Erfolgreich selbstständig

Erfolg als Selbstständiger? Das entscheiden Sie selbst!

Von: Robert Chromow
Stand: 7. September 2010
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Über den Autor: Robert Chromow

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Robert Chromow ist gelernter Industriekaufmann, Betriebswirt und Politologe. Seit über fünfzehn Jahren arbeitet er als freiberuflicher Journalist, Texter und Berater im eigenen Projektbüro. Print- und Online-Medien beziehen dort Fach- und Serviceartikel sowie Lernmaterialien. Außerdem schreibt er Handbücher, Webtexte und Newsletter für Unternehmen.

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Was ist überhaupt Erfolg?

Welches Bild haben Sie vor Augen, wenn Sie an einen erfolgreichen Selbstständigen denken? Haben Sie selbst Erfolg mit Ihrer Selbstständigkeit? An welchen Maßstäben messen Sie Ihren Erfolg? Robert Chromow plädiert für eine ehrliche Bestandsaufnahme - und für den Mut, Erfolg nach eigener Fasson zu definieren. Außerdem berichtet er über seine eigene wechselhafte Erfolgsgeschichte als Selbstständiger.

Erfolg = Ziele erreichen!?

Für Erfolg gibt es - zum Glück - keinen objektiven Maßstab. Glaubt man der Wikipedia, bezeichnet der Begriff Erfolg "das Erreichen selbst gesetzter Ziele". Der Grad an Zufriedenheit hängt demnach schlicht davon ab, ob unsere tatsächliche Lebenssituation mit unseren Vorstellungen vom Soll-Zustand übereinstimmt. Und weil sich unsere Ziele im Laufe des Lebens immer wieder ändern, ist das Streben nach Erfolg eine ausgesprochen abwechslungsreiche Beschäftigung.

Erfolg lässt sich also nur nach subjektiven Maßstäben und der individuellen Situation beurteilen. Trotzdem: Viele Freelancer haben das nagende Gefühl, im Vergleich zu "richtigen" Unternehmern und gestandenen Freiberuflern nicht wirklich erfolgreich zu sein.

Was macht denn in Ihren Augen den Erfolg eines Selbstständigen aus?

Materieller Erfolg: Das Sein bestimmt das Bewusstsein!

Landläufig gelten materielle Maßstäbe als entscheidende Erfolgskriterien der beruflichen Selbstständigkeit, mit anderen Worten ...

  • volle Auftragsbücher,

  • hohe Umsätze und Gewinne,

  • finanzielle Sicherheit und

  • persönlicher Wohlstand.

Bevor wir uns mit der Erfolgs-"Kür", also den eher "weichen" Erfolgskriterien beschäftigen, geht es um die materielle Seite. Wie heißt es so schön? "Ohne Moos nix los!"

Mal ehrlich: Gehen Sie jeden Morgen ins Büro oder in die Werkstatt, um sich "mal wieder so richtig selbst zu verwirklichen"? Oder gehören Sie nicht auch zur großen Mehrheit, die sich abrackern, um marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, zahlungskräftige Kunden zu finden und einträgliche Aufträge an Land zu ziehen? Damit unterm Strich - nach Abzug von Steuern und Versicherungsbeiträgen - genug übrig bleibt, um Monat für Monat alle wichtigen Bedürfnisse erfüllen zu können?

Besonders entscheidend ist der schlichte Versorgungsaspekt, wenn das selbstständige Einkommen eine Familie ernähren soll oder das gesamte Ersparte im eigenen Unternehmen steckt. Wer in einer wie auch immer gearteten Lebensgemeinschaft lebt, kann sich die Verantwortung für das finanzielle Wohlergehen zwar möglicherweise teilen - trotzdem steht der wirtschaftliche Erfolg für die meisten Selbstständigen nun mal ganz weit oben.

Bestandsaufnahme: Materieller Erfolg

Wie sieht es denn bei Ihnen aus?

Mein Einkommen aus der Selbstständigkeit ...

  1. ... ist mir völlig wurscht.

  2. ... hat mich wohlhabend gemacht: Ich bin rundum zufrieden.

  3. ... ist angemessen: Es entspricht meiner Qualifikation und meinem Arbeitsaufwand.

  4. ... ist ganz o.k.: Ich will nicht klagen.

  5. ... reicht zwar - aber ich möchte noch deutlich mehr verdienen als im Moment.

  6. ... lässt zu wünschen übrig: Ich komme gerade so über die Runden - für Notfälle und Alter habe ich bislang aber noch nicht vorgesorgt.

  7. ... reicht regelmäßig vorne und hinten nicht: Ich muss oft Verzicht üben oder die Großzügigkeit anderer Menschen in Anspruch nehmen.

  8. ... reicht nicht annähernd: Ich bin auf private Unterstützungen oder Hartz IV angewiesen.

Falls Sie zu den wenigen glücklichen Menschen gehören, die sich um den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Selbstständigkeit keine Gedanken zu machen brauchen, können Sie die nächsten beiden Seiten überspringen: Für Sie sind offenbar die "weichen" Ziele der Selbständigkeit ausschlaggebend. Mehr dazu ab Seite 5 dieses Beitrags.

Wenn Sie im "grünen Bereich" der Antwort-Alternativen 2 bis 4 liegen, ist Ihre Selbstständigkeit unter materiellen Gesichtspunkten offenbar mehr oder weniger tragfähig. Sofern Sie mit Ihrem Einkommen trotzdem nicht zufrieden sind, haben Sie sich offenbar - bewusst oder unbewusst - mehr versprochen: Sei es, weil Sie sich mit dem "leicht verdienten Geld" angestellter Kollegen vergleichen, sei es, weil Ihr Einkommen mehr oder weniger weit von den (vermeintlich) üppigen Gewinnen anderer Selbstständiger abweicht.

Falls Sie hingegen deutlich weniger verdienen, als Sie für Ihren Lebensunterhalt eigentlich benötigen, dann ist Ihre Selbstständigkeit zumindest in finanzieller Hinsicht noch nicht erfolgreich. Aber das lässt sich ja ändern - als Selbstständiger sind Sie schließlich Ihr eigener Herr.

Wichtig ist in diesem Fall nur, dass Sie den Mut aufbringen, auch wirklich die erforderlichen Veränderungen anzugehen - und zwar nicht nur, wenn sich das finanzielle Elend sowieso nicht ignorieren lässt. Handlungsbedarf besteht auch dann, wenn Sie zwar noch einigermaßen über die Runden kommen, Ihr Aufwand aber in keinem Verhältnis zum Ertrag steht. Mit der Maxime "Augen zu - und durch!" tun sich sich auf Dauer keinen Gefallen: Hüten Sie sich, vor lauter Erschöpfung im alten, erfolglosen Trott weiterzumachen! Nehmen Sie sich lieber einmal die Zeit, gründlich über das Thema "Erfolg" nachzudenken.

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