Gewerbeanmeldung - 10 Fragen, 10 Antworten

Wer Gewerbetreibender ist, welche Unterlagen benötigt werden und wie Sie sich anmelden

Von: Hans-Joachim Brüser
Stand: 25. Juni 2012 (aktualisiert)
4.45
(20)
Beitrag bewerten
Kommentar schreiben

Downloads zu diesem Beitrag

Newsletter abonnieren

Beim Start in die Selbstständigkeit sind alle Gewerbetreibenden verpflichtet, ihr Gewerbe anzumelden. Häufig ist jedoch nicht klar, wer überhaupt Gewerbetreibender ist, was an Unterlagen benötigt wird und wie die Anmeldung im Einzelnen funktioniert. Wir klären auf.

(Dieser Beitrag liefert die wichtigen Fakten zur Gewerbeanmeldung im schnellen Überblick. Praxistipps und Erläuterungen zu diesem Thema, aber auch zur Anmeldung beim Finanzamt und zum Umsatzsteuerverfahren, finden Sie in unserem Beitrag "Gründung, Anmeldungen, Genehmigungen: Unternehmer werden ist nicht schwer!".)

1. Wer muss eine Gewerbeanmeldung durchführen?

Jeder Gründer ist zugleich "Gewerbetreibender". Wer dieser überschaubaren Definition nach Gewerbetreibender ist, muss sein Gewerbe in jedem Fall anmelden. Ausnahme: Sie sind Freiberufler oder in der Landwirtschaft selbstständig Tätiger.

Nach der Gewerbeordnung üben Sie ein Gewerbe aus, wenn Sie einer Tätigkeit "selbstständig und regelmäßig" nachgehen und wenn Sie das Gewerbe "entgeltlich" und "zum Erzielen von Gewinnen" betreiben. Dabei spielt die Rechtsform des Betriebes im Übrigen keine Rolle.

2. Wer hat mit einer Gewerbeanmeldung nichts zu tun?

Angehörige der 'Freien Berufe' müssen sich nicht anmelden. Dies sind insbesondere die so genannten "Katalogberufe": Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Künstler oder Schriftsteller. Auch medizinische Berufe, wie Physio- oder Ergotherapeuten, gelten als Freiberufler.

(Freiberufler müssen sich jedoch beim Finanzamt anmelden).

Nachweise

Die meisten freien Berufe erfordern den Nachweis von berufsqualifikatorischen, zum Teil sogar finanziellen und baulichen Voraussetzungen. Es kann sich also keiner selbst aussuchen, ob er eine selbständige Tätigkeit als Gewerbetreibender oder als Freiberufler ausüben möchte.

Nicht zum Gewerbeamt muss der Bereich der 'Urproduktion', also Selbstständige aus den Bereichen Fischerei, Bergbau sowie der Land- und Forstwirtschaft. Ebenfalls nicht anmeldepflichtig ist, wer eigenes Vermögen verwaltet, etwa indem er eigene Grundstücke oder Gebäude verpachtet oder vermietet.

3. Wann müssen Sie ein Gewerbe anmelden, was ist bei späteren Veränderungen?

Anmeldepflichtig sind Sie, sobald Sie eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen bzw. wenn Sie einen bereits bestehenden Betrieb übernehmen.

Ebenfalls meldepflichtig sind Sie, wenn die unternehmerische Tätigkeit verändert oder ausgeweitet wird. Das gleiche gilt für den Umzug in eine andere Kommune - auch das müssen Sie melden.

Außerdem muss das Gewerbeamt informiert werden, wenn Sie die Rechtsform Ihres Betriebes oder die Art der gewerblichen Tätigkeit ändern. Auskunftspflichtig sind Sie auch, wenn Sie den Betrieb einstellen oder wenn Sie einen neuen Gesellschafter aufnehmen.

4. Wie funktioniert eine Gewerbeanmeldung?

Ganz einfach: Sie melden Ihr Gewerbe beim Gewerbeamt der jeweiligen Kommune an. Im häufigsten Fall ist das Gewerbeamt Teil des Ordnungsamts ("Gewerbemeldestelle"). Die Anmeldung können Sie persönlich auf dem Amt vornehmen, gelegentlich auch schriftlich oder - in modernen Stadtverwaltungen - auch via Internet.

Wichtig ist, dass der Gewerbetreibende die Anmeldung selbst vornimmt. Bei einem Einzelunternehmen ist dies der Inhaber, bei einer Personengesellschaft der oder die geschäftsführenden Gesellschafter. Handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, ist der/die vertretungsberechtigte/n Geschäftsführer zuständig.

5. Welche Unterlagen benötigen Sie für die Anmeldung?

Sie benötigen nur Ihren Personalausweis oder Ihren Reisepass, um sich ausweisen zu können. Ist das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen (z. B. GmbH), müssen Sie den Handelsregisterauszug sowie den notariell beglaubigten Gesellschaftsvertrag vorlegen.

Ausländer

Ausländische Staatsbürger, die nicht aus EU-Ländern kommen, müssen eine Aufenthaltsgenehmigung der jeweiligen Ausländerbehörde vorlegen. Die Genehmigung muss die Erlaubnis beinhalten, dass ein Gewerbe betrieben werden darf.

6. Für welche Gewerbe sind besondere Erlaubnisse oder Zulassungen erforderlich?

In Deutschland herrscht Gewerbefreiheit, d. h. für die Ausübung der weitaus meisten Gewerbe ist keine besondere Erlaubnis erforderlich. In bestimmten Branchen ist aber eine spezielle Erlaubnis notwendig. Diese speziellen Regelungen für bestimmte Tätigkeitsfelder gehen dann zum Teil deutlich über die reine Gewerbeanmeldung hinaus.

