Selbstständigkeit als Hauptberuf oder als Nebenberuf: Die Kriterien der Krankenversicherung

Wie Krankenversicherungen beurteilen, ob Ihre Selbstständigkeit als Haupt- und wann als Nebenberuf gilt.

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Stand: 11. August 2013 (aktualisiert)

Auch bei Selbstständigen ist der Trend zum Nebenberuf ungebrochen. Dabei ist für die Sozialversicherung die Abgrenzung zwischen Hauptberuf und Nebenberuf fließend: Je nach Arbeitszeit und Einkommen kann jemand als Unternehmer mit Nebenjob gelten oder als Angestellter, der nebenberuflich selbstständig ist. Dieser Statusunterschied hat Folgen: Ob die Selbstständigkeit haupt- oder nebenberuflich ausgeübt wird, entscheidet über die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung. Seit Mitte 2013 gelten geänderte Einstufungskriterien: Wir erläutern die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale und deren Folgen.

Die gute Nachricht vorweg: Selbstständige Nebeneinkünfte erhöhen die Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung normalerweise nicht. Wer in seinem Hauptberuf als Angestellter versichert ist, braucht auf seine Zusatzeinnahmen aus freiberuflichen oder gewerblichen Nebentätigkeiten grundsätzlich keine zusätzlichen Sozialabgaben zu bezahlen.

Ausnahmen in der Rentenversicherung

Ausnahmen von dieser Regel gelten für rentenversicherungspflichtige Selbstständige, die unter Umständen auch bei nebenberuflicher Ausübung beitragspflichtig in der Rentenversicherung sind. Versicherungspflicht besteht unter anderem für Erzieher und Lehrer (darunter auch Dozenten, Trainer, Sprach-, Fahr- und Nachhilfelehrer), Pflegepersonen, Hebammen und Entbindungspfleger, Seelotsen, Küstenschiffer und Küstenfischer sowie Hausgewerbetreibende (= selbstständige Heimarbeiter).

Ausführlichere Informationen finden Sie im Beitrag "Rentenversicherungspflichtige Selbstständige".

Sozialversicherungs-Grauzone: Hauptberuf oder Nebenberuf?

Eine eindeutige sozialversicherungsrechtliche Grenze zwischen Haupt- und Nebenberuf gibt es nach wie vor nicht. Wenn ein Freiberufler oder Kleinunternehmer gleichzeitig als Angestellter arbeitet, dann kann es sich je nach Einkommen und Arbeitszeit im Prinzip sowohl um einen "Unternehmer mit Nebenjob" als auch um einen "nebenberuflich selbstständigen Beschäftigten" handeln.

Das hat sparsame Selbstständige in der Vergangenheit auf die Idee gebracht, sich durch Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung knapp oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze (z. B. einen "Midijob" mit einem Monatseinkommen oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro) einen billigen Versicherungsschutz zu verschaffen.

Angenommen, ein Selbstständiger schreibt rote Zahlen und nimmt während einer wirtschaftlichen Flautephase zusätzlich eine abhängige Beschäftigung im Niedriglohnbereich auf (ab 451 Euro aufwärts), dann ist er unter Umständen ab 90 Euro aufwärts rundum kranken-, pflege-, renten- und gegen Arbeitslosigkeit versichert. Auch wenn die Ansprüche in der Renten- und Arbeitslosenversicherung angesichts geringer Beitragszahlungen wohl kaum der Rede wert sind: Zumindest für den Krankheitsfall ist damit vorgesorgt.

Welche Tätigkeit oder Beschäftigung haupt- oder nebenberuflich ausgeübt wird, prüfen die Sozialversicherungsträger daher, falls erforderlich, anhand mehrerer Kriterien in der Gesamtschau jedes Einzelfalls. Dabei soll festgestellt werden, welche Tätigkeit finanziell und zeitlich gegenüber dem oder den anderen überwiegt und den Mittelpunkt der Erwerbstätigkeit ausmacht.

