Eine USt-IdNr. auch für Kleinunternehmer

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer bietet auch Kleinunternehmern zahlreiche Vorteile

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Stand: 16. August 2013

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gibt es auch für Kleinunternehmer, denn die USt-IdNr. erleichtert EU-weite Geschäfte zwischen Unternehmern und Freiberuflern. Außerdem dient sie als Ersatz für die Angabe der persönlichen Steuernummer auf Rechnungen. Schon deshalb macht es auch für umsatzsteuerbefreite (Klein-)Unternehmer Sinn, die UStIdNr. zu beantragen. Die wissen aber oft gar nicht, dass sie das dürfen.

Die sogenannte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (UStIdNr.) gibt es, um den Austausch von Lieferungen und Leistungen im innereuropäischen Raum zu erleichtern. Geschäftsleute beweisen sich mit ihrer Hilfe gegenseitig den Status als Unternehmer. Dadurch können sie in vielen Fällen von vornherein auf die Berechnung von Mehrwertsteuer verzichten und sparen sich so die umständliche Steuererstattung.

Die spezielle Umsatz-Steuernummer hat aber auch noch einen ganz anderen praktischen Zweck: Laut § 14 Absatz 4 Umsatzsteuergesetz darf sie auf Rechnungen ausdrücklich als Ersatz für die persönliche Steuernummer verwendet werden:

"Eine Rechnung muss folgende Angaben enthalten: [...] 2. die dem leistenden Unternehmer vom Finanzamt erteilte Steuernummer oder die ihm vom Bundeszentralamt für Steuern erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ..."

Das gilt auch für umsatzsteuerliche Kleinunternehmer. Vorteil: Anders als bei der privaten Steuernummer können mithilfe der öffentlichen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer keine vertraulichen Informationen über den Steuerpflichtigen ausgekundschaftet werden.

Und was machen die Kleinunternehmer?

Unternehmer mit einem Vorjahresumsatz von nicht mehr als 17.500 Euro und einem voraussichtlichen Umsatz von nicht mehr als 50.000 Euro im laufenden Jahr brauchen ihren Kunden laut § 19 Umsatzsteuergesetz bekanntlich keine Umsatzsteuer zu berechnen. Im Gegenzug dürfen sie aber auch die selbst bezahlte Vorsteuer nicht geltend machen und können sich laufende Umsatzsteuervoranmeldungen sparen (eine jährliche Nullsummen-Umsatzsteuererklärung bleibt aber auch Kleinunternehmern nicht erspart). Umsatzsteuerliche "Kleinunternehmer" werden bei der Umsatzsteuer grundsätzlich wie Privatleute behandelt.

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Wareneinkauf in der EU

Danke für Ihre Antwort.

Kleinunternehmer mit USt-Id. Hauptsächlich einkauf in POLEN/EU

Was heißt das mit der ERwerbschwelle unter 12500 Euro und über 12500 Euro.

Also ich kann als Kleinunternehmer mit der USt-Id in Polen steuerfrei einkaufen muss aber bis zum 10. des folge Monats die UST-Voranmeldung abgeben und die DE 19% steuern auf den Netto Betrag bezahlen !?!? Stimmt das so?

Ich bleibe weiterhin Kleinunternehmer auch wenn ich die UST-Voranmeldung monatlich abgebe!!??!

Meinen Rechnungen stelle ich ohne MwSt aus mit dem Hinweis KU?!?!?!?

Wie lange bin ich als KU an die UST-Voranmeldung gebunden ?!? 2 Jahre??

Obwohl ich eine USt-ID habe kann ich trotzdem in Polen mit MwSt einkaufen!?!? Das müss ich dann nciht in der UST-Voranmeldung angeben sondern am Ende des Jahres ?!?! Stimmt das?

Wenn ich Ware in Polen mit MwSt einkaufen, habe ich da noch die Nachweßpflicht????

Wenn ich Ware aus Polen steuerfrei einkaufe dann habe ich die Nachweißpflicht.?!?!??

