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ALG II und Selbstständigkeit

Das Anrechnungsverfahren und die Ermittlung des Erwerbseinkommens bei Selbstständigen

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Stand: 22. März 2011 (aktualisiert)

Rechenbeispiele

Steuern und Abgaben nicht vergessen!

Damit Sie sich einen schnellen Überblick über die Anrechnung von Hinzuverdiensten aus selbstständigen Tätigkeiten verschaffen können, fassen wir im Folgenden die wichtigsten Informationen zum Anrechnungsverfahren noch einmal zusammen:

Vom monatlichen Einnahmenüberschuss dürfen Selbstständige - wie alle anderen erwerbstätigen ALG-II-Empfänger auch - zunächst einen Grundfreibetrag von 100 Euro für sich behalten. Bis zu einem "Brutto-Einkommen" von 400 Euro sind damit die folgenden Ausgaben abgedeckt:

  • private Steuern,

  • Pflichtbeiträge zu gesetzlichen Sozialversicherungen oder entsprechende, "angemessene" Beiträge zur privaten sozialen Sicherung,

  • weitere private Versicherungen wie die Haftpflicht- oder Gebäude-Brandversicherung oder auch

  • Fahrtkosten zwischen Wohnung und Betriebsstätte.

Sollten die tatsächlichen Ausgaben im Einzelfall höher liegen, können sie vom Antragsteller geltend gemacht werden.

Erwerbstätigen-Freibeträge

Zusätzlich zum Grundfreibetrag von 100 Euro dürfen Erwerbstätige ...

  • 20 Prozent ihrer Brutto-Einkünfte zwischen 100 Euro und 800 Euro (ab Juli 2011: 1.000 Euro) - (maximal also 20 Prozent auf 700 Euro = 140 Euro - ab Juli: 180 Euro)

  • plus 10 Prozent der Brutto-Einkünfte zwischen 800 und 1.200 Euro (ab Juli 2011: 1.000 Euro bis 1.200 Euro) - (weitere maximal 40 Euro - ab Juli: 20 Euro).

... für sich beanspruchen. Sofern der Bedürftige mindestens ein Kind hat, erhöht sich die Obergrenze der Freibetrags-Basis auf 1.500 Euro (maximal 70 Euro - ab Juli: 50 Euro).

Die nach allen Abzügen und Freibeträgen verbleibenden Einkünfte stellen anrechenbares Einkommen dar, das vom zunächst ermittelten ALG-II-Bedarf abgezogen wird.

Bitte beachten Sie: Wer von Vereinen oder anderen gemeinnützigen Einrichtungen eine steuerfreie Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschale erhält, darf diese Einkünfte seit 2011 bis zu einer Obergrenze von monatlich 175 Euro ganz für sich behalten. Bis zu diesem Betrag werden Aufwandsentschädigungen für bürgerschaftliches Engagement nicht mehr vom Arbeitslosengeld II abgezogen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Beiträgen zur Übungsleiterpauschale und zur Ehrenamtspauschale.

Rechen-Beispiele zur Ermittlung des anrechenbaren Einkommens aus selbstständiger Tätigkeit

Die folgende Tabelle verdeutlicht den Weg vom Umsatz über den Gewinn und die verschiedenen Freibeträge bis hin zum anrechenbaren Einkommen (Stand: März 2011 - Hinzuverdienstgrenzen gelten noch bis 30. Juni 2011):

kinderlos

kinderlos

mit Kind

Einnahmen

550 Euro

1.400 Euro

2.000 Euro

minus notwendige
Betriebsausgaben

200 Euro

400 Euro

600 Euro

= Gewinn/
"Brutto-Einkommen"

350 Euro

1.000 Euro

1.400 Euro

minus Grundfreibetrag

100 Euro

(100 Euro)*

(100 Euro)*

minus private
Einkommensteuer

-

50 Euro

-

minus Sozialversicherung

-

320 Euro

450 Euro

minus
Versicherungspauschale

-

30 Euro

30 Euro

minus Fahrkosten

-

40 Euro

40 Euro

= "Netto-Einkommen"

250 Euro

560 Euro

880 Euro

minus 20-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
100 Euro und 800 Euro

50 Euro

140 Euro

140 Euro

minus 10-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
800 Euro und 1.200 Euro

-

20 Euro

-

minus 10-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
800 Euro und 1.500 Euro

-

-

60 Euro

= anrechenbares
Einkommen

200 Euro

400 Euro

680 Euro

*) tatsächliche Abzüge höher als der Grundfreibetrag

Durch die ab Juli 2011 geltenden neuen Hinzuverdienstgrenzen (1.000 Euro statt bisher 800 Euro in Stufe 2), ändert sich das Bild ein wenig:

kinderlos

kinderlos

mit Kind

Einnahmen

550 Euro

1.400 Euro

2.000 Euro

minus notwendige
Betriebsausgaben

200 Euro

400 Euro

600 Euro

= Gewinn/
"Brutto-Einkommen"

350 Euro

1.000 Euro

1.400 Euro

minus Grundfreibetrag

100 Euro

(100 Euro)*

(100 Euro)*

minus private
Einkommensteuer

-

50 Euro

-

minus Sozialversicherung

-

320 Euro

450 Euro

minus
Versicherungspauschale

-

30 Euro

30 Euro

minus Fahrkosten

-

40 Euro

40 Euro

= "Netto-Einkommen"

250 Euro

560 Euro

880 Euro

minus 20-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
100 Euro und 1.000 Euro

50 Euro

180 Euro

180 Euro

minus 10-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
1.000 Euro und 1.200 Euro

-

-

-

minus 10-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
1.000 Euro und 1.500 Euro

-

-

40 Euro

= anrechenbares
Einkommen

200 Euro

380 Euro

660 Euro

*) tatsächliche Abzüge höher als der Grundfreibetrag

Die dargestellten Überschlagsrechnungen dienen nur der Illustration des Anrechnungsverfahrens bei selbstständigen (Neben-)Einkünften: Zusätzliche Einkommen von Angehörigen der "Bedarfsgemeinschaft" (erwerbsfähigen Familienangehörigen oder Partnern) sind darin ebenso wenig berücksichtigt wie eventuelle Vermögenswerte.

