Gewerbeanmeldung - 10 Fragen, 10 Antworten

Wer Gewerbetreibender ist, welche Unterlagen benötigt werden und wie Sie sich anmelden

Von: Hans-Joachim Brüser
Stand: 25. Juni 2012 (aktualisiert)
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Beim Start in die Selbstständigkeit sind alle Gewerbetreibenden verpflichtet, ihr Gewerbe anzumelden. Häufig ist jedoch nicht klar, wer überhaupt Gewerbetreibender ist, was an Unterlagen benötigt wird und wie die Anmeldung im Einzelnen funktioniert. Wir klären auf.

(Dieser Beitrag liefert die wichtigen Fakten zur Gewerbeanmeldung im schnellen Überblick. Praxistipps und Erläuterungen zu diesem Thema, aber auch zur Anmeldung beim Finanzamt und zum Umsatzsteuerverfahren, finden Sie in unserem Beitrag "Gründung, Anmeldungen, Genehmigungen: Unternehmer werden ist nicht schwer!".)

1. Wer muss eine Gewerbeanmeldung durchführen?

Jeder Gründer ist zugleich "Gewerbetreibender". Wer dieser überschaubaren Definition nach Gewerbetreibender ist, muss sein Gewerbe in jedem Fall anmelden. Ausnahme: Sie sind Freiberufler oder in der Landwirtschaft selbstständig Tätiger.

Nach der Gewerbeordnung üben Sie ein Gewerbe aus, wenn Sie einer Tätigkeit "selbstständig und regelmäßig" nachgehen und wenn Sie das Gewerbe "entgeltlich" und "zum Erzielen von Gewinnen" betreiben. Dabei spielt die Rechtsform des Betriebes im Übrigen keine Rolle.

2. Wer hat mit einer Gewerbeanmeldung nichts zu tun?

Angehörige der 'Freien Berufe' müssen sich nicht anmelden. Dies sind insbesondere die so genannten "Katalogberufe": Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Künstler oder Schriftsteller. Auch medizinische Berufe, wie Physio- oder Ergotherapeuten, gelten als Freiberufler.

(Freiberufler müssen sich jedoch beim Finanzamt anmelden).

Nachweise

Die meisten freien Berufe erfordern den Nachweis von berufsqualifikatorischen, zum Teil sogar finanziellen und baulichen Voraussetzungen. Es kann sich also keiner selbst aussuchen, ob er eine selbständige Tätigkeit als Gewerbetreibender oder als Freiberufler ausüben möchte.

Nicht zum Gewerbeamt muss der Bereich der 'Urproduktion', also Selbstständige aus den Bereichen Fischerei, Bergbau sowie der Land- und Forstwirtschaft. Ebenfalls nicht anmeldepflichtig ist, wer eigenes Vermögen verwaltet, etwa indem er eigene Grundstücke oder Gebäude verpachtet oder vermietet.

3. Wann müssen Sie ein Gewerbe anmelden, was ist bei späteren Veränderungen?

Anmeldepflichtig sind Sie, sobald Sie eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen bzw. wenn Sie einen bereits bestehenden Betrieb übernehmen.

Ebenfalls meldepflichtig sind Sie, wenn die unternehmerische Tätigkeit verändert oder ausgeweitet wird. Das gleiche gilt für den Umzug in eine andere Kommune - auch das müssen Sie melden.

Außerdem muss das Gewerbeamt informiert werden, wenn Sie die Rechtsform Ihres Betriebes oder die Art der gewerblichen Tätigkeit ändern. Auskunftspflichtig sind Sie auch, wenn Sie den Betrieb einstellen oder wenn Sie einen neuen Gesellschafter aufnehmen.

4. Wie funktioniert eine Gewerbeanmeldung?

Ganz einfach: Sie melden Ihr Gewerbe beim Gewerbeamt der jeweiligen Kommune an. Im häufigsten Fall ist das Gewerbeamt Teil des Ordnungsamts ("Gewerbemeldestelle"). Die Anmeldung können Sie persönlich auf dem Amt vornehmen, gelegentlich auch schriftlich oder - in modernen Stadtverwaltungen - auch via Internet.

Wichtig ist, dass der Gewerbetreibende die Anmeldung selbst vornimmt. Bei einem Einzelunternehmen ist dies der Inhaber, bei einer Personengesellschaft der oder die geschäftsführenden Gesellschafter. Handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, ist der/die vertretungsberechtigte/n Geschäftsführer zuständig.

5. Welche Unterlagen benötigen Sie für die Anmeldung?

Sie benötigen nur Ihren Personalausweis oder Ihren Reisepass, um sich ausweisen zu können. Ist das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen (z. B. GmbH), müssen Sie den Handelsregisterauszug sowie den notariell beglaubigten Gesellschaftsvertrag vorlegen.

Ausländer

Ausländische Staatsbürger, die nicht aus EU-Ländern kommen, müssen eine Aufenthaltsgenehmigung der jeweiligen Ausländerbehörde vorlegen. Die Genehmigung muss die Erlaubnis beinhalten, dass ein Gewerbe betrieben werden darf.

6. Für welche Gewerbe sind besondere Erlaubnisse oder Zulassungen erforderlich?

In Deutschland herrscht Gewerbefreiheit, d. h. für die Ausübung der weitaus meisten Gewerbe ist keine besondere Erlaubnis erforderlich. In bestimmten Branchen ist aber eine spezielle Erlaubnis notwendig. Diese speziellen Regelungen für bestimmte Tätigkeitsfelder gehen dann zum Teil deutlich über die reine Gewerbeanmeldung hinaus.

