Reden schreiben: Thema und Einstieg finden

Aller Anfang ist gar nicht so schwer!

Von: Lorenz Hölscher
Stand: 7. Juli 2011
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Sie haben ein Thema und einen Redetermin - aber leider noch überhaupt keine Idee, worüber Sie reden sollen? Entspannen Sie sich erst einmal, nur so können Sie den leidigen Kampf gegen Ihr Manuskript gewinnen. Denn je länger Sie auf das weiße Blatt vor sich starren, desto feindseliger blickt es zurück.

Luft holen

Ihr Gehirn ist einer der größten Energieverbraucher in Ihrem Körper, geben Sie ihm also Kraftstoff. Das ist vor allem frische Luft mit viel Sauerstoff. Wenn Sie mögen, joggen Sie erst mal eine Runde. Die Bewegung sorgt dafür, dass Sie tiefer atmen und damit auch mehr Sauerstoff aufnehmen.

Wenn Sie das Joggen nicht mögen, können Sie auch wandern, eine Runde "um den Block" machen oder den Hund rausbringen. Hauptsache, Sie lüften Ihre Gedanken.

Entkrampfen

Lösen Sie sich von dem Zwang, das Ziel einer Rede auf möglichst direktem Wege zu erreichen. Da Sie ja nicht wissen, wo sich das Ziel befindet, können Sie gar nicht schnurstracks darauf zu gehen.

Sie müssen suchen und das ist eine Zick-Zack-Bewegung. In einer leistungsorientierten Gesellschaft ist es aber eher schwierig, planlos zu sein. Daher können Ihnen die folgenden Techniken dabei helfen:

Brainstorming

Brainstorming ist eine sehr bekannte Technik, bei der fast beliebige Begriffe notiert werden. Wichtigste Regel dabei ist: Alles ist gut! Werturteile und insbesondere Kritik sind tabu, alle Assoziationen sind erlaubt. Genau genommen sind ja sogar die "schrägen" Verbindungen die besten, weil sie den Blickwinkel erweitern.

Sparen Sie sich jede Bewertung, auch wenn Sie alleine Begriffe sammeln. Ihr innerer Zensor hat jetzt Pause.

Beim Brainstorming mit mehreren (warum sollten Ihnen nicht Freunde beim Vorbereiten helfen?) sagt am besten jeder laut einen Begriff und schreibt ihn selbst auf. Falls einer für alle notiert, besteht sonst eher die Gefahr des Kommentierens und meistens kommt er ohnehin nicht mit dem Aufschreiben hinterher.

Googlen

Ja, Sie haben richtig gelesen: Ich nutze Google als Quelle der Inspiration. Das Problem ist nur, dass Google danach trachtet, möglichst gute Ergebnisse zu liefern. In diesem Fall will ich aber "Fehler" haben, also die Ideen abseits der ausgetretenen Pfade.

Starten Sie deshalb die Bilder-Suche und geben Sie den Suchbegriff ein. Da Google solche Bilder anzeigt, die entweder den Begriff im Namen enthalten oder in der Nähe dieses Wortes im Text stehen, werden oft Bilder sichtbar, die nur zufällig dort stehen oder mit dem Thema eher am Rande zu tun haben. Genau die führen Sie aber in die gewünschte Umgebung des Themas.

Gedichte und Aphorismen

Vor allem als Einstieg in ein Thema sind kurze knackige Sprüche gut. Gleichzeitig sind sie oft "haarscharf am Thema vorbei", sodass sie ebenfalls helfen, Ihre Kreativität anzuregen. Auch beim einfachen Durchblättern diverser Sprüche-Sammlungen kommen Ihnen bestimmt viele gute Ideen. Und wenn es nicht geholfen hat, war es wenigstens unterhaltsam und hat Ihren Geist entspannt.

Übersetzungen/Unterstellungen

Sind Sie jetzt immer noch an Ihr Thema gefesselt und können sich nicht lösen, zerlegen Sie doch mal die Worte, die Sie schon gefunden haben. Die Überschrift zeigt das schon exemplarisch: Das Gegenteil von Über-Setzung ist Unter-Stellung und zur Neben-Klage gehört die Haupt-Freude.

Sehr hilfreich ist hier für mich eine Online-Übersetzung wie dict.leo.org. Dort lasse ich ein Wort in andere Sprachen übersetzen und finde darüber verschiedene andere Bedeutungen. Sie könnten auch den Word-Thesaurus nutzen, bei Wikipedia nachlesen oder sich mit der etymologischen Herkunft beschäftigen. Hauptsache, Sie entdecken einen neuen Blickwinkel.

Fazit

Eine Rede zu schreiben, ist 1 Prozent Inspiration und 99 Prozent Transpiration, wie es auch für die kreative Arbeit von Architekten gilt. Gute Ideen können Sie sich erarbeiten, wenn Sie die oben gezeigten Tipps befolgen. Eine Rede entwickeln Sie mit wenig Zauberei und vor allem viel solidem Handwerk.

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Lieber Herr Hölscher, diese leidige Frage "Worüber rede ich überhaupt" löst sich meist in Luft auf, wenn man den Bezug zum Publikum bereits vor der Rede herstellt: Welche Interessen / Probleme werden gewöhnlich mit dem Thema in Verbindung gebracht? Zur Vorbereitung auf das Thema halte ich Gespräche für wertvoller als Surfen im Web. Durch Gespräche mit betroffenen Personen kristallisiert sich der richtige "Aufhänger" für Ihre Rede fast von selber heraus. Sie stellen während Ihrer Rede schneller den Draht zum Publikum her, wenn Sie sich auf ihre Interessen und Probleme vorbereitet haben, diese auch ansprechen und eventuell einer Lösung zuführen.

Herzlichst
Kaupat

Vielen Dank hat mir sehr geholfen!! ;)

Super Tipps!!

Anregend und hilfreich - Danke!

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