Weiterführende Informationen und Rechenhilfen

Recht gut verständliche Basisinformationen zum Arbeitslosengeld II finden Sie in der Bundesagentur-Broschüre "SGB II: Grundsicherung für Arbeitsuchende" (PDF, 241 KB).

Das Bundesarbeitsministerium stellt auf seiner Website einen "Einkommensrechner Arbeitnehmer" zur Verfügung. Mit dessen Hilfe können auch Selbstständige ermitteln, welcher Teil ihres Hinzuverdienstes auf das Arbeitslosengeld II angerechnet wird. Die Bedienung des Einkommensrechners wird in einem vierseitigen Infoblatt erklärt (PDF, 3,7 MB).

Ihre persönlichen Steuerabzüge ermitteln Sie bei Bedarf mithilfe des Einkommensteuerrechners, der vom Bundesfinanzministerium bereitgestellt wird.

Sofern Sie mit dem Gedanken spielen, sich beim Einstieg in die Selbstständigkeit von der Arbeitsagentur unterstützen zu lassen, sollten Sie einen Blick auf den Beitrag "Existenzgründung mit Einstiegsgeld" werfen. Dort werden auch die betrieblichen Zuschüsse und Darlehen für selbstständige ALG-II-Bezieher vorgestellt. Anspruch auf den Gründungszuschuss haben ALG-II-Bezieher bei Gründung aus der Arbeitslosigkeit leider nicht.

Fazit

Dass auch Selbstständige ALG II bekommen können, ist sinnvoll und notwendig. Die bürokratischen Sondervorschriften zur Gewinnermittlung empfinden viele Betroffenen aber verständlicherweise als ungerecht, ja diskriminierend. Zumal die zuständigen Fallmanager vielfach beim besten Willen nicht beurteilen können, ob eine konkrete Ausgabe notwendig und angemessen ist oder nicht.

Besserung ist leider nicht in Sicht: Die ab Juli 2011 geltende Anhebung der Hinzuverdienstgrenze in Stufe 2 von 800 Euro auf 1.000 Euro klingt vielversprechend. Damit erhöht sich das tatsächlich verfügbare Zusatzeinkommen jedoch um gerade einmal 20 Euro - und auch nur bei sehr wenigen hilfsbedürftigen Selbstständigen.

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Sehr geehrter Herr

Sehr geehrter Herr Chromow,
da ich bei meinen Recherchen nun hier bereits einige hilfreiche Infos bekommen haben, wende ich mich mit meinem konkreten Problem auch einmal in dieses Forum:
mein Status Quo: freiberufliche Ingenieurin, nach 1,5 J. AlgI noch kurz vor Toreschluss IchAG angemeldet (Businessplan, Projektvorbereitung + administrative Bürokratie haben sehr viel Zeit in Anspruch genommen)und gleichzeitig AlgII beantragt; die fachkundige Stellungn. fehlt noch, ist aber besprochen + ok., AlgII-Zusage habe ich gestern erhalten, aber hierbei habe ich nun ein Problem:

seit etlichen Std. versuche ich zu recherchieren, ob die Info., die ich dabei erhalten habe tatsächlich zutrifft: die 600,-- Euro Zuschuss werden als Einnahme zu Grunde gelegt (unfassbar, aber es scheint zu stimmen, nachdem was ich hier bei Ihnen alles gelesen habe), überraschend war für mich aber, dass ich als AlgII-Empfängerin ebenfalls automatisch sozialversichert bin, obwohl ich jetzt selbstständige Unternehmerin bin; gleichzeitig meinte sie aber, ich müsse mich trotzdem als Selbstständige auch noch selber bei Krankenkasse + Rentenversich. anmelden und meine Beiträge zahlen, für die ja eigentlich der Zuschuss auch gedacht ist: aber es kann doch wohl nicht sein, dass Krankenkasse + Rentenversicherung doppelt kassieren + mein Zuschuss dafür auch zu ca. 70 % gebraucht wird aber trotzdem bei Berechnung AlgII zu 100 % als Einnahme zu Gunde gelegt wird ???
Ich persönlich vermute jetzt, dass ich als AlgII-Empfängerin (aktuell der Fall mit ca. 90,-- Euro) in den Sozialversicherungen pflichtversichert bin und mich daher selber n i c h t auch noch anmelden muss ??
Was ist aber in Monaten, in denen z. B. durch Reiseleitung kein AlgII kommt? Muss ich mich d a n n in den Sozialversicherungen anmelden und bei geringem Einkommen + AlgII wieder abmelden? (muss ich dann auch das AlgII wieder ganz neu beantragen??)

