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Finanzplanung: Kassensturz für Ihre Zukunfts- und Altersvorsorge

NullZinsen für Kapital-Lebensversicherungen und Immobilien

Auch wenn wir uns die Verzinsung von Kapital-Lebensversicherungen oder Rentenversicherungen wie die Riester-Rente vornehmen, frisst bereits die Inflation die gegebenen Zinsgarantien auf. Der gesetzliche Garantiezins für Kapital-Lebensversicherungen wurde gerade auf 2,25 % pro Jahr abgesenkt, deckt also gerade mal die offizielle Preissteigerungsrate. Bei der Riester-Rente wird gesetzlich nur verlangt, dass der angelegte Betrag für die später ausgezahlte Rente nicht unter die Summe aller Einzahlungen sinken darf. Das bedeutet, dass es hier überhaupt keine Zinsgarantie gibt und es bei der Riester-Rente sein kann, dass die Rente Jahrzehnte später ohne jeden Inflationsausgleich ausgezahlt wird, wobei die Teuerung bis dahin womöglich 50 % oder mehr des Euro-Werts vernichtet hat.

Hier soll jetzt kein trübes Zukunftsbild entworfen werden. Wir möchten nur wie ein vorsichtiger Kaufmann rechnen. Gerade wenn wir im Kassensturz nur die Forderung nach einer Rente aufstellen, die etwa das Existenzminimum sichern soll, sollte man bei der Berechnung eventueller Zinserträge sehr zurückhaltend sein! Schließlich will man möglichst sicher gehen, dass wenigstens dieses Existenzminimum gewährleistet ist. Kommt dazu real noch eine zusätzliche Rendite, die sich später in mehr Vermögen oder Rente ausdrückt, ist alles bestens. Aber man sollte sich nicht verfrüht über eine Zinseszins-Rechnung reich rechnen, die möglicherweise dann so gar nicht eintreten wird.

Nun könnte der Einwand erhoben werden, bei Aktien betrage die langfristige Ertragsquote rund 8 % pro Jahr, was beim Kassensturz für die Vorsorge berücksichtigt werden müsse. Und wenn man dann noch spezielle Aktien oder Fonds kaufen würde, erhielte man mindestens 15 %. Dies mag, historisch gesehen, bisher so zugetroffen haben. Allerdings hat es etwa seit 1980 bei Aktien einen so genannten Langzeit-Bullenmarkt (Hausse) mit unverhältnismäßig hohen Kursgewinnen gegeben. Die Aktienkurse sind heute also sehr hoch gestiegen - die durchschnittliche Langzeit-Risikoprämie im Verhältnis zur Verzinsung von Anleihen ist sehr niedrig. Und auf einen Langzeit-Bullenmarkt folgt historisch häufig ein Langzeit Bärenmarkt (Baisse), bei dem die Kurse massiv einbrechen - wie in den Jahren 2001 bis 2003. Danach dauert es dann teilweise Jahrzehnte, bis die früheren Kurshöchststände inflationsbereinigt überhaupt wieder erreicht sind. Bei einer Betrachtung, ob man später im Rentenalter tatsächlich auch sein Existenzminimum sichern kann, sind daher spekulative Kursgewinne mit Aktien usw. besser außer Acht zu lassen. Mit diesem Vorschlag beim Kassensturz soll übrigens keineswegs generell vor Aktien oder Aktienfonds als Geldanlage gewarnt werden!

Auch bei deutschen Immobilien ist die Wertentwicklung in DM und Euro seit Mitte der 90er Jahre kaum über die Inflationsrate hinausgegangen. Will man bei einer Rentenprognose auf der sicheren Seite sein, sollte man auch hier zwar einen Werterhalt, aber keine ständige reale Wertsteigerung annehmen.

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Über den Autor:

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Dr. Dietrich von Hase arbeitete nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Psychologie zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, später dann als freier Fachjournalist, freier Proje ...

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