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Kirchenaustritt und Kirchensteuer

Der Kirchenaustritt ist keine unüberwindliche Barriere. Wir erläutern den Ablauf.

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Stand: 6. März 2012 (aktualisiert)

Der Austritt aus den beiden großen Kirchen ist in Deutschland mit vergleichsweise großem Aufwand verbunden. Deshalb gibt es in den Kirchenregistern viele "Karteileichen": Menschen, die sich der Kirche innerlich nicht zugehörig fühlen, formell jedoch Kirchenmitglieder sind - und Kirchensteuer zahlen. Dabei ist der Kirchenaustritt beileibe keine unüberwindliche Barriere. Wir erläutern den Ablauf.

Bei der Entscheidung zum Kirchenaustritt sind natürlich nicht die finanziellen Aspekte ausschlaggebend. Die Belastung durch die Kirchensteuer ist jedoch ein Grund, um nicht etwa nur aus Bequemlichkeit oder Trägheit Kirchenmitglied zu bleiben, wenn Glaube oder innere Bindung fehlen. Informationen zu Kirchenaustritt und Kirchensteuern gibt es zwar an einigen Stellen im Internet, sie sind jedoch meist eindeutig parteilich - entweder, weil sie von den Kirchen selbst stammen oder aber von radikalen Gegnern von Kirche bzw. Kirchensteuer. Hier soll es nicht um weltanschauliche Fragen gehen, sondern nur um die formelle Seite.

Kirchensteuer und Kirchensteuersatz

In Deutschland erfolgen Bemessung und Einzug der Kirchensteuern für die evangelische (EKD) und römisch-katholische Kirche direkt über die staatlichen Finanzämter, dasselbe gilt auch für einige kleinere christliche Gemeinschaften sowie die Kultussteuern der jüdischen Gemeinden. Bemessungsgrundlage sind Lohn- und Einkommensteuer sowie die Grundsteuer. Geregelt wird dies auf Landesebene: Jedes Bundesland hat eigene Kirchensteuergesetze und Kirchensteuerordnungen (KiStO) erlassen.

Die Kirchensteuerpflicht beginnt mit der Taufe (bzw. dem Kircheneintritt) und endet mit dem Kirchenaustritt. Der gesetzliche Kirchensteuersatz für die evangelischen und katholischen Kirchen beträgt in Baden-Württemberg und Bayern 8 Prozent der Lohn- und Einkommenssteuer. In den anderen Bundesländern sind es 9 Prozent. Die Kirchensteuern entfallen ab dem Folgemonat (teilweise auch erst im 2. Folgemonat) des Austritts. Der beim Kirchenaustritt entfallende Kirchensteuerbetrag gelangt jedoch nicht in voller Höhe in die Hände des Steuerpflichtigen, einen Teil davon behält der Staat: Durch die Einsparung der Kirchensteuern erhöht sich nämlich das zu versteuernde Bruttoeinkommen genau um den Einsparbetrag.

Beträgt die persönliche jährliche Kirchensteuerersparnis beispielsweise 1.000 EUR und der eigene Grenzsteuersatz für die Einkommenssteuer 25 Prozent, verbleiben von den eingesparten 1.000 EUR "nur" 750 EUR als zusätzliches Nettoeinkommen, das Finanzamt bekommt 250 EUR.

Wie viel Kirchensteuern Sie zahlen, steht in Ihrer letzten jährlichen Einkommensteuererklärung bzw. Ihrem Einkommensteuerbescheid. Meistens wird der Kirchensteueranteil auch in der monatliche Lohn- und Gehaltsbescheinigung gesondert aufgeführt.

Der Blick auf Steuerbescheid, Lohnsteuerkarte oder Lohnabrechnung ist ohnehin zu empfehlen: Gelegentlich kommt es vor, dass auf Lohnsteuerkarten irrtümlich "EV" für evangelisch bzw. "RK" für römisch-katholisch eingetragen wird und Kirchensteuern einbehalten werden, zum Beispiel aufgrund von Eingabefehlern bei den Meldeämtern.

Zusätzlich zur Kirchensteuern gibt es noch das sogenannte "allgemeine" und das "besondere" Kirchgeld. Von einigen Gemeinden wird zusätzlich zur Kirchensteuer ein einkommensabhängiges sogenanntes "allgemeines Kirchgeld" zur örtlichen Verwendung erhoben. Es betrtägt beispielsweise in Niedersachsen zwischen 3 und 60 EUR und in Bayern zwischen 5 und 120 EUR. Das allgemeine Kirchgeld wird aber nicht über die Finanzämter, sondern per Anschreiben direkt bei den Kirchenmitgliedern eingezogen, seine Bezahlung ist damit de facto freiwillig.

