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Gewerbeanmeldung - 10 Fragen, 10 Antworten

Wer Gewerbetreibender ist, welche Unterlagen benötigt werden und wie Sie sich anmelden

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Stand: 26. Juni 2012 (aktualisiert)

Beim Start in die Selbstständigkeit sind alle Gewerbetreibenden verpflichtet, ihr Gewerbe anzumelden. Häufig ist jedoch nicht klar, wer überhaupt Gewerbetreibender ist, was an Unterlagen benötigt wird und wie die Anmeldung im Einzelnen funktioniert. Wir klären auf.

(Dieser Beitrag liefert die wichtigen Fakten zur Gewerbeanmeldung im schnellen Überblick. Praxistipps und Erläuterungen zu diesem Thema, aber auch zur Anmeldung beim Finanzamt und zum Umsatzsteuerverfahren, finden Sie in unserem Beitrag "Gründung, Anmeldungen, Genehmigungen: Unternehmer werden ist nicht schwer!".)

1. Wer muss eine Gewerbeanmeldung durchführen?

Jeder Gründer ist zugleich "Gewerbetreibender". Wer dieser überschaubaren Definition nach Gewerbetreibender ist, muss sein Gewerbe in jedem Fall anmelden. Ausnahme: Sie sind Freiberufler oder in der Landwirtschaft selbstständig Tätiger.

Nach der Gewerbeordnung üben Sie ein Gewerbe aus, wenn Sie einer Tätigkeit "selbstständig und regelmäßig" nachgehen und wenn Sie das Gewerbe "entgeltlich" und "zum Erzielen von Gewinnen" betreiben. Dabei spielt die Rechtsform des Betriebes im Übrigen keine Rolle.

2. Wer hat mit einer Gewerbeanmeldung nichts zu tun?

Angehörige der 'Freien Berufe' müssen sich nicht anmelden. Dies sind insbesondere die so genannten "Katalogberufe": Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Künstler oder Schriftsteller. Auch medizinische Berufe, wie Physio- oder Ergotherapeuten, gelten als Freiberufler.

(Freiberufler müssen sich jedoch beim Finanzamt anmelden).

Nachweise

Die meisten freien Berufe erfordern den Nachweis von berufsqualifikatorischen, zum Teil sogar finanziellen und baulichen Voraussetzungen. Es kann sich also keiner selbst aussuchen, ob er eine selbständige Tätigkeit als Gewerbetreibender oder als Freiberufler ausüben möchte.

Nicht zum Gewerbeamt muss der Bereich der 'Urproduktion', also Selbstständige aus den Bereichen Fischerei, Bergbau sowie der Land- und Forstwirtschaft. Ebenfalls nicht anmeldepflichtig ist, wer eigenes Vermögen verwaltet, etwa indem er eigene Grundstücke oder Gebäude verpachtet oder vermietet.

3. Wann müssen Sie ein Gewerbe anmelden, was ist bei späteren Veränderungen?

Anmeldepflichtig sind Sie, sobald Sie eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen bzw. wenn Sie einen bereits bestehenden Betrieb übernehmen.

Ebenfalls meldepflichtig sind Sie, wenn die unternehmerische Tätigkeit verändert oder ausgeweitet wird. Das gleiche gilt für den Umzug in eine andere Kommune - auch das müssen Sie melden.

Außerdem muss das Gewerbeamt informiert werden, wenn Sie die Rechtsform Ihres Betriebes oder die Art der gewerblichen Tätigkeit ändern. Auskunftspflichtig sind Sie auch, wenn Sie den Betrieb einstellen oder wenn Sie einen neuen Gesellschafter aufnehmen.

4. Wie funktioniert eine Gewerbeanmeldung?

Ganz einfach: Sie melden Ihr Gewerbe beim Gewerbeamt der jeweiligen Kommune an. Im häufigsten Fall ist das Gewerbeamt Teil des Ordnungsamts ("Gewerbemeldestelle"). Die Anmeldung können Sie persönlich auf dem Amt vornehmen, gelegentlich auch schriftlich oder - in modernen Stadtverwaltungen - auch via Internet.

Wichtig ist, dass der Gewerbetreibende die Anmeldung selbst vornimmt. Bei einem Einzelunternehmen ist dies der Inhaber, bei einer Personengesellschaft der oder die geschäftsführenden Gesellschafter. Handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, ist der/die vertretungsberechtigte/n Geschäftsführer zuständig.

5. Welche Unterlagen benötigen Sie für die Anmeldung?

Sie benötigen nur Ihren Personalausweis oder Ihren Reisepass, um sich ausweisen zu können. Ist das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen (z. B. GmbH), müssen Sie den Handelsregisterauszug sowie den notariell beglaubigten Gesellschaftsvertrag vorlegen.

Ausländer

Ausländische Staatsbürger, die nicht aus EU-Ländern kommen, müssen eine Aufenthaltsgenehmigung der jeweiligen Ausländerbehörde vorlegen. Die Genehmigung muss die Erlaubnis beinhalten, dass ein Gewerbe betrieben werden darf.

6. Für welche Gewerbe sind besondere Erlaubnisse oder Zulassungen erforderlich?

In Deutschland herrscht Gewerbefreiheit, d. h. für die Ausübung der weitaus meisten Gewerbe ist keine besondere Erlaubnis erforderlich. In bestimmten Branchen ist aber eine spezielle Erlaubnis notwendig. Diese speziellen Regelungen für bestimmte Tätigkeitsfelder gehen dann zum Teil deutlich über die reine Gewerbeanmeldung hinaus.

Wird eines der sogenannten "überwachungsbedürftigen" Gewerbe angemeldet (z.B. Auskunftei, Detektei, Ehe-/Partnervermittlung, Alt- und Gebrauchtwarenhandel, Reisebüro), so verlangt das Gewerbeamt ein polizeiliches Führungszeugnis ("zur Vorlage bei Behörden") sowie einen Auszug des Gewerbezentralregisters.

