Gewerbeanmeldung - 10 Fragen, 10 Antworten

Wer Gewerbetreibender ist, welche Unterlagen benötigt werden und wie Sie sich anmelden

Von: Hans-Joachim Brüser
Stand: 25. Juni 2012 (aktualisiert)
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Beim Start in die Selbstständigkeit sind alle Gewerbetreibenden verpflichtet, ihr Gewerbe anzumelden. Häufig ist jedoch nicht klar, wer überhaupt Gewerbetreibender ist, was an Unterlagen benötigt wird und wie die Anmeldung im Einzelnen funktioniert. Wir klären auf.

(Dieser Beitrag liefert die wichtigen Fakten zur Gewerbeanmeldung im schnellen Überblick. Praxistipps und Erläuterungen zu diesem Thema, aber auch zur Anmeldung beim Finanzamt und zum Umsatzsteuerverfahren, finden Sie in unserem Beitrag "Gründung, Anmeldungen, Genehmigungen: Unternehmer werden ist nicht schwer!".)

1. Wer muss eine Gewerbeanmeldung durchführen?

Jeder Gründer ist zugleich "Gewerbetreibender". Wer dieser überschaubaren Definition nach Gewerbetreibender ist, muss sein Gewerbe in jedem Fall anmelden. Ausnahme: Sie sind Freiberufler oder in der Landwirtschaft selbstständig Tätiger.

Nach der Gewerbeordnung üben Sie ein Gewerbe aus, wenn Sie einer Tätigkeit "selbstständig und regelmäßig" nachgehen und wenn Sie das Gewerbe "entgeltlich" und "zum Erzielen von Gewinnen" betreiben. Dabei spielt die Rechtsform des Betriebes im Übrigen keine Rolle.

2. Wer hat mit einer Gewerbeanmeldung nichts zu tun?

Angehörige der 'Freien Berufe' müssen sich nicht anmelden. Dies sind insbesondere die so genannten "Katalogberufe": Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Künstler oder Schriftsteller. Auch medizinische Berufe, wie Physio- oder Ergotherapeuten, gelten als Freiberufler.

(Freiberufler müssen sich jedoch beim Finanzamt anmelden).

Nachweise

Die meisten freien Berufe erfordern den Nachweis von berufsqualifikatorischen, zum Teil sogar finanziellen und baulichen Voraussetzungen. Es kann sich also keiner selbst aussuchen, ob er eine selbständige Tätigkeit als Gewerbetreibender oder als Freiberufler ausüben möchte.

Nicht zum Gewerbeamt muss der Bereich der 'Urproduktion', also Selbstständige aus den Bereichen Fischerei, Bergbau sowie der Land- und Forstwirtschaft. Ebenfalls nicht anmeldepflichtig ist, wer eigenes Vermögen verwaltet, etwa indem er eigene Grundstücke oder Gebäude verpachtet oder vermietet.

3. Wann müssen Sie ein Gewerbe anmelden, was ist bei späteren Veränderungen?

Anmeldepflichtig sind Sie, sobald Sie eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen bzw. wenn Sie einen bereits bestehenden Betrieb übernehmen.

Ebenfalls meldepflichtig sind Sie, wenn die unternehmerische Tätigkeit verändert oder ausgeweitet wird. Das gleiche gilt für den Umzug in eine andere Kommune - auch das müssen Sie melden.

Außerdem muss das Gewerbeamt informiert werden, wenn Sie die Rechtsform Ihres Betriebes oder die Art der gewerblichen Tätigkeit ändern. Auskunftspflichtig sind Sie auch, wenn Sie den Betrieb einstellen oder wenn Sie einen neuen Gesellschafter aufnehmen.

4. Wie funktioniert eine Gewerbeanmeldung?

Ganz einfach: Sie melden Ihr Gewerbe beim Gewerbeamt der jeweiligen Kommune an. Im häufigsten Fall ist das Gewerbeamt Teil des Ordnungsamts ("Gewerbemeldestelle"). Die Anmeldung können Sie persönlich auf dem Amt vornehmen, gelegentlich auch schriftlich oder - in modernen Stadtverwaltungen - auch via Internet.

Wichtig ist, dass der Gewerbetreibende die Anmeldung selbst vornimmt. Bei einem Einzelunternehmen ist dies der Inhaber, bei einer Personengesellschaft der oder die geschäftsführenden Gesellschafter. Handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, ist der/die vertretungsberechtigte/n Geschäftsführer zuständig.

5. Welche Unterlagen benötigen Sie für die Anmeldung?

Sie benötigen nur Ihren Personalausweis oder Ihren Reisepass, um sich ausweisen zu können. Ist das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen (z. B. GmbH), müssen Sie den Handelsregisterauszug sowie den notariell beglaubigten Gesellschaftsvertrag vorlegen.

Ausländer

Ausländische Staatsbürger, die nicht aus EU-Ländern kommen, müssen eine Aufenthaltsgenehmigung der jeweiligen Ausländerbehörde vorlegen. Die Genehmigung muss die Erlaubnis beinhalten, dass ein Gewerbe betrieben werden darf.

6. Für welche Gewerbe sind besondere Erlaubnisse oder Zulassungen erforderlich?

In Deutschland herrscht Gewerbefreiheit, d. h. für die Ausübung der weitaus meisten Gewerbe ist keine besondere Erlaubnis erforderlich. In bestimmten Branchen ist aber eine spezielle Erlaubnis notwendig. Diese speziellen Regelungen für bestimmte Tätigkeitsfelder gehen dann zum Teil deutlich über die reine Gewerbeanmeldung hinaus.

Wird eines der sogenannten "überwachungsbedürftigen" Gewerbe angemeldet (z.B. Auskunftei, Detektei, Ehe-/Partnervermittlung, Alt- und Gebrauchtwarenhandel, Reisebüro), so verlangt das Gewerbeamt ein polizeiliches Führungszeugnis ("zur Vorlage bei Behörden") sowie einen Auszug des Gewerbezentralregisters.

Die meisten dieser zusätzlichen Anforderungen lassen sich in drei Kategorien beschreiben:

  • persönliche Zuverlässigkeit: Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, Auszug aus dem Gewerbezentralregister sowie Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts.