Wird eines der sogenannten "überwachungsbedürftigen" Gewerbe angemeldet (z.B. Auskunftei, Detektei, Ehe-/Partnervermittlung, Alt- und Gebrauchtwarenhandel, Reisebüro), so verlangt das Gewerbeamt ein polizeiliches Führungszeugnis ("zur Vorlage bei Behörden") sowie einen Auszug des Gewerbezentralregisters.

Die meisten dieser zusätzlichen Anforderungen lassen sich in drei Kategorien beschreiben:

  • persönliche Zuverlässigkeit: Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, Auszug aus dem Gewerbezentralregister sowie Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts.

  • sachliche Voraussetzungen: z. B. Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (vor allem durch Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis), erforderlicher Zustand der Gewerberäume.

  • fachliche Voraussetzung: Als Nachweis hierfür dienen - je nach geforderter Qualifikation - die Teilnahme an einer Weiterbildung (häufig bei der IHK), eine Ausbildung oder ein Studium.

Die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten sind weiter unten aufgeführt, lassen sich aber auch in der Gewerbeordnung nachlesen.

7. Was ist mit der Gewerbeanmeldung im Handwerk?

In Deutschland ist nach wie vor der Betrieb eines Handwerks-Unternehmens besonders stark reglementiert: Ein Handwerksunternehmen darf nur führen, wer eine Meisterprüfung abgelegt hat. Bei einer GmbH genügt, wenn ein Meister als technischer Betriebsführer eingestellt ist (der Betriebsinhaber selbst muss also kein Meister sein!).

Ausnahmeregelungen bestehen zudem bei so genannten "Altgesellen". In jedem Fall ist eine Anmeldung bei der Handwerkskammer mit entsprechenden Nachweisen notwendig (Eintrag in die Handwerkerrolle).

In der so genannten "Anlage B" der Handwerksordnung werden die Berufe aufgelistet, die auch ohne Meisterbrief ausgeübt werden dürfen (Fliesenleger, Gebäudereiniger, Raumausstatter etc.).

Zudem gibt es die "handwerksähnlichen Berufe", für die es überhaupt keine Berufszulassungsbeschränkungen gibt (Kosmetiker, Rohr- und Kanalreiniger, Änderungsschneider u. a.). Diese handwerksähnlichen Berufe benötigen keinen Meisterbrief (kennen ihn zum Teil auch gar nicht als Abschluss einer Ausbildung).

Nachweise, Handwerkerrolle

Bei der Gewerbeanmeldung müssen entsprechende Nachweise vorgelegt werden. Diese sollten Sie vorab mit der Handwerkskammer abstimmen. In der Handwerkskammer können Sie auch die Eintragung in die Handwerkerrolle beantragen. Sie benötigen dazu:

  1. den Antrag (!) auf Eintragung in die Handwerksrolle;

  2. den Meisterbrief in beglaubigter Ablichtung oder Nachweise nach Ziffer II. B-D Handwerksordnung:

    - Nachweis (Hoch-) Schulabschluss,
    - Ausnahmebewilligung,
    - Ausübungsberechtigung des Inhabers bzw. des Betriebsleiters;

  3. eine Betriebsleiterklärung, sofern ein technischer Betriebsleiter eingestellt wurde;

  4. unter Umständen: Ein Anstellungsvertrag (in Kopie) mit dem Betriebsleiter, mit Angaben über die wöchentliche Arbeitszeit und das monatliche Entgelt;

  5. eine Bescheinigung der Krankenkasse über die Anmeldung zur gesetzlichen Sozialversicherung;

  6. unter Umständen: Handelsregisterauszug. Nur erforderlich, soweit das Einzelunternehmen (freiwillig) im Handelsregister eingetragen ist oder bei der Gründung einer juristischen Person.

8. Wie muss ich meine Tätigkeit in der Gewerbeanmeldung beschreiben?

Der Gegenstand der gewerblichen Tätigkeit ist möglichst genau zu bezeichnen. Aus Ihren Angaben sollte also hervorgehen, welche Dienstleistungen oder Waren Ihr Angebot umfasst, bspw. den "Betrieb eines Elektroinstallationsbetriebes".

Betreiben Sie Handel, sollten Sie z. B. angeben, ob es um Groß- oder Einzelhandel geht. Die Warengruppen müssen Sie zwar nicht im Detail, sehr wohl aber mit Oberbegriffen (zum Beispiel "Einzelhandel mit Textilien") angeben.

9. Was passiert sonst noch bei einer Gewerbeanmeldung?

Das Gewerbeamt informiert verschiedene Behörden über die Anmeldung, insbesondere die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder die Handwerkskammer (HWK) sowie die Krankenkasse.

Besonders wichtig ist die Meldung an das zuständige Finanzamt: Heute ist es üblich, dass man Ihnen bei der Gewerbeanmeldung bei der Gewerbemeldestelle der zuständigen Kommune direkt den Fragebogen der Finanzverwaltung aushändigt. Dies gilt, soweit Sie überhaupt noch persönlich zur Stadt-/Gemeindeverwaltung gehen und die Gewerbeanmeldung — wie häufig möglich — nicht auf dem Online-Wege vornehmen. Falls Sie also von der Stadtverwaltung den Fragebogen nicht erhalten, werden Sie ihn innerhalb weniger Tage von Ihrem zuständigen Finanzamt zugeschickt bekommen. Mit diesem umfangreichen Fragebogen „zur steuerlichen Erfassung“ teilen Sie dem Finanzamt u. a. mit, in welchem Umfang (geplanter Umsatz + Gewinn) Sie tätig werden.

