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Fortbildungs- und Weiterbildungskosten von der Steuer absetzen

Der Finanzamt finanziert viele Fortbildungen mit, wenn Sie die Kosten steuerlich geltend machen.

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Stand: 27. August 2014 (aktualisiert)

Berufsausbildung, Studium sowie Fort- und Weiterbildungen kosten nicht nur Zeit - sie gehen auch ins Geld. Weil die berufliche Qualifizierung die wichtigste Voraussetzung für zukünftige steuerpflichtige Einkünfte darstellt, ist es nur recht und billig, den Fiskus an den Aus- und Fortbildungskosten zu beteiligen. Wir zeigen, worauf dabei zu achten ist.

Stillstand ist Rückschritt: Angesichts der kurzen Halbwertszeit des Wissens sind berufliche Fort- und Weiterbildungen ein Muss. Wer in der Vergangenheit jedoch versuchte, die damit verbundenen finanziellen Aufwendungen als Werbungskosten von der Steuer abzusetzen, stieß bei den Finanzämtern oft auf taube Ohren: Was nicht im engsten Sinn der fachlichen Fortbildung im ausgeübten Beruf zwecks Sicherung der Einnahmen diente, durfte nicht in vollem Umfang steuermindernd geltend gemacht werden. Aus- und Weiterbildungskosten konnten - bis zu der geringen Obergrenze - allenfalls unter Sonderausgaben aufgeführt werden.

Fortbildungen von Selbstständigen

Wenn im Folgenden von den "Werbungskosten" die Rede ist, so entspricht das bei Selbstständigen den "Betriebsausgaben". Betrieblich notwendige Fortbildungen von Selbstständigen (wie zum Beispiel die Mitgliedschaft bei akademie.de oder die Teilnahme an Online-Workshops) dürfen im Rahmen der Einnahme-Überschussrechung bzw. Gewinn- und Verlustrechnung ohne Weiteres als betrieblicher Aufwand geltend gemacht werden. Das Ergebnis ist das Gleiche: Unter dem Strich sinkt das zu versteuernde Einkommen.

Fortbildung oder Weiterbildung?

Die gute Nachricht vorweg: Die anachronistische Unterscheidung zwischen fachlichen Fortbildungen auf der einen und allgemeinen beruflichen Weiterbildungen auf der anderen Seite hat in den letzten Jahren an Bedeutung verloren: Weiterbildungen, die der "Erhaltung beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten" sowie der "Anpassung an die Entwicklung der beruflichen Verhältnisse" dienen, müssen in der Regel von den Finanzämtern anerkannt werden, auch wenn sie nicht in direktem fachlichen Zusammenhang mit einem ausgeübten Beruf stehen.

Voraussetzung ist aber nach wie vor der berufliche Bezug. Bei privaten Koch- und Handarbeitskursen an der Volkshochschule dürfte der Nachweis der beruflichen Verwendbarkeit weiterhin schwerfallen. Bei Computer- und Internet-Weiterbildungen, aber auch beim Erwerb von Sprach- und anderen Kommunikations-Qualifikationen lässt sich dagegen der Nutzen für die Sicherung der eigenen Erwerbsfähigkeit jedoch mühelos herstellen.

So stimmten die Richter des Bundesfinanzhofs der Feststellung einer Vorinstanz zu, dass die Computertechnik in alle Bereiche des täglichen Berufslebens Eingang gefunden habe. Nur ständige Fortbildungen stellten vertieftes und erweitertes Wissen der Arbeitnehmer für ihre ausgeübten Tätigkeiten sicher.

akademie.de-Teilnehmergebühren absetzen

Auch akademie.de-Workshops können als Fortbildungen von der Steuer abgesetzt werden.Die Anerkennung beruflicher Weiterbildungen als Werbungskosten gilt selbstverständlich auch für die Mitglieder und Workshop-Teilnehmer von akademie.de: Sofern Sie Ihre Gebühren bislang noch nicht als Werbungskosten geltend gemacht haben, sollten Sie das bereits bei der Einkommensteuererklärung für 2013 unbedingt tun: Online-Fortbildungen werden steuerlich nicht mehr anders behandelt als Präsenzveranstaltungen!

