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Gewerbeanmeldung - 10 Fragen, 10 Antworten

Wer Gewerbetreibender ist, welche Unterlagen benötigt werden und wie Sie sich anmelden

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Stand: 26. Juni 2012 (aktualisiert)

Beim Start in die Selbstständigkeit sind alle Gewerbetreibenden verpflichtet, ihr Gewerbe anzumelden. Häufig ist jedoch nicht klar, wer überhaupt Gewerbetreibender ist, was an Unterlagen benötigt wird und wie die Anmeldung im Einzelnen funktioniert. Wir klären auf.

(Dieser Beitrag liefert die wichtigen Fakten zur Gewerbeanmeldung im schnellen Überblick. Praxistipps und Erläuterungen zu diesem Thema, aber auch zur Anmeldung beim Finanzamt und zum Umsatzsteuerverfahren, finden Sie in unserem Beitrag "Gründung, Anmeldungen, Genehmigungen: Unternehmer werden ist nicht schwer!".)

1. Wer muss eine Gewerbeanmeldung durchführen?

Jeder Gründer ist zugleich "Gewerbetreibender". Wer dieser überschaubaren Definition nach Gewerbetreibender ist, muss sein Gewerbe in jedem Fall anmelden. Ausnahme: Sie sind Freiberufler oder in der Landwirtschaft selbstständig Tätiger.

Nach der Gewerbeordnung üben Sie ein Gewerbe aus, wenn Sie einer Tätigkeit "selbstständig und regelmäßig" nachgehen und wenn Sie das Gewerbe "entgeltlich" und "zum Erzielen von Gewinnen" betreiben. Dabei spielt die Rechtsform des Betriebes im Übrigen keine Rolle.

2. Wer hat mit einer Gewerbeanmeldung nichts zu tun?

Angehörige der 'Freien Berufe' müssen sich nicht anmelden. Dies sind insbesondere die so genannten "Katalogberufe": Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Künstler oder Schriftsteller. Auch medizinische Berufe, wie Physio- oder Ergotherapeuten, gelten als Freiberufler.

(Freiberufler müssen sich jedoch beim Finanzamt anmelden).

Nachweise

Die meisten freien Berufe erfordern den Nachweis von berufsqualifikatorischen, zum Teil sogar finanziellen und baulichen Voraussetzungen. Es kann sich also keiner selbst aussuchen, ob er eine selbständige Tätigkeit als Gewerbetreibender oder als Freiberufler ausüben möchte.

Nicht zum Gewerbeamt muss der Bereich der 'Urproduktion', also Selbstständige aus den Bereichen Fischerei, Bergbau sowie der Land- und Forstwirtschaft. Ebenfalls nicht anmeldepflichtig ist, wer eigenes Vermögen verwaltet, etwa indem er eigene Grundstücke oder Gebäude verpachtet oder vermietet.

3. Wann müssen Sie ein Gewerbe anmelden, was ist bei späteren Veränderungen?

Anmeldepflichtig sind Sie, sobald Sie eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen bzw. wenn Sie einen bereits bestehenden Betrieb übernehmen.

Ebenfalls meldepflichtig sind Sie, wenn die unternehmerische Tätigkeit verändert oder ausgeweitet wird. Das gleiche gilt für den Umzug in eine andere Kommune - auch das müssen Sie melden.

Außerdem muss das Gewerbeamt informiert werden, wenn Sie die Rechtsform Ihres Betriebes oder die Art der gewerblichen Tätigkeit ändern. Auskunftspflichtig sind Sie auch, wenn Sie den Betrieb einstellen oder wenn Sie einen neuen Gesellschafter aufnehmen.

4. Wie funktioniert eine Gewerbeanmeldung?

Ganz einfach: Sie melden Ihr Gewerbe beim Gewerbeamt der jeweiligen Kommune an. Im häufigsten Fall ist das Gewerbeamt Teil des Ordnungsamts ("Gewerbemeldestelle"). Die Anmeldung können Sie persönlich auf dem Amt vornehmen, gelegentlich auch schriftlich oder - in modernen Stadtverwaltungen - auch via Internet.

Wichtig ist, dass der Gewerbetreibende die Anmeldung selbst vornimmt. Bei einem Einzelunternehmen ist dies der Inhaber, bei einer Personengesellschaft der oder die geschäftsführenden Gesellschafter. Handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, ist der/die vertretungsberechtigte/n Geschäftsführer zuständig.

5. Welche Unterlagen benötigen Sie für die Anmeldung?

Sie benötigen nur Ihren Personalausweis oder Ihren Reisepass, um sich ausweisen zu können. Ist das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen (z. B. GmbH), müssen Sie den Handelsregisterauszug sowie den notariell beglaubigten Gesellschaftsvertrag vorlegen.

Ausländer

Ausländische Staatsbürger, die nicht aus EU-Ländern kommen, müssen eine Aufenthaltsgenehmigung der jeweiligen Ausländerbehörde vorlegen. Die Genehmigung muss die Erlaubnis beinhalten, dass ein Gewerbe betrieben werden darf.

6. Für welche Gewerbe sind besondere Erlaubnisse oder Zulassungen erforderlich?

In Deutschland herrscht Gewerbefreiheit, d. h. für die Ausübung der weitaus meisten Gewerbe ist keine besondere Erlaubnis erforderlich. In bestimmten Branchen ist aber eine spezielle Erlaubnis notwendig. Diese speziellen Regelungen für bestimmte Tätigkeitsfelder gehen dann zum Teil deutlich über die reine Gewerbeanmeldung hinaus.

Wird eines der sogenannten "überwachungsbedürftigen" Gewerbe angemeldet (z.B. Auskunftei, Detektei, Ehe-/Partnervermittlung, Alt- und Gebrauchtwarenhandel, Reisebüro), so verlangt das Gewerbeamt ein polizeiliches Führungszeugnis ("zur Vorlage bei Behörden") sowie einen Auszug des Gewerbezentralregisters.

Die meisten dieser zusätzlichen Anforderungen lassen sich in drei Kategorien beschreiben:

  • persönliche Zuverlässigkeit: Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, Auszug aus dem Gewerbezentralregister sowie Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts.