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Nachfrage bei Rentenversicherungspflicht

Guten Tag,
Vielen Dank für den sehr informativen Artikel!
Ich habe eine Nachfrage bzgl. der Krankenversicherungspflicht bei freiberuflichen rentenversicherungspflichtigen Tätigkeiten: Wenn neben einem hauptberuflichen sozialversicherungspflichtigem Angestelltenverhältnis (20,5 Std./ Woche) nebenberuflich eine freiberufliche Tätigkeit ausgeübt wird, die rentenversicherungspflichtig ist (z.B. Dozent), muss sich dann für die freiberufliche Tätigkeit auch krankenversichert werden oder reicht die Krankenversicherung über die hauptberufliche Festanstellung aus?
Im Abschnitt "Ausnahmen in der Renenversicherung" ist mir unklar, ob bei dem Satz "Versicherungsplicht besteht unter anderem für Lehrer und Erzieher..." sich die Versicherungspflicht auf die Kranken- oder Rentenversicherung bezieht.
Vielen Dank und viele Grüße,
Laura

Antwort: Nachfrage bei Rentenversicherungspflicht

Hallo Laura,
vielen Dank für die Rückmeldung: Der von Ihnen zitierte Satz bezieht sich auf die Rentenversicherung.

Viele Grüße
Robert Chromow

451 Euro Beschaftigt und Heilpraxis

Guten Tag,
ich bin bei meinem Mann für 451 Euro beschäftig und somit,Krankenversichert.
Letztes Jahr habe ich eine Heilpraxis eröffnet. Leider habe ich letztes Jahr GESAMT nur 695 Euro verdient.
Von der Krankenkasse kam nun ein Brief nd ich sollte auskunft geben welches ich Ordungsgemäß getan habe.
Ich habe der KK mitgeteilt das ich 690 Euro gesamt letztes Jahr verdient habe und ca. 10-15 Stunden die Woch an Zeit ( Werbung, ram pflege etc.) in die Praxis investiere.

Nun kam ein Antwortschreiben:
Meine selbständige Tätigkeit würde meinemAngestellten Tätigkeit um 20 % übersteigen
( Leider hat die KK die 695 Euro als monatlichen Betrag verrechnet!)
Natürlich ist sie ein Fehler, denoch ist man eingeschüchtert und ich weiß nicht wie man sich jetzt verhalten soll.

Desweiteren schreiben Sie das ich rückwirkend ab 2015 als Selbständig einzustufen bin und das der Versicherungsschutz über meinen Mann erlischt......

Wie kann ich formel richtig Antworten?
Mit freundlichen Grüßen

Antwort: 451 Euro Beschaftigt und Heilpraxis

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Für Widersprüche gegen Beitragsbescheide gibt es keine speziellen Formvorschriften. Ein einfaches Schreiben an die Krankenkasse mit einem aussagekräftigen Betreff (z. B. "Widerspruch gegen Ihren Beitragsbescheid vom ....") genügt. Sie können aber auch versuchen, den offensichtlichen Fehler zuvor telefonisch zu klären.

Viele Grüße
Robert Chromow

Hautberuflich Selbstständig und nun nebenberuflich Midijob

Hallo,

ich bin hauptberuflich seit 2Jahren komplett selbstständig, arbeite nur am Wochenende und habe meine Krankenversicherung freiwillig selbständig weitergeführt für diesesn Job. Hier bezahle ich monatlich 350€ inkl. Pflegeversicherung. Hier arbeite ich zwischen 5-14Std./Woche - je nach Auftragslage

Durch meine Selbstständigkeit habe ich Umsätze von 1500-3000€ monatlich (je nach Saison).
Nun habe ich einen Midijob unter der Woche mit 12Std/Woche mit 12€Brutto/Std = 624€ Brutto/Monat angefangen. Eigentlich mit der Vorinformiation und der Vorausetzung dass die Krankenversicherung nun vom Midijob getragen wird. Diesen Job habe ich auch nur aus diesem Grund angenommen.

Nun sagte mit die BARMER, dass ich je nach Arbeitszeit und Gewinn wahrscheinlich trotzdem meine Krankenversicherung weiterhin selbst bezahlen muss über meine Selbstständigkeit :/
Wie ist dass denn nun?

Ich möchte mir anhand der gesparten Krankenversicherung denn für dieses Geld einen Firmenwagen leasen.....