Derzeit stecke ich mitten in den Startaktionen: es kommt erstmal aber nur wenig Geld auf der Plusseite, vorläufig geht aber noch viel für Investitionen+ Marketing ab auf der Minusseite (ich habe keine Kredite aufgenommen); freiberuflich arbeite ich daher nebenher als Reiseleiterin: diese Einn. wandern also mit auf die Plusseite, gleichgültig ob sie mit meiner eigentlichen Unternehmensgründung zu tun haben oder nicht (?)

Kleine Anm.: ich habe über diese Seite und Ihre Berichte schon einige hilfreiche Infos bekommen, wäre aber auch sehr an Mitgliedschaft + Workshops interessiert und bin auch immer auf der Suche nach Kontakten, Netzwerken + Kooperationen: leider ist das finanziell in meiner Situation nicht möglich: ich finde es sehr schade, dass es keine vergünstigten oder eingeschränkten Registr.möglichkeiten gibt für solche Fälle...

Trotzdem vielen Dank für die bisher erhaltenen kostenlosen Infos. + vielleicht haben Sie sogar in meinem speziellen Fall auch noch eine konkrete Antwort: dafür wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Mit besten Grüßen
eine Leserin

Hallo,
sofern Sie unter Einbeziehung Ihrer Einkünfte aus den selbstständigen Tätigkeiten "hilfebedürftig" im Sinne des Paragrafen 9 SGB II
http://bundesrecht.juris.de/sgb_2/__9.html
sind, zahlt die Arbeitsagentur Ihre Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung. Bezieher von Alg II sind grundsätzlich in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung versichert.
Im Übrigen gelten für Sie als "nebenberuflich selbstständiger" Arbeitsloser die gleichen Pflichten wie die aller anderen Arbeitslosen. Dazu gehört auch die Auflage, "dass Sie und alle erwerbsfähigen Mitglieder
Ihrer Bedarfsgemeinschaft alle Möglichkeiten nutzen, Ihre Hilfebedürftigkeit zu verringern bzw. zu beenden und dass Sie aktiv an allen angebotenen Maßnahmen mitwirken."
vgl. http://arbeitslosengeld2.arbeitsagentur.de/pdf/Merkblatt_SGB_II_Stand_10...
Über die Vereinbarkeit Ihrer selbstständigen Tätigkeiten mit einer möglichen abhängigen Beschäftigung schließlich würde ich mir an Ihrer Stelle keine grauen Haare wachsen lassen: Die Selbstständigkeit hat ja den Vorteil, dass man auf Zeitpunkt und Umfang seiner Aktivitäten Einfluss nehmen kann. Was spricht dagegen, vorübergehend etwas kürzer zu treten, wenn sich für Sie ein attraktiver Arbeitsplatz findet!?
Viel Erfolg und alles Gute!
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de

Hallo !
Bin leider im ALG II und möchte 2 selbstständige Tätigkeiten daneben ausüben. Bei der einen handelt es sich um eine freiberufliche Tätigkeit, die andere wäre "nur selbstständig".
Nun meine Fragen:
Zahlt die ARGE mir die Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung auch bei Ausübung dieser Nebentätigkeiten komplett ?

Muss ich jedes Arbeitsangebot annehmen ? Was passiert, wenn ein von der ARGE vorgeschlagener Arbeitgeber meine nebenberufliche Tätigkeit nicht akzeptiert und ich desh. den Job nicht bekomme. Droht dann Streichung des ALG II wegen Eigenverschulden, weil ich eben nebenbei freiwillig selbstständig tätig bin ?
Was zur Folge hätte, dass ich bei jedem Arbeitsangebot, das ich annehmen muss, meine selbstständigen Tätgikeiten aufgeben müsste.

Vielen Dank und viele Grüße

Guten Tag, B.P.,
die von Ihnen angesprochenen Pauschbeträge scheinen zu stimmen, vgl.:
http://www.vnr.de/vnr/unternehmensgruendung/finanzierung/praxistipp_2333...

Ob und in welchem Umfang sie zu Recht als Einkommen im Rahmen der ALG-II-Berechnung zu berücksichtigen sind, kann ich leider nicht beurteilen. Am besten fragen Sie im "Tacheles"-Forum nach...
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/

... oder bei Gastronomie-Experten wie Gerhard Schoolmann, der ein "Gastronomie-Portal" betreibt:
http://www.abseits.de/

Eventuell kann Ihnen auch der für Sie zuständige Landesverband des
Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes
http://www.dehoga.de
weiterhelfen.

Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de

Hallo,

Ich babe mal eine Frage zur Berechnung von Arbeitslosengeld II.
Mein Mann ist selbständiger Gastwirt. Durch Krankheit übt er seine Tätigkeit nur noch im Nebenerwerb durch. Er bezeiht eine Erwerbsmiderungsrente und hat negative Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Bei der Errechnung des anzurechnenden Einkommens,berrechnet der zu bearbeitende Sachbearbeiter,den Eigenverbrauch,die vom Gesetzgeber vorgeschrieben Pauschbeträge bei Gaststätten für eine Person netto 7% 1.068 €und 16% 1.524 € und die Verwendung vom PKW (1% Regelung) als geldwerte Einnahmen. In unserem Fall sind das 9.369,10 € im Jahr für 3 im Haushalt lebende Personen.
Ist das so richtig?
Wer kann mir helfen.

Mit freundlichen Grüßen
B.P.

