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Gewerbeanmeldung - 10 Fragen, 10 Antworten

Wer Gewerbetreibender ist, welche Unterlagen benötigt werden und wie Sie sich anmelden

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Stand: 26. Juni 2012 (aktualisiert)

Beim Start in die Selbstständigkeit sind alle Gewerbetreibenden verpflichtet, ihr Gewerbe anzumelden. Häufig ist jedoch nicht klar, wer überhaupt Gewerbetreibender ist, was an Unterlagen benötigt wird und wie die Anmeldung im Einzelnen funktioniert. Wir klären auf.

(Dieser Beitrag liefert die wichtigen Fakten zur Gewerbeanmeldung im schnellen Überblick. Praxistipps und Erläuterungen zu diesem Thema, aber auch zur Anmeldung beim Finanzamt und zum Umsatzsteuerverfahren, finden Sie in unserem Beitrag "Gründung, Anmeldungen, Genehmigungen: Unternehmer werden ist nicht schwer!".)

1. Wer muss eine Gewerbeanmeldung durchführen?

Jeder Gründer ist zugleich "Gewerbetreibender". Wer dieser überschaubaren Definition nach Gewerbetreibender ist, muss sein Gewerbe in jedem Fall anmelden. Ausnahme: Sie sind Freiberufler oder in der Landwirtschaft selbstständig Tätiger.

Nach der Gewerbeordnung üben Sie ein Gewerbe aus, wenn Sie einer Tätigkeit "selbstständig und regelmäßig" nachgehen und wenn Sie das Gewerbe "entgeltlich" und "zum Erzielen von Gewinnen" betreiben. Dabei spielt die Rechtsform des Betriebes im Übrigen keine Rolle.

2. Wer hat mit einer Gewerbeanmeldung nichts zu tun?

Angehörige der 'Freien Berufe' müssen sich nicht anmelden. Dies sind insbesondere die so genannten "Katalogberufe": Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Künstler oder Schriftsteller. Auch medizinische Berufe, wie Physio- oder Ergotherapeuten, gelten als Freiberufler.

(Freiberufler müssen sich jedoch beim Finanzamt anmelden).

Nachweise

Die meisten freien Berufe erfordern den Nachweis von berufsqualifikatorischen, zum Teil sogar finanziellen und baulichen Voraussetzungen. Es kann sich also keiner selbst aussuchen, ob er eine selbständige Tätigkeit als Gewerbetreibender oder als Freiberufler ausüben möchte.

Nicht zum Gewerbeamt muss der Bereich der 'Urproduktion', also Selbstständige aus den Bereichen Fischerei, Bergbau sowie der Land- und Forstwirtschaft. Ebenfalls nicht anmeldepflichtig ist, wer eigenes Vermögen verwaltet, etwa indem er eigene Grundstücke oder Gebäude verpachtet oder vermietet.

3. Wann müssen Sie ein Gewerbe anmelden, was ist bei späteren Veränderungen?

Anmeldepflichtig sind Sie, sobald Sie eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen bzw. wenn Sie einen bereits bestehenden Betrieb übernehmen.

Ebenfalls meldepflichtig sind Sie, wenn die unternehmerische Tätigkeit verändert oder ausgeweitet wird. Das gleiche gilt für den Umzug in eine andere Kommune - auch das müssen Sie melden.

Außerdem muss das Gewerbeamt informiert werden, wenn Sie die Rechtsform Ihres Betriebes oder die Art der gewerblichen Tätigkeit ändern. Auskunftspflichtig sind Sie auch, wenn Sie den Betrieb einstellen oder wenn Sie einen neuen Gesellschafter aufnehmen.

4. Wie funktioniert eine Gewerbeanmeldung?

Ganz einfach: Sie melden Ihr Gewerbe beim Gewerbeamt der jeweiligen Kommune an. Im häufigsten Fall ist das Gewerbeamt Teil des Ordnungsamts ("Gewerbemeldestelle"). Die Anmeldung können Sie persönlich auf dem Amt vornehmen, gelegentlich auch schriftlich oder - in modernen Stadtverwaltungen - auch via Internet.

Wichtig ist, dass der Gewerbetreibende die Anmeldung selbst vornimmt. Bei einem Einzelunternehmen ist dies der Inhaber, bei einer Personengesellschaft der oder die geschäftsführenden Gesellschafter. Handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, ist der/die vertretungsberechtigte/n Geschäftsführer zuständig.

5. Welche Unterlagen benötigen Sie für die Anmeldung?

Sie benötigen nur Ihren Personalausweis oder Ihren Reisepass, um sich ausweisen zu können. Ist das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen (z. B. GmbH), müssen Sie den Handelsregisterauszug sowie den notariell beglaubigten Gesellschaftsvertrag vorlegen.

Ausländer

Ausländische Staatsbürger, die nicht aus EU-Ländern kommen, müssen eine Aufenthaltsgenehmigung der jeweiligen Ausländerbehörde vorlegen. Die Genehmigung muss die Erlaubnis beinhalten, dass ein Gewerbe betrieben werden darf.

6. Für welche Gewerbe sind besondere Erlaubnisse oder Zulassungen erforderlich?

In Deutschland herrscht Gewerbefreiheit, d. h. für die Ausübung der weitaus meisten Gewerbe ist keine besondere Erlaubnis erforderlich. In bestimmten Branchen ist aber eine spezielle Erlaubnis notwendig. Diese speziellen Regelungen für bestimmte Tätigkeitsfelder gehen dann zum Teil deutlich über die reine Gewerbeanmeldung hinaus.

Wird eines der sogenannten "überwachungsbedürftigen" Gewerbe angemeldet (z.B. Auskunftei, Detektei, Ehe-/Partnervermittlung, Alt- und Gebrauchtwarenhandel, Reisebüro), so verlangt das Gewerbeamt ein polizeiliches Führungszeugnis ("zur Vorlage bei Behörden") sowie einen Auszug des Gewerbezentralregisters.

