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Selbstständig und schwanger: Kindergeld, Mutterschaftsgeld und Elterngeld für Selbstständige

Der Detail-Überblick über Ihre Ansprüche!

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Von: Ann Yacobi
Stand: 31. Mai 2017 (aktualisiert)

Elterngeld und Elterngeld Plus

Seit dem 1. Juli 2015 können Eltern zwischen Elterngeld (Basiselterngeld) und dem neuen Elterngeld Plus wählen oder beides kombinieren. Die Neuregelung des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes (BEEG) soll vor allem Mütter und Väter fördern, die schnell wieder in Teilzeit arbeiten wollen. Davon profitieren auch Selbstständige, die ihr Geschäft oft nicht lange vollständig ruhen lassen können.

Das Wichtigste in Kürze:

Basiselterngeld

  • können Sie für höchstens 12 Monate beantragen (Alleinerziehende: 14 Monate).

  • Dazu kommen 2 Partnermonate, wenn auch der Vater mindestens 2 Monate zu Hause bleibt. Insgesamt gibt es für Eltern, die beide eine Auszeit nehmen, also 14 Monate Basiselterngeld.

  • Die Aufteilung auf Vater und Mutter ist frei wählbar; auch zeitgleich oder abwechselnd ist möglich. Zum Beispiel können Mutter und Vater je 7 Monate Elterngeld nacheinander beantragen, oder die Mutter 10 Monate und der Vater gleichzeitig die ersten 4 Monate.

  • Abhängig von Ihrem Einkommen vor der Geburt bekommen Sie monatlich 300 bis maximal 1.800 Euro.

  • Teilzeitarbeit bis 30 Wochenstunden ist erlaubt. Dabei wird allerdings ein ganzer Elterngeldmonat verbraucht.

Elterngeld Plus

  • können Sie doppelt so lange beziehen wie Basiselterngeld.

  • Dazu kommt ein Partnerschaftsbonus, wenn beide Partner gleichzeitig für vier Monate mit 25 bis 30 Wochenstunden in Teilzeit arbeiten: Vater und Mutter werden dafür mit jeweils 4 zusätzlichen Elterngeld-Plus-Monaten belohnt. Das gilt auch für getrennt lebende Eltern, die gemeinsam in Teilzeit gehen. Alleinerziehende können ebenfalls den viermonatigen Partnerschaftsbonus beantragen.

  • Insgesamt stehen Paaren bis zu 36 Monatsbeträge an staatlichen Leistungen zu.

  • Elterngeld Plus ist maximal halb so hoch wie das Basiselterngeld; also monatlich mindestens 150 Euro und höchstens 900 Euro.

Wer nach der Geburt nicht mehr als 30 Wochenstunden arbeitet, kommt mit dem Elterngeld Plus besser weg. Basiselterngeld und Elterngeld Plus kann man auch kombinieren: So kann die Mutter beispielsweise für sechs Monate komplett pausieren und Basiselterngeld erhalten. Danach geht sie zwölf Monate in Teilzeit und beantragt für diese Zeit Elterngeld Plus in halber Höhe. Der Vater nutzt vielleicht zwei Partnermonate Basiselterngeld oder vier Monate Elterngeld Plus. Danach können Vater und Mutter noch jeweils gleichzeitig vier Monate lang Elterngeld Plus als Partnerschaftsbonus beziehen, wenn sie beide zwischen 25 bis 30 Wochenstunden arbeiten.

Elterngeld und Elterngeld Plus für Selbstständige - Rechtslage seit 2015

Wer Basiselterngeld beantragt, erhält zwischen 65 und 100 Prozent von einem fiktiven Nettoeinkommen, das aufgrund von pauschalen Abgaben- und Steuersätzen ermittelt wird. Bei Selbstständigen werden (ebenso wie bei angestellten Eltern) anstelle der tatsächlich gezahlten Steuern und Sozialabgaben pauschaliert ermittelte Werte herangezogen, um den durchschnittlichen monatlichen Gewinn zu berechnen.