Berufsausbildung oder Fortbildung?

Als Werbungskosten generell voll abzugsfähig sind Ausgaben für die folgenden Qualifizierungsart:

  • Fortbildungen in einem bereits erlernten Beruf,

  • Umschulungen, die einen Berufswechsel vorbereiten sowie

  • Zweit- und Folgestudien, sofern sie "in einem hinreichend konkreten, objektiv feststellbaren Zusammenhang mit der [...] angestrebten beruflichen Tätigkeit" stehen.

Letzteres könnte zum Beispiel dann der Fall sein, wenn ein Chemiker in Vorbereitung auf eine in Aussicht gestellte Geschäftsführungsfunktion ein berufsbegleitendes Wirtschafts- oder Jurastudium absolviert.

Lange Zeit umstritten war die steuerliche Behandlung der Ausbildungskosten im ersten Beruf: Nur wenn die Erstausbildung oder das Erststudium im Rahmen eines bezahlten Dienstverhältnisses erfolgt ("Ausbildungsdienstverhältnis") ist der Werbungskosten-Abzug ohne Weiteres möglich. Ansonsten gehören die Kosten für die erstmalige Berufsausbildung oder das Erststudium nach dem Willen des Gesetzgebers zu den "Kosten der Lebensführung". Sie dürfen grundsätzlich nur als Sonderausgaben von bis 6.000 Euro pro Jahr geltend gemacht werden.

Großzügiger Bundesfinanzhof

Die gute Nachricht: Durch mehrere erfreulich lebensnahe Urteile hat der Bundesfinanzhofs (BFH) verhindert, dass erstmalige Berufsausbildungen und Erststudien in jedem Fall Privatvergnügen sind und allenfalls als Sonderausgaben Berücksichtigung finden können. Mit ihren Entscheidungen tragen die Richter der grundsätzlich veränderten Wissenslandschaft zumindest ansatzweise Rechnung:

  • Im ersten Fall (Az.: VI R 137/01) ging es um das berufsbegleitende Betriebswirtschafts-Studium einer Rechtsanwalts- und Notargehilfin: Um ihre Position als Personalreferentin einer Bank sichern zu können, hatte sie ihr (Erst-)Studium aufgenommen. Die entstandenen Kosten machte sie als Werbungskosten geltend. Zu Recht, wie der BFH entschied: "Aufwendungen für ein berufsbegleitendes erstmaliges Hochschulstudium seien als Werbungskosten zu berücksichtigen, sofern sie beruflich veranlasst sind."

  • Die zweite Entscheidung (Az.: VI R 120/01) betraf eine arbeitslose Industriekauffrau, die sich auf eigene Kosten zur Fahrlehrerin umschulen ließ. Weil das Arbeitsamt die Lehrgangskosten nicht übernehmen wollte, zog die frischgebackene Fahrlehrerin ihre Aufwendungen als "vorab entstandene Werbungskosten" von ihren Einkünften als Angestellte ab. Auch hier hatten die Richter des BFH ein Einsehen: "Aufwendungen für eine Umschulungsmaßnahme, die die Grundlage dafür bildet, von einer Berufs- oder Erwerbsart zu einer anderen überzuwechseln, können vorab entstandene Werbungskosten sein."

  • Das dritte und wichtigste Urteil (Az.: VI R 14/07) stammt aus dem Jahr 2009: Darin ging es um den Fall einer gelernten Buchhändlerin, die nach Abschluss ihrer Ausbildung und einer folgenden Familienpause ein Lehramtsstudium absolviert hatte. Finanzamt und Finanzgericht lehnten die Anerkennung der Ausbildungskosten als Werbungskosten ab. In seiner Leitentscheidung korrigierte der Bundesfinanzhof die Urteile der Vorinstanzen: Aufwendungen für ein Erststudium nach abgeschlossener Berufsausbildung können seitdem als Werbungskosten abgezogen werden.