Wird eines der sogenannten "überwachungsbedürftigen" Gewerbe angemeldet (z.B. Auskunftei, Detektei, Ehe-/Partnervermittlung, Alt- und Gebrauchtwarenhandel, Reisebüro), so verlangt das Gewerbeamt ein polizeiliches Führungszeugnis ("zur Vorlage bei Behörden") sowie einen Auszug des Gewerbezentralregisters.

Die meisten dieser zusätzlichen Anforderungen lassen sich in drei Kategorien beschreiben:

  • persönliche Zuverlässigkeit: Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, Auszug aus dem Gewerbezentralregister sowie Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts.

  • sachliche Voraussetzungen: z. B. Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (vor allem durch Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis), erforderlicher Zustand der Gewerberäume.

  • fachliche Voraussetzung: Als Nachweis hierfür dienen - je nach geforderter Qualifikation - die Teilnahme an einer Weiterbildung (häufig bei der IHK), eine Ausbildung oder ein Studium.

Die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten sind weiter unten aufgeführt, lassen sich aber auch in der Gewerbeordnung nachlesen.

7. Was ist mit der Gewerbeanmeldung im Handwerk?

In Deutschland ist nach wie vor der Betrieb eines Handwerks-Unternehmens besonders stark reglementiert: Ein Handwerksunternehmen darf nur führen, wer eine Meisterprüfung abgelegt hat. Bei einer GmbH genügt, wenn ein Meister als technischer Betriebsführer eingestellt ist (der Betriebsinhaber selbst muss also kein Meister sein!).

Ausnahmeregelungen bestehen zudem bei so genannten "Altgesellen". In jedem Fall ist eine Anmeldung bei der Handwerkskammer mit entsprechenden Nachweisen notwendig (Eintrag in die Handwerkerrolle).

In der so genannten "Anlage B" der Handwerksordnung werden die Berufe aufgelistet, die auch ohne Meisterbrief ausgeübt werden dürfen (Fliesenleger, Gebäudereiniger, Raumausstatter etc.).

Zudem gibt es die "handwerksähnlichen Berufe", für die es überhaupt keine Berufszulassungsbeschränkungen gibt (Kosmetiker, Rohr- und Kanalreiniger, Änderungsschneider u. a.). Diese handwerksähnlichen Berufe benötigen keinen Meisterbrief (kennen ihn zum Teil auch gar nicht als Abschluss einer Ausbildung).

Nachweise, Handwerkerrolle

Bei der Gewerbeanmeldung müssen entsprechende Nachweise vorgelegt werden. Diese sollten Sie vorab mit der Handwerkskammer abstimmen. In der Handwerkskammer können Sie auch die Eintragung in die Handwerkerrolle beantragen. Sie benötigen dazu:

  1. den Antrag (!) auf Eintragung in die Handwerksrolle;

  2. den Meisterbrief in beglaubigter Ablichtung oder Nachweise nach Ziffer II. B-D Handwerksordnung:

    - Nachweis (Hoch-) Schulabschluss,
    - Ausnahmebewilligung,
    - Ausübungsberechtigung des Inhabers bzw. des Betriebsleiters;

  3. eine Betriebsleiterklärung, sofern ein technischer Betriebsleiter eingestellt wurde;

  4. unter Umständen: Ein Anstellungsvertrag (in Kopie) mit dem Betriebsleiter, mit Angaben über die wöchentliche Arbeitszeit und das monatliche Entgelt;

  5. eine Bescheinigung der Krankenkasse über die Anmeldung zur gesetzlichen Sozialversicherung;

  6. unter Umständen: Handelsregisterauszug. Nur erforderlich, soweit das Einzelunternehmen (freiwillig) im Handelsregister eingetragen ist oder bei der Gründung einer juristischen Person.

8. Wie muss ich meine Tätigkeit in der Gewerbeanmeldung beschreiben?

Der Gegenstand der gewerblichen Tätigkeit ist möglichst genau zu bezeichnen. Aus Ihren Angaben sollte also hervorgehen, welche Dienstleistungen oder Waren Ihr Angebot umfasst, bspw. den "Betrieb eines Elektroinstallationsbetriebes".

Betreiben Sie Handel, sollten Sie z. B. angeben, ob es um Groß- oder Einzelhandel geht. Die Warengruppen müssen Sie zwar nicht im Detail, sehr wohl aber mit Oberbegriffen (zum Beispiel "Einzelhandel mit Textilien") angeben.

9. Was passiert sonst noch bei einer Gewerbeanmeldung?

Das Gewerbeamt informiert verschiedene Behörden über die Anmeldung, insbesondere die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder die Handwerkskammer (HWK) sowie die Krankenkasse.

Besonders wichtig ist die Meldung an das zuständige Finanzamt: Heute ist es üblich, dass man Ihnen bei der Gewerbeanmeldung bei der Gewerbemeldestelle der zuständigen Kommune direkt den Fragebogen der Finanzverwaltung aushändigt. Dies gilt, soweit Sie überhaupt noch persönlich zur Stadt-/Gemeindeverwaltung gehen und die Gewerbeanmeldung — wie häufig möglich — nicht auf dem Online-Wege vornehmen. Falls Sie also von der Stadtverwaltung den Fragebogen nicht erhalten, werden Sie ihn innerhalb weniger Tage von Ihrem zuständigen Finanzamt zugeschickt bekommen. Mit diesem umfangreichen Fragebogen „zur steuerlichen Erfassung“ teilen Sie dem Finanzamt u. a. mit, in welchem Umfang (geplanter Umsatz + Gewinn) Sie tätig werden.

Nie ohne Berater!

Füllen Sie diesen Erhebungsbogen des Finanzamtes gemeinsam mit Ihrem Existenzgründungsberater oder mit einem Steuerberater aus! Die Angaben zum künftigen Umsatz und Gewinn müssen natürlich realistisch sein, sie entscheiden aber auch über die Höhe eventueller Einkommensteuer-Vorauszahlungen — Euphorie oder Überschwang sind also nicht angebracht!

