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ALG II und Selbstständigkeit

Das Anrechnungsverfahren und die Ermittlung des Erwerbseinkommens bei Selbstständigen

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Stand: 22. März 2011 (aktualisiert)

Rechenbeispiele

Steuern und Abgaben nicht vergessen!

Damit Sie sich einen schnellen Überblick über die Anrechnung von Hinzuverdiensten aus selbstständigen Tätigkeiten verschaffen können, fassen wir im Folgenden die wichtigsten Informationen zum Anrechnungsverfahren noch einmal zusammen:

Vom monatlichen Einnahmenüberschuss dürfen Selbstständige - wie alle anderen erwerbstätigen ALG-II-Empfänger auch - zunächst einen Grundfreibetrag von 100 Euro für sich behalten. Bis zu einem "Brutto-Einkommen" von 400 Euro sind damit die folgenden Ausgaben abgedeckt:

  • private Steuern,

  • Pflichtbeiträge zu gesetzlichen Sozialversicherungen oder entsprechende, "angemessene" Beiträge zur privaten sozialen Sicherung,

  • weitere private Versicherungen wie die Haftpflicht- oder Gebäude-Brandversicherung oder auch

  • Fahrtkosten zwischen Wohnung und Betriebsstätte.

Sollten die tatsächlichen Ausgaben im Einzelfall höher liegen, können sie vom Antragsteller geltend gemacht werden.

Erwerbstätigen-Freibeträge

Zusätzlich zum Grundfreibetrag von 100 Euro dürfen Erwerbstätige ...

  • 20 Prozent ihrer Brutto-Einkünfte zwischen 100 Euro und 800 Euro (ab Juli 2011: 1.000 Euro) - (maximal also 20 Prozent auf 700 Euro = 140 Euro - ab Juli: 180 Euro)

  • plus 10 Prozent der Brutto-Einkünfte zwischen 800 und 1.200 Euro (ab Juli 2011: 1.000 Euro bis 1.200 Euro) - (weitere maximal 40 Euro - ab Juli: 20 Euro).

... für sich beanspruchen. Sofern der Bedürftige mindestens ein Kind hat, erhöht sich die Obergrenze der Freibetrags-Basis auf 1.500 Euro (maximal 70 Euro - ab Juli: 50 Euro).

Die nach allen Abzügen und Freibeträgen verbleibenden Einkünfte stellen anrechenbares Einkommen dar, das vom zunächst ermittelten ALG-II-Bedarf abgezogen wird.

Bitte beachten Sie: Wer von Vereinen oder anderen gemeinnützigen Einrichtungen eine steuerfreie Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschale erhält, darf diese Einkünfte seit 2011 bis zu einer Obergrenze von monatlich 175 Euro ganz für sich behalten. Bis zu diesem Betrag werden Aufwandsentschädigungen für bürgerschaftliches Engagement nicht mehr vom Arbeitslosengeld II abgezogen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Beiträgen zur Übungsleiterpauschale und zur Ehrenamtspauschale.

Rechen-Beispiele zur Ermittlung des anrechenbaren Einkommens aus selbstständiger Tätigkeit

Die folgende Tabelle verdeutlicht den Weg vom Umsatz über den Gewinn und die verschiedenen Freibeträge bis hin zum anrechenbaren Einkommen (Stand: März 2011 - Hinzuverdienstgrenzen gelten noch bis 30. Juni 2011):

kinderlos

kinderlos

mit Kind

Einnahmen

550 Euro

1.400 Euro

2.000 Euro

minus notwendige
Betriebsausgaben

200 Euro

400 Euro

600 Euro

= Gewinn/
"Brutto-Einkommen"

350 Euro

1.000 Euro

1.400 Euro

minus Grundfreibetrag

100 Euro

(100 Euro)*

(100 Euro)*

minus private
Einkommensteuer

-

50 Euro

-

minus Sozialversicherung

-

320 Euro

450 Euro

minus
Versicherungspauschale

-

30 Euro

30 Euro

minus Fahrkosten

-

40 Euro

40 Euro

= "Netto-Einkommen"

250 Euro

560 Euro

880 Euro

minus 20-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
100 Euro und 800 Euro

50 Euro

140 Euro

140 Euro

minus 10-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
800 Euro und 1.200 Euro

-

20 Euro

-

minus 10-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
800 Euro und 1.500 Euro