  • sachliche Voraussetzungen: z. B. Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (vor allem durch Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis), erforderlicher Zustand der Gewerberäume.

  • fachliche Voraussetzung: Als Nachweis hierfür dienen - je nach geforderter Qualifikation - die Teilnahme an einer Weiterbildung (häufig bei der IHK), eine Ausbildung oder ein Studium.

Die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten sind weiter unten aufgeführt, lassen sich aber auch in der Gewerbeordnung nachlesen.

7. Was ist mit der Gewerbeanmeldung im Handwerk?

In Deutschland ist nach wie vor der Betrieb eines Handwerks-Unternehmens besonders stark reglementiert: Ein Handwerksunternehmen darf nur führen, wer eine Meisterprüfung abgelegt hat. Bei einer GmbH genügt, wenn ein Meister als technischer Betriebsführer eingestellt ist (der Betriebsinhaber selbst muss also kein Meister sein!).

Ausnahmeregelungen bestehen zudem bei so genannten "Altgesellen". In jedem Fall ist eine Anmeldung bei der Handwerkskammer mit entsprechenden Nachweisen notwendig (Eintrag in die Handwerkerrolle).

In der so genannten "Anlage B" der Handwerksordnung werden die Berufe aufgelistet, die auch ohne Meisterbrief ausgeübt werden dürfen (Fliesenleger, Gebäudereiniger, Raumausstatter etc.).

Zudem gibt es die "handwerksähnlichen Berufe", für die es überhaupt keine Berufszulassungsbeschränkungen gibt (Kosmetiker, Rohr- und Kanalreiniger, Änderungsschneider u. a.). Diese handwerksähnlichen Berufe benötigen keinen Meisterbrief (kennen ihn zum Teil auch gar nicht als Abschluss einer Ausbildung).

Nachweise, Handwerkerrolle

Bei der Gewerbeanmeldung müssen entsprechende Nachweise vorgelegt werden. Diese sollten Sie vorab mit der Handwerkskammer abstimmen. In der Handwerkskammer können Sie auch die Eintragung in die Handwerkerrolle beantragen. Sie benötigen dazu:

  1. den Antrag (!) auf Eintragung in die Handwerksrolle;

  2. den Meisterbrief in beglaubigter Ablichtung oder Nachweise nach Ziffer II. B-D Handwerksordnung:

    - Nachweis (Hoch-) Schulabschluss,
    - Ausnahmebewilligung,
    - Ausübungsberechtigung des Inhabers bzw. des Betriebsleiters;

  3. eine Betriebsleiterklärung, sofern ein technischer Betriebsleiter eingestellt wurde;

  4. unter Umständen: Ein Anstellungsvertrag (in Kopie) mit dem Betriebsleiter, mit Angaben über die wöchentliche Arbeitszeit und das monatliche Entgelt;

  5. eine Bescheinigung der Krankenkasse über die Anmeldung zur gesetzlichen Sozialversicherung;

  6. unter Umständen: Handelsregisterauszug. Nur erforderlich, soweit das Einzelunternehmen (freiwillig) im Handelsregister eingetragen ist oder bei der Gründung einer juristischen Person.

8. Wie muss ich meine Tätigkeit in der Gewerbeanmeldung beschreiben?

Der Gegenstand der gewerblichen Tätigkeit ist möglichst genau zu bezeichnen. Aus Ihren Angaben sollte also hervorgehen, welche Dienstleistungen oder Waren Ihr Angebot umfasst, bspw. den "Betrieb eines Elektroinstallationsbetriebes".

Betreiben Sie Handel, sollten Sie z. B. angeben, ob es um Groß- oder Einzelhandel geht. Die Warengruppen müssen Sie zwar nicht im Detail, sehr wohl aber mit Oberbegriffen (zum Beispiel "Einzelhandel mit Textilien") angeben.

9. Was passiert sonst noch bei einer Gewerbeanmeldung?

Das Gewerbeamt informiert verschiedene Behörden über die Anmeldung, insbesondere die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder die Handwerkskammer (HWK) sowie die Krankenkasse.

Besonders wichtig ist die Meldung an das zuständige Finanzamt: Heute ist es üblich, dass man Ihnen bei der Gewerbeanmeldung bei der Gewerbemeldestelle der zuständigen Kommune direkt den Fragebogen der Finanzverwaltung aushändigt. Dies gilt, soweit Sie überhaupt noch persönlich zur Stadt-/Gemeindeverwaltung gehen und die Gewerbeanmeldung — wie häufig möglich — nicht auf dem Online-Wege vornehmen. Falls Sie also von der Stadtverwaltung den Fragebogen nicht erhalten, werden Sie ihn innerhalb weniger Tage von Ihrem zuständigen Finanzamt zugeschickt bekommen. Mit diesem umfangreichen Fragebogen „zur steuerlichen Erfassung“ teilen Sie dem Finanzamt u. a. mit, in welchem Umfang (geplanter Umsatz + Gewinn) Sie tätig werden.

Nie ohne Berater!

Füllen Sie diesen Erhebungsbogen des Finanzamtes gemeinsam mit Ihrem Existenzgründungsberater oder mit einem Steuerberater aus! Die Angaben zum künftigen Umsatz und Gewinn müssen natürlich realistisch sein, sie entscheiden aber auch über die Höhe eventueller Einkommensteuer-Vorauszahlungen — Euphorie oder Überschwang sind also nicht angebracht!

10. Was kostet das alles?

Die Bearbeitungsgebühr einer Gewerbeanmeldung ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Bei einigen ist sie kostenlos, in der Mehrheit liegt die Gebühr irgendwo zwischen 20 - 40 Euro. Gewerbeummeldungen oder Änderungen im Bestimmungszweck schlagen mit unter 20 Euro zu Buche.

Deutlich teurer sind die diversen Qualifikationen bzw. Unterweisungen und Bescheinigungen, die als Nachweise der fachlichen bzw. sachlichen Voraussetzungen und der persönlichen Zuverlässigkeit zu beschaffen sind. Je nach Tätigkeit müssen hierfür mehrere hundert Euro eingeplant werden.