Die meisten dieser zusätzlichen Anforderungen lassen sich in drei Kategorien beschreiben:

  • persönliche Zuverlässigkeit: Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, Auszug aus dem Gewerbezentralregister sowie Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts.

  • sachliche Voraussetzungen: z. B. Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (vor allem durch Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis), erforderlicher Zustand der Gewerberäume.

  • fachliche Voraussetzung: Als Nachweis hierfür dienen - je nach geforderter Qualifikation - die Teilnahme an einer Weiterbildung (häufig bei der IHK), eine Ausbildung oder ein Studium.

Die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten sind weiter unten aufgeführt, lassen sich aber auch in der Gewerbeordnung nachlesen.

7. Was ist mit der Gewerbeanmeldung im Handwerk?

In Deutschland ist nach wie vor der Betrieb eines Handwerks-Unternehmens besonders stark reglementiert: Ein Handwerksunternehmen darf nur führen, wer eine Meisterprüfung abgelegt hat. Bei einer GmbH genügt, wenn ein Meister als technischer Betriebsführer eingestellt ist (der Betriebsinhaber selbst muss also kein Meister sein!).

Ausnahmeregelungen bestehen zudem bei so genannten "Altgesellen". In jedem Fall ist eine Anmeldung bei der Handwerkskammer mit entsprechenden Nachweisen notwendig (Eintrag in die Handwerkerrolle).

In der so genannten "Anlage B" der Handwerksordnung werden die Berufe aufgelistet, die auch ohne Meisterbrief ausgeübt werden dürfen (Fliesenleger, Gebäudereiniger, Raumausstatter etc.).

Zudem gibt es die "handwerksähnlichen Berufe", für die es überhaupt keine Berufszulassungsbeschränkungen gibt (Kosmetiker, Rohr- und Kanalreiniger, Änderungsschneider u. a.). Diese handwerksähnlichen Berufe benötigen keinen Meisterbrief (kennen ihn zum Teil auch gar nicht als Abschluss einer Ausbildung).

Nachweise, Handwerkerrolle

Bei der Gewerbeanmeldung müssen entsprechende Nachweise vorgelegt werden. Diese sollten Sie vorab mit der Handwerkskammer abstimmen. In der Handwerkskammer können Sie auch die Eintragung in die Handwerkerrolle beantragen. Sie benötigen dazu:

  1. den Antrag (!) auf Eintragung in die Handwerksrolle;

  2. den Meisterbrief in beglaubigter Ablichtung oder Nachweise nach Ziffer II. B-D Handwerksordnung:

    - Nachweis (Hoch-) Schulabschluss,
    - Ausnahmebewilligung,
    - Ausübungsberechtigung des Inhabers bzw. des Betriebsleiters;

  3. eine Betriebsleiterklärung, sofern ein technischer Betriebsleiter eingestellt wurde;

  4. unter Umständen: Ein Anstellungsvertrag (in Kopie) mit dem Betriebsleiter, mit Angaben über die wöchentliche Arbeitszeit und das monatliche Entgelt;

  5. eine Bescheinigung der Krankenkasse über die Anmeldung zur gesetzlichen Sozialversicherung;

  6. unter Umständen: Handelsregisterauszug. Nur erforderlich, soweit das Einzelunternehmen (freiwillig) im Handelsregister eingetragen ist oder bei der Gründung einer juristischen Person.

8. Wie muss ich meine Tätigkeit in der Gewerbeanmeldung beschreiben?

Der Gegenstand der gewerblichen Tätigkeit ist möglichst genau zu bezeichnen. Aus Ihren Angaben sollte also hervorgehen, welche Dienstleistungen oder Waren Ihr Angebot umfasst, bspw. den "Betrieb eines Elektroinstallationsbetriebes".

Betreiben Sie Handel, sollten Sie z. B. angeben, ob es um Groß- oder Einzelhandel geht. Die Warengruppen müssen Sie zwar nicht im Detail, sehr wohl aber mit Oberbegriffen (zum Beispiel "Einzelhandel mit Textilien") angeben.

9. Was passiert sonst noch bei einer Gewerbeanmeldung?

Das Gewerbeamt informiert verschiedene Behörden über die Anmeldung, insbesondere die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder die Handwerkskammer (HWK) sowie die Krankenkasse.

Besonders wichtig ist die Meldung an das zuständige Finanzamt: Heute ist es üblich, dass man Ihnen bei der Gewerbeanmeldung bei der Gewerbemeldestelle der zuständigen Kommune direkt den Fragebogen der Finanzverwaltung aushändigt. Dies gilt, soweit Sie überhaupt noch persönlich zur Stadt-/Gemeindeverwaltung gehen und die Gewerbeanmeldung — wie häufig möglich — nicht auf dem Online-Wege vornehmen. Falls Sie also von der Stadtverwaltung den Fragebogen nicht erhalten, werden Sie ihn innerhalb weniger Tage von Ihrem zuständigen Finanzamt zugeschickt bekommen. Mit diesem umfangreichen Fragebogen „zur steuerlichen Erfassung“ teilen Sie dem Finanzamt u. a. mit, in welchem Umfang (geplanter Umsatz + Gewinn) Sie tätig werden.

Nie ohne Berater!

Füllen Sie diesen Erhebungsbogen des Finanzamtes gemeinsam mit Ihrem Existenzgründungsberater oder mit einem Steuerberater aus! Die Angaben zum künftigen Umsatz und Gewinn müssen natürlich realistisch sein, sie entscheiden aber auch über die Höhe eventueller Einkommensteuer-Vorauszahlungen — Euphorie oder Überschwang sind also nicht angebracht!