Völlig zu Recht stellten die Richter fest, die bisherige Rechtsprechung stamme "aus einer Zeit, in der es zum Regelfall gehörte, den ursprünglich erlernten Beruf das gesamte Berufsleben lang auszuüben." In der heutigen Zeit hingegen könne ein Arbeitnehmer nicht mehr davon ausgehen, nur eine Berufsausbildung absolvieren zu müssen. Die Arbeitsmarktsituation erfordere es immer häufiger, umzulernen und erforderliche Kenntnisse auch für eine völlig andersgeartete Berufstätigkeit zu erwerben.

Zukünftige und rückwirkende Steuerabzüge

Steuerpflichtige, die während einer solchen Ausbildung oder eines solchen Studiums kein (oder nur ein geringes) Einkommen erzielen, dürfen ihre Ausbildungskosten sogar als "vorab entstandene Werbungskosten" geltend machen: Sie geben während ihres Studiums laufend Einkommensteuererklärungen ab, in denen aufgrund der Ausbildungskosten unterm Strich Verluste ausgewiesen sind. In den Jahren nach Beendigung des Studiums darf der aufgelaufene Gesamtverlust dann in Form eines Verlustvortrags nach und nach von den erzielten steuerpflichtigen Einkünften abgezogen werden.

Mehr noch: Wer im Jahr vor Aufnahme des Studiums gut verdient und Steuern bezahlt hat, kann den Verlust des ersten Studienjahres unter Umständen sogar mit bereits gezahlten Steuern verrechnen - und sich über eine Steuerrückzahlung freuen.

Die wichtigsten Informationen zum Thema Verlustvortrag und Verlustrücktrag finden Sie im Beitrag "Steuererminderung durch Verlustabzug".

Und gleich noch ein Tipp hinterher: Klingen Begriffe wie Werbungskosten, Betriebsausgaben oder Sonderausgaben für Sie wie böhmische Dörfer? Dann lohnt sich für Sie ein Blick in unseren Grundlagen-Kurs zu Lohnsteuer, Lohnsteuerjahresausgleich und Einkommensteuer.

Probieren geht über Studieren!

Bei Berufstätigen ist der Werbungskostenabzug in aller Regel günstiger als der beschränkte Sonderausgaben-Abzug. Falls das bei Ihnen zutrifft, Sie jedoch im Zweifel sind, ob die Ausbildungskosten in Ihrem Fall zu den voll abzugsfähigen Werbungskosten oder nur zu den beschränkt absetzbaren Sonderausgaben gehören, entscheiden Sie sich am besten für die Werbungskosten:

Falls das Finanzamt die Werbungskosten streicht, geht Ihnen der Sonderausgabenabzug nicht verloren. Und sofern die Gerichte bei den zurzeit anhängigen Verfahren zugunsten der Steuerzahler entscheiden, kommen Sie auf diese Weise obendrein nachträglich in den Genuss einer Steuererstattung.

Nichts vergessen?

Die wenigsten Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten lassen sich so komfortabel vom Arbeitsplatz oder heimischen Schreitisch aus absolvieren wie die Online-Kurse und -Workshops von akademie.de: Zu den steuerlich absetzbaren Aufwendungen gehören deshalb keineswegs nur Lehrgangskosten und Prüfungsgebühren: Zu den abzugsfähigen Werbungskosten gehören auch ...

  • Fahrtkosten,

  • Übernachtungs- und Verpflegungskosten (zum Beispiel bei Wochenend-Seminaren oder Exkursionen) sowie

  • Fachliteratur und Lernmittel

Bei längeren Ausbildungen (zum Beispiel berufsbegleitenden Studien) können unter Umständen sogar die Aufwendungen für ein heimisches Arbeitszimmer anerkannt werden. Denken Sie künftig also bei Qualifizierungsmaßnahmen aller Art daran, Quittungen zu sammeln!

