Selbstständig als Trainer, Übungsleiterin, Dozent? Steuern, Sozialversicherung, Rechtsstatus

Von den Meldepflichten über die Krankenversicherung bis zum Finanzamt: So überleben Sie den Papierkrieg

In diesem Leitfaden finden selbstständige Trainer, Übungsleiter und Dozenten in knapper Form die wichtigsten Infos zu Steuern, Recht und Krankenversicherung sowie Rente.

Sie möchten – hauptberuflich oder nebenher – unterrichten, Menschen schulen und trainieren oder Seminargruppen leiten, ohne sich im Vorschriftendschungel zwischen Rentenversicherung, Finanzamt und Arbeitsrecht zu verirren?

Dieser Leitfaden hilft Ihnen rasch und verständlich weiter: Er erklärt die verschiedenen Tätigkeits- und Beschäftigungsformen von Kursleitern, Honorarlehrkräften, Trainern, Lehrern, Dozenten und Übungsleitern. Sie bekommen einen Überblick über die wichtigsten Versicherungs-, Steuer- und Rechtsfragen, die sich bei selbstständiger Lehrtätigkeit im Nebenberuf ergeben. Außerdem erfahren Sie, welche Melde- und Buchführungspflichten sich für Sie ergeben.

Inhaltsverzeichnis

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Nebentätigkeit als Dozentin

Hallo!
Seit letztem Jahr führe ich neben meinem Beruf gelegentlich eine Tätigkeit als Dozentin in einem Bildungsunternehmen durch. Meine Einnahmen beschränken sich durchschnittlich im Monat (wenn überhaupt) auf max. 76 Euro. Auf den Rechnungen weise ich natürlich keine Umsatzsteuer aus. Falle ich mit diesem Miniverdienst unter die Kleinunternehmerregelung oder gibt es da noch eine andere Bezeichnung um diese Tätigkeit beim Finanzamt zu melden?

Vielen Dank!

Antwort: Nebentätigkeit als Dozentin

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre Anfrage. Eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Mit Ihrer selbstständigen Nebentätigkeit erzielen Sie "Einkünfte aus selbstständiger Arbeit" gemäß § 18 EStG:
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__18.html
Wenn Sie Ihre Tätigkeit beim Finanzamt angeben, dann unter dieser Bezeichnung.

2.
Theoretisch müssten Sie vor Aufnahme der Tätigkeit den "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" ausfüllen:
https://www.akademie.de/wissen/fragebogen-steuerliche-erfassung

3.
Da Sie unter der Jahresumsatzgrenze von 17.500 Euro bleiben, gelten Sie umsatzsteuerlich als Kleinunternehmerin. Im genannten Fragebogen würden Sie auf Seite 6 in Zeile 133 angeben, dass Sie die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen.

3.
Wenn Sie dauerhaft bei Ihrem bisherigen "Miniverdienst" bleiben wollen, macht die komplette Meldeprozedur allen Beteiligten jedoch unverhältnismäßig viel Arbeit. Zumal Ihre Einkünfte nach Abzug aller erforderlichen Betriebsausgaben möglicherweise sogar unter der "Härtefall"-Grenze von 410 Euro jährlich bleiben, die in § 46 EStG festgelegt ist:
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__46.html
In dem Fall könnten Sie sich als Arbeitnehmerin die Steuererklärung im Prinzip ganz sparen.

4.
Am besten fragen Sie natürlich Ihren Steuerberater. Wenn Sie den nicht haben, rufen Sie der Einfachheit halber direkt beim Finanzamt an (die Telefonnummer finden Sie auf Ihrem letzten Steuerbescheid) und fragen, ob es genügt, Ihre geringfügigen selbstständigen Einkünfte (= Einnahmen minus Ausgaben!) einfach bei der nächsten Einkommensteuererklärung anzugeben. Dafür gibt es die "Anlage S" (analog zu der Ihnen bestimmt bekannten "Anlage N" für ArbeitnehmerInnen).

