Einfach bessere Seminarunterlagen – Texte, die überzeugen

Gekonnt Schreiben üben

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Gekonnt Schreiben üben

Schreibübungen – Regen Sie Ihre Kreativität an

Sie haben einige Methoden kennengelernt, mit denen Sie Ihre Gedanken sortieren können. Wenn es Ihnen aber geht wie Petra M., die gar keinen Gedanken fassen konnte, hilft Ihnen das noch nicht weiter. Sie brauchen eine Methode, mit der Sie an Ihre Gedanken herankommen. Die meisten Menschen, die am Schreibtisch arbeiten, verlassen sich dabei auf ihren Verstand. Sie gehen mit logischem Denken an ihre Aufgabe heran, was oft ja auch zu guten Ergebnissen führt. Mit dieser einseitigen Arbeitsweise nehmen Sie sich aber die Chance, Ihre Kreativität zu entfalten.

Beispiel:

Filiz D. hält seit Jahren Seminare zu ähnlichen Themen. Die Inhalte bleiben meist gleich, abgesehen von einzelnen Gesetzesänderungen. Inzwischen befürchtet sie, dass ihre Seminare langweilig wirken könnten. Sie ist zwar immer gut vorbereitet, doch sie findet keine neuen Formulierungen und Beispiele mehr. Alles scheint sich zu wiederholen.

Filiz D. braucht eine Methode, die nicht rational vorgeht. Nur so kann sie ihre Kreativität in neue Bahnen lenken. Sie muss also die Kontrollinstanz Verstand ausschalten.

Das Freewriting – Schreiben ohne Ziel

Nehmen Sie einen Stift in die Hand und schreiben Sie!

Das klingt zu schön, um wahr zu sein, aber es funktioniert tatsächlich. Dadaistische und surrealistische Dichter haben mit dieser Methode ganze Bücher geschrieben.

Zum Freewriting (auch "automatisches Schreiben" genannt) brauchen Sie nur einen Stift, Papier und einen bequemen Sitzplatz. Nehmen Sie den Stift in die Hand und warten Sie auf den Impuls zu schreiben. Schreiben Sie dann einfach drauflos. Sie brauchen sich kein Thema vorzugeben. Schreiben Sie, was Ihnen in den Sinn kommt – ohne darüber nachzudenken. Wenn Ihnen das zu „frei“ erscheint, nutzen Sie ihr Schreibthema als Impuls. Sie halten ein Seminar über Fundraising-Strategien? Beginnen Sie mit dem Wort „Fundraising“!

Lassen Sie sich etwa zehn Minuten Zeit und hören Sie erst auf, wenn Ihre Hand von selber still steht. Wenn Sie früher stocken, wiederholen Sie das letzte geschriebene Wort so lange, bis es weitergeht.

Lesen Sie erst danach, was Sie geschrieben haben. Lachen Sie ruhig, es kann sein, dass komische oder scheinbar sinnlose Texte entstehen. Aber: Bewerten und verurteilen Sie sich nicht! Vielleicht passt das Geschriebene auf den ersten Blick überhaupt nicht zum Thema. Das macht gar nichts. Zensieren Sie sich nicht. Vielleicht gibt Ihnen der Text einige Anstöße oder neue Ideen, an die Sie noch gar nicht gedacht hatten. Ist eine Geschichte über Fundraising entstanden? Haben Sie eine Anekdote notiert oder sogar erfunden? Eventuell können Sie damit Ihren nächsten Kurs auflockern. Vielleicht hat diese Übung Ihnen auch einfach geholfen, in den Schreibfluss zu kommen.

Die Bisoziation – wo ist die Verbindung?

Das Free Writing ist Ihnen zu ziellos? Eine noch stärkere Verbindung zu Ihrem Thema oder Ihrer Fragestellung können Sie mit gesteuerter Assoziation erreichen. Bei der Bisoziation benutzen Sie drei bis fünf Bilder. Sie können Postkarten nehmen oder Fotos aus der Zeitung ausschneiden. Versuchen Sie, sich von den Bildern inspirieren zu lassen – wie passen Sie zu Ihrem Thema? Geben sie vielleicht eine Richtung vor, in die Sie gehen könnten? Gerade wenn Ihr Schreibthema und die Bilder gar nicht zusammenpassen, kann diese Übung sehr hilfreiche Effekte haben. Schreiben Sie einfach auf, was Ihnen einfällt – ohne sich zu bewerten. Komische Ergebnisse helfen dabei, Ihre Schreibangst zu überwinden. Außerdem werden Sie eine ganz neue Perspektive auf Ihre Arbeit wahrnehmen – das kann den einen oder anderen Geistesblitz bewirken!

Umschreiben – die Geschichte in der Geschichte finden

Selbst wenn Sie immer noch froh sind, keine Aufsätze mehr schreiben zu müssen: diese Methode macht den meisten Menschen wirklich Spaß. In Creative-Writing-Workshops wird sie angewendet, um die Fantasie anzuregen.