Die meisten dieser zusätzlichen Anforderungen lassen sich in drei Kategorien beschreiben:

  • persönliche Zuverlässigkeit: Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, Auszug aus dem Gewerbezentralregister sowie Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts.

  • sachliche Voraussetzungen: z. B. Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (vor allem durch Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis), erforderlicher Zustand der Gewerberäume.

  • fachliche Voraussetzung: Als Nachweis hierfür dienen - je nach geforderter Qualifikation - die Teilnahme an einer Weiterbildung (häufig bei der IHK), eine Ausbildung oder ein Studium.

Die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten sind weiter unten aufgeführt, lassen sich aber auch in der Gewerbeordnung nachlesen.

7. Was ist mit der Gewerbeanmeldung im Handwerk?

In Deutschland ist nach wie vor der Betrieb eines Handwerks-Unternehmens besonders stark reglementiert: Ein Handwerksunternehmen darf nur führen, wer eine Meisterprüfung abgelegt hat. Bei einer GmbH genügt, wenn ein Meister als technischer Betriebsführer eingestellt ist (der Betriebsinhaber selbst muss also kein Meister sein!).

Ausnahmeregelungen bestehen zudem bei so genannten "Altgesellen". In jedem Fall ist eine Anmeldung bei der Handwerkskammer mit entsprechenden Nachweisen notwendig (Eintrag in die Handwerkerrolle).

In der so genannten "Anlage B" der Handwerksordnung werden die Berufe aufgelistet, die auch ohne Meisterbrief ausgeübt werden dürfen (Fliesenleger, Gebäudereiniger, Raumausstatter etc.).

Zudem gibt es die "handwerksähnlichen Berufe", für die es überhaupt keine Berufszulassungsbeschränkungen gibt (Kosmetiker, Rohr- und Kanalreiniger, Änderungsschneider u. a.). Diese handwerksähnlichen Berufe benötigen keinen Meisterbrief (kennen ihn zum Teil auch gar nicht als Abschluss einer Ausbildung).

Nachweise, Handwerkerrolle

Bei der Gewerbeanmeldung müssen entsprechende Nachweise vorgelegt werden. Diese sollten Sie vorab mit der Handwerkskammer abstimmen. In der Handwerkskammer können Sie auch die Eintragung in die Handwerkerrolle beantragen. Sie benötigen dazu:

  1. den Antrag (!) auf Eintragung in die Handwerksrolle;

  2. den Meisterbrief in beglaubigter Ablichtung oder Nachweise nach Ziffer II. B-D Handwerksordnung:

    - Nachweis (Hoch-) Schulabschluss,
    - Ausnahmebewilligung,
    - Ausübungsberechtigung des Inhabers bzw. des Betriebsleiters;

  3. eine Betriebsleiterklärung, sofern ein technischer Betriebsleiter eingestellt wurde;

  4. unter Umständen: Ein Anstellungsvertrag (in Kopie) mit dem Betriebsleiter, mit Angaben über die wöchentliche Arbeitszeit und das monatliche Entgelt;

  5. eine Bescheinigung der Krankenkasse über die Anmeldung zur gesetzlichen Sozialversicherung;

  6. unter Umständen: Handelsregisterauszug. Nur erforderlich, soweit das Einzelunternehmen (freiwillig) im Handelsregister eingetragen ist oder bei der Gründung einer juristischen Person.

8. Wie muss ich meine Tätigkeit in der Gewerbeanmeldung beschreiben?

Der Gegenstand der gewerblichen Tätigkeit ist möglichst genau zu bezeichnen. Aus Ihren Angaben sollte also hervorgehen, welche Dienstleistungen oder Waren Ihr Angebot umfasst, bspw. den "Betrieb eines Elektroinstallationsbetriebes".

Betreiben Sie Handel, sollten Sie z. B. angeben, ob es um Groß- oder Einzelhandel geht. Die Warengruppen müssen Sie zwar nicht im Detail, sehr wohl aber mit Oberbegriffen (zum Beispiel "Einzelhandel mit Textilien") angeben.

9. Was passiert sonst noch bei einer Gewerbeanmeldung?

Das Gewerbeamt informiert verschiedene Behörden über die Anmeldung, insbesondere die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder die Handwerkskammer (HWK) sowie die Krankenkasse.

Besonders wichtig ist die Meldung an das zuständige Finanzamt: Heute ist es üblich, dass man Ihnen bei der Gewerbeanmeldung bei der Gewerbemeldestelle der zuständigen Kommune direkt den Fragebogen der Finanzverwaltung aushändigt. Dies gilt, soweit Sie überhaupt noch persönlich zur Stadt-/Gemeindeverwaltung gehen und die Gewerbeanmeldung — wie häufig möglich — nicht auf dem Online-Wege vornehmen. Falls Sie also von der Stadtverwaltung den Fragebogen nicht erhalten, werden Sie ihn innerhalb weniger Tage von Ihrem zuständigen Finanzamt zugeschickt bekommen. Mit diesem umfangreichen Fragebogen „zur steuerlichen Erfassung“ teilen Sie dem Finanzamt u. a. mit, in welchem Umfang (geplanter Umsatz + Gewinn) Sie tätig werden.

Nie ohne Berater!

Füllen Sie diesen Erhebungsbogen des Finanzamtes gemeinsam mit Ihrem Existenzgründungsberater oder mit einem Steuerberater aus! Die Angaben zum künftigen Umsatz und Gewinn müssen natürlich realistisch sein, sie entscheiden aber auch über die Höhe eventueller Einkommensteuer-Vorauszahlungen — Euphorie oder Überschwang sind also nicht angebracht!

10. Was kostet das alles?

Die Bearbeitungsgebühr einer Gewerbeanmeldung ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Bei einigen ist sie kostenlos, in der Mehrheit liegt die Gebühr irgendwo zwischen 20 - 40 Euro. Gewerbeummeldungen oder Änderungen im Bestimmungszweck schlagen mit unter 20 Euro zu Buche.

