Vergessen Sie den PageRank!

Weitere Faktoren

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Weitere Faktoren

Signal 4: Angenommenes Besucherpotenzial vorqualifizierter Besucher

Die ersten drei Faktoren sind in der Regel die wichtigsten. Manchmal gibt es aber auch Signale, die auf den ersten Blick weniger wichtig sind, aber geschäftlich einfach mehr Sinn machen. Beispielsweise könnte ich mir eine Website 3 vorstellen, die gar nicht so gut in den Rankings ist. Sie schwirrt bei vielen Begriffskombinationen auf der zweiten Seite zwischen Platz 10 und 20 herum. Aber Website 3 hat etwas Besonderes: Jede Menge vorqualifizierte Besucher. Ein vorqualifizierter Besucher ist jemand, der sich vielleicht jetzt schon für Ihre Produkte und Dienstleistungen interessiert und auch schon Kaufbereitschaft signalisiert hat.

Nehmen wir an, Sie verkaufen Modellhubschrauber. Das Thema von Website 3 ist ein Vergleich von aktuellen Modellhubschrauberangeboten. Die Website wird von einem Enthusiasten betrieben, der drei verschiedene Modelle langwierig getestet hat, die Tests ausführlich beschreibt und zum Schluss eine klare Empfehlung für Modell X ausspricht. Die Fanseite bekommt ihre Besucher vor allem aus diversen Foren. Zum Zeitpunkt unserer Recherche hat die Seite allerdings alles andere als gute Positionen in den Suchmaschinen, weil sie noch sehr neu ist. Das wird sich vielleicht in Zukunft ändern.

Hier ist Ihre Chance, denn die Wahrscheinlichkeit, dass jemand bei Ihnen kauft, steigt dramatisch, wenn Besucher über eine solche Seite zu Ihnen kommen. Jetzt spielen der PageRank der Seite und all die oben genannten Signale nur noch eine sehr geringe Rolle. Das ist purer GMD ...

Bessere Positionen bringen im Schnitt mehr Besucher. Aber wollen Sie wirklich mehr Besucher? Wollen Sie nicht eher mehr Käufer - oder Kunden, potenzielle Käufer, kaufbereite Interessenten, mehr Wähler, mehr Fans, mehr Spender oder wie auch immer Sie für Ihre Seite einen "Käufer" definieren? Leute, die sich zwei Seiten Ihrer Website angucken und dann enttäuscht wegklicken, weil sie nicht das gefunden haben, wonach sie suchten, brauchen Sie dagegen auf keinen Fall. 1000 Besucher am Tag und ein Verkauf ist weniger wert als 100 Besucher am Tag und zehn Verkäufe. Es geht letzlich nicht um das Ranking, sondern um die richtigen Besucher.

Signal 5: Vorsicht vor Negativsignalen

Hier und da einen Link zu kaufen oder zu verkaufen ist OK. Vor allem, wenn es Besucher - und zwar die richtigen - bringt. Aber bitte achten Sie darauf, dass die verlinkende Website nicht in zwielichtige Aktivitäten verwickelt ist. Wenn Sie sehen, dass die betreffende Seite im Grunde nur eine "Farm" für gekaufte Links ist, dann sollten Sie besser die Finger davon lassen. Wenn Google dahinter kommt, dann werden Sie wahrscheinlich zusammen mit der verlinkenden Website abgestraft. Google wird von Tag zu Tag besser darin, solche Seiten und Links zu erkennen. Wenn auf jeder Seite der betreffenden Website offensichtlich gekaufte Links zu finden sind, dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Linkfarm. Wenn ein Link zu Ihrer Modellhubschrauberseite neben Links zu Poker- und Viagraseiten steht, dann wird es Ihre Seite nicht sonderlich weiterbringen. Auch wenn diese Seite einen PageRank von 8 hat oder sonst exzellent ist - das ist sie wahrscheinlich nur temporär.

Fazit

Zugegeben, den Linkwert einer Seite zu ermitteln ist viel einfacher, wenn man sich nur auf den berühmten grünen Balken verlässt. Zahl ablesen, fertig! Das ist schön einfach - aber auch schön falsch. Das merken Sie spätestens an Ihren Ergebnissen. Dann nämlich zum Beispiel, wenn Sie einen teuren Link mit PageRank 7 oder 8 kaufen, der nicht zu Ihrer Seite passt und sich dann wundern, warum nichts passiert oder Ihre Positionen gar fallen, weil sich der Link in der falschen "Nachbarschaft" befindet.

Die genannten "5 Signale" sind nicht alle Faktoren, die bei der Beurteilung der Qualität eines Links herangezogen werden, aber durchaus die wichtigsten im Sinne der 80/20 Regel. Es gibt noch viele "leisere" Signale, die in ihrer Kombination vielleicht auch noch eine Relevanz haben. Sie spielen jedoch nur dann eine Rolle, wenn nach der Evaluation der fünf Hauptsignale nicht genügend Unterschiede auftauchen. Das ist sehr selten der Fall und nur dann wichtig, wenn es um extrem hart umkämpfte Branchen geht.

Und wie finde ich Sites, deren Links mir nützen?

Woran Sie erkennen, ob der Link von einer bestimmten Website Ihnen nützt, das wissen Sie jetzt. Wie finden Sie aber möglichst viele gute Link-Quellen?

Die Antwort lautet: Mit Fleiß und Kreativität. Eine ausführliche Version samt Anleitung anhand eines Praxisbeispiels gibt der nächste Beitrag in dieser kleinen Serie:

"Per Google zu Links auf die eigene Website kommen"

Seien Sie kreativ und versuchen Sie, ein ganzheitliches Bild davon zu entwickeln, worauf es in Ihrem Sektor ankommt. Verschwenden Sie nicht zu viel Energie und Geld an den grünen Balken. Akquirieren Sie Links, wenn sie Sinn machen, und nicht, weil eine Zahl draufsteht. Achten Sie auf Relevanz und Themenzugehörigkeit. Das ist heute schon sehr wichtig und wird in Zukunft immer wichtiger.

Quellensammlung

Ich muss zugeben, es hat mir ein bisschen davor gegraut, all die Quellen herauszusuchen, die ich im Laufe der Jahre zum Thema PageRank gelesen habe. Umso besser, dass das SmashingMagazine (auf Englisch) gerade eine superbe Quellensammlung veröffentlicht hat: Google PageRank: What Do We Know About It? Da ist alles drin, worauf ich Sie verwiesen hätte und dann noch ein paar Dutzend weitere Links - sehr gut für Leute, die tief in das Thema eintauchen möchten.