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Ideen schützen, Ideenklau verhindern

Auf Ideen gibt es kein Copyright. Deshalb schützen Sie Ihre Ideen oft am besten dadurch, dass Sie sie freilassen.

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Stand: 11. Februar 2013 (aktualisiert)

Ideenklau

Gute Ideen sind in der Informationsgesellschaft bares Geld wert. Nur: Wie kann man sie schützen? Zwar ist das Eigentum an "persönlichen geistigen Schöpfungen" in Deutschland automatisch geschützt. Eine Geschäftsidee können Sie aber nicht als Patent oder Marke anmelden. Auch ein Urheberrecht lässt sich auf eine Idee nicht geltend machen. Wir geben Tipps zum Umgang mit Geistesblitzen - und wie Sie im Zweifelsfall notfalls Urheberschaft und Entstehungszeitpunkt glaubhaft machen können.

Eine einzige, scheinbar triviale Idee kann wertvoller sein als die Ergebnisse jahrelanger Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Viele kreative Unternehmer hüten ihre aus der Praxis gewonnenen Geschäftsideen daher wie ihren Augapfel. Aus Angst davor, von aufstrebenden Nachahmern oder gar der übermächtigen Konkurrenz "bestohlen" zu werden, lassen sie ihre Geistesblitze mitunter lieber in der Schreibtischschublade verstauben als konkrete Realisationsmöglichkeiten ins Auge zu fassen.

Ideen sind nicht geschützt!

Zunächst einmal ist das auch verständlich. Ideenklau ist nämlich in der Tat gang und gäbe - und in den allermeisten Fällen auch völlig legal:

  • Denn anders als oft vermutet gibt es auf pure Ideen in Deutschland kein Urheberrecht: Geschützt durch das Urheberrechtsgesetz sind lediglich die darauf basierenden Werke, also zum Beispiel Bücher, Melodien oder Computerprogramme.

    Angenommen, Sie haben die wegweisende Idee, "Grabpflege via Internet" anzubieten. Dann wären beispielsweise die griffigen Formulierungen und der gedankliche Aufbau eines Aufsatzes zu diesem Thema im Zentralorgan der Floristen geschützt. Nicht jedoch dessen Inhalt: Konkurrenten, die inspiriert von dem Artikel (oder auch einem zufällig mitgehörten Gespräch im Restaurant) die Anregung aufgreifen und erfolgreich umsetzen, müssten keine rechtlichen Probleme befürchten.

  • Ähnlich schutzlos lässt Sie das Patentgesetz: Patente werden ausschließlich für (insbesondere technische) Erfindungen erteilt, die gewerblich nutzbar sind. "Pläne, Regeln und Verfahren für [...] geschäftliche Tätigkeiten" sind dagegen ausdrücklich keine "Erfindungen" im Sinne des Patentgesetzes! Auch Werbeideen genießen keinen Urheberrechtsschutz. Selbst das ausgefallene Konzept einer Werbekampagne ist als solches nicht geschützt, wie das Kölner Oberlandesgericht vor ein paar Jahren entschied.

    Im Fall der fiktiven "Grabpflege via Internet" könnten also allenfalls innovative technische Spezialvorrichtungen oder Verfahren patentierbar sein, mit denen das ferngesteuerte Säen und Unkrautzupfen möglich wird und die mehr sind als bloße Adaptionen bereits vorhandener Tele-Techniken.

  • Schutz durch das Markengesetz wiederum könnten Sie nur für Wort-, Bild- oder Hörzeichen erwarten, unter denen Sie Ihren "Grabpflege via Internet"-Service betreiben oder betreiben wollen (z. B. "TeleGrab").

Im Strafgesetzbuch schließlich findet sich zwar das Verbot der "Verletzung von Privatgeheimnissen" sowie der "Verwertung fremder Geheimnisse". Die beziehen sich jedoch hauptsächlich auf Amtsträger und besondere Berufsgruppen wie Ärzte, Anwälte oder Sachverständige. Barrieren gegen Wirtschaftsspionage bietet allenfalls der allgemeine Schutz des Brief-, Post- oder Fernmeldegeheimnisses, vor Datenausspähung oder von Geschäftsräumen gegen Einbruch.

Unlauterer Wettbewerb?

