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Gewerbeanmeldung - 10 Fragen, 10 Antworten

Wer Gewerbetreibender ist, welche Unterlagen benötigt werden und wie Sie sich anmelden

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Stand: 25. Juni 2012 (aktualisiert)

Beim Start in die Selbstständigkeit sind alle Gewerbetreibenden verpflichtet, ihr Gewerbe anzumelden. Häufig ist jedoch nicht klar, wer überhaupt Gewerbetreibender ist, was an Unterlagen benötigt wird und wie die Anmeldung im Einzelnen funktioniert. Wir klären auf.

(Dieser Beitrag liefert die wichtigen Fakten zur Gewerbeanmeldung im schnellen Überblick. Praxistipps und Erläuterungen zu diesem Thema, aber auch zur Anmeldung beim Finanzamt und zum Umsatzsteuerverfahren, finden Sie in unserem Beitrag "Gründung, Anmeldungen, Genehmigungen: Unternehmer werden ist nicht schwer!".)

1. Wer muss eine Gewerbeanmeldung durchführen?

Jeder Gründer ist zugleich "Gewerbetreibender". Wer dieser überschaubaren Definition nach Gewerbetreibender ist, muss sein Gewerbe in jedem Fall anmelden. Ausnahme: Sie sind Freiberufler oder in der Landwirtschaft selbstständig Tätiger.

Nach der Gewerbeordnung üben Sie ein Gewerbe aus, wenn Sie einer Tätigkeit "selbstständig und regelmäßig" nachgehen und wenn Sie das Gewerbe "entgeltlich" und "zum Erzielen von Gewinnen" betreiben. Dabei spielt die Rechtsform des Betriebes im Übrigen keine Rolle.

2. Wer hat mit einer Gewerbeanmeldung nichts zu tun?

Angehörige der 'Freien Berufe' müssen sich nicht anmelden. Dies sind insbesondere die so genannten "Katalogberufe": Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Künstler oder Schriftsteller. Auch medizinische Berufe, wie Physio- oder Ergotherapeuten, gelten als Freiberufler.

(Freiberufler müssen sich jedoch beim Finanzamt anmelden).

Nachweise

Die meisten freien Berufe erfordern den Nachweis von berufsqualifikatorischen, zum Teil sogar finanziellen und baulichen Voraussetzungen. Es kann sich also keiner selbst aussuchen, ob er eine selbständige Tätigkeit als Gewerbetreibender oder als Freiberufler ausüben möchte.

Nicht zum Gewerbeamt muss der Bereich der 'Urproduktion', also Selbstständige aus den Bereichen Fischerei, Bergbau sowie der Land- und Forstwirtschaft. Ebenfalls nicht anmeldepflichtig ist, wer eigenes Vermögen verwaltet, etwa indem er eigene Grundstücke oder Gebäude verpachtet oder vermietet.

3. Wann müssen Sie ein Gewerbe anmelden, was ist bei späteren Veränderungen?

Anmeldepflichtig sind Sie, sobald Sie eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen bzw. wenn Sie einen bereits bestehenden Betrieb übernehmen.

Ebenfalls meldepflichtig sind Sie, wenn die unternehmerische Tätigkeit verändert oder ausgeweitet wird. Das gleiche gilt für den Umzug in eine andere Kommune - auch das müssen Sie melden.

Außerdem muss das Gewerbeamt informiert werden, wenn Sie die Rechtsform Ihres Betriebes oder die Art der gewerblichen Tätigkeit ändern. Auskunftspflichtig sind Sie auch, wenn Sie den Betrieb einstellen oder wenn Sie einen neuen Gesellschafter aufnehmen.

4. Wie funktioniert eine Gewerbeanmeldung?

Ganz einfach: Sie melden Ihr Gewerbe beim Gewerbeamt der jeweiligen Kommune an. Im häufigsten Fall ist das Gewerbeamt Teil des Ordnungsamts ("Gewerbemeldestelle"). Die Anmeldung können Sie persönlich auf dem Amt vornehmen, gelegentlich auch schriftlich oder - in modernen Stadtverwaltungen - auch via Internet.

Wichtig ist, dass der Gewerbetreibende die Anmeldung selbst vornimmt. Bei einem Einzelunternehmen ist dies der Inhaber, bei einer Personengesellschaft der oder die geschäftsführenden Gesellschafter. Handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, ist der/die vertretungsberechtigte/n Geschäftsführer zuständig.

5. Welche Unterlagen benötigen Sie für die Anmeldung?

Sie benötigen nur Ihren Personalausweis oder Ihren Reisepass, um sich ausweisen zu können. Ist das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen (z. B. GmbH), müssen Sie den Handelsregisterauszug sowie den notariell beglaubigten Gesellschaftsvertrag vorlegen.

Ausländer

Ausländische Staatsbürger, die nicht aus EU-Ländern kommen, müssen eine Aufenthaltsgenehmigung der jeweiligen Ausländerbehörde vorlegen. Die Genehmigung muss die Erlaubnis beinhalten, dass ein Gewerbe betrieben werden darf.

6. Für welche Gewerbe sind besondere Erlaubnisse oder Zulassungen erforderlich?

In Deutschland herrscht Gewerbefreiheit, d. h. für die Ausübung der weitaus meisten Gewerbe ist keine besondere Erlaubnis erforderlich. In bestimmten Branchen ist aber eine spezielle Erlaubnis notwendig. Diese speziellen Regelungen für bestimmte Tätigkeitsfelder gehen dann zum Teil deutlich über die reine Gewerbeanmeldung hinaus.

Wird eines der sogenannten "überwachungsbedürftigen" Gewerbe angemeldet (z.B. Auskunftei, Detektei, Ehe-/Partnervermittlung, Alt- und Gebrauchtwarenhandel, Reisebüro), so verlangt das Gewerbeamt ein polizeiliches Führungszeugnis ("zur Vorlage bei Behörden") sowie einen Auszug des Gewerbezentralregisters.

Die meisten dieser zusätzlichen Anforderungen lassen sich in drei Kategorien beschreiben:

  • persönliche Zuverlässigkeit: Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, Auszug aus dem Gewerbezentralregister sowie Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts.