10. Was kostet das alles?

Die Bearbeitungsgebühr einer Gewerbeanmeldung ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Bei einigen ist sie kostenlos, in der Mehrheit liegt die Gebühr irgendwo zwischen 20 - 40 Euro. Gewerbeummeldungen oder Änderungen im Bestimmungszweck schlagen mit unter 20 Euro zu Buche.

Deutlich teurer sind die diversen Qualifikationen bzw. Unterweisungen und Bescheinigungen, die als Nachweise der fachlichen bzw. sachlichen Voraussetzungen und der persönlichen Zuverlässigkeit zu beschaffen sind. Je nach Tätigkeit müssen hierfür mehrere hundert Euro eingeplant werden.

Hinweise für die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten

  • Apotheke: Nach dem Gesetz über das Apothekenwesen darf nur der approbierte Apotheker mit einer besonderen Erlaubnis eine Apotheke eröffnen. Die Erlaubnis wird für ganz konkrete Geschäftsräume erteilt.

  • Arbeitnehmerüberlassung: Nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz bedarf es einer Erlaubnis des Landesarbeitsamtes, wenn ein Arbeitgeber gewerbsmäßig Dritten Leiharbeitnehmer zur Arbeitsleistung überlassen will.

  • Bauträger/Baubetreuer: Gemäß § 34 c Gewerbeordnung bedarf einer Erlaubnis, wer Bauvorhaben als Bauherr im eigenen Namen vorbereitet oder durchführt und dazu fremde Vermögenswerte verwendet (Bauträger) oder auch, wer als Baubetreuer in fremdem Namen Bauvorhaben wirtschaftlich vorbereitet oder durchführt.

  • Bewachungsgewerbe: Die gewerbsmäßige Bewachung von Leben oder Eigentum fremder Personen bedarf der Erlaubnis nach § 34 a Gewerbeordnung. Wer bestimmte Bewachungstätigkeiten ausübt, muss grundsätzlich eine anspruchsvolle Sachkundeprüfung absolvieren.

  • Einzelhandel: Die Ausübung einer Einzelhandelstätigkeit mit Hackfleisch, Arzneimitteln, Wirbeltieren, Schusswaffen und Munition ist gestattungspflichtig.

  • Finanzdienstleistungen: Wer gewerbsmäßig (oder in einem eine kaufmännische Einrichtung erfordernden Umfang) Finanzdienstleistungen sowie Finanzkommissionsgeschäfte oder Emissionsgeschäfte nach dem Kreditwesengesetz erbringen will, muss die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht haben. Sie muss vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit vorliegen. Das Betreiben der vorgenannten Geschäfte ohne Erlaubnis ist ein Straftatbestand!

  • Gaststätten/Hotels: Der Betrieb von Schankwirtschaften, Speisewirtschaften und Beherbergungsbetrieben bedarf nach dem Gaststättengesetz einer Erlaubnis, die personen-, betriebsart- und raumbezogen ist, wenn alkoholische Getränke ausgeschenkt werden. Unter den Begriff Gaststätte fallen z. B. auch Trinkhallen, Imbissstuben und Kantinen.

    Die Erlaubnis wird für den oder die Antragsteller erteilt, für die bestimmten Räume sowie für die bestimmte Betriebsart. Die Erlaubnis wird nur einer Person erteilt, die u. a. nachweist, dass sie über die Grundzüge der für den in Aussicht genommenen Betrieb notwendigen lebensmittelrechtlichen Kenntnisse unterrichtet worden ist und mit ihnen als vertraut gelten kann ("Gaststättenunterrichtung").

  • Großhandel: Die Großhandelstätigkeit ist grundsätzlich erlaubnisfrei. Ausnahmen gelten z. B. für den Handel mit Chemikalien und Sprengstoffen.

  • Güterbeförderung: Nach dem Güterkraftverkehrsgesetz bedarf die Beförderung von Gütern für Dritte mit Kraftfahrzeugen, deren zulässiges Gesamtgewicht über 3,5 t liegt, einer Erlaubnis der hierfür zuständigen Verkehrsbehörde. Für grenzüberschreitende Güterkraftverkehre mit Staaten der Europäischen Union und den zusätzlichen, nicht zur EU gehörenden Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), d. h. Norwegen, Island und Liechtenstein, wird eine so genannte Gemeinschaftslizenz (auch "EG-Lizenz" genannt) benötigt.

    Die entsprechenden Erlaubnisse im Güterkraftverkehrsgewerbe werden nur dann erteilt, wenn der Antragsteller seine fachliche Eignung durch entsprechende leitende Tätigkeit, bestimmte Abschlussprüfungen oder durch eine Fachkundeprüfung nachweist. Daneben werden seine Zuverlässigkeit und die finanzielle Leistungsfähigkeit des Betriebes überprüft.

  • Handwerk: Nach § 1 der Handwerksordnung ist die Handwerksrolleneintragung Voraussetzung für den selbständigen Betrieb eines Handwerks als stehendes Gewerbe. Für die Eintragung in die Handwerksrolle ist die Meisterprüfung oder eine Ausnahmebewilligung notwendig. Eine Eintragung in die Handwerksrolle ist nicht erforderlich, wenn es sich um einen "industriellen" Betrieb handelt. Merkmale hierfür sind z. B. ein hoher Automatisierungsgrad, Vorratsproduktion, serienmäßiges Fertigungsverfahren und überregionaler Absatz.

  • Inkasso-Unternehmen: Die gewerbsmäßige Einziehung fremder oder abgetretener Forderungen ist erlaubnispflichtig. Die Erlaubnis ist bei dem Präsidenten des örtlich zuständigen Land-/ Amtsgerichts zu beantragen. Wesentliche Voraussetzungen für ihre Erteilung sind Zuverlässigkeit und geordnete wirtschaftliche Verhältnisse sowie ein Sachkundenachweis, nämlich ausreichende theoretische Rechtskenntnisse und praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Forderungseinziehung.

