Geld verdienen mit Digitalfotos

Anforderungen an die Bilder

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Anforderungen an die Bilder

Anforderungen an die Bilder

1. Die Technik

Während es im Bereich der Amateurfotografie nicht so ausschlaggebend ist, ob die Kamera 3, 5 oder 8 Megapixel Auflösung liefert, herrschen im Profibereich höhere Anforderungen: Für den professionellen Druck im Format A4 benötigt man mindestens 8, besser noch 10 Megapixel - je mehr, desto besser. Für Poster und Plakate sind deutlich mehr Pixel und Daten erforderlich. Die Bildagenturen geben vor, welche Pixelgrößen der Fotograf mindestens zu liefern hat. Hier geht der Trend seit einiger Zeit nach oben. Es ist zwar oft möglich, kleinere Bilder anzubieten, die Preise, die sich dafür erzielen lassen, bleiben dann aber auch in der untersten Kategorie. Erfüllt ein Bild die Pixelmaße nicht, ist ein Upload auf die Agenturseiten gar nicht erst möglich.

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Beispiel Bildupload Agentur

Ist dieses erste formale Hindernis überwunden, geht es in die nächste Runde: Es versteht sich von selbst, dass die angebotenen Fotos korrekt belichtet, scharf und gestalterisch einwandfrei sein sollten - oder so kreativ, dass die klassischen Erwartungen hinsichtlich Schärfe und Belichtung zur Nebensache werden. Jeder Upload wird von der Agentur begutachtet, bevor er online geht. Die Bildredaktionen lehnen 25-50% der Bilder ab, weil sie die Qualitätskriterien nicht erfüllen. Im Umgang mit den eigenen Bildern ist also ein besonderes Maß an Selbstkritik erforderlich.

2. Die Motive

Eine Agentur lebt vom Verkauf, sie sucht also nach Motiven, für die es einen Bedarf am Markt gibt. Gut ist alles, was sich verkaufen lässt. Bevor man eigene Bilder anbietet, sollte man auf die Seiten der großen Bildagenturen schauen und vergleichbares Material dann z.B. bei einer kleineren Agentur anbieten, die noch nicht mit ähnlichen Motiven übersättigt ist.

Gezielt fotografieren

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Themenliste von Pictureload24.de

Viele Agenturen haben Bildsuchlisten. Diese hier beispielsweise stammt von Pictureload24

Welche Motive außerdem gesucht werden, kann man der Stichwortliste der Bilddatenbank der DPA entnehmen.

Die besten Verkaufsschancen haben Fotostrecken, die in Rücksprache mit der Agentur gezielt produziert werden.

Der Markt sucht vor allem Neues, Ausgefallenes, Berühmtes - aber auch ganz Banales. Klassische Urlaubsbilder, die schon seit Jahren im Archiv schlummern, sind meistens keine großen Renner. Es sei denn, Sie befinden sich gerade in einem "Retro-Trend" oder die Aufnahmen haben historischen Wert.

Die großen Agenturen beschäftigen eigene Art Directors oder Bilderscouts, die sich mit den Trends am Bildermarkt beschäftigen. Wer ein Gespür für Trends hat, und nicht nur Motive fotografiert, die man schon auf Postkarten oder in Bildbänden gesehen hat, kann als Agenturfotograf ganz nach vorne kommen. Ideal sind Bilder, die aktuell sind, am besten exklusiv verfügbar gemacht werden können und qualitativ wie stilistisch herausragen. Anforderungen, die ein Gelegenheitsfotograf allerdings nur in seltenen Sternstunden erfüllen kann - zum Beispiel wenn er zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist. Atemberaubende Landschaftsfotos aus entlegenen Gegenden der Hochalpen sind eine Sache - wenn Sie jedoch unterwegs einen Ötzi finden, haben Sie den Bestseller garantiert, auch wenn er nicht so hübsch aussieht.

Trend- und Stilgefühl entwickeln

Studieren Sie regelmäßig Zeitschriften und die Werbung. Schauen Sie sich Videoclips an. Entwickeln Sie ein Gespür dafür, was "in" ist.

Wem das zu anstrengend ist, der kann zu Hause in der Küche oder auf dem Weg zur Arbeit Motive inszenieren. Symbolhafte Bilder werden gerne als Illustrationen benutzt: fallende Würfel, Geldscheine, ein Monopoly-Spiel, eine Brille auf einem Zeitungstext. Oder Antennen auf einem Hausdach, Fahrzeuge im Stau, eine rote Ampel, ein lustiges Hundegesicht.

Und natürlich: Menschen. Hier steht der Amateur vor der nächsten Hürde... diesmal einer rechtlichen.

3. Die Rechte

Das Thema Bildrechte nimmt an Aktualität immer weiter zu. Wenn Sie Fotos vermarkten wollen, auf denen Personen zu sehen sind, benötigen Sie eine schriftliche Modellfreigabe, also die Erklärung der abgebildeten Person, dass sie mit einer Veröffentlichung der Bilder einverstanden ist. Wer einmal versucht hat, von fremden Personen ein solches Model-Release zu erhalten, weiß, wie schwierig das sein kann und wie frustrierend: Sie haben vielleicht eins der schönsten Fotos Ihres Lebens geschossen, können es aber womöglich nicht weiter verwerten, weil das Einverständnis fehlt. Bilder von Kindern und Jugendlichen dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung ihrer Erziehungsberechtigten veröffentlicht werden. Vielleicht wird man Sie bei dieser Gelegenheit fragen, wie viel Geld Sie mit den Bildern verdienen und einen Anteil verlangen. In den meisten Fällen wird Ihnen die Genehmigung verweigert, weil "man heutzutage nicht weiß, was am Ende mit den Fotos passiert". Wenn Sie Bilder über Agenturen verkaufen, haben Sie darauf auch keinen Einfluss.