Fazit

Angesichts der rasanten Veränderungen in der Informationsgesellschaft opfern viele Menschen beträchtliche Teile ihrer Freizeit, um auf dem Laufenden zu bleiben. Da ist es nur recht und billig, wenn sie nicht auch noch die entstandenen Kosten in voller Höhe aus der eigenen Tasche zahlen müssen. Politik und Verwaltung täten gut daran, von der Bevölkerung nicht nur ständig die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen zu fordern. Vielmehr sollten sie den Sonntagsreden Taten folgen lassen und endlich alle beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben anerkennen!

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Zusatzzertifikat

Hallo.
Ich habe ein Nebengewerbe mit dem Handel und Montage von Bauelementen.
Ich würde jetzt gerne eine Zusatzqualifikation zum zertifizierten Befestigungsmechaniker machen.( Kosten 350.-)
Kann ich diese Kosten absetzen und wie viel Prozent bekomme ich erstattet?

Vielen Dank für eine Info.

Bezuschussung von Arbeitgeber

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe folgenden Tatbestand. Meine Frau hat eine 4 Jährige berufsbegleitende Ausbildung zu Heilpädagogin durchgeführt. Dabei haben wir jedes Jahr die Kursgebühren und damit verbundene Aufwände steuerlich geltend gemacht.
2016 hat Sie die Ausbildung zum Halbjahr beendet und in diesem Jahr sind nicht mehr so hohe Kosten auf uns zugekommen.
In diesem Jahr hat Sie zum einen 1.000€ Meisterbafög und 10.000€ vom Arbeitgeber erhalten. Diese waren nicht auf der Lohnsteuerbescheinigung vom AG enthalten.
5.000€ davon müssen nichtmehr zurückgezahlt werden. Jedoch die anderen 5.000€ pro weiterem Jahr Betriebszugehörigkeit können 1000€ behalten werden. Somit erst nach 5 Jahren sind diese sicher. Durch einen Umzug der in 2018 geplant ist damit zu rechnen, dass diese anteilig zurückgezahlt werden müssen.

Ich habe zu dem Thema gelesen, dass Meistebafög nicht mehr erklärt werden muss da es keine Einkunftsart darstellt. Zum Thema Bezuschussung habe ich das BMF Urteil gefunden.
BMF v. 13.04.2012 - IV C 5 - S 2332/07/0001 BStBl 2012 I S. 531

Meine Fragen wie folgt.
1.) muss das Meister BAFÖG erklärt werden?
2.) müssen die 10.000 € erklärt werden? Wenn ja sind in 2016 nur ein geringer Teil Werbungskosten angefallen und diese können ja in Anlage N Nr 44 nicht negativ werden? Ist es dann eine Einkunftsart die wo anders erklärt werden muss??
3.) was ist mit dem Teil der zurückgezahlt werden muss?

Vielen Dank schon einmal vorab für Ihre Hilfe.
mfG

Antwort: Bezuschussung von Arbeitgeber

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Bitte beachten Sie, dass eine steuerliche Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich ist. Daher nur ganz allgemein:

zu 1:

a) Soweit das Meister-BAFöG ausschließlich zur Deckung der Lebenshaltungskosten dient, handelt es sich nicht um steuerpflichtiges Einkommen. Es unterliegt auch nicht dem Progrssionsvorbehalt. Der Zuschuss muss dann nicht in der Steuererklärung angegeben werden.

b) Dient das Meister-BAFöG ganz oder teilweise der Deckung von Fortbildungskosten (z. B. Büchergeld, Lehrgangs- oder Prüfungsgebühren), muss der Zuschuss von den als Werbungskosten geltend gemachten Fortbildungskosten abgezogen werden.

zu 2.
Steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse müssen grundsätzlich von den Fortbildungskosten abgezogen werden. Da die Zahlung der Fortbildungskosten und die Zahlung des Zuschusses in unterschiedlichen Jahren erfolgen können, ist es durchaus möglich, dass die Werbungskosten ins Minus laufen.

Da es im Steuerrecht m. W. jedoch keine "negativen Werbungskosten" gibt, lassen die meisten Steuerprogramme auch keine negativen Beträge in den Werbungskosten-Eingabezeilen zu. In dem Fall muss der Arbeitgeberzuschuss als steuerfreie "Einnahme" erfasst werden.