  • sachliche Voraussetzungen: z. B. Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (vor allem durch Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis), erforderlicher Zustand der Gewerberäume.

  • fachliche Voraussetzung: Als Nachweis hierfür dienen - je nach geforderter Qualifikation - die Teilnahme an einer Weiterbildung (häufig bei der IHK), eine Ausbildung oder ein Studium.

Die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten sind weiter unten aufgeführt, lassen sich aber auch in der Gewerbeordnung nachlesen.

7. Was ist mit der Gewerbeanmeldung im Handwerk?

In Deutschland ist nach wie vor der Betrieb eines Handwerks-Unternehmens besonders stark reglementiert: Ein Handwerksunternehmen darf nur führen, wer eine Meisterprüfung abgelegt hat. Bei einer GmbH genügt, wenn ein Meister als technischer Betriebsführer eingestellt ist (der Betriebsinhaber selbst muss also kein Meister sein!).

Ausnahmeregelungen bestehen zudem bei so genannten "Altgesellen". In jedem Fall ist eine Anmeldung bei der Handwerkskammer mit entsprechenden Nachweisen notwendig (Eintrag in die Handwerkerrolle).

In der so genannten "Anlage B" der Handwerksordnung werden die Berufe aufgelistet, die auch ohne Meisterbrief ausgeübt werden dürfen (Fliesenleger, Gebäudereiniger, Raumausstatter etc.).

Zudem gibt es die "handwerksähnlichen Berufe", für die es überhaupt keine Berufszulassungsbeschränkungen gibt (Kosmetiker, Rohr- und Kanalreiniger, Änderungsschneider u. a.). Diese handwerksähnlichen Berufe benötigen keinen Meisterbrief (kennen ihn zum Teil auch gar nicht als Abschluss einer Ausbildung).

Nachweise, Handwerkerrolle

Bei der Gewerbeanmeldung müssen entsprechende Nachweise vorgelegt werden. Diese sollten Sie vorab mit der Handwerkskammer abstimmen. In der Handwerkskammer können Sie auch die Eintragung in die Handwerkerrolle beantragen. Sie benötigen dazu:

  1. den Antrag (!) auf Eintragung in die Handwerksrolle;

  2. den Meisterbrief in beglaubigter Ablichtung oder Nachweise nach Ziffer II. B-D Handwerksordnung:

    - Nachweis (Hoch-) Schulabschluss,
    - Ausnahmebewilligung,
    - Ausübungsberechtigung des Inhabers bzw. des Betriebsleiters;

  3. eine Betriebsleiterklärung, sofern ein technischer Betriebsleiter eingestellt wurde;

  4. unter Umständen: Ein Anstellungsvertrag (in Kopie) mit dem Betriebsleiter, mit Angaben über die wöchentliche Arbeitszeit und das monatliche Entgelt;

  5. eine Bescheinigung der Krankenkasse über die Anmeldung zur gesetzlichen Sozialversicherung;

  6. unter Umständen: Handelsregisterauszug. Nur erforderlich, soweit das Einzelunternehmen (freiwillig) im Handelsregister eingetragen ist oder bei der Gründung einer juristischen Person.

8. Wie muss ich meine Tätigkeit in der Gewerbeanmeldung beschreiben?

Der Gegenstand der gewerblichen Tätigkeit ist möglichst genau zu bezeichnen. Aus Ihren Angaben sollte also hervorgehen, welche Dienstleistungen oder Waren Ihr Angebot umfasst, bspw. den "Betrieb eines Elektroinstallationsbetriebes".

Betreiben Sie Handel, sollten Sie z. B. angeben, ob es um Groß- oder Einzelhandel geht. Die Warengruppen müssen Sie zwar nicht im Detail, sehr wohl aber mit Oberbegriffen (zum Beispiel "Einzelhandel mit Textilien") angeben.

9. Was passiert sonst noch bei einer Gewerbeanmeldung?

Das Gewerbeamt informiert verschiedene Behörden über die Anmeldung, insbesondere die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder die Handwerkskammer (HWK) sowie die Krankenkasse.

Besonders wichtig ist die Meldung an das zuständige Finanzamt: Heute ist es üblich, dass man Ihnen bei der Gewerbeanmeldung bei der Gewerbemeldestelle der zuständigen Kommune direkt den Fragebogen der Finanzverwaltung aushändigt. Dies gilt, soweit Sie überhaupt noch persönlich zur Stadt-/Gemeindeverwaltung gehen und die Gewerbeanmeldung — wie häufig möglich — nicht auf dem Online-Wege vornehmen. Falls Sie also von der Stadtverwaltung den Fragebogen nicht erhalten, werden Sie ihn innerhalb weniger Tage von Ihrem zuständigen Finanzamt zugeschickt bekommen. Mit diesem umfangreichen Fragebogen „zur steuerlichen Erfassung“ teilen Sie dem Finanzamt u. a. mit, in welchem Umfang (geplanter Umsatz + Gewinn) Sie tätig werden.

Nie ohne Berater!

Füllen Sie diesen Erhebungsbogen des Finanzamtes gemeinsam mit Ihrem Existenzgründungsberater oder mit einem Steuerberater aus! Die Angaben zum künftigen Umsatz und Gewinn müssen natürlich realistisch sein, sie entscheiden aber auch über die Höhe eventueller Einkommensteuer-Vorauszahlungen — Euphorie oder Überschwang sind also nicht angebracht!

10. Was kostet das alles?

Die Bearbeitungsgebühr einer Gewerbeanmeldung ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Bei einigen ist sie kostenlos, in der Mehrheit liegt die Gebühr irgendwo zwischen 20 - 40 Euro. Gewerbeummeldungen oder Änderungen im Bestimmungszweck schlagen mit unter 20 Euro zu Buche.

Deutlich teurer sind die diversen Qualifikationen bzw. Unterweisungen und Bescheinigungen, die als Nachweise der fachlichen bzw. sachlichen Voraussetzungen und der persönlichen Zuverlässigkeit zu beschaffen sind. Je nach Tätigkeit müssen hierfür mehrere hundert Euro eingeplant werden.