Antwort: Hautberuflich Selbstständig und nun nebenberuflich Midi

Hallo,
wie die Rechtslage grundsätzlich ist, wird im Beitrag weiter oben ausführlich erläutert. Mit Fragen zu Ihrem Einzelfall wenden Sie sich am besten an die
Unabhängige Patientenberatung Deutschland
https://www.patientenberatung.de
Die UPD bietet neutrale und kostenlose Beratungen an 21 regionalen Standorten sowie telefonisch unter 0800 0117722. Sprechzeiten Montag bis Freitag, 8 bis 22 Uhr und Samstag 8 bis 18 Uhr.
Viele Grüße
Robert Chromow

SV-pflichtig RV + AV

Hallo und schönen guten Abend!

Ich bin hauptberuflich selbstständig (Statusfeststellungsverfahren durchlaufen)und privat krankenversichert. Zusätzlich habe ich auch eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abgeschlossen.
Nun möchte ich in einer anderen Firma ca. 18 Stunden die Woche aushelfen (Verdienst 8,50 € brutto).
Man sagte mir, dass hier nun Beiträge für RV und AV fällig werden? Ist das richtig und wohin gehen die Beiträge?
Gibt es zusätzlich auch etwas wegen Mindestlohn zu beachten?

Herzlichen Dank im Voraus!

Viele Grüße,
V. Schmitz

Antwort: SV-pflichtig RV + AV

Guten Tag,
grundsätzlich gilt: Hauptberuflich Selbstständige sind _nicht_ sozialversicherungspflichtig - und zwar weder in der Kranken- und Pflegeversicherung, noch in der Renten-, Arbeitslosen- oder Unfallversicherung. Eine Renten- und Unfallversicherungspflicht gilt nur für einige wenige Berufsgruppen. Weitere Informationen zu diesen Themen finden Sie in den Beiträgen
"Rentenversicherungspflicht für Selbstständige"
http://www.akademie.de/wissen/rentenversicherungspflicht-fuer-selbststae...
und
"Selbstständige und Berufsgenossenschaft"
http://www.akademie.de/wissen/als-selbststaendiger-freiwillig-berufsgeno...

Ihre konkreten Einzelfall kann ich nicht beurteilen: Wenn Sie nach Aufnahme Ihrer neuen Tätigkeit tatsächlich noch "hauptberuflich selbstständig" sind, brauchen Sie keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen. Auch Ihr neuer Arbeitgeber kann sich den Arbeitgeberanteil sparen.

Wichtig: Das Ergebnis eines "Statusfeststellungsverfahrens" der Deutschen Rentenversicherung ist grundsätzlich ein starkes Argument - nur: Es handelt sich dabei um eine Momentaufnahme, die die Gesamtschau Ihrer beruflichen / geschäftlichen Verhältnisse zum Zeitpunkt des Verfahrens beurteilt.

Am besten besprechen Sie die Details Ihres Einzelfalls mit der "Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD)"
http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/
Die UPD bietet neutrale und kostenlose Beratungen an 21 regionalen Standorten sowie telefonisch unter 0800 0117722. Sprechzeiten Montag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr und Donnerstag 10 bis 20 Uhr.

Ach so: Ihre Frage zum Thema Mindestlohn habe ich nicht auf Anhieb verstanden: Mit 8,50 Euro brutto hält Ihr Arbeitgeber offenbar den derzeit geltenden Mindestlohn ein.

Viele Grüße
Robert Chromow

KV-Beiträge für nebenberufliche Tätigkeit als Rentner

Gutgen Abend.
Seit ca. 5 Monaten beziehe ich Altersrente ca. 1400 € mtl. und habe vor zwei Monaten eine selbstständige Tätigikeit im Nebenerwerb (Vertrieb und Beratung) mit ca. 15 Wochenstunden und ca. 400 € mtl. Einkommen angemeldet. Ich war vor Rentenbezug als Selbstständiger freiwillig in der GVK. Sind die Nebeneinkünfte krankenversicherungspflichtig und muss ich Vorauszahlungen an die Krankenkasse leisten?

Für baldige Antwort Danke in Voraus.

Antwort: KV-Beiträge für nebenberufliche Tätigkeit als Rentner

Guten Abend,
Rentner und Pensionäre, die Mitglied einer gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sind, müssen auf Gewinne aus selbstständigen und gewerblichen Tätigkeiten grundsätzlich Kranken- und Pflegekassenbeiträge zahlen. Solange es sich jedoch um eine geringfügige selbstständige Tätigkeit gem. § 8 SGB IV
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__8.html
handelt (was in Ihrem Fall bei monatlichen Gewinnen von 400 Euro zutrifft), fallen m. W. keine zusätzlichen Beiträge an.