-

-

60 Euro

= anrechenbares
Einkommen

200 Euro

400 Euro

680 Euro

*) tatsächliche Abzüge höher als der Grundfreibetrag

Durch die ab Juli 2011 geltenden neuen Hinzuverdienstgrenzen (1.000 Euro statt bisher 800 Euro in Stufe 2), ändert sich das Bild ein wenig:

kinderlos

kinderlos

mit Kind

Einnahmen

550 Euro

1.400 Euro

2.000 Euro

minus notwendige
Betriebsausgaben

200 Euro

400 Euro

600 Euro

= Gewinn/
"Brutto-Einkommen"

350 Euro

1.000 Euro

1.400 Euro

minus Grundfreibetrag

100 Euro

(100 Euro)*

(100 Euro)*

minus private
Einkommensteuer

-

50 Euro

-

minus Sozialversicherung

-

320 Euro

450 Euro

minus
Versicherungspauschale

-

30 Euro

30 Euro

minus Fahrkosten

-

40 Euro

40 Euro

= "Netto-Einkommen"

250 Euro

560 Euro

880 Euro

minus 20-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
100 Euro und 1.000 Euro

50 Euro

180 Euro

180 Euro

minus 10-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
1.000 Euro und 1.200 Euro

-

-

-

minus 10-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
1.000 Euro und 1.500 Euro

-

-

40 Euro

= anrechenbares
Einkommen

200 Euro

380 Euro

660 Euro

*) tatsächliche Abzüge höher als der Grundfreibetrag

Die dargestellten Überschlagsrechnungen dienen nur der Illustration des Anrechnungsverfahrens bei selbstständigen (Neben-)Einkünften: Zusätzliche Einkommen von Angehörigen der "Bedarfsgemeinschaft" (erwerbsfähigen Familienangehörigen oder Partnern) sind darin ebenso wenig berücksichtigt wie eventuelle Vermögenswerte.

Weiterführende Informationen und Rechenhilfen

Recht gut verständliche Basisinformationen zum Arbeitslosengeld II finden Sie in der Bundesagentur-Broschüre "SGB II: Grundsicherung für Arbeitsuchende" (PDF, 241 KB).

Das Bundesarbeitsministerium stellt auf seiner Website einen "Einkommensrechner Arbeitnehmer" zur Verfügung. Mit dessen Hilfe können auch Selbstständige ermitteln, welcher Teil ihres Hinzuverdienstes auf das Arbeitslosengeld II angerechnet wird. Die Bedienung des Einkommensrechners wird in einem vierseitigen Infoblatt erklärt (PDF, 3,7 MB).

Ihre persönlichen Steuerabzüge ermitteln Sie bei Bedarf mithilfe des Einkommensteuerrechners, der vom Bundesfinanzministerium bereitgestellt wird.

Sofern Sie mit dem Gedanken spielen, sich beim Einstieg in die Selbstständigkeit von der Arbeitsagentur unterstützen zu lassen, sollten Sie einen Blick auf den Beitrag "Existenzgründung mit Einstiegsgeld" werfen. Dort werden auch die betrieblichen Zuschüsse und Darlehen für selbstständige ALG-II-Bezieher vorgestellt. Anspruch auf den Gründungszuschuss haben ALG-II-Bezieher bei Gründung aus der Arbeitslosigkeit leider nicht.

Fazit

Dass auch Selbstständige ALG II bekommen können, ist sinnvoll und notwendig. Die bürokratischen Sondervorschriften zur Gewinnermittlung empfinden viele Betroffenen aber verständlicherweise als ungerecht, ja diskriminierend. Zumal die zuständigen Fallmanager vielfach beim besten Willen nicht beurteilen können, ob eine konkrete Ausgabe notwendig und angemessen ist oder nicht.

Besserung ist leider nicht in Sicht: Die ab Juli 2011 geltende Anhebung der Hinzuverdienstgrenze in Stufe 2 von 800 Euro auf 1.000 Euro klingt vielversprechend. Damit erhöht sich das tatsächlich verfügbare Zusatzeinkommen jedoch um gerade einmal 20 Euro - und auch nur bei sehr wenigen hilfsbedürftigen Selbstständigen.