  • sachliche Voraussetzungen: z. B. Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (vor allem durch Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis), erforderlicher Zustand der Gewerberäume.

  • fachliche Voraussetzung: Als Nachweis hierfür dienen - je nach geforderter Qualifikation - die Teilnahme an einer Weiterbildung (häufig bei der IHK), eine Ausbildung oder ein Studium.

Die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten sind weiter unten aufgeführt, lassen sich aber auch in der Gewerbeordnung nachlesen.

7. Was ist mit der Gewerbeanmeldung im Handwerk?

In Deutschland ist nach wie vor der Betrieb eines Handwerks-Unternehmens besonders stark reglementiert: Ein Handwerksunternehmen darf nur führen, wer eine Meisterprüfung abgelegt hat. Bei einer GmbH genügt, wenn ein Meister als technischer Betriebsführer eingestellt ist (der Betriebsinhaber selbst muss also kein Meister sein!).

Ausnahmeregelungen bestehen zudem bei so genannten "Altgesellen". In jedem Fall ist eine Anmeldung bei der Handwerkskammer mit entsprechenden Nachweisen notwendig (Eintrag in die Handwerkerrolle).

In der so genannten "Anlage B" der Handwerksordnung werden die Berufe aufgelistet, die auch ohne Meisterbrief ausgeübt werden dürfen (Fliesenleger, Gebäudereiniger, Raumausstatter etc.).

Zudem gibt es die "handwerksähnlichen Berufe", für die es überhaupt keine Berufszulassungsbeschränkungen gibt (Kosmetiker, Rohr- und Kanalreiniger, Änderungsschneider u. a.). Diese handwerksähnlichen Berufe benötigen keinen Meisterbrief (kennen ihn zum Teil auch gar nicht als Abschluss einer Ausbildung).

Nachweise, Handwerkerrolle

Bei der Gewerbeanmeldung müssen entsprechende Nachweise vorgelegt werden. Diese sollten Sie vorab mit der Handwerkskammer abstimmen. In der Handwerkskammer können Sie auch die Eintragung in die Handwerkerrolle beantragen. Sie benötigen dazu:

  1. den Antrag (!) auf Eintragung in die Handwerksrolle;

  2. den Meisterbrief in beglaubigter Ablichtung oder Nachweise nach Ziffer II. B-D Handwerksordnung:

    - Nachweis (Hoch-) Schulabschluss,
    - Ausnahmebewilligung,
    - Ausübungsberechtigung des Inhabers bzw. des Betriebsleiters;

  3. eine Betriebsleiterklärung, sofern ein technischer Betriebsleiter eingestellt wurde;

  4. unter Umständen: Ein Anstellungsvertrag (in Kopie) mit dem Betriebsleiter, mit Angaben über die wöchentliche Arbeitszeit und das monatliche Entgelt;

  5. eine Bescheinigung der Krankenkasse über die Anmeldung zur gesetzlichen Sozialversicherung;

  6. unter Umständen: Handelsregisterauszug. Nur erforderlich, soweit das Einzelunternehmen (freiwillig) im Handelsregister eingetragen ist oder bei der Gründung einer juristischen Person.

8. Wie muss ich meine Tätigkeit in der Gewerbeanmeldung beschreiben?

Der Gegenstand der gewerblichen Tätigkeit ist möglichst genau zu bezeichnen. Aus Ihren Angaben sollte also hervorgehen, welche Dienstleistungen oder Waren Ihr Angebot umfasst, bspw. den "Betrieb eines Elektroinstallationsbetriebes".

Betreiben Sie Handel, sollten Sie z. B. angeben, ob es um Groß- oder Einzelhandel geht. Die Warengruppen müssen Sie zwar nicht im Detail, sehr wohl aber mit Oberbegriffen (zum Beispiel "Einzelhandel mit Textilien") angeben.

9. Was passiert sonst noch bei einer Gewerbeanmeldung?

Das Gewerbeamt informiert verschiedene Behörden über die Anmeldung, insbesondere die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder die Handwerkskammer (HWK) sowie die Krankenkasse.

Besonders wichtig ist die Meldung an das zuständige Finanzamt: Heute ist es üblich, dass man Ihnen bei der Gewerbeanmeldung bei der Gewerbemeldestelle der zuständigen Kommune direkt den Fragebogen der Finanzverwaltung aushändigt. Dies gilt, soweit Sie überhaupt noch persönlich zur Stadt-/Gemeindeverwaltung gehen und die Gewerbeanmeldung — wie häufig möglich — nicht auf dem Online-Wege vornehmen. Falls Sie also von der Stadtverwaltung den Fragebogen nicht erhalten, werden Sie ihn innerhalb weniger Tage von Ihrem zuständigen Finanzamt zugeschickt bekommen. Mit diesem umfangreichen Fragebogen „zur steuerlichen Erfassung“ teilen Sie dem Finanzamt u. a. mit, in welchem Umfang (geplanter Umsatz + Gewinn) Sie tätig werden.

Nie ohne Berater!

Füllen Sie diesen Erhebungsbogen des Finanzamtes gemeinsam mit Ihrem Existenzgründungsberater oder mit einem Steuerberater aus! Die Angaben zum künftigen Umsatz und Gewinn müssen natürlich realistisch sein, sie entscheiden aber auch über die Höhe eventueller Einkommensteuer-Vorauszahlungen — Euphorie oder Überschwang sind also nicht angebracht!

10. Was kostet das alles?

Die Bearbeitungsgebühr einer Gewerbeanmeldung ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Bei einigen ist sie kostenlos, in der Mehrheit liegt die Gebühr irgendwo zwischen 20 - 40 Euro. Gewerbeummeldungen oder Änderungen im Bestimmungszweck schlagen mit unter 20 Euro zu Buche.

Deutlich teurer sind die diversen Qualifikationen bzw. Unterweisungen und Bescheinigungen, die als Nachweise der fachlichen bzw. sachlichen Voraussetzungen und der persönlichen Zuverlässigkeit zu beschaffen sind. Je nach Tätigkeit müssen hierfür mehrere hundert Euro eingeplant werden.