Deutlich teurer sind die diversen Qualifikationen bzw. Unterweisungen und Bescheinigungen, die als Nachweise der fachlichen bzw. sachlichen Voraussetzungen und der persönlichen Zuverlässigkeit zu beschaffen sind. Je nach Tätigkeit müssen hierfür mehrere hundert Euro eingeplant werden.

Hinweise für die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten

  • Apotheke: Nach dem Gesetz über das Apothekenwesen darf nur der approbierte Apotheker mit einer besonderen Erlaubnis eine Apotheke eröffnen. Die Erlaubnis wird für ganz konkrete Geschäftsräume erteilt.

  • Arbeitnehmerüberlassung: Nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz bedarf es einer Erlaubnis des Landesarbeitsamtes, wenn ein Arbeitgeber gewerbsmäßig Dritten Leiharbeitnehmer zur Arbeitsleistung überlassen will.

  • Bauträger/Baubetreuer: Gemäß § 34 c Gewerbeordnung bedarf einer Erlaubnis, wer Bauvorhaben als Bauherr im eigenen Namen vorbereitet oder durchführt und dazu fremde Vermögenswerte verwendet (Bauträger) oder auch, wer als Baubetreuer in fremdem Namen Bauvorhaben wirtschaftlich vorbereitet oder durchführt.

  • Bewachungsgewerbe: Die gewerbsmäßige Bewachung von Leben oder Eigentum fremder Personen bedarf der Erlaubnis nach § 34 a Gewerbeordnung. Wer bestimmte Bewachungstätigkeiten ausübt, muss grundsätzlich eine anspruchsvolle Sachkundeprüfung absolvieren.

  • Einzelhandel: Die Ausübung einer Einzelhandelstätigkeit mit Hackfleisch, Arzneimitteln, Wirbeltieren, Schusswaffen und Munition ist gestattungspflichtig.

  • Finanzdienstleistungen: Wer gewerbsmäßig (oder in einem eine kaufmännische Einrichtung erfordernden Umfang) Finanzdienstleistungen sowie Finanzkommissionsgeschäfte oder Emissionsgeschäfte nach dem Kreditwesengesetz erbringen will, muss die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht haben. Sie muss vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit vorliegen. Das Betreiben der vorgenannten Geschäfte ohne Erlaubnis ist ein Straftatbestand!

  • Gaststätten/Hotels: Der Betrieb von Schankwirtschaften, Speisewirtschaften und Beherbergungsbetrieben bedarf nach dem Gaststättengesetz einer Erlaubnis, die personen-, betriebsart- und raumbezogen ist, wenn alkoholische Getränke ausgeschenkt werden. Unter den Begriff Gaststätte fallen z. B. auch Trinkhallen, Imbissstuben und Kantinen.

    Die Erlaubnis wird für den oder die Antragsteller erteilt, für die bestimmten Räume sowie für die bestimmte Betriebsart. Die Erlaubnis wird nur einer Person erteilt, die u. a. nachweist, dass sie über die Grundzüge der für den in Aussicht genommenen Betrieb notwendigen lebensmittelrechtlichen Kenntnisse unterrichtet worden ist und mit ihnen als vertraut gelten kann ("Gaststättenunterrichtung").

  • Großhandel: Die Großhandelstätigkeit ist grundsätzlich erlaubnisfrei. Ausnahmen gelten z. B. für den Handel mit Chemikalien und Sprengstoffen.

  • Güterbeförderung: Nach dem Güterkraftverkehrsgesetz bedarf die Beförderung von Gütern für Dritte mit Kraftfahrzeugen, deren zulässiges Gesamtgewicht über 3,5 t liegt, einer Erlaubnis der hierfür zuständigen Verkehrsbehörde. Für grenzüberschreitende Güterkraftverkehre mit Staaten der Europäischen Union und den zusätzlichen, nicht zur EU gehörenden Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), d. h. Norwegen, Island und Liechtenstein, wird eine so genannte Gemeinschaftslizenz (auch "EG-Lizenz" genannt) benötigt.

    Die entsprechenden Erlaubnisse im Güterkraftverkehrsgewerbe werden nur dann erteilt, wenn der Antragsteller seine fachliche Eignung durch entsprechende leitende Tätigkeit, bestimmte Abschlussprüfungen oder durch eine Fachkundeprüfung nachweist. Daneben werden seine Zuverlässigkeit und die finanzielle Leistungsfähigkeit des Betriebes überprüft.

  • Handwerk: Nach § 1 der Handwerksordnung ist die Handwerksrolleneintragung Voraussetzung für den selbständigen Betrieb eines Handwerks als stehendes Gewerbe. Für die Eintragung in die Handwerksrolle ist die Meisterprüfung oder eine Ausnahmebewilligung notwendig. Eine Eintragung in die Handwerksrolle ist nicht erforderlich, wenn es sich um einen "industriellen" Betrieb handelt. Merkmale hierfür sind z. B. ein hoher Automatisierungsgrad, Vorratsproduktion, serienmäßiges Fertigungsverfahren und überregionaler Absatz.

  • Inkasso-Unternehmen: Die gewerbsmäßige Einziehung fremder oder abgetretener Forderungen ist erlaubnispflichtig. Die Erlaubnis ist bei dem Präsidenten des örtlich zuständigen Land-/ Amtsgerichts zu beantragen. Wesentliche Voraussetzungen für ihre Erteilung sind Zuverlässigkeit und geordnete wirtschaftliche Verhältnisse sowie ein Sachkundenachweis, nämlich ausreichende theoretische Rechtskenntnisse und praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Forderungseinziehung.

  • Kreditwesen/Kapitalanlagen: Das Betreiben von Bankgeschäften ist gemäß § 1 Gesetz über das Kreditwesen erlaubnispflichtig. Zuständige Behörde ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Ebenso bedarf das Betreiben einer Kapitalanlagegesellschaft der Erlaubnis durch die Bundesanstalt.