Das besondere Kirchgeld bei "glaubensverschiedener Ehe" wird dagegen wie Kirchensteuern über die Finanzämter erhoben: Tritt in einer Familie nur der verdienende Steuerzahler aus der Kirche aus, nicht aber sein Ehegatte, wird "besonderes Kirchengeld" oder Gemeindegeld auf Grundlage des gemeinsamen zu versteuernden Einkommens veranlagt. Die evangelische Kirche praktiziert dies bundesweit, einige katholische Bistümer verzichten jedoch darauf. Eine Befreiung vom Kirchgeld ist nur möglich, wenn auch der Ehegatte aus der Kirche austritt oder wenn keine gemeinsame Veranlagung zur Einkommensteuer mehr stattfindet. Letzteres wirkt sich steuerlich jedoch meist sehr viel ungünstiger aus, als das besondere Kirchgeld zu bezahlen. Die evangelische Landeskirche in Bayern bietet einen Online-Rechner für besonderes Kirchgeld, mit dem Sie ermitteln können, ob für Sie besonderes Kirchgeld anfällt und wenn ja in welcher Höhe.

Steuerberater sind verpflichtet, auf Kirchensteuerbelastungen hinzuweisen

Ein Steuerberater muss seinen Mandanten beispielsweise bei einer Gewinnausschüttung darauf hinweisen, wenn er auch durch Kirchensteuerprogression steuerlich belastet wird. Nach Meinung des Oberlandesgerichts Düsseldorf (Az 9 C 12/02, Urteil vom 21.05.2003) würden viele Menschen aus der Kirche austreten, wenn sie in so einem Fall wüssten, dass sich auch die Kirchensteuer progressiv erhöhen kann.

Besonderes Kirchgeld

Auf der Website Kirchgeld-Klage.info wird die Rechtslage zum besonderen Kirchgeld sehr genau analysiert. Das Fazit dort lautet: Das besondere Kirchgeld sei nach Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts für Doppelverdiener nicht zulässig (BFH I B 109/12; Ziffer 2 a und b).

Kirchenaustritt

Den Kirchenaustritt müssen Mitglieder der evangelisch-lutherischen oder römisch-katholischen Kirche persönlich beim Standesamt oder Amtsgericht vornehmen (dasselbe gilt aber auch für jede andere Religionsgemeinschaft, die als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt ist). Ohne diesen formalen Austritt vor einer Amtsstelle bleibt man kirchensteuerpflichtig.

Für den Austritt ist je nach Bundesland entweder das Standesamt oder das Amtsgericht am Wohnsitz zuständig. In Berlin, Brandenburg, Hessen, NRW und Thüringen müssen Sie persönlich zum Amtsgericht gehen. In allen anderen Bundesländern ist das Standesamt am Wohnsitz aufzusuchen. Gibt es beim Amt keine Wartezeit, sollte der Kirchenaustritt in etwa 10 Minuten erledigt sein.

Für alle Bundesländern gilt:

  • Sie müssen immer persönlich beim Standesamt bzw. Amtsgericht erscheinen.

  • Sie müssen Ihren Kirchenaustritt nicht begründen!

  • Sie müssen ein Austrittsformular ausfüllen und unterschreiben.

  • Dazu müssen Sie sich mit einem gültigen Personalausweis oder Pass ausweisen.

  • Verheiratete und Geschiedene müssen zusätzlich ihr Familienbuch vorlegen.

Austrittsgebühren: In Berlin, Brandenburg und Bremen ist der Austritt kostenlos. In den anderen Bundesländern müssen Sie zwischen 10 und 60 EUR mitbringen. Angesichts der zukünftigen Ersparnisse sind diese geringen Gebühren jedoch zu vernachlässigen.

Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 2. Juli 2008 (1 BvR 3006/07) entschieden, dass Austrittsgebühren mit der Verfassung vereinbar sind: "Gebührenpflichtiges Verfahren zum Kirchenaustritt verfassungsgemäß".