Hinweise für die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten

  • Apotheke: Nach dem Gesetz über das Apothekenwesen darf nur der approbierte Apotheker mit einer besonderen Erlaubnis eine Apotheke eröffnen. Die Erlaubnis wird für ganz konkrete Geschäftsräume erteilt.

  • Arbeitnehmerüberlassung: Nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz bedarf es einer Erlaubnis des Landesarbeitsamtes, wenn ein Arbeitgeber gewerbsmäßig Dritten Leiharbeitnehmer zur Arbeitsleistung überlassen will.

  • Bauträger/Baubetreuer: Gemäß § 34 c Gewerbeordnung bedarf einer Erlaubnis, wer Bauvorhaben als Bauherr im eigenen Namen vorbereitet oder durchführt und dazu fremde Vermögenswerte verwendet (Bauträger) oder auch, wer als Baubetreuer in fremdem Namen Bauvorhaben wirtschaftlich vorbereitet oder durchführt.

  • Bewachungsgewerbe: Die gewerbsmäßige Bewachung von Leben oder Eigentum fremder Personen bedarf der Erlaubnis nach § 34 a Gewerbeordnung. Wer bestimmte Bewachungstätigkeiten ausübt, muss grundsätzlich eine anspruchsvolle Sachkundeprüfung absolvieren.

  • Einzelhandel: Die Ausübung einer Einzelhandelstätigkeit mit Hackfleisch, Arzneimitteln, Wirbeltieren, Schusswaffen und Munition ist gestattungspflichtig.

  • Finanzdienstleistungen: Wer gewerbsmäßig (oder in einem eine kaufmännische Einrichtung erfordernden Umfang) Finanzdienstleistungen sowie Finanzkommissionsgeschäfte oder Emissionsgeschäfte nach dem Kreditwesengesetz erbringen will, muss die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht haben. Sie muss vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit vorliegen. Das Betreiben der vorgenannten Geschäfte ohne Erlaubnis ist ein Straftatbestand!

  • Gaststätten/Hotels: Der Betrieb von Schankwirtschaften, Speisewirtschaften und Beherbergungsbetrieben bedarf nach dem Gaststättengesetz einer Erlaubnis, die personen-, betriebsart- und raumbezogen ist, wenn alkoholische Getränke ausgeschenkt werden. Unter den Begriff Gaststätte fallen z. B. auch Trinkhallen, Imbissstuben und Kantinen.

    Die Erlaubnis wird für den oder die Antragsteller erteilt, für die bestimmten Räume sowie für die bestimmte Betriebsart. Die Erlaubnis wird nur einer Person erteilt, die u. a. nachweist, dass sie über die Grundzüge der für den in Aussicht genommenen Betrieb notwendigen lebensmittelrechtlichen Kenntnisse unterrichtet worden ist und mit ihnen als vertraut gelten kann ("Gaststättenunterrichtung").

  • Großhandel: Die Großhandelstätigkeit ist grundsätzlich erlaubnisfrei. Ausnahmen gelten z. B. für den Handel mit Chemikalien und Sprengstoffen.

  • Güterbeförderung: Nach dem Güterkraftverkehrsgesetz bedarf die Beförderung von Gütern für Dritte mit Kraftfahrzeugen, deren zulässiges Gesamtgewicht über 3,5 t liegt, einer Erlaubnis der hierfür zuständigen Verkehrsbehörde. Für grenzüberschreitende Güterkraftverkehre mit Staaten der Europäischen Union und den zusätzlichen, nicht zur EU gehörenden Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), d. h. Norwegen, Island und Liechtenstein, wird eine so genannte Gemeinschaftslizenz (auch "EG-Lizenz" genannt) benötigt.

    Die entsprechenden Erlaubnisse im Güterkraftverkehrsgewerbe werden nur dann erteilt, wenn der Antragsteller seine fachliche Eignung durch entsprechende leitende Tätigkeit, bestimmte Abschlussprüfungen oder durch eine Fachkundeprüfung nachweist. Daneben werden seine Zuverlässigkeit und die finanzielle Leistungsfähigkeit des Betriebes überprüft.

  • Handwerk: Nach § 1 der Handwerksordnung ist die Handwerksrolleneintragung Voraussetzung für den selbständigen Betrieb eines Handwerks als stehendes Gewerbe. Für die Eintragung in die Handwerksrolle ist die Meisterprüfung oder eine Ausnahmebewilligung notwendig. Eine Eintragung in die Handwerksrolle ist nicht erforderlich, wenn es sich um einen "industriellen" Betrieb handelt. Merkmale hierfür sind z. B. ein hoher Automatisierungsgrad, Vorratsproduktion, serienmäßiges Fertigungsverfahren und überregionaler Absatz.

  • Inkasso-Unternehmen: Die gewerbsmäßige Einziehung fremder oder abgetretener Forderungen ist erlaubnispflichtig. Die Erlaubnis ist bei dem Präsidenten des örtlich zuständigen Land-/ Amtsgerichts zu beantragen. Wesentliche Voraussetzungen für ihre Erteilung sind Zuverlässigkeit und geordnete wirtschaftliche Verhältnisse sowie ein Sachkundenachweis, nämlich ausreichende theoretische Rechtskenntnisse und praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Forderungseinziehung.

  • Kreditwesen/Kapitalanlagen: Das Betreiben von Bankgeschäften ist gemäß § 1 Gesetz über das Kreditwesen erlaubnispflichtig. Zuständige Behörde ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Ebenso bedarf das Betreiben einer Kapitalanlagegesellschaft der Erlaubnis durch die Bundesanstalt.

  • Maklergewerbe: Die gewerbsmäßige Vermittlung des Abschlusses von Verträgen über Grundstücke, Wohnräume, Darlehen und Kapitalanlagen oder der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss solcher Verträge bedarf gemäß § 34 c Gewerbeordnung einer Erlaubnis. Zusätzlich ist die Makler- und Bauträgerverordnung zu beachten, die dem Gewerbetreibenden die Pflicht zu Sicherheitsleistungen und zum Abschluss von Versicherungen auferlegt.

