Ergonomie für Skeptiker: Entspanntere, schmerzfreie Computer- und Büroarbeit

Alles eine Frage der Haltung!

Von: Robert Chromow
Stand: 19. August 2007
4.77778
(9)
Anmelden um Kommentare zu schreiben

Downloads zu diesem Beitrag

Über den Autor: Robert Chromow

bild70933

Robert Chromow ist gelernter Industriekaufmann, Betriebswirt und Politologe. Seit über fünfzehn Jahren arbeitet er als freiberuflicher Journalist, Texter und Berater im eigenen Projektbüro. Print- und Online-Medien beziehen dort Fach- und Serviceartikel sowie Lernmaterialien. Außerdem schreibt er Handbücher, Webtexte und Newsletter für Unternehmen.

Beiträge des Autors als Atom-Feed Atom-Feed: Neues von akademie.de

Büro-Sport

Gehören Sie auch zu den "coolen" Computer-Anwendern, die ergonomische Empfehlungen von Berufsgenossenschaften, Ärzten und wohlmeinenden Angehörigen über Jahre als Einmischung in innere Angelegenheiten betrachtet haben? Die sich aber doch immer öfter unangenehme Rücken-, Nacken- oder Handgelenksschmerzen eingestehen müssen? Dann gefallen Ihnen vielleicht die Tipps unseres bekannten Ergo-Ignoranten Robert Chromow.

Ja, ich gebe es zu: In den letzten zwanzig Jahren habe ich mit "jugendlicher" Sorglosigkeit und Ignoranz Raubbau an meinem Körper betrieben. Die Zeit, die ich am Schreibtisch mit Tastatur und Maus ausgerüstet vor dem Bildschirm verbracht habe, ist im Laufe der Jahre auf durchschnittlich sechs bis acht, oft zwölf bis vierzehn Stunden pro Tag angewachsen. Das hat Spuren hinterlassen.

So wichtig mir ein halbwegs aufgeräumter und gut ausgestatteter Büroarbeitsplatz grundsätzlich ist: Die berufsgenossenschaftlichen Empfehlungen in Sachen ergonomische Arbeitsplatzgestaltung haben mir in der Vergangenheit allenfalls ein mildes Lächeln entlockt. Die ungelesenen Hochglanz-Periodika der Verwaltungs-BG sind ein gefundenes Fressen für meinen Altpapier-Container.

Diese in mehrfacher Hinsicht fragwürdige "Haltung" ist nicht ohne Folgen geblieben: Schmerzen in der Hals- und Lendenwirbelsäule, in der Schultermuskulatur und vor allem im rechten "Maus"-Handgelenk sind inzwischen an der Tagesordnung. Dass ich als traditioneller Maus-Verachter möglichst viele Funktionen per Tastatur erledige, ändert daran herzlich wenig. Spätestens seit ich vor einiger Zeit über Wochen hinweg ein Taubheitsgefühl in drei Fingern der rechten Hand verspürt habe, beginne ich insgeheim den rücksichtslosen Umgang mit meinem Körper zu bereuen.

Er nu' wieder...

Warum erzähle ich Ihnen das? Wo doch bekanntlich Erfahrungen wie Kämme für ausgefallene Haare sind und wir Menschen immer erst aus Schaden am eigen Leib klug werden? Keine Sorge, ich will Ihnen jetzt nicht den altersweisen Rat geben, ebenfalls regelmäßig zu joggen und gelegentlich ins Fitnessstudio, in die Sauna, zum Yogakurs oder in die Rückenschule zu gehen. Das machen Sie ja doch nicht, bloß weil das gesund ist und Ihnen das schon wieder jemand "wärmstens ans Herz legt".

Nein, vielmehr habe ich zwei höchst unterschiedliche, aber wirksame Werkzeuge entdeckt, mit denen sich erfreulicherweise das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden lässt:

Diese Seite ist für Mitglieder von akademie.de reserviert.

Möchten Sie die Mitgliedschaft 14 Tage kostenlos testen und den Beitrag komplett lesen?