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hallo herr chromow!
vielen dank für die rasche rückmeldung und den tipp mit der fachkundigen unterstützung.
denke, ich werde mich in diesre richtung mal kundig machen... noch mal vielen dank!

vielen dank für die mühe,
mit freundlichem gruß
bine

Hallo bine,
Sie schreiben:
+++++++++++++ Z I T A T +++++++++++++
Deshalb würde ich nun gerne wissen wieviel geld genau mir mein freiberuflicher job monatlich einbringen müsste, damit ich zwar noch unterstützung bekomme
+++++++++ Z I T A T - E N D E +++++++
Dafür gibt es keine festen Werte. Das ist grundsätzlich Gegenstand der individuellen Eingliederungsvereinbarung.

+++++++++++++ Z I T A T +++++++++++++
meine selbstständigkeit beschloss ich ja gerade aus diesen grund... ich wollte keinen 1 euro job annehmen müssen und hoffte ich komm mit meiner selbstständikeit aus den ganzen schlamassel.
+++++++++ Z I T A T - E N D E +++++++

Selbstständige Nebeneinkünfte haben nicht die Funktion, die Vermittlung von 1-Euro-Jobs zu verhindern. Als Selbstständiger weiß ich selbst sehr genau, wie schwer es ist, laufend neue Aufträge zu bekommen - nur: Wenn es Ihnen innerhalb von zwei Jahren noch nicht gelungen ist, auch "nur" Ihre Miete durch Auftragsarbeiten zu erwirtschaften, dann dürfen Sie sich meines Erachtens nicht wundern, dass die Arbeitsagentur Zweifel an der Tragfähigkeit Ihrer Selbstständigkeit hat und Ihnen abhängige Beschäftigungen vermitteln will...
Aus meiner Sicht kommen Sie nur "aus dem Schlamassel", indem Sie - am besten mit fachkundiger Unterstützung - einen ganz genauen Plan für die nächsten Monate machen: Aus dem muss klipp und klar hervorgehen, welche Dienstleistungen Sie auf welchem Weg welchen möglichen Kunden anbieten. Nur so bringen Sie neuen Schwung in Ihre Selbstständigkeit und überzeugen darüber hinaus Ihren Fallmanager. Praktische Anregungen bieten zum Beispiel unsere Praxistipps:
"Auftrags-Akquisition: Wie gewinne ich Kunden?"
https://www.akademie.de/direkt?pid=7478
Alles Gute und herzliche Grüße
Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de

hallo herr chromow!
schön, dass es diese seite gibt... denn ich habe da auch eine Frage und weiß nicht, wen ich hätte fragen sollen... außer das arbeitsamt... und das möchte ich nicht, fühle mich da nicht so gut beraten.

vielleicht können sie mir ja weiter helfen.

ich bin seid ca. zwei jahren freiberuflich als grafikerin tätig und habe die ersten 1,5 jahre auch einstiegsgeld erhalten.

(bekam die ganze zeit über alg2 und wenn ich verdienst verzeichnen konnte wurde mir dieser angerechnet.

leider war meine selbstständigkeit nicht sehr erfolgreich... so das es auch vorkam, dass ich mal keine einnahmen hatte.

da dauerte es auch nicht lange und ich bekam einen termin beim arbeitsamt.
und schon wurde mir ein 1 euro-job vorgeschlagen.

meine selbstständigkeit beschloss ich ja gerade aus diesen grund... ich wollte keinen 1 euro job annehmen müssen und hoffte ich komm mit meiner selbstständikeit aus den ganzen schlamassel.

natürlich möchte ich das auch jetzt noch...
problem ist nur, wenn ich so einen job annehme, kann ich mich nicht mehr auf meine selbstständigkeit konzentrieren...
denn selbst wenn ich keinen kunden habe, hätte ich grafiken wie logos entwerfen können und sie zum verkauf anbieten können, aber dazu braucht man auch zeit... auch für die ständie weiterbildung was anwenderprogramme angeht...
aber ich wüsste nicht, wie ich das zeitlich hinbekommen soll.

deshalb meine frage... ich habe jetzt einen kunden, der regelmäßig bei mir grafiken in auftrag gibt... zur zeit halt der einzigste kunde
aber für mich ist das ein anfang.
allerdings meinte meine sachbearbeiterin ich müsste mindestens meine miete einbringen, damit sie mir keine jobs mehr vermittelt... und ich weiterhin den differenzbetrag von alg2 zum verdienst erhalten würde.