Aus meiner Sicht bietet sich dafür die Zeile 20 der Anlage N an ("Steuerpflichtiger Arbeitslohn, von dem kein Steuerabzug vorgenommen worden ist"). Ich würde diese erklärungsbedürftige Einnahme im Begleitschreiben zudem erläutern.

zu 3.
Sollten Rückzahlungen des Arbeitgeberzuschusses fällig werden, stellen sie aus meiner Sicht im Jahr der Rückzahlung Fortbildungskosten dar. Entscheidend ist grundsätzlich das Jahr, in dem die Zahlung erfolgt. Um den jahresübergreifenden Zusammenhang plausibel machen zu können, legen Sie am besten eine Übersicht an mit den Belegen und Zahlungsnachweisen sämtlicher Fortbildungskosten, Arbeitgeberzuschüssen und eventuellen Rückzahlungen.

Die Details besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater. Wenn Sie als Arbeitnehmer Ihren Einzelfall überprüfen lassen wollen, können Sie sich aber auch an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden. Einen Verein in Ihrer Gegend finden Sie zum Beispiel über die beiden bundesweiten Dachorganisationen:

Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.bdl-online.de/ und

Neuer Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.nvl.de/

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Antwort: Bezuschussung von Arbeitgeber

Hallo Herr Chromow,

ich habe Ihre Antwort leider gerade erst gesehen.
Ich bedanke mich ganz herzlich für die ausführliche Beschreibung. Es deckt sich mit meiner Vermutung, dass alles erklärt werden muss.

Vielen lieben Dank.
mfG

Fortbildungs- und Weiterbildungskosten steuerlich absetzbar

Hallo, zunächst ein Dank und Kompliment: Das ist ein hervorragender Beitrag und auch die Antworten zu den einzelnen Fragen sind gut begründet.
Meine Frage zu diesem Thema nun ist die folgende: Wie viel der Weiterbildungskosten, natürlich grob geschätzt, würde das Finanzamt über die Steuererklärung erstatten. Gibt es da Richtwerte, z.B. 30% oder 50%... Ein Hinweis dazu würde mir enorm bei meiner Entscheidungsfindung helfen ein Weiterbildungsstudium aufzunehmen oder nicht. DANKE!

Antwort: Fortbildungs- und Weiterbildungskosten steuerlich abset

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung! Bitte beachten Sie: Eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Weiterbildungskosten werden grundsätzlich in voller Höhe steuermindernd anerkannt - und zwar als ...

* Werbungskosten (bei Arbeitnehmern) oder
* Betriebsausgaben (bei Selbstständigen).

2.
Wie hoch die daraus resultierende Steuererstattung ist, hängt dabei vom zu versteuernden Einkommen ab:

* Wenn Sie im obersten Einkommensbereich liegen, beträgt der Spitzensteuersatz (und damit die - unter ansonsten unveränderten Bedingungen - zu erwartende steuerliche Wirkung der Weiterbildungskosten) bei 42% bis 45%.
* Im untersten Einkommensbereich liegt der Steuersatz (und damit die "Erstattung") zurzeit bei 14%.

Viel Erfolg bei Ihren Weiterbildungsvorhaben und freundliche Grüße
Robert Chromow

Frage:

Hallo Herr Chromow,

kann ich Kosten für Meisterkurse und Prüfungen steuerlich geltend machen, obwohl diese mir von meinem Arbeitgeber erstattet wurden? Die Rechnungen sind auf mich ausgestellt und ich habe diese auch im vorraus bezahlt. Die Erstattung erfolgte dann über vertraglich festgelegte Sonderzahlungen, für welche ich Lohnsteuer bezahlt habe.

Grüße

Antwort: Kosten Meisterkurs

Guten Tag,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur meine unmaßgebliche persönliche Empfehlung:

Sie sollten die Kosten für die Meisterkurse und Prüfungen unbedingt als Werbungskosten geltend machen: Schließlich hat Ihr Arbeitgeber die Erstattungen dem Finanzamt als Teil ihrer Gehaltszahlungen ja auch mitgeteilt und bereits Lohnsteuer darauf abgeführt!

