So erstellen Sie ein Backup

Keep it simple!

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Keep it simple!

Bei einem Backup erstellt man eine Sicherheitskopie eigener Daten. Schnell lassen sich so fehlerhafte Bearbeitungsschritte rückgängig machen oder - im Fall eines Crashs - verlorene Dokumente wiederherstellen. Es erfordert jedoch eine gewisse Routine und Disziplin, periodisch Backups anzulegen. Sonst ergeht es der Sicherheitskopie wie dem Fitness-Training: Es bleibt bei guten Vorsätzen.

Lohnt sich der Aufwand überhaupt?

Auf den ersten Blick wohl kaum: Schließlich kommt auch in der realen Welt niemand auf die Idee, jedes geschaffene (Papier-) Dokument "zur Sicherheit" in einen Fotokopierer zu stecken. Leicht übersieht man dabei aber, dass es (bei einem Minimum an Ordnung) gar nicht so einfach ist, größere Stapel von Papierdokumenten "aus Versehen" zu vernichten.

Mit Computerdaten ist das anders: Eine Datei sieht aus wie eine Datei und getreu dem Sinnspruch: "In wenigen Minuten können Computer einen so großen Fehler produzieren, wie ihn selbst viele Menschen nur in vielen Monaten machen könnten." lassen sich auch riesige Datenbestände in Windeseile vernichten. Dabei hat nicht immer die Technik Schuld. Verschiedene Studien sprechen von immerhin etwa 30% Irrtümern und Bedienfehlern als Ursache für Datenverlust.

Erfreulicherweise hält sich der laufende Aufwand für Backups in engen Grenzen, vorausgesetzt es wurden einmalig einige Gedanken in eine vernünftige Organisation investiert. Im Folgenden soll es deshalb weniger um die Frage des "ob", sondern vor allem um das "wie" gehen.

"Das einzige Backup, das Du je brauchen wirst, ist das, wofür Du keine Zeit hattest."
(alte Internet-Weisheit)

Keep it simple!

Die oberste Regel besagt, dass der Backup-Prozess keinerlei Umstände machen darf. Alles muss leicht von der Hand gehen. Jedes Nachdenken ist bei der Datensicherung verboten. Es gilt: Alles, was kompliziert ist, wird auf Dauer nicht gemacht. Und: Wer erst überlegen muss, macht Fehler. Wer unter Stress überlegen muss, macht noch mehr Fehler. Deshalb ist es doppelt wichtig, dass die Wiederherstellung der Daten keine Fragen aufwerfen darf.

Selbstverständlich sind für den Profibereich mehr oder weniger komplexe Lösungen entwickelt worden, um den Prozess der Datensicherung raffinierter und Ressourcen schonender zu gestalten. Manche dieser Techniken versucht man auch dem Home-Office-Administrator zu verkaufen. Die Wahrheit ist aber, dass fast alle Verfahren in einem Maße Komplexität hinzufügen, die gerade im Backup-Bereich kontraproduktiv ist. Die einfachste Lösung ist die Beste!

Was, Wann und Wohin?

Was ist überhaupt sichernswert? Die Antwort ist einfach: Alles was sonst unwiederbringlich verloren wäre oder nur mit großem (zeitlichen oder finanziellen) Aufwand wiederherzustellen wäre. Programme oder gar die komplette Systeminstallation gehören in der Regel nicht dazu. Wohl aber selbst erstellte Dokumente aller Art, also z.B. Texte, Bilder oder Videos. (Romanautoren haben hier klare Vorteile, denn selbst riesige Mengen Text ergeben bestenfalls eine Hand voll Megabyte Datenvolumen.)

In vielen Fällen wird es am sinnvollsten sein, den Bereich der "Eigenen Dateien" zu sichern. Auch das Intervall des Backups folgt weniger einem festen Rhythmus als der Frage: "Was wäre, wenn jetzt alle Daten seit der letzten Datensicherung verloren wären?"

DVD

Als Medien kommen im Small-Office-Bereich eigentlich nur DVD oder aber externe (USB-) Festplatten in Frage. Beide Medien haben ihre eigenen Nachteile, so dass eine klare Empfehlung in die eine oder andere Richtung schwer fällt.

Bei der DVD kneift vor allem das verhältnismäßig geringe Volumen von 4,7 bzw. 8,5 (Double-Layer) Gigabyte.

Den in jüngerer Zeit aufgekommenen Zweifeln über die Dauerhaltbarkeit der DVD-Daten kann man aber sicher mit einiger Gelassenheit begegnen: Jenseits substanzloser Spekulationen streiten die Experten eher über die Lebensdauer in Jahrzehnten und nicht in Jahren oder gar Monaten.

Angesichts insgesamt erfreulich niedriger Rohlingpreise sind Experimente mit wiederbeschreibbaren Medien (DVD-RW) tabu. Pessimisten verwenden darüber hinaus nur Markenware zweier verschiedener Anbieter im Wechsel. (Auch renommierte Marken können auch einmal eine schlechte Charge haben.)

USB-Festplatte

Den externen Festplatten haftet vor allem der Nachteil der mechanischen Empfindlichkeit an. Eine Festplatte, die einmal vom Tisch gefallen ist, mag mit etwas Glück noch Daten liefern. Ein vertrauenswürdiges Backup-Medium ist sie nicht mehr! Wer auf Nummer sicher gehen will und die Anfangsinvestition nicht scheut, kauft auch hier gleich zwei Festplatten und nutzt sie abwechselnd zur Datensicherung. Auch dabei ist es kein Fehler, verschiedene Marken zu nehmen!

Weitere Backup-Medien

  • CD-Rom: Technik, Handhabung und Haltbarkeit ähneln der DVD. Ihr größter Nachteil ist dabei die geringe Kapazität von nur bis zu 800 Mb. Wegen ihres niedrigen Preises kann die CD-Rom aber bei kleinen Datenmengen interessant sein.

  • USB-Flash-Speicher: (auch USB-Sticks genannt) USB-Sticks bekommt man mittlerweile mit erstaunlicher Speicherkapazität. Der Mainstream bewegt sich zwischen 1 und 4 GByte und fasst damit bis zu 5 CD-Roms. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Preis pro GByte Datenmenge (noch) sehr hoch ist. Auch die fehlenden Langzeiterfahrungen zur verlässlichen Haltbarkeit der Daten qualifizieren ihn nicht gerade für Datensicherungszwecke. Auf der Habenseite: mechanisch unempfindlich und in der Handhabung so einfach wie die USB-Disk.

  • Magnetband: Das klassische Verfahren der (Groß-)Industrie und der Supertanker unter den Backup-Medien: Riesige Kapazität, bei Auslastung der Kapazität recht günstig, aber kompliziert in der Handhabung und mit hohen Einstiegskosten. Definitiv nichts für das kleinere Büro!