Statistik: Selbstständigen-Einkommen
Statistik: Was (andere) Selbstständige verdienen
Über Geld spricht man nicht. Hierzulande jedenfalls. Während zum Beispiel in den USA die Frage "How much (money) do you make?" durchaus Smalltalk-tauglich ist, sorgt in Deutschland die Frage nach dem Einkommen bestenfalls für betretenes Schweigen.
Also bleiben nur Statistiken:
Vorweg: Die durchschnittlichen Einkünfte von Selbstständigen werden meistens weit überschätzt. Viele Selbstständige gaukeln ihrer Umgebung ein geschäftliches und privates Wohlergehen vor, das mit der Realität herzlich wenig zu tun hat. Schließlich gilt materieller Erfolg als Ausdruck der fachlichen Qualität und Professionalität eines Dienstleisters. In den meisten Fällen liegen Sie also durchaus richtig, wenn Sie "mehr Schein als Sein" vermuten.
Glaubt man dem Statistikportal "Statista", so ist der durchschnittliche Bruttoverdienst (!) von Selbstständigen zwischen 1990 und 2008 zwar von 2.500 Euro auf etwas über 4.000 Euro gestiegen. In diesen Durchschnittswert gehen aber auch die gut verdienende Ärzte, Anwälte, Steuer- und Unternehmensberater ein - in Wirklichkeit sind nur die allerwenigsten Selbstständigen vom Spitzensteuersatz oder gar der Reichensteuer bedroht:
Von wegen "Großverdiener": Die Entwicklung der Durchschnittseinkommen von Selbstständigen zwischen 1990 und 2008
Falls Sie sich für die nach Berufen differenzierten durchschnittlichen Einkommens-Größenordnungen interessieren, können Sie diese aus den folgenden Schaubildern ablesen (hier wird allerdings nicht nach Arbeitnehmern und Selbstständigen unterschieden - Stand: 2008):
Die Einkommens-Hitliste: Platz 1 bis 30
Die Einkommens-Hitliste: Platz 31 bis 60
Die Einkommens-Hitliste: Platz 61 bis 100
Die Originalstatistiken finden Sie bei Statista.de: "Monatliches Bruttogehalt ausgewählter Berufsgruppen in Deutschland im Jahr 2008 - Platz 1-30, Platz 31-60, Platz 31-60. Für die Nutzung von Statista.de müssen Sie sich registrieren, der Basis-Account ist kostenlos.
Kreatives "Prekariat": Die Zahlen der Künstlersozialkasse
Noch ernüchternder (oder beruhigender, je nach Blickwinkel) fällt ein Blick auf die Auswertungen der Künstlersozialversicherung aus: Demnach lag das gemeldete Durchschnitts-Bruttoeinkommen der Versicherten im Jahr 2009 bei knapp 16.500 Euro. Wohlgemerkt vor Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen!
Damit liegt das durchschnittliche Monats-Bruttoeinkommen freier Journalisten, Publizisten, Fotografen, Designer und Künstler bei gerade einmal 1.375 Euro - und damit unter dem angestellter Reinigungskräfte.
Selbst wenn man in Rechnung stellt, dass KSK-Meldungen tendenziell am unteren Rand der tatsächlichen Einkünfte liegen (immerhin werden die Sozialversicherungsbeiträge auf dieser Basis berechnet), ist damit offenkundig, wie prekär die Lage vieler Selbstständiger in der Kreativbranche ist. In anderen Wirtschaftszweigen stehen Solounternehmer und Freelancer auch nicht viel besser da.
Kurzum: Wenn Sie mit Ihrer Selbstständigkeit bislang keine Reichtümer verdient haben, sind Sie in guter und zahlreicher Gesellschaft.
Nun müssen karge Einkünfte an sich noch kein Anlass für ernsthafte Selbstzweifel sein - es kommt schließlich auf die Entwicklungsperspektive und auf Ihre Einstellung an. Dauerhaft knappe Kassen sollte man aber auch nicht schönreden. Wenn der finanzielle Engpass zum Dauerzustand wird, bindet das Lebensenergien, die Sie besser anders einsetzen.
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