Wählen Sie eine Text aus, den Sie als Grundlage nutzen möchten. Er kann von Ihnen stammen, muss es aber nicht. Und nun formen Sie diese Vorlage zu einem neuen Text um, der zu einer ganz anderen Textsorte gehört. Das klingt sinnlos? Das ist es überhaupt nicht – eine neue Form führt immer auch zu neuen Inhalten. In Schreibseminaren entstehen so zum Beispiel Drehbücher aus Kurzgeschichten, oder eine Kurzgeschichte wird zu einem Gedicht. So literarisch muss Ihr Text gar nicht sein. Auch Kochrezepte, Einkaufslisten und Briefe sind Texte – jeweils mit einem anderen Ziel und Ansprechpartner.

Beispiel:

Petra M., die Medienrechtlerin, möchte ein Handout für ihr Kursangebot texten. Mithilfe des Clusterings hat sie schon eine Liste mit den wichtigsten Punkten erstellt. Von der Liste zum Text – das ist ihr Problem. Womit soll sie anfangen, wie spricht sie die Wünsche der Kunden am besten an?

Über einen kreativen Umweg kann Tanja W. der Denkblockade entkommen. Deshalb schreibt sie zuerst einen Text, den sie gar nicht braucht: einen Dialog anstelle eines Flyertextes.

Sie überlegt sich: Was könnte ein Kunde, der an einem meiner Seminare teilgenommen hat, einem Freund darüber erzählen? Was würde der Freund fragen? Diesen fiktiven Dialog schreibt sie auf. Den Dialog schreibt sie dann zu einem Werbetext um.

Diese Übung können Sie mit vielfältigen Textsorten durchführen:

  • Dialoge und Briefe

    Schreiben Sie einen Brief aus der Sicht einer Kundin. Was würde sie kritisieren, was loben? Welche Fragen hätte sie noch?

  • Drehbücher

    Wenn Sie mit Ihrer Seminarbeschreibung unzufrieden sind, versuchen Sie eine neue Form. Sie liest sich trocken und langweilig? Nehmen Sie sich die zehn Minuten und schreiben Sie eine kleine Theaterszene! So können Sie sich den Ablauf Ihres Seminars visualisieren.

  • Meldung in einer Boulevardzeitung

    Fassen Sie die wichtigsten Inhalte Ihres Seminars knapp zusammen. Finden Sie eine möglichst reißerische Schlagzeile. Wo ist der Nachrichtenwert Ihrer Veranstaltung?

Je nachdem, wo Ihr Text veröffentlicht wird: Vielleicht können Sie einen der entstandenen kreativen Texte sogar direkt nutzen? Warum nicht einmal ein Seminar in Form einer Skandalmeldung bewerben?

Falls Sie Lust auf Poesie bekommen haben, können Sie es auch mit einer einfachen Gedichtform versuchen. Das „Elfchen“ folgt einer strengen Regel: Es besteht aus genau elf Wörtern, die immer gleich angeordnet sind.

  • Zeile: ein Wort

  • Zeile: zwei Wörter

  • Zeile: drei Wörter

  • Zeile: vier Wörter

  • Zeile: ein Wort

Beispiel:

Beispiel für ein Elfchen:

Coaching

für Selbstständige

und für Teams

psychologisch fundiert und effektiv

individuell

Diese Methode funktioniert deshalb so gut, weil Sie die Perspektive wechseln müssen. Sie können sich von der Rolle des Dozenten lösen und damit den Druck loswerden, der auf Ihnen lastet. So wird Ihnen außerdem bewusst, welche Bedürfnisse ihre Kunden haben.

Provozieren Sie – Die Kopfstand- oder Provokationstechnik

Absurde Gedanken diskutieren, weit hergeholten Assoziationen folgen? Die Zeit dazu haben nur Werbetexter, und auch die vielleicht nur im Fernsehen. Sie wollen einfach nur Ihre Gedanken aufs Papier bringen – für alberne Spiele fehlt Ihnen die Geduld. Wenn Sie bisher mitgespielt haben, wissen Sie jedoch: Manchmal sparen diese Spiele sogar Zeit. Machen Sie es also einmal anders! Was wäre, wenn Sie ganz anders vorgehen würden?

  • Gehen Sie von einem ganz alltäglichen Glaubenssatz aus und verkehren Sie ihn in sein Gegenteil.

  • Was können Sie mit diesem Satz anfangen? Beginnen Sie Ihre Überlegungen mit "Was wäre, wenn…?".

  • Sammeln Sie Ihre Ideen schriftlich.

  • Versuchen Sie dann, aus den Ergebnissen Anregungen für die Realität zu sammeln. Welche Angebote wären für Ihre Kursteilnehmer/innen sinnvoll?

  • Überlegen Sie schließlich, welche der gesammelten Ideen Sie in die Wirklichkeit übertragen können.

Fazit

Gerade Trainer und Berater können mit gut getexteten Seminarunterlagen ihren Absatz stärken und ihren Kundenstamm erweitern. Dieses Potential sollten Sie ausnutzen. Lassen Sie sich nicht von Selbstzweifeln und Ablenkungen von Ihrem Ziel abbringen. Einmal ins Schreiben gekommen, werden Sie Ihre Texte mit Freude erstellen. Experimentieren Sie ruhig – Perspektivenwechsel sind die wichtigste Voraussetzung, um frische Texte zu erstellen.

Studiengänge

Viele Anbieter führen auch Präsenzkurse in Kreativem Schreiben durch, teilweise mit sehr unterschiedlicher Ausrichtung. Eine intensive Beschäftigung mit Kreativem Schreiben ermöglichen beispielsweise die folgenden Studiengänge