Hinweise für die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten

  • Apotheke: Nach dem Gesetz über das Apothekenwesen darf nur der approbierte Apotheker mit einer besonderen Erlaubnis eine Apotheke eröffnen. Die Erlaubnis wird für ganz konkrete Geschäftsräume erteilt.

  • Arbeitnehmerüberlassung: Nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz bedarf es einer Erlaubnis des Landesarbeitsamtes, wenn ein Arbeitgeber gewerbsmäßig Dritten Leiharbeitnehmer zur Arbeitsleistung überlassen will.

  • Bauträger/Baubetreuer: Gemäß § 34 c Gewerbeordnung bedarf einer Erlaubnis, wer Bauvorhaben als Bauherr im eigenen Namen vorbereitet oder durchführt und dazu fremde Vermögenswerte verwendet (Bauträger) oder auch, wer als Baubetreuer in fremdem Namen Bauvorhaben wirtschaftlich vorbereitet oder durchführt.

  • Bewachungsgewerbe: Die gewerbsmäßige Bewachung von Leben oder Eigentum fremder Personen bedarf der Erlaubnis nach § 34 a Gewerbeordnung. Wer bestimmte Bewachungstätigkeiten ausübt, muss grundsätzlich eine anspruchsvolle Sachkundeprüfung absolvieren.

  • Einzelhandel: Die Ausübung einer Einzelhandelstätigkeit mit Hackfleisch, Arzneimitteln, Wirbeltieren, Schusswaffen und Munition ist gestattungspflichtig.

  • Finanzdienstleistungen: Wer gewerbsmäßig (oder in einem eine kaufmännische Einrichtung erfordernden Umfang) Finanzdienstleistungen sowie Finanzkommissionsgeschäfte oder Emissionsgeschäfte nach dem Kreditwesengesetz erbringen will, muss die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht haben. Sie muss vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit vorliegen. Das Betreiben der vorgenannten Geschäfte ohne Erlaubnis ist ein Straftatbestand!

  • Gaststätten/Hotels: Der Betrieb von Schankwirtschaften, Speisewirtschaften und Beherbergungsbetrieben bedarf nach dem Gaststättengesetz einer Erlaubnis, die personen-, betriebsart- und raumbezogen ist, wenn alkoholische Getränke ausgeschenkt werden. Unter den Begriff Gaststätte fallen z. B. auch Trinkhallen, Imbissstuben und Kantinen.

    Die Erlaubnis wird für den oder die Antragsteller erteilt, für die bestimmten Räume sowie für die bestimmte Betriebsart. Die Erlaubnis wird nur einer Person erteilt, die u. a. nachweist, dass sie über die Grundzüge der für den in Aussicht genommenen Betrieb notwendigen lebensmittelrechtlichen Kenntnisse unterrichtet worden ist und mit ihnen als vertraut gelten kann ("Gaststättenunterrichtung").

  • Großhandel: Die Großhandelstätigkeit ist grundsätzlich erlaubnisfrei. Ausnahmen gelten z. B. für den Handel mit Chemikalien und Sprengstoffen.

  • Güterbeförderung: Nach dem Güterkraftverkehrsgesetz bedarf die Beförderung von Gütern für Dritte mit Kraftfahrzeugen, deren zulässiges Gesamtgewicht über 3,5 t liegt, einer Erlaubnis der hierfür zuständigen Verkehrsbehörde. Für grenzüberschreitende Güterkraftverkehre mit Staaten der Europäischen Union und den zusätzlichen, nicht zur EU gehörenden Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), d. h. Norwegen, Island und Liechtenstein, wird eine so genannte Gemeinschaftslizenz (auch "EG-Lizenz" genannt) benötigt.

    Die entsprechenden Erlaubnisse im Güterkraftverkehrsgewerbe werden nur dann erteilt, wenn der Antragsteller seine fachliche Eignung durch entsprechende leitende Tätigkeit, bestimmte Abschlussprüfungen oder durch eine Fachkundeprüfung nachweist. Daneben werden seine Zuverlässigkeit und die finanzielle Leistungsfähigkeit des Betriebes überprüft.

  • Handwerk: Nach § 1 der Handwerksordnung ist die Handwerksrolleneintragung Voraussetzung für den selbständigen Betrieb eines Handwerks als stehendes Gewerbe. Für die Eintragung in die Handwerksrolle ist die Meisterprüfung oder eine Ausnahmebewilligung notwendig. Eine Eintragung in die Handwerksrolle ist nicht erforderlich, wenn es sich um einen "industriellen" Betrieb handelt. Merkmale hierfür sind z. B. ein hoher Automatisierungsgrad, Vorratsproduktion, serienmäßiges Fertigungsverfahren und überregionaler Absatz.

  • Inkasso-Unternehmen: Die gewerbsmäßige Einziehung fremder oder abgetretener Forderungen ist erlaubnispflichtig. Die Erlaubnis ist bei dem Präsidenten des örtlich zuständigen Land-/ Amtsgerichts zu beantragen. Wesentliche Voraussetzungen für ihre Erteilung sind Zuverlässigkeit und geordnete wirtschaftliche Verhältnisse sowie ein Sachkundenachweis, nämlich ausreichende theoretische Rechtskenntnisse und praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Forderungseinziehung.

  • Kreditwesen/Kapitalanlagen: Das Betreiben von Bankgeschäften ist gemäß § 1 Gesetz über das Kreditwesen erlaubnispflichtig. Zuständige Behörde ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Ebenso bedarf das Betreiben einer Kapitalanlagegesellschaft der Erlaubnis durch die Bundesanstalt.

  • Maklergewerbe: Die gewerbsmäßige Vermittlung des Abschlusses von Verträgen über Grundstücke, Wohnräume, Darlehen und Kapitalanlagen oder der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss solcher Verträge bedarf gemäß § 34 c Gewerbeordnung einer Erlaubnis. Zusätzlich ist die Makler- und Bauträgerverordnung zu beachten, die dem Gewerbetreibenden die Pflicht zu Sicherheitsleistungen und zum Abschluss von Versicherungen auferlegt.