  • Kreditwesen/Kapitalanlagen: Das Betreiben von Bankgeschäften ist gemäß § 1 Gesetz über das Kreditwesen erlaubnispflichtig. Zuständige Behörde ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Ebenso bedarf das Betreiben einer Kapitalanlagegesellschaft der Erlaubnis durch die Bundesanstalt.

  • Maklergewerbe: Die gewerbsmäßige Vermittlung des Abschlusses von Verträgen über Grundstücke, Wohnräume, Darlehen und Kapitalanlagen oder der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss solcher Verträge bedarf gemäß § 34 c Gewerbeordnung einer Erlaubnis. Zusätzlich ist die Makler- und Bauträgerverordnung zu beachten, die dem Gewerbetreibenden die Pflicht zu Sicherheitsleistungen und zum Abschluss von Versicherungen auferlegt.

  • Personenbeförderung: Nach dem Personenbeförderungsgesetz ist die entgeltliche oder geschäftsmäßige Beförderung von Personen mit Kraftfahrzeugen (Omnibusse, Personenkraftwagen) genehmigungspflichtig.

    Genehmigungsbehörde für den Linienverkehr sowie für den Gelegenheitsverkehr mit Omnibussen (Ausflugsfahrten, Ferienzielreisen) ist der zuständige Regierungspräsident.

    Genehmigungsbehörden für den Taxen- und Mietwagenverkehr sind die unteren Verkehrsbehörden.

    Der Unternehmer oder die zur Führung der Geschäfte bestellte Person muss die fachliche Eignung eines Taxen- und Mietwagenunternehmens nachweisen entweder:

    - durch eine Fachkundeprüfung vor der zuständigen IHK oder

    - durch eine nachweisbare, mindestens dreijährige leitende Tätigkeit in Unternehmen des Straßenpersonenverkehrs oder

    - durch eine bestandene Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf (z. B. Verkehrsfachwirt) oder eine berufliche Weiterbildung auf diesen Gebieten.

  • Reisegewerbe: Zum Vertreiben von Waren oder zum Anbieten von Dienstleistungen durch Direktvertrieb an der Haustür oder Verkaufsstände auf der Straße (Reisegewerbe) ist gemäß § 55 Gewerbeordnung der Besitz einer Reisegewerbekarte erforderlich.

    Neben der Reisegewerbekarte bedarf es einer besonderen Anzeige, wenn im Rahmen eines Wanderlagers vorübergehend Waren vertrieben werden sollen. Dies liegt vor, wenn der Verkauf außerhalb der gewerblichen Niederlassung des Gewerbetreibenden, z.B. in Räumen einer Gaststätte, in einem Kraftwagen oder auch bei so genannten Kaffeefahrten durchgeführt wird.

  • Sachverständigentätigkeit: Die Tätigkeit als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger ist gemäß § 36 Gewerbeordnung von einer entsprechenden Bestellung für ein bestimmtes Gebiet durch die zuständige Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer oder das Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Landesentwicklung abhängig. Auf die Bestellung und Vereidigung besteht kein Rechtsanspruch; sie setzt besondere Sachkunde und Vertrauenswürdigkeit voraus. (Die Tätigkeit als Sachverständiger ohne öffentliche Bestellung und Vereidigung ist erlaubnisfrei, da die Bezeichnung "Sachverständiger" nicht gesetzlich geschützt ist!)

  • Spielgeräte: Gemäß § 33 c Gewerbeordnung bedarf die Aufstellung von Spielgeräten, der Betrieb von Spielhallen sowie die gewerbsmäßige Durchführung von Spielen mit Gewinnmöglichkeiten der Erlaubnis.

  • Versteigerergewerbe: Gemäß § 34 b Gewerbeordnung ist die gewerbsmäßige Versteigerung erlaubnispflichtig. Neben § 34 b Gewerbeordnung ist die Versteigererverordnung, in der dem Versteigerer besondere Pflichten auferlegt werden, zu beachten.

  • Versicherungsberater: Wer Dritte über Versicherungen beraten will (Versicherungsberater), ohne von einem Versicherungsunternehmen wirtschaftlich oder in anderer Weise abhängig zu sein, bedarf gem. § 34 e Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

  • Versicherungsvermittler: Ein Versicherungsmakler oder -vertreter, der den Abschluss von Versicherungsverträgen vermittelt (Versicherungsvermittler), bedarf gem. § 34 d Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

    Die Regelungen seit 2007 sehen eine Erlaubnis- und Registrierungspflicht für selbständige Versicherungsvermittler und -berater vor sowie bestimmte Dokumentations- und Informationspflichten. Insbesondere ist die Zulassung an das Vorliegen einer ausreichenden Sachkunde und Vermögensschadenabsicherung für die Kunden geknüpft.

Auch wenn das Gewerbeamt bereits eine Anmeldung bestätigt hat, kann das Gewerbe noch im Nachhinein untersagt werden, wenn die persönliche Zuverlässigkeit des Gründers nicht gewährleistet ist!

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Gewerbeanmeldung für Onlinehandel

Sehr geehrter Herr Chronow,
meine Frage ist folgendes. Ich bin nicht EU-Staaten Bürger, aber bin beim Handelsregister als Geschäftsführer bestellt und fliege immer mit Geschäftsvisum, bei der Gewerbeanmeldung habe ich Probleme weil ich keine Aufenthaltserlaubnis habe und Sie benötigen von mir eine Erlaubnis um ein Gewerbeschein zu geben. Ich bin angemeldet seit 2012 in Berlin. Spielt das keine Rolle um ein Gewerbe anzumelden? Die Firma ist nicht neu, existiert schon 10 Jahre und vor dem ich Geschäftsführer bestellt bin, vorherige Geschäftsführer der auch kein Aufenthaltserlaubnis hat und auch keine EU-Staater ist, hat immer problemlos die Gewerbe an und ummeldet. Was sollen wir mach, die Gewerbe mach nur online Handel. Die Kunden bestellen online und erhalten direkt vom Herstellern und Versand auch erfolgt durch den Partner und nicht direkt von uns. Die Firma bezahlt nur für den Wareneinkauf. Die Firma muss gestoppt werden bis ich eine Aufenthaltserlaubnis erhalte, aber das ist sehr langes Prozess, kann bis zu 1 -2 Jahre dauern?

