Rechnung ins EU-Ausland

Rechnung ohne Grenzen: Was Dienstleister bei Rechnungen in EU-Länder beachten müssen und welche Meldungen nötig sind.

Von: Robert Chromow
Stand: 2. Januar 2013 (aktualisiert)
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Überblick

Dienstleister, die Rechnungen an Geschäftskunden in anderen EU-Ländern schicken, müssen ihre Umsätze an das Bundeszentralamt für Steuern melden. Mit der laufenden Umsatzsteuervoranmeldung ist es nicht getan: Wir erläutern, welche Prüf- und Meldepflichten auf international tätige Selbstständige zukommen und was Sie sonst noch alles beachten müssen.

Seit der Euro zum gemeinsamen Zahlungsmittel geworden und der europäische Binnenmarkt Realität geworden ist, machen auch immer mehr Freelancer und Kleinbetriebe grenzüberschreitende Geschäfte. Das hat Auswirkungen auf Buchführung und Meldepflichten. Grundsätzlich ist zunächst zu unterscheiden, ob es sich um Warenlieferungen oder grenzüberschreitende Dienstleistungen handelt.

Ein paar Hinweise vorweg

Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen machen Sie leider noch nicht zum Export-Experten. Unser Überblick dient vielmehr der Orientierung, welche Aspekte bei Dienstleistungen für Kunden im EU-Ausland zu beachten sind - und welche Fragen Sie im Einzelfall dem Berater Ihrer Kammer, Ihrem Steuerberater oder dem Sachbearbeiter Ihres Finanzamts stellen müssen.

Welche allgemeinen Formvorschriften für Rechnungen gelten bzw. wie Inlands-Rechnungen aussehen müssen, steht im grundlegenden Praxisleitfaden "Pflichtangaben auf Rechnungen: Welche Rechnungsangaben gehören auf eine korrekte, vollständige Rechnung?"

Übersicht: Unterschiede zu Inlandsrechnungen

Zusätzlich zu den üblichen Rechnungsanforderungen müssen Dienstleister für Geschäftskunden im EU-Ausland vor allem folgende Besonderheiten beachten:

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Telefonische Beratung ins Ausland mit Umsatzsteuer oder ohne?

Hallo zusammen,

ich habe da auch eine Frage. Ich berate telefonisch und habe auch eine Klientin in der Schweiz, die mir nun mitteilte, dass ich ihr doch eigentlich keine Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen hätte weildas doch EU Ausland sei. Die Leistung wird doch aber garnicht in der Schweiz erbracht sondern aus Deutschland. Ich telefoniere ja von hier aus. Die Artikel, die ich zu diesem Thema gelesen habe, gehen immer von einer im Ausland erbrachten Dienstleistung aus. Wie verhält es sich in meinem Fall.
Freue mich über Erhellung,danke ;-)

Lieferung EU

Hallo, komme in einem Fall nicht weiter - hoffentlich kann mir da jemand helfen:

Waren-Lieferung:
Unternehmen D1 (in Deutschland) fakturiert an Unternehmen D2 (in Deutschland).
die Lieferung war von den Niederlanden an Großbritannien, der Empfänger in Großbritannien hat keine UID-Nr. bekannt gegeben.
Frage: wie wird die Rechnung von D1 ausgestellt: steuerbar? Wenn ja, mit welchem MWSt-Satz; oder nicht steuerbar?

Danke einmal vorab.

Antwort: Lieferung EU

Guten Tag,
eine Einzelfallberatung - zumal in einem solch verwickelten Fall - ist an dieser Stelle nicht möglich. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie sich auch nicht auf Meinungsäußerungen aus Internet-Foren verlassen.

Hinzu kommt, dass wichtige Details fehlen (wie z. B. die Art der Waren, ohne die Aussagen über den Steuersatz nun einmal nicht möglich sind). Einmal ganz abgesehen von der Frage, warum D1 an D2 fakturiert, obwohl die Lieferung an GB1 geht!?

Ganz allgemein gilt: Warenlieferungen von inländischen Unternehmen an inländische Unternehme sind grundsätzlich steuerbar und unterliegen normalerweise dem Umsatzsteuer-Regelsteuersatz von zurzeit 19%. Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater, der sich mit der Besteuerung grenzüberschreitender Lieferungen auskennt. Sie können aber auch bei der Außenhandels-Abteilung Ihrer IHK oder direkt beim Finanzamt nachfragen.

Viel Erfolg und alles Gute
Robert Chromow

Verlagerung der Umsatzsteuer - englisch

Hallo zusammen,
ich möchte eine Rechnung ins Ausland stellen. Die Rechnung wird netto ohne USt. gestellt. Nun soll diese aber den Vermerk enthalten, dass die Umsatzsteuer auf den Rechnungempfänger verlagert wird. Da die Rechnung auf englisch gestellt werden soll, fällt mir die Formulierung hier schwer. Könnte mir jemand mit einem Standardtext o. ä. weiterhelfen? Bin leider im I-net noch nicht auf etwas passendes gestoßen.