  • Maklergewerbe: Die gewerbsmäßige Vermittlung des Abschlusses von Verträgen über Grundstücke, Wohnräume, Darlehen und Kapitalanlagen oder der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss solcher Verträge bedarf gemäß § 34 c Gewerbeordnung einer Erlaubnis. Zusätzlich ist die Makler- und Bauträgerverordnung zu beachten, die dem Gewerbetreibenden die Pflicht zu Sicherheitsleistungen und zum Abschluss von Versicherungen auferlegt.

  • Personenbeförderung: Nach dem Personenbeförderungsgesetz ist die entgeltliche oder geschäftsmäßige Beförderung von Personen mit Kraftfahrzeugen (Omnibusse, Personenkraftwagen) genehmigungspflichtig.

    Genehmigungsbehörde für den Linienverkehr sowie für den Gelegenheitsverkehr mit Omnibussen (Ausflugsfahrten, Ferienzielreisen) ist der zuständige Regierungspräsident.

    Genehmigungsbehörden für den Taxen- und Mietwagenverkehr sind die unteren Verkehrsbehörden.

    Der Unternehmer oder die zur Führung der Geschäfte bestellte Person muss die fachliche Eignung eines Taxen- und Mietwagenunternehmens nachweisen entweder:

    - durch eine Fachkundeprüfung vor der zuständigen IHK oder

    - durch eine nachweisbare, mindestens dreijährige leitende Tätigkeit in Unternehmen des Straßenpersonenverkehrs oder

    - durch eine bestandene Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf (z. B. Verkehrsfachwirt) oder eine berufliche Weiterbildung auf diesen Gebieten.

  • Reisegewerbe: Zum Vertreiben von Waren oder zum Anbieten von Dienstleistungen durch Direktvertrieb an der Haustür oder Verkaufsstände auf der Straße (Reisegewerbe) ist gemäß § 55 Gewerbeordnung der Besitz einer Reisegewerbekarte erforderlich.

    Neben der Reisegewerbekarte bedarf es einer besonderen Anzeige, wenn im Rahmen eines Wanderlagers vorübergehend Waren vertrieben werden sollen. Dies liegt vor, wenn der Verkauf außerhalb der gewerblichen Niederlassung des Gewerbetreibenden, z.B. in Räumen einer Gaststätte, in einem Kraftwagen oder auch bei so genannten Kaffeefahrten durchgeführt wird.

  • Sachverständigentätigkeit: Die Tätigkeit als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger ist gemäß § 36 Gewerbeordnung von einer entsprechenden Bestellung für ein bestimmtes Gebiet durch die zuständige Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer oder das Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Landesentwicklung abhängig. Auf die Bestellung und Vereidigung besteht kein Rechtsanspruch; sie setzt besondere Sachkunde und Vertrauenswürdigkeit voraus. (Die Tätigkeit als Sachverständiger ohne öffentliche Bestellung und Vereidigung ist erlaubnisfrei, da die Bezeichnung "Sachverständiger" nicht gesetzlich geschützt ist!)

  • Spielgeräte: Gemäß § 33 c Gewerbeordnung bedarf die Aufstellung von Spielgeräten, der Betrieb von Spielhallen sowie die gewerbsmäßige Durchführung von Spielen mit Gewinnmöglichkeiten der Erlaubnis.

  • Versteigerergewerbe: Gemäß § 34 b Gewerbeordnung ist die gewerbsmäßige Versteigerung erlaubnispflichtig. Neben § 34 b Gewerbeordnung ist die Versteigererverordnung, in der dem Versteigerer besondere Pflichten auferlegt werden, zu beachten.

  • Versicherungsberater: Wer Dritte über Versicherungen beraten will (Versicherungsberater), ohne von einem Versicherungsunternehmen wirtschaftlich oder in anderer Weise abhängig zu sein, bedarf gem. § 34 e Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

  • Versicherungsvermittler: Ein Versicherungsmakler oder -vertreter, der den Abschluss von Versicherungsverträgen vermittelt (Versicherungsvermittler), bedarf gem. § 34 d Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

    Die Regelungen seit 2007 sehen eine Erlaubnis- und Registrierungspflicht für selbständige Versicherungsvermittler und -berater vor sowie bestimmte Dokumentations- und Informationspflichten. Insbesondere ist die Zulassung an das Vorliegen einer ausreichenden Sachkunde und Vermögensschadenabsicherung für die Kunden geknüpft.

Auch wenn das Gewerbeamt bereits eine Anmeldung bestätigt hat, kann das Gewerbe noch im Nachhinein untersagt werden, wenn die persönliche Zuverlässigkeit des Gründers nicht gewährleistet ist!

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Anmeldung Direktvertrieb für Eigenbedarf

Hallo,
ich habe vor mich als Vertrieblerin bei einem Direktvertrieb anzumelden.

Dies aber nicht, damit ich die Produkte gewinnbringend weiter vertreiben kann, sondern um die Produkte selber (Eigenbedarf) mit einem Preisnachlass zu erwerben.

Muss ich hierfür ein Gewerbe anmelden? Ich erziele damit ja keine Gewinne, bin aber bei einer Betriebsprüfung des Unternehmens als selbstständige Vertrieblerin gelistet.

Gruß und Danke
Nicole

Antwort: Anmeldung Direktvertrieb für Eigenbedarf

Guten Tag, Nicole,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Wenn ein gewerblicher Großhändler an Sie Waren für dein Eigenbedarf verkauft, ohne dass Sie den Nachweis Ihrer Unternehmereigenschaft erbringen müssen, brauchen Sie aus gewerbe- oder steuerrechtlicher Sicht m. E. keinen Gewerbeschein.