Hinweise für die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten

  • Apotheke: Nach dem Gesetz über das Apothekenwesen darf nur der approbierte Apotheker mit einer besonderen Erlaubnis eine Apotheke eröffnen. Die Erlaubnis wird für ganz konkrete Geschäftsräume erteilt.

  • Arbeitnehmerüberlassung: Nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz bedarf es einer Erlaubnis des Landesarbeitsamtes, wenn ein Arbeitgeber gewerbsmäßig Dritten Leiharbeitnehmer zur Arbeitsleistung überlassen will.

  • Bauträger/Baubetreuer: Gemäß § 34 c Gewerbeordnung bedarf einer Erlaubnis, wer Bauvorhaben als Bauherr im eigenen Namen vorbereitet oder durchführt und dazu fremde Vermögenswerte verwendet (Bauträger) oder auch, wer als Baubetreuer in fremdem Namen Bauvorhaben wirtschaftlich vorbereitet oder durchführt.

  • Bewachungsgewerbe: Die gewerbsmäßige Bewachung von Leben oder Eigentum fremder Personen bedarf der Erlaubnis nach § 34 a Gewerbeordnung. Wer bestimmte Bewachungstätigkeiten ausübt, muss grundsätzlich eine anspruchsvolle Sachkundeprüfung absolvieren.

  • Einzelhandel: Die Ausübung einer Einzelhandelstätigkeit mit Hackfleisch, Arzneimitteln, Wirbeltieren, Schusswaffen und Munition ist gestattungspflichtig.

  • Finanzdienstleistungen: Wer gewerbsmäßig (oder in einem eine kaufmännische Einrichtung erfordernden Umfang) Finanzdienstleistungen sowie Finanzkommissionsgeschäfte oder Emissionsgeschäfte nach dem Kreditwesengesetz erbringen will, muss die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht haben. Sie muss vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit vorliegen. Das Betreiben der vorgenannten Geschäfte ohne Erlaubnis ist ein Straftatbestand!

  • Gaststätten/Hotels: Der Betrieb von Schankwirtschaften, Speisewirtschaften und Beherbergungsbetrieben bedarf nach dem Gaststättengesetz einer Erlaubnis, die personen-, betriebsart- und raumbezogen ist, wenn alkoholische Getränke ausgeschenkt werden. Unter den Begriff Gaststätte fallen z. B. auch Trinkhallen, Imbissstuben und Kantinen.

    Die Erlaubnis wird für den oder die Antragsteller erteilt, für die bestimmten Räume sowie für die bestimmte Betriebsart. Die Erlaubnis wird nur einer Person erteilt, die u. a. nachweist, dass sie über die Grundzüge der für den in Aussicht genommenen Betrieb notwendigen lebensmittelrechtlichen Kenntnisse unterrichtet worden ist und mit ihnen als vertraut gelten kann ("Gaststättenunterrichtung").

  • Großhandel: Die Großhandelstätigkeit ist grundsätzlich erlaubnisfrei. Ausnahmen gelten z. B. für den Handel mit Chemikalien und Sprengstoffen.

  • Güterbeförderung: Nach dem Güterkraftverkehrsgesetz bedarf die Beförderung von Gütern für Dritte mit Kraftfahrzeugen, deren zulässiges Gesamtgewicht über 3,5 t liegt, einer Erlaubnis der hierfür zuständigen Verkehrsbehörde. Für grenzüberschreitende Güterkraftverkehre mit Staaten der Europäischen Union und den zusätzlichen, nicht zur EU gehörenden Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), d. h. Norwegen, Island und Liechtenstein, wird eine so genannte Gemeinschaftslizenz (auch "EG-Lizenz" genannt) benötigt.

    Die entsprechenden Erlaubnisse im Güterkraftverkehrsgewerbe werden nur dann erteilt, wenn der Antragsteller seine fachliche Eignung durch entsprechende leitende Tätigkeit, bestimmte Abschlussprüfungen oder durch eine Fachkundeprüfung nachweist. Daneben werden seine Zuverlässigkeit und die finanzielle Leistungsfähigkeit des Betriebes überprüft.

  • Handwerk: Nach § 1 der Handwerksordnung ist die Handwerksrolleneintragung Voraussetzung für den selbständigen Betrieb eines Handwerks als stehendes Gewerbe. Für die Eintragung in die Handwerksrolle ist die Meisterprüfung oder eine Ausnahmebewilligung notwendig. Eine Eintragung in die Handwerksrolle ist nicht erforderlich, wenn es sich um einen "industriellen" Betrieb handelt. Merkmale hierfür sind z. B. ein hoher Automatisierungsgrad, Vorratsproduktion, serienmäßiges Fertigungsverfahren und überregionaler Absatz.

  • Inkasso-Unternehmen: Die gewerbsmäßige Einziehung fremder oder abgetretener Forderungen ist erlaubnispflichtig. Die Erlaubnis ist bei dem Präsidenten des örtlich zuständigen Land-/ Amtsgerichts zu beantragen. Wesentliche Voraussetzungen für ihre Erteilung sind Zuverlässigkeit und geordnete wirtschaftliche Verhältnisse sowie ein Sachkundenachweis, nämlich ausreichende theoretische Rechtskenntnisse und praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Forderungseinziehung.

  • Kreditwesen/Kapitalanlagen: Das Betreiben von Bankgeschäften ist gemäß § 1 Gesetz über das Kreditwesen erlaubnispflichtig. Zuständige Behörde ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Ebenso bedarf das Betreiben einer Kapitalanlagegesellschaft der Erlaubnis durch die Bundesanstalt.

  • Maklergewerbe: Die gewerbsmäßige Vermittlung des Abschlusses von Verträgen über Grundstücke, Wohnräume, Darlehen und Kapitalanlagen oder der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss solcher Verträge bedarf gemäß § 34 c Gewerbeordnung einer Erlaubnis. Zusätzlich ist die Makler- und Bauträgerverordnung zu beachten, die dem Gewerbetreibenden die Pflicht zu Sicherheitsleistungen und zum Abschluss von Versicherungen auferlegt.