Für einen - wenn auch dürftigen - Schutz sorgt darüber hinaus nur noch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Zu den in § 4 UWG aufgezählten Beispielen unlauteren Wettbewerbs gehört nämlich auch das Anbieten von ...

"Waren oder Dienstleistungen [...], die eine Nachahmung der Waren oder Dienstleistungen eines Mitbewerbers sind, wenn er [= der "Imitator"] die für die Nachahmung erforderlichen Kenntnisse oder Unterlagen unredlich erlangt hat."

Unredlich handelt nicht, wer ungeschützte Informationen aus Korrespondenz oder Gesprächen über Produkt- oder Dienstleistungsideen aufgreift und ohne Erlaubnis in eigene Projekte umsetzt. Da bedarf es dann schon des Aushorchens von Mitarbeitern oder anderer Formen der gezielten Wirtschaftsspionage.

Vertraulichkeitserklärung

Um Geschäftspartner zumindest ansatzweise am Ideenklau hindern zu können, müssen Sie sich schon eine ausdrückliche Vertraulichkeitserklärung unterzeichnen lassen. Damit eine solche oft auch "Kunden- und Quellenschutzvereinbarung", "Geheimhaltungsvertrag" oder auch "Non Disclosure Agreement" (NDA) genannte Vereinbarung tatsächlich die gewünschte Wirkung erzielt, sollte sie mit einem Anwalt auf den Einzelfall zugeschnitten werden.

Allgemein gehaltene Formulierungen wie die im folgenden Beispiel eignen sich eher, um die Ernsthaftigkeit und Vertraulichkeit von Gesprächen und Kooperationen zu unterstreichen:

Beispiel: Vertraulichkeitserklärung

"Ich verpflichte mich, sämtliche nicht öffentliche Informationen, die mir im Zuge der Kooperationsverhandlungen über das 'TeleGrab'-Projekt von Max Mustermann zugänglich gemacht werden, insbesondere die Inhalte sämtlicher Unterlagen, vertraulich zu behandeln und nicht an Dritte weiterzugeben. Meine Mitarbeiter sind ihrerseits vertraglich verpflichtet, Vertraulichkeit zu wahren.

Sofern die angestrebte Kooperation nicht zustande kommt, werde ich die Unterlagen auf Wunsch von Max Mustermann vollständig zurückgeben oder vernichten. Die erworbenen Kenntnisse werde ich nicht verwerten.

Mir ist bekannt, dass die Verletzung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen strafbar ist und dass bei Zuwiderhandlungen ein Schadenersatz von mindestens 50.000 Euro an Max Mustermann zu zahlen ist."

Beweissicherung für Einsteiger

Keine Sorge, für professionelle Kooperationspartner ist das Unterzeichnen von Vertraulichkeitserklärungen völlig selbstverständlich und keineswegs Ausdruck für Misstrauen. Trotzdem: Nicht immer passt das Vorlegen einer formellen Vereinbarung zur Bedeutung eines Vorgangs - in manchen Situationen kann sie der Anbahnung fruchtbarer Geschäftsbeziehungen sogar im Wege stehen.

Auf "Nummer sicher" gehen können Sie bei solch flüchtigen Gütern wie Ideen ohnehin nicht - von der Durchsetzung finanzieller Ansprüche vor Gericht ganz zu schweigen. Ungeachtet dessen ist es manchmal durchaus sinnvoll, den Inhalt von Ideenskizzen und Exposés, innovativen Verfahren und Abläufen, Marken- oder Slogan-Entwürfen, Konzepten oder Geschäftsplänen etc. zum Zeitpunkt der Weitergabe eindeutig zu dokumentieren.

Der Beweis (oder zumindest einen Plausibilitätsanhaltspunkt) der Urheberschaft und deren Zeitpunkt lässt sich auf vielerlei Wegen führen, z. B. per ...

  • Mitteilung an einen Zeugen mit Bitte um Archivierung (z. B. per Brief, E-Mail, Fax)

  • Versand/Übermittlung der Information in Anwesenheit mehrerer Zeugen mit anschließender Anfertigung eines Protokolls,

  • ungeöffnetem Brief per Einschreiben an sich selbst,

Derartige Heimwerker-Lösungen sind im Zweifelsfall aber kaum mehr als schwache Indizien für den von Ihnen behaupteten Sachverhalt. Deutlich mehr Sicherheit bietet nur die Hinterlegung der betreffenden Dokumente bei einem Rechtsanwalt oder Notar. Bei einem angenommenen "Streitwert" von 50.000 Euro kostet das beweiskräftige Hinterlegen eines Dokuments bei einem Notar mindestens 66 Euro - zuzüglich Kopierkosten und Umsatzsteuer.

