Bye bye Umsatzsteuer: Rückkehr zur Kleinunternehmer-Regelung

Der Jahresumsatz sinkt unter die Umsatzgrenze? So werden Sie wieder umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer

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Stand: 17. August 2012 (aktualisiert)

Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise klagen viele Unternehmer über zum Teil gravierende Umsatzrückgänge: Sinkt der Jahresumsatz eines umsatzsteuerpflichtigen Selbstständigen oder Unternehmers unter die Grenze von 17.500 Euro (brutto), kann er im Folgejahr unter bestimmten Umständen wieder den Kleinunternehmer-Status in Anspruch nehmen. Wir erläutern, was dabei zu beachten ist.

Die gute Nachricht vorweg: Der typische Weg vom Kleinunternehmer zum umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer ist keine Einbahnstraße! Der Gesetzgeber hat grundsätzlich nichts gegen eine Rückkehr von der sogenannten Regelbesteuerung in den umsatzsteuerlichen Kleinunternehmer-Status.

Kleinunternehmer-Regelung

Als Kleinunternehmer haben Sie's gut: Solange Ihr Vorjahresumsatz unter 17.500 Euro lag und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen wird, brauchen Sie Ihren Kunden keine Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen und anschließend ans Finanzamt abzuführen. Außerdem können Sie sich die Umsatzsteuervoranmeldungen sparen. Das senkt nicht nur den Verwaltungsaufwand, sondern bringt in vielen Fällen sogar echte Preisvorteile mit sich. Und das, obwohl Sie als Kleinunternehmer nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, das heißt die selbst gezahlte Mehrwertsteuer nicht erstattet bekommen.

Bitte beachten Sie: Lieferungen und Leistungen von umsatzsteuerlichen Kleinunternehmern sind nicht steuerfrei. Vielmehr wird die Umsatzsteuer bis zu den genannten Umsatzgrenzen gemäß § 19 Umsatzsteuergesetz lediglich "nicht erhoben". Die Folge: Beruft sich ein Selbstständiger oder Unternehmer zu Unrecht auf das Kleinunternehmer-Privileg, muss der rechnerisch in den Umsatzerlösen enthaltene Umsatzsteueranteil ans Finanzamt abgeführt werden.

Was Kleinunternehmer bei Ihren Kalkulationen berücksichtigen sollten, um "Milchmädchen-Rechnungen" zu vermeiden, können Sie unter der Überschrift "Den Steuervorteil klug nutzen!" in unserem Praxistipp zur Umsatzsteuer-Befreiung für Kleinunternehmer nachlesen.

Was geschieht, wenn Sie die Kleinunternehmer-Umsatzgrenze im laufenden Jahr wieder Erwarten überschreiten, erfahren Sie im Beitrag "Mehr als 17.500 Euro Umsatz sind kein Beinbruch".

Überblick: Rückkehr zur Kleinunternehmer-Regelung

Zurück zum Abstieg in die Kleinunternehmer-Liga. Die wichtigsten Voraussetzungen für den Wechsel von der sogenannten Regelbesteuerung zur Kleinunternehmer-Regelung im Überblick:

  1. Ihr umsatzsteuerpflichtiger Vorjahresumsatz (wohlgemerkt Umsatz - nicht Gewinn!) zuzüglich der darauf entfallenden Umsatzsteuer (= Mehrwertsteuer) lag nicht über 17.500 Euro. Falls Sie Ihre Geschäfte nur in einem Teil des Jahres betrieben haben, müssen Sie den Umsatz auf das ganze Jahr hochrechnen.