Der Steuerabzug erfolgt bei Selbstständigen grundsätzlich entsprechend der Steuerklasse IV (ohne Faktor). Wenn Sozialversicherungspflicht besteht, etwa weil Sie als freiberufliche Publizistin über die Künstlersozialkasse (KSK) versichert sind, zieht die Behörde einheitlich 21 Prozent als Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung vom Einkommen ab. Welche Beiträge Sie tatsächlich für die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung geleistet haben, ist unerheblich: Für die Kranken- und Pflegeversicherung werden 9 Prozent des Bruttoeinkommens, für die Rentenversicherung 10 Prozent und für die Arbeitslosenversicherung 2 Prozent abgezogen. Einnahmen aus Minijobs werden nicht um pauschale Sozialabgaben gekürzt.

Bei Selbstständigen, die nicht gesetzlich pflichtversichert sind – also beispielsweise privat Versicherten oder freiwillig gesetzlich Versicherten – entfällt eine Kürzung um die Sozialversicherungspauschalen. Dafür wenden die Elterngeldstellen die Vorsorgepauschalen des Einkommensteuergesetzes beim Steuerabzug an. Wer sich freiwillig in der Arbeitslosenversicherung anmeldet, fällt aber unter die Pauschale, weil diese Versicherung nach der Aufnahme zur Pflichtversicherung wird.

Jahresgewinn als Berechnungsgrundlage

Für Selbstständige ist der Bemessungszeitraum das Kalenderjahr vor der Geburt oder – falls die Mutter in diesem Jahr Mutterschafts- oder Elterngeld bezogen hat oder wegen schwangerschaftsbedingter Krankheit weniger verdient hat – auf Antrag das Steuerjahr davor (§ 2b Abs.2 BEEG).

Wenn das Baby im Dezember 2017 geboren wird, ist fürs Elterngeld also normalerweise der selbstständige Gewinn von Januar bis Dezember 2016 die Bemessungsgrundlage; auf Antrag wird der Gewinn im Kalenderjahr 2015 herangezogen. Dadurch sind insbesondere Existenzgründerinnen, die ihren Gewinn von Jahr zu Jahr erheblich steigern können, gegenüber Angestellten benachteiligt.

Vor der Geburt: Einkommen optimieren für mehr Elterngeld

Als Selbstständige haben Sie aber eine Möglichkeit, um Ihr Nettoeinkommen vor der Geburt zu steigern: Als Einkommen gilt Ihr Gewinn, also der Umsatz abzüglich Ihrer Ausgaben. Wenn Sie im Bemessungszeitraum weniger Ausgaben machen, erhöht sich dadurch Ihr Einkommen und damit auch Ihr späteres Elterngeld. Gerade bei größeren Anschaffungen lohnt es sich daher zu überlegen, ob sie auch zu einem späteren Zeitpunkt geltend gemacht werden können - zum Beispiel nach dem Ende des Elterngeldbezugs oder wenn Sie in Teilzeit wieder arbeiten und reduziertes Elterngeld bekommen.

Für Selbstständige, deren Partner angestellt ist, lohnt sich eventuell ein Steuerklassenwechsel: Bei der Berechnung des Elterngelds gilt die Steuerklasse, die der beantragende Vater bzw. die Mutter in den 12 Monaten vor der Geburt des Kindes am längsten hatte (§ 2c Abs. 3 BEEG). Ein Wechsel von der Lohnsteuerklasse IV oder V in die günstigere Klasse III lohnt sich daher nur, wenn er mindestens sieben Monate vor der Geburt des Kindes erfolgt – also in den ersten Wochen der Schwangerschaft. Mütter, die in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert sind, müssen sogar sieben Monate vor der Mutterschutzfrist wechseln. Dadurch erhöht sich ihr Nettoeinkommen. Sie zahlen dann zwar mehr Steuern, das höhere Elterngeld wiegt diesen Nachteil jedoch mehr als auf.

Wer diese Frist versäumt, hat dagegen erhebliche Einbußen: Wenn Sie monatlich 2.000 Euro brutto verdienen und zu spät von der Steuerklasse IV in die III wechseln, verlieren Sie rund 125 Euro monatlich, wenn Sie Klasse V hatten, sogar mehr als 250 Euro. Wer im November Nachwuchs erwartet, muss also bis April die Steuerklasse wechseln, um ein höheres Elterngeld zu bekommen. Das bedeutet auch, dass sich Eltern sehr früh entscheiden müssen, ob und wann der angestellte Partner in Elternzeit geht. Außerdem müssen unverheiratete Paare ein halbes Jahr vor der Geburt heiraten, um noch von Steuervorteilen zu profitieren.