Alternative: Virtueller Notar

Günstiger und vor allem einfacher geht es mit dem Online-Dienst PriorMart: Er bietet notarielle Hinterlegungen via Internet. Sie laden eine Text- oder Multimediadatei auf den virtuellen Notariatsserver. Der Anbieter sorgt daraufhin dafür, dass das Dokument einem staatlich geprüften Notar vorgelegt wird, der den offiziellen "Schöpfungszeitpunkt" bezeugt. Die notarielle Hinterlegung wird postwendend durch eine Beglaubigungsurkunde bestätigt. Außerdem bekommen Sie eine schriftliche "Prioritätserklärung". Die Hinterlegung ist grundsätzlich auf fünf Jahre befristet.

Die Kosten halten sich in überschaubaren Grenzen:

  • Die Einsteigerlösung für einzelne notarielle Hinterlegungen schlägt mit 49 Euro (inkl. Mehrwertsteuer) zu Buche. Die Dateigröße ist dabei auf 50 MB begrenzt.

  • Eine "Hinterlegungs-Flatrate" kostet 99,95 Euro pro Monat und ermöglicht unbegrenzt viele Hinterlegungen. Die Datenmenge ist in dem Fall auf 500 MB begrenzt.

Grenzen der Beweiskraft

Wohlgemerkt: Eine 100-prozentige Gewähr für die gerichtliche Anerkennung bietet auch die notarielle Hinterlegung nicht! Trotzdem kann deren Inanspruchnahme sinnvoll sein - und sei es nur, um sich im Streitfall gegen ungerechtfertigte Behauptungen anderer wehren zu können.

Oder aber um später glaubhaft zu machen, dass der erfolgreiche Konkurrent durch Sie inspiriert wurde und Ihnen den Ihrer Meinung nach verdienten Lohn vorenthält. Bevor Sie sich diese zweifelhafte Befriedigung öffentlich verschaffen, sollten Sie sich jedoch unbedingt vergewissern, dass die Rechtslage eindeutig, die Beweise gesichert und / oder Ihre Formulierungen zurückhaltend gewählt sind: In Sachen "Üble Nachrede" nimmt es das Strafgesetzbuch nämlich ziemlich genau.

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Konkretes Produkt mit Lizenz

Vielen Dank für den ausführlichen Artikel,

Ich habe eine sehr konkrete Frage:
Ich habe ein Brettspiel mitsamt Prototyp gebaut, dokumentiert und mit Freunden getestet. Das Spiel, so wie es jetzt ist, basiert auf einem bereits existierenden Computerspiel. Natürlich bietet mein Brettspiel komplett neue Ideen und ein neues Spielgefühl und man könnte ein anderes Thema draus machen. Aber mir gefällt es so sehr gut. Also habe ich dem Entwickler per E-Mail meinen Prototyp gezeigt. Er war sehr begeistert, konnte sich zunächst aber nicht zu einer Lizenzvergabe durchringen. Es handelt sich um ein sehr kleines Studio, die sowas noch nie gemacht haben. Nun findet er das Projekt aber so interessant, dass er eine genaue Regelbeschreibung möchte. Wie kann ich nun absichern, dass er am Ende die Regeln und Fotos vom Prototypen nicht einfach nimmt und es selber weiter entwickelt?
Ein NDA würde ich nur ungern abschließen, aus Angst ihn zu verprellen.
Gibt es bei einer so konkreten Produktidee nicht bessere Wege, diese zu schützen? Und welches Recht wird im Streitfall angewendet? Das des Landes des Entwicklers oder meines aus Deutschland?

Vielen dank schon mal,
Marian

Antwort: Konkretes Produkt mit Lizenz

Hallo Marian,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Was spricht gegen ein NDA? Warum sollte der Geschäftspartner sich dadurch verprellt fühlen?

2.
Als (schwächere) Alternative ist die im Beitrag erwähnte notarielle Hinterlegung denkbar.

3.
So oder so: Die Vermarktung eines neuen Brettspiels ist bestimmt keine finanzielle Kleinigkeit. Deshalb verlassen Sie sich lieber nicht auf Tipps aus Internetforen (und sei es noch so seriös :-)). Am besten lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt unterstützen, der sich mit dem Wettbewerbs-, Marken- und Patentrecht auskennt.