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Zu Antwort Nr. 3

Hallo Herr Chromow,

Ihre Antwort Nr. 3 verstehe ich so nicht so ganz, wieso soll diese nebenberufliche Einnahme eventuell unterhalb der "Härtefall"-Grenze liegen, wenn doch die Fragestellerin erwähnt, dass sie auch noch Einnahmen aus einem Hauptberuf bezieht?

Oder gibt es für eine zusätzliche Nebenberuflichkeit auch eine Härtefall-Grenze, die mir nicht bekannt ist?

Auch wäre in diesem Fall eine eventuelle Zusammenveranlagung, bei eventuellem Ehegatten, auch nicht ausgeschlossen.

Viele Grüße
Jutta

Antwort: Zu Antwort Nr. 3

Halo Jutta,
vielen Dank für Ihre Nachfrage - die ich leider nicht wirklich verstanden habe:

1.
"Antwort Nr. 3" bezog sich auf die Kleinunternehmerregelung - Sie meinten vermutlich Antwort Nr. 4, richtig?

2.
Die wiederum hat die Härtefall-Regelung des § 46 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__46.html,
... zum Gegenstand, die sich ausdrücklich auf Nebeneinkünfte neben einer hauptberuflichen Beschäftigung bezieht.

3.
Welche andere "Härtefall-Grenze" Sie meinen könnten, weiß ich nicht. :-)

Viele Grüße
Robert Chromow

Frage zur Rentenversicherungspflicht

Guten Morgen Herr Chromow,

Zunächst vielen Dank für den ausführlichen Artikel.
Ich hätte da noch spezifische Fragen.

Ich habe letztes Jahr eine freiberufliche Tätigkeit als Lehrer ausgeübt, allerdings nur einen Monat lang. Hier habe ich ca. 700€ verdient. Allerdings habe ich es versäumt, diese Tätigkeit beim FA als auch bei der Rentenversicherung anzumelden.
Gerne würde ich das nun nachholen und die freiberufliche Tätigkeit außerdem abmelden, da es eine einmalige Sache war. Nun zu meinen Fragen:

1. wird es beim FA Probleme wegen der verspäteten Anmeldung geben?

2a. ich habe auf der Webseite der DRV gelesen, dass man nicht Rentenversicherungspflichtig ist, wenn der Verdienst monatlich die 450€ nicht übersteigt. Heißt das durchschnittlich 450€ oder wirklich pro Monat nicht über 450€? Wie sieht es denn in meinem Fall aus, da ich 700€ verdient habe?

2b. falls ich versicherungspflichtig bin: rechnet die DRV nur den Monat ab, in dem ich freiberuflich tätig war oder über den gesamten Zeitraum, in dem die Tätigkeit gemeldet war? Dann wären das nämlich die Monate Dezember 2016 bis heute.. ich habe aber nur einen Monat lang im Jahr 2016 gearbeitet.

Ich hoffe, Sie können mir hier weiterhelfen.

Besten Dank und liebe Grüße.

Antwort: Frage zur Rentenversicherungspflicht

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre freundliche Anfrage. Eine steuerliche oder sozialversicherungsrechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Mit dem Finanzamt werden Sie wegen einer kurzen selbstständigen Tätigkeit in dem von Ihnen genannten Umfang normalerweise keine Probleme bekommen - vorausgesetzt, Sie haben keine Umsatzsteuer in Rechnung gestellt und Ihre Einkünfte bei der Einkommensteuerklärung für 2016 unaufgefordert angegeben.

2.
Auch bei der RV sehe ich bei einer einmaligen selbstständigen Tätigkeit in geringfügigem Umfang keine Probleme. Zumal m. W. nicht die gezahlten Honorare beitragspflichtig sind: Berechnungsgrundlage ist vielmehr der nach steuerlichen Vorschriften ermittelte jährliche Einnahmenüberschuss (Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben!), der auf 12 Monate umgerechnet wird.