Nie ohne Berater!

Füllen Sie diesen Erhebungsbogen des Finanzamtes gemeinsam mit Ihrem Existenzgründungsberater oder mit einem Steuerberater aus! Die Angaben zum künftigen Umsatz und Gewinn müssen natürlich realistisch sein, sie entscheiden aber auch über die Höhe eventueller Einkommensteuer-Vorauszahlungen — Euphorie oder Überschwang sind also nicht angebracht!

10. Was kostet das alles?

Die Bearbeitungsgebühr einer Gewerbeanmeldung ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Bei einigen ist sie kostenlos, in der Mehrheit liegt die Gebühr irgendwo zwischen 20 - 40 Euro. Gewerbeummeldungen oder Änderungen im Bestimmungszweck schlagen mit unter 20 Euro zu Buche.

Deutlich teurer sind die diversen Qualifikationen bzw. Unterweisungen und Bescheinigungen, die als Nachweise der fachlichen bzw. sachlichen Voraussetzungen und der persönlichen Zuverlässigkeit zu beschaffen sind. Je nach Tätigkeit müssen hierfür mehrere hundert Euro eingeplant werden.

Hinweise für die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten

  • Apotheke: Nach dem Gesetz über das Apothekenwesen darf nur der approbierte Apotheker mit einer besonderen Erlaubnis eine Apotheke eröffnen. Die Erlaubnis wird für ganz konkrete Geschäftsräume erteilt.

  • Arbeitnehmerüberlassung: Nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz bedarf es einer Erlaubnis des Landesarbeitsamtes, wenn ein Arbeitgeber gewerbsmäßig Dritten Leiharbeitnehmer zur Arbeitsleistung überlassen will.

  • Bauträger/Baubetreuer: Gemäß § 34 c Gewerbeordnung bedarf einer Erlaubnis, wer Bauvorhaben als Bauherr im eigenen Namen vorbereitet oder durchführt und dazu fremde Vermögenswerte verwendet (Bauträger) oder auch, wer als Baubetreuer in fremdem Namen Bauvorhaben wirtschaftlich vorbereitet oder durchführt.

  • Bewachungsgewerbe: Die gewerbsmäßige Bewachung von Leben oder Eigentum fremder Personen bedarf der Erlaubnis nach § 34 a Gewerbeordnung. Wer bestimmte Bewachungstätigkeiten ausübt, muss grundsätzlich eine anspruchsvolle Sachkundeprüfung absolvieren.

  • Einzelhandel: Die Ausübung einer Einzelhandelstätigkeit mit Hackfleisch, Arzneimitteln, Wirbeltieren, Schusswaffen und Munition ist gestattungspflichtig.

  • Finanzdienstleistungen: Wer gewerbsmäßig (oder in einem eine kaufmännische Einrichtung erfordernden Umfang) Finanzdienstleistungen sowie Finanzkommissionsgeschäfte oder Emissionsgeschäfte nach dem Kreditwesengesetz erbringen will, muss die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht haben. Sie muss vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit vorliegen. Das Betreiben der vorgenannten Geschäfte ohne Erlaubnis ist ein Straftatbestand!

  • Gaststätten/Hotels: Der Betrieb von Schankwirtschaften, Speisewirtschaften und Beherbergungsbetrieben bedarf nach dem Gaststättengesetz einer Erlaubnis, die personen-, betriebsart- und raumbezogen ist, wenn alkoholische Getränke ausgeschenkt werden. Unter den Begriff Gaststätte fallen z. B. auch Trinkhallen, Imbissstuben und Kantinen.

    Die Erlaubnis wird für den oder die Antragsteller erteilt, für die bestimmten Räume sowie für die bestimmte Betriebsart. Die Erlaubnis wird nur einer Person erteilt, die u. a. nachweist, dass sie über die Grundzüge der für den in Aussicht genommenen Betrieb notwendigen lebensmittelrechtlichen Kenntnisse unterrichtet worden ist und mit ihnen als vertraut gelten kann ("Gaststättenunterrichtung").

  • Großhandel: Die Großhandelstätigkeit ist grundsätzlich erlaubnisfrei. Ausnahmen gelten z. B. für den Handel mit Chemikalien und Sprengstoffen.

  • Güterbeförderung: Nach dem Güterkraftverkehrsgesetz bedarf die Beförderung von Gütern für Dritte mit Kraftfahrzeugen, deren zulässiges Gesamtgewicht über 3,5 t liegt, einer Erlaubnis der hierfür zuständigen Verkehrsbehörde. Für grenzüberschreitende Güterkraftverkehre mit Staaten der Europäischen Union und den zusätzlichen, nicht zur EU gehörenden Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), d. h. Norwegen, Island und Liechtenstein, wird eine so genannte Gemeinschaftslizenz (auch "EG-Lizenz" genannt) benötigt.

    Die entsprechenden Erlaubnisse im Güterkraftverkehrsgewerbe werden nur dann erteilt, wenn der Antragsteller seine fachliche Eignung durch entsprechende leitende Tätigkeit, bestimmte Abschlussprüfungen oder durch eine Fachkundeprüfung nachweist. Daneben werden seine Zuverlässigkeit und die finanzielle Leistungsfähigkeit des Betriebes überprüft.