Nach der Geburt: Höhere Ausgaben - höheres Elterngeld

Wenn Sie Elterngeld oder Elterngeld Plus beantragt haben und während des Bezugs wieder (bis zu 30 Wochenstunden) selbstständig arbeiten, wird Ihr Einkommen anhand einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt; für die Berechnung gelten dieselben pauschalierten Abzüge von Steuern und Sozialabgaben. Für Ihre Betriebsausgaben - zum Beispiel die Büromiete - dürfen Sie während des Elterngeldbezugs die tatsächlichen Kosten oder eine Pauschale von 25 Prozent auf Ihre Einnahmen ansetzen (§2d Abs. 3 BEEG). Dadurch sinkt Ihr Gewinn, und die Differenz zwischen Ihrem Nettogewinn vor und nach der Geburt wird größer. Da das Elterngeld nun genau diese Differenz ersetzen soll, dürften manche Selbstständige mit der Pauschale mehr Geld bekommen.

Die schlechte Nachricht: Die Definition des Einkommens von Selbstständigen ist an das Zuflussprinzip aus dem Einkommensteuergesetz angelehnt ( §2d Abs. 3 BEEG verweist auf § 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes). Wer während des Elterngeldbezugs Honorare für vor der Geburt erledigte Aufträge, Buchtantiemen oder Ausschüttungen von Verwertungsgesellschaften erhält, der bekommt weniger Elterngeld – obwohl er diese Zahlungen nicht beeinflussen kann und eventuell während des Elterngeldbezugs überhaupt nicht arbeitet. Das Bundessozialgericht hat diese offensichtliche Benachteiligung von selbstständigen Eltern festgeschrieben (Urteil vom 5.4.2012, Az. B 10 EG 10/11 R ).

Für rechzeitige Zahlungseingänge sorgen!

Als Selbstständige sollten Sie Ihre Auftraggeber dehalb bitten, Ihre Rechnungen rechtzeitig vor der Geburt zu begleichen oder – wenn Sie sich das leisten können – notfalls die Bezahlung nach Ende Ihres Elterngeldbezugs vereinbaren.

Der Ausweg aus diesem Dilemma: Eltern dürfen ihre Angaben im Antrag während des Elterngeldbezugs ohne Angabe von Gründen mehrmals ändern, und zwar sogar rückwirkend für die letzten drei Monate, sofern das Geld noch nicht ausbezahlt wurde (§ 7 Abs. 2 BEEG)! Sie können die Verteilung der Bezugsmonate daher so legen, dass Sie in den entsprechenden Zeiträumen eben kein Elterngeld beziehen. Wenn Sie im Oktober z. B. mit einer größeren Auszahlung der VG Wort rechnen, dann sorgen Sie eben dafür, dass der Oktober ein Partnermonat ist.

Auf das Elterngeld selbst sind weder Steuern noch Sozialabgaben zu entrichten. Für die Ermittlung der Steuern ist es jedoch "progressionsrelevant": Es wird zum Einkommen hinzugerechnet und kann den individuellen Einkommenssteuersatz anheben. Dadurch kann es eventuell zu Steuernachzahlungen kommen.

Das Elterngeld wird auf Leistungen nach Hartz IV (Arbeitslosengeld II, Sozialgeld) und auf Sozialhilfe angerechnet. Das bedeutet, dass die Empfänger de facto keinen Anspruch auf Elterngeld haben (§ 10 Abs. 5 BEEG). Auch Spitzenverdiener mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von über 250.000 Euro (Verheiratete: 500.000 Euro) bekommen kein Elterngeld (§ 1 Abs. 8 BEEG). Wer Arbeitslosengeld I bezieht, erhält den Sockelbetrag von 300 Euro (§ 10 Abs. 1 BEEG).

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Danke!

Vielen Dank für die Aktualisierung! Die Infos kann ich gut gebrauchen.

Mein erstes kind 2007 ist

Mein erstes kind 2007 ist nach der entbindung verstorben sie war 3 tage alt mein sohn ist dan 2009 gebohren habe dan für mein verstorbene tochter geschwiester bonos bekommen 75 euro jetzt ist mein sohn 3 und meine verstorbene 5 mein 3 kind ist geboren und habe kein geschwiester bonos bekommen wer kan mir weiter helfen bekomme ich noch geschwister bonos

Eher nein

Guten Tag,

Frau Yacobi, die Autorin, hat sich mit Antworten zurückgemeldet.