Auch dessen Begleitung garantiert keine 100-prozentige Sicherheit - Sie vermeiden auf diese Weise jedoch die gröbsten Schnitzer.

Viel Glück und lassen Sie uns wissen, was dabei herausgekommen ist!

Viele Grüße
Robert Chromow

Schützen einer Therapie-Ausbildung

Hallo Herr Chromow,

vielen Dank für Ihre schnelle, ausführliche Antwort auf meine letzte Anfrage. War mir schon eine große Hilfe. Ich weiß auch, dass ich dafür eine persönliche Beratung brauche, möchte aber gerne im Vorfeld schon einige Informationen einholen.

Das eine Therapieform in der Anwendung (mit Klienten) nicht geschütz ist, verstehe ich - wie ist es jedoch mit Ausbildungen?

Dazu habe ich noch ein paar spezielle (vielleicht zu spezielle) Fragen:

Sachverhalt: Es gibt ein Buch über dieses Therapieverfahren. Wenn jetzt jemand eine Ausbildung - ohne ausdrückliche Erlaubnis des Autors, Begründers dieses Verfahrens - anbietet, mit dem Zusatz: XYZ-Therapie nach Frau XY - fällt das unter das Urheberrecht? Es wird ja nicht als eigene Idee verkauft. Wie ist das dann genau mit dem "geistigen Eigentum"? Fällt die Ausbildung auch unter das Urheberrecht? Es werden in diesem Fall auch bereits seit einigen Jahren Ausbildungen angeboten - inhaltlich gleich, jedoch mit ähnlichen Namen (englisch statt deutsch) und anderem Logo. Besteht da eine Möglichkeit in Zukunft Lizenzgebühren einfordern zu können? Der Name und das Logo sind durch das Markenrechterst erst seit ca. einem Jahr in Deutschland geschützt.

Wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir da Antworten geben könnten.

Vielen Dank und Grüße
M-M

Antwort:Schützen einer Therapie-Ausbildung

Hallo M-M,
vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Nachfrage. Und: Ja, Ihre Fragen sind zu speziell. Denn wie gesagt: Eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich.

Deshalb nur noch zwei persönliche Anmerkungen:

Ohne beurteilen zu können, wie die Rechtslage im konkreten Fall ist, bewegen Sie sich mit Ihrem Vorhaben ganz sicher auf dünnem Eis. In solchen Fällen ist es keine gute Idee, Entscheidungen auf Grundlage allgemeiner Informationen aus Internetforen zu treffen.

Deshalb noch einmal meine Empfehlung: Am besten fragen Sie bei Ihrem Berufs- oder Branchenverband oder der örtlichen IHK nach - oder Sie wenden sich direkt an einen Rechtsanwalt, der sich in den genannten Rechtsgebieten auskennt.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Schützen einer speziellen Psychotherapieform?

Hallo, ist es möglich in Deutschland eine Psychotherapieform inhaltlich zu schützen? Fällt das unter Ideen, die sich nicht schützen lassen? Der Name bzw. das Logo fällt vermutlich unter das Markenrecht. Aber wie ist es mit dem Inhalt, Vorgehensweise, etc., wenn ein anderer Name verwendet wird? z.B. wenn es statt in Englisch in Deutsch geschrieben wird?
Wer kann mir da helfen? Für Antworten wäre ich dankbar.
M-M

Nachtrag - schützen einer speziellen Psychotherapieform

Wenn diese Therapieform mit Klienten angewandt wird, fällt es vermutlich unter Dienstleistungen, oder? Also nicht geschützt. Wie ist es wenn diese Therapieform von jemanden anderen als Weiterbildung für Therapeuten angeboten wird? Gilt da die Nachahmungsfreiheit? Wenn es ein Buch über diese Therapieform gibt, gilt da das Urheberrecht auch für das Anwenden (Klienten, Weiterbildung)?
viele Fragen... hoffe auf Hilfe
M-M

Antwort: Nachtrag - schützen einer speziellen Psychotherapieform

Hallo M-M,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Die Anwendung bestimmter Therapieverfahren lässt sich m. E. nicht schützen.