  • Personenbeförderung: Nach dem Personenbeförderungsgesetz ist die entgeltliche oder geschäftsmäßige Beförderung von Personen mit Kraftfahrzeugen (Omnibusse, Personenkraftwagen) genehmigungspflichtig.

    Genehmigungsbehörde für den Linienverkehr sowie für den Gelegenheitsverkehr mit Omnibussen (Ausflugsfahrten, Ferienzielreisen) ist der zuständige Regierungspräsident.

    Genehmigungsbehörden für den Taxen- und Mietwagenverkehr sind die unteren Verkehrsbehörden.

    Der Unternehmer oder die zur Führung der Geschäfte bestellte Person muss die fachliche Eignung eines Taxen- und Mietwagenunternehmens nachweisen entweder:

    - durch eine Fachkundeprüfung vor der zuständigen IHK oder

    - durch eine nachweisbare, mindestens dreijährige leitende Tätigkeit in Unternehmen des Straßenpersonenverkehrs oder

    - durch eine bestandene Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf (z. B. Verkehrsfachwirt) oder eine berufliche Weiterbildung auf diesen Gebieten.

  • Reisegewerbe: Zum Vertreiben von Waren oder zum Anbieten von Dienstleistungen durch Direktvertrieb an der Haustür oder Verkaufsstände auf der Straße (Reisegewerbe) ist gemäß § 55 Gewerbeordnung der Besitz einer Reisegewerbekarte erforderlich.

    Neben der Reisegewerbekarte bedarf es einer besonderen Anzeige, wenn im Rahmen eines Wanderlagers vorübergehend Waren vertrieben werden sollen. Dies liegt vor, wenn der Verkauf außerhalb der gewerblichen Niederlassung des Gewerbetreibenden, z.B. in Räumen einer Gaststätte, in einem Kraftwagen oder auch bei so genannten Kaffeefahrten durchgeführt wird.

  • Sachverständigentätigkeit: Die Tätigkeit als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger ist gemäß § 36 Gewerbeordnung von einer entsprechenden Bestellung für ein bestimmtes Gebiet durch die zuständige Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer oder das Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Landesentwicklung abhängig. Auf die Bestellung und Vereidigung besteht kein Rechtsanspruch; sie setzt besondere Sachkunde und Vertrauenswürdigkeit voraus. (Die Tätigkeit als Sachverständiger ohne öffentliche Bestellung und Vereidigung ist erlaubnisfrei, da die Bezeichnung "Sachverständiger" nicht gesetzlich geschützt ist!)

  • Spielgeräte: Gemäß § 33 c Gewerbeordnung bedarf die Aufstellung von Spielgeräten, der Betrieb von Spielhallen sowie die gewerbsmäßige Durchführung von Spielen mit Gewinnmöglichkeiten der Erlaubnis.

  • Versteigerergewerbe: Gemäß § 34 b Gewerbeordnung ist die gewerbsmäßige Versteigerung erlaubnispflichtig. Neben § 34 b Gewerbeordnung ist die Versteigererverordnung, in der dem Versteigerer besondere Pflichten auferlegt werden, zu beachten.

  • Versicherungsberater: Wer Dritte über Versicherungen beraten will (Versicherungsberater), ohne von einem Versicherungsunternehmen wirtschaftlich oder in anderer Weise abhängig zu sein, bedarf gem. § 34 e Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

  • Versicherungsvermittler: Ein Versicherungsmakler oder -vertreter, der den Abschluss von Versicherungsverträgen vermittelt (Versicherungsvermittler), bedarf gem. § 34 d Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

    Die Regelungen seit 2007 sehen eine Erlaubnis- und Registrierungspflicht für selbständige Versicherungsvermittler und -berater vor sowie bestimmte Dokumentations- und Informationspflichten. Insbesondere ist die Zulassung an das Vorliegen einer ausreichenden Sachkunde und Vermögensschadenabsicherung für die Kunden geknüpft.

Auch wenn das Gewerbeamt bereits eine Anmeldung bestätigt hat, kann das Gewerbe noch im Nachhinein untersagt werden, wenn die persönliche Zuverlässigkeit des Gründers nicht gewährleistet ist!

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Gewerbeanmeldung ohne Kammerpflicht möglich?

Guten Tag,
seit 01. Februar 2015 bin ich in der Freistellungsphase meiner ATZ und trage mich mit dem Gedanken, einen Gewerbeschein zu beantragen. Ich fertige aus Holz Dekofiguren, nähe Taschen, Utensilos und sonstige Accessoires (Katzen, Hasen, Früchte). Diese würde ich (so mein Plan), im in Kürze eröffneten Nagelstudio meiner Freundin anbieten. Mein vermuteter Gewinn in unserer ländlichen Umgebung wird im Jahr ganz sicher erheblich unter 500 EUR liegen. Ich möchte lediglich im Monat ein paar meiner Sachen anbieten und verkaufen und habe bereits bei der HWK angerufen, ob dies beitragspflichtig sei. Die Antwort: Ja, da ich ja auch nähen würde (und die Dame zählte Berufe auf, die ich fast noch nie gehört hatte (Kürschner, Täschner usw.). Als Existenzgründer wäre ich im ersten Jahr befreit, im 2. und 3. Jahr wäre der halbe JB von 85 EUR fällig und im 4. Jahr der volle JB. Zusätzlich müsste ich 130 EUR für die Eintragung in die Handwerksrolle zahlen. Hallo? Daraufhin habe ich nach Recherche im Internet den Begriff Minderhandwerk gefunden, der, so wie ich es verstehe, nicht kammerpflichtig ist, da für das, was ich z.B. tue, keine Ausbildung erforderlich ist und man sich die Fähigkeiten innerhalb kürzester Zeit selbst beibringen kann.
Kann denn jede Kammer machen was sie will? Ich nutze lediglich meine jetzt im Übermaß vorhandene Freizeit dann und wann und soll diese horrend hohen Beiträge zahlen? Das steht doch in keinem Verhältnis zu meinen Einnahmen. Auf die Frage, was ICH persönlich denn von den Beiträgen hätte, kam die Antwort: haben Sie schon von unserer Öffentlichkeitsarbeit gehört?? Ich habe mich dann bedankt und aufgelegt.
Über eine hilfreiche Antwort würde ich mich sehr freuen, vor allem, unter welcher Bezeichnung ich dies beim Gewerbeamt eintragen lassen soll. Sobald Handel im Spiel ist, ist wohl die IHK zuständig und die haben einen Freibetrag von glaube 5200 EUR jährlich nach Gewinn, wobei bis zu dieser Grenze keine Kammergebühren anfallen.
Vielen Dank!
MfG
E.R.