  • Personenbeförderung: Nach dem Personenbeförderungsgesetz ist die entgeltliche oder geschäftsmäßige Beförderung von Personen mit Kraftfahrzeugen (Omnibusse, Personenkraftwagen) genehmigungspflichtig.

    Genehmigungsbehörde für den Linienverkehr sowie für den Gelegenheitsverkehr mit Omnibussen (Ausflugsfahrten, Ferienzielreisen) ist der zuständige Regierungspräsident.

    Genehmigungsbehörden für den Taxen- und Mietwagenverkehr sind die unteren Verkehrsbehörden.

    Der Unternehmer oder die zur Führung der Geschäfte bestellte Person muss die fachliche Eignung eines Taxen- und Mietwagenunternehmens nachweisen entweder:

    - durch eine Fachkundeprüfung vor der zuständigen IHK oder

    - durch eine nachweisbare, mindestens dreijährige leitende Tätigkeit in Unternehmen des Straßenpersonenverkehrs oder

    - durch eine bestandene Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf (z. B. Verkehrsfachwirt) oder eine berufliche Weiterbildung auf diesen Gebieten.

  • Reisegewerbe: Zum Vertreiben von Waren oder zum Anbieten von Dienstleistungen durch Direktvertrieb an der Haustür oder Verkaufsstände auf der Straße (Reisegewerbe) ist gemäß § 55 Gewerbeordnung der Besitz einer Reisegewerbekarte erforderlich.

    Neben der Reisegewerbekarte bedarf es einer besonderen Anzeige, wenn im Rahmen eines Wanderlagers vorübergehend Waren vertrieben werden sollen. Dies liegt vor, wenn der Verkauf außerhalb der gewerblichen Niederlassung des Gewerbetreibenden, z.B. in Räumen einer Gaststätte, in einem Kraftwagen oder auch bei so genannten Kaffeefahrten durchgeführt wird.

  • Sachverständigentätigkeit: Die Tätigkeit als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger ist gemäß § 36 Gewerbeordnung von einer entsprechenden Bestellung für ein bestimmtes Gebiet durch die zuständige Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer oder das Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Landesentwicklung abhängig. Auf die Bestellung und Vereidigung besteht kein Rechtsanspruch; sie setzt besondere Sachkunde und Vertrauenswürdigkeit voraus. (Die Tätigkeit als Sachverständiger ohne öffentliche Bestellung und Vereidigung ist erlaubnisfrei, da die Bezeichnung "Sachverständiger" nicht gesetzlich geschützt ist!)

  • Spielgeräte: Gemäß § 33 c Gewerbeordnung bedarf die Aufstellung von Spielgeräten, der Betrieb von Spielhallen sowie die gewerbsmäßige Durchführung von Spielen mit Gewinnmöglichkeiten der Erlaubnis.

  • Versteigerergewerbe: Gemäß § 34 b Gewerbeordnung ist die gewerbsmäßige Versteigerung erlaubnispflichtig. Neben § 34 b Gewerbeordnung ist die Versteigererverordnung, in der dem Versteigerer besondere Pflichten auferlegt werden, zu beachten.

  • Versicherungsberater: Wer Dritte über Versicherungen beraten will (Versicherungsberater), ohne von einem Versicherungsunternehmen wirtschaftlich oder in anderer Weise abhängig zu sein, bedarf gem. § 34 e Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

  • Versicherungsvermittler: Ein Versicherungsmakler oder -vertreter, der den Abschluss von Versicherungsverträgen vermittelt (Versicherungsvermittler), bedarf gem. § 34 d Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

    Die Regelungen seit 2007 sehen eine Erlaubnis- und Registrierungspflicht für selbständige Versicherungsvermittler und -berater vor sowie bestimmte Dokumentations- und Informationspflichten. Insbesondere ist die Zulassung an das Vorliegen einer ausreichenden Sachkunde und Vermögensschadenabsicherung für die Kunden geknüpft.

Auch wenn das Gewerbeamt bereits eine Anmeldung bestätigt hat, kann das Gewerbe noch im Nachhinein untersagt werden, wenn die persönliche Zuverlässigkeit des Gründers nicht gewährleistet ist!

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Durchführung von Installationen/Wartung/Service ohne Meister?

Hallo zusammen,

im Zuge meiner Facharbeit bin ich auf folgende Problematik/Frage gestoßen:

Was wären für eine Firma (GmbH) für die bereits eine Gewerbeanmeldung und Eintragung bei der IHK erfolgt ist, die Folgen wenn sie Installationen, Wartungen und Service auch ohne einen technischen Betriebsführer oder Meister für dieses Handwerk durchführt?

Muss im Handelsregisterauszug unter c) "Gegenstand des Unternehmens" ,genau aufgelistet sein, dass das Unternehmen Installationen durchführen darf?

Muss wenn nun nachträglich ein Meister, oder jemand mit Meisterbrief als technischer Betriebsführer eingestellt wird, eine Änderung des Handelsregistereintrages bzw. beim Gewerbeamt erfolgen?
Wird das Unternehmen dann automatisch bei der Handwerkskammer gemeldet, da es bspw. nun einem der in Anlage A/B der HwO genannten Berufe zugeordnet werden kann?
Erfolgt dies auch, wenn es nur einen Bereich der Unternehmensleistungen betrifft?

Danke für die Hilfe.

Grüße
Sören

Also, ich sag mal:

Unter "Gegenstand des Unternehmens" soll meines Wissens die Angabe der Geschäftstätigkeitsfelder so erfolgen, dass klar wird, dass bzw. ob erlaubnispflichtige oder nicht jedermann gestattete Tätigkeiten angeboten werden. Ob Installationen und Wartungen zulässig und zulässig sind ohne einen Meister im Betrieb, hängt doch davon ab, was eigentlich installiert wird, oder nicht nicht? Der Eintrag im Handeslregister muss nachträglich nur geändert werden, wenn sich die Geschäftsfelder ändern. Übrigens wird beim Eintrag nicht vom Amtsgericht geprüft, ob man die VOraussetzungen dafür hat, das zu tun, was man da reinschreibt.