2.
Zwar kenne ich die Praxis "Ihres" Direktvertriebs nicht - aber üblicherweise prüfen Großhändler, ob die Einkäufer / Vertriebler einen gültigen Gewerbeschein haben. Das dient letztlich Ihrem eigenen Schutz: Denn als Unternehmerin / Gewerbetreibende genießen Sie bei Einkäufen für Ihr Unternehmen keinen Verbraucherschutz.

3.
Abgesehen davon haben Sie das damit verbundene Problem bereits genannt: Falls bei einer Betriebsprüfung festgestellt wird, dass Sie bei einem Großhändler zwar Waren bezogen, aber anschließend keine Umsätze erzielt haben, könnten Sie ins Visier des Finanzamts geraten.

4.
Sofern es bei besagtem Direktvertrieb um "Netzwerk-Marketing" (auch "Multi-Level-Marketing", "Strukturvertrieb" oder "Schneeballsystem" genannt) ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerk-Marketing
... handelt, ist ganz besondere Vorsicht geboten: In dieser Branche gibt es leider viele schwarze Schafe!

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Gewerbeanmeldung

Hallo

Ich möchte ein Gewerbe anmelden. Meine Frage , kann ich zusammen mit meiner Ehefrau ein Gewerbe anmelden ?
Es handelt sich hierbei um eine Photovoltaik-Anlage, die sich auf unserem Hausdach befindet.Diese Anlage produziert nur eine geringe Menge Strom und läuft aus diesem Grund auf Kleinstunternemer.

MFG D.K.

Antwort: Gewerbeanmeldung

Guten Tag, D.K.,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Ja, Sie können selbstverständlich zusammen mit Ihrer Frau ein Gewerbe anmelden.

2.
Der von Ihnen geschilderten Fall läuft auf eine GbR hinaus. Die Details besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater.

Viel Erfolg, ein sonniges Jahr und freundliche Grüße
Robert Chromow

Gewerbe angemeldet

Hallo ich habe vor 2 Tagen eine Gewerbe angemeldet (Automobilhandel); bin auch schon am betreiben.
was muss als nächstes tun? wann muss ich eine USt-VA abgeben... etc

Antwort: Gewerbe angemeldet

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Leider sprengt die von Ihnen gewünschte Antwort den Rahmen eines Beitragskommentars:

1.
Einen Überblick über die wichtigsten Aufgaben finden Sie im Leitfaden ...

"Nebenberuflich selbstständig: Tipps und Informationen für Ihre Gründung im Nebenerwerb"
https://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig
... und dort vor allem in den Kapiteln:

* "Genehmigungen und Anträge"
* "Recht, Verträge, Kalkulation" sowie
* "Buchführung und Steuern".

Die meisten Informationen gelten auch dann, wenn Sie hauptberuflich in die Selbstständigkeit starten.

2.
Wenn Sie sich bislang noch gar nicht mit den rechtlichen und steuerlichen Aspekten Ihrer Unternehmensgründung beschäftigt haben, suchen Sie sich am besten ganz schnell einen Unternehmens- oder Steuerberater.

3.
Wie und wo Sie den finden, erfahren Sie in den Beiträgen ...

"So finden Sie den richtigen Berater für Ihr Unternehmen"
https://www.akademie.de/wissen/berater-finden-0

und

"Brauche ich einen Steuerberater? Wo finde ich den, was kostet er?"
https://www.akademie.de/wissen/steuerberater-finden-kosten

4.
Ein Berater verlangt zwar ein Honorar - wenn Sie jedoch unvorbereitet und planlos in die Selbstständigkeit starten, wird es letztlich bestimmt sehr viel teurer!

5.
Außerdem gibt es in vielen Bundesländern Beratungszuschüsse für die Gründungsvorbereitung - unter Umständen auch für die Startphase. Auch dabei wird Sie ein erfahrener Berater - schon aus eigenem - Interesse - unterstützen.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Gewerbe angemeldet - Zweck korrekt?

Hallo!

Ich habe zuletzt den Schritt gewagt und ein Gewerbe angemeldet - und schon einen Fehler gemacht, wie ich glaube.
Nach kurzer Absprache mit der netten Dame im Gewerbeamt habe ich nun "IT-Dienstleistungen" auf meiner Anmeldung stehen. Jetzt frage ich mich jedoch, ob ich noch "Einzelhandel" hätte mit angeben müssen, da ich meine Kunden schließlich nach einer Beratung auch mit Hardware, Software, Endgeräten etc. ausstatten möchte, nicht nur allein die Dienstleistungen wie Webhosting, Mail etc. und sie nicht bitten will, dies woanders zu beziehen.
Sollte ich das Ganze lieber direkt nochmals ummelden? Was sollte ich in diesem Falle idealerweise angeben. Reicht die Angabe "Einzelhandel mit Elektronikgeräten und Zubehör"?

Antwort: Gewerbe angemeldet - Zweck korrekt?

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Grundsätzlich sind Sie gem. § 14 Abs. 1 Gewerbeordnung
https://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__14.html
... verpflichtet, "nicht geschäftsübliche" Änderungen Ihres Gewerbe-"Gegenstandes" anzuzeigen.

2.
Da Sie Ihre Tätigkeit gerade erst aufgenommen haben, müssen Sie nun aber nicht bei jedem kleinen Auftrag, der knapp außerhalb der Angaben in Ihrem Gewerbeschein liegt, gleich eine Gewerbeummeldung vornehmen.

3.
Ungenauigkeiten bei der Gewerbeanmeldung (wie die von Ihnen beschriebene) bleiben normalerweise folgenlos: Ob Sie nur "IT-Dienstleistungen" oder nur "Handel mit Elektronikgeräten und Zubehör" anbieten oder eine Kombination aus beidem, macht aus Sicht des Gewerbeamtes zumindest kurzfristig keinen Unterschied.

4.
Theoretisch mögliche _steuerliche_ Unterschiede zwischen IT-Dienstleistungen und Einzelhandel ergeben sich ohnehin nicht aus dem Gewerbeschein, sondern dem separaten "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung". Den bekommen Sie vom Finanzamt.