  2. Ihr Gesamtumsatz wird im laufenden Jahr - wiederum inklusive Umsatzsteuer - 50.000 Euro nicht überschreiten.

  3. Sie haben in der Vergangenheit nicht freiwillig auf die Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung verzichtet. Sollten Sie von sich aus für die Regelbesteuerung "optiert" haben, sind Sie fünf Jahre lang daran gebunden. Während dieser Zeit sind Sie auf jeden Fall verpflichtet, in Ihren Rechnungen Umsatzsteuer auszuweisen und ans Finanzamt abzuführen. Das gilt selbst dann, wenn Ihr Jahresumsatz deutlich unter 17.500 Euro liegt. Angenommen, Sie haben sich im Jahr 2012 freiwillig für die Regelbesteuerung entschieden, dürfen Sie frühestens 2017 wieder in den Kleinunternehmer-Status wechseln. Auf diese Weise verhindert der Fiskus, dass Unternehmen sich angesichts hoher Vorsteuerüberhänge kurzfristig für die Regelbesteuerung entscheiden, um dann im Anschluss an die Vorsteuererstattung wieder als Kleinunternehmer zu agieren.

  4. Für den Wechsel von der Regelbesteuerung zur Kleinunternehmer-Regelung (und wieder zurück) genügt eine formlose Mitteilung ans Finanzamt. Der Umstieg ist grundsätzlich nur mit Wirkung von Beginn eines Kalenderjahres an möglich. Theoretisch kann sich der Unternehmer mit seiner Entscheidung für die Kleinunternehmer-Regelung sogar bis zur Unanfechtbarkeit des Umsatzsteuerbescheids für das betreffende Kalenderjahr Zeit lassen. Sofern er in der Zwischenzeit in seinen Rechnungen Umsatzsteuer ausgewiesen und Voranmeldungen abgegeben hat, muss er die jedoch in jedem Einzelfall nachträglich korrigieren.

Bitte beachten Sie: Einnahmen aus Lieferungen und Leistungen, die Sie vor der Rückkehr zur Kleinunternehmer-Regelung erbracht haben, unterliegen auf jeden Fall der Umsatzsteuer. Auf den Zeitpunkt der Bezahlung offener Forderungen kommt es beim Wechsel von der Regelbesteuerung zur Kleinunternehmer-Regelung also auch dann nicht an, wenn Sie die Umsatzsteuer "nach vereinnahmten Entgelten" (= Ist-Versteuerung) berechnet haben.

Steuerberater oder Finanzamt fragen

Am besten lassen Sie sich beim Wechsel von der Regelbesteuerung zur Kleinunternehmer-Regelung von einem Steuerberater unterstützen. Falls Sie keinen Berater haben, sollten Sie zumindest durch ein kurzes Telefonat mit dem Finanzamt dafür sorgen, dass es beim Wechsel der Besteuerungsart nicht zu Missverständnissen kommt.

Zweifelsfragen bei der Rückkehr zur Kleinunternehmer-Regelung

  • Werden steuerfreie Umsatzerlöse beim Gesamtumsatz berücksichtigt?

    Nein. Zum Gesamtumsatz, der für die Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung maßgeblich ist, zählen nur umsatzsteuerpflichtige Umsätze. So kann zum Beispiel ein Arzt, der neben umsatzsteuerfreien freiberuflichen Umsätzen in Höhe von mehreren hunderttausend Euro noch umsatzsteuerpflichtige gewerbliche und sonstige Einnahmen von bis zu 17.500 Euro erzielt, ohne Weiteres die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen.

  • Was ist, wenn ich Einnahmen aus mehreren Einzelunternehmen oder selbstständigen Tätigkeiten habe?

    Wenn Sie innerhalb eines Kalenderjahres Einkünfte aus mehreren Gewebebetrieben und / oder selbstständigen Tätigkeiten erzielt haben, werden alle umsatzsteuerpflichtigen Einnahmen zusammengerechnet.

    Bitte beachten Sie: Personen- und Kapitalgesellschaften werden dabei umsatzsteuerlich separat behandelt. Falls Sie also neben Ihrem Einzelunternehmen und / oder Ihrer selbstständigen Tätigkeit auch noch Miteigentümer einer Gesellschaft sind, ist Ihr Kleinunternehmer-Status von den Umsätzen der Gesellschaft nicht berührt.

  • Wie werden Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung behandelt?