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

unterliegen GWG bei Weitererbildungsdkosten einer Abschreibung

Das Finanzamt bei bei den angesetzten Berufsausbildungskosten ein Loptop -Anschaffungskosten- 385,- €
als Wirtschaftsgut auf 3 Jahre abgeschrieben.
Sind GWG dieser Höhe abschreibungspflichtig?

Antwort: GWG Weiterbildungskosten

Guten Tag,
eine rechtliche oder steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Sondervorschriften für die steuerliche Behandlung von GWG im Rahmen von Weiterbildungskosten gibt es m. W. nicht. Einen anderen Grund für die Verteilung der Anschaffungskosten auf die Nutzungsdauer kann ich auch nicht erkennen.

2.
Anschaffungskosten eines Laptops in Höhe von 385 Euro stellen aus meiner Sicht im Jahr der Anschaffung in voller Höhe Werbungskosten dar.

Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach. Sie können sich auch an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden.

Einen Lohnsteuerhilfeverein in Ihrer Nähe finden Sie zum Beispiel über eine der beiden bundesweiten Dachorganisationen:

* Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.bdl-online.de/ und

* Neuer Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.nvl.de/

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Verpflegungspauschale Wochenendstudium

Guten Tag Herr Chromow,

ich studiere berufsbegleitend am Freitag und Sonnabend. Freitags geht mein Studium über 3 Stunden und samstags über 8 Stunden. Kann ich die Verpflegungspauschale für meine Samstage an der Uni auch absetzen, wenn ich in meinem Heimatort studiere?

Beste Grüße
F. Müller

Antwort: Verpflegungspauschale Wochenendstudium

Guten Tag, F. Müller,
eine steuerliche oder rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Grundsätzlich gilt: Für jeden Kalendertag, an dem ein Steuerpflichtiger aus beruflichen oder geschäftlichen Gründen mehr (!) als 8 Stunden von seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist, darf Verpflegungsmehraufwand in Höhe von 12 Euro geltend gemacht werden.

2.
Da die Betriebsstätte Ihres Arbeitgebers vermutlich die erste Tätigkeitsstätte ist, spricht auf den ersten Blick nichts dagegen, Verpflegungsmehraufwand anzusetzen.

3.
Sollte das Finanzamt anderer Meinung sein, wird die Pauschale schlimmstenfalls gestrichen. Nachteile haben Sie nicht zu befürchten. Sie können hinterher außerdem immer noch überlegen, ob Sie gegen den Bescheid Einspruch einlegen.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Erste Tätigkeitsstätte Vollzeitfortbildung

Hallo

Wenn man für eine 2,5-monatige Vollzeitausbildung von seinen Arbeitgeber, unter vollen Bezug des Lohnes, freigestellt wird, bleibt die erste Tätigkeitsstätte der Betrieb? Also kann man wöchentliche Heimfahrten von dem Fortbildungsort voll mit Hin- und Rückfahrt ansetzen?

Vielen Dank für Ihre Anwort!

MFG HerrU

Antwort: Erste Tätigkeitsstätte Vollzeitfortbildung

Hallo HerrU,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Pro Dienstverhältnis hat ein Arbeitnehmer nur _eine_ erste Tätigkeitsstätte.

2.
Eine vorübergehende unterjährige Vollzeitausbildung im Auftrag des Arbeitgebers ändert m. E. nichts daran, dass der Betrieb die erste Tätigkeitsstätte ist.

3.
Die Details besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach. Arbeitnehmer können sich auch an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden. Einen Verein in Ihrer Gegend finden Sie zum Beispiel über die beiden bundesweiten Dachorganisationen:

Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.bdl-online.de/ und

Neuer Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.nvl.de/

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Werbungskosten Anteilig?

Hallo,

ich beginne eine Zusatzqualifikation zum Anti-Agressivitäts-Trainer, diese Ausbildung wurde mir von meinem Arbeitgeber vorgeschrieben um in der Straffälligenhilfe zu arbeiten. Der Arbeitgeber übernimmt hierbei die Hälfte der Ausgaben. Kann ich die andere Hälfte als Werbungskosten absetzen, bzw. hat es irgendeinen Einfluss auf die Möglichkeit die Kosten abzusetzen, wenn der Arbeitgeber einen Teil der Weiterbildung trägt?