Am besten besprechen Sie die Details Ihres Einzelfalls mit der "Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD)"
http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/
Die UPD bietet neutrale und kostenlose Beratungen an 21 regionalen Standorten sowie telefonisch unter 0800 0117722. Sprechzeiten Montag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr und Donnerstag 10 bis 20 Uhr.

Alles gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

KSK und Angestelltenverhältnis

Hallo Herr Chromow,

ich bin zur Zeit ausschließlich selbstständig tätig und zahle meine Sozialversicherungsbeträge über die Künstlersozialkasse.
Nun habe ich ein Angebot für eine 35% Stelle im angestellten Verhältnis erhalten, welche ich parallel ausüben könnte. Dabei frage ich mich, ob ich für diese Tätigkeit auch Sozialversicherungsbeträge zahlen müsste, da meine selbstständige Tätigkeit in der in der Stundenzahl überwiegt.

Ich freue mich auf eine Antwort von Ihnen.
Mit freundlichen Grüßen
Florian Felker

Antwort: KSK und Angestelltenverhältnis

Guten Tag, Herr Felker,
vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Eine sozialversicherungsrechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Alle wichtigen Informationen zur Unterscheidung zwischen haupt- und nebenberuflichen Beschäftigungen und Tätigkeiten aus Sicht der gesetzlichen Krankenkassen finden Sie im Beitrag weiter oben auf dieser Seite.

Grundsätzlich gilt: Pflichtversichert in der Künstlersozialversicherung sind Sie nur dann, wenn Sie als Künstler oder Publizist hauptberuflich selbstständig sind. Die von Ihnen genannte Arbeitszeitverteilung spricht dafür, dass das auch in Zukunft so ist. Ob die Angestelltentätigkeit tatsächlich als nebenberuflich gilt (und somit sozialversicherungsfrei bleibt), kann erst in der Gesamtschau des Einzelfalls beurteilt werden. Dazu zählt insbesondere die Einkommensverteilung. Am besten besprechen Sie die Details mit der Personalabteilung Ihres künftigen Arbeitgebers. Der würde von einem eventuellen Wegfall der Sozialversicherungsbeiträge ja ebenfalls profitieren.

Eine Bitte: Lassen Sie uns wissen, was aus der Sache geworden ist? Vielen Dank und freundliche Grüße
Robert Chromow

Geänderte Kriterien zum 1.7.2013

Hallo,

ich bin seit 2003 selbstständig. Damals als Ich-AG gegründet beschäftige ich zur Zeit einen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer und 5 geringfügig Beschäftigte.
Da sich meine Arbeit inzwischen hauptsächlich auf administrative Aufgaben beschränkt liegt die Wochenarbeitszeit bei ca. 12h und die monatlichen Einnahmen bei ca. 1350€. Seit 2006 bin ich dann mit Auslaufen der Ich-AG privat krankenversichert.
Im Jahr 2009 habe ich dann eine Vollzeitbeschäftigung (40h/2500€ monatlich) angefangen und von meiner letzten gesetzlichen Kasse prüfen lassen, ob ich als hauptberuflich Selbstständig gelte. Das wurde mir auch so bestätigt.
Nun habe ich heute gehört, dass sich zum 1.7.2013 die Bewertungskriterien geändert haben und die Anstellung eines versicherungspflichtigen Arbeitnehmers nicht mehr als hinreichendes Indiz für eine hauptberufliche Selbstständigkeit gilt.

Ich würde nun gerne daher eine neue Prüfung meiner Situation machen lassen, sehe aber die Gefahr, dass dadurch eine Nachzahlung der Krankenkassenbeiträge seit 1.7.2013 auf mich zukommen könnte.
Wäre nicht die Krankenkasse, die damals die Bewertung durchgeführt hat, dafür zuständig gewesen meine Situation mit der Änderung zum 1.7.2013 neu zu bewerten?
An der Gesamtsituation hat sich im wesentlichen seit 2009 nichts geändert, außer das, bedingt durch Gehaltserhöhungen, mein Lohn als Angestellter nun ca. 3700€ monatlich beträgt. Zusammen mit Boni und pauschalen Überstundenzahlungen lag ich 2014 sogar leicht über der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 53.550€.