  • Handwerk: Nach § 1 der Handwerksordnung ist die Handwerksrolleneintragung Voraussetzung für den selbständigen Betrieb eines Handwerks als stehendes Gewerbe. Für die Eintragung in die Handwerksrolle ist die Meisterprüfung oder eine Ausnahmebewilligung notwendig. Eine Eintragung in die Handwerksrolle ist nicht erforderlich, wenn es sich um einen "industriellen" Betrieb handelt. Merkmale hierfür sind z. B. ein hoher Automatisierungsgrad, Vorratsproduktion, serienmäßiges Fertigungsverfahren und überregionaler Absatz.

  • Inkasso-Unternehmen: Die gewerbsmäßige Einziehung fremder oder abgetretener Forderungen ist erlaubnispflichtig. Die Erlaubnis ist bei dem Präsidenten des örtlich zuständigen Land-/ Amtsgerichts zu beantragen. Wesentliche Voraussetzungen für ihre Erteilung sind Zuverlässigkeit und geordnete wirtschaftliche Verhältnisse sowie ein Sachkundenachweis, nämlich ausreichende theoretische Rechtskenntnisse und praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Forderungseinziehung.

  • Kreditwesen/Kapitalanlagen: Das Betreiben von Bankgeschäften ist gemäß § 1 Gesetz über das Kreditwesen erlaubnispflichtig. Zuständige Behörde ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Ebenso bedarf das Betreiben einer Kapitalanlagegesellschaft der Erlaubnis durch die Bundesanstalt.

  • Maklergewerbe: Die gewerbsmäßige Vermittlung des Abschlusses von Verträgen über Grundstücke, Wohnräume, Darlehen und Kapitalanlagen oder der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss solcher Verträge bedarf gemäß § 34 c Gewerbeordnung einer Erlaubnis. Zusätzlich ist die Makler- und Bauträgerverordnung zu beachten, die dem Gewerbetreibenden die Pflicht zu Sicherheitsleistungen und zum Abschluss von Versicherungen auferlegt.

  • Personenbeförderung: Nach dem Personenbeförderungsgesetz ist die entgeltliche oder geschäftsmäßige Beförderung von Personen mit Kraftfahrzeugen (Omnibusse, Personenkraftwagen) genehmigungspflichtig.

    Genehmigungsbehörde für den Linienverkehr sowie für den Gelegenheitsverkehr mit Omnibussen (Ausflugsfahrten, Ferienzielreisen) ist der zuständige Regierungspräsident.

    Genehmigungsbehörden für den Taxen- und Mietwagenverkehr sind die unteren Verkehrsbehörden.

    Der Unternehmer oder die zur Führung der Geschäfte bestellte Person muss die fachliche Eignung eines Taxen- und Mietwagenunternehmens nachweisen entweder:

    - durch eine Fachkundeprüfung vor der zuständigen IHK oder

    - durch eine nachweisbare, mindestens dreijährige leitende Tätigkeit in Unternehmen des Straßenpersonenverkehrs oder

    - durch eine bestandene Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf (z. B. Verkehrsfachwirt) oder eine berufliche Weiterbildung auf diesen Gebieten.

  • Reisegewerbe: Zum Vertreiben von Waren oder zum Anbieten von Dienstleistungen durch Direktvertrieb an der Haustür oder Verkaufsstände auf der Straße (Reisegewerbe) ist gemäß § 55 Gewerbeordnung der Besitz einer Reisegewerbekarte erforderlich.

    Neben der Reisegewerbekarte bedarf es einer besonderen Anzeige, wenn im Rahmen eines Wanderlagers vorübergehend Waren vertrieben werden sollen. Dies liegt vor, wenn der Verkauf außerhalb der gewerblichen Niederlassung des Gewerbetreibenden, z.B. in Räumen einer Gaststätte, in einem Kraftwagen oder auch bei so genannten Kaffeefahrten durchgeführt wird.

  • Sachverständigentätigkeit: Die Tätigkeit als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger ist gemäß § 36 Gewerbeordnung von einer entsprechenden Bestellung für ein bestimmtes Gebiet durch die zuständige Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer oder das Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Landesentwicklung abhängig. Auf die Bestellung und Vereidigung besteht kein Rechtsanspruch; sie setzt besondere Sachkunde und Vertrauenswürdigkeit voraus. (Die Tätigkeit als Sachverständiger ohne öffentliche Bestellung und Vereidigung ist erlaubnisfrei, da die Bezeichnung "Sachverständiger" nicht gesetzlich geschützt ist!)

  • Spielgeräte: Gemäß § 33 c Gewerbeordnung bedarf die Aufstellung von Spielgeräten, der Betrieb von Spielhallen sowie die gewerbsmäßige Durchführung von Spielen mit Gewinnmöglichkeiten der Erlaubnis.

  • Versteigerergewerbe: Gemäß § 34 b Gewerbeordnung ist die gewerbsmäßige Versteigerung erlaubnispflichtig. Neben § 34 b Gewerbeordnung ist die Versteigererverordnung, in der dem Versteigerer besondere Pflichten auferlegt werden, zu beachten.

