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Ideen schützen, Ideenklau verhindern

Auf Ideen gibt es kein Copyright. Deshalb schützen Sie Ihre Ideen oft am besten dadurch, dass Sie sie freilassen.

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Stand: 11. Februar 2013 (aktualisiert)

Ideenklau

Gute Ideen sind in der Informationsgesellschaft bares Geld wert. Nur: Wie kann man sie schützen? Zwar ist das Eigentum an "persönlichen geistigen Schöpfungen" in Deutschland automatisch geschützt. Eine Geschäftsidee können Sie aber nicht als Patent oder Marke anmelden. Auch ein Urheberrecht lässt sich auf eine Idee nicht geltend machen. Wir geben Tipps zum Umgang mit Geistesblitzen - und wie Sie im Zweifelsfall notfalls Urheberschaft und Entstehungszeitpunkt glaubhaft machen können.

Eine einzige, scheinbar triviale Idee kann wertvoller sein als die Ergebnisse jahrelanger Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Viele kreative Unternehmer hüten ihre aus der Praxis gewonnenen Geschäftsideen daher wie ihren Augapfel. Aus Angst davor, von aufstrebenden Nachahmern oder gar der übermächtigen Konkurrenz "bestohlen" zu werden, lassen sie ihre Geistesblitze mitunter lieber in der Schreibtischschublade verstauben als konkrete Realisationsmöglichkeiten ins Auge zu fassen.

Ideen sind nicht geschützt!

Zunächst einmal ist das auch verständlich. Ideenklau ist nämlich in der Tat gang und gäbe - und in den allermeisten Fällen auch völlig legal:

  • Denn anders als oft vermutet gibt es auf pure Ideen in Deutschland kein Urheberrecht: Geschützt durch das Urheberrechtsgesetz sind lediglich die darauf basierenden Werke, also zum Beispiel Bücher, Melodien oder Computerprogramme.

    Angenommen, Sie haben die wegweisende Idee, "Grabpflege via Internet" anzubieten. Dann wären beispielsweise die griffigen Formulierungen und der gedankliche Aufbau eines Aufsatzes zu diesem Thema im Zentralorgan der Floristen geschützt. Nicht jedoch dessen Inhalt: Konkurrenten, die inspiriert von dem Artikel (oder auch einem zufällig mitgehörten Gespräch im Restaurant) die Anregung aufgreifen und erfolgreich umsetzen, müssten keine rechtlichen Probleme befürchten.

  • Ähnlich schutzlos lässt Sie das Patentgesetz: Patente werden ausschließlich für (insbesondere technische) Erfindungen erteilt, die gewerblich nutzbar sind. "Pläne, Regeln und Verfahren für [...] geschäftliche Tätigkeiten" sind dagegen ausdrücklich keine "Erfindungen" im Sinne des Patentgesetzes! Auch Werbeideen genießen keinen Urheberrechtsschutz. Selbst das ausgefallene Konzept einer Werbekampagne ist als solches nicht geschützt, wie das Kölner Oberlandesgericht vor ein paar Jahren entschied.

    Im Fall der fiktiven "Grabpflege via Internet" könnten also allenfalls innovative technische Spezialvorrichtungen oder Verfahren patentierbar sein, mit denen das ferngesteuerte Säen und Unkrautzupfen möglich wird und die mehr sind als bloße Adaptionen bereits vorhandener Tele-Techniken.

  • Schutz durch das Markengesetz wiederum könnten Sie nur für Wort-, Bild- oder Hörzeichen erwarten, unter denen Sie Ihren "Grabpflege via Internet"-Service betreiben oder betreiben wollen (z. B. "TeleGrab").

Im Strafgesetzbuch schließlich findet sich zwar das Verbot der "Verletzung von Privatgeheimnissen" sowie der "Verwertung fremder Geheimnisse". Die beziehen sich jedoch hauptsächlich auf Amtsträger und besondere Berufsgruppen wie Ärzte, Anwälte oder Sachverständige. Barrieren gegen Wirtschaftsspionage bietet allenfalls der allgemeine Schutz des Brief-, Post- oder Fernmeldegeheimnisses, vor Datenausspähung oder von Geschäftsräumen gegen Einbruch.

