Eine USt-IdNr. auch für Kleinunternehmer

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer bietet auch Kleinunternehmern zahlreiche Vorteile

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Stand: 16. August 2013

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gibt es auch für Kleinunternehmer, denn die USt-IdNr. erleichtert EU-weite Geschäfte zwischen Unternehmern und Freiberuflern. Außerdem dient sie als Ersatz für die Angabe der persönlichen Steuernummer auf Rechnungen. Schon deshalb macht es auch für umsatzsteuerbefreite (Klein-)Unternehmer Sinn, die UStIdNr. zu beantragen. Die wissen aber oft gar nicht, dass sie das dürfen.

Die sogenannte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (UStIdNr.) gibt es, um den Austausch von Lieferungen und Leistungen im innereuropäischen Raum zu erleichtern. Geschäftsleute beweisen sich mit ihrer Hilfe gegenseitig den Status als Unternehmer. Dadurch können sie in vielen Fällen von vornherein auf die Berechnung von Mehrwertsteuer verzichten und sparen sich so die umständliche Steuererstattung.

Die spezielle Umsatz-Steuernummer hat aber auch noch einen ganz anderen praktischen Zweck: Laut § 14 Absatz 4 Umsatzsteuergesetz darf sie auf Rechnungen ausdrücklich als Ersatz für die persönliche Steuernummer verwendet werden:

"Eine Rechnung muss folgende Angaben enthalten: [...] 2. die dem leistenden Unternehmer vom Finanzamt erteilte Steuernummer oder die ihm vom Bundeszentralamt für Steuern erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ..."

Das gilt auch für umsatzsteuerliche Kleinunternehmer. Vorteil: Anders als bei der privaten Steuernummer können mithilfe der öffentlichen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer keine vertraulichen Informationen über den Steuerpflichtigen ausgekundschaftet werden.

Und was machen die Kleinunternehmer?

Unternehmer mit einem Vorjahresumsatz von nicht mehr als 17.500 Euro und einem voraussichtlichen Umsatz von nicht mehr als 50.000 Euro im laufenden Jahr brauchen ihren Kunden laut § 19 Umsatzsteuergesetz bekanntlich keine Umsatzsteuer zu berechnen. Im Gegenzug dürfen sie aber auch die selbst bezahlte Vorsteuer nicht geltend machen und können sich laufende Umsatzsteuervoranmeldungen sparen (eine jährliche Nullsummen-Umsatzsteuererklärung bleibt aber auch Kleinunternehmern nicht erspart). Umsatzsteuerliche "Kleinunternehmer" werden bei der Umsatzsteuer grundsätzlich wie Privatleute behandelt.

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Also, Klartext: laut Finanzamt muß ein Kleinunternehmer definitiv die 19% Umsatzsteuer in Deutschland auf steuerfreie Warenlieferungen aus dem Ausland zahlen, da ist nix mit günstig oder Vorteil einer Kleinunternehmerschaft, frohe Weihnachten, ich darf jetzt noch für 2008 nachbezahlen......

Guten Tag,
die Gesetzeslage habe ich in meiner Nachricht vom 19.10.2009 bereits genannt:
------------ Zitat ----------------
Kleinunternehmer, die eine UStId-Nr. beantragen, müssen von vornherein auf Anwendung der "Erwerbsschwelle" von 12.500 Euro verzichten.
----------Zitat-Ende --------------
Eingetragen werden solche Umsätze m. W. im Rahmen der Jahresumsatzsteuererklärung in Zeile 53 auf der Rückseite der "Anlage UR" unter "Steuerpflichtige Umsätze ... für die der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer schuldet". Am besten fragen Sie das aber Ihren Steuerberater. Der weiß das bestimmt viel besser als ich.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Herr RChromow:
ich bin ja total verunsichert, ein Steuerberater hat mir jetzt gesagt, ich müsse trotzdem die 19% hier zahlen, das gäbe ein tolles Weihnachtsgeschenk ans Finanzamt, ....
Was meinen Sie mit: Abgesehen davon: Wenn Ihr Finanzamt auf Nachfrage ausdrücklich auf die Versteuerung umsatzsteuerfreier Importe aus der EU verzichtet, würde ich mich nicht aufdrängen. :-) .....Ist es denn gesetzlich nicht eindeutig geregelt, oder kommt es auf den netten Finanzbeamten an, wenn der sich dann irrt, komm ich vielleicht in 3 Jahren auf die Guillotine? Danke für Ihre Antwort, wo muss ich denn den Umsatz angeben, auf der Anlage UR 791, steuerfreie inngergem. Erwerbe, aber eigentlich ist es ja kein inn. Erwerb.