Vielen Dank im voraus

Antwort: Werbungskosten Anteilig?

Guten Tag,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Wenn der Arbeitgeber einen Teil der Weiterbildungs-Aufwendungen übernimmt, stellt der andere Teil grundsätzlich Werbungskosten dar.

2.
Nachteile hat die Beteiligung des Arbeitgebers nicht - eher im Gegenteil: Es ist im Zweifel ein Argument für die berufliche Veranlassung.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Online-Kurse von der Firma bezahlt

Hallo,

Ich mache momentan Online-Kurse wo die Gebühren von der Firma übernommen sind. Ich habe aber dafür zuhause ein Maus und Monitor gekauft. Kann ich die als Werbungskosten absetzen?

Vielen Dank für die Hilfe und viele Grüße,
D.

Antwort: Online-Kurse von der Firma bezahlt

Guten Tag,
grundsätzlich handelt es sich bei Ausgaben für Arbeitsmittel, die für Fortbildungen erforderlich sind, um Werbungskosten. Da Maus und Monitor keine selbstständig nutzbaren Wirtschaftsgüter sind, werden die Ausgaben in Ihrem Fall vermutlich nur dann anerkannt, wenn der dazugehörige PC ebenfalls beruflich oder geschäftlich genutzt wird.

Das ist aber nur meine ganz unmaßgebliche Privatmeinung. Falsch machen können Sie nichts: Am besten setzen Sie die Ausgaben für Maus und Monitor als Werbungskosten an - mehr als gestrichen werden können die Ausgabenpositionen nicht. Und selbst dann können Sie immer noch Widerspruch einlegen und die Notwendigkeit der Aufwendungen glaubhaft machen.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Weiterbildung

Hallo,
Ivh möchte gerne im Dezember eine Weiterbildung beginnen zur Stationsleitung. Kann ich auch diese wenn ich sie selber zahle von den Steuern absetzen lassen?

Lg

Antwort: Weiterbildung

Hallo,
_nur_ wenn Sie die Weiterbildungs-Kosten selbst bezahlen, handelt es sich um Werbungskosten, die Sie von der Steuer absetzen dürfen. Bezahlt der Arbeitgeber die Fort- oder Weiterbildung, haben Sie keinen Anspruch auf Anerkennung als Werbungskosten: Warum auch? :-)

Viele Grüße
Robert Chromow

Weiterbildung

Die Weiterbildung dauert 1 Jahr und kostet ca 2800 Euro

Vielen dank für ihre Hilfe

Antwort: Weiterbildung

Hallo,
noch ein Hinweis hinterher: Nicht nur die reinen Seminar- und Prüfungskosten stellen Werbungskosten dar. Vergessen Sie zum Beispiel nicht die Ausgaben für Bücher, Lernmaterialien, Arbeitsmittel, Fahrtkosten sowie ggf. Übernachtungskosten oder auch "Verpflegungsmehraufwendungen" (bei Abwesenheit von mehr als 8 Stunden pro Tag). Unter Umständen können Sie für die Dauer der Fortbildung sogar ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich geltend machen.

Viele Grüße
Robert Chromow

Lehrgangsgebühren

Hallo,

ich besuche eine Weiterbildung, wo ich jeden Monat meine Kursgebühren selbst zahle und nach bestandener Prüfung einen festgelegten Teil durch die SAB erstattet bekomme.
Welchen Betrag nehme ich hier in die Kosten für das FA rein, meinen gezahlten Betrage oder eben diesen abzüglich der Förderung, die ich später bekomme?

Vielen DANK für Ihre Hilfe

Antwort: Lehrgangsgebühren

Guten Tag,
ich weiß zwar nicht, wer oder was die "SAB" ist - grundsätzlich verhält sich die Sache so:

1.
Als Werbungskosten werden nur solche Aufwendungen berücksichtigt, die zu einer "wirtschaftlichen Belastung des Steuerpflichtigen" führen.