Die einzige Ausnahme vom Model Release stellen prominente Personen des öffentlichen Lebens dar, sowie Menschen, die nur als sog. "Beiwerk" etwa in die Aufnahme eines Gebäudes oder einer Versammlung geraten, ohne im Bildmittelpunkt zu stehen. Diese Bilder darf man im Prinzip ungefragt veröffentlichen. Doch Vorsicht: Auch für berühmte Zeitgenossen gibt es ein Recht auf Schutz der Privatsphäre. Einen Einblick in die Rechtslage gibt Rechtsanwalt Christian Füllgraf in seinem Artikel Rechtsfragen für die Zusammenarbeit mit Protagonsiten" (als PDF-Dokument angeboten von der Dokumentarfilminitia tive, die Regeln gelten entsprechend auf für Fotografien.)

Fotos von Gebäuden unterliegen ebenfalls gewissen Einschränkungen: Wurde das Foto von einem Standort gemacht, der öffentlich zugänglich ist, gibt es keine Probleme. Sobald Sie jedoch aus einer Privatwohnung heraus fotografieren oder von einer Leiter aus über den Zaun knipsen, wird es kritisch. Im Inneren eines Gebäudes hat der Eigentümer immer Hausrecht und kann die Nutzung der Aufnahmen untersagen. Wenn Sie Bilder vermarkten, sollten Sie auf der sicheren Seite sein, Sie brauchen ein so genanntes "Property Release". Eine gute Agentur wird danach verlangen und den Upload verhindern, wenn Sie keines liefern können. Bei einer schlechten Agentur achtet man auf solche Dinge nicht, mit fatalen Folgen.

Den wenigsten Amateuren ist bekannt, dass Bilder, auf denen Firmen- oder Markenlogos zu sehen sind, nicht weiter verwertet werden dürfen. Das gilt übrigens auch für so markante Gegenstände wie Colaflaschen oder Nutellagläser. Hier steht das Markenrecht über dem Urheberrecht am Bild. So toll eine Blondine auf dem roten Flitzer auch aussieht, das Logo muss streng genommen weg oder vom Inhaber der Marke abgesegnet sein. Natürlich sieht man im Internet immer wieder alles Mögliche. Juristisch betrachtet kann das sehr teuer werden. Im Online-Forum Foto-Talk wird von einem haarsträubenden Fall berichtet, in dem eine Amateurfotografin das Foto eines Schoko-Osterhasen für 6 EUR verkaufen konnte... und anschließend vom Hersteller des Osterhasen mit einer Klage von 90.000 EUR konfrontiert wurde. Solche Absurditäten lassen sich nur vermeiden wenn die Fotografen genauer über die rechtliche Lage Bescheid wissen, und die Agenturen ebenfalls ein wachsames Auge auf das Bildmaterial halten.

Bei guten Agenturen finden Sie Formulare für das Model/Property Release zum Download, ein Muster dafür gibt es beispielsweise bei Getty oder Freelens.com, andere finden sich über Google. Sie sollten immer eine oder zwei Kopien in der Fototasche haben. Und natürlich etwas zum Schreiben.

Der Aufwand für den Fotografen

Auch wenn Ihnen die Agentur das Marketing und die Auftragsabwicklung abnimmt, bleibt für den Fotografen noch einiges zu tun: die Bildauswahl, das Hochladen und die Eingabe der Schlagwörter zu jedem einzelnen Bild. Auch das Beibringen (Ablegen, Verwalten, Vorlegen) der erforderlichen Releases gehört zur Arbeit des Fotografen. Planen Sie ausreichend Zeit für diese Arbeiten ein. Viele Agenturen bieten neben dem normalen Upload über die Webseite auch einen etwas schnelleren FTP-Upload an. Auch das Einsenden von Foto-CDs an die Agentur ist möglich, dadurch reduziert sich aber oft das Honorar.

Die "keywords" (Schlagworte) sind das A und O. Bilder werden nur gefunden und verkauft, wenn gute Schlagworte und möglichst viele Informationen dazu mitgeliefert werden:

  • Wo wurde das Bild aufgenommen (Land, Ort, Stadtteil, Straße)

  • Wann wurde es aufgenommen (Datum, Uhrzeit, bei welcher Gelegenheit)

  • Wer oder was ist zu sehen?

  • Model-/Property Release notwendig und wenn ja: vorhanden?

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Verschlagwortung der Bilder beim Upload

Wenn Sie beispielsweise ein Gebäude fotografieren und Sie den Namen des Architekten kennen, kann diese Information die Verkaufschancen des Bildes deutlich erhöhen. Sollten Sie einen Vertrag mit einer international agierenden Agentur schließen, bedenken Sie, dass die Schlagworte in englischer Sprache sein müssen. Sie können sich die Arbeit erleichtern, indem Sie bei einer der großen internationalen Agenturen ein Bild aufrufen, das Ihrem ähnlich ist - und die Schlagwörter einfach abkupfern und ggf. ergänzen oder abändern. Angeblich soll schon so mancher Fotograf auf diesem Weg seinen englischen Wortschatz erweitert haben ;-)

EXIF und IPTC-Daten

Eine Einführung zu EXIF- und vor allem zu IPTC-Daten sowie Hinweise auf Werkzeuge, mit denen sich IPTC-Daten ins Bild speichern lassen, liefert der Artikel Zusatzinformationen zur Foto-Datei: EXIF und IPTC-Daten auslesen und nutzen