Erfolgreich mit dem Finanzamt verhandeln

Zahlungstermine und Vorauszahlungen ändern, Stundung oder Steuererlass erwirken

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Stand: 2. September 2012 (aktualisiert)

Nicht nur in wirtschaftlich schwierigen Zeiten haben Selbstständige und Kleinunternehmer mit der Steuerlast schwer zu kämpfen. Doch mit dem Finanzamt zu handeln, das halten viele für eine absurde Idee. Aber es lohnt sich tatsächlich, auf das Finanzamt zuzugehen. Schließlich gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie man einen "Deal mit dem Fiskus" abschließen kann und so - ganz legal - die eigene Liquidität verbessert.

Beispielsweise können Sie

  • Ihre regelmäßigen Vorauszahlungen "drücken",

  • sich Investitionsabzugsbeträge zunutze machen,

  • außergewöhnliche Belastungen geltend machen, etwa durch den Wegfall wichtiger Kunden,

  • einen Antrag auf Steuerstundung stellen oder

  • einen Steuererlass beantragen.

Finanzexperte Hartmut Fischer gibt praxiserprobte Tipps für den Umgang mit dem Finanzamt.

Musterbriefe zum Download

Bild vergrößernAusschnitt Musterbriefe "Stundungszinsen" und "Herabsetzung Einkommensteuer-Vorauszahlung"

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Fragen zu den Vorauszahlungen

Sehr geehrte Damen und Herren,

erstmal vielen Dank für den gut geschriebenen Artikel.

Ehrenamtlich helfe ich ältere Senioren in vielen Bereichen.

Neulich hat eine Seniorin mich gefragt, ob ich etwas Erfahrung mit FA und der Steuerbescheide habe. In ihrem speziellen Fall verfüge ich wenig Erfahrung. Nach ihrer Schilderung möchte sie die Vorauszahlungen nicht mehr leisten, da sie bereits in den letzten Jahren Nachzahlungen fristgerecht gezahlt habe. Es ist schlichtweg eine einfache KAP-Steuer-Geschichte. Die Aktien/Fonds sind in einem EU-Mitgliedstaat außerhalb Deutschland. Die erzielten Zinsen und Umsätze wurden in den Steuererklärungen korrekt vermerkt und die KAP-Steuer ordnungsgemäß mit der Nachzahlung getilgt.

Jedenfalls, hat die Dame die Vorauszahlungen bis dato fristgemäß eingehalten, aber der Dame ärgert sich insbesondere wegen der Steigerung der Vorauszahlungen. Sie möchte die Vorauszahlungen aussetzen. Dies habe ich ihr ausgeredet und habe ermahnt, dass sie diese zu leisten habe, auch wenn die Kosten so hoch ist. (Oder gibt es einen anderen Weg?)

Dazu habe ich folgende Fragen:
- Zinserträge und Umsatzerträge sind ja beim Fiskus anrechenbar, jedenfalls wieso wurde nicht die Vorauszahlungen in der ähnlichen Höhe festgesetzt, sondern sogar noch gesteigert?
- Man kann ja natürlich bis zu 15 Monate danach die Gelder zurückverlangen, mit Zinseszins. In welcher Höhe ist der Zinsen-Satz?
- Wie lassen sich Vorauszahlungen drücken, wenn es nur wegen der KAP-Geschichte liegen sollte?

Dafür bedanke ich mich im Voraus.

Antwort: Fragen zu den Vorauszahlungen

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre Anfrage. Eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Warum die Steuervorauszahlungen angehoben wurden, ist Ihren Angaben nicht zu entnehmen. Vermutlich waren die Einkünfte im vorigen höher als im vorletzten, auf deren Grundlage die bisherigen Vorauszahlungen berechnet worden sind.

2.
Steuernachforderungen und Steuererstattungen werden gem. § 238 AO
https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__238.html
mit 6 % p.a. verzinst.

3.
Der Zinslauf beginnt allerdings gemäß § 233a AO
https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__233a.html
erst 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Steuer entstanden ist.

Die Details bespricht die wohlhabende Seniorin am besten mit ihrem Steuerberater. Wenn sie ihren Einzelfall überprüfen lassen will, kann sie sich auch an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden. Einen Verein in Ihrer Gegend finden Sie zum Beispiel über die beiden bundesweiten Dachorganisationen:

Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.bdl-online.de/ und

Neuer Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.nvl.de/

Weiterhin alles Gute für Ihre verdienstvolle ehrenamtliche Tätigkeit und freundliche Grüße
Robert Chromow

Viele Praxistipps für Unternehmer, die direkt mit dem Finanzamt verhandeln. Fünf Sterne.

Inhalt

Über den Autor:

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Hartmut Fischer war über 15 Jahre für eines der führenden Steuersoftwareunternehmen Europas tätig und ist seit 2006 mit seiner Firma Wort Macht selbstständig tätig. Als freier Journalist mit Schwerpunkt Steuerrecht schreibt er für verschiedene Verlage.

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