mit Unterlagen verschwunden bzw. abhandengekommen sind? Beispielsweise durch Diebstahl, Feuer oder weil diese einfach im Umzugskaos verschwunden sind.
Was dann.
Die Belege und Rechnungen sind natürlich alle weg.

Vielen Dank im Voraus.
Christoph

Hallo,

herje, es könnte ja auch einfacher sein. :)
Ich denke, wenn ich einmal meine erste selbsterstellte Steuererklärung durchgebracht habe ist das Pferd für die weiteren Abenteuer im Steuerdeutschland gesattelt.

Nochmal eine dickes Danke für Ihre kompetente Hilfe und diese, im großen Internet,
durchaus ordentliche Seite.

Mit meinen besten Wünschen,
S.P.

Hallo SP,
Sie schreiben:
------------ Zitat ----------------
Wie kann ich denn ein Gewerbe führen und nicht selbständig tätig sein? Für mich ist das Führen eines Gewerbes eine selbständige Tätigkeit.
----------Zitat-Ende --------------
Ihre Irritation verstehe ich gut: Das Steuerrecht unterscheidet bei (im weitesten Sinne) Unternehmern und Selbstständigen zwischen "Einkünften aus Gewerbebetrieb" und "Einkünften aus selbstständiger Arbeit". Letzteres gilt zum Beispiel für klassische Freiberufler (wie Ärzte und Architekten) - aber auch für selbstständige Tätigkeiten wie die von Künstlern und Erziehern (worunter theoretisch auch Ihre Kampfsportkurse fallen könnten - deshalb meine Nachfrage). Die Einkünfte aus Gewerbebetrieb sowie selbstständigen Tätigkeiten unterscheiden sich wiederum von Einkünften aus "nichtselbstständiger Tätigkeiten", das sind die von Angestellten und anderen Arbeitnehmern. Macht das die Sache klarer? Falls Sie's noch genauer wissen möchten, schauen Sie einfach mal ins Einkommensteuergesetz:
http://bundesrecht.juris.de/estg/index.html
Dort sind die verschiedenen Einkunftsarten in den §§ 13 bis 22 geregelt.
Ansonsten liegen Sie mit Mantelbogen, Anlage G und Anlage EÜR richtig. Weitere Details entnahmen Sie dem bereits genannten "Grundlagen-Kurs zu Lohnsteuer, Lohnsteuerjahresausgleich und Einkommensteuer"
http://www.akademie.de/direkt?pid=40510
Herzliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Herr Chromow,

Jawohl, ein Gewerbe habe ich angemeldet. Meine nichtselbständige Tätigkeit ist auf 400,-EU-Basis.
Nochmal eine Frage: In Ihrer Ausführung schrieben Sie: "[...]Falls Sie sowohl ein Gewerbe betreiben als auch eine selbstständige Tätigkeit ausüben, füllen Sie sowohl die "Anlage G" als auch die "Anlage S" aus [...]". Wie kann ich denn ein Gewerbe führen und nicht selbständig tätig sein? Für mich ist das Führen eines Gewerbes eine selbständige Tätigkeit.
Demnach werde ich für meine Steuersachen also die Anlage EÜR" und die "Anlage G" einreichen plus Mantelbogen.
Zwecks Zinserträge habe ich lediglich die Guthabenszinsen von 1,40% auf ein Tagesgeldkonto.

Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe und werde Sie weiterempfehlen.

Mit sonnigen Grüßen,
S.P.