10. Was kostet das alles?

Die Bearbeitungsgebühr einer Gewerbeanmeldung ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Bei einigen ist sie kostenlos, in der Mehrheit liegt die Gebühr irgendwo zwischen 20 - 40 Euro. Gewerbeummeldungen oder Änderungen im Bestimmungszweck schlagen mit unter 20 Euro zu Buche.

Deutlich teurer sind die diversen Qualifikationen bzw. Unterweisungen und Bescheinigungen, die als Nachweise der fachlichen bzw. sachlichen Voraussetzungen und der persönlichen Zuverlässigkeit zu beschaffen sind. Je nach Tätigkeit müssen hierfür mehrere hundert Euro eingeplant werden.

Hinweise für die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten

  • Apotheke: Nach dem Gesetz über das Apothekenwesen darf nur der approbierte Apotheker mit einer besonderen Erlaubnis eine Apotheke eröffnen. Die Erlaubnis wird für ganz konkrete Geschäftsräume erteilt.

  • Arbeitnehmerüberlassung: Nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz bedarf es einer Erlaubnis des Landesarbeitsamtes, wenn ein Arbeitgeber gewerbsmäßig Dritten Leiharbeitnehmer zur Arbeitsleistung überlassen will.

  • Bauträger/Baubetreuer: Gemäß § 34 c Gewerbeordnung bedarf einer Erlaubnis, wer Bauvorhaben als Bauherr im eigenen Namen vorbereitet oder durchführt und dazu fremde Vermögenswerte verwendet (Bauträger) oder auch, wer als Baubetreuer in fremdem Namen Bauvorhaben wirtschaftlich vorbereitet oder durchführt.

  • Bewachungsgewerbe: Die gewerbsmäßige Bewachung von Leben oder Eigentum fremder Personen bedarf der Erlaubnis nach § 34 a Gewerbeordnung. Wer bestimmte Bewachungstätigkeiten ausübt, muss grundsätzlich eine anspruchsvolle Sachkundeprüfung absolvieren.

  • Einzelhandel: Die Ausübung einer Einzelhandelstätigkeit mit Hackfleisch, Arzneimitteln, Wirbeltieren, Schusswaffen und Munition ist gestattungspflichtig.

  • Finanzdienstleistungen: Wer gewerbsmäßig (oder in einem eine kaufmännische Einrichtung erfordernden Umfang) Finanzdienstleistungen sowie Finanzkommissionsgeschäfte oder Emissionsgeschäfte nach dem Kreditwesengesetz erbringen will, muss die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht haben. Sie muss vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit vorliegen. Das Betreiben der vorgenannten Geschäfte ohne Erlaubnis ist ein Straftatbestand!

  • Gaststätten/Hotels: Der Betrieb von Schankwirtschaften, Speisewirtschaften und Beherbergungsbetrieben bedarf nach dem Gaststättengesetz einer Erlaubnis, die personen-, betriebsart- und raumbezogen ist, wenn alkoholische Getränke ausgeschenkt werden. Unter den Begriff Gaststätte fallen z. B. auch Trinkhallen, Imbissstuben und Kantinen.

    Die Erlaubnis wird für den oder die Antragsteller erteilt, für die bestimmten Räume sowie für die bestimmte Betriebsart. Die Erlaubnis wird nur einer Person erteilt, die u. a. nachweist, dass sie über die Grundzüge der für den in Aussicht genommenen Betrieb notwendigen lebensmittelrechtlichen Kenntnisse unterrichtet worden ist und mit ihnen als vertraut gelten kann ("Gaststättenunterrichtung").

  • Großhandel: Die Großhandelstätigkeit ist grundsätzlich erlaubnisfrei. Ausnahmen gelten z. B. für den Handel mit Chemikalien und Sprengstoffen.

  • Güterbeförderung: Nach dem Güterkraftverkehrsgesetz bedarf die Beförderung von Gütern für Dritte mit Kraftfahrzeugen, deren zulässiges Gesamtgewicht über 3,5 t liegt, einer Erlaubnis der hierfür zuständigen Verkehrsbehörde. Für grenzüberschreitende Güterkraftverkehre mit Staaten der Europäischen Union und den zusätzlichen, nicht zur EU gehörenden Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), d. h. Norwegen, Island und Liechtenstein, wird eine so genannte Gemeinschaftslizenz (auch "EG-Lizenz" genannt) benötigt.

    Die entsprechenden Erlaubnisse im Güterkraftverkehrsgewerbe werden nur dann erteilt, wenn der Antragsteller seine fachliche Eignung durch entsprechende leitende Tätigkeit, bestimmte Abschlussprüfungen oder durch eine Fachkundeprüfung nachweist. Daneben werden seine Zuverlässigkeit und die finanzielle Leistungsfähigkeit des Betriebes überprüft.

  • Handwerk: Nach § 1 der Handwerksordnung ist die Handwerksrolleneintragung Voraussetzung für den selbständigen Betrieb eines Handwerks als stehendes Gewerbe. Für die Eintragung in die Handwerksrolle ist die Meisterprüfung oder eine Ausnahmebewilligung notwendig. Eine Eintragung in die Handwerksrolle ist nicht erforderlich, wenn es sich um einen "industriellen" Betrieb handelt. Merkmale hierfür sind z. B. ein hoher Automatisierungsgrad, Vorratsproduktion, serienmäßiges Fertigungsverfahren und überregionaler Absatz.

  • Inkasso-Unternehmen: Die gewerbsmäßige Einziehung fremder oder abgetretener Forderungen ist erlaubnispflichtig. Die Erlaubnis ist bei dem Präsidenten des örtlich zuständigen Land-/ Amtsgerichts zu beantragen. Wesentliche Voraussetzungen für ihre Erteilung sind Zuverlässigkeit und geordnete wirtschaftliche Verhältnisse sowie ein Sachkundenachweis, nämlich ausreichende theoretische Rechtskenntnisse und praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Forderungseinziehung.