Schon jetzt vielen Dank für Ihre Hinweise.

Antwort: Geänderte Kriterien

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Eine Rechtsberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Am besten wenden Sie sich mit den Details Ihres Einzelfalles an die "Unabhängige Patientenberatung Deutschland" (UPD). Die kostenlose bundesweite Hotline-Rufnummer und die örtlichen Beratungsstellen finden Sie auf der Website
http://www.patientenberatung.de

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Selbständig und Midijob

Guten Abend, Herr Chromow,

ich habe mich gerade erst selbständig gemacht, bin aber in der GKV geblieben. Zur Sicherheit habe ich einen Minijob angefangen, der sich aber in nächster Zeit in einen Midijob verwandelt, da ich mehr Stunden arbeiten kann. Wenn meine Selbständigkeit nicht so gut läuft wie erwartet, könnte ich mir auch vorstellen, den Midijob in eine Teilzeitstelle umzuwandeln.

Mir ist noch nicht ganz klar, warum die Einstufung in Haupt/Nebenjob so wichtig ist. Geht es darum, wer die Sozialversicherungsleistungen zahlt (ich als Selbständiger oder der Arbeitgeber)? Laut obigem Artikel zahlt der Arbeitgeber die Krankenkasse bei Midijob und Teilzeitjob oder ist dies nur der Fall, wenn der Teilzeitjob zum Hauptjob wird? Oder zahle ich als Selbständiger weiter Krankenkasse und zusätzlich in die Sozialversicherungskassen, wenn mein Teilzeitjob Nebenjob bleibt?

Über eine Antwort würde ich mich freuen. Habe schon mehrfach bei der UPD angerufen. Da kommt man nicht durch.

Ganz herzlichen Dank.

Antwort: Selbständig und Midijob

Guten Abend,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Die Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenberuf ist wichtig, weil (wie Sie richtig vermuten) davon abhängt, welche Sozialversicherungsbeiträge fällig werden. Bei einer hauptberuflichen Selbstständigkeit sind Sie selbst für Kranken-, Pflege-, Renten- und Unfallversicherung verantwortlich. Ob Sie gesetzlich oder privatversichert sind, entscheiden Sie selbst. Eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ist nicht Pflicht. Eine (tatsächlich) nebenberufliche Arbeitnehmertätigkeit ist dann nicht sozialversicherungspflichtig: Ihr Arbeitgeber braucht also keine Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung mehr abzuführen – und zwar weder den Arbeitgeberanteil noch den Arbeitnehmeranteil!

Wenn Sie allerdings freiwillig in der GKV versichert sind, wird Ihr Einkommen aus der Arbeitnehmertätigkeit bei der Berechnung der Kranken- und Pflegeversicherungs-Beiträge berücksichtigt!

Bei einer hauptberuflichen Arbeitnehmertätigkeit hingegen sind Sie in allen Zweigen der Sozialversicherung pflichtversichert und der Arbeitgeber muss seinen Arbeitgeberanteil beisteuern. Die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung trägt der Arbeitgeber allein.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Angestellt und freiberufliche Nebentätigkeiten

Guten Tag Herr Chromow,

vielen Dank für den informativen Artikel. Meine Situation ist etwas kompliziert, denke ich. Ich bin momentan in einem Angestelltenverhältnis und zwar als Auszubildende mit etwa 750 € Bruttogehalt, ab August verdiene ich dann 2000 € brutto. Nun mache ich schon länger als unregelmäßige Nebentätigkeit Testeinkäufe, für die ich pro Einsatz etwa 10 bis 20 Euro verdiene. Dies mache ich etwa zwei oder dreimal im Monat. Außerdem habe ich vor kurzem einen langen Text übersetzt, für welchen ich 500 € in Rechnung stellen darf/soll. Nun frage ich mich, wie ich in dem Fall vorgehen muss, da ich nun mal angestellt bin und doch nicht einfach so Rechnungen ausstellen darf. Muss ich mich daher als Kleingewerbetreibender anmelden? Eventuell werde ich noch öfters solche Übersetzerjobs übernehmen und die Testeinkäufe würde ich auch beibehalten.