Kirchenaustritt beim Notar

Die einzige andere Möglichkeit für den Kirchenaustritt ist ein Termin beim Notar. Dazu benötigen Sie die gleichen Dokumente. Der Notar schickt dann die von ihm beglaubigte Austrittserklärung an das zuständige Amt bzw. Amtsgericht. Für die Beurkundung Ihrer Austritterklärung entstehen natürlich Notariatsgebühren, zusätzlich werden gegebenenfalls noch die Austrittsgebühren fürs Standesamt oder Amtsgericht berechnet. Dafür entfällt die Wartezeit beim Standesamt oder Amtsgericht bzw. die Beschränkung auf deren Öffnungszeiten - Notare beurkunden oft auch abends oder gar an Wochenenden.

Kirchenaustritt von Kindern: Bis zum Alter von 12 Jahren entscheiden nur die Eltern für das Kind. Im Alter von 12 bis 14 Jahren muss das Kind einem Kirchenaustritt zustimmen. Ab 14 Jahren entscheidet das Kind selbst allein über den Austritt.

Das "Weglassen" der Religionszugehörigkeit beim Umzug in ein anderes Bundesland ist kein rechtswirksamer Kirchenaustritt! Wer in ein anderes Bundesland umzieht und dabei im Anmeldebogen für das Einwohnermeldeamt seine Religionszugehörigkeit weglässt, erhält zwar womöglich seine nächste Lohnsteuerkarte ohne den Aufdruck "EV" (evangelisch) oder "RK" (römisch-katholisch). Rechtlich bleibt die Kirchenmitgliedschaft dennoch bestehen, deshalb kann es passieren, dass später rückwirkend Kirchensteuer nachgefordert wird. Laut Presseberichten erhalten die Kirchensteuerstellen der Kirchen teilweise von den Landeseinwohnerämtern Zugriff auf deren Datenbestände.

Aus diesem Grund sollten Sie die Bescheinigung über den Kirchenauftritt auch gut aufbewahren. Wenn Sie nach Kirchenaustritt von Ihrer ehemaligen Religionsgemeinschaft zur Zahlung aufgefordert werden, müssen Sie beweisen, dass Sie aus der Kirche ausgetreten sind. Haben Sie keinen Beweis, drohen Ihnen hohe Nachzahlungen ggf. für mehrere Jahre. Konflikte dieser Art zwischen den kirchlichen Kirchensteuerstellen und Menschen, die ihren Kirchenaustritt nicht nachweisen konnten, wurden aus Berlin berichtet. Der Eintrag auf der Lohnsteuerkarte wurde dort nicht als Beleg anerkannt. Die Amtsgerichte müssen die Nachweise über Kirchenaustritte nur 10 Jahre lang aufbewahren. Wer beim Kirchenaustritt verheiratet, verwitwet oder geschieden war und den Austritt beim Amtsgericht erklärte, kann den Nachweis möglicherweise auch über das Standesamt führen, das die Austrittsmeldung vom Amtsgericht erhalten haben sollte, um sie ins Familienbuch einzutragen.

Religionsgemeinschaften ohne öffentlich-rechtlichen Status

Bei Religionsgemeinschaften, die im jeweiligen Bundesland nicht als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt sind, stellt das Vereinsrecht die Grundlage für Zahlungsansprüche an ihre Mitglieder dar, die Vereinssatzung ist die Grundlage für Mitgliederbeiträge und Kündigungsfristen. In diesem Fall muss der Austritt direkt beim Verein selbst erfolgen. Sie sollten sich den Austritt schriftlich mit Datum bestätigen lassen.

Steuer-Formalitäten nach dem Kirchenaustritt

Damit Ihnen nach dem Kirchenaustritt keine Kirchensteuern mehr abgezogen werden, müssen Sie zusätzlich noch die Religionszugehörigkeit auf Ihrer Lohnsteuerkarte austragen lassen! Dazu müssen Sie die Bescheinigung nicht etwa Ihrem Arbeitgeber bzw. dem Lohnbüro vorlegen, benötigt wird der amtliche Umtrag auf Ihrer Lohnsteuerkarte. Die Umtragung erfolgt bei dem für Sie zuständigen Finanzamt, teilweise auch beim Einwohnermeldeamt, dem Bürgeramt oder Bezirksamt. Zusätzlich zur aktuellen Lohnsteuerkarte müssen Sie natürlich die Kirchenaustrittbescheinigung mitbringen. Soweit Sie bereits eine Lohnsteuerkarte für das folgende Jahr erhalten haben, sollten Sie auch diese gleich mit vorlegen. Fragen Sie am besten schon beim Ausstellen der Austrittsbescheinigung im Standesamt oder beim Amtsgericht, wohin Sie danach wegen der Lohnsteuerkarte gehen müssen.