Unlauterer Wettbewerb?

Für einen - wenn auch dürftigen - Schutz sorgt darüber hinaus nur noch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Zu den in § 4 UWG aufgezählten Beispielen unlauteren Wettbewerbs gehört nämlich auch das Anbieten von ...

"Waren oder Dienstleistungen [...], die eine Nachahmung der Waren oder Dienstleistungen eines Mitbewerbers sind, wenn er [= der "Imitator"] die für die Nachahmung erforderlichen Kenntnisse oder Unterlagen unredlich erlangt hat."

Unredlich handelt nicht, wer ungeschützte Informationen aus Korrespondenz oder Gesprächen über Produkt- oder Dienstleistungsideen aufgreift und ohne Erlaubnis in eigene Projekte umsetzt. Da bedarf es dann schon des Aushorchens von Mitarbeitern oder anderer Formen der gezielten Wirtschaftsspionage.

Vertraulichkeitserklärung

Um Geschäftspartner zumindest ansatzweise am Ideenklau hindern zu können, müssen Sie sich schon eine ausdrückliche Vertraulichkeitserklärung unterzeichnen lassen. Damit eine solche oft auch "Kunden- und Quellenschutzvereinbarung", "Geheimhaltungsvertrag" oder auch "Non Disclosure Agreement" (NDA) genannte Vereinbarung tatsächlich die gewünschte Wirkung erzielt, sollte sie mit einem Anwalt auf den Einzelfall zugeschnitten werden.

Allgemein gehaltene Formulierungen wie die im folgenden Beispiel eignen sich eher, um die Ernsthaftigkeit und Vertraulichkeit von Gesprächen und Kooperationen zu unterstreichen:

Beispiel: Vertraulichkeitserklärung

"Ich verpflichte mich, sämtliche nicht öffentliche Informationen, die mir im Zuge der Kooperationsverhandlungen über das 'TeleGrab'-Projekt von Max Mustermann zugänglich gemacht werden, insbesondere die Inhalte sämtlicher Unterlagen, vertraulich zu behandeln und nicht an Dritte weiterzugeben. Meine Mitarbeiter sind ihrerseits vertraglich verpflichtet, Vertraulichkeit zu wahren.

Sofern die angestrebte Kooperation nicht zustande kommt, werde ich die Unterlagen auf Wunsch von Max Mustermann vollständig zurückgeben oder vernichten. Die erworbenen Kenntnisse werde ich nicht verwerten.

Mir ist bekannt, dass die Verletzung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen strafbar ist und dass bei Zuwiderhandlungen ein Schadenersatz von mindestens 50.000 Euro an Max Mustermann zu zahlen ist."

Beweissicherung für Einsteiger

Keine Sorge, für professionelle Kooperationspartner ist das Unterzeichnen von Vertraulichkeitserklärungen völlig selbstverständlich und keineswegs Ausdruck für Misstrauen. Trotzdem: Nicht immer passt das Vorlegen einer formellen Vereinbarung zur Bedeutung eines Vorgangs - in manchen Situationen kann sie der Anbahnung fruchtbarer Geschäftsbeziehungen sogar im Wege stehen.

Auf "Nummer sicher" gehen können Sie bei solch flüchtigen Gütern wie Ideen ohnehin nicht - von der Durchsetzung finanzieller Ansprüche vor Gericht ganz zu schweigen. Ungeachtet dessen ist es manchmal durchaus sinnvoll, den Inhalt von Ideenskizzen und Exposés, innovativen Verfahren und Abläufen, Marken- oder Slogan-Entwürfen, Konzepten oder Geschäftsplänen etc. zum Zeitpunkt der Weitergabe eindeutig zu dokumentieren.

Der Beweis (oder zumindest einen Plausibilitätsanhaltspunkt) der Urheberschaft und deren Zeitpunkt lässt sich auf vielerlei Wegen führen, z. B. per ...