Hallo,
leider lassen sich auf Grundlage Ihrer Angaben keine genauen Aussagen darüber machen, ob die Arbeitsagentur richtig gerechnet hat. Die Größenordnung der Abzüge scheint mir aber plausibel: Wenn Sie von Ihrem Gewinn in Höhe von knapp 430 Euro...
* den Freibetrag von 100 Euro plus
* 20 % der Einkünfte über 100 Euro (= 20 % von 330 Euro = 85 Euro) sowie
* die Versicherungspauschale (30 Euro)
abziehen, dann ergibt das unter dem Strich einen Abzugsbetrag von ca. 215 Euro. (Demnach könnten Sie von Ihren selbstständigen Einkünften also immerhin rund die Hälfte behalten). Wenn Sie nun von Ihrem Anspruch in Höhe von knapp 1.200 Euro die 215 Euro abziehen, landen Sie bei ca. 985 Euro. Das deckt sich ziemlich genau mit den von Ihnen genannten Ist-Zahlen. Den Rechenweg können Sie oben im Artikel Schritt für Schritt nachvollziehen.
Im Zweifelsfall lassen Sie sich die Berechnung von der Arbeitsagentur noch einmal erklären.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de

Hallo, könnte mir jemand weiterhelfen?

Ich bin selbständig. Arbeitsagentur zahlt immer weniger.
Höhe der monatlich zustehenden Leistungen für Lebensunterhalt ist 1199,03 €.
Ich habe im Mai 429,48 € verdient.
Ich habe nur 987,47 € von Arbeitsagentur bekommen.
Nach meinen Zählungen erscheint{kommt} ganz andere Summe heraus.
Wie man richtig ausrechnen muß?

Mit vielen Grüßen

Hallo Stefan,
das ALG II ist anders als das ALG I keine Versicherungsleistung sondern eine "Fürsorgeleistung". Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Voraussetzung ist eine Bedürftigkeitsprüfung im Einzelfall. Dabei wird nicht nur das laufende Einkommen, sondern auch die Vermögenslage des Antragsstellers und seiner "Bedarfsgemeinschaft" (also Familie, Partner etc.) zu Grunde gelegt. Daher können wir anhand Ihrer Angaben leider nicht einschätzen, ob Sie AA-Leistungen bekommen können. Am besten wenden Sie sich direkt an die für Sie zuständige Agentur für Arbeit. Falls die in Ihrer Kommune nicht für das ALG zuständig ist, werden Sie von dort aus an die zuständige Sozialbehörde / "ARGE" verwiesen.
Mit Einzelfragen können Sie sich auch an das Online-Forum
http://www.tacheles-sozialhilfe.de
wenden. Dort gibt es oft kompetente Auskünfte.
Vielleicht hilft das ja schon fürs Erste!?
Viel Glück und freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de

Hallo, könnte mir jemand weiterhelfen?

Ich bin nun schon seit Jahren selbständig. Die Geschäftszahlen sind rückläufig, sodaß ich mich seit längerem außerstande sehe, Beiträge für Kranken- oder Rentenversicherung aufzubringen.

Gibt es eine Möglichkeit, daß zumindest die Krankenversicherung für mich, über ALGII übernommen wird?

Ich bin 44 J., männlich und habe 400-500 Euro im Monat Selbst.-Einkommen, vor Steuer.

mfg. Stefan

ist es nicht alles maximal zum kotzen in diesem staat. ich habe mein ALG 1 anspruch aufgrund von gesetztesänderungen der letzten 3 jahre verloren. das ist die krönung. nun sitzt man da ... mit den paar kröten ALG 2 und steht mit einem bein in der insolvenz.

auf der einen seite darf man vermögen besitzen bei alg2 bezug - auf der anderen seite hat man schulden muss man die paar kröten alg2 wieder abgeben, wenn man was verdient. alles so ein schwachsinn.
danke sozialstaat deutschland.

Hallo,

zunächst vielen Dank für diese hilfreiche Seite.

Ich selber habe gerade die freudige Erfahrung gemacht, dass ich nach drei Monaten Gewerbe neben ALGII jetzt weniger Geld in der Tasche habe als zuvor.

Das Arbeitsamt folgt bei mir leider nicht den Regularien des Finanzamtes, so sind Fahrtkosten keine einnahmemindernden Positionen, die Anschaffung eines Druckers wird nicht berücksichtigt obwohl sie unter 410,- Euro lag und so weiter und so fort.

Das Ergebnis: in Monaten, in denen ich tatsächlich echtes Minus in der Tasche hatte sagt mir nun die BAA einen Gewinn nach. Die Moral der Geschicht, mir wird das Geld, dass ich gar nicht habe, zusätzlich abgezogen.

Und erneut ein Versuch, dem ALGII zu entfliehen geplatzt.

Glück auf denen unter Ihnen, denen der Gang in die erfolgreiche Selbständigkeit aus ALGII gelingt!

Hallo Herr Ehlers,
ich teile Ihre Auffassung, dass ein monatliches Jahresmittel bei selbstständigen Einkünften "eigentlich" aussagekräftiger ist als die monatsgenaue Abrechnung. Andererseits ist es bei den naturgemäß überwiegend zeitlich begrenzten selbstständigen Aktivitäten von Arbeitslosen verständlich, dass die Arbeitsagenturen auf kürzeren Abrechnungsperioden Wert legen. Die Praxis der Arbeitsagenturen ist in dieser Hinsicht meines Wissens sehr unterschiedlich. In letzter Zeit beharren jedoch immer mehr Arbeitsagenturen auf der obligatorischen monatlichen Abrechnung. Von einer einheitlichen Dienstanweisung, die Ihre Auffassung stützt, ist mir leider nichts bekannt.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de

Ich bin selbständiger

Ich bin selbständiger Architekt und habe naturgemäß stark schwankende Einnahmen. Überdies habe ich ein Grafikbüro diesen Monat neu gegründet.