Antwort: Gewerbeanmeldung ohne Kammerpflicht möglich?

Hallo E.R.,
falls Ihr Einnahmenüberschuss tatsächlich "erheblich unter 500 EUR" pro Jahr liegt, könnte Ihre Tätigkeit unter Umständen noch reine Liebhaberei sein. Jedenfalls ist fraglich, ob es sich gemäß § 15 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__15.html
... überhaupt um eine "selbständige nachhaltige Betätigung" handelt, "die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt..."

Mehr noch: Falls die Summe aller positiven Einkünfte, die Sie neben Ihrem Arbeitnehmereinkommen erzielen, nicht höher als 410 Euro pro Jahr liegt, brauchen Sie noch nicht einmal eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

Die Frage der Liebhaberei und / oder "Pflichtveranlagung" klären Sie am besten im Gespräch mit einem Steuerberater oder Sie fragen bei einem Lohnsteuerhilfeverein in Ihrer Gegend nach.

Sollte es sich bei Ihrem Vorhaben um eine gewerbliche Tätigkeit im Handwerk handeln, kommen Sie um die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer kaum herum. Anfragen bei der Handwerkskammer bringen da erfahrungsgemäß wenig. Gute Anlaufstellen für unabhängige, kammerkritische Informationen sind zum Beispiel ...
* der Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (BuH e.V.)
http://www.buhev.de/
und
* der Interessenverband freier und unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (IFHandwerk e.V.)
http://www.if-handwerk.de/

Einen aktiven und erfüllten Ruhestand wünscht
Robert Chromow

Gewerbeanmeldung ohne Kammerpflicht möglich?

Hallo Herr Chromow,
vielen Dank für Ihre Antwort und den Hinweis auf kammerkritische Verbände. Eine Mailanfrage beim bffk ergab, dass ich es mit "nichthandwerklichem Nähen mit geringen Kenntnissen versuchen soll und man gab mir den Rat, offensiv bei der IHK anzufragen, was ich auch getan habe. Nach einem sehr netten Gespräch mit dem zuständigen Mitarbeiter und der genauen Schilderung meiner Hobbys (Töpfern kommt jetzt auch noch hinzu) gab er mir den Rat, dass ich bei der Gewerbeanmeldung "Handel mit kunstgewerblichen Gegenständen" angeben soll und somit 'landet' die Gewerbeanmeldung bei der IHK und (hoffentlich) nicht bei der HWK. Da ich dort weit unter der Freigrenze bleibe, ist die Mitgliedschaft dauerhaft gebührenfrei. Sollte dennoch irgendwann die HWK bei mir anfragen, kann ich auf die Mitgliedschaft bei der IHK verweisen. Dies klappt oft, aber leider nicht immer. Vllt. sind weitere Mitstreiter mit dem gleichen Problem hier unterwegs und meine Rückmeldung hilft ihnen auch ein wenig weiter. Ich werde es versuchen und nochmals herzlichen Dank.

MfG
E.R.

Antwort: Gewerbeanmeldung ohne Kammerpflicht möglich?

Hallo E.R.,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung und Ihren interessanten Erfahrungsbericht. Ich bin sicher, er wird anderen Leserinnen und Lesern weiterhelfen!

Viel Erfolg mit Ihrem Vorhaben und herzliche Grüße
Robert Chromow

Freiberufler?

Hallo, ich habe den Bachelor der Agrarwissenschaften und werde selbstständig Grünlandberatungskurse geben und Einzelberatung durchführen. Falle ich in die Freiberuflerregelung? Und stimmt es, dass ich als Freiberufler keine Werbung machen darf? Danke!

Freiberuflichkeit

Guten Tag,

bei beratenden Tätigkeiten, die nicht explizit unter den "Katalogberufen" (§ 18 Abs 1 Nr. 1 EStG) erwähnt sind, gibt es oft große Abgrenzungsdiskussionen (etwa um die Freiberuflichkeit des "EDV-Beraters"). Grundsätzlich für die Freiberuflichkeit spricht, wenn Sie ingenieurähnliches Wissen "verkaufen", Ihr Beruf eine höhere Ausbildung erfordert (ob ein Bachelor "reicht", kann ich nicht beurteilen), Sie nicht mit Waren handeln etc.

Fazit: Ob ein Grünlandberater als Freiberufler anerkannt wird, das sollten Sie mit einem Steuerberater besprechen, oder Sie fragen beim Finanzamt nach. (Neben dem Finanzamt kann aber auch das Gewerbeamt oder die IHK ggf. die Freiberuflichkeit in Zweifel ziehen.) Wie komplex die Lage ist, zeigt diese Urteilsliste, Hinweise gibt es auch im Abschnitt Gewerbe oder freier Beruf? und hier.

Was aber auf jeden Fall nicht stimmt, ist dass Freiberufler nicht werben dürfen - sie dürfen! (Manche freien Berufe (Ärzte und Anwälte z. B.) unterliegen eigenen standesrechtlichen Einschränkungen, was die Art der erlaubten Werbung betrifft, aber selbst diese unterliegen keinem generellen Werbeverbot.)

Viel Erfolg wünscht
Ihre akademie.de-Redaktion
Simon Hengel

Gewerbe anmelden für Spielgruppen!

Hallo

Ich werde ab März in den mir von einer Hebamme zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten(zur Miete), Mutter Kind Spielgruppen
betreuen,Spielen , Basteln , Singen. Ich habe dafür keine berufliche Qualifikation , habe dies aber 15 Jahre als Angestellte bei einer Hebamme ausgeübt, was jetzt nicht mehr möglich ist.
Könnte ich jetzt zum Gewerbeamt gehen und dafür ein Kleingewerbetreibende anmelden, da voraussichtlich Einnahmen zu erwarten sind?
Vielen Dank
Marika

Antwort: Gewerbe anmelden für Spielgruppen!