  • Kreditwesen/Kapitalanlagen: Das Betreiben von Bankgeschäften ist gemäß § 1 Gesetz über das Kreditwesen erlaubnispflichtig. Zuständige Behörde ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Ebenso bedarf das Betreiben einer Kapitalanlagegesellschaft der Erlaubnis durch die Bundesanstalt.

  • Maklergewerbe: Die gewerbsmäßige Vermittlung des Abschlusses von Verträgen über Grundstücke, Wohnräume, Darlehen und Kapitalanlagen oder der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss solcher Verträge bedarf gemäß § 34 c Gewerbeordnung einer Erlaubnis. Zusätzlich ist die Makler- und Bauträgerverordnung zu beachten, die dem Gewerbetreibenden die Pflicht zu Sicherheitsleistungen und zum Abschluss von Versicherungen auferlegt.

  • Personenbeförderung: Nach dem Personenbeförderungsgesetz ist die entgeltliche oder geschäftsmäßige Beförderung von Personen mit Kraftfahrzeugen (Omnibusse, Personenkraftwagen) genehmigungspflichtig.

    Genehmigungsbehörde für den Linienverkehr sowie für den Gelegenheitsverkehr mit Omnibussen (Ausflugsfahrten, Ferienzielreisen) ist der zuständige Regierungspräsident.

    Genehmigungsbehörden für den Taxen- und Mietwagenverkehr sind die unteren Verkehrsbehörden.

    Der Unternehmer oder die zur Führung der Geschäfte bestellte Person muss die fachliche Eignung eines Taxen- und Mietwagenunternehmens nachweisen entweder:

    - durch eine Fachkundeprüfung vor der zuständigen IHK oder

    - durch eine nachweisbare, mindestens dreijährige leitende Tätigkeit in Unternehmen des Straßenpersonenverkehrs oder

    - durch eine bestandene Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf (z. B. Verkehrsfachwirt) oder eine berufliche Weiterbildung auf diesen Gebieten.

  • Reisegewerbe: Zum Vertreiben von Waren oder zum Anbieten von Dienstleistungen durch Direktvertrieb an der Haustür oder Verkaufsstände auf der Straße (Reisegewerbe) ist gemäß § 55 Gewerbeordnung der Besitz einer Reisegewerbekarte erforderlich.

    Neben der Reisegewerbekarte bedarf es einer besonderen Anzeige, wenn im Rahmen eines Wanderlagers vorübergehend Waren vertrieben werden sollen. Dies liegt vor, wenn der Verkauf außerhalb der gewerblichen Niederlassung des Gewerbetreibenden, z.B. in Räumen einer Gaststätte, in einem Kraftwagen oder auch bei so genannten Kaffeefahrten durchgeführt wird.

  • Sachverständigentätigkeit: Die Tätigkeit als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger ist gemäß § 36 Gewerbeordnung von einer entsprechenden Bestellung für ein bestimmtes Gebiet durch die zuständige Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer oder das Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Landesentwicklung abhängig. Auf die Bestellung und Vereidigung besteht kein Rechtsanspruch; sie setzt besondere Sachkunde und Vertrauenswürdigkeit voraus. (Die Tätigkeit als Sachverständiger ohne öffentliche Bestellung und Vereidigung ist erlaubnisfrei, da die Bezeichnung "Sachverständiger" nicht gesetzlich geschützt ist!)

  • Spielgeräte: Gemäß § 33 c Gewerbeordnung bedarf die Aufstellung von Spielgeräten, der Betrieb von Spielhallen sowie die gewerbsmäßige Durchführung von Spielen mit Gewinnmöglichkeiten der Erlaubnis.

  • Versteigerergewerbe: Gemäß § 34 b Gewerbeordnung ist die gewerbsmäßige Versteigerung erlaubnispflichtig. Neben § 34 b Gewerbeordnung ist die Versteigererverordnung, in der dem Versteigerer besondere Pflichten auferlegt werden, zu beachten.

  • Versicherungsberater: Wer Dritte über Versicherungen beraten will (Versicherungsberater), ohne von einem Versicherungsunternehmen wirtschaftlich oder in anderer Weise abhängig zu sein, bedarf gem. § 34 e Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

  • Versicherungsvermittler: Ein Versicherungsmakler oder -vertreter, der den Abschluss von Versicherungsverträgen vermittelt (Versicherungsvermittler), bedarf gem. § 34 d Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

    Die Regelungen seit 2007 sehen eine Erlaubnis- und Registrierungspflicht für selbständige Versicherungsvermittler und -berater vor sowie bestimmte Dokumentations- und Informationspflichten. Insbesondere ist die Zulassung an das Vorliegen einer ausreichenden Sachkunde und Vermögensschadenabsicherung für die Kunden geknüpft.

Auch wenn das Gewerbeamt bereits eine Anmeldung bestätigt hat, kann das Gewerbe noch im Nachhinein untersagt werden, wenn die persönliche Zuverlässigkeit des Gründers nicht gewährleistet ist!

Beitrag bewerten

Ihre Wertung:

 

Neu Gewerbeanmeldung

Guten tag ,
ich vor zwei Jahren registriert Klein Geverbe ,
ab 12.2014 habe Gewerbe-Abmeldung gemacht, das war eine fehler !
Frage: könnte ich wieder diese Gewerbe anmelden ( mit neu Name) oder must eine neue gewerbe ..
Bitte schnelle antwort !
mfg
Lyubenov

Für App Store

Sehr geehrter Herr Brüser,

vielen Dank für tollen Beitrag, welche vieler meiner Fragen schon prima beantwortet hat. Leider Antwort einer wichtigen Frage konnte ich nirgendwo finden.