Es gibt einen Steuerberater der meint , als KU kann man in der EU steuerfrei bis 17500 Euro einkaufen und man muss weder in Polen noch in DE Steuern bezahlen!?!?! Das ist doch blödsinn und macht kein Sinn oder?!?!?!

Ich bedanke mich für Ihre Antworten
LG

Antwort: Wareneinkauf in der EU

Guten Tag,
das sind aber arg viele Fragen mit noch mehr Frage- und Ausrufungszeichen. :-)

Wie Sie den anderen Kommentaren wahrscheinlich bereits entnommen haben, ist eine Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1. Es liegt mir fern, einem Steuerberater zu widersprechen. Die von Ihnen zitierte Rechtsauffassung scheint mir aber in der Tat fragwürdig.

2. Ihre Beschreibung der Erwerbsbesteuerung ist soweit richtig. Wie im Beitrag weiter oben nachzulesen ist, können Sie Kleinunternehmer bleiben - auch wenn Sie eine UStIdNr. beantragen und sich für die Erwerbsbesteuerung entscheiden.

3. Umsatzsteuervoranmeldungen sind für Sie als Kleinunternehmer nur dann erforderlich, wenn Sie im vorangegangen Voranmeldezeitraum in einem anderen EU-Land umsatzsteuerfreie Lieferungen oder Leistungen bezogen haben.

4. Warum Sie trotz UStIdNr. in Polen "mit MwSt" einkaufen wollen, verstehe ich nicht: Sie haben die UStIdNr. doch gerade, um (dort) umsatzsteuerfrei einkaufen zu können!?

5. Den Nachweis Ihrer Unternehmereigenschaft und Ihrer Berechtigung, in anderen EU-Ländern umsatzsteuerfrei einkaufen zu dürfen, führen Sie mithilfe der UStIdNr.

Vielleicht hilft Ihnen das ja schon ein wenig weiter. Alle anderen Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

UST-ID in GB

Hallo,

wir beziehen Leistungen von einem britischen Unternehmen, also eigentlich Reverse-Charge-Verfahren. Dem britischen Unternehmen haben wir unsere Anforderungen an die Rechnungen mitgeteilt. Jetzt sagt er, dass er keine britische UST-ID hat. (80% seiner Umsätze macht er mit dem Drittland) Lt. seinem Berater solle er "not VAT registered in UK" auf der Rechnung vermerken. Ist das so korrekt und wie müssen wir diese Rechnung steuerlich behandeln?

Vielen Dank

Antwort: UST-ID in GB

Guten Tag,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

Wenn das leistende britische Unternehmen von der Umsatzsteuer befreit ist, diesen Sachverhalt auf der Rechnung ausweist und beide Unternehmen über eine UStIdNr. verfügen, ist eine nachträglich Versteuerung in Deutschland in Form der Reverse-Charge-Regelung m. E. nicht erforderlich.

Um möglichen Problemen bei einer späteren Steuerprüfung vorzubeugen, sollten Sie den Sachverhalt sicherheitshalber mit einem Steuerberater oder direkt mit dem Finanzamt besprechen.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Einkaufen im Ausland EU

Hallo,
Nutzte die Kleinunternehmerregelung. USt-ID wurde beantragt!

Nun möchte ich in Polen Ware ohne 23% einkaufen.
Dazu brauche ich dann eine Rechnung mit kompletter Anschrift vom Händler in Polen!

In DE zahle ich dann die 19% auf die Ware aus Polen. Monatlich oder Quartalsweise?
Und was muss ich dann abgeben?Eine Zusammenfassende Meldung oder die USt-Voranmeldung?
Wann gebe ich die USt-Voranmeldung ab?
USt-Voranmeldung= Muss ich es bevor ich die Ware einkaufe in Deutschland anmelden ? (-: Oder erst wenn ich die Ware gekauft habe?

Das sind eigentlich die letzten Antworten die ich benötige!