Hallo Marika,
wenn Sie eine auf Dauer angelegte Tätigkeit ausüben, mit der Sie Gewinne erzielen, dann sind Sie sogar _verpflichtet_, diese Tätigkeit anzumelden.

Ob die selbstständige Betreuung von Spielgruppen jedoch als "Gewerbebetrieb" gilt oder als "selbstständige Tätigkeit" kann und darf ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Allgemeine Informationen über den Unterschied zwischen Gewerbetreibenden und Selbstständigen/Freiberuflern bietet der folgende Beitrag
http://www.akademie.de/wissen/rechtsformen-fuer-existenzgruender/gewerbe...

Meine (völlig unmaßgebliche) Vermutung lautet: Es könnte sich um eine "selbständig ausgeübte [...] erzieherische Tätigkeit" im Sinne des Paragrafen 18 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__18.html
... handeln. In dem Fall brauchten Sie keinen Gewerbeschein - eine Anmeldung der Tätigkeit beim Finanzamt unter Angabe Ihrer Steuernummer würde genügen. Letzten Aufschluss bietet erst ein Gespräch mit einem Steuerberater - oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Ach so: Den Status einer "Kleingewerbetreibenden" gibt es offiziell übrigens nicht. Und gleich noch ein Hinweis hinterher: Ganz gleich, ob Gewerbe oder freier Beruf - wichtig ist, dass Sie die Tätigkeit tatsächlich selbstständig ausüben und nicht als "Beschäftigte" im Auftrag eines weisungsbefugten Arbeitgebers - zum Beispiel der Hebamme. Dann wären Sie faktisch Arbeitnehmerin/Angestellte und keine Unternehmerin/Selbstständige.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

tortillaschips herstellen

Guten Tag,

ich bin gerade in Elternzeit und familienversichert und wollte Chips herstellen und verkaufen.

Läden die sie abnehmen können, habe ich sie auch schon.
Ich habe aber viele Fragen die mir durch den Kopf gehen.

1-bin ich nicht mehr familienversichert, wenn ich mich selbstständig mache?
Wenn ja? Wie kann ich das umgehen, da ich am Anfang mir nicht zuviel Gewinn erhoffe?

2-muss ich Gewerbe anmelden auch wenn ich nur einen Markttest machen will?

3-Was muss alles auf der Verpackung stehen?

4-Ab wieviel Gewinn muss man Steuer zahlen?

Ich bitte um Antwort und bedanke mich schon in Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Flaure

Antwort: tortillaschips herstellen

Hallo Flaure,
vielen Dank für die vertrauensvolle Anfrage. Das sind ja eine Menge Fragen auf einmal ... :-) Hier die wichtigsten Antworten:

zu 1: Informationen zum Thema Familienversicherung für Selbstständige finden Sie auf der Seite
http://www.akademie.de/wissen/krankenversicherung-gruender-familienversi...

zu 2: Für einen Markttest muss man normalerweise kein Gewerbe anmelden. Leider dürfen Sie nicht einfach einen Markttest für "Tortillaschips" durchführen. Einmal ganz abgesehen von den anspruchsvollen lebensmittelrechtlichen Vorschriften (s. u.), brauchen Sie unter Umständen sogar einen Meisterbrief in einem Handwerk (z. B. im Bäckerei-Handwerk).

zu 3: Jetzt wird's heikel: Die Anforderungen an die Produktion und den Handel mit Lebensmittel sind sehr hoch. Am besten fragen Sie bei der für Sie zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK), welche Vorschriften Sie beachten müssen. Die zuständige IHK finden Sie hier:
http://www.dihk.de/ihk-finder/ihk-finder-dihk.html

zu 4: Wie so oft: Das kommt darauf an ... Zum Beispiel auf Ihren Familienstand, steuerliche Veranlagungsart (getrennte / gemeinsame Veranlagung mit dem Ehepartner), andere eigene Einkünfte, Anzahl und Alter der Kinder, Vorsorgeaufwendungen etcpp. Ausführliche Grundlageninformationen zum Thema Gewinnermittlung und Einkommensteuererklärung finden Sie zum Beispiel auf den Seiten
http://www.akademie.de/wissen/uebersicht-unternehmenssteuern/betrieblich... und
http://www.akademie.de/wissen/steuererklaerung-lohnsteuer-jahresausgleich

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Handel mit genormten Baufertigteilen

Guten Tag,

ich beziehe in naher Zukunft günstig Fenster über einen Fensterhersteller, und möchte diese dann über door2door an den Mann bringen und verkaufen. Welches Gewerbe muss ich anmelden? Ich habe sowas damals für eine Firma als Handelsvertreter getan und möchte das nun alleine mit eigener Firma machen. Was genau muss ich anmelden? UG, GmbH & Co. KG oder doch irgendwas anderes? Wie sieht es mit der IHK aus? Muss ich irgendeinen Meister o.ä. nachweisen? Ich hoffe, dass Sie mir schnell weiterhelfen können. Liebe Grüße - Dennis

Antwort: Handel mit genormten Bauteilen

Hallo Dennis,
das sind aber viele Fragen auf einmal. :-)
1. Ja, ein eigenes (Handels-)Gewerbe müssen Sie beim Gewerbeamt / Ordnungsamt anmelden. "Handel mit Türen und anderen genormten Bauteilen" klingt schon ganz gut, finde ich.
2. Die Wahl der Rechtsform hat mit der Gewerbeanmeldung direkt nichts zu tun. Ob Sie sich für ein Einzelunternehmen oder eine der von Ihnen genannten Kapitalgesellschaften entscheiden, besprechen Sie am besten mit einem Steuer- oder Unternehmensberater. Grundlegende Informationen zu diesem Thema finden Sie im Beitrag
"Welche Rechtsform für Ihre Gründung: Ein Überblick"
http://www.akademie.de/wissen/rechtsformen
3. Um die Anmeldung bei der IHK brauchen Sie sich nicht zu kümmern - dafür sorgt das Ordnungsamt, bei dem Sie das Gewerbe anmelden.
4. Eine eventuelle Meisterpflicht wiederum hat nichts mit der IHK zu tun, sondern mit der Handwerkskammer. Für den Handel mit Türen und ähnlichen genormten Bauteilen brauchen Sie m. W. aber keinen Meisterbrief.