Vielleicht können Sie mir ja weiterhelfen?

Liebe Grüße
Andrea Lutz

Antwort: Angestellt und freiberufliche Nebentätigkeiten

Guten Tag, Frau Lutz,
grundsätzlich müssen Sie jede dauerhaft auf Gewinn ausgerichtete selbstständige oder gewerbliche Tätigkeit beim Gewerbeamt und / oder Finanzamt anmelden. Das gilt auch für nebenberufliche Tätigkeiten.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema bietet unser Praxisleitfaden "Nebenberuflich selbstständig"
http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig

Weiterhin viel Erfolg wünscht
Robert Chromow

Angestellte und Selbstständigkeit

Hallo, ich bin der Angestellte und nebenberuflich mache ich ein Kleintransport. Einkünfte sind cca 1000,- und 1000,- E. Soll ich auch aus der Gewerbe Krankenversicherung zahlen?
Vielen Dank und freundliche Grüße Placek L.

Antwort: Angestellte und Selbstständigkeit

Guten Tag,
wenn die nebenberuflich selbstständige Erledigung von Kleintransporten tatsächlich selbstständig im Nebenberuf ausgeübt wird, brauchen Sie auf das damit erzielte Einkommen keine Kranken- und andere Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen. Ob angesichts der gleichen Einkommenshöhe Ihre Angestelltentätigkeit oder Ihre Selbstständigkeit den Hauptberuf darstellt, muss im Einzelfall geprüft werden. Welche Kriterien dafür ausschlaggebend sind, können Sie weiter oben im Text nachlesen.

Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow

Prüfkriterium Einkommen: Brutto oder Netto?

Hallo,

ich werde ab März einer Anstellung mit 20 Stunden in der Woche nachgehen. Nebenberuflich möchte ich mich selbstständig machen mit ca. 15 Stunden in der Woche. Voraussichtlich werde ich mit meiner selbstständigen Nebentätigkeit ähnlich viel verdienen, konkret: Das Einkommen als Angestellte ist Brutto höher als das Einkommen durch die Selbstständigkeit. Netto ist das Einkommen aus der Anstellung aber geringer als das Einkommen aus der Selbstständigkeit. Nach Abzug der Steuern ist das Einkommen aus der Selbstständigkeit in etwas so hoch wie das Netto-Einkommen.

Daher nun meine Frage: Vergleicht die Krankenkasse zur Einstufung das Brutto- oder Netto-Einkommen?

Ich möchte nämlich auf jeden Fall hauptberuflich Angestellte sein und überlege die selbstständige Tätigkeit ggf. zu reduzieren.

Vielleicht ebenfalls interessant: Die Lösung 'Angestellte mit nebenberuflicher Selbstständigkeit' ist sozusagen eine Übergangslösung und für max. ein Jahr gedacht.

Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus.

Antwort: Prüfkriterium Einkommen: Brutto oder Netto?

Guten Tag,
die Begriffe "Brutto" und "Netto" sind sehr schillernd und vieten oft Anlass für Missverständnisse. (Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Grundlagenbeitrag "Vom Brutto zum Netto und zurück"
http://www.akademie.de/wissen/brutto-nach-netto-zurueck)

Bitte beachten Sie, dass eine Einzelfallberatung an dieser Stelle weder möglich noch zulässig ist - daher nur ganz allgemein: Im Rahmen der Hauptberuflichkeitsprüfung gilt beim Einkommensvergleich m. W. Folgendes:

* Bei nicht-selbstständigen Tätigkeiten wird das "Arbeitsentgelt" im Sinne des § 14 SGB IV
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__14.html
... zugrunde gelegt. Wenn ich die im Text weiter oben verlinkten "Grundsätzlichen Hinweise zum Begriff der hauptberuflich selbstständigen Erwerbstätigkeit richtig deute, entspricht das in diesem Fall dem sozialversicherungspflichtigen (Jahres-)Bruttogehalt.

* Bei Selbstständigen und Gewerbetreibenden wird das "Arbeitseinkommen" im Sinne des § 15 SGB IV
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__15.html
Als solches gilt der "nach den Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelte" Jahresgewinn.