Schöne Grüße
Ludmilla

Onlinehandel über Partnerportale als Blogger anbieten?

Hallo,

vielen Dank für den umfangreichen Artikel!

Ich blogge in meiner Freizeit - über Privates, Technisches, wie auch einzelne Themenbereiche.

Nun möchte ich gerne über ein Partnerprogramm mit einem Onlinehandel beispielsweise t-Shirts und Tassen auf Provisionsbasis vertreiben.
Ich weiß nicht, wie groß die Nachfrage sein wird - da der Blog nur privat betrieben und teils auch nur semi-kontinuierlich aktualisiert wird.

Meine Fragen dazu:
Wann sollte eine Gewerbeanmeldung stattfinden? Bereits vor dem ersten Angebot oder erst nachdem abgeschätzt wurde, wie viel dabei rumkommt?

Würde man bei der Gewerbeanmeldung eine recht gängige Formulierung wie "Onlineversandhandel" dafür akzeptieren? (Mir ist klar, dass die Antwort nur ein Bauchgefühl widerspiegeln kann).

Wäre die Zeit, die man damit verbringt, dies zu pflegen etc. beispielsweise als "Lohn" berechenbar? Ergeben sich dadurch Vor- oder Nachteile für mich?

Besten Dank,
Daniel

Antwort: Onlinehandel über Partnerportale als Blogger anbieten?

Hallo Daniel,
das sind ja eine Menge Fragen auf einmal. :-) Ohne die Details des Einzelfalls zu kennen, lässt sich dazu ganz allgemein sagen:

1.
Ein gemäß § 14 Gewerbeordnung
http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/gewo/__14.html
anzeigepflichtiger Gewerbebetrieb liegt laut § 15 Einkommensteuergesetz
http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/estg/__15.html
immer dann vor, wenn die Tätigkeit mit der Absicht unternommen wird, Gewinn zu erzielen und "nachhaltig", also auf Dauer, angelegt ist. Sie setzt außerdem die "Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr", also Werbung, kaufmännisches Auftreten und so weiter, voraus.

2.
Wenn Sie via Weblog und Partnerprogramme Shirts und Tassen vertreiben, sind diese Voraussetzungen aus meiner Sicht erfüllt. Die Höhe der tatsächlichen Einkünfte spielt dabei keine Rolle. Sie benötigen sofort einen Gewerbeschein. (Andererseits wird Ihnen höchstwahrscheinlich niemand den Kopf abreißen, wenn Sie das Gewerbe ein paar Wochen später anmelden...)

3.
Wenn Sie via Internet mit Shirts und Tassen handeln, ist "Onlineversandhandel" aus meiner Sicht eine passende Bezeichnung für das Handelsgewerbe.

4.
Was die "Lohn"-Zahlung betrifft: Als Inhaber eines Einzelunternehmens zahlen Sie sich keinen Lohn und auch kein Gehalt. Sie leben vom Einnahmenüberschuss / Gewinn Ihres Betriebes.

Tipp: Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie zum Beispiel im Kapitel "Buchführung und Steuern" unseres Leitfadens:
"Nebenberuflich selbstständig: Tipps und Informationen für Ihre Gründung im Nebenerwerb"
http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig
Weitere Informationen:
"Existenzgründung: Mit welchen Unternehmenssteuern muss ich rechnen?"
https://www.akademie.de/wissen/uebersicht-unternehmenssteuern/betrieblic...
und:
"EÜR ganz praktisch: So geht Einnahme-Überschussrechnung"
http://www.akademie.de/wissen/kurs-einnahme-ueberschussrechnung

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Sicherheit service

Hallo,ich würde gerne wissen ob auch für Personen die in einem Lebensmittel Markt stehen, so genannte Shop Guards nach Paragraph 34 a Arbeiten auch so ein Kompliziertes Gewerbe anmelden muss,wie bei Detektei ausübungen etc.oder nennt sich das anders?

Antwort: Sicherheit service

Guten Tag,
da in dem von Ihnen genannten § 34a GewO
http://dejure.org/gesetze/GewO/34a.html
... ausdrücklich auch der "Schutz vor Ladendieben" genannt ist, gilt die Vorschrift aus meiner Sicht auch für die von Ihnen erwähnten "Shop Guards".

Bitte beachten Sie: Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Am besten fragen Sie Ihren Steuer- oder Unternehmensberater oder lassen sich von der Industrie- und Handelskammer vor Ort informieren:
http://www.dihk.de/ihk-finder

Viele Grüße
Robert Chromow

Kann man sich ein Gewerbe auch teilen?

Guten Abend,

herzlichen Dank für den weitaus interessanten Artikel!

Gehen wir davon aus - ich möchte eine Foodtruck Company gründen und meine Speißen (zur Auslieferung)Frühs/Mittags vorbereiten - danach benötige ich eine Gastronomieküche nicht mehr.Könnte ich einem Gastronom anbieten seine Küche frühs gegen eine bestimmte Miete zu nutzen? Um höhere (komplette) Mietkosten zu sparen.
Bei Veranstaltungen kann man oft auch Vereinshäuser mieten und die Küche nutzen - wahrscheinlich durch die Vereinsmitgliedschaft?

Würde mich sehr freuen, wenn Sie mir weiterhelfen könnten!
Herzlichen Dank!
Christine Hirschmann

Antwort: Kann man sich ein Gewerbe auch teilen?

Hallo Frau Hirschmann,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Bei dem von Ihnen beschriebenen Szenario handelt es sich aus meiner Sicht nicht um ein "geteiltes Gewerbe", sondern um die temporäre Vermietung einer Gastronomie-Küche.

2.
Rechtlich und steuerlich spricht aus meiner Sicht _grundsätzlich_ nichts dagegen (in Deutschland herrscht Vertragsfreiheit) - allerdings könnte es bei einer solchen geschäftlichen Parallel- bzw. Kombinationsnutzung schwierig sein, die Haftung für Verstöße gegen Gesundheits- und ähnliche Auflagen intern zu regeln und nach außen (z. B. gegenüber der Gewerbeaufsicht) zu dokumentieren.