Vielen Dank im Voraus

Antwort: Gewerbeanmeldung für Onlinehandel

Guten Tag,
die Auskunft des Berliner Gewerbeamtes ist meines Wissens richtig:
Voraussetzung für die Gewerbeanmeldung durch Nicht-EU-Ausländer ist eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Weitere Informationen fnden Sie zum Beispiel auf dieser Seite:
https://www.rostock.ihk24.de/starthilfe/unternehmensgruendung/basisinfo_...
Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Imbiss Lager im eigenem Haus

Bin gerade dabei mich mit einem Imbisswagen selbständig zu machen.
Ich würde gern mein Lager das aus einem Edelstahl Kühlschrank und Edelstahl Regale bestehen wird in eine zehn qm großen Raum in meinen Haus einzurichten.
Meine Frage ist darf ich das überhaupt und muss ich den Raum komplett gefliest haben. Danke schon mal

Antwort: Imbiss Lager im eigenem Haus

Guten Tag,
wir können an dieser Stelle keine Auskünfte über die Besonderheiten bestimmter Branchen geben. Aber vielleicht hilft Ihnen die folgende Broschüre des "Bundesinstituts für Risikobewertung" über Hygieneregeln in der Gastronomie ja schon ein wenig weiter:
http://www.bfr.bund.de/cm/350/hygieneregeln-in-der-gemeinschaftsgastrono...

Viel Erfolg mit Ihrem Imbiss und freundliche Grüße
Robert Chromow

Mario

wenn ich habe eine Gewerbe Anmeldung darf ich arbeite nur fur eine Firma?
Und wie viele Zeit?

Antwort: Mario

Hallo Mario,
in Deutschland gilt die Gewerbefreiheit und die Freiheit der Berufswahl. Sie dürfen für mehrere Unternehmen gleichzeitig arbeiten. Wenn Sie (unter anderem auch) Arbeitnehmer sind, müssen Sie aber das Arbeitsgesetz beachten:
http://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/index.html
Es schreibt vor, dass Sie normalerweise höchstens 48 Stunden pro Woche arbeiten dürfen. Für Selbstständige gilt diese Arbeitsschutz-Vorschrift nicht. Mehr dazu im Kapitel "Meldepflichten" unseres Leitfadens "Nebenberuflich selbstständig"
http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig/meldepflicht...

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

An - Verkauf Grundstücke

Hallo, benötige ich rein für den An -und Verkauf von Grundstücken den 34c ?
Ich kaf ein Grundstück an udn verkaufe es gleich wieder weiter ohne Werkvetrag ohne sonstige Verträge was mit dem abu zu tun hätte. Es gehr rein um das Grundstück. Oder reicht einfach ein Gewerbe anzumelden ?

Gruß Tanja

"gewerbsmäßig" - und: Handel oder Makeln?

Guten Tag Tanja,

der entscheidende Begriff in dem von Ihnen angesprochenen § 34c Absatz 1 GewO dürfte "gewerbsmäßig" sein. Ob das in Ihrem Fall zutrifft oder nicht, das lässt sich aus der Ferne und im Rahmen eines Webforums wirklich nicht beurteilen. Dass keine Bautätigkeiten beauftragt, geplant oder vermittelt werden, hat meiner unmaßgeblichen Meinung nach grundsätzlich keine Auswirkungen auf die Einstufung als Makler - man kann ja auch rein mit Grundstücken makeln.

Wenn jemand als Makler, Bauträger oder Baubetreuer im Sinne des genannten Paragraphen tätig ist, reicht eine reine Gewerbeanmeldung nicht aus. Das ist ja gerade der Sinn der Regelung.

Andererseits besteht Makeln im Vermitteln von Geschäften, nicht im eigenen Handel mit Grundstücken. Der Grundstückshandel wiederum ist ein eintragungspflichtiges Gewerbe, wobei die Abgrenzung von der privaten Vermögensverwaltung im Einzelfall schwierig sein kann. Der BFH hat dafür die sogenannte Drei-Objekt-Grenze festgelegt: mehr als drei zeitnah (wieder-)verkaufte Objekte innerhalb einer Fünfjahresfrist begründen demnach die Einstufung der Geschäfte als Gewerbe mit der Folge der Gewerbeanzeigepflicht, Gewerbesteuerpflicht etc.

Details Ihres Falls besprechen Sie am besten mit Ihrem Rechtsanwalt, oder Sie fragen direkt beim zuständigen Gewerbeamt nach.

Beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion
Simon Hengel

Zusätzliche Tätigkeit zu

Wir sind eine Spedition, welche sich erst in diesem Jahr neu gegründet hat.
Derzeitig überlegen wir, zusätzlich zu unseren Transportdienstleistungen noch den Bereich der Personalvermittlung für den Speditonsbereich mit anzubieten.
Muss das in der bereits bestehenden Gewerbeanmeldung mit angezeigt werden?

Vorab vielen Dank für hilfreiche Antworten!!!