  • Versicherungsberater: Wer Dritte über Versicherungen beraten will (Versicherungsberater), ohne von einem Versicherungsunternehmen wirtschaftlich oder in anderer Weise abhängig zu sein, bedarf gem. § 34 e Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

  • Versicherungsvermittler: Ein Versicherungsmakler oder -vertreter, der den Abschluss von Versicherungsverträgen vermittelt (Versicherungsvermittler), bedarf gem. § 34 d Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

    Die Regelungen seit 2007 sehen eine Erlaubnis- und Registrierungspflicht für selbständige Versicherungsvermittler und -berater vor sowie bestimmte Dokumentations- und Informationspflichten. Insbesondere ist die Zulassung an das Vorliegen einer ausreichenden Sachkunde und Vermögensschadenabsicherung für die Kunden geknüpft.

Auch wenn das Gewerbeamt bereits eine Anmeldung bestätigt hat, kann das Gewerbe noch im Nachhinein untersagt werden, wenn die persönliche Zuverlässigkeit des Gründers nicht gewährleistet ist!

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Kleinunternehmer

Mich würde interessieren, wenn man bei der Gewerbeanmeldung
"Handel mit gebrauchter Haushaltselektronik" angibt und somit nur im Bereich Handel tätig wird, ob es trotzdem möglich ist ein solches Gerät vor dem Verkauf selbst zu reparieren wenn es defekt ist.

Hintergrund: Vorher stand zusätzlich noch in der Gewerbeanmeldung "Reparatur" worauf hin der Sachbearbeiter zusätzlich bei Art des angemeldeten Betriebes "Handwerk" mit ankreuzte.
Daraufhin kam dann Post von der Handwerkskammer. Nach einem Anruf
wurde klar, dass ohne Meisterbrief keine Reparatur oder Instandsetzung erfolgen darf. Meisterbrief ist natürlich nicht vorhanden. Daraufhin wurde die Gewerbeanmeldung geändert.

Da frage ich mich ob alle, egal ob privat oder gewerblich handelnde Menschen, welche z.B. auf Ebay ein selbst repariertes Elektrogerät anbieten und in der Artikelbeschreibung angeben "Vom Verkäufer generalüberholt" im Besitz eines Meisterbriefes sind.

Ständen ja dann alle mit einem Bein im Gefängnis.

Antwort: Kleinunternehmer

Guten Abend,
ob es sich um einen Kleinunternehmer handelt oder nicht, spielt bei Ihrer Frage grundsätzlich keine Rolle. Auch die Formulierung der Tätigkeitsbeschreibung in der Gewerbeanmeldung ist nicht ausschlaggebend. Entscheidend für die Frage, ob man für die Ausübung eines Gewerbes einen Meisterbrief braucht oder oder nicht, ist allein die tatsächliche Praxis.

Ob die von Ihnen genannten Tätigkeiten nur von einem Meister im Bereich Elektrotechnik ausgeübt werden dürfen, wage ich nicht zu beurteilen. Wer einen eigenhändig reparierten Toaster via Ebay verkauft, muss meines Wissens aber nicht gleich mit einer Gefängnisstrafe rechnen. :-)

Ihre Sorgen kann ich aber nachvollziehen: Unabhängige Informationen zu diesem und ähnlichen Themen bekommen Handwerker ohne Meisterbrief übrigens beim
* "Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker"
http://www.buhev.de/ oder beim
* "Interessenverband der freien Handwerkerinnen und Handwerker"
http://www.if-handwerk.de/

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kleingewerbe

Hallo,

ich würde gern ein keleingewerbe anmelden und und eine Pizzeria arbeiten zu wollen auf selbständiger weise.
würd ein gehalt von 1000€ bekommen.
Meine Frage jetz. Reicht ein Kleingewerbe?
Muss ich Umsatzsteuer bahlen?
Oder wird nur Ende des Jahres ein Steuerausgleich gemacht?
Muss ich bei 1000€ monatlich viel Steuer Ende des Jahres bezahlen?

Grüße Ricci

Antwort: Kleingewerbe

Hallo Ricci,
wenn Sie in einer Pizzeria arbeiten und dafür ein Gehalt von 1.000 Euro bekommen, sind Sie nicht selbstständig, sondern "beschäftigt". Sie gelten dann als Arbeitnehmer (= Angestellter) des Pizzeria-Betreibers. Eine solche Beschäftigung ist kein Gewerbe, auch kein Kleingewerbe. Das wäre nur dann der Fall, wenn Sie eine _eigene_ Pizzeria eröffnen.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

wie am besten anstellen

Hallo,

ich bin zur Zeit nicht berufstätig.
Demnächst möchte ich nebenbei etwas dazu verdienen.
Ich fotografiere für einen Tierpark.
Hier soll ich demnächst die Interseite pflegen.
Für 150 Euro im Monat auf Honorarbasis.

Ich könnte auch hin und wieder für die Presse meine Bilder zur Verfügung für kleines Geld.

Was müsste ich dabei beachten? Viel verdiene ich daran nicht aber die Frage wäre, wie kann ich das mit den Bildern lösen? Ich habe kein Geld, um die Berufsgenossenschaft zu bezahlen. Ich weiß auch nicht, was ich da auf den Gewerbeschein angeben soll?

Was die Webseitengestaltung angeht, würde ich dies als Webdesigner machen, wäre das richtig?

Nebenberufliche Selbstständigkeit

hallo,

vorweg zwei Hinweise:
* eine rechtliche oder steuerliche Einzelfallberatung können und dürfen wir nicht leisten.
* jede Menge Hinweise zum Thema "nebenberufliche Selbstständigkeit" finden Sie im Leitfaden gleichen Titels auf unserer Website.