2.
Bücher und andere Werke über spezielle Therapieformen sind hingegen definitiv urheberrechtlich geschützt.

3.
Die Verwendung einer anderen Sprache ändert daran nichts.

4.
Wurde die betreffende Therapie unter einer bestimmten Bezeichnung als Produkt- oder Dienstleistungsmarke angemeldet, dann ist sie _unter dieser Bezeichnung_ markenrechtlich geschützt.

5.
Damit verbundene Logos unterliegen dem Designschutz.

6.
Abgesehen von namens-, marken-, urheber- und anderen wettbewerbsrechtlichen Vorschriften müssen zudem die einschlägigen berufs- und standesrechtlichen Vorschriften beachtet werden (z. B. Heilpraktikergesetz).

7.
Am besten fragen Sie bei Ihrem Berufs- oder Branchenverband oder der örtlichen IHK nach - oder Sie wenden sich direkt an einen Rechtsanwalt, der sich in den genannten Rechtsgebieten auskennt.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Schützen einer speziellen Psychotherapieform?

Hallo Herr Chromow,

vielen Dank für Ihre schnelle, ausführliche Antwort! Hilft mir schon ein großes Stück weiter!

Eine spezielle (vielleicht zu spezielle) Frage habe ich noch:

z.B.: Es gibt ein Buch über dieses Therapieverfahren. Wenn jetzt jemand eine Weiterbildung - ohne ausdrückliche Erlaubnis des Autors, Begründers - dieses Verfahrens anbietet, mit dem Zusatz: XY Therapie nach Frau XY - fällt das unter das Urheberrecht? Es wird ja nicht als eigene Idee verkauft.
Wie ist das dann genau mit dem "geistigen Eigentum"?

danke und Grüße
M-M

wie schütze ich mein diplomprojekt?

hilfe!

ich möchte in rahmen meiner diplomarbeit ( sozialbereich)ein eigenes projekt / konzept - und zwar komplett, "schlüsselfertig" , mit allen details, skizzen, planung, risikoanalyse, finazierung, klalkulationen, designs etc.) präsentieren.

besteht die möglichkeit das projekt ( neu, originall, eigene konzeption ) urheberrechtlich zu schützen?

danke
ana

Antwort: wie schütze ich mein diplomprojekt?

Hallo Ana,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Urheberschutz genießen wissenschaftliche Studienabschlussarbeiten in Deutschland automatisch (spätestens ab dem Zeitpunkt der nachweislichen Veröffentlichung). Da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.

2.
Das ändert aber nichts daran, dass ein "Konzept- oder Ideenklau" jederzeit möglich ist: Bei Projekten und Konzepten handelt es sich nicht um technische Erfindungen im Sinne des Patentrechts. Der Schutz als Patent, Gebrauchsmuster, Marke oder Design kommt in der Regel nicht in Betracht.

3. Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie weiter oben im Text oder auf der Website des Deutschen Patent- und Markenamtes
http://www.dpma.de/

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Produkt in D schützen, das es in Asien bereits gibt

Ich habe bei einem Auslandsaufenthalt ein relativ einfaches Produkt gesehen (Sportbekleidung), das ich gerne für den deutschen Markt herstellen (lassen) und vertreiben möchte. In ganz Europa gibt es dieses Produkt lt. meinen Recherchen noch nicht. Gibt es eine Möglichkeit, es in D / Europa schützen zu lassen, damit es nicht sofort von großen Sportartkleidungs-Herstellern zu günstigeren Preisen produziert werden kann? Ein Patent anzumelden ist ja in diesem Fall nicht möglich.

Danke für Ihre Hilfe!

haha

Du klaustvon Chinesen die killen dich

Antwort: Produkt in D schützen, das es in Asien bereits gibt

Guten Tag,
ich kenne mich mit dem Patentrecht nicht aus - vielleicht lässt sich das Produkt ja als Gebrauchsmuster
http://www.dpma.de/gebrauchsmuster/index.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Gebrauchsmuster
schützen. Bevor Sie viel Geld in die Hand nehmen, befragen Sie ohnehin am besten einen Anwalt, der sich im Patent- und Markenrecht auskennt.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

trau schau wem?

Und wenn der wissende Anwalt die Idee sofort von seinem Freund als dessen eigene patentieren geht? Teufel mit Beelzebub besiegen - wie geht das genau?