    Das hängt davon ab, ob die Miet- und Pachteinnahmen umsatzsteuerpflichtig sind. Wenn ja, werden sie bei der Ermittlung des Jahresumsatzes berücksichtigt. Wenn nicht, haben Miet- und Pachteinnahmen keine Auswirkungen auf den Kleinunternehmer-Status.

  • Welche Auswirkungen haben (Neben-)Einkünfte aus Angestelltentätigkeiten oder Minijobs?

    Da auf Einkünfte aus nichtselbstständigen Tätigkeiten keine Umsatzsteuer anfällt, haben sie keine Auswirkungen auf den Kleinunternehmer-Status.

  • Wie wirken sich Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale aus?

    Das kommt darauf an: Sofern eine solche Pauschale - wie das meistens der Fall ist - im Rahmen nichtselbstständiger Tätigkeiten abgerechnet wird, spielt sie bei der Kleinunternehmer-Regelung keine Rolle. Handelt es sich jedoch um eine selbstständige Tätigkeit, dann wird die Umsatzsteuer auch für die Ehrenamts- oder Übungsleiterpauschale erhoben. Da die Pauschalen in § 3 Nr. 26 und Nr. 26a Einkommensteuergesetz geregelt sind, betrifft die Steuerbefreiung nur die Gewinnermittlung.

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Mustertext zum Antrag auf Rückkehr zur Kleinunternehmer-Regelung

Hallo Herr Chromow,

ein sehr ausführlicher und immer noch aktueller Artikel zur Kleinunternehmerregelung. Tatsächlich ist es auch möglich, die Kleinunternehmerregelung rückwirkend zu beantragen, selbst wenn bereits Umsatzsteuer / Vorsteuer über die Umsatzsteuervoranmeldung verrechnet wurde. Die bisherigen Steuererstattungen müssen selbstverständlich zurückgezahlt werden und die Rechnungsempfänger über die "fälschliche" Ausweisung der Umsatzsteuer informiert werden.

Um die Rückkehr zur Kleinunternehmer-Regelung zu beantragen, genügt, wie Sie anführen, ein formloses Schreiben ans Finanzamt. Da dieses Thema auch unsere Kunden immer wieder betrifft, haben wir eine Vorlage für einen solchen Antrag zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt: https://debitoor.de/gruenderlounge/vorlagen-downloads/umsatzsteuer-janei...

Vielleicht ist die Vorlage ja eine gute Ergänzung zu Ihrem Artikel?

Viele Grüße,

Andrea Lackner
Debitoor

Antwort: Mustertext zum Antrag auf Rückkehr zur Kleinunternehmer

Hallo Frau Lackner,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung und die interessante Anregung. Dazu habe ich eine Nachfrage: Verstehe ich es richtig, dass Sie Ihren Kunden (sofern möglich) die nachträgliche Rückkehr zur Kleinunternehmerregelung nach Abschluss eines Wirtschaftsjahres empfehlen?

Das hieße doch, dass die Rechnungsempfänger nicht nur über den fälschlichen Umsatzsteuer-Ausweis _informiert_ werden müssten: Vielmehr müssten sämtliche Ursprungsrechnungen storniert und neue Rechungen (ohne Umsatzsteuer-Ausweis) ausgestellt werden. Die Geschäftskunden unter den Rechnungsempfängern müssten daraufhin ihre Voranmeldungen und ggf. Steuererklärungen korrigieren: Ist das wirklich so gemeint?

Abgesehen davon: Wenn ich mir im ersten Geschäftsjahr bereits die Mühe der USt-Regelbesteuerung gemacht und von den Vorteilen (Vorsteuererstatung) profitiert habe: Warum soll ich denn ohne Not die Rückabwicklung vornehmen? Einmal abgesehen von dem zusätzlichen Verwaltungsaufwand ergäbe das Vorgehen finanziell doch nur dann Sinn, wenn ich ausschließlich Privatkunden und extrem geringe Betriebsausgaben (= geringe Vorsteuererstattungen) habe, oder?