Danke

Antwort: Einkaufen im Ausland EU

Guten Tag,
beim Waren_import_ sind zusammenfassende Meldungen nicht erforderlich. Ihre im Ausland umsatzsteuerfreien Einkäufe geben Sie im Rahmen Ihrer Umsatzsteuervoranmeldungen an. Voranmeldungen erfolgen immer im Anschluss an den Voranmeldezeitraum, also nachträglich (klingt merkwürdig - das "Vor" in "Voranmeldung" bezieht sich auf die jährliche Umsatzsteuererklärung, aus der sich die tatsächliche Steuerlast erst ergibt).
Voranmeldezeitraum für Auslandsgeschäfte von Kleinunternehmern ist normalerweise das Vierteljahr - am besten fragen Sie bei Ihrem Steuerberater oder direkt beim Finanzamt nach, welcher Zeitraum in Ihrem Fall infrage kommt.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kleinunternehmer

Vielen dank für die schnelle Antwort.

Kleinunternehmer

Habe Les nochmal richtig gelesen, ich muss die 19% abführen. Allerdings hat der Händler in Italien nur meine steuernummer nicht meine Umsatzsteuer. Ist das jetzt ein Problem?
Vielen dank n

Antwort: Kleinunternehmer

Sofern Sie die deutsche Umsatzsteuer bezahlen, ist _für Sie_ alles in Ordnung.

Es könnte allerdings sein, dass Ihr italienischer Geschäftspartner mit den dortigen Finanzbehörden Probleme bekommt. Ich kenne die italienischen Umsatzsteuerregelungen nicht - aber steuerfreie grenzüberschreitende Lieferungen sind m. W. auch dort nur erlaubt, wenn die UStIdNr. des Empfängers vorliegt.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kleinunternehmen

Sehr geehrter Herr Ghromow,

Ich habe ein Kleinunternehmen und beziehe gelegentlich waren aus Italien und bekomme die Rechnung ohne Steuer. Laut meinem Finanzamt muss ich bei jedem Artikel 19% an das Amt abführen. Laut ihren Beiträgen kann ich herauslesen das es nicht so ist solange eine Grenze von 12500€ nicht überschritten wird. Bitte geben sie mir eine Rückmeldung wie es richtig ist. Vielen dank

Hallo, erst einmal vielen

Hallo,
erst einmal vielen Dank für Ihre Artikel und Kommentare!
Ich bin dabei, mich mit Dienstleistungen im Bereich Webdesign und Online-Marketing selbstständig zu machen und habe bereits ein Gewerbe angemeldet. In den nächsten Tagen werde ich den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung abgeben, die Kleinunternehmerregelung wählen und eine Umsatzst.-ID beantragen. Meine ersten beiden Kunden sind im EU-Ausland ansässig. Es handelt sich um einen Unternehmer und um eine Privatperson.
Meine Fragen:
- In der Rechnung werde ich keine Umsatzsteuer ausweisen - aber muss ich das erläutern? Und wenn ja, wie - über die Kleinunternehmerregelung (Paragraph 19) oder über die Tatsache, dass es ein innergemeinschaftliches Geschäft ist?
- Müssen meine Kunden im eigenen Land Umsatzsteuer abführen? Wenn ja, muss ich sie in der Rechnung darauf hinweisen?

Ich suche mit zunehmender Verzweiflung einen Steuerberater, der sich mit länderübergreifenden Steuerfragen ebenso auskennt wie mit Online-Einkünften. In der Zwischenzeit freue ich mich, bei Ihnen zum einen oder anderen Thema schon wertvolle Hinweise zu erhalten.

Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen!