  • Mitteilung an einen Zeugen mit Bitte um Archivierung (z. B. per Brief, E-Mail, Fax)

  • Versand/Übermittlung der Information in Anwesenheit mehrerer Zeugen mit anschließender Anfertigung eines Protokolls,

  • ungeöffnetem Brief per Einschreiben an sich selbst,

Derartige Heimwerker-Lösungen sind im Zweifelsfall aber kaum mehr als schwache Indizien für den von Ihnen behaupteten Sachverhalt. Deutlich mehr Sicherheit bietet nur die Hinterlegung der betreffenden Dokumente bei einem Rechtsanwalt oder Notar. Bei einem angenommenen "Streitwert" von 50.000 Euro kostet das beweiskräftige Hinterlegen eines Dokuments bei einem Notar mindestens 66 Euro - zuzüglich Kopierkosten und Umsatzsteuer.

Alternative: Virtueller Notar

Günstiger und vor allem einfacher geht es mit dem Online-Dienst PriorMart: Er bietet notarielle Hinterlegungen via Internet. Sie laden eine Text- oder Multimediadatei auf den virtuellen Notariatsserver. Der Anbieter sorgt daraufhin dafür, dass das Dokument einem staatlich geprüften Notar vorgelegt wird, der den offiziellen "Schöpfungszeitpunkt" bezeugt. Die notarielle Hinterlegung wird postwendend durch eine Beglaubigungsurkunde bestätigt. Außerdem bekommen Sie eine schriftliche "Prioritätserklärung". Die Hinterlegung ist grundsätzlich auf fünf Jahre befristet.

Die Kosten halten sich in überschaubaren Grenzen:

  • Die Einsteigerlösung für einzelne notarielle Hinterlegungen schlägt mit 49 Euro (inkl. Mehrwertsteuer) zu Buche. Die Dateigröße ist dabei auf 50 MB begrenzt.

  • Eine "Hinterlegungs-Flatrate" kostet 99,95 Euro pro Monat und ermöglicht unbegrenzt viele Hinterlegungen. Die Datenmenge ist in dem Fall auf 500 MB begrenzt.

Grenzen der Beweiskraft

Wohlgemerkt: Eine 100-prozentige Gewähr für die gerichtliche Anerkennung bietet auch die notarielle Hinterlegung nicht! Trotzdem kann deren Inanspruchnahme sinnvoll sein - und sei es nur, um sich im Streitfall gegen ungerechtfertigte Behauptungen anderer wehren zu können.

Oder aber um später glaubhaft zu machen, dass der erfolgreiche Konkurrent durch Sie inspiriert wurde und Ihnen den Ihrer Meinung nach verdienten Lohn vorenthält. Bevor Sie sich diese zweifelhafte Befriedigung öffentlich verschaffen, sollten Sie sich jedoch unbedingt vergewissern, dass die Rechtslage eindeutig, die Beweise gesichert und / oder Ihre Formulierungen zurückhaltend gewählt sind: In Sachen "Üble Nachrede" nimmt es das Strafgesetzbuch nämlich ziemlich genau.

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Produkt in D schützen, das es in Asien bereits gibt

Ich habe bei einem Auslandsaufenthalt ein relativ einfaches Produkt gesehen (Sportbekleidung), das ich gerne für den deutschen Markt herstellen (lassen) und vertreiben möchte. In ganz Europa gibt es dieses Produkt lt. meinen Recherchen noch nicht. Gibt es eine Möglichkeit, es in D / Europa schützen zu lassen, damit es nicht sofort von großen Sportartkleidungs-Herstellern zu günstigeren Preisen produziert werden kann? Ein Patent anzumelden ist ja in diesem Fall nicht möglich.

Danke für Ihre Hilfe!

haha

Du klaustvon Chinesen die killen dich

Antwort: Produkt in D schützen, das es in Asien bereits gibt

Guten Tag,
ich kenne mich mit dem Patentrecht nicht aus - vielleicht lässt sich das Produkt ja als Gebrauchsmuster
http://www.dpma.de/gebrauchsmuster/index.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Gebrauchsmuster
schützen. Bevor Sie viel Geld in die Hand nehmen, befragen Sie ohnehin am besten einen Anwalt, der sich im Patent- und Markenrecht auskennt.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

trau schau wem?

Und wenn der wissende Anwalt die Idee sofort von seinem Freund als dessen eigene patentieren geht? Teufel mit Beelzebub besiegen - wie geht das genau?