Danke für Ihre Anregung und freundliche Grüße
Robert Chromow

Antwort: Mustertext zum Antrag auf Rückkehr zur Kleinunternehmer

Hallo Herr Chromow,

vielen Dank für Ihr Kommentar zu meinem Beitrag.

Mir ging es nicht darum, diese Vorgehensweise - die, wie Sie schreiben, recht umständlich ist - allgemein zu empfehlen. Aber sie kann unter Umständen sinnvoll sein, eben wenn es sich um ein Unternehmen handelt, das ausschließlich Privatkunden hat, also nur im B2C tätig ist. Bei Geschäftskunden macht es im Normalfall natürlich generell wenig Sinn, die Kleinunternehmerregelung zu beantragen, da sich potentielle Kunden in diesem Fall um den Vorsteuerabzug gebracht sehen.

Viele Grüße,

Andrea Lackner

Kleinunternehmer-Regelung rückwirkend zum 01.01?

Hallo Herr Chromow,

ist es auch möglich rückwirkend zum 01.01 des laufenden Kalenderjahres zur Kleinunternehmer-Regelung zurück zu kehren bzw. zu wechseln?
Mein Gewerbe läuft schon über 10 Jahre, immer ohne der Kleinunternehmer-Regelung, mein Umsatz lag aber immer weit unter den 17.500 € im Jahr, auch muss ich keine Voranmeldung abgeben - weder monatlich noch quartalsweise sondern nur in der jährlichen Steuererklärung. Meine Steuerberaterin meinte ich könne das erst zum 01.01.2015 ändern. Ist das richtig oder ginge auch 01.01.2014? Oder vielleicht sogar 2013- da ich noch keine Steuererklärung für 2013 abgegeben habe? Und wenn ja, reicht da auch nur eine formlose Mitteilung an das Finanzamt, mit dem gewünschten "Start-Datum"?

Hintergrund ist, dass ich plötzlich Unmengen an Umsatzsteuer nachzahlen soll (für 2012), weil auf einmal meine Fahrtkosten nicht mehr anerkannt werden, was ich ebenfalls nicht verstehe... Meine Umsätze entstehen hauptsächlich auf Kunsthandwerkermärkte- die Umsätze wurden natürlich alle anerkannt, die Fahrtkosten jedoch nicht, die allerdings dazu beigetragen haben, dass die Umsätze entstehen...?! Daher möchte ich so schnell wie möglich zur Kleinunternehmer-Regelung wechseln.
Danke vorab für Ihre Antwort!
Viele Grüße
Marika

Antwort: Kleinunternehmer-Regelung rückwirkend zum 01.01?

Hallo Marika,
ich vermute, Ihre Steuerberaterin hat recht: Sofern Sie die Voraussetzungen erfüllen, können Sie die Kleinunternehmerregelung zwar grundsätzlich auch rückwirkend in Anspruch nehmen. Das geht aber nur dann, wenn Sie noch keine Umsatzsteuer in Rechnung gestellt haben. Da Sie der Regelbesteuerung unterliegen, ist das Anfang August aber ausgesprochen unwahrscheinlich. Vom Vorjahr ganz zu schweigen.

Was die Nachzahlung von Umsatzsteuern des Jahres 2012 betrifft: Wird eine Betriebsausgabe nicht anerkannt, entfällt natürlich auch der dazugehörige Vorsteueranteil. Am finanziellen Nachteil ändert die Kleinunternehmerregelung in dem Fall allerdings wenig: Da bei Kleinunternehmern die Betriebsausgaben mit Bruttowerten in die Einnahmenüberschussrechnung eingehen, erhöht sich bei Aberkennung von Betriebsausgaben die Einkommensteuerbelastung entsprechend.

An Ihrer Stelle würde ich mit der Steuerberaterin klären, wie sich die Anerkennung der Fahrtkosten doch noch durchsetzen lässt.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank, Herr Chromow!

Vielen Dank, Herr Chromow!