Der Gesetzestext ist eindeutig, es heißt überall nur "Lebt die berechtigte Person in einem Haushalt mit zwei Kindern..." (BEEG §2a, http://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__2a.html) "Anspruch (...) hat, wer mit seinem Kind in einem Haushalt lebt..." (§ 1). Vom Tod eines Kindes steht im Gesetz nirgends etwas, und es macht auch keinen Sinn, dass ein verstorbenes Kind berücksichtigt werden sollte, da ja keine Kosten oder Verdienstausfall kompensiert werden müssen).

Es scheint also so, als ob bei der Bewilligung des Geschwisterbonus bei Ihrem zweiten Kinde ein Fehler unterlaufen ist. Wenn man das verstorbene Kind nicht berücksichtigt, ist klar, dass es im vorliegenden Fall jetzt keinen Geschwisterbonus gibt: Ihr zweites Kind ist ja bereits drei Jahre alt. Trotzdem könnten Sie mal bei der Elterngeldstelle anrufen und darauf verweisen, dass damals eben doch ein Geschwisterbonus gezahlt wurde. Aber einen Anspruch haben Sie darauf wohl nicht.

Ich hoffe, das hilft etwas weiter.

Ihre akademie.de-Redaktion
Simon Hengel

@anonym vom 17.1.2011:

Die Antwort von Frau Yacobi:

****
"Wenn sich durch eine schwangerschaftsbedingte Erkrankung das Erwerbseinkommen (von Angestellten) verringert oder ganz wegfällt, werden die betreffenden Kalendermonate bei der Einkommensermittlung nicht berücksichtigt.

Für Einkommen aus selbstständiger Arbeit gilt: Bei der Ermittlung des Einkommens aufgrund einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder aufgrund des Abzugs der Betriebskostenpauschale kann sich die Antragstellerin frei entscheiden, ob sie die Monate der Einkommenseinbußen aufgrund schwangerschaftsbedingter Krankheit bei ihrer Gewinnermittlung berücksichtigen möchte. (Dasselbe gilt für eventuelle Monate des Elterngeldbezugs für ein älteres Kind und für die Monate des Mutterschaftsgeldbezugs vor der Geburt.)
****

Verändern sich die relavanten Monate die zur Berechnung des Elterngeldes herangezogen werden bei Schwangerschafts bedingtem Arbeitsausfall?
Normalerweise ist es bei selbständigen ja das letzte Steuerjahr. Für mich wäre es aber sinnvoller die ersten drei Monate diesen Jahres noch in der Berechnung mit drin zu haben und die ersten drei von 2010 nicht. Die Geburt ist Ende Mai.
Vielen Dank für die Hilfe.

Guten Morgen,
hoffentlich haben Sie nach Ihrer Fallschilderung noch eine Mütze voll Schlaf bekommen!? :-) Zu Ihren Fragen:
1. Sofern Sie für Ihre Selbstständigkeit (inklusive aller Vor- und Nacharbeiten, also inklusive Werbung, Buchführung etc.) _weniger_ als 15 Wochenstunden arbeiten, gelten Sie als arbeitslos und können Arbeitlosengeld I bekommen. Bevor Sie sich arbeitslos melden, sollten Sie aber die seit 1. Januar 2011 geltende Neuregelung berücksichtigen. Einzelheiten entnehmen Sie am besten unserem aktuellen Beitrag:
http://www.akademie.de/direkt?pid=58194
2. Elterngeld und ALG I dürfen gleichzeitig bezogen werden.
3. Eine "Ummeldung auf Nebenerwerb" ist nicht erforderlich.
4. Bedeutsam ist die Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenberuf vor allem für die Sozialversicherung - insbesondere die Krankenversicherung. Je nachdem, wie Ihr Ehemann versichert ist und wie hoch Ihre eigenen Einkünfte aus der selbstständigen Tätigkeit sind, können Sie in Zukunft unter Umständen von der Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung profitieren. Die wichtigsten Infos zu diesem Thema finden Sie im Beitrag
"Familienversicherung: Krankenversicherung zum Nulltarif"
http://www.akademie.de/direkt?pid=39581
Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow

Hallo und guten Tag,

okay es ist 3:51uhr nachts, und ich kann mal wieder nicht schlafen auch wenn ich zum umfallen müde bin.