Deshalb würde ich nun gerne wissen wieviel geld genau mir mein freiberuflicher job monatlich einbringen müsste, damit ich zwar noch unterstützung bekomme (abzüglich dem verdienst, falls mein verdienst zu niedrig ist um davon leben zu können)aber mich auf meine arbeit konzentrieren kann ohne angst zu haben meinen kunden nicht mehr ausreichend bedienen zu können, so dass ich ihn dann auch noch verliere, weil ich einen 1 euro-job oder ähnliches annehmen muss.

da mir in den nächsten tagen wieder so ein termin beim arbeitsamt vorliegt, wäre ich für rasche antwort sehr dankbar...

vielen dank für die mühe,
mit freundlichem gruß
bine

Hallo,
die Informationen aus dem anderen Forum kann ich _so_ nicht bestätigen. Ein spezieller Selbstständigen-"Bonus" existiert nicht. Allerdings gibt es eine Betriebsausgabenpauschale in Höhe von 20 %. Die ersetzt bei Bedarf einen differenzierten Ausgabennachweis. Die Pauschale wird aber ganz zu Anfang von den Einnahmen abgezogen - also noch vor dem Grundfreibetrag und den übrigen Freibeträgen (von denen es übrigens mehr als die von Ihnen genannten gibt). Die geltenden Erwerbstätigen-Freibeträge und einige Berechnungsbeispiele finden Sie auf Seite 2 dieses Artikels.
Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de
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Hallo, ich habe auf einem anderen Forum gelesen, daß
bei selbständigem Einkommen, zuerst der Erwerbseinkommenfreibetrag von Euro 100, plus 20% des Betrages
zwischen 100 € und 800 € und dann zusätzlich noch einmal
ein sogenannter Freibetrag für Selbständige von 20 % des
selbständigen Einkommens ohne Verrechnung mit dem ALG II verdient werden kann. Stimmt das und wie begründet sich rechtlich dieser Freibetrag für Selbständige ?

Hallo F.T.,
selbstverständlich können Sie die geänderte Höhe Ihrer Einkünfte dem Jobcenter mitteilen! Ob das ALGII rückwirkend aufgestockt oder die Änderung mit Zahlungen im Folgemonat verrechnet wird, kann ich allerdings nicht sagen. Bitte lassen Sie uns wissen, ob es Probleme gab bzw. wie die Abrechnung erfolgte. Vielen Dank!
Gute Besserung und weiter viel Erfolg - herzliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de
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Hallo lieber Herr Chromow,

da Sie mir schon einmal so toll geholfen haben, habe ich noch mal eine Frage an Sie:

Ich bin selbständig mit ALG II. Nun bin ich leider krank geworden und mir gehen drei Arbeitstage mit Verdienst a EUR 100,00 verloren. Also insgesamt verdiene ich in diesem Monat EUR 300,00 weniger als ich bei meiner BWA für den Monat März angegeben habe. Nun meine Frage: Kann ich eine korrigierte BWA beim Jobcenter (selbstverständlich mit Kopie der KRankschreibung) einreichen, so dass mein Bedarf nochmal neu berechnet wird?
Immerhin fehlen mir diese EUR 300,00 erheblich.

Beste Grüße,

F.T.

Hallo,
leider habe ich Ihr Anliegen nicht auf Anhieb verstanden: Von welcher 300-Euro-Förderung sprechen Sie? Und: Wer macht diese Förderung von der Wahl eines bestimmten Standortes abhängig?
Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
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Hallo, möchte mich Selbststädig machen und auch die förderung beziehen von300,00€ aber man hat mir gesagt das ich diese nur bekomme, wenn ich ein Gewerbeobjekt anmiete, obwohl ich die dafür benötigte Räumlichkeiten zu Hause hätte, denn dann kann ich ja die Pacht oder Miete sparen. Ist das richtig und wnn ja, warum kann ich in meinen gemieteten Räumlichkeiten (zuHause ehemals ein Wintergarten ) dieses nicht.