Bei Austritten aus anderen Religionsgemeinschaften als der evangelischen oder der römisch-katholischen Kirche entfällt natürlich die Änderung auf der Lohnsteuerkarte.

Als Selbstständiger sollten Sie vorsorglich Ihren Steuerberater vom Kirchenaustritt informieren, damit er das bei der nächsten Steuererklärung wirklich berücksichtigt. Allerdings können nach dem amtlich erfolgten Kirchenaustritt irrtümlich gezahlte Kirchensteuern auch zurückgefordert werden.

  • Kirchensteuerrechner der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (9 Prozent).

  • Kirchensteuer.de: Informationsseite zu Kirchensteuer und - austritt von Kirchensteuer-Gegnern.

  • Steuer-Forum-Kirche.de: Eher kirchenfreundliche Seite mit sehr vielen Informationen, hier findet man etwa den Text von Kirchensteuergesetzen und -Verordnungen, Gerichtsurteilen zum Thema Kirchensteuer sowie Details zur Steuerpraxis.

  • Kirchenaustritt.de: Eine Site, die beim Kirchenaustritt helfen will, u.a. mit einer Orts-Suche nach dem für den Kirchenaustritt zuständigen Standesamt bzw. Amtsgericht nebst Adresse.

  • "Kirche und Geld" Informationen der evangelischen Landeskirche Bayern zu Kirchensteuern und Kirchengeld.

  • Kirchensteuern.de: Website des "Vereins zur Umwidmung von Kirchensteuern", in dem sich Kirchenmitglieder(!) gegen die Kirchensteuer engagieren.

  • Anleitung zum Kirchenaustritt: Ausstieg leicht gemacht. TAZ vom 6.2.2009

  • FAQ Kirchenaustritt: Fragen und Antworten zum Kirchenaustritt in Deutschland, Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V. (IBKA)

  • Jeder vierte Katholik erwägt Kirchenaustritt: Welt Online vom 23.4.2010

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Vorsicht - Kirchen recherchieren im Ausland!

Vorsicht, wie man in diesem Bericht erfährt, recherchieren die Kirchensteuerämter im Ausland, um herauszufinden, ob aus dem EU-Ausland zugezogene kirchlich getauft wurden!

Bin Orthodox getauft,aber in meinen Papieren,steht Ev.?

Hallo,
Habe folgendes Problem.Ich wurde im EU Ausland geboren und als Kind mit Eltern nach Deutschland ausgewandert
Wie ich vor kurzem erfahren habe, hat meine Mutter bei der Einreise irrtümlicher Weise bei den Ämtern als Religion
Ev. angegeben.Ich wurde aber in meinem Geburtsland Orthodox getauft!
Meine Frage ist nun,kann ich die Kirchensteuern die ich in den letzten Jahren meiner Berufstätigkeit irrtümlicher Weise zurück fordern?Wenn ich nachweisen kann, orthodox getauft zu sein?

Tja ...

Hallo,

leider ist Beratung zum Einzelfall im Forum nicht möglich. Und auch generell betrachtet muss ich gestehen, dass ich nicht weiß, was man tun kann, wenn einerseits die Anspruchsgrundlage für die Kirchensteuer fehlt - die Taufe im Geburtsland durch eine Konfession, für die der Staat hierzulande quasi das Steuerinkasso übernimmt nämlich, während gleichzeitig aber irrtümlich dies so angegeben wurde.

Aus der Praxis hört man nicht gerade von vielen Fällen erfolgreicher Rückerstattungsforderungen an die Gemeinsame Kirchensteuerstelle. Es hängt also wohl davon ab, wie viel Zeit und Geld man für einen Rechtsstreit übrig hat. Immer vorausgesetzt, die juristische Chance ist im Einzelfall gegeben - dass sollte ein Rechtsanwalt beurteilen, der sich mit dem Dickicht des deutschen Kirchensteuerrechts gut auskennt.

Viel Erfolg wünscht
Ihre akademie.de-Redaktion

Möchte aus der Kirche austretten, wurde aber im Ausland getauft.

Guten Tag,
Ich wäre für einen Hinweis sehr dankbar...
Ich bin in Mexiko geboren und dort getauft worden. Als ich getauft wurde hatte ich die deutsche Staatsangehörigkeit nicht. Diese habe ich 2003 bekommen (Mein Großvater war Deutsche)Ich bin seit 2015 in Deutschland Steuerpflichtig und möchte jetzt aus der Kirche austretten (nicht nur wegen Kirchensteuer...) Könnte ich einfach die Erklärung beim Amstgericht abgeben?
Danke nochmals für Ihre Hilfe.