Mario

Antwort

Hallo Mario,
eine Rechtsberatung im konkreten Einzelfall ist an dieser Stelle leider weder möglich noch zulässig. Deshalb nur so viel: Die Kleinunternehmerregelung gilt m. W. grundsätzlich nur im Inland. Wenn Sie eine UStIdNr. haben und Dienstleistungen für Geschäftskunden in anderen EU-Ländern erbringen, ...
* schreiben Sie Rechnungen ohne Umsatzsteuer,
* geben Ihre eigene UStIdNr. und die Ihres Geschäftspartners an und
* verweisen auf die einschlägigen Paragrafen des deutschen Umsatzsteuergesetzes (z. B. "Steuerfreie sonstige Leistung gemäß § 13b UStG: Gemäß Artikel 196 der EU-Richtlinie 2006/112/EC sind Sie als Leistungsempfänger Schuldner der Umsatzsteuer auf grenzüberschreitende sonstige Leistungen im innergemeinschaftlichen Raum ("Reverse-Charge"-Regelung)."
Da es sich um einen "steuerbaren Umsatz" handelt, sind Ihre Auslandskunden daraufhin verpflichtet, Umsatzsteuer an ihr Finanzamt abzuführen. Darum müssen Sie sich aber nicht kümmern. Sofern Sie Ihre "Dienstleistungen im Bereich Webdesign und Online-Marketing" tatsächlich auch für Privatkunden erbringen, schreiben Sie ebenfalls umsatzsteuerfreie Rechnungen. Angaben über den Grund der Steuerfreiheit sind in diesem Fall aber nicht erforderlich.
Wie gesagt: Das ist nur meine persönliche und völlig unmaßgebliche Meinung. Viel Erfolg bei der Suche nach einem kompetenten Steuerberater - und lassen Sie uns bitte wissen, wie er oder sie die Sache sieht!
Danke für Ihre Unterstützung und freundliche Grüße
Robert Chromow

Steuerberater zu Umsatzsteuer auf grenzüberschreitende Geschäfte

hallo,

noch ein "Nachwort" zur Antwort von Robert Chromow:

Einen Steuerberater, der sich auf grenzüberschreitende Umsatzsteuerfragen spezialisiert hat und auch bei "Elektronsichen Dienstleistungen" Durchblick hat, kennen wir tatsächlich - er heisst Martin Winkler und hat für akademie.de den Leitfaden
http://www.akademie.de/wissen/umsatzsteuer-auf-dienstleistungen-im-ausland verfasst. Sie finden ihn im Web unter http://www.winkler-tax.com/

Gute Geschäfte wünscht
Ihre akademie.de-Redaktion
S. Hengel

Frage

Guten Tag!
ich bin Übersetzer und gebe jedes Jahr meine Einkommensteuererklärung ab.Letztes Jahr habe ich eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragt und diese bekommen. Ich habe nur (in der Europäischen Union) einen Auftrag von Spanien bekommen in Höhe von 400,00 EUR. Dazu habe ich jemanden in Spanien beauftragt meine Webseite zu erstellen. Das kostete 1100,00 EUR. Meine Frage ist: Muss ich auch eine Umsatzsteuererklärung abgeben und welche Anlage oder Formular wäre es? Mein jährliches Einkommen beträgt nicht mehr als 15000,00 EUR. Vielen Dank.

Antwort

Guten Tag,
bitte beachten Sie: Eine Rechtsberatung im konkreten Einzelfall ist an dieser Stelle weder möglich noch zulässig. Für mich stellt sich die Rechtslage grundsätzlich so dar:
Wenn Sie als Kleinunternehmer eine UStIdNr. verwenden, haben Sie vermutlich für die sogenannte Erwerbsbesteuerung optiert, richtig? Wenn Sie außerdem Ihrem spanischen Webdesigner Ihre UStIdNr. mitgeteilt und daraufhin von ihm eine umsatzsteuerfreie Rechnung erhalten haben, müssen Sie hier in Deutschland eine Umsatzsteuererklärung abgeben und darin Umsatzsteuer auf die Webdesigner-Rechnung bezahlen. Da Sie Kleinunternehmer sind, dürfen Sie die fälligen 209 Euro (19% USt. auf 1.100 Euro) jedoch nicht als Vorsteuer geltend machen.
Die Einzelheiten (und weitere Anforderungen wie z. B. die Abgabe einer "Zusammenfassenden Meldung", vgl.
http://www.akademie.de/wissen/zusammenfassende-meldung)
besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater, der sich mit grenzüberschreitenden Geschäften im innergemeinschaftlichen Verkehr auskennt.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Frage zu Käufen im EU-Ausland

Guten Tag,

Ich betreibe seit Anfang des Jahres ein Gewerbe auf Basis der Kleinunternehmerregelung. Ich kaufe meine Ware in Schweden und zahle auf die dortigen Nettopreise bisher wie auf den Rechnungen ausgewiesen die 25% schwedische Mehrwertsteuer. Selber kann ich mir ja diese Steuer nicht "zurück holen", weise auf meinen Rechnungen also nur einen zu zahlenden Betrag ohne Steuer aus.