Aber wie gesagt: Dies ist keine Einzelfallberatung: Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, fragen Sie bei einem Steuer- und/oder Versicherungsberater nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Minijob plus Dozentin auf Honorarbasis

Hallo,

ich habe in Jahr 2016 Fünf Monate lang ein Minijob auf 433 EUR Basis gehabt. Parallel dazu bekam ich von dem selben Arbeitgeber Arbeitsaufträge als Dozentin für Flüchtlinge über Gesundheitsthemen, dafür Honoraria bekommen (100-200 EUR/mal) und über einen Jahr 1200 EUR verdient. Müssen die 1200 EUR steuerlich gemeldet werden? Wenn Ja, wie? und in welchen Formular?

LG
Marie E.

Antwort: Minijob plus Dozentin auf Honorarbasis

Hallo, Frau E.,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Ja, Honorare aus selbstständigen Tätigkeiten müssen Sie bei Ihrer Steuererklärung angeben.

2.
Ihre Einnahmen tragen Sie in die "Anlage S" ein. Die Gewinnermittlung erfolgt über die "Anlage EÜR":
https://www.akademie.de/wissen/anlage-euer-2016

3.
Falls Sie Ihre Vorträge im Auftrag einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution (z. B. Städte und Gemeinden, (Hoch-)Schulen, Volkshochschulen, Kammern etc.) oder eines gemeinnützigen Vereins, einer Kirche oder vergleichbaren Einrichtung gehalten haben, sind Ihre Einkünfte unter Umständen steuerfrei. Ausführlichere Informationen zum sogenannten Übungsleiterfreibetrag finden Sie im Beitrag
"Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale: Steuerfreie Nebenverdienste"
https://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/u...

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Dozent beim DRK

Hallo,

ich bin als Dozent beim DRK (Erste-Hilfe-Training) tätig und erhalte durchschnittlich 500,00 EUR Aufwandsentschädigung im Monat (mal ein paar Euro mehr, mal weniger). Einen Hauptberuf übe ich z.Zt. nicht aus, beziehe aber auch keine Leistungen vom Jobcenter o.ä. Wie ist das mit der Einkommenssteuer? Gewerblich oder freiberuflich?
Liebe Grüße

Antwort: Dozent beim DRK

Guten Tag,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Die Unterscheidung zwischen gewerblichen und freiberuflich/selbstständigen Tätigkeiten spielt bei der Einkommensteuer keine (große) Rolle: Die von Ihnen genannten Einkünfte sind grundsätzlich steuerpflichtig.

2.
Wenn Sie keine anderen Einkünfte haben, liegen Sie mit ca. 6.000 Euro unter dem (einkommen-)steuerfreien Existenzminimum.

3.
Dozententätigkeiten gelten im Allgemeinen als freiberufliche / selbstständige Tätigkeit gemäß § 18 EStG
https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__18.html

4.
Bei der Steuererklärung geben Sie neben der "Anlage EÜR" die "Anlage S" ab.

5.
Ausführlichere Informationen zu den Steuerpflichten von Selbstständigen finden Sie im Leitfaden
"Selbstständig als Trainer, Übungsleiterin, Dozent? Steuern, Sozialversicherung, Rechtsstatus"
https://www.akademie.de/wissen/selbststaendig-trainer-dozent

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Moderation auf Honorar

Guten Morgen,

ich bin derzeit hauptberuflich für 25 Stunden angestellt. Zudem arbeite ich zusätzlich in einer Geringfügigen Beschäftigung. Jetzf wurde ich unabhängig von meinen Jobs angefragt, eine Veranstaltung auf Honorarbasis zu moderieren. Muss ich diese Tätigkeit beim Finanzamt anmelden? Gibt es sonst Dinge, die ich dringend beachten sollte? Danke und liebe Grüße Anna L

Antwort: Moderation auf Honorar

Guten Morgen, Frau L.,
Vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Eine steuerliche oder rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur allgemein:

1.
Eine einmalige Moderation auf Honorarbasis ist normalerweise nicht meldepflichtig - vorausgesetzt, Sie stellen keine Umsatzsteuer in Rechnung und geben die erzielten Einnahmen bei Ihrer nächsten Einkommensteuererklärung als "Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit" an. Die erforderlichen Betriebsausgaben z. B. Fahrtkosten, Büromaterial etc.) dürfen Sie zuvor von Ihrem Honorar abziehen.