Unternehmensgegenstand

Guten Tag,

Ferndiagnosen sind immer etwas schwierig. :-) So ist zum Beispiel die Frage, wie genau der Unternehmensgegenstand im Handelsregister eingetragen ist? Wenn dort neben den Speditionsdienstleistungen auch eine Ergänzung wie "und damit verwandte Geschäfte und Vermittlungstätigkeiten" steht, ist die Situation ja schon wieder etwas anders - wobei sich dann die Frage anschließt, ob das Vermitteln von Personal für Frachtabfertigung, Fahrern, Leiharbeitnehmern etc. wirklich schon dem Speditionsgeschäft verwandt ist. Meiner persönlichen, allerdings ganz unmaßgeblichen Meinung nach eher nicht, schon weil die gewerbliche Arbeitsvermittlung oder auch Arbeitnehmerüberlassung ganz eigenen Vorschriften und Genehimgungspflichten unterliegt. (Schon deshalb ist eine juristische Beratung bei der Aufnahme solcher Aktivitäten meiner Ansicht nach sehr sinnvoll.)

Grundsätzlich gilt: Eine regelmäßig verfolgte Geschäftsaktivität muss auch als Unternehmensgegenstand im Handelsregister vermerkt bzw. daraus ableitbar sein.

Dazu kommt, dass im Falle einer Kapitalgesellschaft in der Regel auch der in der Satzung genannte Unternehmenszweck angepasst werden muss, wenn sich die Geschäftstätigkeit dauerhaft verändert oder erweitert wird. Das schon deshalb, um das Risiko im Fall von Konflikten im Binnenverhältnis oder bie Haftungsansprüchen gegen Geschäftsführung und Gesellschafter niedrig zu halten.

Sie sehen: Diese Frage sollten Sie durchaus mit einem Rechtsanwalt oder Steuerberater erörtern.

Viel Erfolg, egal auf welchem Geschäftsfeld, und beste Grüße
S. Hengel
Redaktion akademie.de

Fotografie

Ich fotografiere gerne in meiner Freizeit, stelle diese Bilder auch gerne mal auf Facebook aus. Bisher immer ohne was zu bekommen. Jetzt Krieg ich hin und wieder anfragen ob ich auch Bekannte von Freunden fotografieren würde. Die mir dann eine Kleinigkeit dafür geben. Ich sag mal wenn es gut läuft wären das 100 -150 Euro im Monat.
Hab aber auch viele Ausgaben mit Kamera, objektiven, Workshops, und so. Also erziele ich so schnell keinen Gewinn. Muss ich trotzdem gleich schon ein Gewerbe anmelden oder kann man da auch mal ein Jahr warten wie sich das alles so entwickelt

Brauch ich ein Gewerbeschein?

Hallo,
zur Zeit bastel ich Dinge aus alten Büchern und Verkaufe die über Mundpropakanda. Alles für ein von der Kirche getragenes Spendenkonto. Kommen im Monat aber keinesfalls mehr als 50 Euro rein und manchen Monat auch nichts. Aber auf Weihnachts-, Ostermärkten habe ich dann auch schon mal ein wenig mehr. Aber die Einnahmen gehen alle auf das genannte Spendenkonto. Ist das schon ein Mindergewerbe? Und was ist wenn nach vorraussichtlich 4 Jahren dieses Spendenkonto welches Zweckgebunden von der Kirche gefürt wird geschlossen wird. Falls dann noch Nachfrage besteht würde ich die Bücher gerne weiter basteln und verkaufen? Oder zählt es unter Künstler?
LG
Heiko

Hilfe von meinem Man

Hallo
Ich haben eine Gewerbeanmeldung für Haushaltsauflösung und Onlinehandel eingereicht,
jetzt meine Frage dazu ,darf mein man mir bei einer Haushaltsauflösung unentgeldlich helfen?
Wir arbeiten beide Hauptberuflich Vollzeit und machen das Nebengewerbe nur nebebei?
grüsse Ramona

Antwort: Hilfe von meinem Man

Hallo Ramona,
eine Rechtsberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:
Was Menschen in ihrer Freizeit unentgeltlich machen, ist ihre Sache. Probleme könnte es allerdings geben, wenn ein Arbeitsunfall geschieht: Wenn die private Unfallversicherung erfährt, dass
es sich um eine kommerzielle Haushaltsauflösung gehandelt hat, könnte sich weigern, Versicherungsleistungen zu erbringen. Das ist aber nur meine ganz persönliche Einschätzung.
Viele Grüße
Robert Chromow

Danke

Da ich keine Private Unfallversicherung habe hat sich das ja erledigt

Danke

Da ich keine Private Unfallversicherung habe hat sich das ja erledigt

Durchführung von Installationen/Wartung/Service ohne Meister?

Hallo zusammen,

im Zuge meiner Facharbeit bin ich auf folgende Problematik/Frage gestoßen:

Was wären für eine Firma (GmbH) für die bereits eine Gewerbeanmeldung und Eintragung bei der IHK erfolgt ist, die Folgen wenn sie Installationen, Wartungen und Service auch ohne einen technischen Betriebsführer oder Meister für dieses Handwerk durchführt?

Muss im Handelsregisterauszug unter c) "Gegenstand des Unternehmens" ,genau aufgelistet sein, dass das Unternehmen Installationen durchführen darf?

Muss wenn nun nachträglich ein Meister, oder jemand mit Meisterbrief als technischer Betriebsführer eingestellt wird, eine Änderung des Handelsregistereintrages bzw. beim Gewerbeamt erfolgen?
Wird das Unternehmen dann automatisch bei der Handwerkskammer gemeldet, da es bspw. nun einem der in Anlage A/B der HwO genannten Berufe zugeordnet werden kann?
Erfolgt dies auch, wenn es nur einen Bereich der Unternehmensleistungen betrifft?

Danke für die Hilfe.

Grüße
Sören

Also, ich sag mal:

Unter "Gegenstand des Unternehmens" soll meines Wissens die Angabe der Geschäftstätigkeitsfelder so erfolgen, dass klar wird, dass bzw. ob erlaubnispflichtige oder nicht jedermann gestattete Tätigkeiten angeboten werden. Ob Installationen und Wartungen zulässig und zulässig sind ohne einen Meister im Betrieb, hängt doch davon ab, was eigentlich installiert wird, oder nicht nicht? Der Eintrag im Handeslregister muss nachträglich nur geändert werden, wenn sich die Geschäftsfelder ändern. Übrigens wird beim Eintrag nicht vom Amtsgericht geprüft, ob man die VOraussetzungen dafür hat, das zu tun, was man da reinschreibt.