Antwort: trau schau wem

Guten Tag,
für solche Fälle gibt es Paragraf 203 StGB
http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__203.html

Wenn Sie nun auch noch die Unabhängigkeit hiesiger Strafgerichte in Zweifel ziehen, dann hilft nur himmlischer Beistand. :-)

Viele Grüße
Robert Chromow

Jeder hat seinen Preis...

Vielen Dank für den Paragraphenhinweis. Entscheidend ist wohl der wirtschaftliche Wert einer Idee, ab der jemand, wie hiesig und unbestechlich auch immer, schwach werden könnte. Wer kann schon auf Geld verzichten? Wenn´s da einen Weg gäbe wäre er wohl sehr interessant...

Ideen... heikle Frage KONZEPTE

Hallo liebe professionelle Leute!
Ich wollte mich erkundigen, ob Sie auch wissen, wie die Lage bezüglich Ideen/Schutz etc in Österreich ist? Ich finde keine österreichischen Seiten, die das genauso klar und übersichtlich erklären, wie Ihre. Deshalb wende ich mich jetzt an Sie!
Ist die Lage in Österreich gleich wie in Deutschland? Also dass Ideen nicht schützbar sind und dass es aber ebenfalls die Möglichkeiten mit der notariellen Dokumentation und der Vrtraulichkeitserklärung für mögliche Diebe gibt?

Sie haben weiters erklärt, dass wenn zB jemand die Harry Potter Figuren 1:1 übernimmt und nur das Setting ändert, es ein Plagiat wäre und somit strafbar (weil die Idee der Figuren ja bereits als Buch materiallisiert wurde). Wie ist das aber wenn jemand nicht die Figuren aber 1:1 das KONZEPT nimmt und nur die Figuren ändert? Wenn zum Beispiel jemand statt Harry einen Hugo nimmt und statt Hogwarts ein anderes Schloss XY nimmt, wohl aber das gleiche Konzept nimmt? Also auch einen Zauberlehrling der das gleiche Schicksal durchlebt wie Harry? Nämlich wirklich das GLEICHE (nicht nur den gleichen archetypischen Weg des Heldens). Wäre das auch Plagiat und strafbar? Also wenn das KONZEPT gestohlen würde?

Oder zB jemand erfindet ein Konzept im Unterrichtsbereich so wie in meinem Fall, wo es (ich sage jetzt irgendwas) beispielsweise das Symbol eines Hubschraubers mit Pilot drinnen gäbe, der durch eine bestimmte Anordnung von Wolken fliegt, das ganze als Bild dargestellt mit einer Erklärung, einem Konzept dazu, das eine Methode ist, in diesem Unterrichtsfach etwas Wesentliches von dem Fach zu verstehen und zu lernen. Was ist wenn jetzt jemand nur die Anordnung der Wolken verändert oder statt dem Pilot einen Heißluftballonfahrer nähme, aber exakt das gleiche Konzept damit illustrieren möchte, wäre das dann auch Plagiat oder nicht?

Meine Frage ist zusammenfassend gesagt, ob Plagiat nur für konkrete materialisierte Figuren wie im Harry Potter Beispiel gilt, oder auch für (in Buchform materialisierte) Methoden?

Danke im Voraus für Ihre tolle klare Hilfe !

Antwort: Ideen... heikle Frage KONZEPTE

Guten Tag,
und vielen Dank für die freundliche Rückmeldung!

Zur Urheberrechtslage in Österreich kann ich leider nichts sagen. Einen ersten Überblick finden Sie im einschlägigen Wikipedia-Artikel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Urheberrecht_(%C3%96sterreich)

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Ok, danke! Können Sie mir

Ok, danke!
Können Sie mir meinen Fall bitte trotzdem beantworten (wie es in Deutschland wäre)? Ich wäre sehr dankbar, es wäre ein Ansatzpunkt für mich, überhaupt in dieser Materie in eine Orientierung zu kommen! Danke!