  • Personenbeförderung: Nach dem Personenbeförderungsgesetz ist die entgeltliche oder geschäftsmäßige Beförderung von Personen mit Kraftfahrzeugen (Omnibusse, Personenkraftwagen) genehmigungspflichtig.

    Genehmigungsbehörde für den Linienverkehr sowie für den Gelegenheitsverkehr mit Omnibussen (Ausflugsfahrten, Ferienzielreisen) ist der zuständige Regierungspräsident.

    Genehmigungsbehörden für den Taxen- und Mietwagenverkehr sind die unteren Verkehrsbehörden.

    Der Unternehmer oder die zur Führung der Geschäfte bestellte Person muss die fachliche Eignung eines Taxen- und Mietwagenunternehmens nachweisen entweder:

    - durch eine Fachkundeprüfung vor der zuständigen IHK oder

    - durch eine nachweisbare, mindestens dreijährige leitende Tätigkeit in Unternehmen des Straßenpersonenverkehrs oder

    - durch eine bestandene Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf (z. B. Verkehrsfachwirt) oder eine berufliche Weiterbildung auf diesen Gebieten.

  • Reisegewerbe: Zum Vertreiben von Waren oder zum Anbieten von Dienstleistungen durch Direktvertrieb an der Haustür oder Verkaufsstände auf der Straße (Reisegewerbe) ist gemäß § 55 Gewerbeordnung der Besitz einer Reisegewerbekarte erforderlich.

    Neben der Reisegewerbekarte bedarf es einer besonderen Anzeige, wenn im Rahmen eines Wanderlagers vorübergehend Waren vertrieben werden sollen. Dies liegt vor, wenn der Verkauf außerhalb der gewerblichen Niederlassung des Gewerbetreibenden, z.B. in Räumen einer Gaststätte, in einem Kraftwagen oder auch bei so genannten Kaffeefahrten durchgeführt wird.

  • Sachverständigentätigkeit: Die Tätigkeit als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger ist gemäß § 36 Gewerbeordnung von einer entsprechenden Bestellung für ein bestimmtes Gebiet durch die zuständige Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer oder das Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Landesentwicklung abhängig. Auf die Bestellung und Vereidigung besteht kein Rechtsanspruch; sie setzt besondere Sachkunde und Vertrauenswürdigkeit voraus. (Die Tätigkeit als Sachverständiger ohne öffentliche Bestellung und Vereidigung ist erlaubnisfrei, da die Bezeichnung "Sachverständiger" nicht gesetzlich geschützt ist!)

  • Spielgeräte: Gemäß § 33 c Gewerbeordnung bedarf die Aufstellung von Spielgeräten, der Betrieb von Spielhallen sowie die gewerbsmäßige Durchführung von Spielen mit Gewinnmöglichkeiten der Erlaubnis.

  • Versteigerergewerbe: Gemäß § 34 b Gewerbeordnung ist die gewerbsmäßige Versteigerung erlaubnispflichtig. Neben § 34 b Gewerbeordnung ist die Versteigererverordnung, in der dem Versteigerer besondere Pflichten auferlegt werden, zu beachten.

  • Versicherungsberater: Wer Dritte über Versicherungen beraten will (Versicherungsberater), ohne von einem Versicherungsunternehmen wirtschaftlich oder in anderer Weise abhängig zu sein, bedarf gem. § 34 e Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

  • Versicherungsvermittler: Ein Versicherungsmakler oder -vertreter, der den Abschluss von Versicherungsverträgen vermittelt (Versicherungsvermittler), bedarf gem. § 34 d Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

    Die Regelungen seit 2007 sehen eine Erlaubnis- und Registrierungspflicht für selbständige Versicherungsvermittler und -berater vor sowie bestimmte Dokumentations- und Informationspflichten. Insbesondere ist die Zulassung an das Vorliegen einer ausreichenden Sachkunde und Vermögensschadenabsicherung für die Kunden geknüpft.

Auch wenn das Gewerbeamt bereits eine Anmeldung bestätigt hat, kann das Gewerbe noch im Nachhinein untersagt werden, wenn die persönliche Zuverlässigkeit des Gründers nicht gewährleistet ist!

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Eigenes Warmwachs, Salben und Deo verkaufen

Hallo, ich stelle Pflegeprodukte selbst her und möchte diese gerne verkaufen.
Soweit ich weiß, darf ich mit einer Gewerbeanmeldung EIN Produkt verkaufen. Der Kunde muss dazu Zugriff auf das Rezept haben und es vorher explizit ausgewählt haben sodass ich es frisch und ausschließlich für ihn produziere, richtig? Soweit mein Verständniss bis jetzt...
Möchte ich jedoch mehrere Produkte anieten und frisch hergestellt verkaufen, brauche ich was genau? Und lohnt sich das kostentechnisch überhaupt für einen Hobbyverkäufer? Gesamtjahresumsatz wäre vermutlich ca. 300-500€ und dass ich meine eigenen Rezepte öffentlich zugänglich machen müsste, finde ich auch nicht so toll, das kann ja dann theor. jeder nachmachen...
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.
Herzliche Grüße S.Malacarne

Antwort: Eigenes Warmwachs, Salben und Deo verkaufen

Hallo Herr / Frau Malacarne,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Dass Sie nach einer Gewerbeanmeldung nur "EIN Produkt" verkaufen dürfen, trifft nicht zu. Mehr dazu weiter oben im Text.

2.
Für die Produktion und den Vertrieb von Gesundheits- und Pflegeprodukten gelten m. W. hohe Sicherheits- und Prüfauflagen. Deren Erfüllung wird sich bei einem anvisierten "Gesamtjahresumsatz" (!?) von ca. 300 bis 500 Euro mit Sicherheit nicht lohnen.