Ich bin bereits Mitglied
Jetzt Probemitglied werden
Ich kann in den 14 Tagen Probezeit formlos z.B. per E-Mail stornieren. Wenn ich das nicht tue, entscheide ich mich für ein

Kommentar-Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare aus und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Workrave hat einen extrem hohen Nerv-Faktor. Man bekommt permanent vor Augen gehalten, wie lange man vor der Daddelkiste sitzt. Als ob es nicht schon schlimm genug ist, dass ich das überhaupt muss, wird mein schlechtes Gewissen nun auch noch per Pop-up daran erinnert. Das ist in etwa so, als ob ich tiefrot im Dispo stecke und alle halbe Stunde nen Anruf von der Bank erhalte, wie viel Zinsen sie jetzt wieder an mir verdient haben. F-U-R-C-H-T-B-A-R!!!

Wie gesagt, Florian,
die Häufigkeit der Popups kann mann ganz "differenziert an die persönlichen Bedürfnisse anpassen." Schau mal in den "Einstellungen" nach... :-)
Robert

Der Tisch darf auch etwas weniger martialisch aussehen ;) Es gibt viele Modelle, schön fürs Home-Office sind elektrische mit zwei oder drei Speicherplätzen. Auf Knopfdruck zwischen Sitzen und Stehen umschalten, immer die gleiche Höhe, ohne gefummel.

Übrigends gibts auch bei IKEA schon einen höhenverstellbaren Schreibtisch von der Galant-Serie.

Da ich (leider) auch meistens zu lang ohne Pausen vor meiner Kiste sitze, kommt mir diese Programm wie gerufen. Workrave läuft schon auf meinem Rechner, hab's mir individuell eingestellt und mir tut's richtig gut.
Zäsuren sind oft etwas positives und das bestätigt sich hier in mehrfacher Hinsicht.
Vielen Dank für diesen Hinweis!
Alexandra Graßler
www.wissensagentur.net

war lange mal nötig so ein artikel. bin auch einer derjenigen, die mit dem rücken zu "kämpfen" haben. danke!

Man kann, bei Verwendung eines simplen Bürostuhls (meiner stammt noch aus den 80ern) auch andersrum draufsitzen - Das spreizt das Kreuzbein, entlastet den Oberkörpter, streckt den Rücken schön flach und hält das Schultergelenk frei. Dabei ist es positiv, wenn die Stuhl-Rückenlehne nierig eingestellt ist: bei Bedarf mal die Bauchdecke nach vorne pressen und die Nieren wecken oder mit den Oberschenkeln Druck nach oben geben - und fleißig weitertippen. Funktioniert super, Beckenbodentraining bei der Arbeit.

Mal sehen ob mich das Tool auch daran erinnern kann, mehr zu trinken.

So wichtig und gut, es immer wieder ins Bewustsein rücken.

Auf den zweiten Blick fiel mir der Komentar mit dem Trinken auf.
Ich habe einen festen Platz für eine Plastikkanne mit Deckel mit 3/4 Liter Inhalt neben mir auf dem Schreintisch stehen. adavor ein o,25 Ltr. Glas. eine Rolle Küchenpapierin Griffnähe und schon geht es los. Im Sommer trinke ich so 3 Liter / Tag. Das Wasser auffüllen in der Küche bringt die notwendige Arbeitsunterbrechung. Im Winter sind es 1,5 - 2 Liter. Nachts fülle ich mir 2 Gläser zum Abschlus hinein. So mußich Nachts nochmals raus, und das Gift in der Leber wird ausgeschieden.

Zum Thema "Essen und Trinken im Büro" gibt es ebenfalls Tipps bei uns - ich hab sie am Ende des Beitrags verlinkt.

Büro-Aufzug? Eine Superidee, werd´ ich mal in Angriff nehmen ...

Ich halte viel von höhenverstellbaren Tischen, wenn die Ergonomie stimmt. Der auf den Bildern verhindert leider, dass der Monitor mittig steht. Mit dem Effekt, dass der Verfasser schräg am Tisch sitzt. Keine gute Haltung. Es gibt aber inzwischen sehr viele Lösungen. Sogar beim schwedischen Möbeldiscounter bekommt man inzwischen elektrisch höhenverstellbare Schreibtische.

Dankeschön, Herr Greisle,
für Ihre Anmerkungen und den Einkaufstipp.
Was die Illustration betrifft: Der Anschein tügt. Durch eine asymmetrische vordere Schreibtischkante verhindert der abgebildete Schreibtisch glücklicherweise nicht, "dass der Monitor mittig steht." Wenn der Verfasser also schräg aus der Wäsche guckt, dann muss das andere Gründe haben... :-)))
Herzliche Grüße
Robert Chromow