Nun habe ich auf Wunsch eines anderen Lieferanten, auch aus Schweden, vor einigen Monaten eine Umsatzsteuer ID beantragt und erhalten. Ich erhalte also die Ware von Lieferant B zu einem Nettopreis und muss auf die Gesamtsumme am Ende des Jahres die deutschen 19% nachzahlen, richtig?

Ist das grundsätzlich so möglich? Oder muss ich jetzt bei Lieferant A auch die Ust.ID nachreichen und fortan nach dem Erwerbsbesteuerungsprinzip handeln?

Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

MfG,

Boris G.-S.

Antwort: Frage zu Käufen im EU-Ausland

Hallo Boris,
wenn Sie sich für die Erwerbsbesteuerung entschieden haben, gilt das für alle grenzüberschreitenden Lieferungen und Leistungen im innergemeinschaftlichen Verkehr. Im Rahmen Ihrer Umsatzsteuer-Jahreserklärung geben Sie am Jahresende den Wert Ihrer steuerfreien Auslandseinkäufe auf der "Anlage UR" an und führen darauf Umsatzsteuer ab. Dabei gilt der für die betreffenden Waren und Dienstleistungen in Deutschland geltende Umsatzsteuersatz. Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater, der sich mit Auslandsgeschäften auskennt.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Käufe im EU-Ausland

Hallo Herr Chromow,

ich bin Kleinunternehmer und daher von der Umsatzsteuer befreit. Wie in den letzten Jahren wollte ich in Italien, im Metromarkt mit meiner deutschen Metrokarte einkaufen. Sehr zu meiner Verwunderung muss nun eine Umsatzsteuernummer angegeben werden, um dort einkaufen zu können. Ich habe in Ihren Beiträgen gelesen, dass man diese relativ einfach bei den Finanzbehörden beantragen kann. Was ich noch nicht ganz verstanden habe ist die Grenze von 12500 Euro für die ich im Jahr, im EU-Ausland einkaufen darf. Bedeutet dies, dass ich bis zu diesem Betrag im Ausland "Netto" einkaufen darf, ohne im Inland darauf Umsatz- oder Mehrwertsteuer bezahlen zu müssen? Muss ich diese Käufe trotzdem beim Finanzamt anmelden oder wird dies automatisch vom ausländischen Händler dem deutschen Finanzamt mitgeteilt?

Vielen Dank

Kai M.

Antwort: Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Käufe im EU-Ausland

Hallo Kai,
wenn Sie für die Erwerbsbesteuerung optieren, teilen Sie dem EU-Lieferanten Ihre Umsatzsteueridentifikationsnummer mit und erhalten daraufhin eine Nettorechnung _ohne_ Umsatzsteuer des anderen EU-Landes. Dafür müssen Sie dem deutschen Finanzamt aber den Wert der Lieferung aus dem Ausland mitteilen und zahlen darauf die deutsche Umsatzsteuer.
Weitere Einzelheiten entnehmen Sie dem Beitrag weiter oben.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Lieber Herr Chromow, erst

Lieber Herr Chromow,

erst einmal vielen Dank für Ihren tollen Artikel und Beiträge. Zu diesem Thema habe ich folgende Fragen:

Ich bin Kleinunternehmerin, habe keine USt-ID und arbeite im Bereich Illustration mit Kunden aus UK zusammen. Können Sie mir bitte weiterhelfen, wie ich mich bei der Rechnungsstellung verhalten soll? Aus Ihrem Artikel habe ich rausgelesen, dass ich keine VAT ausweisen muss - ist das korrekt? Lasse ich dabei nur die VAT weg oder muss ich das in der Rechnung irgendwie erwähnen? Was muss ich noch beachten (besondere Formulierungen einfügen usw.)?