Falls Sie trotzdem aktiv werden möchten, sollten Sie sich unbedingt persönlichen Rat einholen - zum Beispiel bei der Industrie- und Handelskammer. Die nächste IHK finden Sie hier:
http://www.dihk.de/ihk-finder/ihk-finder-dihk.html

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kleines Café mit selbstgemachten Kuchen auf Spendenbasis

Guten Abend,
ich möchte gerne ein kleines Café eröffnen im eigenen Haus, in
Dem es selbstgebackenen Kuchen geben soll, frischen Kaffee und Tee.
Ich möchte aber keine Preise erheben, sondern vielmehr ein Kässchen aufstelle
, in das man eine Spende werden darf/soll.
1. Muss ich dafür ein Gewerbe anmelden?
2. wie viel "Gewinn" darf ich erzielen?
3. Muss ich Umsatzsteuer bezahlen?
Liebe Grüße und danke schonmal.

"in-house"-Verkauf von Kuchen

hallo,

noch eine kleine Anmerkung: der Verkauf selbstgebackener Kuchen und Torten zum Verzehr vor Ort ist nicht meisterpflichtig, d.h. dazu brauchen Sie nicht in die Handwerksrolle eingetragen zu sein. Sie müssen aber die Auflagen der Gewerbeaufsicht und des Gesundheitsamtes erfüllen. Und Kuchen, Torten, Süßspeisen etc. dürfen nicht außer Haus verkauft werden.

Am besten, Sie fragen bei der Gewebeaufsicht und dem Gesundheitsamt nach, bevor Sie starten - wie von Herrn Chromow empfohlen. Das schon deshalb, weil Sie eine Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz durch das Gesundheitsamt für sich und ggf. Ihr Personal nachweisen können müssen. Eine Gaststättenkonzession brauchen Sie nicht, wenn kein Alkohol ausgeschenkt wird. Aber es gibt lebensmittelrechtliche Vorschriften z. B. für den Küchenbereich, den Sie einhalten müssen - kurz und gut, informieren lohnt sich.

Viele Grüße
S.Hengel

Antwort: Kleines Café mit selbstgemachten Kuchen auf Spendenbasi

Guten Tag,
eine Steuer- und Rechtsberatung ist hier nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

1.
Der Betrieb eines Cafés wirft nicht nur gewerbe-, steuer- und lebensmittelrechtliche Fragen auf, sondern vor allem handwerksrechtliche: Bäcker und Konditoren gehören zu den zulassungspflichtigen Handwerken gem. Anl. A der HWO
http://www.gesetze-im-internet.de/hwo/anlage_a.html
Für ein Café mit selbstgebackenen Kuchen und Torten brauchen Sie m. W. einen Meisterbrief.

2.
Was die Einnahmenseite angeht: Obligatorische "Spenden" statt "Verkaufspreise" ist keine Lösung. An den Steuervorschriften ändert sich dadurch nichts.

3.
Wenn Sie alle Vorschriften beachten, dürfen Sie so viel Gewinn machen, wie Sie wollen.

4.
Umsatzsteuer müssen Sie von Ihren Kunden kassieren, wenn Sie (grob gesagt) pro Jahr mehr als 17.500 Euro einnehmen. Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie auf den Seiten von akademie.de unter dem Stichwort "Kleinunternehmer".

Viel wichtiger: Bevor Sie aktiv werden, sollten Sie unbedingt mit einem Steuer- oder Gründungsberater über Ihr Vorhaben sprechen. "Kuchen backen, Kaffee brühen, Spendentopf aufstellen" klingt ja nett - ist aber kein Geschäftsmodell, das in Deutschland Zukunft hat. Gar nicht mal unbedingt wegen der Finanz- und anderen Ämter. Deren Mühlen mahlen langsam. Vielmehr wird die ortsansässige Gastronomie-Konkurrenz dafür sorgen, dass die Gewerbeaufsicht bald bei Ihnen auf der Matte steht.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Ab wann ist es Handel ?

Ich habe im Laufe der letzten Jahre hunderte von Gegenständen ( Porzellan,Bücher,Werkzeug,Kleidung und sonstige Raritäten) sowohl gekauft oder geerbt.Und die möchte ich wieder loswerden.Wenn ich diese Sachen jetzt auf meiner Homepage zum Verkauf anbiete,ist das schon ein (Gewerbe)anmeldepflichtiger Vorgang? Oder muss wirklich erst ein Umsatz erfolgen, sei es nur ein Euro ? Es kann ja wirklich sein,dass sich für meine Dinge kein Mensch interessiert,dann lösche ich die Seite und spende das Zeug. Darum, gibt es so etwas wie eine Testphase ?
Denn mit einer Gewerbeanmeldung entstehen ja auch Kosten.
Vielen Dank für eine Antwort,Uwe

Antwort: Ab wann ist es Handel ?

Hallo Uwe,
Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Beim Verkauf privaten Eigentums handelt es sich grundsätzlich nicht um ein Gewerbe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gewerbe
Insofern besteht bei Ihnen aus meiner Sicht kein akuter Handlungsbedarf. Im Zweifelsfall sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater oder fragen direkt beim Finanzamt nach.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Art des Betriebes

Guten Morgen,

ich bin Designerin und verkaufe über Empfehlungen & private Kontakte ohne stationäres Geschäft Objekte & Malerei, die ich selber herstelle. Dazu kommen Texilien oder Accessoires, die ich weiter verarbeite und veredle. Dieses Gewerbe ist ein Nebenerwerb.
Nun meine Frage: gibt man bei der Anmeldung als Tätigkeit Handel oder Sonstiges an? Worin besteht der Unterschied? ist eine Kammer Mitgliedschaft kostenpflichtig?
Da ich es ohne stationäres Geschäft betreiben möchte, sondern eher in privatem Rahmen, auf Feiern etc. kommt auch ein Reisegewerbe in Frage?
Ich habe hier den Beriff "kunstgewerbliche Gegenstände" gelesen. Könnte das mein Bereich umschreiben?

Vielen Dank

Antwort: Art des Betriebes

Guten Tag,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle weder möglich noch zulässig. Daher nur ganz allgemein:

1.
Ja, es macht einen Unterschied, ob Sie mit fremden Waren handeln oder kunstgewerbliche Gegenstände selbst herstellen und dann verkaufen: Als Händlerin gehören Sie einer Industrie- und Handelskammer (IHK) an, als Kunsthandwerkerin der Handwerkskammer (HWK).