Ja, das geht

Guten Tag,

ja, das sollte problemlos möglich sein. Allerdings ist es theoretisch möglich, dass die Kirche die Kirchensteuern von 2015 bis zum Austritt nachfordert. Sind Sie denn beim Finanzamt als römisch-katholisch geführt, oder als konfessionslos? Wenn letzteres der Fall ist, sehe ich keinen Handlungsbedarf.

Monsignore S.

Hallo! Ich bin aus dem

Hallo!
Ich bin aus dem europäischen EU-Ausland nach Deutschland umgezogen. Bei der Anmeldung habe ich angegeben, dass ich konfessionslos bin. Ich wurde aber in meinem Heimatland getauft. Ofiziell bin ich nie aus der Kirche ausgetreten. Jetzt habe ich hier in Deutschland ein Kind bekommen und wurde es gerne taufen lassen. Auch für die Taufe in meinem Heimatland bräuchte ich eine Zustimmungen der Kirche meines aktuellen Wohnortes d.h.hier in Deutschland. Für beides müsste ich Mitglied der katholischen Kirche sein.wie undj wo kann ich mich als katholisch eintragen lassen. Ich wohne in Deutschland seit 10 Jahren. Müsste ich dann die Kirchensteuer für diesen Zeitraum nachzahlen? Dies kann ich mir weder vorstellen noch leisten. Vielen Dank für Antworten.

Gebühren

Ich bin sofort, als ich 16 war, aus der Kirche ausgetreten und musste dafür eine hohe Gebühr bezahlen. Eine Frechtheit! Ich bin diesem Schwindel-Verein nie beigetreten. Meine Eltern haben mich ohne zu fragen getauft. Warum müssen die Eltern die mit dem Austritt verbundenen Kosten nicht übernehmen???

Schöne Grüsse aus Osnabrück
Rainer Ostendorf
www.freidenker-galerie.de

Rechtslage

Ich fürchte, so ist nun einmal die Rechtslage - ab 14 sind Sie religionsmündig. Davor entscheiden die Sorgeberechtigten über Fragen der Religionszugehörigkeit. Und die Kosten, die mit Entscheidungen über die Zugehörigkeit zu Religionsgemeinschaften zusammenhängen, trägt jeweils der zu diesen Entscheidungen Berechtige.

Besonderes Kirchgeld: Neuere Rechtslage

Zum besonderen Kirchgeld gibt es einen neueren Stand:
Das BVerfG hat die Verfassungsbeschwerden 2 BvR 591/06 u.a. am 18.10.2010 vom BVerfG nicht zur Entscheidung angenommen.
Auf dieser Grundlage hat der BFH mit Beschluss vom 8.10.2013 - I B 109/12 als „eindeutige Rechtslage“ festgestellt, dass das besondere Kirchgeld sich „nur für diese Fallkonstellation“ „mangels eigenen Einkommens kirchensteuerfrei“ am Lebensführungsaufwand orientieren darf. Im Klartext: Besonderes Kirchgeld nur bei Alleinverdienern, nicht bei Doppelverdienern.
Auf der Seite Kirchgeld-Klage.info finden Sie die entsprechenden Nachweise (Urteile mit Zitaten etc.)

Ausländer automatisch in DE kirchensteuerpflichtig??

Guten Morgen zusammen,
ich hätte eine Frage: als EU-Bürger lebe und arbeite ich seit Jahren in Deutschland. Ich wurde im Ausland getauft. Bei der Meldebehörde habe ich o.B. angegeben und daher in DE nie Kirchensteuer bezahlt. Jetzt möchte ich standesamtlich heiraten - kann es hier zu Problemen kommen? Muss ich mit eventuellen Nachforderungen der deutschen r.k.Kirche rechnen?

Vielen Dank
Gruß

Nur standesamtliche Heirat?

Guten Tag,

wenn Sie vom Finanzamt als konfessionslos geführt werden, verstehe ich nicht so ganz, warum die standesamtliche Heirat ein Problem sein sollte? Oder meinten Sie die kirchliche Heirat?

Grundsätzlich bewerten die Kirchen meines Wissens eine Taufe der gleichen Konfession im Ausland durchaus als Eintritt in ihre Kirche, vor allem eine römisch-katholische Taufe. Andererseits sind sie hier auf die Angaben des betreffenden Einzelnen angewiesen, soweit mir bekannt ist.