Gewerbe u. Kleinunternehmerreglung

Ich habe ein Gewerbe mit Vorsteuerreglung und möchte ein Gewerbe zusätzlich als Kleingewerbe anmelden.

Option des Steuerpflichtigen, keine Eigenschaft des Gewerbes

hallo,

das geht leider nicht - die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen ist eine Option, die Sie als steuerpflichtige Person für sich in Anspruch nehmen können oder auch nicht - sie bezieht sich nicht auf bestimmte Gewerbebetriebe o. ä.

schöne Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Billigkeitserlass

Danke für Ihre Ausführungen. Hierzu hätte ich noch eine Frage: Wenn man seit mehr als 2 Jahren selbstständig tätig ist und einmal (2013) die Grenze überschreitet und eigentlich 2014 eine vierteljährliche Voranmeldung abgegeben müsste, man aber definitiv weiß, dass man 2014 nur ca. 4.000€ einnehmen wird, kann man dann einen Billigkeitserlass beantragen, doch 2014 keine Umsatzsteuer abzuführen?
Wenn dies nicht gehen würde, dann könnte man allerdings zum 1.1.15 wieder die Kleinstunternehmerregelung anzeigen und nutzen, wenn man, wie in diesem Falle, nicht freiwillig die Umsatzsteuerbefreiung aufgegeben hat?

Schon einmal vielen Dank! Grüße
H. Wolf

Antwort: Billigkeitserlass

Hallo H. Wolf,
die Vorschriften zur Kleinunternehmerregelung sehen vor, dass im Jahr nach Überschreiten der Kleinunternehmer-Umsatzgrenze automatisch die Regelbesteuerung greift. Mit "Billigkeitserlassen" kenne ich mich ehrlich gesagt nicht aus. Selbstverständlich ist Ihnen unbenommen, beim Finanzamt einen Ausnahmeantrag zu stellen. Besonders große Hoffnung würde ich aber nicht darauf setzen. Die Details besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater.

Sofern Sie im Jahr 2014 tatsächlich nur 4.000 Euro umsetzen, gelten Sie im Jahr 2015 bei Bedarf selbstverständlich wieder als umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer. Genau dieses Szenario ist ja im Beitrag weiter oben beschrieben:
http://www.akademie.de/wissen/rueckkehr-zur-kleinunternehmer-regelung

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Herr Chromow, zum

Hallo Herr Chromow,

zum besseren Verständnis:
das heißt also, wenn man z.B. 17400 Euro netto Umsatz hat, und somit 20706 Euro brutto, nicht zurückkehren kann in die Kleinunternehmerregelung?

Danke und viele Grüße!
Hanna Wiesensteig

Antwort: Rückkehr zur Kleinunternehmerregelung

Ja, Frau Wiesensteig,
das haben Sie richtig verstanden. Bevor Sie aber gleich das Handtuch werfen, sollten Sie erst einmal mit Ihrem Steuerberater sprechen, ob auch wirklich alle Ihre Einkünfte umsatzsteuerpflichtig waren oder sich der Jahresumsatz auf andere Weise ein wenig reduzieren lässt.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank für Ihre schnelle

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!!!
Nein, das Handtuch würde ich deshalb nicht werfen ... es hat ja alles seine Vor- und Nachteile.

Ihnen auch alles Gute!
H. Wiesensteig

Wechsel Freiberuf/Gewerbe. Kleinunternehmerregelung

Hallo,

ich arbeite freiberuflich als Illustratorin, möchte jedoch meine Freiberuflichkeit beenden, und stattdessen ein Gewerbe anmelden (Verkauf selbst illustrierter, gedurckter Artikel).
Ich habe im Januar 2012 auf die Kleinunternehmerregelung freiwillig verzichtet.

Meine 1.Frage:

Ist es möglich, nach Beendigung der Freiberuflichkeit im Januar 2014, mein Gewerbe zu eröffnen und dann die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen?
Oder bin ich an die 5 Jahres-Frist gebunden, TROTZ NEUEM GEWERBE UND ABMELDUNG DER ALTEN SELBSTSTÄNDIGKEIT?