Ansonsten gilt: Fotografen gelten, wenn Sie sich als Freelancer selbstständig machen, normalerweise als Freiberufler. Und wenn die Pflege der Internetseite vor allem das Erstellen und Einstellen neuer Inhalte meint, dann wäre das als Online-Redaktion, Bild-Redaktion etc. auch eine eher freiberufliche Tätigkeit. Wer als Freiberufler gründet, muss jedoch kein Gewerbe anmelden, es genügt, sich beim Finanzamt "anzumelden".

Freiberufliche Fotografen gehören zwar zu den Selbstständigen, für die die Versicherung in der Berufsgenossenschaft (in dem Fall die BG ETEM)verpflichtend ist. Für Teilzeitler sieht die Satzung der BG ETEM (§ 46, Abs. 2) jedoch eine Ausnahmeregelung vor: "Nach Absatz 1 versicherte Unternehmer und Unternehmerinnen, die selbst nicht mehr als 100 Arbeitstage (8 Stunden = 1 Arbeitstag) jährlich im Unternehmen arbeiten, werden auf schriftlichen Antrag von der Versicherungspflicht befreit.".

Beste Grüße, viel Erfolg

Ihre akademie.de-Redaktion
Simon Hengel

Gewerbe in D., Verkauf in Österreich

Guten Abend,
ich habe ein Gewerbe in D. angemeldet (Verkauf von Perlen) und möchte nun diese auch in Österreich an Privatpersonen verkaufen. Was muss ich beachten?
MfG G. Strobel

Antwort: Gewerbe in D., Verkauf in Österreich

Hallo Herr / Frau Strobel,
das ist ein weites Feld: Am besten Fragen Sie bei der IHK vor Ort nach. In jeder IHK gibt es Ansprechpartner, die sich mit den Außenhandels-Anforderungen bestimmter Länder genau auskennen.
Viel Erfolg und alles Gute
Robert Chromow

reicht meine Gewerbe aus?

Hallo,
vor einigen Jahren habe ich ein Gewerbe angemeldet "Erstellung und Vermittlung von Internetseiten u.ä."
Bisher hat dieses völlig ausgreicht da ich lediglich als Vermittler aufgetreten bin (Affiliate Marketing).
Jetzt möchte ich jedoch Handel betreiben, genauer gesagt: Prepaidkarten bei einem Großhändler kaufen und über das Internet an den Endkunden verkaufen. Nun stellt sich mir die Frage ob meine Gewerbeanmeldung so ausreicht oder ob ich für den Handel ein neues Gewerbe anmelden muss oder das jetztige erweitern?

MfG. Andreas

Antwort: reicht meine Gewerbe aus?

Hallo,
da der Handel mit Prepaidkarten zweifellos etwas anderes ist als die Erstellung und Vermittlung von Internetseiten, sind Sie m. E. verpflichtet, Ihren Gewerbeschein ändern zu lassen. Das ergibt sich aus § 14 GewO
http://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__14.html
Demnach besteht eine "Anzeigepflicht", wenn ...
------------ Zitat ----------------
[...] der Gegenstand des Gewerbes gewechselt oder auf Waren oder Leistungen ausgedehnt wird, die bei Gewerbebetrieben der angemeldeten Art nicht geschäftsüblich sind
----------Zitat-Ende --------------
Der Verstoß gegen die Anzeigepflicht stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Andererseits: Wo kein Kläger, da kein Richter...

Viele Grüße
Robert Chromow

Hallo, ok dann werde ich wohl

Hallo,
ok dann werde ich wohl doch auf Nummer sucher gehen und den Gewerbeschein ändern lassen, vielen Dank für die schnelle Info.

nebengewerbe anmelden als med. fusspflege/podologin

Ich moechte mich in naher zukunft als med . fusspflege / podologin ohne kassenzulassung selbststaendig machen. Und da sind noch ein paar fragen offen die mir auch hier nicht beantwortet wurden. Trotzdem schin mal sehr holfreich...
meine frage daher:muss ich mich auch im Handelsregister eintragen lassen oder reicht die gewerbeanmeldung aus?
Habe da schon versucht was ueber google zu erfahren.
. Aber da scheiden sich ja die geister.

danke schon mal im voraus vera gummersbach

Antwort: nebengewerbe anmelden als med. fusspflege/podologin

Guten Tag, Frau Gummersbach,
wie Sie wahrscheinlich wissen, ist eine Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Wenn ich es richtig sehe, wird im Bereich Fußpflege zwischen kosmetischer und medizinischer Fußpflege (= Podologie) unterschieden. Medizinische Fußpflege gilt m. W. als heilberufliche Tätigkeit und damit als freiberufliche (= selbstständige) Tätigkeit, nicht als Gewerbe. Einen Gewerbeschein brauchen Sie demnach nicht. Und ins Handelsregistereintrag müssen sich Freiberuflerinnen auch nicht eintragen lassen.

Genauere Informationen zu Ihrem Einzelfall bekommen Sie bei Ihrem Steuerberater und / oder bei einem Berufsverband Ihrer Branche - zum Beispiel beim
Zentralverband der Podologen und Fußpfleger Deutschlands e.V.
http://www.zfd.de/

Viele Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

nachtrag

Wohnsitz ist in essen und dort moechte ich auch mein gewerbe betreiben...

Wohnsitz Österreich, Gewerbe Deutschland

Guten Tag,

ich bin bereits seit Jahren mit in Österreich angemeldetem Gewerbe selbstständig, mit Wohnsitz in Österreich.
Nun möchte ich zusätzlich ein Gewerbe im Onlinebereich (Reisebürobranche) in Deutschland anmelden. Grund sind einfach die exorbitanten Anmeldungs- und laufenden Kosten bei Kammern etc. in Österreich.