Haben die im Ausland getätigten Umsätze (ins Ausland verkaufte Illustrationen/Nutzungsrechte) Einfluss auf den Kleinunternehmer-Status in Deutschland (werden diese als Umsatz gezählt?), falls damit die Grenze von 17500/50000 Euro überschritten wird? Kurz gesagt: Werden diese Umsätze zu den in Deutschland getätigten addiert (oder sind diese nur einkommenssteuerrelevant?)?

Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar!

Mit besten Grüßen

Viktoria

Antwort

Hallo Viktoria,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung: Ich habe mich sehr darüber gefreut. Zu Ihren Fragen kann ich Ihnen keinen steuerlichen Rat geben, sondern nur meine völlig unmaßgebliche Meinung äußern:
1.
Sofern Ihre Kunden aus UK eine USt-Id. haben, brauchen Sie keine m. E. keine Umsatzsteuer / VAT in Rechnung zu stellen. Bei "sonstigen
Leistungen" gilt im grenzüberschreitenden EU-Verkehr die Umkehr der Umsatzsteuerlast (Stichwort "Reverse charge"). Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie im Grundlagenartikel von StB Martin Winkler:
http://www.akademie.de/wissen/umsatzsteuer-auf-dienstleistungen-im-ausla...
2.
Auslandsumsätze werden m.E. nicht auf die Umsatzgrenze der Kleinunternehmerregelung angerechnet. § 19 UStG ...
http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__19.html
... verweist auf § 1 Abs. 1 UStG ...
http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__1.html
... in dem es um Inlandsumsätze geht.
Aber wie gesagt: Bitte betrachten Sie das nicht als steuerlichen Rat: Den bekommen Sie nur beim Steuerberater oder direkt beim Finanzamt.
Alles Gute und weiter viel Erfolg
Robert Chromow

Vielen Dank für diesen Artikel!! Großartige Hilfe. Alle Links und sogar ein Beispiel Screenshot.

Habe gerade meinen Antrag innerhalb wenige Minuten erfolgreich übers Internet abgeschickt. Habe dann die Meldung erhalten, die Nummer wird mir in den nächsten Tagen (wie im Artikel gesagt) per Post zugeschickt.

Einfacher hätte es nicht sein können. Das ging so schnell!

Gruß
Adam

Hallo Paul,

Sie müssen sich wie im Artikel beschrieben für die Erwerbsbesteuerung entscheiden. Und es gibt so genannte Lieferschwellen für die EU-Länder, wenn der Nettowert der an Kunden dorthin versandten Waren diese Schwelle überschreitet, müssten Sie sich dort umsatzsteuerlich registrieren. Die Schwelle liegt aber für Frankreich bei 100 000 Euro, da wäre dann also sowieso nichts mehr mit Kleinunternehmer-Regelung.

Ob die französische Steuerverwaltung ein Problem darin sieht, wenn Sie Ihre gesamten Einkäufe und Verkäufe dort abwickeln, steuerlich aber in D gemeldet sind, kann ich nicht beurteilen. Ansonsten sehe ich keine Probleme. Im Zweifel sollten Sie sich aber bei einem Steuerberater Klarheit verschaffen, denn eine Beratung können wir nicht leisten.

viel Erfolg wünscht
Ihre akademie.de

Hallo,

Einkauf und Verkauf in Frankreich, Firma in Deutschland... geht's so?
als Nebenjob möchte ich Kleinunternehmen in Deutschland anmelden und will erste Ware in Frankreich kaufen.
Wenn ich gut verstehe... Aufgrund der UStID steht keine MWSt auf meiner Einakufrechnung, dann muss ich 19% MWSt vom Wert meines Kaufes in Deuschland zahlen.
Dann kann ich diese Ware mit dem Nettowert (also ohne die auf Rechnung aufgewisene MWSt)nach Frankreich an private Presone verkaufen, oder irre ich mich?
Bitte um eine klare Erklärung. Im Voraus bedanke ich mich sehr.
LG, Paul