5.
Selbst diese Angaben sind nicht der Weisheit letzter Schluss: Im Zweifel ergeben sich die steuerlichen Konsequenzen aus den Feststellungen eines Betriebsprüfers anlässlich einer Steuerprüfung - deren Ergebnis auch noch von einem Gericht überprüft werden kann.

6.
Falls Sie trotzdem eine zeitnahe Gewerbeummeldung vornehmen möchten, sollten Sie den Leistungsumfang nicht gleich wieder zu eng fassen. Sie könnten Sie als Gewerbegegenstand zum Beispiel "IT-Dienstleistungen und Handel mit Elektronikgeräten" angeben.

Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater. Oder Sie wenden sich an die IHK oder direkt ans Finanzamt.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kurzzeitig Selbstständigkeit

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Arbeitssuchende gemeldet und habe ein Angebot aus einem Schweizer Hotel bekommen, dort als Freelancer für 10 Tage zu kochen. Danach möchte ich wieder arbeitsuchend gemeldet werden,damit ich mich nach neuen Jobs umschauen kann.
Nun zu meinen Fragen:

1. Kann ich mich nur für die kurze Zeit problemlos selbstständig machen?

2. Wie werden die Sozialversicherungssteuer und Krankenkassenbeiträge abgeführt?

3. Was gilt es sonst noch zu beachten?

Ich freue ich auf eine hilfreiche Antworten.

Mit freundlichen Grüßen

Benjamin

Antwort: Kurzzeitig Selbstständigkeit

Guten Tag, Benjamin,
eine sozialversicherungsrechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Ja, auch Arbeitssuchende und Arbeitslose dürfen sich (vorübergehend oder auch dauerhaft) selbstständig machen. Informationen über die unterschiedlichen Varianten finden Sie auf der Seite:
https://www.akademie.de/wissen/unternehmer-auf-zeit

2.
Falls Sie Leistungen beziehen, müssen Sie die Arbeitsagentur unaufgefordert über Ihre "Zwischenbeschäftigung(en)" informieren. Dazu zählen auch zwischenzeitliche selbstständige Tätigkeiten.

3.
Wenn Sie sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden, sind Sie grundsätzlich selbst für Ihre Sozialversicherung verantwortlich. Die Kranken- und Pflegeversicherung ist ein Muss, Rentenversicherung bei kurzzeitigen Zwischenbeschäftigungen entbehrlich. Die Details besprechen Sie am besten direkt mit Ihrer Krankenkasse.

4.
Was es "sonst noch zu beachten" gibt, ist ein _sehr_ weites Feld. :-)
Die wichtigsten Informationen finden Sie im akademie.de-Leitfaden
"Nebenberufliche Selbstständigkeit"
https://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig

5.
Wenn es wirklich nur um eine einmalige selbstständige Tätigkeit von ein paar Tagen mit Einnahmen von ein paar Hundert Euro geht, reicht erfahrungsgemäß aber auch die Angabe der erzielten Einkünfte bei der nächsten Einkommensteuererklärung.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

"sporadisch/nicht-gewerblich/studentisch/privat"

Guten Tag,

als Student möchte ich mir in meiner Freizeit ein kleines Taschengeld hinzuverdienen.
Wenn ich Nachhilfe oder Babysitting anbiete, wäre das ziemlich unüblich dafür ein Gewerbe anzumelden.
Wenn ich meine Hilfe bei Umzügen, beim Aufbau komplizierter Ikea-Möbel oder als Transportfahrer z.B. für Möbel anbiete und dies auf ähnliche Weise sporadisch wie eine Nachhilfe konzipiere und auch explizit so benenne, "sporadisch/nicht-gewerblich/studentisch/privat", so werden immer wieder meine so lautenden Anzeigen bei eBay-Kleinanzeigen gelöscht mit dem Hinweis, ich müsste das als gewerblich markieren.
Meiner Information nach ist "Regelmäßigkeit" ein Kriterium für ein Gewerbe, "sporadisch" nicht.

Wie sehen Sie das?

Vielen Dank und viele Grüße

Peter

Antwort: "sporadisch/nicht-gewerblich/studentisch/privat"

Hallo Peter,
eine steuerliche oder rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Ob eine selbstständige Tätigkeit "regelmäßig" oder nur "sporadisch" ausgeübt wird, spielt im Steuer- und Gewerberecht grundsätzlich keine Rolle.

2.
Laut herrschender Rechtsprechung ist vielmehr entscheidend, ob ...

* eine "Gewinnerzielungsabsicht" vorliegt,
* die Tätigkeit planmäßig und für eine gewisse Dauer ausgeübt wird und
* nach außen erkennbar ist.

3.
Alle genannten Kriterien scheinen mir bei Ihnen erfüllt zu sein. Ob Sie die Tätigkeit selbst als "nicht-gewerblich/studentisch/privat" einstufen, spielt ebenfalls keine Rolle. Insofern erscheint mir die eBay-Anzeigenpraxis in Ihrem Fall nachvollziehbar.

Aber wie gesagt: Das ist nur meine persönliche Einschätzung. Die Details besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder Rechtsanwalt.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Im Gewerbe auf genommen werden

Hallo mein Schwiegervater hat eine Pferdezucht,
ich wollte jetzt langsam den Betrieb übernehmen und mich in das Gewerbe ein schreiben lassen wie funktioniert dies und was kostet das dann?

Antwort: Im Gewerbe auf genommen werden

Guten Tag,
vorweg: Eine steuerliche oder rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Wie eine Gewerbeanmeldung oder -ummeldung funktioniert und was das kostet, können Sie im Beitrag weiter oben nachlesen.

2.
Eine ganz andere Frage ist, ob es sich bei der Pferdezucht Ihres Schwiegervaters überhaupt um einen Gewerbebetrieb handelt oder ob es ein landwirtschaftlicher Betrieb ist.