Der Wohnsitz soll dabei weiterhin in Österreich bleiben.

Meine Fragen nun:
- ist zur Anmeldung unbedingt ein Wohnsitz in Deutschland erforderlich?
- wenn kein Wohnsitz erforderlich ist, d.h. das Korrespondenz zu meinem Wohnsitz nach Österreich gesandt wird, kann ich mir eine beliebige Stadt zur Anmeldung des Gewerbes aussuchen oder ist da z.B. nur München möglich?

Liebe Grüße
C. Sand

Antwort: Wohnsitz Österreich, Gewerbe Deutschland

Hallo Herr / Frau Sand,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Der privater Wohnsitz im Ausland spielt keine Rolle: Für eine Gewerbeanmeldung in Deutschland ist ein betrieblicher Standort in Deutschland erforderlich. Das kann aber durchaus eine Geschäftsadresse in einem virtuellen Büro oder bei einem Büroservice sein. An diesem Standort melden Sie dann auch Ihr Gewerbe an.

Die Details erfragen Sie am besten fragen Sie bei einer deutschen IHK in Ihrer Nähe:
http://www.dihk.de/ihk-finder

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Nebengewerbe und Finanzamt

Hallo und guten Abend,

ich habe ja schon viele Information nachlesen können,
dennoch gibt es noch diverse Fragen, welche Sie mir sicherlich
beantworten können:

Zum Hintergrund:

Die Person ist hauptberuflich in einer Firma beschäftigt und arbeitet
40 Stunden in der Woche und möchte nun nebenbei mit Webdesign und der
Programmierung von Websites zusätzlich Geld verdienen.
Wir nehmen an, dass weniger als 20 Stunden in der Woche hierfür eingesetzt werden. Ziel: 500 Euro durchschnittlich im Monat.

Frage 1: Muss sich die Person zusätzlich versichern?

Frage 2: Ist es Sinnvoll die Regelung für Kleinunternehmen anzuwenden
( Kunden sind zu 97 % andere kleine Firmen und/oder Dienstleister )
und keine Steuer auf den Rechnungen auszuweisen.

Frage 3: Gibt es Quellen ( außer der Steuerberater ) z.Bsp. Bücher
in denen exakt beschrieben ist, wie eine Steuererklärung und alle anderen "Erklärungen" gegenüber dem Finanzamt auszusehen haben.
( Was fordert das Finanzamt bei einem Nebengewerbe genau ein? )

Frage 4: Ist die sog. kleine Buchhaltung bei einem Nebengewerbe ausreichend?

Besten Dank für Ihre Zeit.

Beste Grüße

Christian Hopperdietzel

Nebenberufliche Selbstständigkeit

Guten Tag Herr Hopperdietzel,

vorweg: umfassende Tipps und Informationen finden Sie in unserem Leitfaden "Nebenberuflich selbstständig".

Ansonsten (allgemeine Antworten, eine Rechts- und Einzelfallberatung ist in diesem Forum leider nicht möglich):

1. zusätzliche Pflichtversicherungen (Kranken-/Rentenversicherung) sind in der geschilderten Konstellation nicht nötig, das wird durch den angestellen Hauptberuf abgedeckt.

2. Ob die Kleinunternehmerregelung Sinn macht, hängt davon ab, wie viel man einkauft (das wird dann ja teurer, weil man die Umsatzsteuer nicht "zurückbekommt"), und ob die Kunden vorwiegend umsatzsteuerpflichtige Unternehmen sind (die stört die aufgeschlagene Umsatzsteuer nicht) oder Privatleute (für die wird es billiger, wenn Sie Kleinunternehmer sind). Ganz wichtig ist aber auch die Frage: Wie ist die Perspektive? Wenn Sie Ihre selbstständige Tätigkeit ausweiten wollen irgendwann, können Sie auch gleich mit Umsatzsteuer anfangen.

3. Na, viele Erklärungen finden Sie zum Beispiel bei uns. Und dann gibt es auch Steuersoftware, die Ihnen helfen kann. Ein Steuerberater kann aber dennoch sinnvoll sein.

4. Für ein Nebengewerbe in der beschriebenen Form reicht eine Einnahme-Überschuss-Rechnung.

Viel Erfolg wünscht
Ihre akademie.de-Redaktion

Wann kann man frühestens ein Gewerbe anmelden?

Hallo,
mir stehen Fördermittel für die Errichtung eines Gastronomieobjektes in Aussicht. Hierfür will man von mir jedoch jetzt schon einen Gewerbeschein haben. Das Objekt wird jedoch erst Ende 2015 eröffnen.

Antwort: Gewerbe anmelden

Guten Tag,
die Gewerbeordnung macht keine Aussage darüber, wann ein Gewerbe frühestens angemeldet werden kann. Am besten rufen Sie beim Ordnungsamt Ihrer Stadt oder Gemeinde an und fragen nach der dortigen Praxis. Sollte es Probleme mit dem "Vordatieren" des Gewerbescheins geben, lassen Sie sich von Ihrer Förderinstitution erklären, wie Sie den Nachweis der geplanten Gewerbeeröffnung auf andere Weise erbringen können.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Müssen Imbissbuden keine Rechnungen ausstellen?

