Wer ist eigentlich ein "Kaufmann"?

Kaufleute und Kaufmannseigenschaft: Wer ist denn nun eigentlich Kaufmann - und was hat das für Folgen?

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Stand: 27. Dezember 2012 (aktualisiert)

Wenn ein gelernter Kaufmann oder eine studierte Kauffrau als "Kaufmann um die Ecke" ein Geschäft eröffnen, gelten sie noch lange nicht als Kaufleute im Sinne des Handelsrechts. Wir räumen mit Missverständnissen und Gerüchten rund um den Kaufmanns-Status auf.

Kaufmänner und -frauen gibt es hierzulande viele:

  • Angefangen beim (Lebensmittel-)Händler mit seinem "Kaufmannsladen",

  • über die Absolventen einer kaufmännischen Ausbildung (z. B. Industrie-, Einzelhandels- oder Bürokaufleute) und die

  • studierten Wirtschaftswissenschaftler und Betriebswirte (die sogenannten Diplom-Kaufleute) bis hin

  • zu Kaufleuten im Sinne des Handels- und Steuerrechts.

Mehr als nur Begriffshuberei

Die Ein- und Abgrenzung der Kaufmannseigenschaft ist alles andere als begrifflicher Selbstzweck: Ob Sie in der Praxis als Kaufmann gelten oder nicht, macht im Streit mit Geschäftspartnern oder dem Finanzamt unter Umständen einen sehr kostspieligen Unterschied.

Kurz gesagt: Während Verbraucher und Nicht-Kaufleute grundsätzlich nur dem "einfachen" Bürgerlichen Gesetzbuch unterworfen sind, müssen handelsrechtliche Kaufleute ...

  • die wesentlich weitergehenden Sorgfalts- und Informationspflichten des Handelsgesetzbuches (HGB) beachten,

  • viel schärfere Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten erfüllen (z. B. Doppelte Buchführung, Inventur, Bilanz) sowie

  • allgemeine und branchenspezifische Handelsbräuche kennen und beachten.

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Kaufmann oder Privatperson

Ich versuche meine Geschäftsanteile als GmbH-Gesellschafter/Geschäftsführer zu veräußern. Trete ich gegenüber eines Maklers als Kaufmann oder als Privatperson auf? Ist wichtig für mich, weil im Vertrag steht: Gerichtsstand für Kaufleute ist Oldenburg - und das ist 800 km von meinem Wohnort entfernt.

Antwort: Kaufmann oder Pivatperson

Hallo Helmut007,
ich bin weder Rechtsanwalt noch Steuerberater und eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein: Bei Erlösen aus dem Verkauf von GmbH-Anteilen handelt es sich m.W. um Einkünfte aus Kapialvermögen einer Privatperson.
Am besten lassen Sie sich beim Verkauf von einer fachkundigen Person unterstützen.
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

An der Stelle mal vielen Dank!

Hallo Herr Chromow,
ich profitiere mindestens einmal wöchentlich von Ihren gut verständlichen Beiträgen. Dafür möchte ich mich mal ganz herzlich bedanken!

Danke zurück

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre netten Worte. Es ist schön, dass Herr Chromow mal so ausdrücklich gelobt wird - und wir als Redaktion können uns dem nur anschließen.

schöne Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion
Simon Hengel

Der Unterschied ist manchmal teuer, ich hatte ein handy bestellt und meine Firma als Kunde angegeben, prompt mußte ich mich beim Garantiefall als "Kaufmann" behandeln lassen, was die Verkürzung der Garantiezeit von 24 auf 12 Monate zur Folge hatte, und somit ein neues Handy fällig war. Sicher hätte man das jetzt rechtlich überprüfen lassen können und sich streiten, aber ich bin leider als "Kaufmann" mit wenig Zeit gesegnet und habe es einfach gelassen.
Toller Artikel tolle Info's und sehr gut geschrieben.

Gruß ALex Korte

Ja natürlich - der eingetragene Kaufmann, der sich privat einen neuen Home-Trainer bestellt, ist diese Transaktion betreffend natürlich Privatmann, Endverbraucher, genießt die entsprechenden Verbraucherschutzrechte und muss die Umsatzsteuer voll mitbezahlen etc.

sind kaufleute dann auch privatleute?

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