3.
Abgesehen davon stellt eine eventuelle Gewerbeanmeldung oder -ummeldung das geringste Problem dar: Viel wichtiger ist es, die Eigentumsverhältnisse und Übergabemodalitäten rechtlich eindeutig und im Interesse aller Beteiligten zu regeln. All das besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater und / oder Rechtsanwalt.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Privat-Adresse als Firmensitz bei einem Nebengewerbe

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich plane die Anmeldung eines Nebengewerbes. Da ich jedoch keine "Geschäftstelle" besitze, sondern meine Arbeit von zu Hause aus erledige, würde ich die Privatadresse als Geschäftssitz angeben - ist das zulässig?

Vielen Dank im Voraus.

Antwort: Privat-Adresse als Firmensitz bei einem Nebengewerbe

Guten Tag,
ja, aus Sicht des Gewerbe- und Finanzamtes ist das nicht nur zulässig, sondern auch sachlich zutreffend: Wenn Sie "zu Hause" arbeiten, dann _ist_ das Ihre Betriebsstätte.
Viele Grüße
Robert Chromow

service station in hauseigener garage

habe anfang juni gewerbeberechtigung bekommen alle unterlagen die nötig sind der bezirkshauptmannschaft überbracht bis jetzt keine nachricht ob zu oder absage bin ich als einzellner nicht wichtig

Anmeldung einer betrieblichen Tätiigkeit

Sehr geehrte Damen und Herren

ich habe mal eine Frage zur Anmeldung: eine Frau, mit der ich verbal längeren Kontakt hatte, hat mich und meine Adresse jetzt als Betrieb angemeldet. Das weiß ich nur, weil ich von der Agentur für Arbeit eine Zuteilung einer Betriebsnummer bekommen habe.
Das war so aber weder besprochen noch vereinbart, zumal sie auch seit Wochen nicht zu erreichen ist. ABer dies kam jetzt in dieser Woche dann per Post. Was muss ich damit machen? Und wo wende ich mich mit was hin?

Vielen Dank für eine Antwort.

Bin ziemlich verzweifelt darüber. Danke

Sue Yin

Antwort: Anmeldung einer betrieblichen Tätiigkeit

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Anlass zur Verzweiflung besteht nicht:

1.
Niemand kann und darf ohne Ihre schriftliche Vollmacht ein Gewerbe in Ihrem Auftrag anmelden.

2.
Am besten teilen Sie der Arbeitsagentur und dem Gewerbe-/Ordnungsamt Ihrer Gemeinde mit, dass Sie keine gewerbliche Tätigkeit aufgenommen haben und die Anmeldung durch eine Unbefugte erfolgt ist.

3.
Falls der Vorgang mit weiteren Nachteilen für Sie verbunden ist, können Sie bei der Polizei sogar notfalls Anzeige gegen die Unbefugte stellen.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Angabe von Geschäftsadresse und Privatadresse

Guten Tag,

ich habe vor meinen Gewerbeschein zu beantragen und möchte mich als Kleinunternehmer anmelden.

Allerdings werde ich zwei Adressen besitzen. Einmal meine Privatanschrift an Ort X und einmal meine repräsentative Geschäftsadresse an Ort Y. Nun habe ich die Frage, welche Adresse ich bei der Anmeldung angebe.

Bei meiner Gewerbeanmeldung werden folgende Daten abgefragt:
- Betriebsstätte
- Hauptniederlassung (falls Betriebsstätte lediglich Zweigstelle ist)

Kommt nun meine Geschäftsadresse unter "Betriebsstätte", und meine Privatanschrift unter "Hauptniederlassung"? Wohin kommt dann die Post? Zur Hauptniederlassung (was ich hoffe) oder zur Betriebsstätte? Ich selbst arbeite von Zuhause aus, allerdings repräsentiert sich mein Einzelunternehmen durch die Geschäftsadresse und Ort (Stichwort: Coworking). Auch mein Online-Auftritt soll durch die Geschäftsadresse vertreten sein (Stichwort: Impressum). Die Geschäftsadresse kann als Niederlassung benutzt werden und ist selbstverständlich Zustellungsbevollmächtigt.

Eine weitere Frage:
Welche Adresse gebe ich dann beim Finanzamt an? Meine Privat- oder meine Geschäftsadresse?

Wie gesagt handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Wohnorte.

Antwort: Angabe von Geschäftsadresse und Privatadresse

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Die Gewerbeanmeldung unterscheidet auf Seite 1 zwischen...

* "Angaben zur Person" (dort tragen Sie Ihre Privatanschrift ein) und
* "Angaben zum Betrieb" (dort tragen Sie Ihre Geschäftsadresse ein).

2.
Ihre Privatanschrift hat mit der "Betriebsstätte" und/oder "Hauptniederlassung" nichts zu tun.

3.
Dass Sie in Ihrer Privatwohnung gelegentlich geschäftliche Aufgaben erledigen, spielt grundsätzlich keine Rolle.

4.
Es sei denn, Sie legen Wert darauf, dass Ihre Geschäftsadresse die "Hauptniederlassung" ist und die Privatwohnung zusätzlich als "Betriebsstätte" dienen soll.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Gewerbeanmeldung Privatadresse oder Geschäftsadresse

Guten Tag,
ich stehe vor der gleichen Entscheidung und würde gerne wissen, welche Gemeinde die Gewerbesteuer auferlegt: die Gemeinde der Privatadresse (München, Hebesatz 380%) oder die Gemeinde der Geschäftsadresse (Karlsfeld, Hebesatz 320%)? Und bei welchen Gewerbeamt muss ich dann anmelden?