Vielen Dank

Gesetzliche Grundlage entscheidend

hallo,

leider wird nicht klar, warum die Umsatzsteuerschuld in Ihrem Fall vom Empfänger der Leistung oder Lieferung sowie der Rechnung zu zahlen ist. Deshalb lässt sich auch kein sicher passender Mustersatz formulieren.

Ein Beispiel für Dienstleistungen, die unter das Reverse Charge-System fallen, finden Sie in unserem Ratgeber "Umsatzsteuer auf Dienstleistungen für Auslandskunden"
http://www.akademie.de/wissen/umsatzsteuer-auf-dienstleistungen-im-ausla..., es lautet "According to Article 196 VAT Directive 2006/112/EC the recipient of the services is responsible for VAT."

Das passt aber natürlich nicht immer. Andere Übersetzungsvorschläge für bestimmte Fälle finden Sie bei linguee.de: http://www.linguee.de/deutsch-englisch/uebersetzung/gem%E4%DF+ustg+wird+...

Ansonsten scheint es sinnvoll, Beratung in Anspruch zu nehmen, denn gerade im grenzüberschreitenden Verkehr sind Fragen wie Leistungsort und Umsatzsteuerschuld alles andere als trivial.

Ihre akademie.de-Redaktion

Rechnungen in anderer Sprache?

Hallo,

wir haben ein mal etwas aus einer ausländischen Fabrik gekauft, die Rechnungen waren jedoch in der jeweiligen Landessprache, unserer Steuerberater meckert dann ständig dass er die Sachen was da drin steht nicht versteht...

Kann ich der Fabrik sagen dass Sie uns eine Rechnung auf Deutsch oder eventuell auf Englisch schicken könnte?
Macht das überhaupt irgendwelche Probleme bei Finanzamt?

Gruß und Danke im Voraus.

Antwort

Hallo,
soweit ich weiß gibt es keine internationale Vorschrift, mit der Sie Ihre Geschäftspartner zum Ausstellen deutschsprachiger Rechnungen zwingen können. Als Auftraggeber haben Sie aber selbstverständlich das Recht, die Bestellung davon abhängig zu machen, dass die Geschäftspapiere in einer international üblichen Sprache (z. B. auf Englisch) ausgestellt sind. Falls das nicht geht, können Sie sich auch einen anderen Steuerberater suchen: Fremde Sprachen - insbes. Englisch - sollten im Zeitalter der Globalisierung für Steuerexperten kein Hindernis mehr sein.
Freundliche Grüße
Robert Chromow
PS: Das Finanzamt kann durchaus Probleme machen: In § 87 AO ...
http://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__87.html
... heißt es: "Die Amtssprache ist deutsch.(2) Werden bei einer Finanzbehörde in einer fremden Sprache Anträge gestellt oder Eingaben, Belege, Urkunden oder sonstige Dokumente vorgelegt, kann die Finanzbehörde verlangen, dass unverzüglich eine Übersetzung vorgelegt wird."

Hallo,
und vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Eine bestimmte Floskel ist meines Wissens nicht vorgeschrieben - am besten verwenden Sie Formulierungen wie "umsatzsteuerfreie Ausfuhrlieferung", "VAT free export shipment" o. ä. Ausführliche Informationen über die Ausfuhrbestimmungen für bestimmte Länder bekommen Sie bei der Export-Abteilung Ihrer Iundustrie- und Handelskammer. Falls Sie die für Sie zuständige Kammer nicht kennen, hilft der bundesweite IHK-Finder weiter:
http://www.dihk.de/ihk-finder
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Ich hoffe, ich habe die Frage nicht in den zahlreichen Kommentaren
zu diesem und verwandten Artikeln überlesen, aber wie sieht es mit
einem Hinweis bzgl. Steuerfreiheit bei Rechnungen ins Nicht-EU-Ausland
aus? Ein Hinweis auf die Steuerschuld des Empfängers wie bei den
Rechnungen innerhalb der EU mit Verweis auf die EU-Richtlinie
macht ja bei einer Rechnung an einen Kunden in die USA eher keinen
Sinn. Muss man bei diesen Rechnungen auch irgendeinen Hinweis auf
die Rechnung setzen oder genügt dort einfach die Angabe 0% USt.?
Vielen Dank für all die hilfreichen Infos in diesem und Ihren
anderen Artikeln! :-)