Richtigstellung (wer seine eigenen Beiträge lesen kann, ist deutlich im Vorteil :-)): Kleinunternehmer, die eine UStId-Nr. beantragen, müssen von vornherein auf Anwendung der "Erwerbsschwelle" von 12.500 Euro verzichten. Ergo: Ja, umsatzsteuerfreie Importe sind vom Erwerber grundsätzlich der deutschen Umsatzsteuer zu unterwerfen. Der umsatzsteuerfreie Einkauf im Ausland lohnt sich demnach nur, wenn der Umsatzsteuersatz dort höher ist als in Deutschland.
Abgesehen davon: Wenn Ihr Finanzamt auf Nachfrage ausdrücklich auf die Versteuerung umsatzsteuerfreier Importe aus der EU verzichtet, würde ich mich nicht aufdrängen. :-)
Freundliche Grüße
R. Chromow

Die Auskunft Ihres Finanzamts trifft zu: Für umsatzsteuerliche Kleinunternehmer, die eine UStId. haben, gilt die sogenannte Erwerbsbesteuerung. Laut § 1a Abs. 3 Nr. 1 und 2 UStG
http://bundesrecht.juris.de/ustg_1980/__1a.html
sind Sie erst dann zur Entrichtung der Umsatzsteuer verpflichtet, wenn Sie die "Erwerbsschwelle" von
12.500 Euro pro Jahr überschreiten.
Fröhliches Shopping wünscht
Robert Chromow

Hallo, auch ich bin Kleinunternehmer und kann das gleiche sagen wie anonym vom 15-7-09 : habe eine Umsatzsteuer-ID da ich im Ausland einkaufe ohne die Auslandssteuer. Das ist ziemlich vorteilhaft für mich denn bis 12.500€ muß ich darauf die deutsche MWSt nicht bezahlen (das ist so korrekt laut Finanzamt). ....
Aber im Internet liest man immer wieder, dass man es trotz Umsatzsteuerfreistellung als Kleinunternehmer dann doch versteuern muss, wer weiß es denn nun, das Finanzamt sagte, man müsse lediglich die Umsätze in einem Jahr in seiner Steuererkl. angeben und damit ist die Sache erledigt, sofern die 12.500 Euro-Grenze nicht überschritten ist, wer ist denn hier Steuerfachmann?

Vielen Dank für diesen fundierten, verständlichen und anwendungsorientierten Artikel! Eine wahre Wohltat für jemanden, der sich auf dem Sprung in die Selbständigkeit zunehmend mit den Absurditäten deutscher Bürokratie konfrontiert sieht. Gerade im Bereich E-Business ist das, was einem da hierzulande "geboten" wird, wohl kaum zu übertreffen. Manchmal frage ich mich, ob Kleinunternehmer in anderen Ländern, wo auf überflüssige Gängelei dieser Art verzichtet wird, keine Steuern zahlen. Interessanterweise liegt Deutschland bei der realen Steuerquote im internationalen Vergleich allenfalls im Mittelfeld. Vielleicht sollte die deutsche Politik mit ihrem Verordnungswahn also besser woanders ansetzen als ausgerechnet bei "Small Businesses", sprich: Einzelunternehmern u.ä.!

Hallo, als Kleinunternehmer würde ich die UStId eher nicht in mein Impressum aufnehmen: Welcher Außenstehende sollte mir daraus einen Strick drehen können? (Aber das ist natürlich eine durch und durch laienhafte Einschätzung und nicht etwa eine Rechtsberatung im Einzelfall. :-))
Danke für die nette Rückmeldung und freundliche Grüße
Robert Chromow

Sehr gut geschrieben und verständlich, aber eine Frage hätte ich noch.
Ich bin Kleinunternehmer und habe eine Umsatsteuer-ID da ich im Ausland einkaufe ohne die Auslandssteuer. Das ist ziemlich Vorteilhaft für mich denn bis 12.500€ muß ich darauf die deutsche MWSt nicht bezahlen (das ist so korrekt laut Finanzamt). Nun meine Frage in meinem ebay shop gebe ich an keine MWST ausweisen zu können wg. Kleinunternehmer, aber eigentlich müßte ich im Impressum meine DE nummer angeben Da Wenn eine DE- nummer existiert diese bekannt gegeben werden muß oder stimmt eine andere aussage, wenn keine MWSt abgeführt wird muß ich die DE - nummer nicht bekannt geben in ebay. Denn das würde bestimmt einige verwirren, einerseits habe ich eine DE-nummer kann aber keine MWSt ausweisen (Nicht jeder weiß das dies 2 paar Schuhe sind) . Wäre um einen Tip dankbar.

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