2.
Mit anderen Worten: Erstattungen und Zuschüsse zu Lehrgangsgebühren und anderen Fortbildungskosten müssen Sie bei Ihrer Steuererklärung angeben.

3.
Als Werbungskosten wird nur die Differenz anerkannt.

Viele Grüße
Robert Chromow

Vorab entstandene Werbungskosten

Hallo,

ich arbeite als Grafik Designerin, habe aber im letzten Jahr nebenbei eine Ausbildung zum Fitnesstrainer (B-Lizenz) gemacht, um mich beruflich umzuorientieren.
Die Kosten wurden als Werbungskosten vom Finanzamt aktzeptiert.
Bis jetzt arbeite ich aber noch hauptberuflich als Designer und habe nur einen Nebenjob (450€-Basis) als Trainerin.
Muss ich innerhalb einer bestimmten Zeit einen richtigen Job als Trainerin gefunden haben (also in dem ich Lohnsteuern bezahle) oder kann das Finanzamt sonst sogar bereits erstattete Beträge wieder zurückverlangen?

Vielen Dank im Voraus und viele Grüße,
J.

450-Euro-Job reicht völlig!

Da kann das Finanzamt Dir gar nichts, denn Du hast die Fortbildung ja genutzt, um Dir Kenntnisse anzueignen, die Du nun beruflich einsetzt. Es waren also Aufwendungen für eine nachfolgende Berufstätigkeit. In welchem Umfang die stattfindet geht das Finanzamt nichts an, das ist ja Deine private Lebensplanung. Und außerdem hat das Finanzamt doch offenbar schon einen Steuerbescheid erlassen, dann ist doch Ruhe, eigentlich.

1 Übernachtung zusätzlich bei weit entfernter Fortbildungsstätte

Hallo.
Ich werde eine Fortbildung steuerlich angeben. Die Fortbildungsstätte ist 500km entfernt gewesen, sodass ich ein Hotelzimmer bereits vor eigentlichem Fortbildungsbeginn gebucht habe, zumal diese um 7:30 los ging.
Trotz langer Recherche habe ich hierzu nichts gefunden. Kann ich diese Übernachtung ebenfalls ansetzen oder ist mit die Anfahrt am Fortbildungstag zuzumuten?
Vielen Dank im Voraus.

Antwort: 1 Übernachtung zusätzlich bei weit entfernter Fortbildu

Guten Tag,
ich bin kein Steuerberater - aus meiner Sicht spricht aber überhaupt nichts dagegen, unter den beschriebenen Bedingungen eine zusätzliche Übernachtung zu buchen. Im Gegenteil: Eine Anreise von 500 km direkt vor einer um 7:30 Uhr beginnenden Fortbildung halte ich nicht nur für eine Zumutung und Überforderung, sondern für widersinnig und nicht zielführend: Schließlich erfordert eine Fortbildung Wachheit und Geistesgegenwart...

Abgesehen davon: Mehr als streichen könnte das Finanzamt die zusätzliche Übernachtung ohnehin nicht. In dem (aus meiner Sicht unwahrscheinlichen) Fall, könnten Sie sich immer noch genauer nach einer erfolgversprechenden Einspruchsbegründung umhören.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank für den Zuspruch

Genau so habe ich auch gedacht, allerdings liegen gesunder Menschenverstand und Amtsrealität oft ein paar mm auseinander.

Aber vielen Dank für den Zuspruch... ich werde es probieren :)

Weiterbildungskosten

Hallo,

ich mach eine Weiterbildung bei der örtlichen Handwerkskammer. Die Kursgebühren werden im Rahmen von Meister-BAföG bezuschusst und der Rest wird mit einem zins- und tilgungsfreien Darlehen der KfW vorfinanziert. Dieses Darlehen ist dann aber 2018, also nach Beendigung der Weiterbildung, zu tilgen und zu verzinsen. Die Frage ist, ob ich erst 2018 Kosten der Weiterbildung als Werbungskosten geltend machen kann bzw. muss?

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