Antwort: trau schau wem

Guten Tag,
für solche Fälle gibt es Paragraf 203 StGB
http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__203.html

Wenn Sie nun auch noch die Unabhängigkeit hiesiger Strafgerichte in Zweifel ziehen, dann hilft nur himmlischer Beistand. :-)

Viele Grüße
Robert Chromow

Jeder hat seinen Preis...

Vielen Dank für den Paragraphenhinweis. Entscheidend ist wohl der wirtschaftliche Wert einer Idee, ab der jemand, wie hiesig und unbestechlich auch immer, schwach werden könnte. Wer kann schon auf Geld verzichten? Wenn´s da einen Weg gäbe wäre er wohl sehr interessant...

Ideen... heikle Frage KONZEPTE

Hallo liebe professionelle Leute!
Ich wollte mich erkundigen, ob Sie auch wissen, wie die Lage bezüglich Ideen/Schutz etc in Österreich ist? Ich finde keine österreichischen Seiten, die das genauso klar und übersichtlich erklären, wie Ihre. Deshalb wende ich mich jetzt an Sie!
Ist die Lage in Österreich gleich wie in Deutschland? Also dass Ideen nicht schützbar sind und dass es aber ebenfalls die Möglichkeiten mit der notariellen Dokumentation und der Vrtraulichkeitserklärung für mögliche Diebe gibt?

Sie haben weiters erklärt, dass wenn zB jemand die Harry Potter Figuren 1:1 übernimmt und nur das Setting ändert, es ein Plagiat wäre und somit strafbar (weil die Idee der Figuren ja bereits als Buch materiallisiert wurde). Wie ist das aber wenn jemand nicht die Figuren aber 1:1 das KONZEPT nimmt und nur die Figuren ändert? Wenn zum Beispiel jemand statt Harry einen Hugo nimmt und statt Hogwarts ein anderes Schloss XY nimmt, wohl aber das gleiche Konzept nimmt? Also auch einen Zauberlehrling der das gleiche Schicksal durchlebt wie Harry? Nämlich wirklich das GLEICHE (nicht nur den gleichen archetypischen Weg des Heldens). Wäre das auch Plagiat und strafbar? Also wenn das KONZEPT gestohlen würde?

Oder zB jemand erfindet ein Konzept im Unterrichtsbereich so wie in meinem Fall, wo es (ich sage jetzt irgendwas) beispielsweise das Symbol eines Hubschraubers mit Pilot drinnen gäbe, der durch eine bestimmte Anordnung von Wolken fliegt, das ganze als Bild dargestellt mit einer Erklärung, einem Konzept dazu, das eine Methode ist, in diesem Unterrichtsfach etwas Wesentliches von dem Fach zu verstehen und zu lernen. Was ist wenn jetzt jemand nur die Anordnung der Wolken verändert oder statt dem Pilot einen Heißluftballonfahrer nähme, aber exakt das gleiche Konzept damit illustrieren möchte, wäre das dann auch Plagiat oder nicht?

Meine Frage ist zusammenfassend gesagt, ob Plagiat nur für konkrete materialisierte Figuren wie im Harry Potter Beispiel gilt, oder auch für (in Buchform materialisierte) Methoden?

Danke im Voraus für Ihre tolle klare Hilfe !

Antwort: Ideen... heikle Frage KONZEPTE

Guten Tag,
und vielen Dank für die freundliche Rückmeldung!

Zur Urheberrechtslage in Österreich kann ich leider nichts sagen. Einen ersten Überblick finden Sie im einschlägigen Wikipedia-Artikel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Urheberrecht_(%C3%96sterreich)

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Ok, danke! Können Sie mir

Ok, danke!
Können Sie mir meinen Fall bitte trotzdem beantworten (wie es in Deutschland wäre)? Ich wäre sehr dankbar, es wäre ein Ansatzpunkt für mich, überhaupt in dieser Materie in eine Orientierung zu kommen! Danke!