Bei der Einnahmenermittlung ging es bisher so von statten, daß ich eine Einnahmeüberschussrechnung für das letzte Jahr und eine Schätzung für das Folgejahr abgegeben habe. Den daraus berechneten Anspruch habe ich dann im 6-monatigen Förderzeitraum ohne weitere Nachweise erhalten, habe aber im Folgeantrag per Nachweis belegt das meine tatsächlichen auf den Monat berechneten Einnahmen nicht über den im Bescheid veranschlagten lagen. ( Nachteil für mich - tatsächlich geringere Einnahmen sind nicht aufgestockt worden.- höhere dagegen wären nachzuzahlen gewesen) Soweit die bisherige Verfahrenweise.

für den jetzigen Antrag hat die Sachbearbeiterin gewechselt und fordert nun eine monatsgenaue Eür,was wie ich den Beiträgen enntnehme die üblichere Vorgehensweise ist. Allerdings hat das für mich zur Folge das, da ich diesen Monat ertmalig in diesem Jahr positive Einnahmen von ca 1300 € hatte, die in den Vormonaten eigefahrenen Verluste nicht berücksichtigt werden. Statt dessen wurden in diesen Monaten schließlich die geschätzten Einnahmen von ca 450 € berücksichtigt. Das heißt in diesem Monat keine Leistung und 260 € Krankenkassenbeiträge zusätzlich bei einem ermitteltem Gewinn von Jan -Mai diesen Jahres in Höhe von ca 118 € und nicht berücksichtigten Versorgungswerk-Pflichtabgen von zur Zeit 154 € + 260 €.

Meine Frage zur Einkommensermittlung bei monatlicher Abrechnung: Ist es zulässig jeden einzelnen Monat isoliert zu betrachten, oder müßte doch nicht zumindestens der monatl. Durchschnitt des Kalenderjahres in dem der Bewilligungszeitraum liegt gebildet werden ?

Außerdem interessiert mich ob es eine zugängliche Dienstanweisung gibt, die einem hier weiterhelfen könnte.

Ansonsten danke für Ihre Seite zum Thema, die bei weitem hilfreicher ist als die "Agentur"-eigenen Seiten

Mit freundlichem Gruß

Hallo,
Sie haben recht: Solange Sie keine positiven Einkünfte haben, können Sie auch keinen "Eigenbehalt von 100 €" geltend machen. Andererseits: Versuch macht kluch! :-) Mehr als gestrichen werden kann Ihnen der Abzug ja nicht.
Halten Sie durch - hoffentlich wird Ihr "unbeirrtes Festhalten" an Ihrem Vorhaben belohnt!
Viel Erfolg und alles Gute
Herzliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de

Hallo Herr Chromow,
Danke für Ihre Antwort - ich hatte etwas in der Richtung schon befürchtet, obwohl ich vorab von einer Arbeitslosen-Beratung eine andere Auskunft bekommen hatte!! So ganz fair finde ich es nicht unbedingt, z.B. hätte ich ohne Ich-AG in meiner Branche keine Verpflichtung zu BfA-Beiträgen und die eine oder andere Anschaffung hätte ich mir dann auch zweimal überlegt ... Ich vermute, ich kann auch den Eigenbehalt von 100 € monatlich nicht geltend machen?!? Die an unterschiedlichen Stellen unterschiedliche Bewertung des Zuschusses als Einkommen ist ja doch irgendwie irreführend. Nichts desto trotz unbeirrt weitermachend an dieser Stelle herzlichen Dank für die Schaffung von einer so unbürokratischen Informationsmöglichkeit - ich werde Sie weiter empfehlen!!

Hallo Herr Chromow,
Danke für Ihre Antwort - ich hatte etwas in der Richtung schon befürchtet, obwohl ich vorab von einer Arbeitslosen-Beratung eine andere Auskunft bekommen hatte!! So ganz fair finde ich es nicht unbedingt, z.B. hätte ich ohne Ich-AG in meiner Branche keine Verpflichtung zu BfA-Beiträgen und die eine oder andere Anschaffung hätte ich mir dann auch zweimal überlegt ... Ich vermute, ich kann auch den Eigenbehalt von 100 € monatlich nicht geltend machen?!? Die an unterschiedlichen Stellen unterschiedliche Bewertung des Zuschusses als Einkommen ist ja doch irgendwie irreführend. Nichts desto trotz unbeirrt weitermachend an dieser Stelle herzlichen Dank für die Schaffung von einer so unbürokratischen Informationsmöglichkeit - ich werde Sie weiter empfehlen!!