Bitte achten Sie bei Ihren Überlegungen aber auch darauf, dass das jeweils erzielte Arbeitsentgelt bzw. Arbeitseinkommen nur _ein_ Entscheidungskriterium für die Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenberuflichkeit darstellt. Mehr dazu weiter oben im Text.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Vielen Dank für Ihre Antwort. Sie hat mir sehr weiter geholfen.

Viele Grüße

Bei Notärzten wird es kompliziert...

Wie würden Sie entscheiden?

Viele Ärzte übernehmen neben ihrer Kliniktätigkeit selbständig / freiberuflich Notarztdienste. Ein solcher Dienst dauert in der Regel 12 bis 24 Stunden und wird mit einer minimalen Vergütung von 30 Euro / Stunde bezahlt. Nehmen wir also einmal an:

Ein teilzeitbeschäftigter Arzt (50% Klinikstelle) erhält damit 2400 Euro brutto von seinem Arbeitgeber und arbeitet offiziell 20 Stunden / Woche. Als selbständiger Notarzt macht er 4 bis 8 Dienste im Monat (a 24 Stunden, a 720 Euro brutto). Das summiert sich auf eine monatliche Arbeitszeit von 96 bis 192 Stunden und auf ein zusätzlichen "Nebeneinkommen" von 2880 bis 5760 Euro brutto.

Was ist JETZT Haupttätigkeit und was Nebentätigkeit??

Zudem kommen hier die Fragen des Versorgungswerkes und der Befreiung von der ges. Rentenversicherungspflicht ins Spiel. In der Regel sind Ärzte ja "befreit" und zahlen ihre Altersvorsorge in ein besonderes Ärzteversorgungswerk. Allerdings ist dies aktuell durchaus in Frage gestellt und die DRV verlangt einen erneuten Befreiungsantrag, wenn sich die bisherige Tätigkeit "wesentlich" ändert. Dies wird oft zu einer Statusfeststellung genutzt. Das Ergebnis: Eine Notarzttätigkeit ist keine selbständige Tätigkeit. Was also tun? Ist eine zusätzliche selbständige Nebentätigkeit eines Arztes eine "wesentliche" Änderung seiner beruflichen Tätigkeit oder gilt hier die Haupttätigkeit als maßgebend (und damit die vorhandene Befreiung von der ges. SV-Pflicht)??

Vielen Dank!

N. Schäfer, Berlin

Antwort: Bei Notärzten wird es kompliziert...

Lieber Frau / Herr Schäfer,
vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Sie schreiben im Betreff ja selbst: Bei Notärzten wird es kompliziert... Da ich weder berufs- und branchenspezifischen Detailkenntnisse habe noch den Einzelfall kenne (auf den es bei der Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenberuf letztlich immer ankommt!), kann und will ich nicht "entscheiden", sondern nur allgemeine (und natürlich völlig unmaßgebliche :-)) Überlegungen anstellen:

Würde die Notarzt-Tätigkeit in dem von Ihnen geschilderten zeitlichen und finanziellen Umfang als Selbstständigkeit eingestuft, wäre sie parallel zur Halbtags-Angestelltentätigkeit aus meiner Sicht eindeutig der Hauptberuf.

Da Notarzt-Tätigkeiten jedoch laut DRV-Statusfeststellungsverfahren, wie Sie schreiben, _nicht_ als selbständige Tätigkeit eingestuft werden, spricht einiges dafür, dass auch der GKV-Spitzenverband zu einer vergleichbaren Einschätzung gekommen ist.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich bin ziemlich sicher, dass Ihr Berufsverband und / oder andere Ärzte-Interessenvertretungen zu dieser Frage klare Position beziehen und Ihnen gern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Lassen Sie uns wissen, was dabei herausgekommen ist?

Danke und viele Grüße
Robert Chromow

Selbstständige Arbeitseinsätze während der Promotion

Lieber Herr Chromow,

ich bin Doktorandin und in einem Promotionsstudiengang eingeschrieben. Bis Ende September habe ich ein Stipendium erhalten. Ab Oktober wurde mein Beitrag zur GKV anhand der Bemessungsgrundlage eines fiktiven Mindesteinkommens von 921,50€ berechnet, die ich entsprechend gezahlt habe. In dieser Zeit habe ich zur Finanzierung des Lebensunterhalts im Servicebereich gearbeitet. Mein Gesamteinkommen lag durch diese Tätigkeit bei ca. 750€ pro Monat. Zudem war ich stets unter 20 Stunden pro Woche tätig. Etwa 60 Prozent des Gesamteinkommens wurden auf selbstständiger Basis abgerechnet, die übrigen 40 Prozent auf der Basis eines kurzfristigen Arbeitsverhältnisses.