Hallo S.P.
vielen Dank für das nette Feedback: Ich habe mich sehr darüber gefreut. Zu Ihren Fragen:
1. Aus Ihrer Schilderung kann ich leider nicht entnehmen, ob Sie Ihre unternehmerische Tätigkeit als Gewerbetreibender oder Selbstständiger/Freiberufler betreiben. Ich vermute aber, dass es sich um ein Gewerbe handelt, richtig? Dann ist für diesen Teil Ihrer Einkünfte die "Anlage EÜR" und die "Anlage G" erforderlich. (Handelt es sich um eine selbstständige Tätigkeit, reichen Sie die "Anlage S" ein. Falls Sie sowohl ein Gewerbe betreiben als auch eine selbstständige Tätigkeit ausüben, füllen Sie sowohl die "Anlage G" als auch die "Anlage S" aus.)
2. Leider kann ich aus Ihren Angaben nicht erkennen, ob Sie in Ihren Nebenjob "auf Lohnsteuerkarte" arbeiten oder ihn als geringfügige Beschäftigung (=400-Euro-Job) ausüben? Wenn Sie auf Lohnsteuerkarte arbeiten, ist die "Anlage N" erforderlich. Ein 400-Euro-Job spielt bei Ihrer Einkommensteuererklärung keine Rolle.
3. Zusätzlich zu den bereits genannten "Anlagen" müssen Sie auf jeden Fall noch den "Mantelbogen" abgeben.
Ach so: Sofern Sie weitere Einkünfte haben (z. B. Zinserträge oberhalb der Sparerfreibeträge) sind unter Umständen weitere Formulare auszufüllen. Einzelheiten zu den verschiedenen Einkunftsarten entnehmen Sie am besten unserem "Grundlagen-Kurs zu Lohnsteuer, Lohnsteuerjahresausgleich und Einkommensteuer"
http://www.akademie.de/direkt?pid=40510
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Herr Chromow,

Zunächst ein gorßes Lob für diese Seite. Sie ist sehr verständlich und nimmt mir zunächst die Bedenken meine Finanzsachen selbst zu machen und beim Finanzamt abzugeben.

Meine Frage an Sie: Ich bin Unternehmer (gebe Kampfsportkurse, Verkaufe dazugehörige Sachen wie Anzüge, Boxhandschue) und habe noch eine nichtselbständige Tätigkeit nebenher als Putzkraft (ist ein Überbleibsel meines Studentenlebens). Welche Formulare muss ich nun beim Finnazamt abgeben? Wenn ich Durch diese Seite richtig informiert bin, benötige ich die Formulare "Anlage S 2010"; "Anlage N 2010" sowie "Anlage G 2010", zudem noch die "EÜR". Ist das alles richtig so - oder habe ich was vergessen bzw. kann ich davon was weglassen? Momentan wird bei mir am Ende des Jahres geschaut ob ich Steuern abführen muss oder nicht. Auf meinen Rechnungen steht also die "Mwst" drauf.
Meine zweite Frage: Unterwelchen Umständen und wie komme ich davon weg, dass ich die Steuer auf meinen Rechnungen ausweisen bzw. reinrechnen muss - also dass ich wieder als Kleinstunternehmer wirtschaften kann - also ich meine die Umstatzsteuer-Befreiung für Kleinunternehmer? (natürlich vorausgesetzt, dass ich den genannten Jahresumsatz von 17.500 Euro nicht überschreit. Muss für den Vorgang irgendwelche Formulare ausfüllen???

Vielen Dank im Voraus.
S.P.

Vielen Dank für die Antworten. Mit Abschreibungen hatte ich bei mir die sogenannten GWG gemeint. Aber die kommen ja nicht in das AV rein.

Viele Grüße Fred

Hallo Fred,
gestern hatten Sie noch Abschreibungen. :-)
Egal: Wenn sich gegenüber dem Vorjahr nichts geändert hat, reicht normalerweise auch ein Verweis darauf. Oder Sie lassen das AV einfach kommentarlos weg - wenn das Finanzamt wider Erwarten eines haben will, meldet es sich bei Ihnen. Alles halb so wild.
Alles gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank Herr Chromow,eine Frage hätte ich noch muß man eigentlich immer ein Anlageverzeichnis mit einreichen. Selbst wenn ich keine aktuellen Abschreibungen mehr habe und auch keine neuen wie zb. für das Jahr 2010 hinzugekommen sind? Klingt ein wenig umständlich , aber ich hatte für 2010 nichts abzuschreiben und die letze Abschreibung ist 2009 abgelaufen. Also keine Veränderung gegenüber 2009. Viele Grüße Fred

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