2.
Ja, Kammermitgliedschaften sind in den meisten Fällen kostenpflichtig.

3.
Zwischen IHKen und HWKen gibt es teilweise spürbare Beitragsunterschiede.

Der Beitrag "IHK und Handwerkskammer: Zwangsmitgliedschaft - für manche zum Nulltarif"
http://www.akademie.de/wissen/ihk-hwk-beitraege
bietet weiterführende Informationen zu diesem Thema. Dort finden Sie auch kammerkritische Anlaufstellen (insbesondere für den Handwerksbereich). Sie können sich aber auch an Ihren Berufsverband wenden, um eine Einzelfallberatung einzuholen. Oft können auch Steuerberater in dieser Sache weiterhelfen.

Viele Grüße
Robert Chromow

Selbstgemachte shirts

Hallo :)
Im Moment verdiene ich mir ein bisschen was dazu indem ich shirts nach Wünschen selbst bemale, dies gilt auch für Kissen.ich gehe dieser Tätigkeit nur ab und zu nach und sehe es nur als kleinen Zeitvertteib. Da ich überhaupt nicht viel Gewinn erziele möchte ich gern wissen ob ich dafür nun ein Gewerbe anmelden muss :0
MfG, Regina Stark

Antwort: Selbstgemachte shirts

Hallo Frau Stark,
zu Ihrer Frage heißt es weiter oben im Text:
------------ Zitat ----------------
Nach der Gewerbeordnung üben Sie ein Gewerbe aus, wenn Sie einer Tätigkeit "selbstständig und regelmäßig" nachgehen und wenn Sie das Gewerbe "entgeltlich" und "zum Erzielen von Gewinnen" betreiben.
----------Zitat-Ende --------------
Auf die Höhe der tatsächlich erzielten Gewinne kommt es dabei nicht an. Insofern spricht einiges dafür, dass Sie ein Gewerbe betreiben.

Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.
Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Liebhaberei

Hallo,

ich habe jetzt mehrmals gehört, dass wenn ich was mit unter 400 eur Gewinn im Jahr herstellen und verkaufen würde, es Liebhaberei wäre und eine Gewerbeanmeldung unnötig wäre.
Stimmt das?
Mit geht es hauptsächlich um Knistertücher für Babys die ich in einem gemieteten Fach eines Ladens (welcher Regale/Fächer vermietet) verkaufen würde.
400 eur Gewinn würde ich jährlich weit unterschreiten (daher lohnt sich für mich ein Gewerbe nicht).

grüße
Alex

Antwort: Liebhaberei

Hallo Alex,
genau genommen liegt die jährliche Gewinngrenze, auf die Sie anspielen, nicht bei 400 Euro, sondern bei 410 Euro. Die Ausnahmeklausel findet sich in § 46 Einkommensteuergesetz
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__46.html
("Veranlagung bei Bezug von Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit"). Demnach ist eine Steuererklärung entbehrlich, wenn Sie als Arbeitnehmer(in) (= nichtselbständige Arbeit) im laufenden Jahr Lohnsteuer bezahlt haben und die Summe aller anderen Einkunftsarten 410 Euro nicht übersteigt.

Mit der Gewerbeanmeldung hat diese einkommensteuerliche Regelung genau genommen zwar nichts zu tun - wenn sich die Gesamteinnahmen (= Umsatz) aber in einer ähnlich geringfügigen Größenordnung bewegen wie der Gewinn, spricht wenig dafür, dass das Gewerbeamt bei Ihnen auf der Matte steht. Das ist aber nur meine ganz persönliche und völlig unmaßgebliche Meinung. Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein
http://www.vlh.de/
in Ihrer Nähe.

Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow

Herstellung und Verkauf von Holzmöbeln als Gewerbe

Hallo,

ich bin diplomierter Designer (führe derzeit eine Designagentur) und habe vor, mich in der Herstellung und im Vertrieb von Holzmöbeln und -kleinmöbeln (zusätzlich) selbständig zu machen.
Muss dafür eine extra Gewerbeanmeldung erfolgen? Wenn ja, ist es so, dass ich für die Herstellung (die ich selbst leiste) einen Meisterbrief benötige? Als Designer oder Industriedesigner macht man ja nicht automatisch seinen Meister.
Welche Alternativen gäbe es denn für mich?

Beste Grüße.

Antwort: Herstellung und Verkauf von Holzmöbeln als Gewerbe

Guten Tag,
die Änderung Ihres Gewerbescheines ist vermutlich unumgänglich.
Möbeltischlerei ist zudem gem. Anlage A der Handwerksordnung
http://www.gesetze-im-internet.de/hwo/anlage_a.html
ein zulassungspflichtiges Gewerbe, für dessen Ausübung ein Meisterbrief erforderlich ist.

Welche Möglichkeiten Sie haben, mit Ihren vorhandenen Qualifikationen im Rahmen Ihres bestehenden Betriebes ausnahmsweise ein handwerkliches (Neben-)Gewerbe zu betreiben, besprechen Sie am besten mit Ihrem Berufsverband. Oder Sie fragen bei einer der kammerkritischen Handwerker-Interessenvertretungen nach - wie zum Beispiel
* dem Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (BuH e.V.)
http://www.buhev.de/ oder
* dem Interessenverband freier und unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (IFHandwerk e.V.)
http://www.if-handwerk.de/

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Sportwetten

Hallo. Ich bin durch Zufall hier auf der Seite gelandet(Google hat wohl den letzten Beitrag erkannt). Meine Frage ist so ähnlich. Ich will bei Facebook eine Gruppe betreiben in denen ich Sportereignissen analysiere und dazu Tipps herausgebe. Also sowas wie ein Empfehlungsdienst für sportwetten. Nun muss ein Gewerbe her, aber ich tue mich schwer mit der Gewerbebeschreibung. Bzw wie nenne ich mein Gewerbe? Sportberatung? Empfehlungsgeber Sportwetten?
Über Hilfe würde ich mich sehr freuen!

Finanzberatung?