Antwort: Ok, danke! Können Sie mir

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung: Ich bin kein Urheberrechts-Experte. Eine Einzelfallberatung an dieser Stelle ohnehin nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:
1. Das Potter-Beispiel kam nicht von mir. :-)
2. Nur den Namen des Protagonisten einer erfolgreichen Publikation zu ändern, dürfte am Sachverhalt des Plagiats wenig ändern.
3. Eine Unterrichts-"Methode" dürfte per se kaum geschützt sein. Nehmen Sie das Beispiel des "Brainstormings": Die Kreativitätstechnik ist in den vergangenen 75 Jahren zigtausend Mal beschrieben, erklärt und illustriert worden. Ich bezweifle stark, dass Alex F. Osborn und Charles Hutchison Clark
http://de.wikipedia.org/wiki/Brainstorming
dafür je einen müden Cent gesehen haben. :-) Das ist aber einmal mehr nur meine ganz unmaßgebliche Meinung.
Im Übrigen möchte ich Ihnen Seite 2 dieses Beitrags ans Herz legen:
http://www.akademie.de/wissen/ideen-schuetzen-freilassen/ideen-freilassen :-)

Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow

danke sehr :) ich glaub das

danke sehr :)
ich glaub das wichtigste ist, das ganze möglichst schnell und groß zu publizieren, damit man in der öffentlichen meinung als der urheber gilt... es geht mir darum, dass ich davon leben können möcht und auch die anerkennung dafür möchte, und nicht ein andrer das ganze geld und die lorbeeren kriegt und ich weiter unterbezahlt schuften muss...
lg, franziska

Sehr guter Kommentar. Das ist

Sehr guter Kommentar. Das ist der einzig wirkliche Schutz. Man muss sich als der Pionier für die Idee präsentieren. Das überzeugt!

Mich überzeugt das nicht

Bei bloßen Ideen, wie z.B. Geschäftsideen hat man vielleicht keine andere Chance. Aber die, die längst am Markt sind, sind dem newcomer oft eine Nasenlänge voraus.

Aber Idee und Idee ist nicht das selbe. Ungeschützt ist die einzelne Idee, der Einfall. Urheberechtlichen Schutz kann aber bspw. die 'Idee' des Harry-Potter-Romans haben. Die gesamte Handlung 1:1 in den Wilden Westen zu verlegen, dabei den Plot und die Personen und Örtlichkeiten in ihrer Funktion und ihren wesentlichen Eigenschaften zu belassen, verstößt hierzulande gegen das Urheberrecht.

Denn 'Ideen' im Sinne von 'nichtmateriellem Gehalt eines Werkes' können hierzulande durchaus urheberrechtlichen Schutz genießen. Sie müssen dazu einmal in einem Werk materialisiert sein. Dann ist nicht nur das Werk in seiner konkreten Form geschützt, sondern auch davor, in veränderter Form genutzt zu werden. Voraussetzung ist natürlich immer eine ausreichende Individualität des Werkes, sprich Schöpfungshöhe.

Antwort: Mich überzeugt das nicht

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Die Betreffzeile Ihres Kommentars habe ich leider nicht verstanden: Wovon sind Sie nicht überzeugt?

Ihre Einschätzung teile ich: Der Text unterscheidet ausdrücklich zwischen nicht geschützten Ideen und urheberrechtlich geschützten Werken, die auf diesen Ideen basieren:
------------ Zitat ----------------
Denn anders als oft vermutet gibt es auf pure Ideen in Deutschland kein Urheberrecht: Geschützt durch das Urheberrechtsgesetz sind lediglich die darauf basierenden Werke, also zum Beispiel Bücher, Melodien oder Computerprogramme.

Angenommen, Sie haben die wegweisende Idee, "Grabpflege via Internet" anzubieten. Dann wären beispielsweise die griffigen Formulierungen und der gedankliche Aufbau eines Aufsatzes zu diesem Thema im Zentralorgan der Floristen geschützt. Nicht jedoch dessen Inhalt: Konkurrenten, die inspiriert von dem Artikel (oder auch einem zufällig mitgehörten Gespräch im Restaurant) die Anregung aufgreifen und erfolgreich umsetzen, müssten keine rechtlichen Probleme befürchten.
----------Zitat-Ende --------------
Viele Grüße
Robert Chromow

Gebäudeentwurf

Als Künstler habe ich eine Gebäudeskulptur entworfen, die auch durch Events etc. genutzt werden kann.
Wie kann ich den Entwurf schützen.