Hallo André,
was meinst du damit, dass sich die Leistungsabteilung "telefonisch verweigert"?
Abgesehen davon: Wenn du in einem Monat zuviel verdienst, bist du nicht mehr hilfebedürftig. Damit entfällt nicht nur der Anspruch auf ALGII-Zahlung, sondern auch der Sozialversicherungsschutz. ALGII wird generell monatlich rückwirkend gezahlt. Laufende Einkommen werden grundsätzlich dem Monat zugerechnet, in dem der Geldzufluss stattfindet. Ob das AA / die ARGE die Leistungsbewilligung auf Grundlage einer späteren Einkommensmeldung *rückwirkend* korrigiert oder mit zukünftigen Ansprüchen verrechnet, kommt auf den Einzelfall an.
Angenommen, du erledigst im Januar einen Auftrag als Selbstständiger, dein Kunde bezahlt im Februar die Rechnung, das ALGII für Februar wird Anfang März gezahlt und du meldest deine Februar-Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit bis Mitte März, dann wird (unter ansonsten gleichen Bedinungen) der Einfachheit halber vielfach gleich die Märzabrechnung angepasst. Eine "Abmeldung" aus dem ALGII-Bezug wie vom ALGI bekannt gibt es meines Wissens nicht: Du bist vielmehr verpflichtet, sämtliche Vermögenswerte und Einkünfte zu melden. Auf dieser Basis wird dann ggf. immer wieder neu geprüft, ob du noch hilfebedürftig im Sinne des §9 SGB II bist und welche Beihilfen dir zustehen. Soviel zum Berechnungsprinzip.
Weitere Auskünfte bekommst du im Spezialforum von
"Tacheles Sozialhilfe"
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/
Schöne Grüße
Robert
--
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Hallo,
führe ALGII-Bezug und habe daneben Selbständigkeit aufgebaut. Da die Leistungsabteilung sich telefonisch verweigert meine Frage an euch: Wenn ich soviel verdiene, dass ich für den aktuellen Monat keinen Anspruch mehr habe, wird der "Überschuss" dann auf meinen ALGII-Anspruch für die Folgemonate angerechnet? Wäre es, falls ja, besser für den Moment aus ALGII sich abzumelden, um sozusagen mehr in der Tasche zu haben.

Danke und Gruß, André

Hallo! Habe eine Frage.Habe mich im Okt.06 mit einer ich-ag zuhause selbständig gemacht und habe davor AG 1 bezogen. bekomme seit Okt. Existensgründungszuschuss bis ende März 07 dann ist Schluss.Leider läuft es sehr schlecht habe bis jetzt noch keinen cent gewinn gemcht.Da ich alleinerziehend bin und auch fast 300.-Euro Krankenversicherung blechen muss und die Konkurrenz immer grösser wird sehe ich keinen anderen Weg und gebe meine Selbstständigkeit auf.Kann ich wenn ich mein Gewerbe abgemeldet habe AGL 2 für mich und meine Kinder beantragen?Bekomme ich Ärger mit dem Arbeitsamt weil ich meine Selbstständigkeit an den Nagel hänge?Vielen Dank für Antworten:Gruß Dani

Hallo,
keine Sorge: Darlehen gelten nicht als Umsatzerlöse und fließen daher weder in die Einnahmenüberschussrechnung fürs Finanzamt noch in die Abrechnung fürs Jobcenter ein.
Viel Glück und herzliche Grüße
Robert Chromow
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Sehr geehrter Herr Chromov,
mein Mann und ich haben ein neu gegründetes Gewerbe und beziehen ergänzend ALG2. Muss ich Darlehen von Verwandten, die dem Betrieb zufließen, dem Jobcenter in der Einnahme-Überschussrechnung angeben? ODer gesondert? Werden die dann für den entsprechenden Monat angerechnet oder aufs Jahr umgeschlagen? Wir brauchen das Darlehen, damit mein Mann einen Führerschein machen kann, den er für das Gewerbe braucht.
Vielen Dank für Ihre Antwort

Hallo h.e.,
ja, Ihr Anliegen ist sehr wohl verständlich. Eine abschließende Beurteilung kann ich leider nicht geben - aber immerhin die Fundstelle der internen Weisung der Bundesagentur zum "zu berücksichtigenden Einkommen aus selbständiger Tätigkeit, Gewerbebetrieb sowie Land- und Forstwirtschaft"
http://tinyurl.com/fyvl3 (PDF, 434 KB)
Demnach ist ein *vorläufiger Leistungsbescheid* möglich, der erst nach Vorlage des Einkommensteuerbescheids endgültig (und ggf. in geänderter Form) rechtskräftig wird. Ob das bei Ihnen der Fall war, kann ich nicht beurteilen, ist aber zu vermuten. Schauen Sie nach, ob Sie im Bescheid...
+++++++++++++ Z I T A T +++++++++++++
auf die Vorläufigkeit der Entscheidung und die Pflicht zur Vorlage des endgültigen Einkommensteuerbescheides
+++++++++ Z I T A T - E N D E +++++++
... hingewiesen worden sind. Den Normalfall stellt das nicht dar, in der BA-Dienstanweisung heißt es:

+++++++++++++ Z I T A T +++++++++++++
(5) Ist die Schätzung des Einkommens hinreichend sicher, ist eine nachgehende Kontrolle in der Regel nicht vorzunehmen. Treten dennoch wesentliche Änderungen ein, sind diese aufzugreifen und für die Zukunft eine vorläufige Entscheidung zu treffen.
+++++++++ Z I T A T - E N D E +++++++

Ob Sie womöglich mit einer Rückzahlung rechnen müssen und wie Sie sich am besten dagegen wehren, erfahren Sie zum Beispiel im Diskussionsforum von
"Tacheles Sozialhilfe"
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow
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hallo,
zu meinem eintrag hier vom 08.12.2006, nur mal so zur information für alle:
es stellte sich heraus, dass das jobcenter mir aus unerfindlichen gründen zunächst statt der von mir belegten monatlichen betriebsausgaben lediglich jeweils 20 prozent der betriebseinnahmen pauschal als betriebsausgaben anrechnete ... zum glück läuft das inzwischen anders und damit richtiger.

eine frage an herrn chromow:
die bescheide werden bei selbständigen anscheinend inzwischen nur noch vorläufig ausgestellt; die nächste runde rumrechnerei geht dann los, wenn eins den einkommenssteuerbescheid beim jobcenter abgibt.
mir ist aber nicht so ganz klar, wie das jobcenter das dann berechnen will, denn in einem jahr, in dem jemand nur zum teil alg II bezogen hat, kann es ja durchaus sein, dass im jahresdurchnitt eine höhere summe rauskommt als in den monaten mit alg II tatsächlich reingekommen ist ... hilfe, ich hoffe, das ist jetzt noch verständlich!
kurz: ich weiß einfach nicht, wie das jobcenter diesen steuerbescheid verrechnen wird. haben sie da einen tipp, wo ich weiter suchen könnte?

schöne grüße,
h.e.

Vielen Dank, F.T.
für Ihre nette Rückmeldung!
Ob bei dem von Ihnen genannten Einkommen noch "Hilfebedürftigkeit" besteht, kann ich leider nicht beurteilen: Das kommt immer ganz auf die Begleitumstände des Einzelfalls an (Haushaltsgröße, Betriebsausgaben etc.). Bitte haben Sie Verständnis, dass eine Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich ist.
Was die monatliche BWA angeht: Ja, das ist rechtens und weit verbreitete Praxis. Allerdings gibt es auch die von Ihnen genannten Quartalsabrechnungen. Wenn Ihre Überschüsse nicht allzu sehr schwanken, können Sie sich ja vielleicht künftig mit Ihrem Fallmanager auf die Dreimonatsvariante einigen?
Weiter viel Erfolg und herzliche Grüße
Herzliche Grüße
Robert Chromow
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Sehr geehrter Herr Chromow,

vielen Dank für Ihre tolle Seite! Endlich versteht man mal was. Ich habe nun eine kurze Frage: Im Monat Februar werde ich voraussichtlich EUR 1090,00 einnehmen. Können Sie mir sagen ob ich dann noch Anspruch auf den Regelsatz habe oder aber ob mir nur ein Zubrot zur Miete gezahlt wird??? Zudem möchte ich wissen, ob es rechtens ist, dass das Jobcenter jeden Monat eine BWA von mir haben möchte und nicht wie bei anderen Selbständigen nur alle drei Monate???

Vielen Dank schon mal für Ihre Hilfe!

Beste Grüße,

F.T.