2.
Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Kapiteln ...

"Meldepflichten: Die Anmeldung beim Finanzamt und andere Start-Formalitäten" sowie
"Steuern und Buchführung"

... des Leitfadens (weiter oben im Text).

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Abgaben als Honorarkraft

Guten Tag,

ich arbeite neben meiner Beschäftigung als Angestellte Psychotherapeutin nebenbei auf Honorarbasis einzelne Stunden für ein Weiterbildungsinstitut für Psychotherapeuten. Ich bin offiziell von der Behörde als Dozentin anerkannt.
Gerne wüsste ich ob für meinen Fall der steuerliche Freibetrag von 2400 Euro gilt oder ob ich steuerliche Abgaben (Sozialversicherung und/oder Rentenversicherung etc) zahlen muss.
Und wie muss ich die Honorartätigkeit bei der Steuererklärung angeben?

Vielen Dank für Ihre Antwort im Vorraus.

Julia Meier

Antwort: Abgaben als Honorarkraft

Guten Tag,
ich vermute, Sie spielen auf die sogenannte Übungsleiterpauschale an. Wenn ja: Ob Ihre Tätigkeit die Voraussetzungen für diese steuer- und sozialversicherungsfreie Pauschale erfüllt, kann ich auf Grundlage Ihre Angaben nicht beurteilen.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema bietet unser Info-Leitfaden
"Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale: Steuerfreie Nebenverdienste"
https://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Honorartätigkeit als Nachhilfelehrerin

Hallo.
Ich benötige dringend Rat. Ich beginne ab dem 01.07. in Teilzeit bei einer logopädischen Praxis zu arbeiten. Nebenher möchte ich weiter Nachhilfe für Integrationskinder geben. Ich habe hierfür einen Honorarvertrag bei der Volkssolidarität abgeschlossen.
Meine Fragen: Ich muss meinen Nebenjob selbst versteuern. Wo finde ich hierzu die passenden Formulare?
Was bleibt mir unterm Strich bei einem 400€ Gehalt im Monat übrig? Also wie viel Prozent muss ich davon an Steuern zahlen.
Vielen Dank im Voraus!

Antwort: Honorartätigkeit als Nachhilfelehrerin

Guten Tag,
eine rechtliche oder steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Ja, Einkünfte aus selbstständigen Nebeneinkünften müssen Sie selbst versteuern.

2.
Das passende Formular nennt sich "Anlage S" ("S" wie _S_elbstständige Tätigkeit)

3.
Die "Anlage S" für die Einkommensteuererklärung für das Jahr 2015 finden Sie im Formular-Management-System (FMS) der Bundesfinanzverwaltung:
https://www.formulare-bfinv.de/ffw/action/invoke.do?id=034095_15
Alle weiteren Details können Sie weiter oben im Text des Leitfadens nachlesen.

4.
Wie hoch die Steuerbelastung ist, kommt darauf an, wie hoch alle anderen Einkünfte (eigene und die eines Ehe- oder Lebenspartners) sind.

5.
Möglicherweise erfüllt Ihr Nebenjob bei der Volkssolidarität die Voraussetzungen, um Ihr Honorar bis zu einem Betrag von 2.400 Euro pro Jahr als steuerfreie "Übungsleiterpauschale" abzurechnen. Die Übungsleiterpauschale müssen Sie zwar auch bei der Steuererklärung angeben, Sie bezahlen auf diese Einkünfte aber gar keine Steuern (ganz gleich, wie hpch die sonstigen Einkünfte sind).
Weiter Informationen dazu finden Sie im Beitrag https://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/u...

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Studentenjob und Übungsleiter

Hallo,

ich bin als Student 15 Stunden die Woche in einem Lager eines Supermarktes angestellt.
Weitere 4,5 Stunden die Woche bin ich als Übungsleiter in einer kardiologischen Reha tätig, nicht als Angestellter, sondern stelle ich der Reha meine Dienste in Rechnung.