Hallo Anonym,
ich fürchte, die Auskunft Ihrer Arbeitsagentur / ARGE trifft zu:
"Negative Einkünfte" mindern das zu berücksichtigende Einkommen nicht. Und: Betriebsnotwendige Ausgaben mindern Einkünfte erst dann, wenn das monatliche Einkommen 400 Euro übersteigt (vgl. Paragraf 11 SGB II
http://bundesrecht.juris.de/sgb_2/__11.html: "Zu berücksichtigendes Einkommen").
Sorry für die wenig erfreulichen Auskünfte - trotzdem freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de

Hallo, eine irritierte Frage zur "Ermittlung von Erwerbseinkommen bei AlG II + IchAG" - bei Förderung im 1.Jahr, AlGII-Bezug und keinem erzielten Einkommen, aber betriebsbedingten Ausgaben (Betriebs-Miete, BfA, Haftpflicht-Versicherung..)können diese NICHT von den 600 €, die ja wiederum als Einnahme von AlGII abgezogen werden, heruntergerechnet werden, solange es keine Einnahmen aus der Selbständigkeit von min. 400 € gibt?!? Damit wird dann de facto das Existenzminimunm für die Bedarfsgemeinschaft, die das AlGII bekommt, um die Höhe der betriebsbedingten Ausgaben heruntergeschraubt...kann das wirklich so sein?? Da wäre ja der "reine" AlGII-Bezug "günstiger" und weniger anstrengend - denn auch wenn bislang noch keine Einnahmen kamen arbeite ich daran ...

Hallo ,
die Betriebsausgabenpauschale beträgt tatsächlich 20 Prozent - Sie können aber auch die _tatsächlichen_ (betriebsnotwendigen!) Aufwendungen geltend machen. Am besten lesen Sie noch einmal im Beitrag nach:

+++++++++++++ Z I T A T +++++++++++++
Von den tatsächlichen oder zu erwartenden Einnahmen ziehen Sie zunächst sämtliche notwendigen Betriebsausgaben ab. Bei der Gewinnermittlung orientieren Sie sich an den Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes: Sie übernehmen also die Zahlen aus der Einnahme-Überschussrechung. Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, eine Betriebsausgabenpauschale von 20 Prozent anzusetzen.
+++++++++ Z I T A T - E N D E +++++++

Dadurch erledigt sich m. E. auch Ihre Frage nach der Kfz-Versicherung: Entweder ist sie durch die Pauschale abgegolten oder Sie setzen die Versicherungsbeiträge als separate Aufwandsposition ab. Beides geht nicht.

Die von Ihner Sachbearbeiterin ansetzten Freibeträge sind im Übrigen ebensfalls korrekt. Was die Sozialversicherung angeht: Solange Sie im ALG-II-Bezug sind, sollten Sie eigentlich sozialversichert sein - besteht kein Anspruch mehr auf ALG II, müssen Sie sich selbst um Ihre Kranken-, Renten- etc.-Versicherung kümmern. Auch insofern klingt die Auskunft Ihrer Sachbearbeiterin plausibel - wenn auch bestimmt nicht erfreulich... :-(
Trotzdem schöne Grüße
Robert Chromow

Hallo Robert,
ich bekomme Einstiegsgeld in Rahmen einer Eingliederungvereinbarung. Ich habe mich vor einen Monat selbständig gemacht. Bei der Berechnung des zuberücksichtigenden Einkommens kommt meine Sachbearbeiterin zu dem Schluss dasss ich nicht keinen Abspruch auf ALGII für den nächsten Bewilligungsabschnitt mehr habe.. Nun meine Frage: Sie behauptet dass vom Einkommen nur 20% als Betriebsausgaben pauschal berücksichtigt werden kann (auf dem Formular zum Antrag von AGLII steht aber 30%)??? Stimmt das?
Sie berücksichtigt einen Grundfreibetrag von 100 Eur , dann zwischen 100-800 Euro vom Einkommen 20% und darüber 10%. Obwohl in der Eingliederungvereinbarung steht, dass ich beträge zur sozialen Sicherung im Bewillgungszeitraum nicht aufbringen muss, muss ich mich freiwillig gesetzlich kranken- u. pflegeversichern (jetziger Status, da ich AGLII abgehnt wurde ) sowie rentenversichern. Diese Beträge werden bei ihrer Berechung gar nicht berücksichtigt. Ausserdem werden KFZ-Verischerung nicht berücksichtigt, dies gehöre zu den Betreibsausgaben sagt sie.

Hallo A.,
leider ist dies hier keine spezialisierte ALG-II-Plattform. Am besten versuchen Sie es mal hier:
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/forum/
Sonnige Mai-Grüße
Herzliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de

Hallo,

weiß hier jemand, ob und wie der geldwerte Vorteil der Privatnutzung eines PKw (Betriebsvermögen, 1%- Regelung), hier 200 Euro pro Monat, in der Einkommensermittlung bei ALGII behandelt wird? Bei voller Anrechnung gibts dann kaum ALGII mehr, .... also Firma schließen. Anderer Weg geht auch nicht: Entnahme des PKW aus Betriebsvermögen: 7000 Euro Einkommen, auch kein ALGII mehr, ... Firma schließen.
Man kann doch nicht einen "Vorteil Mobilität" als Einkommen verleben, oder? Teufelskreis???

Mit freundlichem Gruß, A.

