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Erfolgsfaktor "Urlaub": Abschalten für Selbstständige

Urlaub ist Pflicht - auch für Unternehmer, Freiberufler und andere Solo-Selbstständige brauchen Erholungsphasen

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Stand: 27. Mai 2013 (aktualisiert)

Mut zur Muße

Mut zur Muße: Sie haben Auszeit!

Auch wenn es schwerfällt: Widerstehen Sie im Urlaub der Versuchung, von außen in Ihren Betrieb hinein zu regieren. Damit senken Sie nicht nur Ihre Erholungsqualität, Sie verringern auch die Lernbereitschaft der Daheimgebliebenen. Begrenzen Sie die Anlässe für Kontaktaufnahmen auf besonders wichtige und dringende Anlässe und vereinbaren Sie notfalls kurze Telefonate zu bestimmten Uhrzeiten an festgelegten Tagen.

Auch die Wahl Ihres Ferienziels kann Einfluss auf die Verwirklichung der gewünschten Erholung haben. Vorteil von Reisen in Heimatnähe: Sie werden weniger geneigt sein, Ihren Urlaub bei finanziellen Engpässen oder betrieblichen Problemen ausfallen zu lassen. Schließlich haben Sie die Gewissheit, notfalls schnell vor Ort sein zu können. Durch den größeren Kontrast zum heimischen Alltag und der angehobenen Hemmschwelle gegenüber vorzeitiger Beendigung des Urlaubs haben aber auch Fernreisen ihre Vorteile.

Wichtiger als das Ziel ist es jedoch, den Abstand zum Arbeitsalltag überhaupt zu schaffen. Und das nicht nur räumlich, sondern - je nach persönlichen Vorlieben - auch bei der Tagesgestaltung: Wer immer unter Hochspannung steht, sollte sich gut überlegen, sich auch noch in den Ferien touristische oder sportliche Höchstleistungen abzuverlangen. Ein wenig Mut zur Muße tut den ansonsten oft rastlosen Unternehmern und Selbstständigen in den allermeisten Fällen gut.

Wiedereinstieg in den Alltag

Als wäre es nicht schwer genug, sich einen (Kurz-)Urlaub zu organisieren: Sie müssen sich anschließend auch erst wieder in den Alltag eingewöhnen. Hinzu kommt, dass in Ihrer Abwesenheit zwangsläufig eine ganze Menge Arbeit liegen geblieben ist, die anschließend abgearbeitet werden muss. Planen Sie deshalb eine kurze betriebliche Akklimatisierungsphase ein und lassen Sie sich Ihre Erholung nicht gleich wieder durch die nächste Achtzigstunden-Woche zunichtemachen.

Wichtig für den Erhalt dauerhafter Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit sind darüber hinaus die täglichen Mini-Auszeiten: Gönnen Sie sich fünf- bis zehnminütige kreative Pausen selbst dann, wenn der Terminkalender scheinbar keine Luft lässt. Die Erfahrung zeigt: Nach einer bewussten Verschnaufpause steigt die Konzentrationsfähigkeit wieder deutlich an, die vermeintlich verlorene Zeit wird durch erhöhte Produktivität schnell wieder hereingeholt.

Auf diese Weise profitieren auch Unternehmer-Typen vom Prinzip "Spannung - Entspannung", die es trotz aller Bemühungen nicht schaffen, sich und ihrer Familie einen mehrtägigen oder gar mehrwöchigen Rückzug aus dem Alltag zu organisieren.

Fazit

Lassen Sie sich bloß nicht den Mythos der Unabkömmlichkeit auftischen: Auch Unternehmer und Selbstständige brauchen Erholungsphasen! Das Bedürfnis nach Entspannung und Tapetenwechsel ist kein Zeichen mangelnder Belastbarkeit und Professionalität, sondern ein Signal von Körper und Psyche, dass der Akku nachgeladen werden muss. Warten Sie nicht zu lange damit: Sonst muss Ihr Betrieb krankheitsbedingt womöglich ganz lange oder gar für immer ohne Sie auskommen.

Andere Autoren, gleiche Erkenntnis

"Kein Urlaub? Kann ich mir nicht leisten!" - diese Ansicht vertritt auch Lorenz Hölscher: "Urlaubspflicht für Selbstständige".

Hilfe zur Selbsthilfe für Workaholic leistet Ursula Vormwald: "Selbst- und Zeitmanagement für Arbeitswütige".

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Über den Autor:

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Robert Chromow ist gelernter Industriekaufmann, Betriebswirt und Politologe. Seit über zwanzig Jahren arbeitet er als freiberuflicher Journalist, Autor und Berater im eigenen Redaktionsbüro. Print- un ...

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