Mitte Dezember habe ich von meiner Krankenkasse eine Neuberechnung meiner Beiträge erhalten, obwohl sich keine Änderungen meiner wirtschaftlichen Situation ergeben haben,die der Kasse bekannt waren. Nach Auskunft der Krankenkasse werde ich seit Oktober als hauptberuflich Selbstständige geführt und soll eine Nachzahlung für die Monate Oktober, November, Dezember von 200€ monatlich leisten.

Wie mir die Krankenkasse telefonisch mitteilte, begründet sich die hauptberufliche Selbstständigkeit daraus, dass mein Nebenjob meine einzige Einkommensquelle ist. Den überwiegenden Teil meiner Erwerbszeit investiere ich allerdings in die Anfertigung meiner Doktorarbeit. Auch wurde ich darauf hingewiesen, dass ein Härtefall zur Minderung der Einkommensgrenze bei Selbstständigen rückwirkend nicht mehr gestellt werden kann, obwohl ich sofort nach Erhalt der Neuberechnung Widerspruch eingelegt habe.

Könnten Sie mir Ihre Einschätzung zu diesem Fall geben? Ist es rechtmäßig, dass meine Krankenkasse mich rückwirkend in eine höhere Beitragsklasse einordnet, obwohl mir schriftlich eine Bemessungsgrundlage von 921,50€ mitgeteilt wurde? Gibt es eine Möglichkeit, den Beitragssatz zu reduzieren?

Vielen Dank und herzliche Grüße!

Antwort: Selbstständige Arbeitseinsätze während der Promotion

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Eine individuelle Rechtsberatung ist an dieser Stelle leider weder möglich noch zulässig. Am besten besprechen Sie die Details Ihres Einzelfalls mit der "Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD)"
http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/

Die UPD bietet neutrale und kostenlose Beratungen an 21 regionalen Standorten sowie telefonisch unter 0800 0117722. Sprechzeiten Montag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr und Donnerstag 10 bis 20 Uhr.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Wer prüft bei privat Versicherten?

Sehr geehrte Damen und Herren,

danke für den informativen Artikel.

Sie schreiben, die Prüfung findet durch die gesetzliche Krankenkasse statt.

Wenn man jedoch als hauptberuflich Selbständige privat versichert ist, wie läuft die Prüfung dann ab, wenn man eine angestellte Nebentätigkeit aufnimmt? Genügt es, wenn der Arbeitgeber dann die Sozialversicherungsfreiheit meldet, oder muss irgendjemand eine Prüfung nach den Richtlinien der GKV durchführen?

Danke für eine Antwort

Antwort: Wer prüft bei privat Versicherten?

Guten Tag,
auch (und gerade!) in dem von Ihnen beschriebenen Fall prüft im Zweifel die gesetzliche Krankenversicherung, ob die Sozialversicherungsfreiheit tatsächlich vorliegt. Die dabei zugrunde gelegten Kriterien entnehmen Sie dem Beitrag weiter oben. Dort finden Sie auch einen Link zu den "Grundsätzlichen Hinweisen zum Begriff der hauptberuflich selbstständigen Erwerbstätigkeit".

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Selbständig und Angestellt

Hallo,

seit 1.7. habe ich zu meiner Selbständigkeit eine Festanstellung in Teilzeit. Arbeitszeit und Einkünfte sind nun ca. 50%/50 %
Die Krankenkasse stuft mich hauptberuflich als selbständig ein. Bekomme ich dann vom Arbeitgeber den Arbeitgeberanteil der Kranken und Pflegeversicherung zusätzlich zum Gehalt überwiesen, oder spart er sich das und ich muss alle Kosten selbst zahlen ?
Über eine Info würde ich mich sehr freuen.
Vielen Dank und schöne Grüße

Beate Steiner

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