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Praxistipp für die Umsatzsteuer-Voranmeldung: Ab sofort nur noch halb so oft erledigen

Halbieren Sie die Zahl der "Umsatzsteuer-Tage" auf einen Zweimonats-Rhythmus

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Stand: 2. April 2014 (aktualisiert)

Umsatzsteuer-Voranmeldung als Dauer-Stressfaktor: Existenzgründer müssen in den beiden ersten Geschäftsjahren monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben. Und für viele Steuerpflichtige besteht die Meldepflicht bis zum 10. jedes Folgemonats sogar dauerhaft. Mit ein wenig Disziplin können Sie die Zahl der "Umsatzsteuer-Tage" jedoch auf einen Zweimonats-Rhythmus halbieren.

Ungeachtet der Höhe ihrer Umsatzsteuerschuld müssen Existenzgründer ihre Umsatzsteuer-"Zahllast" in den beiden ersten Jahren monatlich ermitteln, ans Finanzamt melden und bezahlen. Für alle anderen Unternehmer gilt der monatliche Voranmelde-Rhythmus nur dann, wenn die Umsatzsteuer-Zahllast gegenüber dem Finanzamt im Vorjahr höher als 7.500 Euro war. Unter der Überschrift "Monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldung für Gründer" haben wir die Einzelheiten der Prozedur erläutert.

Meldetermin ist dabei bereits der 10. des Folgemonats. Die früher übliche "Schonfrist" von bis zu fünf Werktagen gilt schon lange nicht mehr. Daher muss die Buchführung sehr zeitnah erfolgen. Wer sich etwas Luft verschaffen will, kann einen Antrag auf Dauerfristverlängerung um einen Monat stellen: Die Umsatzsteuer-Voranmeldung für März muss dann zum Beispiel statt bis zum 10. April erst am 10. Mai fertig sein.

Zeit-Puffer aktivieren

Worauf Sie dabei achten müssen und was es mit der dabei fälligen "Sondervorauszahlung" auf sich hat, erfahren Sie im Beitrag "Umsatzsteuer: Dauerfristverlängerung nutzen".

Pfiffige Variante für fixe Faule

Üblicherweise verschaffen sich Steuerpflichtige durch die Dauerfristverlängerung "nur" eine kleine Atempause. Hat sich der spätere Meldetermin erst einmal eingespielt, ist die Hektik erfahrungsgemäß genauso groß wie bei unverzüglicher Voranmeldung. Aus diesem Grund sollten Sie prüfen, ob Sie den Zeitpuffer nicht geschickter verwenden wollen: Denn mit ein wenig Disziplin senken Sie die Anmeldefrequenz immerhin um die Hälfte. Zwar müssen Sie weiterhin für jeden einzelnen Monat eine Voranmeldung abgeben - Sie können aber jeweils zwei auf einen Streich erledigen.

Beispiel:

Um beim oben genannten Beispiel zu bleiben: Niemand hindert Sie daran, am 10. Mai nicht nur die Umsatzsteuervoranmeldung für März fertigzustellen, sondern in einem Aufwasch gleich noch die für April hinterher. Auf diese Weise haben Sie dann zwei Monate Ruhe, bevor am 10. Juli die Anmeldungen für Mai und Juni fällig sind.

Der Zweimonats-Rhythmus hat sowohl einen gewissen arbeitsorganisatorischen Nutzen als auch einen erheblichen psychologischen Vorteil: Hat man erst einmal "mit der Steuer" begonnen, alle Unterlagen bereitgelegt, Software gestartet etc., dann macht es vielfach keinen großen Unterschied, ob ein oder zwei Monate gebucht werden. Zugleich halbieren Sie auf einen Schlag die Zahl der Anlässe, zu denen Sie die ungeliebte "Fronarbeit für den Fiskus" leisten müssen.

Erfahrungsgemäß gelingt der Übergang zum 2-Monatsrhythmus nur, wenn er konsequent durchgehalten wird. Andererseits ist es Ihnen aber auch völlig unbenommen, nur von Zeit zu Zeit "vorzuarbeiten" und sich auf diese Weise z. B. Luft für Urlaubs- oder Dienstreisen zu verschaffen. An der Zahl der Umsatzsteuervoranmeldungen ändert sich letztlich ohnehin nichts: Auch wenn Sie Ihre Umsatzsteuer-Ermittlung nur alle zwei Monate vornehmen, müssen Sie zwei getrennte Voranmeldungen abgeben. Wie die Daten zum Finanzamt gelangen, erfahren Sie im Beitrag "Umsatzsteuervoranmeldung: Termine und Datenübermittlung".