Meine Situation:
Ich bin seit 8/2008 Selbstständig.
Seit 7/2010 verheiratet
am 01.10.2010 kam unsere Tochter auf die Welt.

Durch die hohen Kosten meiner Selbstständigkeit habe ich einen sehr kleinen Verdienst gehabt und bekomme somit 300,- Elterngeld (kein Mutterschaftgeld)

Ich bin freiwillig Arbeitslos versicherit

Frage
kann ich mich ab sofort Arbeitslos melden und habe ich dann anspruch auf ALG I wenn ich z.B. 15 Std. die Woche zur Verfügung stehen könnte (Oma´s, Opa und Uropa würden Babaysitten)
Kann ich mein Gewerbe auf Nebenberuf ummelden, da ich noch weiter laufenden Kosten und Verwaltungstätig zu tun habe? oder geht nur komplett abmelden?
Wird/würde das ALG I von den 300,- Elterngeld abgezogen bzw abders rum?
Welche Nachteile / Anrechnungen kommen auf meinen Angestellten Ehemann/mich zu?

Vielen Dank für Ihr Auskunft.

@vcharlem

Die Antwort von Frau Yacobi:

"Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft!

Arbeitslosengeld zählt bei der Berechnung des Elterngeldes nicht mit, denn es ist kein Erwerbseinkommen. Für die Berechnung des wegfallenden Nettoeinkommens kommen also nur die neun Monate in Frage, in denen Sie Einkünfte als Selbstständige hatten. Durch Ihre dreimonatige Arbeitslosigkeit verringert sich also Ihr durchschnittliches Einkommen und damit leider auch das Elterngeld.

Nach der Geburt Ihres Kindes können Sie gegebenenfalls zwischen Elterngeld und Arbeitslosengeld wählen: Sie können das nehmen, was insgesamt höher ist. Wenn Sie sich für das Arbeitslosengeld entscheiden, erhalten sie im Bezugszeitraum des Elterngeldes den Mindestsatz von 300 Euro zusätzlich zum Arbeitslosengeld. Oder sie beziehen zunächst Elterngeld in Höhe von 67 % für das ausfallende Einkommen und machen (ggf.) im Anschluss daran ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend. In Ihrem Fall ist das Arbeitslosengeld vermutlich höher als das Elterngeld. Aber Achtung: Voraussetzung für den Bezug des Arbeitslosengeldes ist stets, dass Sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen (also eine Betreuung für Ihr Baby nachweisen können)!

@Matsa (Entschuldigung, dass wir diese Frage erst jetzt beantworten)

Wenn Sie über die KSK in einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert sind, haben Sie Anspruch auf Mutterschaftsgeld.

Für KSK-Versicherte sind nur Wahltarife relevant, mit denen Selbstständige sich für die Zeit vom 15. bis zum 43. Krankheitstag absichern können. Danach besteht automatisch Versicherungsschutz über den Normaltarif.

Sie liegen richtig: Das Mutterschaftsgeld wird voll auf das Elterngeld angerechnet. Wenn Sie Mutterschaftsgeld bekommen, haben Sie erst ab dem dritten Lebensmonat Anspruch auf Elterngeld, das entsprechend kürzer bezahlt wird (nämlich für weitere 12 Monate, inklusive der Partnermonate).

Das Mutterschaftsgeld ist keine Wahlleistung, Sie können daher nicht anstelle des Mutterschaftsgelds zwei Monate länger Elterngeld beziehen.

Unabhängige Beratungsstellen und Frauennetzwerke, die über gesetzliche Leistungen Bescheid wissen, gibt es in fast jeder Stadt - einfach mal im Telefonbuch schauen, bei Google suchen oder bei der Stadtverwaltung fragen."

Hallo,

die von Matsa am 25.08.2009 geschriebenen Fragen interessieren mich auch! Vielleicht kann ja noch jemand darauf antworten?

Ansonsten meine Frage:
ich bin seit 5 Jahren selbständig und habe mich freiw. Arbeitslosen-versichert. Seit 2 Monaten bin ich arbeitslos gemeldet, habe aber einen Auftrag angeboten bekommen, den ich in Kürze ausführen kann und somit werde ich schon bald nicht mehr arbeitslos sein. Der Knackpunkt: ich bin seit kurzem schwanger (was mich ja nicht daran hindert, weiterhin zu arbeiten): Wird mir die kurze Unterbrechung meiner Selbständigkeit, also die 3 monatige Arbeitslosigkeit zum Verhängnis bezüglich des Elterngeldes?

