öffentlich
Redaktion Druckversion

Franchising: Die Vor- und Nachteile im Überblick

Franchising bietet viele Vorteile. Die Nachteile sollte man aber beachten

4
(6)
Beitrag bewerten
Ersten Kommentar schreiben
Stand: 18. Dezember 2012 (aktualisiert)

Was ist Franchising?

90 Prozent der Franchise-Gründungen sind erfolgreich und noch nach fünf Jahren am Markt. In der Praxis allerdings lauern beim Franchising zahlreiche Klippen, die Sie umschiffen müssen. Zwar bietet das Franchising mehr Vor- als Nachteile - dafür sind diese umso gewichtiger. Hans-Jürgen Borchardt erklärt das Für und Wider.

Was ist eigentlich Franchising?

Die exakte Definition können Sie beim Deutschen-Franchise-Verband e. V. (franchiseverband.com) nachlesen. Meine Kurzform lautet so: "Franchising ist ein Vertriebssystem mit rechtlich selbständigen Unternehmern, bestehend aus dem Franchisegeber und dem Franchisenehmer. Der Franchisegeber stellt die Geschäftsidee und sein Wissen - zum Teil in konkreten Vorgaben und Vorleistungen - für die Realisierung gegen Entgelt zur Verfügung. Der Franchisenehmer übernimmt diese Vorleistungen und setzt sie - ergänzt durch seine eigenen Leistungen - um."

Im Franchising wird unterschieden nach Dienstleistungsfranchising, Vertriebsfranchising und Produktfranchising.

Das Dienstleistungsfranchising ist mit einem Anteil von ca. 50 % die am weitesten verbreitete Form. Am bekanntesten ist z. B. die Fastfood-Kette McDonalds. Zunehmend werden aber auch reine Beratungsleistungen per Franchising vermarktet. So gibt es eine Fülle von Franchisegebrn, die Beratungskonzepte für Existenzgründer -von der Anlagen- bis zur Werbeberatung- bieten. Hier sollten Interessenten besonders vorsichtig sein, weil ihnen manchmal nur dicke Handbücher angedreht werden.

Vertriebs- und Dienstleistungsfranchising sind nicht immer überschneidungsfrei. Die Baumarktkette OBI wird bspw. dem Vertriebsfranchising zugerechnet. Wie beim Dienstleistungsfranchising trägt die Verkaufsstätte immer den Namen des Franchisegebers, damit die zentrale Werbung für sämtliche Franchisenehmer wirkt.

Produktfranchising müsste eigentlich Produktionsfranchising heißen, weil hier der Franchisegeber sein Herstellungs-Know-how weiter gibt. Das bekannteste Produktfranchising ist Coca Cola, die ihr Know-how an selbständige Abfüllstationen weiter gibt.

Außerdem gibt es noch das Master-Franchise. Von einem Master-Franchise spricht man, wenn ein Franchisenehmer die Lizenz eines ausländischen Franchise-Unternehmens kauft und auf dem heimischen Markt regional oder national importiert. Er tritt dann als Franchisegeber auf.

Kosten

Die Leistungen des Franchisegebers müssen vom Franchisingnehmer bezahlt werden. Die Kosten für den Nehmer bestehen aus den Einmal-/Eintrittsgebühren und aus den laufenden monatlichen Gebühren, meistens Umsatzprovisionen. Da jeder Geber die Gebühren nach eigenem Ermessen festlegen kann, ist es sinnvoll, diese bei den verschiedenen Anbietern - mit gleichen oder ähnlichen Angeboten - sorgfältig zu vergleichen. Da die Leistungen der Geber sehr unterschiedlich sind, bestehen hier gravierende Preis- und Leistungsunterschiede.

Das Internet bietet Hilfe...

Wie bei jeder Existenzgründung ist es auch hier sinnvoll, sich im Internet vorab umfassend zu informieren. So finden Sie unter der Internetadresse des Fachverbandes zusätzlich umfassende Literatur- und Beratungsangebote. Auch werden dort Beratungen in wechselnden IHK´s angeboten.

Ferner sind am Ende dieses Beitrages die wichtigsten Internetadressen zu diesem Thema aufgeführt, damit Sie sich, je nach Interesse, informieren können. Wer noch nicht genau weiß, was er will, kann dort z. B. die unterschiedlichen Angebote der verschiedenen Franchisegeber kennenlernen. Es gibt Angebote aus über 30 Branchen.

Außerdem ist es sinnvoll, auch den Internetauftritt vom Deutschen Franchise-Nehmer Verband e. V. (www.dfnv.de) aufzurufen. Dort gibt es ebenfalls viele Tipps uns Ratschläge, die Franchisenehmer vor Fehler bewahren.

Voraussetzungen, die Sie mitbringen sollten

Existenzgründer, egal welcher Art, sollten sich vor ihrer endgültigen Entscheidung immer folgende Fragen stellen:

  • Sind mein Wissen und meine Kompetenz ausreichend für die Realisierung der Geschäftsidee?

  • Entspricht die Geschäftsidee meinen persönlichen Interessen und Neigungen?

  • Reichen meine finanziellen Mittel aus?

    Wenn nein, gibt es für mein Projekt Fördermittel?

    Wenn ja, sind die Fördermittel ausreichend?

  • Ist meine Familie, mein privates Umfeld bereit, mich (vorbehaltlos) zu unterstützen?

  • Bin ich teamfähig?

  • Kenne ich Markt und Wettbewerb ausreichend?

  • Bin ich von den Alleinstellungsmerkmalen wirklich überzeugt?

  • Bin ich bereit, in der Gründungsphase notfalls auch rund um die Uhr zu arbeiten?

Wenn Sie diese Fragen bejahen können, sind Sie auf dem richtigen Weg. Wenn nicht, stellen Sie noch einmal alles auf den Prüfstand.

Beitrag bewerten

Ihre Wertung:

 

Mitglied werden, Vorteile nutzen!

  • Sie können alles lesen und herunterladen: Beiträge, PDF-Dateien und Zusatzdateien (Checklisten, Vorlagen, Musterbriefe, Excel-Rechner u.v.a.m.)
  • Unsere Autoren beantworten Ihre Fragen

Downloads zu diesem Beitrag

Über den Autor:

bild134002

Hans-Jürgen Borchardt ist seit 1967 selbstständiger Marketingberater. Er berät mittelständische Unternehmen, vorwiegend im Handel und Handwerk in Deutschland, Schweiz und den Niederlanden. Seit über ...

Newsletter abonnieren