Hallo Barbara,
dein Einkommen aus den vergangenen Monaten wird nicht angerechnet - es sei denn, es ist inzwischen zu "Vermögen" geworden. Aber so hört sich deine Fallschilderung ja nicht an.
Andererseits: Erhöhte private Ausgaben ändern zunächst einmal nicht an dem anzurechnenden Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit. Sonderbeihilfen für Studiengebühren gibt es meines Wissens nicht. (Dafür aber zum Glück bald Semesterferien, oder? Von Februar bis April könnte dein Sohn sich doch vielleicht die Studiengebühren fürs Sommersemester verdienen, oder!? :-))
Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
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Hallo,
aufgrund einer schweren OP, habe ich, selbständig, diesen Monat nur wenig Einkommen, ca 500.-, was meinen Bedarf und den meiner beiden Kinder in Ausbildung, 20 +23 Jahre, nicht deckt.
Deshalb habe ich mittlerweile die Unterlagen für ALG II bei mir zuhause.
Meine Fragen nun:
-Wird mein Verdienst/ Gewinn der letzten 12 Monate angerechnet? Dann wäre das a)für mich im Augenblick der Reconvaleszenz ein zu großer Aufwand diesen auszurechnen...
-Ausserdem ist dieser auch deutlich geschmälert, da mein Sohn seit Oktober studiert und ich die einzige Zahlungsquelle bin.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch wissen, wie mit den leider bis 14.02. anfallenden Studiengebühren (München-500.- plus Immatrikulationsgebühr von 85.- Euro) verfahren wird, die wir momentan nicht zahlen können.

MfG Barbara

Hallo Wilhelm,
Ihr "Laden" scheint ja zu brummen: Herzlichen Glückwunsch...!
Ich fürchte allerdings, dass Sie bei einem "anrechenbaren Einkommen" von 4.000 Euro nicht mehr als "hilfebedürftig" gelten. Damit verlieren Sie m. E. nicht nur den Anspruch auf die genannten Unterstützungsleistungen: Auch die Krankenkassen- und Rentenversicherungsbeiträge wird die Arbeitsagentur künftig nicht mehr übernehmen. Tipp: Weitere Informationen und Erfahrungsberichte rund um das Thema ALG II finden Sie im
"Tacheles Sozialhilfe"
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/
Weiterhin viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow
--
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Guten Tag,
eine Frage zum anrechenbaren Einkommen, was heißt das? wenn ich AlGII mit Einstiegsgeld beziehe, wird mir dann der gesamte Betrag gegengerechnet? Bsp.

AlgIII-Betrag 345,00
Einstiegsgeld 172,50
Wohnungsmiete 500,00
--------------------
Gesamt 1.017,50
Einkommen 4.000,00 (anrechenbar)
--------------------
Resteinkommen 2.982,50 = das bleibt mir(Brutto)oder muß ich dann alles (4.000 Euro)an die Arbeitsagentur abliefern?

Gruß,
Wilhelm

Hallo alle zusammen, das Problem das ich habe ist etwas ist aus meiner Sicht etwas komplizierter.
Ich bin seit 5 Jahren selbständiger Handwerker. Habe zur Gründung einen Kredit aufgenommen den ich in jährlichen Raten in Höhe von 7500 € zurückzahle (bis einschl. 2008)
Ich hatte einen Mitarbeiter, Vollzeit, eingstellt.
Solange meine Frau Arbeit hatte funktionierte alles bestens, wir hatten und haben genug Aufträge, das Geschäft lief bis meine Frau ein Fall für Hartz IV wurde. Das geschäft erweitern bedeutet Risiko und Investitinen. Wäre eine Möglichkeit.
Ihr Antrag wurde mit der Begründung, ich verdiene zu viel, mache zuviel Gewinn, abgelehnt. Ist ja auch richtig, wenn da nicht der Kredit wäre. Genau diese Summe fehlt, wird aber von der Arge zu Recht nicht berücksichtigt.
Die Folge: hab den Mitarbeiter entlassen müssen, mache nur noch den halben Umsatz, weil entweder arbeiten oder um Aufträge kümmern usw. es geht noch schlechter.
Jetzt kann ich voraussichtlich ab Februar den Laden dicht machen und versuchen ohne finanziellen Ruin aus der Sache rauszukommen. Noch einen Kredit aufnehmen um das Dilemma zu überbrücken ohne Aussicht auf Besserung? ich nicht!
Für mich eine Folge von Hartz VI. An Stelle eines Arbeitslosen ab Februar dann insgesamt 3 Bedürftige.

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar

Hallo Chrisitan,
bei der Abrechnung von Einkommen gilt das "Zuflussprinzip". Dadurch kann es in der Tat zu Härten kommen. Sofern es sich bei den vorherigen Ausgaben nachweislich um auftragsbezogene Aufwendungen handelt, die notwendige Voraussetzung für das Einkommen im Folgemonat waren, sollte es im Einzelfall aber möglich sein, den "Fallmanager" von einer sachgerechten Abrechnung zu überzeugen. Falls das nicht gelingt, sollten Sie Ihren Fall im "tacheles"-Forum stellen: Dort finden sich viele Erfahrungsberichte und Lösungsideen für solche und ähnliche Praxisprobleme.
Eine Bitte: Halten Sie uns auf dem Laufenden? Vielen Dank!
Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow
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Ups kleiner Rechenfehler!