Ich hoffe, das war hilfreich und schnell genug!) :-)

Alles Gute und viel Erfolg
Robert Chromow

Danke!

Super! Vielen, vielen Dank! Sehr schnell und hilfreich. Danke!!! :-)

Handel mit genormten Baufertigteilen

*dazu fällt mir noch ein: darf ich meine eigene Adresse als Firmensitz mit angeben? Lg, Dennis

Grundsätzlich ja

hallo Dennis,

dürfen Sie - zumindest das Gewerbeamt wird nichts dagegen haben und das Finanzamt auch nicht. Probleme kann es theoretisch und unter Umständen mit dem Vermieter geben oder mit Nachbarn, wenn diese etwa der Betrieb eines gewerblichen Lagers in einem reinen Wohngebiet stört. Wenn Sie sich aber auf den Handel beschränken, selbst Ihre Kunden aufsuchen und zu Hause nur Büroarbeiten erledigen, gibt es keinerlei Problem, soweit ich das sehen kann.

Beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Freiberufler

Hallo,

toller Artikel.
Ich möchte als Freiberufler ein virtuelles Office in einer Grossstadt als Geschäftsadresse annehmen. Ist es dem Freiberufler auch gestattet diese Anschrift als Firmensitz beim Finanzamt anzugeben?
Es handelt sich nicht um eine Domiziladresse, sondern nur um eine Geschäftsadresse mit der Option der Postweiterleitung.

LG

Antwort: Freiberufler

Guten Tag,
meine Vermutung lautet: eher nicht. Am besten fragen Sie einfach mal beim Betreiber des Office-Dienstes. Ansonsten: Was spricht dagegen, beim Finanzamt Ihre Privatadresse als Geschäftsadresse anzugeben? Die kennt das Finanzamt doch sowieso.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Neu Gewerbeanmeldung

Guten tag ,
ich vor zwei Jahren registriert Klein Geverbe ,
ab 12.2014 habe Gewerbe-Abmeldung gemacht, das war eine fehler !
Frage: könnte ich wieder diese Gewerbe anmelden ( mit neu Name) oder must eine neue gewerbe ..
Bitte schnelle antwort !
mfg
Lyubenov

Für App Store

Sehr geehrter Herr Brüser,

vielen Dank für tollen Beitrag, welche vieler meiner Fragen schon prima beantwortet hat. Leider Antwort einer wichtigen Frage konnte ich nirgendwo finden.

Ich komme aus Indien. Für nicht Eu Bürger wie alles mit Gewerbeschein und Freiberufler läuft habe ich bereits gelesen (http://www.deutsch-werden.de/gewerbe-anmeldung-deutschland-fuer-eu-nicht...). Es gibt Gewerbepflicht für alle außer Freiberufe. Aber als App-Entwickler bin ich Freiberufler oder nicht? Reicht wenn ich Jahresende nur Finanzamt meine Gewinne erteile? Oder mache ich mich dadurch strafbar?

Vielen Herzlichen Dank!

Mani

Antwort: Für App Store

Hallo Mani,
danke für Ihr nettes Feedback!

Die Abgrenzung zwischen gewerblichen und freiberuflichen Tätigkeiten ist schwierig und oft umstritten. Selbstständige Software-Entwickler werden von den Gerichten meistens jedoch als als Gewerbetreibende eingestuft - zuletzt zum Beispiel vom Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht:
https://openjur.de/u/433596.html
Im Einzelfall kann die Einstufung jedoch anders ausfallen. Am besten sprechen Sie mit einem Steuerberater über Ihren konkreten Fall. Oder Sie besorgen sich einen Gewerbeschein und sind auf der sicheren Seite.

Übrigens: Die finanziellen Nachteile von Gewerbetreibenden gegenüber Freiberuflern werden - zumindest bei Solo-Selbstständigen und Kleinunternehmen - oft überschätzt:

* Die Kosten der Anmeldung sind mit 20 bis 40 Euro überschaubar.
* Gewerbesteuer fällt erst ab einem Gewinn von rund 25.000 Euro an und kann ganz oder überwiegend auf die Einkommensteuer angerechnet werden.
* Eine spürbare Zusatzbelastung stellen allerdings die Mitgliedsbeiträge zur Industrie- und Handelskammer (IHK) dar, die bei Kleingewerbetreibenden in den ersten zwei bis vier Jahren aber meistens noch nicht erhoben werden. (Manche Freiberufler stehen sich trotzdem besser, weil sie weder der IHK noch einer Freiberuflerkammer angehören.)

Ach so: Wenn Sie ohne Gewerbeschein selbstständig tätig sind und sich beim Finanzamt als Freiberufler angemeldet haben, machen Sie sich nicht strafbar: Selbst wenn Sie unwissentlich gegen die Meldepflichten der Gewerbeordnung verstoßen, ist das keine Straftat, sondern schlimmstenfalls eine Ordnungswidrigkeit.

Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow

Programmierer als freier Beruf

Guten Tag,

für selbstständige Programmierer ist der Freiberufler-Status kein Selbstläufer, auch wenn der Bundesfinanzhof schon vor Jahren die Möglichkeit dafür ausdrücklich bejaht hat (BFH, 04.05.2004 - XI R 9/03), zum Beispiel wenn eine IT-Tätigkeit als Ingenieur ausgeübt wird (BFH 22.9.2009, VIII R 31/07 und oder der Programmierer ingenieurähnlich tätig ist und keine "Trivialsoftware" erstellt, sondern "qualifizierte Software durch eine klassische ingenieurmäßige Vorgehensweise". Ob das auf Sie zutrifft bzw. wie Ihre Chance auf freiberufliche Einstufung steht, besprechen Sie im Detail am Besten mit einem Steuerberater oder Rechtsanwalt.