Ich komme aus Indien. Für nicht Eu Bürger wie alles mit Gewerbeschein und Freiberufler läuft habe ich bereits gelesen (http://www.deutsch-werden.de/gewerbe-anmeldung-deutschland-fuer-eu-nicht...). Es gibt Gewerbepflicht für alle außer Freiberufe. Aber als App-Entwickler bin ich Freiberufler oder nicht? Reicht wenn ich Jahresende nur Finanzamt meine Gewinne erteile? Oder mache ich mich dadurch strafbar?

Vielen Herzlichen Dank!

Mani

Antwort: Für App Store

Hallo Mani,
danke für Ihr nettes Feedback!

Die Abgrenzung zwischen gewerblichen und freiberuflichen Tätigkeiten ist schwierig und oft umstritten. Selbstständige Software-Entwickler werden von den Gerichten meistens jedoch als als Gewerbetreibende eingestuft - zuletzt zum Beispiel vom Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht:
https://openjur.de/u/433596.html
Im Einzelfall kann die Einstufung jedoch anders ausfallen. Am besten sprechen Sie mit einem Steuerberater über Ihren konkreten Fall. Oder Sie besorgen sich einen Gewerbeschein und sind auf der sicheren Seite.

Übrigens: Die finanziellen Nachteile von Gewerbetreibenden gegenüber Freiberuflern werden - zumindest bei Solo-Selbstständigen und Kleinunternehmen - oft überschätzt:

* Die Kosten der Anmeldung sind mit 20 bis 40 Euro überschaubar.
* Gewerbesteuer fällt erst ab einem Gewinn von rund 25.000 Euro an und kann ganz oder überwiegend auf die Einkommensteuer angerechnet werden.
* Eine spürbare Zusatzbelastung stellen allerdings die Mitgliedsbeiträge zur Industrie- und Handelskammer (IHK) dar, die bei Kleingewerbetreibenden in den ersten zwei bis vier Jahren aber meistens noch nicht erhoben werden. (Manche Freiberufler stehen sich trotzdem besser, weil sie weder der IHK noch einer Freiberuflerkammer angehören.)

Ach so: Wenn Sie ohne Gewerbeschein selbstständig tätig sind und sich beim Finanzamt als Freiberufler angemeldet haben, machen Sie sich nicht strafbar: Selbst wenn Sie unwissentlich gegen die Meldepflichten der Gewerbeordnung verstoßen, ist das keine Straftat, sondern schlimmstenfalls eine Ordnungswidrigkeit.

Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow

Programmierer als freier Beruf

Guten Tag,

für selbstständige Programmierer ist der Freiberufler-Status kein Selbstläufer, auch wenn der Bundesfinanzhof schon vor Jahren die Möglichkeit dafür ausdrücklich bejaht hat (BFH, 04.05.2004 - XI R 9/03), zum Beispiel wenn eine IT-Tätigkeit als Ingenieur ausgeübt wird (BFH 22.9.2009, VIII R 31/07 und oder der Programmierer ingenieurähnlich tätig ist und keine "Trivialsoftware" erstellt, sondern "qualifizierte Software durch eine klassische ingenieurmäßige Vorgehensweise". Ob das auf Sie zutrifft bzw. wie Ihre Chance auf freiberufliche Einstufung steht, besprechen Sie im Detail am Besten mit einem Steuerberater oder Rechtsanwalt.

In jedem Fall aber müssen Sie - auch als Freiberufler - Ihre Selbstständigkeit gleich bei Aufnahme dem Finanzamt melden. Das schickt Ihnen einen Fragebogen zu. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Viel Erfolg wünscht
Ihre akademie.de-Redaktion

Eintrag Handwerksrolle ohne HRB-Auszug

Hallo,

wir sind eine GmbH in Gründung (Handwerksbetrieb) . Somit haben wir noch keinen HRB-Auszug. Allerdings einen beglaubigten Antrag auf denselbigen vom Notar.

Reicht das aus, um sich in die Handwerkerrolle eintragen lassen? Denn so ein Eintrag ins HRB kann schließlich mehrere Wochen dauern. Dann wäre man ja in der Zwischenzeit handlungsunfähig ...

Danke!!!

Antwort: Eintrag Handwerksrolle ohne HRB-Auszug

Guten Tag,
mir fällt auf Anhieb kein Grund ein, warum die Handwerkskammer einer GmbH i.G. mit notariell beglaubigtem HR-Registereintrag den Eintrag in die Handwerksrolle verweigern sollte. Wenn die einschlägigen HWK-Publikationen zutreffen, ist die Eintragung in die Handwerksrolle jedoch tatsächlich erst nach Vorlage des HR-Auszugs möglich. So schreibt die HWK Dresden in ihrer "Checkliste Gründung einer GmbH":
------------ Zitat ----------------
Weiterer Ablauf und Weg der Beantragung:
* Prüfung der Unterlagen durch Handwerksrolle
* Notar meldet GmbH bei Handelsregister an
* Nach Eintragung im Handelsregister Kopie der Eintragung an Handwerksrolle
* Eintragung in die Handwerksrolle

Wichtiger Hinweis: Erst jetzt kann handwerkliche Tätigkeit aufgenommen werden! Vor Beginn der wirtschaftlichen Tätigkeit ist das Gewerbe anzuzeigen. Im eigenen Interesse sollten die Unterlagen möglichst vollständig eingereicht werden.
----------Zitat-Ende --------------
http://goo.gl/3AtKk7

Endgültige Klarheit bringt bestimmt ein Anruf bei der für Ihren Betrieb zuständigen HWK.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Welchen Schein für selbstgemachte Näharbeiten?

Guten Tag,
ich handarbeite (nähen und stricken) und würde die selbstgemachten Dinge gern online oder in benachbarten Geschäften anbieten. Welchen Gewerbeschein brauche ich?
Ich gehe davon aus, dass ich erstmal nicht viel Umsatz damit machen werde, was muss oder soll ich dem Finanzamt melden?

