Die Anatomie der Suchmaschinenoptimierung - in sechs Schritten, aber ohne Ende

Seiten bekannt machen

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Seiten bekannt machen

Schritt 4: Seiten bekannt machen, Links einwerben

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Status quo ermitteln

Jetzt ist es endlich soweit. Die neue Website ist online. Der Shop funktioniert und Sie haben auch eine ordentlich Menge an Informationen zusammengestellt. Jetzt wird es Zeit, dass Sie der Welt mitteilen, dass es Sie gibt. Bevor Sie das jedoch machen, sollten Sie erstmal festhalten, wie viele Links Sie schon haben. Fangen Sie bei Null an? Oder haben Sie vielleicht schon ein paar Dutzend oder Hundert Links?

Für Google können Sie das relativ einfach über die Webmaster-Zentrale rausfinden. Wie genau habe ich bereits ausführlich in einem früheren Artikel beschrieben: "Die Google-Webmaster-Tools - Fundgrube für Suchmaschinenoptimierer und Seitenbetreiber"

Warum Links zählen? Ganz einfach: Sie wollen schließlich wissen, wie sehr Sie sich in Zukunft verbessern. Wenn Sie mit 10 Links anfangen und 6 Monate später 100 Links haben, dann können Sie Ihre Linkkampagne als erfolgreich bezeichnen.

Verzeichnis und andere Vertikale

Nur: Wo gibt es überhaupt Links? Nachdem wir Verwandte, Bekannte, Freunde und Geschäftpartner um Links angegangen sind, wird es Zeit für themenrelevante Linkverzeichnisse und andere Vertikale. Der Begriff "Vertikale" steht hier einfach nur für Websites, die sich eng mit einem Thema (wie Katzen) beschäftigen, die eines Katzenzüchtervereins etwa oder die Website von jemand, der Schönheitswettbewerbe für Katzen veranstaltet. Tierheime freuen sich immer über ein kleine Spende und sind gerne bereit, im Gegenzug auf Sie zu verlinken.

Wie Sie weitere passende Seiten finden, habe ich auch bereits hier bei akademie.de beschrieben. Per Google zu Links auf die eigene Website kommen. Wenn Sie die Tipps aus diesem Artikel befolgen, finden Sie in einer Viertelstunde bestimmt Hunderte von möglichen vertikalen Linkpartnern!

Linkziele definieren

Unsere Website hat zwei Zielgruppen. Zum einen sind das unsere potenziellen Kunden - Leute, mit denen wir unser Geld verdienen. Die meisten Webmaster vergessen jedoch, dass sie im Grunde auch noch für eine zweite Zielgruppe schreiben: potenzielle Verlinker.

Der "normale" Katzenfutterkunde wird wohl kaum auf unsere Website verlinken. Wer verlinkt eigentlich auf andere Websites? Das sind eher technische Leute, die ebenfalls eine Website betreiben und selbst nicht unbedingt nach Katzenfutter suchen. Sie suchen vielleicht eher nach guten Katzen-Geschichten. Neben unseren eigentlichen Kunden müssen wir auch diese Leute (auch "Linkerati" genannt) ansprechen und ihnen einen guten Grund dafür geben, Links auf unsere Website zu setzen. Wir brauchen Linkziele.

Vielleicht in Form eines niedlichen Videos, in dem zwei kleine Kätzchen miteinander rumtollen. Oder kennen Sie diese Geschichte? Die habe ich vor einigen Jahren mal in einer Tierdoku im Discovery Channel gesehen (leider kann ich dazu nichts im Internet finden). Eine Katze lebte mit ihren vier Jungen in einer Industriehalle, als dort ein Feuer ausbrach. Sie holte ihre Kinder eins nach dem andern aus dem Feuer, dabei zog sie sich schwere Verbrennungen zu. Die Feuerwehrmänner, die das Tier beobachtet hatten, konnten es in letzter Minute zum Tierarzt bringen. Die Katze überlebte ebenso wie ihre Kinder. Durch die schweren Verbrennungen gezeichnet, war sie nicht mehr besonders schön - trotzdem meldeten sich Tausende von Interessenten, die Katze fand bald ein neues, liebevolles Zuhause.

Ist das nicht eine fantastische Geschichte? So etwas ist perfekt dazu geeignet, dass Katzenfans aus ganz Deutschland auf uns verlinken. Vorausgesetzt, wir machen uns die Mühe und erstellen eine richtig gut gemachte Seite, auf der wir diesen Fall genau schildern. Ihr Titel könnte sein: "Die mutigste Katze der Welt."

Auch unsere erste Zielgruppe wird uns das danken, denn so eine Katzengeschichte kann uns einen entscheidenden psychologischen Verkaufsvorteil gegenüber unseren Mitbewerbern bringen, indem sie Sympathie und ein Zugehörigkeitsgefühl in unseren Kunden weckt. Schließlich dürften die meisten Käufer von Katzenfutter eben auch Katzenfans sein. Jetzt machen Sie Ihren Kunden klar: "Auch wir sind absolute Katzenfans".

Auch das ist Suchmaschinenoptimierung! So eine Seite wäre schließlich ein Linkziel oder auch ein Linkköder. Wir brauchen also viele Seiten, die attraktiv und verlockend für "verlinkende Menschen" (die Linkerati) sind und nicht gleich versuchen, ohne Umwege Katzenfutter zu verkaufen. Zwei Fliegen...

Weitere Ideen für Linkziele:

  • Interviewen Sie einen der Hersteller von Katzenfutter zum Herstellungsprozess.

  • Veröffentlichen Sie Zahlen zu den beliebtesten Sorten.

  • Ein Bildergalerie kann nie schaden.

  • Die zehn schönsten Katzen aller Zeiten.

  • Die zehn hässlichsten Katzen aller Zeiten.

  • Erinnern Sie an wichtige Fernsehtermine für Fernsehsendungen, bei denen über Katzen gesprochen wird.

  • Beschreiben Sie die Domestizierung von Katzen; wie wurden aus Katzen Hauskatzen?

  • Schreiben Sie ein Blog.

  • etc. pp.

PR & Artikelmarketing

Wenn wir etwas Neues zu berichten haben, dann sollten wir auch versuchen, es über die Presse zu verbreiten.

Ich bin selbst kein Experte für Pressearbeit (anders ist das bei Barbara Brecht-Hadraschek: Erfolgreiche Pressearbeit für kleine Unternehmen, oder bei Sebastion Voss: "Pressearbeit für Existenzgründer" (PDF)). Aber ich weiß, dass sie gut funktionieren kann. Maßstab ist immer, dass Sie wirklich etwas zu sagen haben und die Redaktionen nicht langweilen. Lesen Sie eine Zeit lang die Fachpublikationen und prüfen Sie, ob Sie bei den Themen ein Muster erkennen. Dann versuchen Sie sich selbst darin.

Was ist Artikelmarketing? Das, was Sie jetzt gerade lesen zum Beispiel. Sie schreiben einen Artikel und veröffentlichen ihn in einer gut gelesenen Fachpublikation. Als Belohnung gibt es mindestens einen Link und vielleicht auch noch ein paar Besucher. Wunderbar!