Klingt mir fast nach "Finanzberatung", oder? :-)

Ebook mit Sportstatistiken

Hallo, ich habe folgende Frage:
Ich analysiere Fußballspiele anhand von Satistiken und werte diese aus, und gebe dann dazu einen Tipp ab, wie diese Spiele ausgehen werden. Diese Information packe ich mit den Statisiken in eine PDF, die ich als eBook verkaufen möchte. Jetzt meine Frage: unter welche Kategorie fallt diese Tätigkeit? Bzw wie gebe ich sie bei der Gewerbeanmeldung an? Sportanalysen? Vielen Dank für die Hilfe!

Antwort: Ebook mit Sportstatistiken

Hallo,
sind Sie sicher, dass Sie überhaupt einen Gewerbeschein brauchen? In meinen Ohren klingt das nach einer journalistischen (= nicht-gewerblichen, freiberuflichen) Tätigkeit. Der Verkauf eigener Werke in Form eines Ebooks gilt m. W. nicht als Handel, sondern als direkte Verwertung des Urheberrecht.

Bevor Sie ohne Not einen Gewerbeschein beantragen, sprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder fragen Sie bei Ihrem Berufsverband nach. Auch die "Freienberatung" von mediafon ist eine gute Anlaufstelle:
http://www.mediafon.net/

Alles Gute und viel Erfolg
Robert Chromow

Teilzeitjob und Nebengewerbe

Hallo,ich habe einen Teilzeitjob und möchte nebenbei selbstständig am Empfang und als Hostess arbeiten. Ist hierzu ein Eintrag bei der IHK nötig?Danke im voraus

Antwort: Teilzeitjob und Nebengewerbe

Guten Tag,
sind Sie sich sicher, dass es sich bei den von Ihnen genannten Tätigkeiten tatsächlich um selbstständige Tätigkeiten handelt (und nicht eher um eine Beschäftigung (= Angestelltentätigkeit)?

Davon abgesehen, hat die Tätigkeit einer Hostess meines Wissens gewerblichen Charakter. Wenn die Tätigkeit selbstständig ausgeübt wird, bekommen Sie den erforderlichen Gewerbeschein beim Gewerbe- bzw. Ordnungsamt Ihrer Gemeinde oder Stadt. Die IHK hat damit nichts zu tun.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Gewerbeanmeldung ohne Kammerpflicht möglich?

Guten Tag,
seit 01. Februar 2015 bin ich in der Freistellungsphase meiner ATZ und trage mich mit dem Gedanken, einen Gewerbeschein zu beantragen. Ich fertige aus Holz Dekofiguren, nähe Taschen, Utensilos und sonstige Accessoires (Katzen, Hasen, Früchte). Diese würde ich (so mein Plan), im in Kürze eröffneten Nagelstudio meiner Freundin anbieten. Mein vermuteter Gewinn in unserer ländlichen Umgebung wird im Jahr ganz sicher erheblich unter 500 EUR liegen. Ich möchte lediglich im Monat ein paar meiner Sachen anbieten und verkaufen und habe bereits bei der HWK angerufen, ob dies beitragspflichtig sei. Die Antwort: Ja, da ich ja auch nähen würde (und die Dame zählte Berufe auf, die ich fast noch nie gehört hatte (Kürschner, Täschner usw.). Als Existenzgründer wäre ich im ersten Jahr befreit, im 2. und 3. Jahr wäre der halbe JB von 85 EUR fällig und im 4. Jahr der volle JB. Zusätzlich müsste ich 130 EUR für die Eintragung in die Handwerksrolle zahlen. Hallo? Daraufhin habe ich nach Recherche im Internet den Begriff Minderhandwerk gefunden, der, so wie ich es verstehe, nicht kammerpflichtig ist, da für das, was ich z.B. tue, keine Ausbildung erforderlich ist und man sich die Fähigkeiten innerhalb kürzester Zeit selbst beibringen kann.
Kann denn jede Kammer machen was sie will? Ich nutze lediglich meine jetzt im Übermaß vorhandene Freizeit dann und wann und soll diese horrend hohen Beiträge zahlen? Das steht doch in keinem Verhältnis zu meinen Einnahmen. Auf die Frage, was ICH persönlich denn von den Beiträgen hätte, kam die Antwort: haben Sie schon von unserer Öffentlichkeitsarbeit gehört?? Ich habe mich dann bedankt und aufgelegt.
Über eine hilfreiche Antwort würde ich mich sehr freuen, vor allem, unter welcher Bezeichnung ich dies beim Gewerbeamt eintragen lassen soll. Sobald Handel im Spiel ist, ist wohl die IHK zuständig und die haben einen Freibetrag von glaube 5200 EUR jährlich nach Gewinn, wobei bis zu dieser Grenze keine Kammergebühren anfallen.
Vielen Dank!
MfG
E.R.

Antwort: Gewerbeanmeldung ohne Kammerpflicht möglich?

Hallo E.R.,
falls Ihr Einnahmenüberschuss tatsächlich "erheblich unter 500 EUR" pro Jahr liegt, könnte Ihre Tätigkeit unter Umständen noch reine Liebhaberei sein. Jedenfalls ist fraglich, ob es sich gemäß § 15 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__15.html
... überhaupt um eine "selbständige nachhaltige Betätigung" handelt, "die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt..."

Mehr noch: Falls die Summe aller positiven Einkünfte, die Sie neben Ihrem Arbeitnehmereinkommen erzielen, nicht höher als 410 Euro pro Jahr liegt, brauchen Sie noch nicht einmal eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

Die Frage der Liebhaberei und / oder "Pflichtveranlagung" klären Sie am besten im Gespräch mit einem Steuerberater oder Sie fragen bei einem Lohnsteuerhilfeverein in Ihrer Gegend nach.

Sollte es sich bei Ihrem Vorhaben um eine gewerbliche Tätigkeit im Handwerk handeln, kommen Sie um die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer kaum herum. Anfragen bei der Handwerkskammer bringen da erfahrungsgemäß wenig. Gute Anlaufstellen für unabhängige, kammerkritische Informationen sind zum Beispiel ...
* der Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (BuH e.V.)
http://www.buhev.de/
und
* der Interessenverband freier und unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (IFHandwerk e.V.)
http://www.if-handwerk.de/

Einen aktiven und erfüllten Ruhestand wünscht
Robert Chromow

Gewerbeanmeldung ohne Kammerpflicht möglich?