Vielen Dank im voraus für die Hilfe :-)
Mfg
S.B.

Antwort: Welchen Schein für selbstgemachte Näharbeiten?

Guten Tag, S.B.,
es gibt keine nach Branchen unterschiedenen Gewerbescheine. Alles Weitere steht im Beitrag weiter oben. Welche Angaben Gewerbetreibende gegenüber dem Finanzamt machen müssen, können Sie im Beitrag ...
"Fragebogen zur steuerlichen Erfassung: So melden Sie Ihr Unternehmen beim Finanzamt an"
http://www.akademie.de/wissen/fragebogen-steuerliche-erfassung
... nachlesen.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank :-)

Vielen Dank :-)

Gewerbe für Mobile Consumer Produkte

Hallo,

da ich mich mit der Thematik gar nicht auskenne, schreibe ich mal hier. Habe vor einigen Wochen ein Gewerbe angemeldet, gehe noch zur Schule bin verheiratet, keine sorge bin volljährig und werde das Gewerbe Nebenbei machen, wo ich sämtliche Consumer Produkte wie Smartphones, Tablets und Notebooks etc. Repariere und evtl. defekte Ware kaufe, die repariere und weiter verkaufe. Brauche ich dazu einen Meisterbrief oder ähnliches? Falls ja, was ist wenn ich ihn nicht hab? Was muss ich beachten? Muss ich meine einnahmen und ausgaben mit einem Steuerberater machen, oder kann ich es auch daheim selber machen? Bin Dankbar für jede Antwort.

Antwort: Gewerbe für Mobile Consumer Produkte

Guten Tag,
ob die von Ihnen genannten Tätigkeiten nur von einem Meister im Bereich Elektrotechnik ausgeübt werden dürfen, kann ich nicht beurteilen. Falls Sie nicht bei der IHK oder Handwerkskammer nachfragen wollen (um keine schlafenden Hunde zu wecken :-)), können Sie sich unabhängige Anlaufstellen zum Thema "Handwerk(er) ohne Meisterbrief" wenden:
* "Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker"
http://www.buhev.de/ oder beim
* "Interessenverband der freien Handwerkerinnen und Handwerker"
http://www.if-handwerk.de/

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Geschäftsadresse/Niederlassung

Ich bin mit meiner Unternehmensberatungs-GmbH in Thüringen angemeldet und habe jetzt ein zweites Büro in Berlin angemietet zwecks größerer Kundennähe potentieller Berliner Mandanten. Rechnungslegung soll aber immer aus Thüringen erfolgen, von der Hauptstelle.
Meine Frage lautet: "muss ich in Berlin auch ein Gewerbe anmelden"?

Geschäftsadresse

Ja ist zum Teil anmeldepflichtig, da Sie ja dann im Land Berlin auch Steuern zahlen müssen-Voraussetzung dazu:wenn sie Arbeitskräfte in Berlin einstellen. die ja auch angemeldet werden müssen-
Sie melden es als 2.Firmensitz oder Filialbetrieb an, oder als eigenständige Betriebsstätte mit einem Betriebsleiter oder was einfacher ist Sie nehmen eine Briefkastenadresse und zahlen dafür eine Nutzungsgebühr -die vereinbar ist, oder Sie melden es mit Gewerbeschein an und zahlen dann Gewerbesteuer auch in Berlin-das ganze hat nur steuerliche Vorteile- m.f.G. Kepiz 13129 Berlin-Mentor i.R.&jur.Berater i.R. kepiz@outlook.com

Antwort: Geschäftsadresse/Niederlassung

Grundsätzlich ja: Laut 14 § Gewerbeordnung ist auch eine Zweigniederlassung anzeigepflichtig:
http://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__14.html
Die Details des Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater oder Sie fragen direkt beim Gewerbeamt oder Finanzamt nach.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Meisterbrief

Guten tag,
kann ich als KFZ Meister meinen Meisterbrief in 2 unterschiedlichen
KFZ Werkstatt nutzen.
Mfg

Meisterbrief in 2 Werkstätten

wenn Sie selbst als Inhaber auftreten dann brauchen Sie keinen fremden Meister-wenn sie eine GmbH gründen, dann reicht ebenfalls Ihr Meistertitel- Sie sind Betriebsleiter und Betriebsinhaber und haben gleichzeitig den Meistertitel-das ist doch gut!wenn sie mehr Fragen haben dann bitte unter kepiz@outlook.com- weiterhin viel Erfolg Sascha Kepiz

Gewerbe auf Ehepartner anmelden

Hallo,
ich habe auch eine Frage.
Mein Mann und ich werden übermorgen heiraten. Ich werde in die Steuerklasse 3, mein Mann in die 5 wechseln. Er ist momentan Hausmann hat also kein eigenes Einkommen und ist über mich Famielenversichert.

Da wir nebenbei noch als Promoter arbeiten wollen haben wir nun überlegt ob ich ein Gewerbe anmelde über das die komplette Rechnungsstellung für uns läuft.

Ist das zulässig?

LG aus Köln

Antwort: Gewerbe auf Ehepartner anmelden

Hallo,
wenn ich Sie richtig verstanden habe, möchten Sie wissen, ob es zulässig ist, der gesetzlichen Krankenversicherung Informationen über Einkünfte Ihres Mannes vorzuenthalten. Eindeutige Antwort: Nein, das ist nicht zulässig.

Selbstverständlich dürfen Sie ein Gewerbe gründen und Promotion-Dienstleistungen anbieten. Zulässig ist auch, dass Sie Ihren Mann als selbstständigen Promoter beauftragen (sofern die Selbstständigkeitskriterien erfüllt sind) oder als Arbeitnehmer beschäftigen - bis zur Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro pro Monat sind für ihn auch keine individuellen Sozialversicherungsabgaben fällig.