Liebe Frau Yacobi,

ich bin im 7. Monat schwanger, selbstständig und über die KSK (Künstlersozialkasse) bei einer gesetzlichen Krankenkasse (Barmer) versichert. Ich habe mich bei meiner Krankenkasse über den Bezug des Mutterschutzgeldes informiert und dabei unterschiedliche Aussagen erhalten. Jetzt bin ich verunsichert und würde gerne Ihren Rat in Anspruch nehmen:

1a. Gehe ich richtig in der Annahme, dass ich grundsätzlich Mutterschutzgeld von der Krankenkasse zugesprochen bekommen - unabhängig von der Höhe? Oder müssen da irgendwelche Kriterien im Vorfeld erfüllt sein (z.B. spezielle Art der Krankenversicherung)?

1b. Hab ich das richtig verstanden: Die Informationen zum diesem sogenannten Krankenkassen-Wahltarif vom 1. August 2009 betrifft mich nicht, da ich in der KSK bin?

2. Gehe ich richtig in der Annahme, dass wenn ich Mutterschutzgeld beziehe, ich anstatt der 14 Monate Elterngeld quasi nur 12 Monate Elterngeld bekomme? Oder bekomme ich in den ersten acht Wochen nach der Geburt (in denen ich theoretisch Mutterschutzgeld bekomme) als Elterngeld quasi 'Elterngeld= Elterngeld -Mutterschutzgeld'?

3. Muss ich Mutterschutz beantragen? Oder kann ich den einfach weglassen und nur Elterngeld beziehen? Welche Nachteile bzw. Vorteile könnte das für mich haben?

4. Gibt es eine staatlich-unabhängige Beratungsstelle für selbstständige schwangere Frauen bzw. Eltern?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir weiterhelfen können!

Herzliche Grüße

Guten Tag,

zu Ihren Fragen:

1. "Kann ich die Elternzeit verlängern?"
Antwort: Nein, die Elternzeit können Sie nicht pauschal über die Maximallänge hinaus verlängern. Da Sie offenbar nicht erwerbstätig sind, brauchen Sie das auch gar nicht.

2. Kann ich gezwungen werden in meinen alten Job zurückzukehren?
Antwort: Jein, das kommt auf die näheren Umstände an. Grundsätzlich müssen Sie Arbeit, die bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt, annehmen, sonst kann Ihr HartzIV-Satz gekürzt werden. Wenn sich aber für Ihr Kind keine anderweitige Betreuung als durch Sie selbst gewährleisten lässt, können Sie bspw. nicht zu Schichtarbeit gezwungen werden. Es gibt zahlreiche Sonderregeln und Ausnahmen. HIer kommt es also, wie gesagt, auf die individuelle Situation an.

3. Wie lange darf ich laut Harz 4 zu Hause bleiben?
Antwort: Die Frage verstehe ich nicht.

Besten Gruß

Hallo.Ich bin Alleinerziehende in Elternzeit,beziehe Harz 4.Im November endet meine Elternzeit,die Unterbringung meines Kindes ist aber nicht gesichert.Kann ich die Elternzeit verlängern? Kann ich gezwungen werden in meinen alten Job zurückzukehren?Wie lange darf ich laut Harz 4 zu Hause bleiben?

Guten Tag,

der Tod Ihres Babys tut mir sehr leid.

Natürlich haben Sie für ein zweites Kind Anspruch auf Elterngeld, wenn Sie nach seiner Geburt weniger arbeiten. Dabei verlängert sich in Ihrem Fall der Berechnungszeitraum für das Elterngeld über die üblichen 12 Monate hinaus, denn die Monate, in denen Sie während Ihrer ersten Schwangerschaft Krankengeld und anschließend Mutterschaftsgeld bekommen haben, werden bei der Einkommensermittlung nicht berücksichtigt und durch frühere Monate ersetzt. Die erste Schwangerschaft führt also nicht zu geringerem Elterngeld für das zweite Kind.

