Anders als bei der klassischen Betriebsprüfung dürfen Prüfer bei der sogenannten Umsatzsteuer-Nachschau ohne vorherige Anmeldung Geschäftsräume betreten, Unterlagen in Augenschein nehmen und vom Steuerpflichtigen Auskünfte verlangen. Wir warnen vor einem bedrohlichen Umsatzsteuerparagrafen - aber auch vor unbegründeter Panik.
So unangenehm reguläre Steuerprüfungen sind: Auf die konventionellen "Außenprüfungen" gemäß den Paragrafen 193 bis 203 der Abgabenordnung können Sie sich - am besten zusammen mit Ihrem Steuerberater - immerhin in aller Ruhe vorbereiten.
Infos zur klassischen Steuerprüfung
Wann Sie mit einer "normalen" Betriebsprüfung rechnen müssen, was dabei auf Sie zukommt und worauf Sie achten sollten, können Sie unter der Überschrift "Wenn der Prüfer zweimal klingelt" nachlesen.
"Nachschau": Harmlose Verpackung - heißer Inhalt
Nur wenn konkrete Hinweise auf Steuerstraftaten vorlagen, durfte der Fiskus in der Vergangenheit die Steuerfahndung mit unangemeldeten "Besuchen" und Durchsuchungen beauftragen. Durch das auch sonst folgenreiche Steuerverkürzungsbekämpfungsgesetz hat der Gesetzgeber den Finanzämtern vor einigen Jahren jedoch das zusätzliche Instrument der "Umsatzsteuer-Nachschau" in die Hand gegeben: Zur Sicherstellung einer "gleichmäßigen Festsetzung und Erhebung der Umsatzsteuer" dürfen die Finanzbehörden laut Paragraf 27b Umsatzsteuergesetz ...
"... ohne vorherige Ankündigung und außerhalb einer Außenprüfung Grundstücke und Räume von Personen, die eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig ausüben, während der Geschäfts- und Arbeitszeiten betreten, um Sachverhalte festzustellen, die für die Besteuerung erheblich sein können."
Mehr noch: Während einer Nachschau dürfen die Ermittler nach eigenem Ermessen nahtlos zu einer normalen Betriebsprüfung übergehen! Die wiederum kann sich dann auf alle Steuerarten erstrecken, eine Beschränkung auf die Umsatzsteuer findet nicht statt. Die im Vorlauf einer Außenprüfung normalerweise vorgeschriebene "Prüfungsanordnung", in der Umfang und Zeitpunkt der Untersuchungen festgelegt sind, entfällt ebenfalls.
Rechtsstaatlich bedenklich
Damit sind steuerliche Fahndungsmaßnahmen also ohne konkreten Anfangsverdacht möglich. Aus Sicht von Kritikern stellt die Umsatzsteuer-Nachschau denn auch eine neue Art der Steuerfahndung ohne Vorliegen rechtsstaatlicher Fahndungsvoraussetzungen dar.

Hallo uschnkne,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Schade, dass der Artikel Ihnen nicht die erwünschte Unterstützung geboten hat. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht und worauf würden Sie beim nächsten Mal achten?
Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de
Kostenlose Newsletter-Abonnements:
http://www.akademie.de/direkt?pid=14334