Aber das ist nur meine völlig unmaßgebliche Vermutung - am besten fragen Sie bei einem Steuerberater, Rechtsanwalt oder bei der für Sie zuständigen IHK nach.

Viele Grüße
Robert Chromow

Vielen vielen Dank für Ihre Beratung!

Guten Abend Herr Chromow,

Sie haben mir schon sehr weitergeholfen - herzlichen Dank!

Viele Grüße
Christine Hirschmann

Formulierung des Geschäftszwecks

Guten Abend Herr Chromow,

ich bin am überlegen, wie ich bei meiner Gewerbeanmeldung den Geschäftszweck am Besten ausformuliere. Mir wäre es durchaus recht eine nicht zu präzise Angabe zu machen, um mich nicht selbst in dem Vertrieb meiner Produkte zu limitieren.

Zur Sache: Ich vertreibe für verschiedenste Firmen deren Produkte im indirekten Vertrieb. Ich kann mich somit nicht nur auf die Nennung einer Produktgruppe festlegen. Gibt es hierfür eine allgemeingültige Formulierung, die auch anerkannt wird ?

Punkt 2: Für eine Produktgruppe erhalte ich keine Vertriebsprovision, sondern kann den VK selbst kalkulieren. Ich betreibe für diese Gruppe sozusagen einen eigenen Einkauf und stelle auf meinen Namen auch die Rechnung aus. Wie sieht es hier bezüglich einer möglichen Formulierung aus ?

Danke für Ihre Einschätzung und an dieser Stelle ein Dankeschön für die bereits sehr hilfreichen Antworten im Forum.

Beste Grüße

Nils

Antwort: Formulierung des Geschäftszwecks

Hallo Nils,
danke für die nette Rückmeldung! Wie gesagt: Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Konkrete Formulierungshilfen können wir auch nicht geben. Daher nur ganz allgemein:

Zu Ihrer Frage heißt es weiter oben im Text:
------------ Zitat ----------------
Betreiben Sie Handel, sollten Sie z. B. angeben, ob es um Groß- oder Einzelhandel geht. Die Warengruppen müssen Sie zwar nicht im Detail, sehr wohl aber mit Oberbegriffen (zum Beispiel "Einzelhandel mit Textilien") angeben.
----------Zitat-Ende --------------

Weitergehende Unterscheidungen nach Kalkulations- und Abrechnungsverfahren sind nicht erforderlich. Grundsätzlich reichen Angaben wie "Großhandel/Einzelhandel mit ###".

Alle weiteren Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Gründungs- oder Steuerberater - oder Sie fragen bei der Industrie- und Handelskammer nach. Die nächste IHK finden Sie hier:
http://www.dihk.de/ihk-finder/ihk-finder-dihk.html

Falls Sie Mitglied in einem Berufs- oder Branchenverband sind, können Sie sich an an deren Berater wenden.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kleingewebe in der Gastronomie

Hallo, ich arbeite in einem Teilzeit Arbeitsverhältnis und habe noch einen 450 Minijob.
Jetzt würde ich gerne zusätzlich ein Kleingewerbe anmelden.
Meine fragen sind nun...
1. ist das möglich?
2. wie sieht es dann mit meinem Kassen Versicherungsschutz aus?
Müsste ich mich dann selbst versichern oder läuft das weiterhin über meine teilzeitstelle?
Lg Anna B.

Antwort: Kleingewebe in der Gastronomie

Hallo Anna,
in Deutschland herrscht Gewerbefreiheit. Deshalb: Ja, auch Arbeitnehmer und Minijobber dürfen ein Kleingewerbe betreiben. Welche Auswirkungen das auf den Sozialversicherungsschutz hat, hängt von der "Gesamtschau des Einzelfalls" ab. Was dabei zu beachten ist, können Sie unter anderem im Beitrag ...
"Selbstständigkeit als Hauptberuf oder als Nebenberuf: Die Kriterien der Krankenversicherung"
http://www.akademie.de/wissen/haupt-oder-nebenberuf
... nachlesen. Außerdem gibt es bei akademie.de einen umfangreichen Leitfaden zur nebenberuflichen Selbstständigkeit:
http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig
Dort wird das Thema aus ganz verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

Viele Grüße und alles Gute
Robert Chromow

Eigenes Warmwachs, Salben und Deo verkaufen

Hallo, ich stelle Pflegeprodukte selbst her und möchte diese gerne verkaufen.
Soweit ich weiß, darf ich mit einer Gewerbeanmeldung EIN Produkt verkaufen. Der Kunde muss dazu Zugriff auf das Rezept haben und es vorher explizit ausgewählt haben sodass ich es frisch und ausschließlich für ihn produziere, richtig? Soweit mein Verständniss bis jetzt...
Möchte ich jedoch mehrere Produkte anieten und frisch hergestellt verkaufen, brauche ich was genau? Und lohnt sich das kostentechnisch überhaupt für einen Hobbyverkäufer? Gesamtjahresumsatz wäre vermutlich ca. 300-500€ und dass ich meine eigenen Rezepte öffentlich zugänglich machen müsste, finde ich auch nicht so toll, das kann ja dann theor. jeder nachmachen...
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.
Herzliche Grüße S.Malacarne

Antwort: Eigenes Warmwachs, Salben und Deo verkaufen

Hallo Herr / Frau Malacarne,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Dass Sie nach einer Gewerbeanmeldung nur "EIN Produkt" verkaufen dürfen, trifft nicht zu. Mehr dazu weiter oben im Text.

2.
Für die Produktion und den Vertrieb von Gesundheits- und Pflegeprodukten gelten m. W. hohe Sicherheits- und Prüfauflagen. Deren Erfüllung wird sich bei einem anvisierten "Gesamtjahresumsatz" (!?) von ca. 300 bis 500 Euro mit Sicherheit nicht lohnen.