Nun wurde ich vom Finanzamt in die Steuerklasse 6 eingestuft, bin jedoch ledig, habe keine Kinder und habe ja auch keinen Nebenjob, der über die Lohnsteuerkarte abgerechnet wird.
Noch habe ich meine Übungsleitertätigkeit (diese betreibe ich nun seit knapp 2 Monaten, die Vergütung liegt bei 450€)noch nicht angemeldet.

Meine Fragen sind nun Folgende:
Muss ich ein Kleingewerbe o.ä. beim Finanzamt anmelden und habe ich trotz meines geringfügigen Einkommens mit Abgaben zu rechnen?

Und:
Müsste ich bzgl. meines erstgenannten Jobs nicht eigentlich in Steuerklasse 1 sein?

Ich würde mich sehr über eine Auskunft freuen!
Mit besten Grüßen, M.

Antwort: Studentenjob und Übungsleiter

Hallo M.,
dass an dieser Stelle keine Einzelfallberatung möglich ist, wissen Sie vermutlich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Als Student mit einer Beschäftigung und einer selbstständigen Tätigkeit gehören Sie m. E. in Steuerklasse 1. Wenn Sie das dem Finanzamt plausibel machen können, müssten Sie wieder in Steuerklasse 1 eingestuft werden.

2.
Steuerklasse 6 käme nur dann infrage, wenn die zweite Tätigkeit auch eine abhängige Beschäftigung wäre.

3.
Abgesehen davon unterscheiden sich die Steuerklassen 1 und 6 "nur" unterjährig: Über die Einkommensteuererklärung (die Sie als nebenberuflich Selbstständiger ja ohnehin machen müssen), gleicht sich das aufs Jahr gesehen wieder aus.

4.
Was die nebenberufliche Selbstständigkeit betritt: Das ist ein weites Feld. In den Abschnitten "Meldepflichten: Die Anmeldung beim Finanzamt und andere Start-Formalitäten"
http://www.akademie.de/wissen/selbststaendig-trainer-dozent/anmeldung
und
"Steuern und Buchführung"
http://www.akademie.de/wissen/selbststaendig-trainer-dozent/steuern-buch...
... finden Sie Antworten auf Ihre Fragen.

5.
Ausführliche Informationen zum Thema "Übungsleiterpauschale" bietet der Beitrag
"Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale: Steuerfreie Nebenverdienste"
http://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Pensionierte Beamte und Honorarkraft

Wer kann mir helfen. Ich bin als Beamter in Frühpension gegangen (60 Jahre) und darf lt. Dienstherren hinzuverdienen. Das hab ich auch gemacht. Jetzt kommt die Schule auf mich zu und spricht von Scheinselbständigkeit.
Muss ich als Pensionär mit Pension trotzdem als Selbstständiger Sozialversicherung zahlen.

Antwort: Pensionierte Beamte und Honorarkraft

Guten Tag,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
In Bezug auf das Thema "Scheinselbstständigkeit" brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen: Dadurch entstehen Ihnen als Auftragnehmer / Arbeitnehmer keine Nachteile.

2.
Je nachdem, wie hoch Ihr Hinzuverdienst ist, können Teile des Zusatzeinkommens jedoch auf Ihre Altersbezüge angerechnet werden. Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem
Leitfaden "Selbstständig im Ruhestand" im Kapitel
"Anrechnung selbstständiger Einkünfte auf Altersbezüge und Sozialleistungen"
http://www.akademie.de/wissen/selbststaendigkeit-im-rentenalter/anrechnu...

3.
Und je nachdem, wie Sie kranken- und pflegeversichert sind, könnten Ihre Sozialversicherungsbeiträge steigen. Mehr dazu im Kapitel:
"Zusätzliche Steuern, Sozialversicherungs- und sonstige Beiträge"
http://www.akademie.de/wissen/selbststaendigkeit-im-rentenalter/abzuege-...