Hallo. Ich habe gelesen, dass man für jede Ware oder Dienstleistung verpflichtet ist, eine Rechnung aus zu stellen. Muss man das wirklich in jedem Gewerbe? Wieso bekommt man denn z.B. bei Imbissbuden, Fischständen oder Fahrradtaxis niemals eine Rechnung? Wir sind auch mal bei so einer Quad Safari mitgefahren und ich kann mich nicht erinnern, das die Teilnehmer da irgend eine Rechnung bekommen hätten.

Antwort: Müssen Imbissbuden keine Rechnungen ausstellen?

Nein, es gibt keine generelle Pflicht, in jedem Fall Rechnungen auszustellen.

Aber: Sofern es sich um umsatzsteuerpflichtige Lieferungen und Leistungen handelt, haben Käufer, die ihrerseits Unternehmer sind, gemäß § 14 Abs. 2 UStG
http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14.html
... Anspruch auf eine ordnungsgemäße Rechnung.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Praxis-Leitfaden zum Thema Rechnungen:
http://www.akademie.de/wissen/business-basics-professionelle-rechnungen/...

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Büroräume - Hundeschule

Hallo!

Warum will das Ordnungsamt ständig wissen ob ich Büroräume auf meinem Hundeplatz nutze? Ist eben einfach eine große Wiese. Ich brauche keine Büroräume. Statt dessen habe ich dort einen Bauwagen stehen, als Pausenraum und zum aufwärmen. Die scheinen aber ziehmlich scharf drauf zu sein mir irgendwas anzuhängen....

Vielen Dank

Zusatz

Ich habe das Gewerbe gerade erst angemeldet. Als Einzelunternehmer und reiner Dienstleister. Ich habe jetzt Angst irgendetwas falsch gemacht zu haben. Obwohl ich mich im Vorfeld schon intensiv mit dem Thema Gewerbeanmeldung beschäftigt habe.

Gewerbe erweitern

Ich habe ein Gewerbe für EDV Dienstleistungen und möchte jetzt zusätzlich noch Hausverwaltungen machen. Muß ich ein zusätzliches Gewerbe anmelden oder kann ich das über mein bestehendes laufen lassen??

Antwort: Gewerbe erweitern

Guten Tag,
wenn Sie neben EDV-Dienstleistungen künftig noch Hausverwaltungs-Services anbieten, ist das aus meiner Sicht mehr als eine Gewerbe-Erweiterung. Falls Sie auf Dauer in zwei ganz unterschiedlichen Branchen selbstständig oder gewerblich tätig sind, müssen Sie auch beide Gewerbe anmelden.

Viele Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

brauche ich eine Lizenz vom hersteller?

Hallo, ich wollte nun ein kleinunternehmen anmelden, und parfüms und anziesachen im internet verkaufen, der hersteller bzw das unternehmen hat ihren hauptsitz in den USA, habe sie gefragt ob ich eine lizenz zum weiterverkauf brauche, kriege von denen aber keine rückmeldung leider ...
kaufe die sachen von einem anbieter der es in mengen verkauft, kann mir jemand weiter helfen ob ich eine lizenz brauche?
weil ich verkaufe ihre sachen ja gewinnbringend, und die gehen nur weg weil halt der name drauf steht der recht bekannt ist, die wollen doch dann bestimmt auch nen stück vom kuchen ab haben oder?

Antwort: brauche ich eine Lizenz vom hersteller?

Hallo, meiner völlig unmaßgeblichen Meinung nach kann Sie niemand daran hindern, frei in den Handel gebrachte Produkte eines Herstellers zu kaufen und mit Gewinn weiterzuverkaufen (vorausgesetzt natürlich, Sie beachten die Zoll- und Steuerbestimmungen und alle anderen Vorschriften, die für das Produkt gelten).

Bevor Sie einen schwunghaften Handel mit Importware beginnen, sollten Sie aber unbedingt Kontakt mir der Außenhandels-Abteilung Ihrer IHK aufnehmen und / oder mit Ihrem Steuerberater klären, worauf zu achten ist.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Markenrechtliche Frage

Ob ein Hersteller die Vertriebswege für seine Produkte einschränken darf, um deren Exklusivität zu wahren, oder ob er damit Markenrecht verletzt, und in welcher Weise "Grauimporte" ausgeschlossen werden dürfen, ist meines Wissens im Markenrecht nach wie vor umstritten - und gerade Parümhersteller und andere Händler von Luxuswaren sind dort häufig restriktiv. Ich denke, diese Frage sollte ein in Markenrecht versierter Rechtsanwalt beantworten, sonst drohen womöglich teure Abmahnungen oder Schadenersatzklagen.

Gerade wenn die Ware aus den USA stammt und nicht in Europa in den Verkehr gebracht wurde, können die markenrechtlichen Ansprüche des Inhabers bzw. Herstellers möglicherweise auch nicht "erschöpft" sein. Mehr dazu schreibt Sabine Heukrodt-Bauer.

Gewerbeanmeldung Textilien

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage bezüglich einer Gewerbeanmeldung über den Onlinehandel von Textilien. Ich habe eine Gewerbeanmeldung an mein Gewerbeamt geschickt und ich wurde angerufen das ich nur den Vertrieb von Textilien anmelden kann, aber nicht die Lagerung von Textilien (Neuware) in den eigenen vier Wänden. Sie meinte dafür bräuchte ich eine Genehmigung des Ordnungsamtes für die Nutzung der Privaten Räume als Warenlager. Nun habe ich aber im Internet nichts dergleichen gefunden bezüglich so einer Genehmigung. Kann diese Aussage jemand bestätigen?

Mfg Patrick

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