In die Berechnung würden bei Ihnen dann die Monate April bis September 2008 vor der Geburt des zweiten Kindes und die Monate März bis August 2007 vor dem Kranken- bzw. Mutterschaftsgeldbezug für das erste Kind eingehen, in denen Sie ein normales Einkommen hatten.

Genaue Auskunft geben Ihnen natürlich die Elterngeldstellen.

Ich wünschen Ihnen alles Gute!

mit freundlichen Grüßen

Ann Yacobi

Hallo,
ich habe eine dringende Frage. Am 11.12.07 hatte ich in der 37igsten SSW eine Todgeburt. Jetzt bekomme ich bis zum 29. März Mutterschaftsgeld (12 Wochen weil es außerdem ja auch zu früh kam), bis dahin bin ich noch im Mutterschutz. Ich habe vor der Geburt seit September einen Krankenschein gehabt. 6 Wochen habe ich dann noch Geld vom AG bekommen und danach Krankengeld von der Krankenkasse. Vorher habe ich voll gearbeitet. Jetzt würde ich gerne wieder schwanger werden. Wenn ich also jetzt direkt wieder schwanger werden würde, würde mein Baby ca. im Oktober kommen. Im April hätte ich ja erst wieder angefangen zu arbeiten, und im September würde ich ja schon wieder in den Mutterschutz gehen.
Meine Frage: Wie sieht es dann mit dem Elterngeld aus? Da ich es ja jetzt nicht in Anspruch genommen habe, bekomme ich es dann wenn das nächste Kind dann geboren wird? Und wie wird es dann berechnet? Es ist mir wirklich wichtig. Danke

Ehepaar 1. Kind Dez. 2006
Verlust wegen ein paar Tagen 9000€ (450 statt 1200€)
(Na gut kann man nichts machen , irgendwo ist die Grenze)
2.Kind Juni/2008
Weil Erziehungsgeld nicht wie Elterngeld behandelt wird bei der Berechnung sollen uns jetzt nochmal 3400€ weniger zustehen ???

Hat schon jmd gegen die Ungleichbehandlung geklat und wie stehen die Erfolgschancen ??

Hallo,
leider ist unsere Expertin zurzeit in Urlaub, deshalb nur ganz kurz: Auf Anhieb fällt uns da nur das Krankengeld (bei der gesetzlichen Krankenversicherung) bzw. das Krankentagegeld (bei der privaten) ein. Auf diese Versicherungsleistungen haben Sie jedoch nur dann Anspruch, wenn Sie sie ausdrücklich abgeschlossen haben. Diese Möglichkeit haben Sie vermutlich bereits geprüft, oder? Falls nicht, wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse bzw. private Krankenversicherung.

Ob es in Ihrem besonderen Fall außer dem Anspruch auf Mutterschaftsgeld (ab sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin) und ggf. dem ALG II noch andere Unterstützungsmöglichkeiten gibt, erfragen Sie am besten beim

Bürgertelefon Krankenversicherung des
Bundesgesundheitsministeriums
Tel.: 01805 - 99 66 02 (0,14 Euro / Min.)
Zeit: Mo. - Do. 8:00 bis 20:00 Uhr
Internet: BMG-Bürgertelefon
http://www.bmg.bund.de/nn_600128/DE/Serviceangebote/Buergertelefon/buerg...

Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow
PS: Lassen Sie uns wissen, ob und wenn ja: wie Ihnen geholfen werden konnte? Vielen Dank!

hallo..
ich bin selbständig und in der 24. wochen schwanger. nun hat mir mein arzt ein beschäftigungsverbot erteilt. woher soll ich jetzt den lebensunterhalt bestreiten, gibt es stellen an denen ich mich wenden kann ausser hartz 4?

lieben dank

Nochmal zur Berechnung der Elternzeit, wenn in den letzten 12 Monaten vor der Geburt der "Elterngeld"-Vorläufer "Erziehungsgeld" bezogen wurde. Frau Yacobi hat sich beim Ministerium erkundigt und schreibt:

"Nun von höchster Stelle (BMFSFJ) die Bestätigung dessen, was wir schon wussten: Erziehungsgeldzeiten dürfen definitiv nicht ausgeklammert werden,
beim Elterngeld ist es dann anders. Sie haben das ja auch so geschrieben, ich finde aber Ihre Formulierung ("unter den Tisch fallen") verwirrend.