Mit Fragen zu den Sozialversicherungs-Details Ihres
Einzelfalls wenden Sie sich am besten an die "Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD)"
http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/
Die UPD bietet neutrale und kostenlose Beratungen telefonisch unter 0800 0117722. Sprechzeiten Montag bis Freitag 8 bis 22 Uhr und Samstag 8 bis 18 Uhr.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Freiberuflicher Lehrer

Hallo!

Ich möchte eine freiberufliche Tätigkeit beim Finanzamt anmelden. Dabei handelt es sich um eine Lehrtätigkeit auf Honorarbasis, die hauptsächlich an einer privaten Sprachschule stattfindet. Was gebe ich im Punkt 2 (Angaben zur gewerblichen, selbständigen oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit oder einer Vermietungstätigkeit") konkret an: meine private Adresse (ich nutze meine Wohnung zur Vor- und Nachbereitung) oder die der Sprachschule?

Ich danke schon einmal im Voraus!

Antwort: Freiberuflicher Lehrer

Hallo,
Standort Ihrer freiberuflichen Tätigkeit ist das häusliche Arbeitszimmer in Ihrer Wohnung. Die Sprachschule nur die Anschrift eines Kunden.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Wann wird ein Gewerbe draus?

"Verändert die selbstständige Tätigkeit jedoch ihren Charakter, wird etwa aus dem erfolgreichen Nachhilfelehrer ein Weiterbildungsinstitut mit angestellten Lehrkräften, dann bekommt dieses Unternehmen gewerblichen Charakter. Die Freiberufler-Privilegien gehen dann verloren."

Ab wann ist das genau der Fall? Was ist, wenn ein Nachhilfeinstitut ausschließlich mit freien Mitarbeitern arbeitet? Bleibt es dann ein freiberufliches Gewerbe?

Andere Frage: Sind Arbeitsverträge für Nachhilfelehrer auf 450€-Basis eher unüblich?

Antwort: Wann wird ein Gewerbe draus?

Guten Tag,
der gewerbliche Charakter kommerzieller Nachhilfe war in der Vergangenheit wiederholt Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen. Bitte besprechen Sie die Details Ihres Einzelfalls daher unbedingt mit einem Steuerberater. Der kann Ihnen bestimmt auch etwas zur Gestaltung von geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen und den dazugehörigen Arbeitsverträgen sagen.

Nur soviel vorweg: Wenn Sie "ausschließlich mit freien Mitarbeitern arbeiten" (= selbstständige Dienstleister), dann dürfen Sie mit diesen Geschäftspartnern keine "Arbeitsverträge auf 450€-Basis" (= Beschäftige/Arbeitnehmer) abschließen! Weitere Informationen zur sozialversicherungsrechtlichen Unterscheidung zwischen "Selbstständigen" und "Beschäftigten" finden Sie im Kapitel "Die Status-Frage"
http://www.akademie.de/wissen/selbststaendig-trainer-dozent/selbststaend...

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Selbstständig und ALGII

Hallo,
ich bitte um Ihre Hilfe!

Ich bin freiberufliche vhs-Dozentin und gleichzeitig ALG II - Empfängerin. Seit meiner Dozenten-Tätigkeit habe ich ewige Probleme mit dem Jobcenter, da es mich nicht selbstständig akzeptiert und berechnet meine Honorare nicht durchschnittlich für alle Monate des Bewilligungszeitraums, sondern nach dem Zuflussprinzip für den Monat, in welchem ich das Honorar erziele. Dabei werden meine Fahrtkosten von vhs als Einkommen berechnet und meine Ausgaben werden nicht berücksichtigt.
Auf diese Weise bleibt mir von meinem Honorar ca. 300,00 € als Freibetrag. Begründung: ich habe den Arbeitsvertrag mit der vhs(?).

Welche Argumente und Unterlagen muss ich noch beibringen, damit ich endlich den Status "selbstständig" kriege?