Hallo Alexandra,
leider kenne ich die Einzelheiten der österreichischen Kleinunternehmerregelung nicht. Sie dürfen Ihre Rechnungen m. W. aber wie bisher ohne Umsatzsteuer stellen. Indem Sie auf die in Österreich geltende Steuerbefreiung verweisen, geht die Umsatzsteuerpflicht (trotz des im Januar 2010 in Kraft getretenen "VAT-Package"
http://www.akademie.de/direkt?pid=57244) auch nicht auf den Leistungsempfänger über.
Abgesehen davon: Eine UID sollten Sie auch als Kleinunternehmer bekommen. Diese Möglichkeit besteht jedenfalls in Deutschland.
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Guten Tag! Könnten Sie mir freundlicherweise bitte weiterhelfen? Ich suche nach einer Auskunft für folgenden Sachverhalt: Ich bin in Österreich Kleinunternehmer u. stelle meine Rechnungen innerhalb Ö. mit dem Vermerk "UST-frei aufgrund d.Kl.unt.regelung" aus. Bin daher auch nicht Vorsteuer-abzugsberechtigt. Nun hätte ich ein Jobangebot von einer deutschen Agentur, die für einen Kunden Filialen in Österreich zu betreuen hätten. Ich müsste also Rechnungen an die Agentur ausstellen (Deutschland), die Dienstleistung habe ich aber in Österreich erbracht. Nun meine Frage: darf ich die Rechnungen wie bisher ohne Mwst. ausweisen? Die Agentur fragte mich nach meiner UID Nummer, das würde doch bedeuten, wenn ich die UID angebe, muss ich auch UST ausweisen u. wäre somit kein Kleinunternehmer mehr, oder? Anmerkung:die Tätigkeit wäre äusserst geringfügig u. begrenzt sich auf 1-2 Tage im Monat. Könnten Sie mir dazu bitte mitteilen, wie solche Rechnungen zu schreiben wären? (mit/ohne UST?) Bedanke mich sehr herzlich im Voraus! mfg Alexandra E.

Hallo und danke für die nette Rückmeldung. Im Fall des Nicht-EU-Mitglieds Norwegen gelten m.W. andere Regelungen. Einen ersten Einblick verschafft das Merkblatt "Umsatzsteuern im In- und Ausland" des Bundeszentralamts für Stueuern:
http://www.bzst.bund.de/003_menue_links/004_umsatzsteuer/043_ust_in_und_...
kurz: http://tinyurl.com/2nt6gr
Darüber hinaus fragen Sie am besten direkt bei Ihrer IHK nach: Dort gibt es Experten für den Im- und Export von Dienstleistungen und Produkten.
Viel Erfolg in Skandinavien und freundliche Grüße
Robert Chromow

Sehr informativ! Gilt diese Regelung (umsatzsteuerfreie Lieferung für Unternehmer) auch für Norwegen (nicht EU)?

Hallo Frau Franze,
es gibt leider keine Möglichkeit, die UStID eines Unternehmens bei einer zentralen Stelle zu erfragen:

"Das Bestätigungsverfahren ist kein Auskunftsverfahren! Es bietet daher nicht die Möglichkeit, ausländische USt-IdNrn. und hierzu registrierte Firmendaten zu erfragen. Diese Informationen müssen zwischen den beteiligten Geschäftspartnern ausgetauscht werden."

... schreibt das "Bundeszentralamt für Steuern". Das Amt bietet lediglich die Möglichkeit, sich die _Richtigkeit_ auslandischer UStIDs bestätigen zu lassen:
http://evatr.bff-online.de/eVatR/
Kleiner Tipp: Vielleicht finden Sie die Umsatzsteuernummer Ihres Geschäftspartners ja auf dessen Website!? Falls Sie dort nicht auf Anhieb fündig werden und die Website auch keine eigene Suchfunktion hat, versuchen Sie es einmal mit der "Domain"-Eingrenzung in der erweiterten Suche von Google:
http://www.google.de/advanced_search
(= "site"-Operator)
Wichtig: Suchen Sie dabei nach verschiedenen Schreibweisen und Abkürzungen des Begriffs "Umsatzsteuerindentifikationsnummer".
Grund für die fehlende Kooperationsbereitschaft kann außer Faulheit und Nachlässigkeit sein, dass Ihr Kunde die Transaktion nicht "aktenkundig" werden lassen will - aus welchen Gründen auch immer...
Vielleicht hilft das ja schon fürs Erste!?
Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de

Super, der Artikel beantwortet meine Frage präzise und gut verständlich. Ich hätte gleich bei akademie.de suchen und mir zig andere, uneindeutige Quellen sparen sollen.

Gewohnt große Klasse! Irgendwann möchten wir Robert Chromow an sichtbarer Stelle im Bundeswirtschaftsministerium sehen!