Hallo Claudia,
unmittelbare Auswirkungen auf den Kleinunternehmer-Status hat die Vergabe einer UStIdNr. nicht. Sie müssen sich gegenüber Ihrem Finanzamt aber für die sogenannte Erwerbsbesteuerung entscheiden. Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem Beitrag weiter oben. Im Zweifel sprechen Sie am besten mit einem Steuerberater.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Herr Chromow,
da mein Umsatz in diesem Jahr unter der Grenze liegen wird, habe ich beschlossen für nächstes Jahr die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen.
Nun meine Frage, da ich in diesem Jahr noch ein paar Käufe mit Österreich abrechnen will, wollte ich eine UID Nummer beantragen. Hat dies irgendeinen Einfluss darauf, ob ich im nächsten Jahr die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen kann? Verpflichtet man sich da wieder auf 2 Jahre oder so etwas?

Vielen Dank für ihre Antwort im vorraus.
Claudia

Hallo Herr Chromow,

vielen Dank für Ihre Antworten, die haben mir wirklich weitergeholfen.

Toller Service,
Alex

Hallo Alex,
bitte verzeihen Sie die verspätete Reaktion - meine ursprüngliche Antwort mit lauter guten Nachrichten ist leider im Internet-Nirvana verschollen. Zweiter Anlauf:
zu 1.: Ja, das stimmt.
zu 2.: Ja, das ist möglich.
zu 3.: Ja, das trifft zu. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang aber die im Text weiter oben genannten Bedingungen:
------------ Zitat ----------------
* Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie sich gegenüber Ihrem Finanzamt für die sogenannte Erwerbsbesteuerung entscheiden. Das wiederum ist nur möglich, solange die Summe aller Ihrer Einkäufe im EU-Ausland den Wert von 12.500 Euro pro Jahr (das ist die sogenannte Erwerbsschwelle) nicht überschritten haben.
* Erwerbsbesteuerung bedeutet: Sie teilen Ihren EU-Lieferanten Ihre Umsatzsteueridentifikationsnummer mit und erhalten daraufhin Nettorechnungen ohne die Umsatzsteuer des anderen EU-Landes. Dafür müssen Sie dem deutschen Finanzamt den Wert der ausländischen Lieferungen mitteilen und zahlen darauf die deutsche Umsatzsteuer.
----------Zitat-Ende --------------
zu 4.: Ja, auch das trifft zu.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Herr Chromow,

sorry, ich habe mich bei meiner letzten Anfrage falsch ausgedrückt: Ich habe eine UG gegründet, die momentan noch Umsätzen <17000 € hat.

1. Stimmt es, dass die Umsatzsteuerpflicht nicht von der Rechtsform, sondern von der Umsatzhöhe abhängig ist?
2. Kann ich auch als UG mit geringen Umsätzen eine USTId betragen, ohne sie eigentlich nutzen zu müssen/brauchen (lediglich zum Ausweis für Reputationszecken)
3. Entsteht auch bei der UG kein Mehraufwand durch die USTID?
4. Die USTID bei einer UG ist auch beim Finanamt zu beantragen?

Besten Dank für diesen perfekten Service! Großes Lob,
Alex

Hallo Axel,
sind Sie sicher, als "UG" ("Unternehmergesellschaft" i. S. d. GmbH-Gesetzes) zugleich als "Kleinunternehmer" i. S. d. Umsatzsteuergesetzes zu sein? Das würde mich ehrlich gesagt etwas wundern.
Abgesehen davon: Ja, auch umsatzsteuerliche Kleinunternehmer können eine UStID beantragen. Wie das geht, können Sie im Beitrag weiter oben nachlesen. Die Mitteilung der UStID ist anschließend eine Sache von ein paar Tagen und zu einem verwaltungsmäßigen Folgeaufwand führt die UStID auch nicht.
Mit freundlichen Grüße
Robert Chromow

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