Als Minijobber mit Einkünften bis zur Geringfügigkeitsgrenze käme er sogar ganz offiziell weiter in den Genuss der Familienversicherung. Das ändert aber nichts daran, dass er seine Einkünfte gegenüber der Krankenkasse offenlegen muss. Weitere Informationen zu Familienversicherung finden Sie bei akademie.de zum Beispiel im Beitrag
http://www.akademie.de/wissen/krankenversicherung-gruender-familienversi...

Viel Erfolg, eine schöne Hochzeit und ein glückliches Eheleben wünscht
Robert Chromow

Kleingewerbe Trödelmarkt

hallo ich möchte nebenberuflich ein kleingewerbe/Reisegewerbe anmelden, Wahre von Großhändlern einkaufen und auf Trödelmärkten weiter verkaufen. Wie mache ich das den mit den Rechnungen da in der Regel auf Trödelmärkten keine ausghändigt werden kann ich diese dann selber schreiben für die Jährliche Steuererklärung? Und kann ich direkt von vornerein ein Kleingewerbe anmelden da ich Wahre für c.a 3000 einkaufen werde und mir eine gewinnerziehlung von 2-3000 erhoffe und das in einem zeitraum von c.a 10 monaten? was ist noch zu beachten welche kosten kommen noch auf mich zu undwelche laufenden? danke schomal im voraus

Antwort: Kleingewerbe Trödelmarkt

Guten Tag,
bei Verkauf an Privatkunden brauchen Sie grundsätzlich keine Rechnung auszustellen. Am besten verwenden Sie einen Quittungsblock mit Durchschrift: Auf diese Weise haben Ihre Kunden einen Zahlungsnachweis und Sie selbst eine komplette Übersicht über alle Verkäufe / Einnahmen.

Was die Anmeldung des Kleingewerbes betrifft: Auch für ein Kleingewerbe brauchen Sie einen "normalen" Gewerbeschein. Die Anmeldung erledigen Sie beim Ordnungs-/Gewerbeamt Ihrer Gemeinde. Außerdem müssen Sie den "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" einer gewerblichen Tätigkeit ausfüllen, den Sie nach der Gewerbeanmeldung automatisch vom Finanzamt zugeschickt bekommen. Falls Ihre Umsätze bei, wie Sie schreiben, 5.000 bis 6.000 Euro liegen, können Sie den Kleinunternehmer-Status im Sinne des § 19 UStG in Anspruch nehmen (der gilt bis zu einem jährlichen Gesamtumsatz von 17.500 Euro).

Alle weiteren wichtigen Informationen zur Gründung eines nebenberuflichen Kleingewerbes finden Sie in unserem Leitfaden "Nebenberuflich selbstständig"
http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Online-shop

Was muss ich beachten, wenn ich einen Online-shop eröffne?
Ist es Großhandel oder Einzelhandel wenn ich z.B. Handyhüllen verkaufe?
Bin für jede Antwort dankbar.

Antwort: Online-shop

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir wissen Ihr Vertrauen zu schätzen - eine Komplett-Beratung rund um die Eröffnung eines Online-Shops ist an dieser Stelle jedoch nicht möglich. Falls Sie mit dem Gedanken an die nebenberufliche Gründung spielen, werfen Sie am besten einmal einen Blick auf den Praxisleitfaden "Nebenberuflich selbstständig"
http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig. Dort finden Sie einen guten ersten Überblick über Gründungsformalia, Genehmigungen, Steuern, Buchführung, Kalkulation, Kundenakquise etc. Außerdem gibt es in den einzelnen Kapiteln eine Menge Hinweise auf weiterführende Informationen.

Zu Ihrer konkreten Frage: Ob Ihr Vorhaben als Groß- oder Einzelhandel gilt, hängt davon ab, an wen Sie die Handyhüllen verkaufen: Wenn Sie sich an Geschäftskunden (Wiederverkäufer, Weiterverarbeiter und andere Gewerbetreibende) wenden, handelt es sich um einen Großhandel. Sind Ihre Kunden Privatleute ("Verbraucher") handelt es sich um einen Einzelhandel.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Bin ich als Fußpflegerin bei

Bin ich als Fußpflegerin bei der Handwerkskammer meldepflichtig?

Antwort: Fußpflegerin

Guten Tag,
ob Sie als Fußpflegerin einer Kammer angehören (und wenn ja, zur Handwerkskammer oder zur Industrie- und Handelskammer), hängt meines Wissens von der Ausgestaltung Ihrer Tätigkeit ab: Falls Sie kosmetische Fußpflege anbieten, werden Sie unter Umständen als Kosmetikerin und damit als "zulassungsfreies Handwerk / handwerksähnliches Gewerbe" gem. "Anlage B" der Handwerksordnung:
http://www.gesetze-im-internet.de/hwo/anlage_b_199.html
... eingestuft. Medizinische Fußpflege / Podologie gilt dagegen m. W. als heilberufliche Tätigkeit. In dem Fall wäre es eine freiberufliche (= selbstständige) Tätigkeit, kein Gewerbe. Es gibt aber offenbar auch Fälle, in denen Fußpfleger zur IHK gehören. Welche Kriterien auf Ihren Einzelfall zutreffen, erfragen Sie am besten bei Ihrem Berufs- oder Branchenverband, z. B. beim "Zentralverband der Podologen und Fusspfleger Deutschlands e.V."
http://www.zfd.de/

Ach so: Die Unterschiede zwischen medizinischer und kosmetischer Fußpflege sind Ihnen vermutlich bekannt. Wenn nicht, finden Sie zum Beispiel auf den Seiten der Handelskammer Hamburg einen Überblick zum Thema:
http://www.hk24.de/unternehmensfoerderung_und_start/unternehmensgruendun...

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Medizinische oder kosmetische Fußpflege?

