Lebenshaltungskosten ermitteln: Wie hoch ist mein privater Finanzbedarf als Gründer? (mit Excel-Musterrechenblatt)

So finden Sie heraus, wie viel Sie verdienen müssen, um Ihre Lebenshaltungskosten zu decken

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Stand: 14. Juni 2013 (aktualisiert)

Kostenermittlung

Viele Gründer und Jungunternehmer kennen die Höhe ihrer privaten Lebenshaltungskosten nicht genau. Das ist bedenklich: Schließlich wollen die meisten Selbstständigen ja (mindestens) ihre laufenden Ausgaben durch betriebliche Einnahmenüberschüsse decken. Unser heutiger Praxistipp hilft, den persönlichen Finanzbedarf zu ermitteln: Ein praktisches Kalkulationsblatt sorgt dafür, dass Sie bei der Bestandsaufnahme keine wichtige Ausgabenposition übersehen.

Wer es nicht schafft, den persönlichen Bedarf zu decken, hat an der Selbstständigkeit auf Dauer wenig Freude. Der Unternehmer und seine Familie müssen mit dem Einkommen aus der Selbstständigkeit ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Das ist eine der zentralen Voraussetzungen für die Tragfähigkeit eines Gründungsvorhabens.

Sofern Sie zuvor als Angestellter ordentlich verdient haben und mit Ihrem Gehalt gut über die Runden gekommen sind, haben Sie mit Ihrem bisherigen Jahres-Bruttogehalt bereits einen brauchbaren Anhaltspunkt für den erforderlichen Mindestgewinn. Da Ihnen künftig jedoch der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung fehlen wird, müssen Sie Ihr bisheriges Bruttoeinkommen mindestens mit dem Faktor 1,25 multiplizieren. Und weil es auf den "Unternehmerlohn" - anders als auf die Angestelltengehälter - keinen monatlichen Anspruch gibt, sind Sie zudem gut beraten, einen Risikozuschlag einzukalkulieren. Wenn Sie von Ihrem vorherigen Angestellten-Brutto ausgehen, liegen Sie mit dem Faktor 1,5 als Anhaltspunkt deutlich besser.

Minimum-Betrachtung

Damit sind der in aller Regel höhere Zeitaufwand, das Mehr an Verantwortung sowie die Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals aber noch längst nicht berücksichtigt: Die genannte Überschlagsrechung wie auch die folgende Ausgabenermittlung dienen lediglich einer möglichst realitätsnahen Ermittlung der erforderlichen Einkommensuntergrenze, damit von einer Existenz sichernden Selbstständigkeit die Rede sein kann.

Klarschiff an allen Fronten

Wenn Sie gefordert sind, sich Klarheit über die zu erwartenden betrieblichen Kosten zu verschaffen, tun Sie also gut daran, gleich einen Schritt weiter zu gehen und in einem Aufwasch Licht in Ihre privaten Finanzen zu bringen. Denn erfahrungsgemäß tun sich die meisten Menschen schwer damit, am Monats- oder Jahresende zu sagen, "wo das ganze Geld geblieben" ist.

Grundsätzlich bieten sich drei Informationsquellen an:

  • Erfahrungswerte aus der Vergangenheit (z. B. die tägliche Packung Zigaretten oder die kürzlich erst ermittelten monatlichen Durchschnittskosten des Privat-Kfz),

  • Kontoauszüge z. B. von Giro-, Spar- oder Darlehenskonten sowie

  • laufende oder repräsentative Aufzeichnungen (Haushaltsbuch).

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Frage zum Endergebnis

Frage zum Endergebnis Mindestgewinn (nach Steuern) in der Excel-Datei:

Wenn oben die Ausgaben höher sind wie unten die Einkünfte, müsste doch eigentlich ein negatives Ergebnis herauskommen? Die Tabelle ergibt aber ein positives Gewinnergebnis, wenn man die Einkünfte erhöht, so dass sie höher sind wie die Ausgaben, dann zeigt die Tabelle ein negatives Ergebnis an.

Kann es sein, dass hier ein Fehler in der Tabelle ist?

Antwort: Frage zum Endergebnis

Hallo,
Ziel der Tabelle ist die Ermittlung des "Mindestgewinns", den ein Gründer aus seiner Selbstständigkeit erwirtschaften muss.

Dazu werden im oberen Teil der Tabelle im Abschnitt "1. Kostenarten" zunächst die privaten Lebenshaltungskosten erfasst und summiert.

Im 2. Teil der Tabelle werden die "_Sonstigen_ Einkünfte" ermittelt (z. B. aus einer nebenberuflichen Angestelltentätigkeit, etc.) Um Missverständnisse zu vermeiden, müsste die Bezeichnung der Summenzeile daher entsprechend der Überschrift auch "Summe der _sonstigen_ Einkünfte" lauten.

In der letzten Zeile erscheint dann die Differenz zwischen 1. Ausgaben und 2. sonstigen Einkünften:

Angenommen, Sie brauchen 25.000 Euro im Jahr und haben sonstige Einkünfte von 7.000 Euro: Dann erscheint in der Zeile "Mindestgewinn (nach Steuern)" ein Betrag von 18.000 Euro.

Nur im (untypischen) Fall, dass die _sonstigen_ Einkünfte bereits höher sind als die Summe der Lebenshaltungskosten, ergibt sich in der letzten Zeile ein Betrag mit negativem Vorzeichen.

Macht das die Sache klarer!?

Vielen Dank für Ihre Nachfrage und freundliche Grüße
Robert Chromow

hallo,

Sie haben recht, das Dokument war zerschossen. Jetzt sollte es aber wieder klappen. Bitte entschuldigen Sie den Fehler!
Ihr akademie.de-Redaktion

Hinweis:
Das Dokument 42774_kassensturz-muster.xls ist auf dieser Seite defekt!

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