Lesertipp

Der Trick mit dem praktischen Umsatzsteuer-"Doppelpack" geht auf einen Hinweis unseres Leser Germar Saule zurück: vielen Dank dafür!

Wie erleichtern oder beschleunigen Sie Ihr betriebliches Pflichtprogramm? Praxis-Tipps, Anregungen und Empfehlungen können Sie im folgenden Kommentarfeld eingeben - oder per E-Mail an die akademie.de-Redaktion schicken. Wir freuen uns darauf!

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Umsatzsteuerrechnung auf Jahressicht negativ

Sehr verehrter Herr Chromov, vorweg ist es angebracht, Ihnen für die in diesem Ratgeber vermittelte, wirklich lebenspraktische Empfehlung zu danken, die ich als guten Vorsatz ins nächste Jahr mitzunehmen beabsichtige.
Gestatten Sie, dass ich diesem Dank eine Frage hinzufüge, vor dem Hintergrund Ihrer steuerpraktischen Erfahrung steht außer Zweifel, dass eine Antwort Ihrerseits zielführenden und hilfreichen Charakters sein dürfte! Ich betrachte meine Einnahmen und Ausgaben und stelle fest, das angesichts einer wenig kostenintensiven Dienstleistungstätigkeit die an mich verauslagten Umsatzsteuerbeträge, die an die Finanzbehörden abzuführen ich ja verpflichtet bin, die an Geschäftspartner ausgekehrte Umsatsteuersumme bei weitem übersteigt. Mir scheint deshalb unvermeidlich, auf lange Sicht bei diesem Spiel ins Minus zu geraten und die Staatsfinanzen mitzufinanzieren. Wissen Sie Rat?

Meinen verbindlichsten Dank für Ihre Bemühungen, mit freundlichen Grüßen
G. Kaczmarek

Antwort: Umsatzsteuerrechnung auf Jahressicht negativ

Vielen Dank, Herr / Frau Kaczmarek,
für Ihre freundliche Rückmeldung. Dass Sie mit Steuerzahlungen die "Staatsfinanzen mitfinanzieren" ist unvermeidlich. Mehr noch: Das ist sogar der Sinn der Sache. :-)

Immerhin: Bei der Umsatzsteuer können Sie persönlich normalerweise nicht "ins Minus" geraten, da diese Steuer für Sie als Unternehmer/in gar keine keine finanzielle Belastung darstellt. Sie nehmen dem Staat bloß die Arbeit ab und kassieren die Umsatzsteuer von Ihren Kunden. Nachdem Sie davon die selbst gezahlten Vorsteuern abgezogen haben, überweisen Sie die Differenz (= positive Zahllast) ans Finanzamt.

Und falls Sie umgekehrt einmal mehr Vorsteuer bezahlen als Sie Umsatzsteuer einkassiert haben, bekommen Sie die Differenz (= negative Zahllast) vom Finanzamt erstattet.

Hoffentlich hilft Ihnen das ein wenig weiter.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Zu kurz gedacht

Wenn man diesem Artikel folgen soll, dann macht man die Fibu nur für die Steuer. Was m.E. aber Quatsch ist!
Als Unternehmer/in sollte ich immer einen aktuellen Überblick über mein Unternehmen haben. Schon allein um auf bestimmte Entwicklungen schnell reagieren zu können. Und bei aktuellen Unterlagen durch eine laufende Bearbeitung fällt die Steuer-(Anmeldung) quasi als Nebenprodukt mit ab.

Antwort: Zu kurz gedacht

Vielen Dank für Ihren Hinweis: Ich habe den Text daraufhin noch einmal überflogen - zum Glück aber keinen Hinweis darauf gefunden, dass "man die Fibu nur für die Steuer macht" oder gar machen soll. :-)

Abgesehen davon haben Sie völlig recht: Es ist ausgesprochen sinnvoll, den Überblick über die Ertrags- und Liquiditätslage des eigenen Unternehmens zu behalten. Das ändert jedoch nichts daran, dass im richtigen Leben angesichts der monatlichen Voranmeldetermine in vielen Betrieben Hektik ausbricht. Da schadet es nicht, für Entlastung zu sorgen - sei es durch Dauerfristverlängerungen oder auch doppelte Voranmeldungen.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

2 Monate?

hmm... meine Buchhaltung macht das nur alle 3 Monate.
Warum denn nun 2 Monate?

Grüße

Steht im ersten Absatz:

Steht im ersten Absatz: Steuerschuld < 7500 EUR ab 2. Jahr --->
UStVA quartalweise statt monatlich

Dem kann ich mich nur anschliessen!

Gute, anregende Arbeitshilfe - bestens erläutert!

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