Antwort: Gebäudeentwurf

Guten Tag,
ausführliche Informationen zum Urheberrecht im Bereich Architektur finden Sie zum Beispiel hier:
http://www.baunetz.de/recht/Urheberrecht_-_Architektur_1063023.html
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

"Konzepte und Kreation" für eine Arbeitsstelle Bewerbung

Guten Tag,

ich arbeite in der digital Branche als Grafiker/Konzepter (app ios) und habe mich für eine neue Stelle beworben. Ich habe mich schon einmal mit meinem möglichen Arbeitsgeber getroffen und davon würde mich gefragt (als Test) ein Game Konzept zu entwickeln (Konzepte + Layouts visuals).
Ich habe mich ein zweites mal mit dem Geschäftsführer getroffen (wir sollten nur noch drei Bewerber übrig sein), und der Geschäftsfüher erwarten jetzt eine Bearbeitung plus Visuals von ein meine Konzepte (d.h mehr oder weniger ein finales Produkt).

Gibt es eine Möglichkheit meine "Kostenlose" Arbeit zu schützen?
oder kligt die situation wie eine Art "Falle"? (dann sagt er für die drei Bewerber ab, und hat drei Konzepte kostelos in der Tasche...)

würde mich freuen auf Ihre Expertise,
Beste Grüße.

D

Vertraglich regeln

Bitte beachten Sie, dass wir keine Rechtsberatung im konkreten Fall erteilen können. Deshalb nur ganz allgemein als persönliche Einschätzungen: Das Urheberrecht schützt zwar Ihre Visuals, nicht aber die Idee bzw. das Konzept zu der App bzw. dem Spiel. Sie können sich aber von dem Unternehmen in kurzer Form schriftlich zusichern lassen, dass es die von Ihnen gewonnenen Konzepte nicht nutzen oder weitergeben wird, wenn es zu keinem Arbeitsvertrag bzw. Auftrag kommt.

Das Problem liegt meiner Ansicht nach tiefer: Wenn Sie ohne eine solche Zusicherung und vor allem ohne jede Bezahlung so weit in Vorleistung gehen und dabei dem fraglichen Unternehmen Know-how überlassen, dass dieses unter Umständen selbst nutzen kann, ohne dass Sie etwas davon haben, dann akzeptieren Sie von vornherein eine sehr niedrige Einstufung Ihrer Arbeit und damit eine sehr schlechte Verhandlungsposition. Zumindest ein Non disclosure agreement wäre deshalb sinnvoll. Wenn die andere Seite so etwas nicht akzeptieren will, ist das ja ohnehin ein schlechtes Zeichen. Aber das ist, wie gesagt, nur meine Einschätzung.

Viel Erfolg wünscht
Ihre akademie.de-Redaktion

Rechtlich?

Guten Tag,

ich hatte vor einiger Zeit eine recht gute Idee für eine App, mein Ziel war es diese zu entwickeln, mir so tiefgreifendere Fähigkeiten anzueignen (learning by doing) und diese App wenn möglich später auch zu vermarkten bzw mit den Nutzern dieser App Geld zu verdienen.
Ich sprach mit ein paar Freunden über die Idee, diese traf auf großen Anklang, zur Umsetzung kam es jedoch noch nicht.

Nun, c.a. 2 Monate nach der Idee, habe ich eine App im Internet gefunden, die quasi das selbe anbietet, die selbe Idee umsetzt wie ich sie hatte, noch unbekannt aber dennoch über 300 000 User.
Nun ist die Frage, wenn ich meine Idee mit meinen Mitteln und komplett selbstständig umsetze, weder Graphiken noch sonst irgendwas übernehme aber leider das selbe Konzept habe, wäre meine App dann juristisch anfechtbar vom Entwickler der anderen App?
Wie gesagt, auf die Idee kam ich alleine ohne vorher von dieser App zu wissen.

Antwort: Rechtlich

Guten Tag,
wie im Text oben bereits gesagt: Ideen sind hierzulande nicht urheberrechtlich geschützt: Geschützt durch das Urheberrechtsgesetz sind lediglich die darauf basierenden _Werke_, in Ihrem Fall also die konkrete App. Die dürfen Sie nicht einfach abkupfern, indem Sie zum Beispiel die optische Aufmachung nachahmen oder gar den Quelltext dekompilieren.

Eine Anwendung der gleichen Art neu zu entwickeln, die nur dieselbe Grundidee hat, ist grundsätzlich aber unproblematisch. Die urheber-, patent- und wettbewerbsrechtlichen Details des Einzelfalls besprechen Sie am besten aber mit einem Rechtsanwalt - oder Sie fragen bei der IHK nach.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

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