Frage 2:

(Für den Fall, dass ich auch im Jahr 2014 KEINE Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen kann:)

Bislang musste ich monatlich eine Ust-Voranmeldung einreichen (wegen Existenzgründung). Wenn ich nun, nach 2 Jahren, die Freiberuflichkeit abmelde und stattdessen ein Gewerbe anmelde, muss ich dann WEITERHIN MONATLICH eine Voranmeldung einreichen (weil NEUES Gewerbe- also wieder Existenzgründung)oder dann in Zukunft JÄHRLICH, weil meine vereinnahmte Umsatzsteuer 2013 unter 1000 EU lag?

Meine Steuerberaterin antwortete mir auf Frage 1 mit "Ja, Sie können ab 2014 die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen". Ich bin unsicher, ob das so stimmt! Zu Frage 2 sagte sie mir, ich könne dann ab 2014 für das neue Gewerbe auf die monatl. USt.-Voranmeldung verzichten und direkt nur jährlich abgeben.
Was sagen Sie dazu?

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Hilfe!
Gruß,
Sarah M.

Antwort: Wechsel Freiberuf/Gewerbe. Kleinunternehmerregelung

Hallo Sarah M.,
ganz allgemein stellt sich aus meiner Sicht die Sache so dar:

zu 1: Die Bindung an die 5-Jahresfrist beim Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung hat den Zweck, Mitnahmeeffekte von Gründern zu verhindern, die sich im ersten oder zweiten Jahr die Vorsteuer auf hohe Gründungsinvestitionen erstatten lassen, um dann ab zweiten oder dritten Jahr die bequeme Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen. Wenn Sie nun Ihre freiberufliche Geschäftstätigkeit einstellen und den Wert des vorhandenen Betriebsvermögens ordnungsgemäß versteuern, sind damit aus meiner Sicht Mitnahmeeffekte ausgeschlossen. Insofern könnten Sie beim neuen Gewerbe auch die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen.

zu 2. Wenn es sich um eine echte Neugründung handelt, die aber nicht der Kleinunternehmerregelung unterliegt, ergibt sich m. E. auch wieder die Pflicht zur monatlichen Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen. In § 18 Abs. 2 Satz 4 UStG
http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html heißt es dazu:
"Nimmt der Unternehmer seine berufliche oder gewerbliche Tätigkeit auf, ist im laufenden und im folgenden Kalenderjahr Voranmeldezeitraum der Kalendermonat."

Bitte beachten Sie: Das ist nur meine ganz und gar unmaßgebliche persönliche Sicht der Dinge. Im Zweifel halten Sie sich bitte an die Einschätzung Ihrer Steuerberaterin oder fragen Sie direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute beim Neustart und freundliche Grüße
Robert Chromow

Finanzamt sagt...

Vielen Dank für die schnelle Antwort!
Habe soeben beim Finanzamt angerufen. Sehr nett die Dame und sie hat mir erklärt, dass ...

zu 1) ...ich tatsächlcih 5 Jahre lang gebunden bin und deshalb keine KLeinunternehmerregelung in Anspruch nehmen darf. Erst nach den 5 Jahren wieder.

zu 2)... ich nicht länger monatlich eine UST-Voranmeldung einreichen muss, sobald die 2 Jahre verstrichen sind. Egal ob ich die Freiberuflichkeit abmelde und NUR das Gewerbe habe oder beides zusammen oder NUR Freiberuflichkeit... ich muss nicht mehr prinzipiell moatlich die USt-Va abgeben sondern eben abhängig von meinem Verdienst ...in meinem Fall also erstmal nur jährlich.

Viele Grüße, Sarah M.

Antwort: Finanzamt sagt...

Vielen Dank, Sarah M.,
für die nette Rückmeldung: Gut zu wissen. :-)
Herzliche Grüße
Robert Chromow

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