Hallo Teddy040,
es tut mir leid, dass Ihre Geschäfte so schlecht laufen. Die Wahl zwischen ALG I und ALG II haben Sie nicht: Bevor Sie einen Antrag auf ALG II (="Fürsorgeleistung") stellen können, müssen Sie alle Unterstützungsleistungen ausgeschöpft haben, auf die Sie Anrecht erworben haben. Um eine solche handelt es sich beim ALG I. Ihren Restanspruch müssen Sie zuerst ausschöpfen.
Hoffentlich hilft Ihnen das schon ein wenig weiter...
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de

Hallo auch…
Ich bin nun seit 02.09.2005 selbstständiger Versicherungskaufmann in einem Maklerbüro und habe auch für 6 Monate Überbrückungsgeld bekommen.
Jetzt laufen die Geschäfte leider nicht mehr so doll, bzw. gar nicht mehr. Und daher spiele ich mit dem Gedanken Harz IV bzw. AlG II zu beantragen.
Ich hätte daher gerne gewusst, ob dies für mich überhaupt Sinn macht und geht, oder sollte man das gleich vergessen und noch die letzten 6 Monate Arbeitslosengeld beantragen und auf die private Krankenversicherung und Rentenversicherung verzichten?

Mit vielen Grüßen
Teddy040

Hallo Herr Chromow,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich werde mit die Artikel aufmerksam durchlesen, denn bei uns geht es nicht recht weiter, und es wird für uns langsam eng.
Ich habe mittlerweile Arbeitslosengeld beantragt, und auch Anspruch, da ich aber nur Teilzeit gearbeitet habe für 700 EUR Brutto, ist der Anspruch nicht sehr hoch. Nun zu meinem Ehemann: wir laufen uns, wie wahrscheinlich viele, sprichwörtlich die Hacken ab. Solange man telefoniert ist die Antwort immer positiv, geht man zum Amt für Ablg2 zu beantragen, werden wir weggeschickt, kein Anspruch !
Am Dienstag hat das örtliche Arbeitsamt uns gesagt, dafür müssten wir Donnerstags ab 13 h kommen. Das tat mein Mann heute, jedoch wurde er vom "Empfang" (6 Schalter wo man sich anmeldet, und dann eigentlich weiter zum Sachbearbeiter geschickt wird) weggeschickt, er hätte keinen Anspruch, weder auf 1 noch auf 2, er solle zum Sozialamt gehen. Daraufhin rief ich bei der Stadt an, die mir sagte, es gäbe ja kein Sozi wie es mal war, wir müssten Arbeitslosengeld 2 beantragen. Womit wir wieder am Anfang sind. Also mein Mann wieder ins Amt, wollen ihn wieder wegschicken, er jetzt bestimmter, verlangt einen Sachbearbeiter zu sprechen. Es wird Ihm verweigert, da er ja zum Sozialamt soll, und da kenne man ja keinen, und einen Sachbearbeiter im Hause würde ja nur unnütz blockiert !
Mein Mann steht immer noch da, und ich versuche einerseits mit Telefonaten, andererseits im Internet weiter zu kommen. Kein blassen Schimmer wie das weiter geht/gehen soll !!!
So wird man eben wohl in eine Pleite/Insolvenz getrieben, hat dann wirklich keine Arbeit mehr, und muss dann wohl auf Dauer der Solidargemeinschaft auf der Tasche liegen. Und glauben es uns, dass ist nicht und nie unsere Absicht gewesen, wir dachten wirklich nur an vorübergehende Hilfe (wir haben noch nie etwas in Anspruch genommen und immer gut Steuern, und mein Mann früher, und ich immer Sozialabgaben gezahlt), bis die Saison anläuft, um dann hoffentlich wie bisher auch, aus eigener Kraft unser Leben zu finanzieren.

Nochmals vielen Dank für die Tip's und mit freundlichen Grüßen

Nervi

Ps:: Ich werde weiter berichten, denn wenn wir eine Lösung haben, können evtl. damit anderen helfen.

Hallo Nervi,
der "Anspruch" auf ALG II (auch unter der Bezeichnung "Hartz IV" bekannt) kann nicht erworben werden - er entsteht schlicht dadurch, dass "Hilfebedürftigkeit" gemäß Paragraf 9 SGB II
http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/sgb_2/__9.html
vorliegt.

Ob Hilfebedürftigkeit vorliegt, ist wiederum davon abhängig, über welche Arbeitseinkommen und Lohnersatzleistungen (also z. B. Ihr Arbeitslosengeld) die "Bedarfsgemeinschaft" (also Sie, Ihr Mann und evtl. andere Angehörige in Ihrem Haushalt) verfügt und ob es noch zu verwertbare Vermögenswerte gibt (das Vermögen muss offengelegt werden).

Auch wenn Sie keine Ich-AG sind oder waren, helfen Ihnen unsere beiden folgenden Artikel bestimmt weiter. Darin finden Sie unter anderem zahlreiche weiterführende Links:

"Arbeitslosengeld für Ich-AG & Co."
https://www.akademie.de/direkt?pid=22594

"Weiter möglich: ALG II für Ich-AGler"
https://www.akademie.de/direkt?pid=28747

Ansonsten empfehle ich Ihnen das "Tacheles"-Forum
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/

Hoffentlich hilft Ihnen das fürs Erste weiter!? Alles Gute und herzliche Grüße
Robert Chromow
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Redaktionsteam akademie.de
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Hallo,
auch wir (Ehepaar) sind selbstständig, bzw. haben wir eine kleine GmbH, sind beide Teilhaber, und in dieser Firma angestellt. Nun nach ca. 15 Jahren sind über den Winter die Geschäfte so schlecht geworden, dass wir uns unsere Löhne nicht mehr zahlen können, und die Bank nicht mehr mitziehen will, bis die Geschäfte im Frühjahr wieder besser werden.
Bei mir ist es erst mal denke ich einfach, da ich als versicherungsplichtige Angestellte in unserer Firma angestellt bin, kann ich wohl nach Kündigung Arbeitslosengeld beantragen. Mein Mann zählt aber als versicherungspflichtig befreiter Sebstständiger, da er 51 % hat. Sein Lohn müsste aber erst auch mal ein paar Monate ganz ausgesetzt werden, damit sich die Firma erholt, und wir dann von Ihr wieder leben können (was z.Z. nicht möglich ist), denn eine andere Möglichkeit gibt es für uns leider nicht mehr, wir sind schon 51 und 59 Jahre alt.
Rücklagen konnten wir nicht groß bilden, und unser wenig erspartes ist schon im letzten Jahr für die Firma draufgegangen.