Antwort: Ok, danke! Können Sie mir

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung: Ich bin kein Urheberrechts-Experte. Eine Einzelfallberatung an dieser Stelle ohnehin nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:
1. Das Potter-Beispiel kam nicht von mir. :-)
2. Nur den Namen des Protagonisten einer erfolgreichen Publikation zu ändern, dürfte am Sachverhalt des Plagiats wenig ändern.
3. Eine Unterrichts-"Methode" dürfte per se kaum geschützt sein. Nehmen Sie das Beispiel des "Brainstormings": Die Kreativitätstechnik ist in den vergangenen 75 Jahren zigtausend Mal beschrieben, erklärt und illustriert worden. Ich bezweifle stark, dass Alex F. Osborn und Charles Hutchison Clark
http://de.wikipedia.org/wiki/Brainstorming
dafür je einen müden Cent gesehen haben. :-) Das ist aber einmal mehr nur meine ganz unmaßgebliche Meinung.
Im Übrigen möchte ich Ihnen Seite 2 dieses Beitrags ans Herz legen:
http://www.akademie.de/wissen/ideen-schuetzen-freilassen/ideen-freilassen :-)

Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow

danke sehr :) ich glaub das

danke sehr :)
ich glaub das wichtigste ist, das ganze möglichst schnell und groß zu publizieren, damit man in der öffentlichen meinung als der urheber gilt... es geht mir darum, dass ich davon leben können möcht und auch die anerkennung dafür möchte, und nicht ein andrer das ganze geld und die lorbeeren kriegt und ich weiter unterbezahlt schuften muss...
lg, franziska

Sehr guter Kommentar. Das ist

Sehr guter Kommentar. Das ist der einzig wirkliche Schutz. Man muss sich als der Pionier für die Idee präsentieren. Das überzeugt!

Mich überzeugt das nicht

Bei bloßen Ideen, wie z.B. Geschäftsideen hat man vielleicht keine andere Chance. Aber die, die längst am Markt sind, sind dem newcomer oft eine Nasenlänge voraus.

Aber Idee und Idee ist nicht das selbe. Ungeschützt ist die einzelne Idee, der Einfall. Urheberechtlichen Schutz kann aber bspw. die 'Idee' des Harry-Potter-Romans haben. Die gesamte Handlung 1:1 in den Wilden Westen zu verlegen, dabei den Plot und die Personen und Örtlichkeiten in ihrer Funktion und ihren wesentlichen Eigenschaften zu belassen, verstößt hierzulande gegen das Urheberrecht.

Denn 'Ideen' im Sinne von 'nichtmateriellem Gehalt eines Werkes' können hierzulande durchaus urheberrechtlichen Schutz genießen. Sie müssen dazu einmal in einem Werk materialisiert sein. Dann ist nicht nur das Werk in seiner konkreten Form geschützt, sondern auch davor, in veränderter Form genutzt zu werden. Voraussetzung ist natürlich immer eine ausreichende Individualität des Werkes, sprich Schöpfungshöhe.

Antwort: Mich überzeugt das nicht

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Die Betreffzeile Ihres Kommentars habe ich leider nicht verstanden: Wovon sind Sie nicht überzeugt?

Ihre Einschätzung teile ich: Der Text unterscheidet ausdrücklich zwischen nicht geschützten Ideen und urheberrechtlich geschützten Werken, die auf diesen Ideen basieren:
------------ Zitat ----------------
Denn anders als oft vermutet gibt es auf pure Ideen in Deutschland kein Urheberrecht: Geschützt durch das Urheberrechtsgesetz sind lediglich die darauf basierenden Werke, also zum Beispiel Bücher, Melodien oder Computerprogramme.

Angenommen, Sie haben die wegweisende Idee, "Grabpflege via Internet" anzubieten. Dann wären beispielsweise die griffigen Formulierungen und der gedankliche Aufbau eines Aufsatzes zu diesem Thema im Zentralorgan der Floristen geschützt. Nicht jedoch dessen Inhalt: Konkurrenten, die inspiriert von dem Artikel (oder auch einem zufällig mitgehörten Gespräch im Restaurant) die Anregung aufgreifen und erfolgreich umsetzen, müssten keine rechtlichen Probleme befürchten.
----------Zitat-Ende --------------
Viele Grüße
Robert Chromow

Gebäudeentwurf

Als Künstler habe ich eine Gebäudeskulptur entworfen, die auch durch Events etc. genutzt werden kann.
Wie kann ich den Entwurf schützen.