Falls Sie trotzdem aktiv werden möchten, sollten Sie sich unbedingt persönlichen Rat einholen - zum Beispiel bei der Industrie- und Handelskammer. Die nächste IHK finden Sie hier:
http://www.dihk.de/ihk-finder/ihk-finder-dihk.html

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kleines Café mit selbstgemachten Kuchen auf Spendenbasis

Guten Abend,
ich möchte gerne ein kleines Café eröffnen im eigenen Haus, in
Dem es selbstgebackenen Kuchen geben soll, frischen Kaffee und Tee.
Ich möchte aber keine Preise erheben, sondern vielmehr ein Kässchen aufstelle
, in das man eine Spende werden darf/soll.
1. Muss ich dafür ein Gewerbe anmelden?
2. wie viel "Gewinn" darf ich erzielen?
3. Muss ich Umsatzsteuer bezahlen?
Liebe Grüße und danke schonmal.

"in-house"-Verkauf von Kuchen

hallo,

noch eine kleine Anmerkung: der Verkauf selbstgebackener Kuchen und Torten zum Verzehr vor Ort ist nicht meisterpflichtig, d.h. dazu brauchen Sie nicht in die Handwerksrolle eingetragen zu sein. Sie müssen aber die Auflagen der Gewerbeaufsicht und des Gesundheitsamtes erfüllen. Und Kuchen, Torten, Süßspeisen etc. dürfen nicht außer Haus verkauft werden.

Am besten, Sie fragen bei der Gewebeaufsicht und dem Gesundheitsamt nach, bevor Sie starten - wie von Herrn Chromow empfohlen. Das schon deshalb, weil Sie eine Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz durch das Gesundheitsamt für sich und ggf. Ihr Personal nachweisen können müssen. Eine Gaststättenkonzession brauchen Sie nicht, wenn kein Alkohol ausgeschenkt wird. Aber es gibt lebensmittelrechtliche Vorschriften z. B. für den Küchenbereich, den Sie einhalten müssen - kurz und gut, informieren lohnt sich.

Viele Grüße
S.Hengel

Antwort: Kleines Café mit selbstgemachten Kuchen auf Spendenbasi

Guten Tag,
eine Steuer- und Rechtsberatung ist hier nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

1.
Der Betrieb eines Cafés wirft nicht nur gewerbe-, steuer- und lebensmittelrechtliche Fragen auf, sondern vor allem handwerksrechtliche: Bäcker und Konditoren gehören zu den zulassungspflichtigen Handwerken gem. Anl. A der HWO
http://www.gesetze-im-internet.de/hwo/anlage_a.html
Für ein Café mit selbstgebackenen Kuchen und Torten brauchen Sie m. W. einen Meisterbrief.

2.
Was die Einnahmenseite angeht: Obligatorische "Spenden" statt "Verkaufspreise" ist keine Lösung. An den Steuervorschriften ändert sich dadurch nichts.

3.
Wenn Sie alle Vorschriften beachten, dürfen Sie so viel Gewinn machen, wie Sie wollen.

4.
Umsatzsteuer müssen Sie von Ihren Kunden kassieren, wenn Sie (grob gesagt) pro Jahr mehr als 17.500 Euro einnehmen. Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie auf den Seiten von akademie.de unter dem Stichwort "Kleinunternehmer".

Viel wichtiger: Bevor Sie aktiv werden, sollten Sie unbedingt mit einem Steuer- oder Gründungsberater über Ihr Vorhaben sprechen. "Kuchen backen, Kaffee brühen, Spendentopf aufstellen" klingt ja nett - ist aber kein Geschäftsmodell, das in Deutschland Zukunft hat. Gar nicht mal unbedingt wegen der Finanz- und anderen Ämter. Deren Mühlen mahlen langsam. Vielmehr wird die ortsansässige Gastronomie-Konkurrenz dafür sorgen, dass die Gewerbeaufsicht bald bei Ihnen auf der Matte steht.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Ab wann ist es Handel ?

Ich habe im Laufe der letzten Jahre hunderte von Gegenständen ( Porzellan,Bücher,Werkzeug,Kleidung und sonstige Raritäten) sowohl gekauft oder geerbt.Und die möchte ich wieder loswerden.Wenn ich diese Sachen jetzt auf meiner Homepage zum Verkauf anbiete,ist das schon ein (Gewerbe)anmeldepflichtiger Vorgang? Oder muss wirklich erst ein Umsatz erfolgen, sei es nur ein Euro ? Es kann ja wirklich sein,dass sich für meine Dinge kein Mensch interessiert,dann lösche ich die Seite und spende das Zeug. Darum, gibt es so etwas wie eine Testphase ?
Denn mit einer Gewerbeanmeldung entstehen ja auch Kosten.
Vielen Dank für eine Antwort,Uwe

Antwort: Ab wann ist es Handel ?

Hallo Uwe,
Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Beim Verkauf privaten Eigentums handelt es sich grundsätzlich nicht um ein Gewerbe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gewerbe
Insofern besteht bei Ihnen aus meiner Sicht kein akuter Handlungsbedarf. Im Zweifelsfall sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater oder fragen direkt beim Finanzamt nach.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Art des Betriebes

Guten Morgen,

ich bin Designerin und verkaufe über Empfehlungen & private Kontakte ohne stationäres Geschäft Objekte & Malerei, die ich selber herstelle. Dazu kommen Texilien oder Accessoires, die ich weiter verarbeite und veredle. Dieses Gewerbe ist ein Nebenerwerb.
Nun meine Frage: gibt man bei der Anmeldung als Tätigkeit Handel oder Sonstiges an? Worin besteht der Unterschied? ist eine Kammer Mitgliedschaft kostenpflichtig?
Da ich es ohne stationäres Geschäft betreiben möchte, sondern eher in privatem Rahmen, auf Feiern etc. kommt auch ein Reisegewerbe in Frage?
Ich habe hier den Beriff "kunstgewerbliche Gegenstände" gelesen. Könnte das mein Bereich umschreiben?

Vielen Dank

Antwort: Art des Betriebes

Guten Tag,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle weder möglich noch zulässig. Daher nur ganz allgemein:

1.
Ja, es macht einen Unterschied, ob Sie mit fremden Waren handeln oder kunstgewerbliche Gegenstände selbst herstellen und dann verkaufen: Als Händlerin gehören Sie einer Industrie- und Handelskammer (IHK) an, als Kunsthandwerkerin der Handwerkskammer (HWK).