Es wären 180 Euro Gewinn im November!

Guten Tag!

Ich bin Selbständig im IT-Bereich und beziehe ebenfalls ALG 2.
Jetzt hab ich folgendes Problem:

Im November hatte ich durch einen Auftrag zusätzliche Aufwendungen in Höhe von 230 Euro. Die Forderung aus diesem Auftrag belief sich auf 480 Euro. Jetzt ist es aber so, das der Kunde die Rechnung erst im Folgemonat sprich Dezember bezahlt hat. Durch die 230 Euro hatte ich somit im November ein Ergebnis von -300 Euro. Dadurch, das die Rechnung im Dezember beglichen wurde, hatte ich im Dezember ein Ergebnis von +500 Euro. Diese werden nun zur Berechnung des ALG 2 angerechnet. Das Problem ist jetzt, wenn der Kunde die Rechnung im November bezahlt hätte, hätte ich im November einen Gewinn von nur 100 Euro und im Dezember 20 Euro. So würden mir in den 2 Monaten nur insgesamt 120 Euro angerechnet, nun sind es aber 500 Euro für den kompletten Dezember! Gibt es dort eine Möglichkeit die Zusammenhänge der Ausgaben und Einnahmen des einen Auftrags zu verrechnen und somit den Gewinn zu schmälern?

MfG
Christian

Nein, diese Berechnung kann ich auf Anhieb leider nicht nachvollziehen. Da das Ergebnis unterm Strich aber offenbar nicht zu Ihrem Ungunsten ausgefallen ist, würde ich nicht allzuviel Ehrgeiz darauf verwenden, dem Unterschied auf die Spur zu kommen. Der im Beitrag genannte generelle Berechnungsweg ist jedenfalls nach wie vor richtig.
Sofern es im genannten Zeitraum bei Ihnen keine anderen Gründe dafür gibt, wird die "Einkommensbereinigung" tatsächlich mit der "Versicherungspauschale" identisch sein.
Auch Ihnen einen schönen Tag!
Herzliche Grüße
Robert Chromow
--
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einen schönen guten tag wünsche ich,

ich bin freiberuflerin, die seit einigen monaten zusätzliches alg II beantragen musste, und "rechne" mit dem jobcenter monatlich "ab". wenn ich mir nun die abrechnung für den vorletzten monat ansehe, komme ich nicht so ganz mit den zahlen klar, die dort zu finden sind.
mein einkommen betrug 187,50; betriebsausgaben hatte ich 538,24.
bisher habe ich das so verstanden: unter 400 euro umsatz sind die betriebsausgaben mit dem freibetrag von 100 euro abgegolten, also wären das zunächst als anrechenbares einkommen
187,50 - 100 = 87,50 €
davon ziehe ich nochmal 20% ab:
87,50 - 17,50 = 70 €

wenn ich das richtig verstanden habe, könnte mir das jc also 70 € anrechnen, oder?

stattdessen finde ich in der jc-auflistung:

einkommen: 150,-
abzüglich freibetrag: 80,-
abzüglich einkommensbereinigung: 30,-

macht 40,- € anzurechnendes einkommen

verstehen sie das?

by the way: diese "einkommensbereinigung", ist das der betrag, den sie im artikel "versicherungspauschale" nennen?

Die Auskunft habe ich beim Gründungsbüro der Stadt erhalten. Auch schriftlich.
Hat jemand Erfahrungen?

Hallo,
das Einstiegsgeld _ist_ eine Gründungsbeihilfe. Sie beträgt maximal 100 Prozent des ALG II. Einmalige betriebliche Anschubfinanzierungen (z. B. für Investitionen) gibt es meines Wissens nicht.
Freundliche Grüße
Robert Chromow
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Redaktionsteam akademie.de
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Über den Autor:

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Robert Chromow ist gelernter Industriekaufmann, Betriebswirt und Politologe. Seit über zwanzig Jahren arbeitet er als freiberuflicher Journalist, Autor und Berater im eigenen Redaktionsbüro. Print- un ...

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