In jedem Fall aber müssen Sie - auch als Freiberufler - Ihre Selbstständigkeit gleich bei Aufnahme dem Finanzamt melden. Das schickt Ihnen einen Fragebogen zu. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Viel Erfolg wünscht
Ihre akademie.de-Redaktion

Eintrag Handwerksrolle ohne HRB-Auszug

Hallo,

wir sind eine GmbH in Gründung (Handwerksbetrieb) . Somit haben wir noch keinen HRB-Auszug. Allerdings einen beglaubigten Antrag auf denselbigen vom Notar.

Reicht das aus, um sich in die Handwerkerrolle eintragen lassen? Denn so ein Eintrag ins HRB kann schließlich mehrere Wochen dauern. Dann wäre man ja in der Zwischenzeit handlungsunfähig ...

Danke!!!

Antwort: Eintrag Handwerksrolle ohne HRB-Auszug

Guten Tag,
mir fällt auf Anhieb kein Grund ein, warum die Handwerkskammer einer GmbH i.G. mit notariell beglaubigtem HR-Registereintrag den Eintrag in die Handwerksrolle verweigern sollte. Wenn die einschlägigen HWK-Publikationen zutreffen, ist die Eintragung in die Handwerksrolle jedoch tatsächlich erst nach Vorlage des HR-Auszugs möglich. So schreibt die HWK Dresden in ihrer "Checkliste Gründung einer GmbH":
------------ Zitat ----------------
Weiterer Ablauf und Weg der Beantragung:
* Prüfung der Unterlagen durch Handwerksrolle
* Notar meldet GmbH bei Handelsregister an
* Nach Eintragung im Handelsregister Kopie der Eintragung an Handwerksrolle
* Eintragung in die Handwerksrolle

Wichtiger Hinweis: Erst jetzt kann handwerkliche Tätigkeit aufgenommen werden! Vor Beginn der wirtschaftlichen Tätigkeit ist das Gewerbe anzuzeigen. Im eigenen Interesse sollten die Unterlagen möglichst vollständig eingereicht werden.
----------Zitat-Ende --------------
http://goo.gl/3AtKk7

Endgültige Klarheit bringt bestimmt ein Anruf bei der für Ihren Betrieb zuständigen HWK.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Welchen Schein für selbstgemachte Näharbeiten?

Guten Tag,
ich handarbeite (nähen und stricken) und würde die selbstgemachten Dinge gern online oder in benachbarten Geschäften anbieten. Welchen Gewerbeschein brauche ich?
Ich gehe davon aus, dass ich erstmal nicht viel Umsatz damit machen werde, was muss oder soll ich dem Finanzamt melden?

Vielen Dank im voraus für die Hilfe :-)
Mfg
S.B.

Antwort: Welchen Schein für selbstgemachte Näharbeiten?

Guten Tag, S.B.,
es gibt keine nach Branchen unterschiedenen Gewerbescheine. Alles Weitere steht im Beitrag weiter oben. Welche Angaben Gewerbetreibende gegenüber dem Finanzamt machen müssen, können Sie im Beitrag ...
"Fragebogen zur steuerlichen Erfassung: So melden Sie Ihr Unternehmen beim Finanzamt an"
http://www.akademie.de/wissen/fragebogen-steuerliche-erfassung
... nachlesen.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank :-)

Vielen Dank :-)

Gewerbe für Mobile Consumer Produkte

Hallo,

da ich mich mit der Thematik gar nicht auskenne, schreibe ich mal hier. Habe vor einigen Wochen ein Gewerbe angemeldet, gehe noch zur Schule bin verheiratet, keine sorge bin volljährig und werde das Gewerbe Nebenbei machen, wo ich sämtliche Consumer Produkte wie Smartphones, Tablets und Notebooks etc. Repariere und evtl. defekte Ware kaufe, die repariere und weiter verkaufe. Brauche ich dazu einen Meisterbrief oder ähnliches? Falls ja, was ist wenn ich ihn nicht hab? Was muss ich beachten? Muss ich meine einnahmen und ausgaben mit einem Steuerberater machen, oder kann ich es auch daheim selber machen? Bin Dankbar für jede Antwort.

Antwort: Gewerbe für Mobile Consumer Produkte

Guten Tag,
ob die von Ihnen genannten Tätigkeiten nur von einem Meister im Bereich Elektrotechnik ausgeübt werden dürfen, kann ich nicht beurteilen. Falls Sie nicht bei der IHK oder Handwerkskammer nachfragen wollen (um keine schlafenden Hunde zu wecken :-)), können Sie sich unabhängige Anlaufstellen zum Thema "Handwerk(er) ohne Meisterbrief" wenden:
* "Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker"
http://www.buhev.de/ oder beim
* "Interessenverband der freien Handwerkerinnen und Handwerker"
http://www.if-handwerk.de/

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Geschäftsadresse/Niederlassung

Ich bin mit meiner Unternehmensberatungs-GmbH in Thüringen angemeldet und habe jetzt ein zweites Büro in Berlin angemietet zwecks größerer Kundennähe potentieller Berliner Mandanten. Rechnungslegung soll aber immer aus Thüringen erfolgen, von der Hauptstelle.
Meine Frage lautet: "muss ich in Berlin auch ein Gewerbe anmelden"?

Geschäftsadresse

Ja ist zum Teil anmeldepflichtig, da Sie ja dann im Land Berlin auch Steuern zahlen müssen-Voraussetzung dazu:wenn sie Arbeitskräfte in Berlin einstellen. die ja auch angemeldet werden müssen-
Sie melden es als 2.Firmensitz oder Filialbetrieb an, oder als eigenständige Betriebsstätte mit einem Betriebsleiter oder was einfacher ist Sie nehmen eine Briefkastenadresse und zahlen dafür eine Nutzungsgebühr -die vereinbar ist, oder Sie melden es mit Gewerbeschein an und zahlen dann Gewerbesteuer auch in Berlin-das ganze hat nur steuerliche Vorteile- m.f.G. Kepiz 13129 Berlin-Mentor i.R.&jur.Berater i.R. kepiz@outlook.com

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