Antwort: Gebäudeentwurf

Guten Tag,
ausführliche Informationen zum Urheberrecht im Bereich Architektur finden Sie zum Beispiel hier:
http://www.baunetz.de/recht/Urheberrecht_-_Architektur_1063023.html
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

"Konzepte und Kreation" für eine Arbeitsstelle Bewerbung

Guten Tag,

ich arbeite in der digital Branche als Grafiker/Konzepter (app ios) und habe mich für eine neue Stelle beworben. Ich habe mich schon einmal mit meinem möglichen Arbeitsgeber getroffen und davon würde mich gefragt (als Test) ein Game Konzept zu entwickeln (Konzepte + Layouts visuals).
Ich habe mich ein zweites mal mit dem Geschäftsführer getroffen (wir sollten nur noch drei Bewerber übrig sein), und der Geschäftsfüher erwarten jetzt eine Bearbeitung plus Visuals von ein meine Konzepte (d.h mehr oder weniger ein finales Produkt).

Gibt es eine Möglichkheit meine "Kostenlose" Arbeit zu schützen?
oder kligt die situation wie eine Art "Falle"? (dann sagt er für die drei Bewerber ab, und hat drei Konzepte kostelos in der Tasche...)

würde mich freuen auf Ihre Expertise,
Beste Grüße.

D

Vertraglich regeln

Bitte beachten Sie, dass wir keine Rechtsberatung im konkreten Fall erteilen können. Deshalb nur ganz allgemein als persönliche Einschätzungen: Das Urheberrecht schützt zwar Ihre Visuals, nicht aber die Idee bzw. das Konzept zu der App bzw. dem Spiel. Sie können sich aber von dem Unternehmen in kurzer Form schriftlich zusichern lassen, dass es die von Ihnen gewonnenen Konzepte nicht nutzen oder weitergeben wird, wenn es zu keinem Arbeitsvertrag bzw. Auftrag kommt.

Das Problem liegt meiner Ansicht nach tiefer: Wenn Sie ohne eine solche Zusicherung und vor allem ohne jede Bezahlung so weit in Vorleistung gehen und dabei dem fraglichen Unternehmen Know-how überlassen, dass dieses unter Umständen selbst nutzen kann, ohne dass Sie etwas davon haben, dann akzeptieren Sie von vornherein eine sehr niedrige Einstufung Ihrer Arbeit und damit eine sehr schlechte Verhandlungsposition. Zumindest ein Non disclosure agreement wäre deshalb sinnvoll. Wenn die andere Seite so etwas nicht akzeptieren will, ist das ja ohnehin ein schlechtes Zeichen. Aber das ist, wie gesagt, nur meine Einschätzung.

Viel Erfolg wünscht
Ihre akademie.de-Redaktion

Rechtlich?

Guten Tag,

ich hatte vor einiger Zeit eine recht gute Idee für eine App, mein Ziel war es diese zu entwickeln, mir so tiefgreifendere Fähigkeiten anzueignen (learning by doing) und diese App wenn möglich später auch zu vermarkten bzw mit den Nutzern dieser App Geld zu verdienen.
Ich sprach mit ein paar Freunden über die Idee, diese traf auf großen Anklang, zur Umsetzung kam es jedoch noch nicht.

Nun, c.a. 2 Monate nach der Idee, habe ich eine App im Internet gefunden, die quasi das selbe anbietet, die selbe Idee umsetzt wie ich sie hatte, noch unbekannt aber dennoch über 300 000 User.
Nun ist die Frage, wenn ich meine Idee mit meinen Mitteln und komplett selbstständig umsetze, weder Graphiken noch sonst irgendwas übernehme aber leider das selbe Konzept habe, wäre meine App dann juristisch anfechtbar vom Entwickler der anderen App?
Wie gesagt, auf die Idee kam ich alleine ohne vorher von dieser App zu wissen.