Schöne Grüße
Ludmilla

Onlinehandel über Partnerportale als Blogger anbieten?

Hallo,

vielen Dank für den umfangreichen Artikel!

Ich blogge in meiner Freizeit - über Privates, Technisches, wie auch einzelne Themenbereiche.

Nun möchte ich gerne über ein Partnerprogramm mit einem Onlinehandel beispielsweise t-Shirts und Tassen auf Provisionsbasis vertreiben.
Ich weiß nicht, wie groß die Nachfrage sein wird - da der Blog nur privat betrieben und teils auch nur semi-kontinuierlich aktualisiert wird.

Meine Fragen dazu:
Wann sollte eine Gewerbeanmeldung stattfinden? Bereits vor dem ersten Angebot oder erst nachdem abgeschätzt wurde, wie viel dabei rumkommt?

Würde man bei der Gewerbeanmeldung eine recht gängige Formulierung wie "Onlineversandhandel" dafür akzeptieren? (Mir ist klar, dass die Antwort nur ein Bauchgefühl widerspiegeln kann).

Wäre die Zeit, die man damit verbringt, dies zu pflegen etc. beispielsweise als "Lohn" berechenbar? Ergeben sich dadurch Vor- oder Nachteile für mich?

Besten Dank,
Daniel

Antwort: Onlinehandel über Partnerportale als Blogger anbieten?

Hallo Daniel,
das sind ja eine Menge Fragen auf einmal. :-) Ohne die Details des Einzelfalls zu kennen, lässt sich dazu ganz allgemein sagen:

1.
Ein gemäß § 14 Gewerbeordnung
http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/gewo/__14.html
anzeigepflichtiger Gewerbebetrieb liegt laut § 15 Einkommensteuergesetz
http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/estg/__15.html
immer dann vor, wenn die Tätigkeit mit der Absicht unternommen wird, Gewinn zu erzielen und "nachhaltig", also auf Dauer, angelegt ist. Sie setzt außerdem die "Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr", also Werbung, kaufmännisches Auftreten und so weiter, voraus.

2.
Wenn Sie via Weblog und Partnerprogramme Shirts und Tassen vertreiben, sind diese Voraussetzungen aus meiner Sicht erfüllt. Die Höhe der tatsächlichen Einkünfte spielt dabei keine Rolle. Sie benötigen sofort einen Gewerbeschein. (Andererseits wird Ihnen höchstwahrscheinlich niemand den Kopf abreißen, wenn Sie das Gewerbe ein paar Wochen später anmelden...)

3.
Wenn Sie via Internet mit Shirts und Tassen handeln, ist "Onlineversandhandel" aus meiner Sicht eine passende Bezeichnung für das Handelsgewerbe.

4.
Was die "Lohn"-Zahlung betrifft: Als Inhaber eines Einzelunternehmens zahlen Sie sich keinen Lohn und auch kein Gehalt. Sie leben vom Einnahmenüberschuss / Gewinn Ihres Betriebes.

Tipp: Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie zum Beispiel im Kapitel "Buchführung und Steuern" unseres Leitfadens:
"Nebenberuflich selbstständig: Tipps und Informationen für Ihre Gründung im Nebenerwerb"
http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig
Weitere Informationen:
"Existenzgründung: Mit welchen Unternehmenssteuern muss ich rechnen?"
https://www.akademie.de/wissen/uebersicht-unternehmenssteuern/betrieblic...
und:
"EÜR ganz praktisch: So geht Einnahme-Überschussrechnung"
http://www.akademie.de/wissen/kurs-einnahme-ueberschussrechnung

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Sicherheit service

Hallo,ich würde gerne wissen ob auch für Personen die in einem Lebensmittel Markt stehen, so genannte Shop Guards nach Paragraph 34 a Arbeiten auch so ein Kompliziertes Gewerbe anmelden muss,wie bei Detektei ausübungen etc.oder nennt sich das anders?

Antwort: Sicherheit service

Guten Tag,
da in dem von Ihnen genannten § 34a GewO
http://dejure.org/gesetze/GewO/34a.html
... ausdrücklich auch der "Schutz vor Ladendieben" genannt ist, gilt die Vorschrift aus meiner Sicht auch für die von Ihnen erwähnten "Shop Guards".

Bitte beachten Sie: Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Am besten fragen Sie Ihren Steuer- oder Unternehmensberater oder lassen sich von der Industrie- und Handelskammer vor Ort informieren:
http://www.dihk.de/ihk-finder

Viele Grüße
Robert Chromow

Kann man sich ein Gewerbe auch teilen?

Guten Abend,

herzlichen Dank für den weitaus interessanten Artikel!

Gehen wir davon aus - ich möchte eine Foodtruck Company gründen und meine Speißen (zur Auslieferung)Frühs/Mittags vorbereiten - danach benötige ich eine Gastronomieküche nicht mehr.Könnte ich einem Gastronom anbieten seine Küche frühs gegen eine bestimmte Miete zu nutzen? Um höhere (komplette) Mietkosten zu sparen.
Bei Veranstaltungen kann man oft auch Vereinshäuser mieten und die Küche nutzen - wahrscheinlich durch die Vereinsmitgliedschaft?

Würde mich sehr freuen, wenn Sie mir weiterhelfen könnten!
Herzlichen Dank!
Christine Hirschmann

Antwort: Kann man sich ein Gewerbe auch teilen?