Bei der Berechnung des Elterngelds wird im Fall der Fragestellerin nur das Netto-Einkommen aus den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes berücksichtigt. Der Berechnungszeitraum verlängert sich nicht, wenn die Mutter in diesem Zeitraum nur sechs Monate lang ein Arbeitseinkommen hatte, weil sie vorher mit ihrem ersten Kind zu Hause war. Für ihr erstes Kind erhält sie den Geschwisterbonus, wenn es jünger als drei Jahre ist."

Zur Klarstellung - in Zukunft wird sich das ändern. Betreuungszeiten, in denen _Elterngeld_ bezogen worden sein wird, kann man dann von dem Einkommens-Zeitraum ausnehmen, der die Höhe des Elterngeldes bestimmt. Erziehungsgeld-Monate zählen aber dazu.

Hoffentlich macht das die Sachlage etwas verständlicher. :-)

Simon Hengel
akademie.de

@anonym

Sie müssen das Netto-Einkommen der 12 Monate vor dem Mutterschutz summieren
und durch 12 teilen, und davon 67 Prozent nehmen, wenn Sie komplett zu
Hause bleiben. Die Zeiten, in denen Sie Erziehungsgeld bekommen haben,
werden dabei berücksichtigt und fallen nicht unter den Tisch bzw. können
nicht durch Vormonate mit vollem Einkommen ersetzt werden.

Das ist in Zukunft anders, wenn man beim "vorigen" Kind nicht mehr
Erziehungsgeld, sondern schon Elterngeld (gilt übrigens auch für
Mutterschaftsgeld) bezogen haben wird: Dann kann man diese Monate aus
dem 12 Monats-Berechnungszeitraum streichen und durch Monate mit
"normalem" Einkommen aus der Zeit davor ersetzen und auf diese Weise
verhindern, dass die erste Betreuungszeit zu vermindertem Elterngeld
beim nächsten Kind führt.

Selbst ausrechnen können Sie sich Ihr Elterngeld mit dem Elterngeld-Rechner des Bundesfamilienministeriums (Link: http://www.bmfsfj.de/Elterngeldrechner/ , siehe
auch oben, Box " Weitere Informationen, Online-Rechner, Elterngeldstellen".

Und ganz genau Auskunft erhalten Sie natürlich bei den Elterngeldstellen.

Simon Hengel
akademie.de

@R. Lühr

Lieber Herr Lühr,

Anfang Dezember, als der Elterngeld-Beitrag in seiner ersten Fassung erschien, standen einige Details zur Berechnung des Elterngelds noch nicht fest. Diese Details konnte Frau Yacobi deshalb erst nach Jahresbeginn ergänzen. Recherchiert hat sie übrigens bei Elterngeldstellen und im Familienministerium.

Die Empfehlung, einen Tipp zum Steuerklassen-Wechsel einzubauen, ist gut - das werden wir tun, vielen Dank.

freundliche Grüße
Simon Hengel, akademie.de

Schön, dass Sie lernfähig sind und nach Veröffentlichung meines mediafon-Ratgebers "Wenn Selbstständige Kinder kriegen" (http://www.mediafon.net) Ihre fehlerhaften Angaben zur Berechnung des Elterngeldes für Selbstständige korrigiert haben. Ein paar Hinweise zu steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten für künftige Eltern wären aber noch sinnvoll. Mit kollegialem Gruß Rüdiger Lühr

werde 6 monate vor mutterschutz selbständig gearbeitet haben, war davor 18 monate in elternzeit d.1.kindes u. hab davor 5 monate selbständig gearbeitet, Brutto ca. 2300euro / Monat. wie berechnet sich mein elterngeld?

das ist eine gute seite bin fro das sie es giebt das hat mir sehr geholfen.

Danke für die hilfreichen Tipps!

jetzt bin ich um einiges schlauer!! super info seite

Mit dieser Seite kann beim Beantragen eigentlich nichts mehr schief gehen. Man kann auch sehr gut abscgätzen wieviel man erhalten wird. Und das ist vorallem bei einem Selbstständigen sehr wichtig.

danke für die geniale seite!

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Über die Autorin:

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Ann Yacobi arbeitet als freiberufliche Texterin und Autorin in München. Sie schreibt prägnante Texte für Webseiten, Broschüren, Kundenzeitschriften und Pressemitteilungen. Mittelständische Unternehme ...

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