Antwort: Rechtlich

Guten Tag,
wie im Text oben bereits gesagt: Ideen sind hierzulande nicht urheberrechtlich geschützt: Geschützt durch das Urheberrechtsgesetz sind lediglich die darauf basierenden _Werke_, in Ihrem Fall also die konkrete App. Die dürfen Sie nicht einfach abkupfern, indem Sie zum Beispiel die optische Aufmachung nachahmen oder gar den Quelltext dekompilieren.

Eine Anwendung der gleichen Art neu zu entwickeln, die nur dieselbe Grundidee hat, ist grundsätzlich aber unproblematisch. Die urheber-, patent- und wettbewerbsrechtlichen Details des Einzelfalls besprechen Sie am besten aber mit einem Rechtsanwalt - oder Sie fragen bei der IHK nach.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

stimmt so nicht ganz

"app darf nicht abgekupfert werden": gegenbeispiele gibt´s wohl zig in der software-industrie, hier ein paar:
* Kickstarter - klage gegen artistshare (siehe wikipedia)
* kickstarter - indiegogo - etc. sehr ähnliche websites, praktisch abgekupfert inklusive konzepte
* betriebssysteme - jeder kupfert von jedem ab
* grafikprogramme - detto
ich glaube eher, dass sich viel weniger schützen lässt, als man glaubt, und nur derjenige als sieger hervorgeht, der als erster den großen marktanteil schafft.

Sprich, lohnt es sich

Sprich, lohnt es sich überhaupt anzufangen zu entwickeln, wenn meine App evtl gar nicht veröffentlicht werden dürfte?

Neues Wort Urhberrechlich schützen?

Ich hätte da ein Wort dass ich mir durchaus in der Weltpresse vorstellen könnte! Da es meine Idee war will ich auch die Urheberrechte dafür! wieso sollte dies nicht möglich sein?
Roco C. aus der CH

vermutlich nicht werkfähig

Guten Tag,

mit dem Schweizer Urheberrechte kenne ich mich, offen gestanden, zu wenig aus. Für Deutschland habe ich aber schwere Zweifel, ob ein einzelnes Wort, wie kreativ auch immer geschaffen, von den Gerichten als Werk mit der nötigen Schöpfungshöhe eingestuft werden würde.

Andererseits - es gibt ja dann doch ganz besondere Kunstworte wie etwa "superkalifragilistischexpialigetisch" - das ganz klar zu dem sicherlich werkfähigen Disney-Film "Mary Poppins" (und womöglich auch zur Buchvorlage?) gehört. Ob solche Wortschöpfungen der Extraklasse urheberrechtlich anders zu behandeln wären? Eine interessante Frage - auf die wir leider aber keine definitive Antwort geben können.

Beste Grüße

Ihre akademie.de-Redaktion

Idee

Hallo,

ich habe eine Idee, die auf einem Prinzip beruht, dass
schon angewendet wird, nur nicht in dem spezifischen Bereich
in dem ich selbst und etliche andere es sehr gut brauchen könnten
(und es wird immer mehr geben, die das brauchen).

Wie bringe ich dieses Prinzip der Branche nahe, ohne dass man sagt
"Danke, tolle Idee", um mich dann im Regen stehen zu lassen?

Antwort: Idee

Hallo,
wie gesagt: Ideen lassen sich nicht schützen. Selbst Vertraulichkeitserklärungen entfalten nur begrenzte Wirkung. Mehr dazu weiter oben im Text.

Wenn es um hohe Werte geht, besprechen Sie die Details Ihres Einzelfalls am besten mit einem Rechtsanwalt. Ansonsten gilt: Es gibt nichts Gutes - außer man tut es: Die tollste Idee nützt nichts, wenn sie aus Angst vor "Diebstahl" durch Dritte in der Schublade verschimmelt. Oder um das "Fazit" des Beitrags zu zitieren:

------------ Zitat ----------------
So wichtig Ideen im Geschäftsleben sind: Wirkung entfalten sie nur, wenn sie unvoreingenommen überprüft und bei Eignung zügig und konsequent umgesetzt werden. Überschätzen Sie dabei die Einmaligkeit und die geschäftliche Substanz Ihrer eigenen Ideen nicht! Unterschätzen Sie zugleich die Aufnahmefähigkeit des Marktes nicht: Vermeintliche Konkurrenten können bei genauerer Betrachtung zu potenziellen Kooperationspartnern werden.