Hallo Herr Chromow,
vielen Dank für Ihre Antwort und den Hinweis auf kammerkritische Verbände. Eine Mailanfrage beim bffk ergab, dass ich es mit "nichthandwerklichem Nähen mit geringen Kenntnissen versuchen soll und man gab mir den Rat, offensiv bei der IHK anzufragen, was ich auch getan habe. Nach einem sehr netten Gespräch mit dem zuständigen Mitarbeiter und der genauen Schilderung meiner Hobbys (Töpfern kommt jetzt auch noch hinzu) gab er mir den Rat, dass ich bei der Gewerbeanmeldung "Handel mit kunstgewerblichen Gegenständen" angeben soll und somit 'landet' die Gewerbeanmeldung bei der IHK und (hoffentlich) nicht bei der HWK. Da ich dort weit unter der Freigrenze bleibe, ist die Mitgliedschaft dauerhaft gebührenfrei. Sollte dennoch irgendwann die HWK bei mir anfragen, kann ich auf die Mitgliedschaft bei der IHK verweisen. Dies klappt oft, aber leider nicht immer. Vllt. sind weitere Mitstreiter mit dem gleichen Problem hier unterwegs und meine Rückmeldung hilft ihnen auch ein wenig weiter. Ich werde es versuchen und nochmals herzlichen Dank.

MfG
E.R.

Gewerbeanmeldung ohne Kammerpflicht möglich?

Hallo,

vielen lieben Dank für die Bereitstellung Ihrer Informationen in der Tat sind diese sehr hilfreich für mich, stehe auch gerade vor all diesen Fragen und ehrlich gesagt habe ich so keine Ahnung wie ich es in den gewerbeschein eintragen lasse, vorgesehen sind der Handel mit selbst genähten Sachen (den Beruf habe ich nicht gelernt) mit Handel von Stoffen und zubehör und der Handel von Mode für Herren und Kinder genauso wie ich mir gern optionen offen halten möchte hinsichtlich jeglicher anderer Gebrauchsgüter wie Kosmetika, Deko, Reinigung usw.

Liebe Grüße und ganz viel Erfolg wünscht S.Schmidt

Antwort: Gewerbeanmeldung ohne Kammerpflicht möglich?

Hallo S.Schmidt,
die Frage im Betreff ist schnell beantwortet: Wenn Sie mit Stoffen, Zubehör und Mode sowie anderen Gebrauchsgütern handeln, müssen Sie ein Gewerbe anmelden. Bei der Gewerbeanmeldung füllen Sie ein Formular aus, in dem Sie unter anderem Ihre Tätigkeit beschreiben (= den "Gegenstand der gewerblichen Tätigkeit" eintragen). Da das Ordnungsamt/Gewerbeamt Ihre Gewerbeanmeldung der zuständigen IHK mitteilt, werden Sie automatisch Kammermitglied. Ausnahmen von der Kammerpflicht gibt es bei Handelsbetrieben meines Wissens nicht.

Weitere Informationen finden Sie im Text weiter oben.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Antwort: Gewerbeanmeldung ohne Kammerpflicht möglich?

Hallo E.R.,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung und Ihren interessanten Erfahrungsbericht. Ich bin sicher, er wird anderen Leserinnen und Lesern weiterhelfen!

Viel Erfolg mit Ihrem Vorhaben und herzliche Grüße
Robert Chromow

Freiberufler?

Hallo, ich habe den Bachelor der Agrarwissenschaften und werde selbstständig Grünlandberatungskurse geben und Einzelberatung durchführen. Falle ich in die Freiberuflerregelung? Und stimmt es, dass ich als Freiberufler keine Werbung machen darf? Danke!

Freiberuflichkeit

Guten Tag,

bei beratenden Tätigkeiten, die nicht explizit unter den "Katalogberufen" (§ 18 Abs 1 Nr. 1 EStG) erwähnt sind, gibt es oft große Abgrenzungsdiskussionen (etwa um die Freiberuflichkeit des "EDV-Beraters"). Grundsätzlich für die Freiberuflichkeit spricht, wenn Sie ingenieurähnliches Wissen "verkaufen", Ihr Beruf eine höhere Ausbildung erfordert (ob ein Bachelor "reicht", kann ich nicht beurteilen), Sie nicht mit Waren handeln etc.

Fazit: Ob ein Grünlandberater als Freiberufler anerkannt wird, das sollten Sie mit einem Steuerberater besprechen, oder Sie fragen beim Finanzamt nach. (Neben dem Finanzamt kann aber auch das Gewerbeamt oder die IHK ggf. die Freiberuflichkeit in Zweifel ziehen.) Wie komplex die Lage ist, zeigt diese Urteilsliste, Hinweise gibt es auch im Abschnitt Gewerbe oder freier Beruf? und hier.

Was aber auf jeden Fall nicht stimmt, ist dass Freiberufler nicht werben dürfen - sie dürfen! (Manche freien Berufe (Ärzte und Anwälte z. B.) unterliegen eigenen standesrechtlichen Einschränkungen, was die Art der erlaubten Werbung betrifft, aber selbst diese unterliegen keinem generellen Werbeverbot.)

Viel Erfolg wünscht
Ihre akademie.de-Redaktion
Simon Hengel

Gewerbe anmelden für Spielgruppen!

Hallo

Ich werde ab März in den mir von einer Hebamme zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten(zur Miete), Mutter Kind Spielgruppen
betreuen,Spielen , Basteln , Singen. Ich habe dafür keine berufliche Qualifikation , habe dies aber 15 Jahre als Angestellte bei einer Hebamme ausgeübt, was jetzt nicht mehr möglich ist.
Könnte ich jetzt zum Gewerbeamt gehen und dafür ein Kleingewerbetreibende anmelden, da voraussichtlich Einnahmen zu erwarten sind?
Vielen Dank
Marika

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