Krank durch Amalgam

Von: Dr. Dietrich von Hase
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Dr. Dietrich von Hase arbeitete nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Psychologie zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, später dann als freier Fachjournalist, freier Proje ...

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Amalgamentfernung und Entgiftungstherapie

Ärztlich begleitete Therapien mit DMPS

Die DMPS-Therapie wird für den Bereich außerhalb des Zentralnervensystems als die wirksamste Schwermetall-Entgiftungsbehandlung angesehen. DMPS (Sodium 2,3-dimercaptopropane-l-sulfonate) wird überwiegend intravenös injiziert, kann aber (bei verminderter Wirkung) auch oral eingenommen werden. Es wird von der Berliner Firma Heyl hergestellt und ist verschreibungspflichtig.

Das Medikament ist ein schwefelsaures Salz mit freien SH-Gruppen (Schwefel-Wasserstoff-Gruppen), die sich im Körper dann Schwermetalle wie Quecksilber, Kadmium, Arsen, Blei, Kupfer, Silver, Zinnan sich binden können. DMPS wurde zunächst in China entwickelt und dann in Russland zur Behandlung von Arbeitern mit Schwermetallvergiftungen eingesetzt. Dr. Daunderer entdeckte, dass sich DMPS auch zur Entgiftung Amalgamgeschädigter ideal eignet. Intravenös gespritzt werden bereits binnen Stunden größere Metallmengen gebunden und über die Niere ausgeschieden. In etwa ein Prozent der Fälle kommt es zu Nebenwirkungen, was durch die vorübergehend relativ hohen Metallmengen beim Lösungs- und Ausscheidungsprozess erklärt wird. Denn oft vervielfacht sich die Menge der im Urin feststellbaren Schwermetalle. DMPS sollte nur bei gesunden Nieren verabreicht werden. Ebenfalls ist auf eine Verstärkung der Ausleitung über Nieren (viel Trinken) und über den Darm (Giftbindemittel) zu achten.

Mit einer DMPS-Behandlung wird in der Regel möglichst unmittelbar nach Entfernung der letzten Amalgam-Füllung begonnen. Da beim Ausbohren des Amalgams Quecksilber freigesetzt wird, sollte parallel verstärkt die Entgiftung und die Giftbindung in die Wege geleitet werden. Dabei sind in etwa zweimonatigen Abständen fünf- bis zwölfmal DMPS-Injektionen zu geben, bis die Schwermetallwerte im Urin auf akzeptable Werte gefallen sind. Eine Wiederholung der DMPS-Behandlungen in entsprechenden Zeitabständen ist notwendig, weil das DMPS nur extrazellulär im Körper wirkt. An das in den Zellen abgespeicherte Metall kommt das DMPS nicht heran. Man muss also wiederholt warten, bis sich das organische Quecksilber in den Zellen im Körper verteilt hat und sich eine neue Entgiftung lohnt.

Zu beachten ist dabei, dass DMPS zunächst bevorzugt Kupfer bindet. Sollte im Körper eine hohe Kupferkonzentration bestehen, wird daher im Urin zunächst kaum Quecksilber ausgeschieden, sondern erst dann, wenn das DMPS Kupfer gebunden und abgebaut hat. Und erst, nachdem sich der Quecksilberpegel reduziert hat, werden wiederum andere Schwermetalle wie Blei, Nickel, Silber, Cadmium, Palladium usw. durch DMPS entfernt.

Beim Patienten kann es während des Ausleitungsprozesses zu stärkeren Symptomschwankungen kommen. Sie können sich "wie neugeboren" fühlen, aber es kann teilweise zwiwchenzeitlich sogar zu verstärkten Symptomen kommen. Viele Studien zeigen, dass bei den beobachteten Gruppen nach einer Amalgam-Therapie eine erhebliche Besserung und in vielen Fällen Beschwerdefreiheit eintritt.

Kostenübernahme durch Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen üblicherweise die Mehrkosten für Zahnarztbehandlungen nicht, wenn es um Alternativen zu Amalgamfüllungen geht. Eine Kostenübernahmepflicht bei Therapien besteht auf jeden Fall bei über Epikutantests nachgewiesene Quecksilberallergien (ca. 2 % bis 3 % der Patienten). Ausgangspunkt für erfolgreiche Klagen vor Gericht waren auch Speicheltests mit höheren Quecksilberwerten und Beschwerden, die in die Quecksilbersymptomatik passen und keine Allergien darstellen. Im Konsenspapier des Bundesgesundheitsamts steht: "Sofern eine Schwermetallvergiftung, unabhängig davon, wodurch sie verursacht wurde, durch medizinisch anerkannte Testmethoden nachgewiesen ist, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung auch die notwendigen Entgiftungsmaßnahmen." Da aus Kostengründen jedoch weiterhin Quecksilber offiziell als unschädlich deklariert wird, wird eine Kostenübernahme möglicherweise ein Streitfall.

Ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse nicht möglich, wird der Betroffene selbst zur Kasse gebeten. Beim Zahnarzt liegt die private Zuzahlung pro Alternativfüllung bei Kunststoff etwa bei 30 Euro - der Preis ist auch mit dem Zahnarzt verhandelbar. Das Ausbohren von Amalgamfüllungen kann auch im Rahmen alterungsbedingter Erneuerungen über die Krankenkasse abgerechnet werden. Eine Haaranalyse (Schwermetallnachweis) liegt bei ca. 70 Euro. Eine Ampulle DMPS kostet ebenfalls rund 70 Euro.

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