Gehen Sie großzügig und "verschwenderisch" mit Ihren Einfällen um: Kommunizieren Sie, inspirieren Sie Ihre Umgebung! Dann bekommen Sie umgekehrt wichtige Anregungen zurück - und erhöhen so die Wahrscheinlichkeit, gemeinsam mit seriösen Partnern tatsächlich etwas auf die Beine zu stellen.

Und wenn Sie einen wirklich großen Ideen-Fisch an der Angel zu haben glauben, dann versichern Sie sich professioneller Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Kapitalgebern oder Kooperationspartnern. Sichern Sie Ihre Verhandlungsposition konsequent durch Vertraulichkeitserklärungen ab und sorgen Sie dafür, dass Urheberschaft und Zeitpunkt von Entwürfen und Plänen möglichst zweifelsfrei dokumentiert sind.
----------Zitat-Ende --------------

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Prionachweis besser mit Notar

Nach meiner Meinung wird bei dem oben empfohlenen Anbieter PriorMart ebenfalls eine digitale Signatur für den Prioritätsnachweis verwendet. Zusätzlich bekommt man aber aber noch eine notarielle Urkunde weil das ein Dokument ist, dass auch 70jährige Richter verstehen. Ein Konzept sollte die 30 Euro zusätzlich schon wert sein, sonst ist es vielleicht sowieso nicht sonderlich schützenswert.

Ideenschutz überfällig..

.. und dringendst notwendig !
nicht nur in der Kreativ-Branche, in der ich arbeite, und täglich neue Geistesblitze erlebe, bei anderen und bei mir, die wie Freiwild in der Luft hängen, sobald ausgesprochen, gezeichnet, skizziert, gemailt sind.
Und das macht der Mensch nunmal, sich mitteilen nämlich, und nicht nur der kreative.
Der Schmerz im Fall des Aufgreifens und Kupferns durch andere, sowohl als nur geistige Idee wie auch als konkreter werdende Manifestierung im Prozess, sind im Fall des mutwilligen und unbeabsichtigten Überfahrenwerdens als unmenschlich zu bewerten. Somit fordere ich die verankerung der Geistigen Urheberschaft im Grundgesetz. Wettbewerb ist schön und kann kreativ sein, wird aber leider im zwischenmenschlichen Gefüge, in dem wir Menschentiere Tag aus Tag ein leben, allzu individuell umgemünzt in bare Ego-Vorteilsmünze, sodass der Ideengeber, als meist Kreativer, dümmlich dasteht und leer ausgeht. Es geht mir nicht in erster Linie um bare Bezahlung, sondern um die Anerkennung der Grundlage unserer gesellschaftlichen Errungenschaften durch Ideenschutz.
Hier ist ein kostenfreier Schutzmechanismus der simpelsten Art angesagt, bevor die Gesetzeslage sich bewegt. Es geht um Bewegung im ethischen Miteinander.

Egal wo sie ihre Ideen

Egal wo sie ihre Ideen hingeben, Sie werden nie wissen, wer sie weiter gibt. Diejenigen, die an den Schlüsselstellen sitzen, wissen schon ihre Chancen zu nutzen. Wenn es wirklich gut ist, dann gibt es immer eine undichte Stelle. Lieber versuchen, die Sache über bestimmte Parameter zu sichern, die man selbst erfinden und auch nur selbst umsetzen kann.

da ist was dran

Die Gesellschaft ist nicht besonders fortschrittlich, und schützt daher keine Ideen. Deshalb plaudert keiner Ideen aus, weil er eh nix dafür bekommt. Folglich entwickelt sich die Gesellschaft nicht weiter, und folglich werden Ideen erst recht nicht mehr geschützt, usw...
Gute Ideen haben vermutlich viele, aber es gibt weder Geld noch Anerkennung dafür. Selbst Heldentaten wie Mondlandungen bringen offenbar keinen "giant leap for mankind" mehr zusammen. Heldenhaftes Ideenverraten wird vermutlich auch nix mehr nützen.

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