Gutschriften aus Affiliate-Programmen von Amazon, Google & Co korrekt buchen

Die korrekte Rechnungsstellung bei Einnahmen aus Partnerprogrammen, deren Betreiber seinen Sitz im EU-Ausland hat, ist nicht ganz trivial.

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Stand: 7. Juni 2013 (aktualisiert)

Einnahmen von Google, Amazon oder anderen Anbietern mit Sitz im EU-Ausland sind eine schöne Sache, wenn deren Provisionen automatisch auf Ihrem Konto landen. Das korrekte Verbuchen der Gutschriften aus ausländischen Affiliate- und Partnerprogrammen ist jedoch oft mit einigem Aufwand verbunden. Wir erklären den bürokratischen Mehrkampf um Gutschriften und Sammelrechnungen, Umsatzsteuer-Voranmeldung, Steuererklärung und Zusammenfassende Meldung.

Die Einnahmen aus Partnerprogrammen: Wie buchen?

Für Warenlieferungen und Dienstleistungen an andere Unternehmer sind Sie laut Umsatzsteuergesetz grundsätzlich verpflichtet, eine ordnungsgemäße Rechnung auszustellen. Wie aber verhält es sich mit betrieblichen Einnahmen, die "automatisch" auf Ihrem Bankkonto landen, etwa den laufenden Provisionen, Honoraren oder "Werbekostenbeteiligungen" von Amazon, Google und ähnlichen Partnerprogrammen?

Mit Partner-Netzwerken und Affiliate-Programmen verdient man sich zwar keine goldene Nase - die eine oder andere Überweisung landet früher oder später aber dann doch auf dem eigenen Konto. Neben der Freude über "im Schlaf verdientes Geld" kommen dann aber auch buchhalterische und steuerliche Zweifelsfragen auf.

Die gute Nachricht gleich vorweg: Obwohl § 14 Umsatzsteuergesetz bei Warenlieferungen und Dienstleistungen für andere Unternehmer eine differenzierte Rechnung verlangt, ist eine nachträglich erstellte Rechnung bei Gutschriften durch Partnerprogramm-Betreiber grundsätzlich entbehrlich. Sie müssen derartigen Einnahmen grundsätzlich auch keine eigene Rechnungsnummer zuordnen.

Hintergrund ist Absatz 2 des genannten "Rechnungs-Paragrafen": Demnach darf die Rechnung nämlich auch ...

... vom "Leistungsempfänger für eine Lieferung oder sonstige Leistung des Unternehmers ausgestellt werden, sofern dies vorher vereinbart wurde (Gutschrift)."

Der Gesetzgeber stellt an die Rechnung mit umgekehrten Vorzeichen jedoch genau dieselben Anforderungen wie an konventionelle Rechnungen. Neben den Anschriften der beteiligten Unternehmen, dem Datum sowie den genau bezeichneten Produkten und Dienstleistungen enthält eine finanzamtstaugliche Gutschrift vor allem eine fortlaufende Nummer, den Steuersatz und Steuerbetrag, Zeitpunkt der Lieferung bzw. Leistung und - soweit vorhanden - die Umsatzsteuer-Identifikationsnummern beider Seiten:

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"...verbuchen..."

Sie sollten die Belege richtig buchen und nicht verbuchen.

Antwort: "...verbuchen..."

Vielen Dank für Ihren Hinweis,
aber so eng möchte ich das wirklich nicht (mehr) sehen: Unter Old-School-Kaufleuten mag die Unterscheidung von "buchen" und "verbuchen" ja noch eine Rolle spielen. Aber selbst die nicht gerade für Sprachrevolutionen bekannte Duden-Redaktion nennt heutzutage als Bedeutung" von "verbuchen":
------------ Zitat ----------------
in die Geschäftsbücher o. Ä. eintragen; kontieren
----------Zitat-Ende --------------
In der Überschrift ist eh von "buchen" die Rede: Dürfen wir's im Vorspann beim "Verbuchen" belassen? :-)
Danke und viele Grüße
Robert Chromow

Hinweis auf die Steuerlast-Umkehr - Google AdSense

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin bei meinen Recherchen zum Hinweis auf die Steuerlast-Umkehr auf zwei verschiedene Formulierungen gestoßen und bin mir nicht sicher auf welchen Artikel ich in meiner Rechnung verweisen soll.

Folgende Formulierungen habe ich gefunden:

1.)
"Für Mehrwertsteuer muss gemäß Artikel 196 der EU-Richtlinie 2006/112/EC der Empfänger aufkommen."

2.)
"Für Mehrwertsteuer muss gemäß Artikel 21.1 (b) der 6. EU-Richtlinie der Empfänger aufkommen."

Ist es egal ist auf welchen Artikel ich verweise oder ist einer evtl. durch den anderen ersetzt worden?

Müsste es bei dem 2. Satz nicht sogar "EG-Richtlinie" anstatt "EU-Richtlinie" heißen?

Vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen

Antwort: Hinweis auf die Steuerlast-Umkehr - Google AdSense

Guten Tag,
allgemein verbindliche Formulierungen gibt es m. W. nicht. Unser Experte für Fragen zur Umsatzsteuer bei grenzüberschreitenden Geschäften, Steuerberater Martin Winkler, empfiehlt den folgenden Textbaustein:
------------ Zitat ----------------
Für Mehrwertsteuer muss gemäß Artikel 196 der EU-Richtlinie 2006/112/EC der Empfänger aufkommen.
According to Article 196 VAT Directive 2006/112/EC the recipient of the services is responsible for VAT.
----------Zitat-Ende --------------
Das entspricht der ersten von Ihnen genannten Formulierung. Damit sollten Sie eigentlich auf der sicheren Seite sein. Mit Fragen zu Ihrem Einzelfall wenden Sie sich am besten an Ihren Steuerberater. Ausführliche Informationen zu diesem Thema bietet darüber hinaus Martin Winklers bewährtes Infopaket zum "Reverse-Charge-System"
http://www.akademie.de/wissen/umsatzsteuer-auf-dienstleistungen-im-ausland
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Anmerkung: "Moderner Bürokratie-Dreikampf"

Hallo,

ich lese immer wieder gerne Ihre Artikel, weil Sie die wichtigen Sachen wirklich auf den Punkt bringen können. Danke!

Müsste man eine Sammelrechnung für Google und Co. nicht eigentlich sogar mind. 2 mal jährlich schreiben? (§ 14 Abs. 2 Nr. 2 UStG, 14a Abs. 5 UStG)
Idealer Weise mit dem Leistungszeitraum 01.12. – 31.05. und 01.06. –
30.11 so dass die Einnahmen für ein komplettes Jahr abgerechnet sind, weil z.B. Google ja immer in dem darauf fogenden Monat auszahlt?
Oder findet der § hier keine Anwendung?

Vielen Dank und beste Grüße

Antwort zu Anmerkung: "Moderner Bürokratie-Dreikampf"

Guten Tag und vielen Dank für Ihre nette Rückmeldung!

Zu Ihrer Frage: Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund, zwei Sammelrechnungen pro Jahr auszustellen. Überhaupt ist das Verschicken von Rechnungen bei Gutschriften aus Partnerprogrammen nur dann erforderlich, wenn die Gutschrift / Abrechnung des Betreibers nicht bereits alle erforderlichen Rechnungselemente (insbesondere die UStIdNr. beider Seiten) enthält. Mehr dazu weiter oben im Text.

Weiterhin viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vorsteuerabzug allgemein bei nicht steuerbaren Umsätzen möglich?

Hallo,

ich war heute bei meinem Finanzamt, da ich gerne auf die Kleinunternehmerregelung verzichten möchte und zur Regelbesteuerung optieren will.

Da ich fast ausschließlich Umsätze von Google beziehe, also in Deutschland nicht steuerbare Umsätze erhalte, hat mir der Finanzamtmitarbeiter geraten nicht zu wechseln da ich wegen der Nichtsteuerbarkeit in Deutschland sowieso keinerlei Vorsteuern von meinen Investitionskosten (z.B. für Domainkosten, Kameraanschaffung, Fortbildungskosten) die im Zusammenhang mit den Googleunternehmungen stehen geltend machen kann.

Das ist doch aber Unsinn oder? Denn die Umsätze sind ja nicht steuerfrei und wären, wenn sie in Deutschland erbracht worden wären auch steuerpflichtig?

Entfällt wirklich mein Recht, mir die Vorstsuern auf meine Investitionskosten wiederzuholen? Mit welchen § kann ich das belegen?

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Manuel

Antwort

Hallo Manuel,
eine Steuerberatung in Bezug auf Ihren Einzelfall ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Deshalb nur so viel: Meines Wissens ist der (anteilige) Vorsteuerabzug gemäß § 15 Abs. 2 UStG
http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__15.html
... nur für solche Umsätze ausgeschlossen, die entweder steuerfrei sind oder steuerfrei wären, wenn sie im Inland erbracht würden. Das ist bei Einnahmen aus Google-Partnerprogrammen aus meiner Sicht nicht der Fall, da es sich weder um steuerfreie Umsätze noch um im Inland steuerfreie Umsätze handelt - sondern vielmehr um "nicht steuerbare Umsätze".
Ausführliche Informationen zum Thema "Umsatzsteuer auf im Ausland erbrachte Dienstleistungen" finden Sie im gleichnamigen Infopaket unseres Experten Steuerberater Martin Winkler
http://www.akademie.de/node/59874
Am besten fragen Sie noch einmal bei Ihrem Finanzamt nach, auf welcher gesetzlichen Grundlage Ihnen der (anteilige) Vorsteuerabzug aus Betriebsausgaben verwehrt wird (bzw. würde, wenn Sie auf den Kleinunternehmerstatus verzichten), die der Erzielung von Umsätzen aus Google-Partnerprogrammen dienen. Oder aber Sie wenden sich mit Ihrem Einzelfall gleich an einen Steuerberater.
So oder so: Lassen Sie uns wissen, was aus Ihrem Fall geworden ist?
Vielen Dank und freundliche Grüße
Robert Chromow

Wie die "Rechnung/Gutschrift" aussehen "müsste", können Sie dem abgebildeten Muster entnehmen. Darum kümmert sich Google aber nicht. Immerhin gibt es im "Adsense"-Account unter "Berichte" - "Berichtsmanager" die Möglichkeit, eine monatlichen E-Mail-Abrechnung anzufordern. Da darin keine Umsatzsteuer ausgewiesen wird und zumindest eine laufende Vorgangsnummer enthalten ist, dürfte diese Mitteilung in ausgedruckter Form als einfacher Einnahme-Beleg ausreichen.
Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de
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Und konkret: wie würde dann bei Adsense die Rechnung/Gutschrift aussehen müssen?

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