Freundliche Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion
S. Hengel

Rückkehr nach Deutschland aus dem Ausland

Hallo,

ich bin als Kind getauft worden und bin nun wohl offiziell ein Mitglied der Kirche.
Allerdngs bin ich noch während meines Studiums ins europäische Ausland gezogen und habe dort auch die letzten acht Jahre gearbeitet.

Nun möchte ich nach Deutschland zurück kehren und aus der Kirche offiziell austreten. Hierzu habe ich ein paar Fragen:

1.) Muss ich in Berlin zuerst zum Einwohnermeldeamt, um mich anzumelden oder kann ich auch schon davor zum Amstgericht, um aus der Kirche auszutreten? Wenn ich hierzu eine Meldebescheinigung benötige, dann muss ich natürlich zuerst zum Einwohnermeldeamt - soll ich dann dort angeben, dass ich offiziell noch Kirchenmitglied bin? Ich würde je ein paar Tage später dann beim Amtsgericht austreten. Falls ich das angebe, muss ich nach dem Kirchenaustritt dann wieder zum Einwohnermedeamt, um den Kirchentstatus ändern zu lassen?

2.) Für die Zeit, in der ich im Ausland gearbeitet habe, kann die Kirche in Deutschland aber rückwirkend keine Beitragszahlungen verlangen, oder?

Vielen Dank,
Emma

Kirchenaustritt in Deutschland aus dem Ausland

Guten Tag,

bitte beachten Sie, dass eine rechtliche Einzelfallberatung hier nicht möglich ist. Nur ganz allgemein:

Der Kirchenaustritt in Deutschland durch jemand, der in Deutschland gewohnt hat und wieder wohnen will, jetzt aber im Ausland lebt, ist einigermaßen verzwickt. In manchen Bundesländern - Bayern etwa - gibt es dafür zentral zuständige Behörden (in Bayern wohl das Einwohneramt München. Eine klare gesetzliche Regelung fehlt meines Wissen jedoch.

Hier wird vorgeschlagen, den Kirchenaustritt beim Konsulat im Aufenthaltsland zu erklären, sich dies bestätigen zu lassen und sich damit an die zuständige Dienststelle des letzten Wohnortes in Deutschland zu wenden. Das könnte man in leichter Abwandlung auch in Bezug auf die Dienststelle des vorgesehenen Wohnortes durchführen und die Bescheinigung dem Amtsgericht in Berlin vorlegen.

Auf jeden Fall möglich wäre die "normale" Vorgehensweise: Anmeldung beim Einwohnermeldeamt/Bürgeramt, Kirchenaustritt beim Amtsgericht, dann ggf. Mitteilung ans Finanzamt.

Wenn in Deutschland keine Steuerpflicht besteht, weil man im Ausland gelebt hat, besteht auch keine Kirchensteuerpflicht.

Für konkrete Antworten zu Ihrer Situation besprechen Sie sich im Zweifel am besten mit einem Anwalt oder einem Steuerberater. Auch Foren zur Kirchensteuerpflicht wie http://www.kirchenaustritt.eu können bei der Informationsbeschaffung nützlich sein.

Beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Ich habe genau dieselbe

Ich habe genau dieselbe Frage. Ich lebe seit einigen Jahren in Grossbritannien
und bin in Deutschland nicht mehr gemeldet, sprich auch kein Mitglied der
Landeskirche mehr. Wenn mein britischer Partner und ich nun
irgendwann nach Deutschland zurueck gehen sollten,
kann ich dann bei Neuanmeldung in DE angeben dass ich mittlerweile
Atheistin bin? Oder bin ich dann automatisch wieder
Kirchenmitglied und muss mich beim Amtsgericht rauskaufen?

Räumliche Zugehörigkeit zur Kirche

Guten Tag,

auch hier der Hinweis: Leider können und dürfen wir keine rechtlichen Beratung geben. Deshalb nur ganz allgemein:

Ist man durch Taufe einem Bekenntnis zugehörig geworden, das zur Kirchensteuerpflicht führt, dann ruht diese zwar, wenn man ins Ausland zieht und in Deutschland nicht mehr steuerpflichtig ist. Zieht man aber nach Deutschland zurück, lebt auch die Kirchenzugehörigkeit wieder auf und damit die Kirchensteuerpflicht.

Beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Gebühr

In Berlin ist der Austritt NICHT kostenlos

Taufe im Erwachsenenalter im Ausland - Kirchensteuerpflich in De

Guten Tag,

ich möchte mich im (deutschsprachigen) Ausland taufen lassen, möchte aber weiterhin selbständig über Art um Umfang der Unterstützung sozialer Projekte entscheiden, d. h. die Zwangsabgabe in Form einer Kirchensteuer würde ich vermeiden, wenn es möglich ist.