Hallo Frau Hirschmann,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Bei dem von Ihnen beschriebenen Szenario handelt es sich aus meiner Sicht nicht um ein "geteiltes Gewerbe", sondern um die temporäre Vermietung einer Gastronomie-Küche.

2.
Rechtlich und steuerlich spricht aus meiner Sicht _grundsätzlich_ nichts dagegen (in Deutschland herrscht Vertragsfreiheit) - allerdings könnte es bei einer solchen geschäftlichen Parallel- bzw. Kombinationsnutzung schwierig sein, die Haftung für Verstöße gegen Gesundheits- und ähnliche Auflagen intern zu regeln und nach außen (z. B. gegenüber der Gewerbeaufsicht) zu dokumentieren.

Aber das ist nur meine völlig unmaßgebliche Vermutung - am besten fragen Sie bei einem Steuerberater, Rechtsanwalt oder bei der für Sie zuständigen IHK nach.

Viele Grüße
Robert Chromow

Vielen vielen Dank für Ihre Beratung!

Guten Abend Herr Chromow,

Sie haben mir schon sehr weitergeholfen - herzlichen Dank!

Viele Grüße
Christine Hirschmann

Formulierung des Geschäftszwecks

Guten Abend Herr Chromow,

ich bin am überlegen, wie ich bei meiner Gewerbeanmeldung den Geschäftszweck am Besten ausformuliere. Mir wäre es durchaus recht eine nicht zu präzise Angabe zu machen, um mich nicht selbst in dem Vertrieb meiner Produkte zu limitieren.

Zur Sache: Ich vertreibe für verschiedenste Firmen deren Produkte im indirekten Vertrieb. Ich kann mich somit nicht nur auf die Nennung einer Produktgruppe festlegen. Gibt es hierfür eine allgemeingültige Formulierung, die auch anerkannt wird ?

Punkt 2: Für eine Produktgruppe erhalte ich keine Vertriebsprovision, sondern kann den VK selbst kalkulieren. Ich betreibe für diese Gruppe sozusagen einen eigenen Einkauf und stelle auf meinen Namen auch die Rechnung aus. Wie sieht es hier bezüglich einer möglichen Formulierung aus ?

Danke für Ihre Einschätzung und an dieser Stelle ein Dankeschön für die bereits sehr hilfreichen Antworten im Forum.

Beste Grüße

Nils

Antwort: Formulierung des Geschäftszwecks

Hallo Nils,
danke für die nette Rückmeldung! Wie gesagt: Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Konkrete Formulierungshilfen können wir auch nicht geben. Daher nur ganz allgemein:

Zu Ihrer Frage heißt es weiter oben im Text:
------------ Zitat ----------------
Betreiben Sie Handel, sollten Sie z. B. angeben, ob es um Groß- oder Einzelhandel geht. Die Warengruppen müssen Sie zwar nicht im Detail, sehr wohl aber mit Oberbegriffen (zum Beispiel "Einzelhandel mit Textilien") angeben.
----------Zitat-Ende --------------

Weitergehende Unterscheidungen nach Kalkulations- und Abrechnungsverfahren sind nicht erforderlich. Grundsätzlich reichen Angaben wie "Großhandel/Einzelhandel mit ###".

Alle weiteren Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Gründungs- oder Steuerberater - oder Sie fragen bei der Industrie- und Handelskammer nach. Die nächste IHK finden Sie hier:
http://www.dihk.de/ihk-finder/ihk-finder-dihk.html

Falls Sie Mitglied in einem Berufs- oder Branchenverband sind, können Sie sich an an deren Berater wenden.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kleingewebe in der Gastronomie

Hallo, ich arbeite in einem Teilzeit Arbeitsverhältnis und habe noch einen 450 Minijob.
Jetzt würde ich gerne zusätzlich ein Kleingewerbe anmelden.
Meine fragen sind nun...
1. ist das möglich?
2. wie sieht es dann mit meinem Kassen Versicherungsschutz aus?
Müsste ich mich dann selbst versichern oder läuft das weiterhin über meine teilzeitstelle?
Lg Anna B.

Antwort: Kleingewebe in der Gastronomie

Hallo Anna,
in Deutschland herrscht Gewerbefreiheit. Deshalb: Ja, auch Arbeitnehmer und Minijobber dürfen ein Kleingewerbe betreiben. Welche Auswirkungen das auf den Sozialversicherungsschutz hat, hängt von der "Gesamtschau des Einzelfalls" ab. Was dabei zu beachten ist, können Sie unter anderem im Beitrag ...
"Selbstständigkeit als Hauptberuf oder als Nebenberuf: Die Kriterien der Krankenversicherung"
http://www.akademie.de/wissen/haupt-oder-nebenberuf
... nachlesen. Außerdem gibt es bei akademie.de einen umfangreichen Leitfaden zur nebenberuflichen Selbstständigkeit:
http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig
Dort wird das Thema aus ganz verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

Viele Grüße und alles Gute
Robert Chromow

Eigenes Warmwachs, Salben und Deo verkaufen

Hallo, ich stelle Pflegeprodukte selbst her und möchte diese gerne verkaufen.
Soweit ich weiß, darf ich mit einer Gewerbeanmeldung EIN Produkt verkaufen. Der Kunde muss dazu Zugriff auf das Rezept haben und es vorher explizit ausgewählt haben sodass ich es frisch und ausschließlich für ihn produziere, richtig? Soweit mein Verständniss bis jetzt...
Möchte ich jedoch mehrere Produkte anieten und frisch hergestellt verkaufen, brauche ich was genau? Und lohnt sich das kostentechnisch überhaupt für einen Hobbyverkäufer? Gesamtjahresumsatz wäre vermutlich ca. 300-500€ und dass ich meine eigenen Rezepte öffentlich zugänglich machen müsste, finde ich auch nicht so toll, das kann ja dann theor. jeder nachmachen...
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.
Herzliche Grüße S.Malacarne

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