Danke für eine Info.
Freundliche Grüße,
J. Hauth

Antwort: Gewerbeanmeldung Privatadresse oder Geschäftsadresse

Guten Tag, Herr / Frau Hauth,
die Gewerbesteuer wird am Standort des Gewerbebetriebs erhoben.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Meisterbrief

Sehr geehrte Akademie Redaktion,

vielen Dank vorab für das hier gestellte Informationsmaterial, super informativ.

eine Frage bzgl. des erforderlichen Meisterbriefes hätte ich - Muss dieser dann in der Handwerks Richtung ausgelegt und abgelegt sein oder reicht der Abschluss **Meister allgemein? Als Beispiel, ich habe einen Logistik Meister Brief und möchte ein Bastel/Kunst Handwerk auf Kleingewerbe betreiben (Prototypenbau bzw Kleinserien, Tshirts, bedruckte Artikel), sowie die Erstellung von Websiten.

Eine weitere Frage, bei der Anmeldung eines Kleingewerbes, muss ja eine Tätigkeit angegeben werden. Was passiert, wenn man sein Angebotsumfang später erweitert, muss bzw. kann dieses nachgetragen werden? Oder gibt es Ideam Muster Sätze, die ein breites Spektrum im Tätigkeitenfeld erlauben?

Vielen Dank im Voraus.

Antwort: Meisterbrief

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Vorweg: eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Ja, der Meisterbrief muss zum ausgeübten Handwerk passen. Die Vorstellung, dass ein Konditormeister Elektroinstallationen erledigt, wirkt wenig vertrauenerweckend. :-)

2.
Andererseits brauchen Sie für Bastelarbeiten oder das Bedrucken von T-Shirts m. E. nicht unbedingt einen Meisterbrief.

3.
Am besten fragen Sie bei einer fachkundigen Stelle nach. Gute Anlaufstellen für unabhängige Informationen sind:

* der Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (BuH e.V.)
http://www.buhev.de/
und
* der Interessenverband freier und unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (IFHandwerk e.V.)
http://www.if-handwerk.de/

4.
Ihr Geschäftsfeld sollten Sie von vornherein so weit wie möglich fassen. Nachträglich Änderungen oder Ergänzungen des Gewerbescheins sind aber möglich.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Frage wegen Kleingewerbegründung

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe voe ein Kleingewerbe zu gründen. Die Art der Arbeit umfasst das Herstellen von Edelstahlschmuck. D.h ich beziehe Edelstahlringe von einem Großhändler, füge diese zusammen ( aufbiegen der Ringe undzusammenfügen und danach wieder zubiegen) und so entsteht daraus eine Kette die ich dann verkaufen möchte. Ich denke, das es im Jahr nicht mehr als wenn überhaupt zwischen 20 und 24 Ketten sein werden.

Nun meine Fragen:

1.Muss ich dafür ein Gewerbe anmelden ?
2.Muss ich dies bei der Handwerkskammer bzw. IHK anmelden ? Überwachungsbedürftiges Gewerbe?
3. Ist mal als Kleingewerbe von der UNternehmenssteuer befreit?

Vielen Dank schonmal im Vorraus

Mit freundlichen Grüßen
G.

Antwort: Frage wegen Kleingewerbegründung

Guten Tag, Herr / Frau G.,
eine rechtliche und steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Grundsätzlich ja. Zu Ihrer Frage heißt es weiter oben im Text:
------------ Zitat ----------------
Nach der Gewerbeordnung üben Sie ein Gewerbe aus, wenn Sie einer Tätigkeit "selbstständig und regelmäßig" nachgehen und wenn Sie das Gewerbe "entgeltlich" und "zum Erzielen von Gewinnen" betreiben. Dabei spielt die Rechtsform des Betriebes im Übrigen keine Rolle.
----------Zitat-Ende --------------
... und die Höhe des tatsächlich erzielten Umsatzes auch nicht.

2.
Sie brauchen sich weder bei der IHK noch bei der Handwerkskammer zu melden: Nach Ihrer Gewerbeanmeldung beim Ordnungs- oder Gewerbeamt Ihrer Gemeinde erfolgt die Meldung bei der passenden Kammer automatisch. Vermutlich werden Sie Mitglied der Handwerkskammer. Ihr Betrieb könnte als eine Art Goldschmiede eingestuft werden. Zulassungspflichtig ist dieses Handwerk nicht mehr.

3.
"Die" Unternehmenssteuer gibt es nicht. Grundsätzlich können drei Steuerarten auf Sie zukommen:
* Umsatzsteuer: davon können Sie - grob gesagt - befreit werden, solange Ihr Jahresumsatz 17.500 Euro nicht überschreitet.
* Gewerbesteuer: fällt erst an, sobald der Gewinn - grob gesagt - 24.500 Euro übersteigt.
* Einkommensteuer: "Einkünfte aus Gewerbebetrieb" erhöhen Ihr sonstige Einkommen, auf das Sie Einkommensteuer zahlen.

Einen Grundlagenbeitrag zu den verschiedenen Steuerarten mit Hinweisen auf weiterführende Informationen finden Sie auf folgender Seite von akademie.de:
https://www.akademie.de/wissen/uebersicht-unternehmenssteuern/betrieblic...

Ausführliche Informationen zum Thema nebenberufliche Selbstständigkeit bietet unser Praxisleitfaden
"Nebenberuflich selbstständig: Tipps und Informationen für Ihre Gründung im Nebenerwerb"
https://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank für die schnelle

Vielen Dank für die schnelle Antwort, nur noch eine kurze Frage, ist die Mitgliedschaft in der handwerkskammer umsonst ?

Antwort: Vielen Dank für die schnelle

Guten Tag,
danke für die freundliche Rückmeldung:

Nein, die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer ist noarmalerweise _nicht_ kostenlos. Für Gründer und Betriebe mit sehr geringen Gewinnen gibt es aber Ausnahmen. Ausführlichere Informationen finden Sie im Beitrag "Zwangsmitgliedschaft in IHK und Handwerkskammer: Wer muss mit welchen Beiträgen rechnen?"
https://www.akademie.de/wissen/ihk-hwk-beitraege

Viele Grüße
Robert Chromow

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