2.
Ja, Kammermitgliedschaften sind in den meisten Fällen kostenpflichtig.

3.
Zwischen IHKen und HWKen gibt es teilweise spürbare Beitragsunterschiede.

Der Beitrag "IHK und Handwerkskammer: Zwangsmitgliedschaft - für manche zum Nulltarif"
http://www.akademie.de/wissen/ihk-hwk-beitraege
bietet weiterführende Informationen zu diesem Thema. Dort finden Sie auch kammerkritische Anlaufstellen (insbesondere für den Handwerksbereich). Sie können sich aber auch an Ihren Berufsverband wenden, um eine Einzelfallberatung einzuholen. Oft können auch Steuerberater in dieser Sache weiterhelfen.

Viele Grüße
Robert Chromow

Selbstgemachte shirts

Hallo :)
Im Moment verdiene ich mir ein bisschen was dazu indem ich shirts nach Wünschen selbst bemale, dies gilt auch für Kissen.ich gehe dieser Tätigkeit nur ab und zu nach und sehe es nur als kleinen Zeitvertteib. Da ich überhaupt nicht viel Gewinn erziele möchte ich gern wissen ob ich dafür nun ein Gewerbe anmelden muss :0
MfG, Regina Stark

Antwort: Selbstgemachte shirts

Hallo Frau Stark,
zu Ihrer Frage heißt es weiter oben im Text:
------------ Zitat ----------------
Nach der Gewerbeordnung üben Sie ein Gewerbe aus, wenn Sie einer Tätigkeit "selbstständig und regelmäßig" nachgehen und wenn Sie das Gewerbe "entgeltlich" und "zum Erzielen von Gewinnen" betreiben.
----------Zitat-Ende --------------
Auf die Höhe der tatsächlich erzielten Gewinne kommt es dabei nicht an. Insofern spricht einiges dafür, dass Sie ein Gewerbe betreiben.

Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.
Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Liebhaberei

Hallo,

ich habe jetzt mehrmals gehört, dass wenn ich was mit unter 400 eur Gewinn im Jahr herstellen und verkaufen würde, es Liebhaberei wäre und eine Gewerbeanmeldung unnötig wäre.
Stimmt das?
Mit geht es hauptsächlich um Knistertücher für Babys die ich in einem gemieteten Fach eines Ladens (welcher Regale/Fächer vermietet) verkaufen würde.
400 eur Gewinn würde ich jährlich weit unterschreiten (daher lohnt sich für mich ein Gewerbe nicht).

grüße
Alex

Antwort: Liebhaberei

Hallo Alex,
genau genommen liegt die jährliche Gewinngrenze, auf die Sie anspielen, nicht bei 400 Euro, sondern bei 410 Euro. Die Ausnahmeklausel findet sich in § 46 Einkommensteuergesetz
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__46.html
("Veranlagung bei Bezug von Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit"). Demnach ist eine Steuererklärung entbehrlich, wenn Sie als Arbeitnehmer(in) (= nichtselbständige Arbeit) im laufenden Jahr Lohnsteuer bezahlt haben und die Summe aller anderen Einkunftsarten 410 Euro nicht übersteigt.

Mit der Gewerbeanmeldung hat diese einkommensteuerliche Regelung genau genommen zwar nichts zu tun - wenn sich die Gesamteinnahmen (= Umsatz) aber in einer ähnlich geringfügigen Größenordnung bewegen wie der Gewinn, spricht wenig dafür, dass das Gewerbeamt bei Ihnen auf der Matte steht. Das ist aber nur meine ganz persönliche und völlig unmaßgebliche Meinung. Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein
http://www.vlh.de/
in Ihrer Nähe.

Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow

Herstellung und Verkauf von Holzmöbeln als Gewerbe

Hallo,

ich bin diplomierter Designer (führe derzeit eine Designagentur) und habe vor, mich in der Herstellung und im Vertrieb von Holzmöbeln und -kleinmöbeln (zusätzlich) selbständig zu machen.
Muss dafür eine extra Gewerbeanmeldung erfolgen? Wenn ja, ist es so, dass ich für die Herstellung (die ich selbst leiste) einen Meisterbrief benötige? Als Designer oder Industriedesigner macht man ja nicht automatisch seinen Meister.
Welche Alternativen gäbe es denn für mich?

Beste Grüße.

Antwort: Herstellung und Verkauf von Holzmöbeln als Gewerbe

Guten Tag,
die Änderung Ihres Gewerbescheines ist vermutlich unumgänglich.
Möbeltischlerei ist zudem gem. Anlage A der Handwerksordnung
http://www.gesetze-im-internet.de/hwo/anlage_a.html
ein zulassungspflichtiges Gewerbe, für dessen Ausübung ein Meisterbrief erforderlich ist.

Welche Möglichkeiten Sie haben, mit Ihren vorhandenen Qualifikationen im Rahmen Ihres bestehenden Betriebes ausnahmsweise ein handwerkliches (Neben-)Gewerbe zu betreiben, besprechen Sie am besten mit Ihrem Berufsverband. Oder Sie fragen bei einer der kammerkritischen Handwerker-Interessenvertretungen nach - wie zum Beispiel
* dem Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (BuH e.V.)
http://www.buhev.de/ oder
* dem Interessenverband freier und unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (IFHandwerk e.V.)
http://www.if-handwerk.de/

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Sportwetten

Hallo. Ich bin durch Zufall hier auf der Seite gelandet(Google hat wohl den letzten Beitrag erkannt). Meine Frage ist so ähnlich. Ich will bei Facebook eine Gruppe betreiben in denen ich Sportereignissen analysiere und dazu Tipps herausgebe. Also sowas wie ein Empfehlungsdienst für sportwetten. Nun muss ein Gewerbe her, aber ich tue mich schwer mit der Gewerbebeschreibung. Bzw wie nenne ich mein Gewerbe? Sportberatung? Empfehlungsgeber Sportwetten?
Über Hilfe würde ich mich sehr freuen!

Finanzberatung?

Klingt mir fast nach "Finanzberatung", oder? :-)

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