Guten Tag,

das hängt m. W. vom Tätigkeitsschwerpunkt ab:

wer medizinische Fußpflegerin/Podologin (gemäß § 1 PodG) mit Zulassung durch die entsprechende Landesbehörde des Bundeslandes ist und überwiegend im podologischen Bereich arbeitet, fällt nicht unter die HWK-Pflicht.

Wer erlaubnisfrei als kosmetische Fußpflegerin arbeitet, wird den handwerklichen Berufen zugeordnet und kann zu HWK-Beiträgen herangezogen werden.

Die Einzelheiten besprechen Sie am besten mit Ihrem Rechtsanwalt oder den Ansprechpartners Ihres Berufsverbandes, z. B. dem "Bundesverband Kosmetik- und Fußpflegebetriebe Deutschlands e.V".

Beste Grüße

Ihre akademie.de-Redaktion

Gewerbe für GameServer

Ich habe diese Frage bereits mehrmals als unbeantwortet gefunden.
Wenn ich einen Gameserver eröffne (in diesem Fall Minecraft) und dort spezielle Rechte anbiete für Geld, muss ich dann ein Gewerbe anmelden?
Was ist wenn die monatlichen Einnahmen unter nen Ausgaben bleiben?
Oder lässt sich sowas als Spende bezeichnen oÄ?

Antwort: Gewerbe für GameServer

Guten Abend,
ich weiß nicht, welches Geschäftsmodell Sie mit einem Minecraft-Gameserver verfolgen. Grundsätzlich klingt das Einräumen "spezieller Rechte" gegen Geld nach einem Gewerbebetrieb. Dagegen spricht nicht, dass dabei - zumal in der Anfangsphase - die Einnahmen unter den Ausgaben bleiben. Falls das auf Dauer so ist, kann die "Gewinnerzielungsabsicht" und damit der Gewerbestatus in Zweifel gezogen werden.

Wenn von vornherein keine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt (weil es z. B. darum geht, Gleichgesinnten eine nicht-gewerbliche Spiele-Umgebung zur Verfügung zu stellen und die Kosten umzulegen), könnten Sie auch über eine Vereinsgründung nachdenken. Das kann ein eingetragener oder auch ein nicht-eingetragener Verein sein.

Weiterführenden Informationen finden Sie bei akademie.de z. B. in folgenden Beiträgen:
http://www.akademie.de/wissen/e-v-leitfaden-verein-gruenden
http://www.akademie.de/wissen/vereinsgruendung-ohne-buerokratie

So oder so: Die Einzelheiten Ihres Vorhabens besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater - oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Kleinunternehmer

Mich würde interessieren, wenn man bei der Gewerbeanmeldung
"Handel mit gebrauchter Haushaltselektronik" angibt und somit nur im Bereich Handel tätig wird, ob es trotzdem möglich ist ein solches Gerät vor dem Verkauf selbst zu reparieren wenn es defekt ist.

Hintergrund: Vorher stand zusätzlich noch in der Gewerbeanmeldung "Reparatur" worauf hin der Sachbearbeiter zusätzlich bei Art des angemeldeten Betriebes "Handwerk" mit ankreuzte.
Daraufhin kam dann Post von der Handwerkskammer. Nach einem Anruf
wurde klar, dass ohne Meisterbrief keine Reparatur oder Instandsetzung erfolgen darf. Meisterbrief ist natürlich nicht vorhanden. Daraufhin wurde die Gewerbeanmeldung geändert.

Da frage ich mich ob alle, egal ob privat oder gewerblich handelnde Menschen, welche z.B. auf Ebay ein selbst repariertes Elektrogerät anbieten und in der Artikelbeschreibung angeben "Vom Verkäufer generalüberholt" im Besitz eines Meisterbriefes sind.

Ständen ja dann alle mit einem Bein im Gefängnis.

Antwort: Kleinunternehmer

Guten Abend,
ob es sich um einen Kleinunternehmer handelt oder nicht, spielt bei Ihrer Frage grundsätzlich keine Rolle. Auch die Formulierung der Tätigkeitsbeschreibung in der Gewerbeanmeldung ist nicht ausschlaggebend. Entscheidend für die Frage, ob man für die Ausübung eines Gewerbes einen Meisterbrief braucht oder oder nicht, ist allein die tatsächliche Praxis.

Ob die von Ihnen genannten Tätigkeiten nur von einem Meister im Bereich Elektrotechnik ausgeübt werden dürfen, wage ich nicht zu beurteilen. Wer einen eigenhändig reparierten Toaster via Ebay verkauft, muss meines Wissens aber nicht gleich mit einer Gefängnisstrafe rechnen. :-)

Ihre Sorgen kann ich aber nachvollziehen: Unabhängige Informationen zu diesem und ähnlichen Themen bekommen Handwerker ohne Meisterbrief übrigens beim
* "Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker"
http://www.buhev.de/ oder beim
* "Interessenverband der freien Handwerkerinnen und Handwerker"
http://www.if-handwerk.de/

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kleingewerbe

Hallo,

ich würde gern ein keleingewerbe anmelden und und eine Pizzeria arbeiten zu wollen auf selbständiger weise.
würd ein gehalt von 1000€ bekommen.
Meine Frage jetz. Reicht ein Kleingewerbe?
Muss ich Umsatzsteuer bahlen?
Oder wird nur Ende des Jahres ein Steuerausgleich gemacht?
Muss ich bei 1000€ monatlich viel Steuer Ende des Jahres bezahlen?

Grüße Ricci

Mitglied werden, Vorteile nutzen!

  • Sie können alles lesen und herunterladen: Beiträge, PDF-Dateien und Zusatzdateien (Checklisten, Vorlagen, Musterbriefe, Excel-Rechner u.v.a.m.)
  • Unsere Autoren beantworten Ihre Fragen
  • Sie bekommen erhebliche Rabatte auf unsere von Experten geleitete Online-Workshops