Die Taufe im Ausland ist Zufall, aber ist es dann tatsächlich so, dass ich in Deutschland keine Kirchensteuer zahlen muss?

Vielen Dank für Ihre Antwort

nachzahlung 2

Wir arbeiten nicht in Deutschland aber noch in die Niederlanden

Nachzahlung

Wir sind Niederländer und wohnen seit 2009 in Deutschland.
Wir haben uns als Katholisch angemeldet obwohl wir nicht gläubig sind. Aber als Kind getauft sind.
Wir haben uns nicht bei einer Kirche angemeldet.

Wir haben gelesen, dass wer getauft ist, muss sowieso Kirchensteuer zahlen. Müssen wir jetzt Steuer nachzahlen, wir gehen nie in die Kirche.

Vermutlich kirchensteuerpflichtig

Guten Tag,

wenn Sie sich in Deutschland beim Finanzamt als katholisch angemeldet haben und hier Einkommensteuer bezahlen, müssen Sie damit rechnen, dass Sie zur Kirchensteuer veranlagt werden. Ob Sie in die Kirche gehen oder nicht, ist hierfür völlig gleichgültig.

Ob Sie in Ihrem konkreten Fall außer durch einen formellen Kirchenaustritt in Deutschland auch auf andere Art die Kirchensteuer umgehen können, kann ich leider nicht beurteilen, dazu beraten Sie sich am besten mit einem Steuerberater oder einem Rechtsanwalt.

Freundliche Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Austrittsbescheid futsch / Nachzahlung bei Wiedereintritt?

Guten Tag,

ich bin schon in der Schulzeit aus der evangelischen Kirche ausgetreten, das ist ewig her. Den Austrittsbescheid, den ich damals bekommen habe, habe ich nciht mehr. Bei dem Standesamt, das den damals ausgestellt hat, gitb es vermutlich auch keinen Beleg mehr (nachgefragt habe ich noch nicht, aber die müssne das ja auch nur 10 Jahre ausbewahren.

Eine Konfiramtions- und Taufbescheinigung habe ich auch nicht mehr, aber die könnte ich wohl wieder bei der Gemeinde besorgen. Ich überlege nämlich, eventuell wieder in die evangelische Kirche einzutreten. Wie kann ich das anstellen ohne Austrittsbescheinigung udn laufe ich dann Gefahr, dass dort massive Nachforderungen wegen angeblich ausstehender Kirchensteuern auf mich zukommen?

Mit freundlichen Grüßen
M.F.

Verhandeln!

Schlagen Sie doch eine Verhandlungslösung vor: Sie bezahlen ja in Zukunft Kirchensteuer, deshalb soll die Kirche auf etwaige bisherige Ansprüche verzichten.

G. Bruno

Verhandeln!

Danke, hat tatsächlich geklappt :-)

Kirchensteuer bei Austritt unterm Jahr

Hallo, ich würde gerne wissen, wie es sich mit der Kirchensteuerzahlung verhält, wenn man unterm Jahr aus der Kirche ausgetreten ist. Mir ist klar, dass ab dem Folgemonat nach dem Austrittsmonat bei der Lohnabrechnung kein Kirchensteuerabzug mehr erfolgt, aber wie verhält es sich bei der Kirchensteuer aus der Kapitalertragssteuer.

Dachte das ich aus der Kirche draussen bin

Moin,
ich habe einen eher speziellen Fall.
Ich habe heute einen Auszug der elektronischen Lohnsteuermerkmale erhalten. Dort steht nun drin das ich ev bin. Ich bin der Meinung das ich 2002 aus der Kirche ausgetreten bin. Ich bin seit 2007 Selbstständig und habe jedes Jahr über ein Steuerbüro meine Steuererklärung abgegeben. Immer mit dem Vermerk das ich keiner Kirche angehöre. Alle Bescheide wurden vom Finanzamt anerkannt und rechtkräftig erklärt. Nun habe ich heute beim Finanzamt angerufen und nachgefragt und auch bei der Berliner kirchenstelle. Bei beiden liegt nicht vor und ich bin offiziel Kirchensteuerpflichtig da ich ja den Beweis vorlegen muss.
Ok, das schon scheisse, aber was soll ich machen. Meine Frage lautet nun aber:
Was ist mit den Rechtsgültigen Steuererklärungen vom Finanzamt? Kann hier das Kirchenamt noch nachfordern? Es waren mehrere Finanzämter beteiltigt in den letzten Jahren da ich umgezogen bin und es ist keinen aufgefallen?
Über eine Info wäre ich sehr dankbar ^^
Bis dahin vielen dank und einen schönen Tag noch...
MfG
Thowie