Hat mein Mann, somit also wir beide den auch Abspruch auf Arbeitslosenhilfe 2 ? Denn mein Mann hat definitiv kein Anspruch auf Arbeitslosengeld !

Wäre schön wenn uns jemand helfen, oder einen Tip geben könnte !!!

Danke schon jetzt jedem für eine Antwort
Nervi

Lieber Robert Chromow,
danke herzlich für Ihre Antwort. Hinter dem "möchte und muss" verbirgt sich ein Verlagsvertrag mit einem amerikanischen Verlag. Aus diesem Vertrag werden pro verkauftem Buch zwischen 7 und 9% herausspringen. Da ich den Buchpreis noch nicht kenne, weiß ich nicht, wieviel das sein wird.
Und nochmal genauer:
Aus dem "möchte" resultierte die Idee von einer englischsprachigen Übersetzung, und auch aus dem Wunsch einer befreundeten Übersetzerin, die deutsche Fassung des Buches gegen ein geringes Honorar übersetzen; das plötzliche "muss" entstand aus dem daraufhin abgeschlossenen Verlagsvertrag, und aus einer nicht eingehaltenen Arbeitsvereinbarung seitens der Übersetzerin; sie brach die Arbeit nach der Hälfteeinfach ab. Das nötigte mich, eine "echte" Übersetzerin zu engagieren - und zu den üblichen Tarifen.
Will sagen mit dem "möchte und muss": natürlich freue ich mich, wenn mein Buch pbersetzt wird. Aber ich hätte den vertrag im vergangenen Jahr sicher nicht abgeschlossen, hätte ich gewusst, dass ich eine zweite Übersetzerin engagieren muss, die Tarife nimmt, die ich eigentlich gar nicht bezahlen kann. Daraus entstand eine Drucksituation für mich. -
Das unerwartete Honorar was ich jetzt plötzlich für eine Sendung bekam, ist deshalb eigentlich so eine Art von "Segen". Wenn das Arbeitsamt dies nicht anerkennt, müsste ich also jetzt noch die "Übersetzerschulden" zahlen. Das ist also für mich so eine Frage: inwieweit in den Betriebskosten auch "Personalkosten" beinhaltet sein können, bzw. sogar zzgl. zu den Betriebskosten abgerechnet werden können. Ich werde es wohl einfach versuchen. Wenn Sie dazu noch einen Tipp haben, bin ich Ihnen dankbar. Vielen Danke nochmal für Ihre Information!
Mit freundlichen Grüßen

+++++++++++++ Z I T A T +++++++++++++
diese einnahme möchte und muss ich dazu nutzen die Übersetzung eines Buches, das ich geschrieben habe, zu finanzieren.
+++++++++ Z I T A T - E N D E +++++++

Als selbstständige ALG-II-Empfängerin ziehen Sie von Ihren Einnahmen sämtliche notwendigen Betriebsausgaben ab. Bei der Gewinnermittlung orientieren Sie sich an den Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes.
Ob die Agentur für Arbeit das Honorar für die Übersetzung Ihres Buches als betriebsnotwendige Ausgabe akzeptiert, wage ich allerdings nicht zu beurteilen.
Entscheidend ist, was sich hinter Ihrer Formulierung "möchte und muss" verbirgt. Wenn Sie gute Argumente dafür haben, dass die Übersetzung Voraussetzung für das Erzielen (höherer) künftiger Einnahmen ist, Sie also "mit der Wurst nach der Speckschwarte werfen", dann sollte der Ausgabenabzug vermittelbar sein.
Viel Glück und herzliche Grüße
Robert Chromow

die seite finde ich sehr informativ.
ich habe auch eine frage: ich bin selbständig, arbeite als freie autorin und bekomme AG II seit 2/ 2005. In den vergangenen 12 Monaten hatte ich entweder gar keine oder nur geringfügige einkünfte von meist nicht mehr als 150 euro. Soeben habe ich jedoch eine einnahme/ honorar in höhe von 2670 euro erhalten; diese einnahme möchte und muss ich dazu nutzen die Übersetzung eines Buches, das ich geschrieben habe, zu finanzieren. Für dieses Buch habe ich einen Verlagsvertrag, dessen Erfüllung ebenfalls im Moment fällig ist. Weiß jemand, wie das mit dem "Verrechnen" dieser Einnahme und Ausgabe und AGIIgeht und, ob das überhaupt so verrechnen kann? ich wäre dankbar für einen tipp.

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Über den Autor:

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Robert Chromow ist gelernter Industriekaufmann, Betriebswirt und Politologe. Seit über zwanzig Jahren arbeitet er als freiberuflicher Journalist, Autor und Berater im eigenen Redaktionsbüro. Print- un ...

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