Vielen Dank im voraus,
G.Weiler

Antwort: Selbstständig und ALGII

Hallo Frau Weiler,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle weder möglich noch zulässig. Anhand Ihrer Angaben kann ich leider noch nicht einmal eine allgemeine Einschätzung vornehmen: Warum das Jobcenter zum Beispiel trotz selbstständiger Tätigkeit von einem Arbeitsvertrag mit der vhs ausgeht, kann ich nicht beurteilen. Haben Sie schon einmal daran gedacht, eine Bescheinigung der vhs beizubringen, aus der hervorgeht, dass Sie selbstständige Dozentin sind?

Abgesehen davon: Rechnen Sie Ihre Einkünfte gegenüber dem Jobcenter auf Basis des EKS-Formulars ab? Grundlegende Informationen bieten die ALG-II-Hinweise der Arbeitsgentur für Selbstständige:
http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Vordrucke/A07-Geldleistun...

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Gewerbeanmeldung VHS-Dozentin

Hallo, ich sitze gerade verzweifelt an meiner Steuererklärung und frage mich, ob alles so richtig ist!

Habe hier leider kein Forum für "Fragen" gefunden....nun auf diesen Weg: Ich habe ein Gewerbe angemeldet als freiberufliche Lehrerin für orient. Tanzkunst, unterrichte in einem Sportzentrum, erwirtschafte aber leider einen Verlust! Im Jahr 2012 kam nun ein Lehrauftrag von der VHS dazu! Muss ich beide zusammen in meine Gewinn/Verlust-Rechnung mit einbeziehen...also das Honorar der VHS und die Einnahmen aus dem Sportzentrum, die ja eigentlich eher gering sind! Wie ist das mit der Übungsleiterpauschale, die gilt doch "nur" für den VHS-Lehrauftrag??!!

Dadurch, dass ich mit meinem Mann zusammen veranschlagt werde und mein Mann einem normalem Angestelltenverhältnis nachgeht, vermindert sich jetzt der Verlust meines Gewerbes durch den VHS-Auftrag! Muss beides zusammen angegeben werden?

Für Hilfe bedanke ich mich im Voraus!
M.f.G.
M. Dahlberg-Dietz

Antwort: Gewerbeanmeldung VHS-Dozentin

Hallo Frau Dahlberg-Dietz,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Bitte beachten Sie, dass eine Einzelfallberatung an dieser Stelle leider nicht möglich ist. Daher nur ganz allgemein:

1. Eine "Gewerbeanmeldung" ist als VHS-Dozentin normalerweise nicht erforderlich.

2. Ob die Voraussetzungen für die Übungsleiterpauschale in Ihrem Fall erfüllt sind, können Sie in folgendem Leitfaden nachlesen:
http://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag
Wenn ja, erfahren Sie dort (im Kapitel "Praxisfragen") auch, wie und wo Sie die Übungsleiterpauschale in Ihrer Steuererklärung eintragen.

3. Wenn Sie die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen können, gehören die dazugehörigen Erlöse nicht zu Ihren übrigen Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit.

Vielleicht hilft Ihnen das ja schon ein wenig weiter!?

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Sehr geehrte Frau Wagner,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung: Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Zu Ihrer EStG-Frage: Ihr FA hat grundsätzlich recht - eigenständige Bestimmungen zur Steuerfreiheit von 400-Euro-Jobs gibt es im EStG in der Tat nicht. Ungeachtet dessen beginnt die Steuerpflicht selbst im ungünstigsten Fall erst bei gut 8.000 Euro. Sofern die Summe Ihrer jährlichen Honorare aufgrund der Soziaversicherungs-Vorschriften also unter der Geringfügigkeitsgrenze bleiben (= 12 x 400 Euro = 4.800 Euro) und Sie keine weiteren einkommensteuerpflichtigen Einkünfte haben, brauchen Sie von vornherein keine Einkommensteuer zu zahlen. So steht es auch im Beitrag.
Viel Erfolg und herzliche Grüße
Robert Chromow

Das stimmt so nicht ganz.

Das stimmt so nicht ganz. Wenn Frau Wagner nämlich verheiratet ist und sie und ihr Ehemann zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden, werden ihre Einkünfte einer Besteuerung unterworfen (sofern beide zusammen bei etwa 16.000 EUR zu versteuerndem Einkommen landen.

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