Kein Vertrauensschutz durch fehlenden Steuereinzug

Guten Tag,

so speziell ist Ihr Fall leider nicht, gerade die Landeskirche Berlin-Brandenburg ist seit Jahren sehr aktiv darin, die ausgesprochen kirchenfreundliche Gesetzeslage zur Aufbesserung ihrer Finanzen auszunützen.

Und leider ist auch die juristische Situation nicht sehr hoffnungsvoll: Die Tatsache, dass die Finanzämter Sie jahrelang als konfessionslos geführt und nicht zur Kirchensteuer veranlagt haben, schafft den Gerichten zufolge (OVG Berlin, 6.9.2006, AZ 9 B 25.05 und VerfGH Berlin, 15.4.2011, AZ 131/10 keinen Vertrauensschutz. Wenn Sie den Nachweis über den Kirchenaustritt auch beim Amtsgericht oder dem Standesamt (je nachdem, wo Sie ausgetreten sind) nicht mehr beschaffen können, weil die Behörden solche Unterlagen meist nur für 10 Jahre aufbewahren, dann bleibt im Extremfall nur ein erneuter Austritt und eine Nachzahlung für die letzten fünf Jahre.

Beste Grüße

Ihre akademie.de-Redaktion

Vielen Dank für die

Vielen Dank für die Antwort.
Witziger weise wurde ich ja anscheinend all die Jahre als evangelisch beim Finanzamt geführt und es hat sich nie einer beschwert. Es ist mir erst jetzt aufgefallen da ich eine ElStAM Auskunft beantragt hatte. Für das Amt war ich all die Jahre immer evangelisch. Und das nicht nur bei einem sondern durch Umzug 3 Finanzämter in den letzten 7 Jahren und nie hat sich einer beschwert.
Das ganze wirkt schon ziemlich böse und man ist dort wirklich hilflos weil auch bei nachfragen keine Hilfe zu erwarten ist. Im Gegenteil wenn man die Situation lösen will wird man nur weitergeleitet und keiner ist Schuld.
Mir stellt sich jedoch immer noch die Frage das meine Bescheide vom Finanzamt geprüft und abgenickt sind. Und sie vor allem schon rechtskräftig sind. Kann die Kirche da jetzt wirklich noch was dran rütteln?
Vielen Dank und einen schönen Tag noch
MfG
Thowie

Keine neuen Tatsachen

hallo,

um es gleich zu betonen: Rechts- und Steuerberatung zu konkreten Einzelfällen können wir nicht leisten. Wir geben nur unsere Meinung zu allgemeinen Fragen wieder.

Ein Steuerbescheid kann auch dann vom Finanzamt geändert werden, wenn er schon rechtskräftig ist - aber nur, wenn neue Tatsachen bekannt werden. Das steht sinngemäß in § 173 AO und ist meines Wissens auch gängige Rechtsprechung der Finanzgerichte. Und in einem Fall, in dem beim Finanzamt das Merkmal "ev." eingetragen war, aber der Steuerbürger trotzdem nicht zur Kirchensteuer veranlagt wurde, sind ja eben keine "neuen Tatsachen oder Beweismittel" bekannt geworden. Womöglich hätte die Kirche in Ihrem Fall also Ansprüche an die Finanzverwaltung.

Detailfragen und Reaktionsmöglichkeiten besprechen Sie am besten mit einem Rechtsanwalt oder Steuerberater.

Beste Grüße

Ihre akademie.de-Redaktion

Vielen Dank

Danke für die netten Worte. Natürlich werde ich dies mit meinem Steuerberater und Rechtsanwalt besprechen. Die Praxis dahinter ist schon krass. Ich hätte nie gedacht das es noch etwas gibt das ich weniger gerne bezahle wie Steuern ^^
MfG
Thowie

Kirchenaustritt als Religionslehrer/Entzug der Vokation

Wer erhält nach dem Austritt eines Lehrers, der eine Vokatio inne hat, Informationen über den Entzug der Vokation?
Der betreffende Lehrer oder auch die Schule, bzw. Die Kirchengemeinde der Schule oder die Wohnortgemeinde?

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