Vom Finanzamt eine Steuerstundung erhalten

So bekommen Sie für Ihre Steuerschulden Aufschub vom Finanzamt

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Stand: 12. Januar 2015 (aktualisiert)

Der Steuerbescheid kommt - und das Finanzamt will viel mehr Geld von Ihnen, als Sie zahlen können? Versuchen Sie, eine Stundung zu erwirken. Die Möglichkeit des Zahlungsaufschubs sehen die Steuergesetzte ausdrücklich vor - schließlich hat der Staat normalerweise kein Interesse daran, die Kuh zu schlachten, die er melkt. Wir sagen, was eine Steuerstundung kostet und worauf Sie achten müssen.

Während für viele Angestellte der jährlichen Einkommensteuerbescheid eine Steuererstattung bedeutet, sieht das bei Selbstständigen meistens ganz anders aus. Ihre Steuervorauszahlungen basieren vielfach auf eigenen Gewinnprognosen, die bewusst niedrig gehalten werden. Schließlich möchte man kaum ohne Not dem Staat ein zinsloses Darlehen gewähren. Geringere Abschlagzahlungen ans Finanzamt bringen derzeit zwar keine relevanten Zinsvorteile - sie erweitern zwischenzeitlich jedoch den finanziellen Handlungsspielraum.

Tipp: Was es mit der Zahlungsfähigkeit ("Liquidität") auf sich hat, wie sie gemessen und verbessert werden kann, können Sie im Grundlagenbeitrag "Einfache Kennzahlen-Überwachung für kleine Unternehmen" nachlesen.

Vorauszahlungen senken!

Zahlen Sie bislang anstandslos die Steuervorauszahlungen, die das Finanzamt Ihnen aufgrund des Vorjahresabschlusses auferlegt hat? Sie erkennen aber schon, dass Ihr nächster Gewinn niedriger ausfallen wird? Dann können Sie jederzeit einen formlosen Antrag auf Senkung Ihrer Steuervorauszahlung stellen.

Wichtig: Sie treten dabei keineswegs als "Bittsteller" auf! Sofern Sie halbwegs plausible Gründe geltend machen können (z. B. Umsatzeinbußen oder hohe Investitionen), haben Sie einen Anspruch darauf, dass das Finanzamt Ihre Vorauszahlungen an die tatsächlichen Gegebenheiten anpasst!

Vorsorge und Misstrauen

Wenn Sie Ihre Steuervorauszahlungen sinnvollerweise bewusst knapp halten, müssen Sie allerdings auch dafür Sorge tragen, im passenden Moment auf eventuelle Nachforderungen vorbereitet zu sein. Die ungefähre Größenordnung der zu erwartenden Steuerlast können Sie übrigens beim interaktiven Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums ermitteln. Berechnungsgrundlage stellen Ihr voraussichtlicher Gewinn und Ihre sonstigen Einnahmen dar - abzüglich privater Sonderausgaben und anderer Steuerermäßigungen. Wie Sie selbst die zu erwartende Steuerlast im Voraus kalkulieren und sich auf Nachzahlungen beizeiten einstellen können, schildert unser Beitrag "Steuerschätzung, selbst gemacht: Voraus- und Nachzahlungen im Blick behalten".

Ungeachtet aller Vorsichtsmaßnahmen ist der Moment gefürchtet, in dem der Steuerbescheid eintrudelt. Denn der geht bei Selbstständigen in aller Regel mit mehr oder weniger hohen Nachzahlungen einher.

Bescheid prüfen

Wer die angebliche Steuerschuld zwar zähneknirschend, aber ungeprüft zahlt, verschenkt oft sauer verdientes Geld. Denn viele Steuerbescheide sind sachlich falsch. Erfahrungsgemäß geht die Mehrzahl nachteiliger Bescheide noch nicht einmal auf abweichende Beurteilungen der Rechtslage zurück, sondern auf simple Erfassungs- und andere Flüchtigkeitsfehler!

Deshalb sollten Sie Ihren Steuerbescheid unbedingt einer gründlichen Prüfung unterziehen. Das gilt auch für den Fall, dass Sie unterm Strich Anspruch auf eine Steuererstattung haben. Worauf Sie bei der Kontrolle achten müssen, erfahren Sie in unserem Beitrag "Steuerbescheid: Einspruch beim Finanzamt".

Verzugsfolgen

Der Fiskus geht mit säumigen Zahlern alles andere als zimperlich um: Für jeden seit dem Fälligkeitstermin angefangen Verzugsmonat ist ein Säumniszuschlag in Höhe von einem Prozent des rückständigen Betrags fällt.

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Guten Tag,
ja, die Abgabenordnung gilt grundsätzlich für alle Steuerarten.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

hello
Gilt Paragraf 222 auch bei Umsatzsteuer

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