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Fortbildungs- und Weiterbildungskosten von der Steuer absetzen

Der Finanzamt finanziert viele Fortbildungen mit, wenn Sie die Kosten steuerlich geltend machen.

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Stand: 26. August 2014 (aktualisiert)

Berufsausbildung, Studium sowie Fort- und Weiterbildungen kosten nicht nur Zeit - sie gehen auch ins Geld. Weil die berufliche Qualifizierung die wichtigste Voraussetzung für zukünftige steuerpflichtige Einkünfte darstellt, ist es nur recht und billig, den Fiskus an den Aus- und Fortbildungskosten zu beteiligen. Wir zeigen, worauf dabei zu achten ist.

Stillstand ist Rückschritt: Angesichts der kurzen Halbwertszeit des Wissens sind berufliche Fort- und Weiterbildungen ein Muss. Wer in der Vergangenheit jedoch versuchte, die damit verbundenen finanziellen Aufwendungen als Werbungskosten von der Steuer abzusetzen, stieß bei den Finanzämtern oft auf taube Ohren: Was nicht im engsten Sinn der fachlichen Fortbildung im ausgeübten Beruf zwecks Sicherung der Einnahmen diente, durfte nicht in vollem Umfang steuermindernd geltend gemacht werden. Aus- und Weiterbildungskosten konnten - bis zu der geringen Obergrenze - allenfalls unter Sonderausgaben aufgeführt werden.

Fortbildungen von Selbstständigen

Wenn im Folgenden von den "Werbungskosten" die Rede ist, so entspricht das bei Selbstständigen den "Betriebsausgaben". Betrieblich notwendige Fortbildungen von Selbstständigen (wie zum Beispiel die Mitgliedschaft bei akademie.de oder die Teilnahme an Online-Workshops) dürfen im Rahmen der Einnahme-Überschussrechung bzw. Gewinn- und Verlustrechnung ohne Weiteres als betrieblicher Aufwand geltend gemacht werden. Das Ergebnis ist das Gleiche: Unter dem Strich sinkt das zu versteuernde Einkommen.

Fortbildung oder Weiterbildung?

Die gute Nachricht vorweg: Die anachronistische Unterscheidung zwischen fachlichen Fortbildungen auf der einen und allgemeinen beruflichen Weiterbildungen auf der anderen Seite hat in den letzten Jahren an Bedeutung verloren: Weiterbildungen, die der "Erhaltung beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten" sowie der "Anpassung an die Entwicklung der beruflichen Verhältnisse" dienen, müssen in der Regel von den Finanzämtern anerkannt werden, auch wenn sie nicht in direktem fachlichen Zusammenhang mit einem ausgeübten Beruf stehen.

Voraussetzung ist aber nach wie vor der berufliche Bezug. Bei privaten Koch- und Handarbeitskursen an der Volkshochschule dürfte der Nachweis der beruflichen Verwendbarkeit weiterhin schwerfallen. Bei Computer- und Internet-Weiterbildungen, aber auch beim Erwerb von Sprach- und anderen Kommunikations-Qualifikationen lässt sich dagegen der Nutzen für die Sicherung der eigenen Erwerbsfähigkeit jedoch mühelos herstellen.

So stimmten die Richter des Bundesfinanzhofs der Feststellung einer Vorinstanz zu, dass die Computertechnik in alle Bereiche des täglichen Berufslebens Eingang gefunden habe. Nur ständige Fortbildungen stellten vertieftes und erweitertes Wissen der Arbeitnehmer für ihre ausgeübten Tätigkeiten sicher.

akademie.de-Teilnehmergebühren absetzen

Auch akademie.de-Workshops können als Fortbildungen von der Steuer abgesetzt werden.Die Anerkennung beruflicher Weiterbildungen als Werbungskosten gilt selbstverständlich auch für die Mitglieder und Workshop-Teilnehmer von akademie.de: Sofern Sie Ihre Gebühren bislang noch nicht als Werbungskosten geltend gemacht haben, sollten Sie das bereits bei der Einkommensteuererklärung für 2013 unbedingt tun: Online-Fortbildungen werden steuerlich nicht mehr anders behandelt als Präsenzveranstaltungen!

Berufsausbildung oder Fortbildung?

Als Werbungskosten generell voll abzugsfähig sind Ausgaben für die folgenden Qualifizierungsart:

  • Fortbildungen in einem bereits erlernten Beruf,

  • Umschulungen, die einen Berufswechsel vorbereiten sowie

  • Zweit- und Folgestudien, sofern sie "in einem hinreichend konkreten, objektiv feststellbaren Zusammenhang mit der [...] angestrebten beruflichen Tätigkeit" stehen.

Letzteres könnte zum Beispiel dann der Fall sein, wenn ein Chemiker in Vorbereitung auf eine in Aussicht gestellte Geschäftsführungsfunktion ein berufsbegleitendes Wirtschafts- oder Jurastudium absolviert.

Lange Zeit umstritten war die steuerliche Behandlung der Ausbildungskosten im ersten Beruf: Nur wenn die Erstausbildung oder das Erststudium im Rahmen eines bezahlten Dienstverhältnisses erfolgt ("Ausbildungsdienstverhältnis") ist der Werbungskosten-Abzug ohne Weiteres möglich. Ansonsten gehören die Kosten für die erstmalige Berufsausbildung oder das Erststudium nach dem Willen des Gesetzgebers zu den "Kosten der Lebensführung". Sie dürfen grundsätzlich nur als Sonderausgaben von bis 6.000 Euro pro Jahr geltend gemacht werden.

Großzügiger Bundesfinanzhof

Die gute Nachricht: Durch mehrere erfreulich lebensnahe Urteile hat der Bundesfinanzhofs (BFH) verhindert, dass erstmalige Berufsausbildungen und Erststudien in jedem Fall Privatvergnügen sind und allenfalls als Sonderausgaben Berücksichtigung finden können. Mit ihren Entscheidungen tragen die Richter der grundsätzlich veränderten Wissenslandschaft zumindest ansatzweise Rechnung:

  • Im ersten Fall (Az.: VI R 137/01) ging es um das berufsbegleitende Betriebswirtschafts-Studium einer Rechtsanwalts- und Notargehilfin: Um ihre Position als Personalreferentin einer Bank sichern zu können, hatte sie ihr (Erst-)Studium aufgenommen. Die entstandenen Kosten machte sie als Werbungskosten geltend. Zu Recht, wie der BFH entschied: "Aufwendungen für ein berufsbegleitendes erstmaliges Hochschulstudium seien als Werbungskosten zu berücksichtigen, sofern sie beruflich veranlasst sind."

  • Die zweite Entscheidung (Az.: VI R 120/01) betraf eine arbeitslose Industriekauffrau, die sich auf eigene Kosten zur Fahrlehrerin umschulen ließ. Weil das Arbeitsamt die Lehrgangskosten nicht übernehmen wollte, zog die frischgebackene Fahrlehrerin ihre Aufwendungen als "vorab entstandene Werbungskosten" von ihren Einkünften als Angestellte ab. Auch hier hatten die Richter des BFH ein Einsehen: "Aufwendungen für eine Umschulungsmaßnahme, die die Grundlage dafür bildet, von einer Berufs- oder Erwerbsart zu einer anderen überzuwechseln, können vorab entstandene Werbungskosten sein."

  • Das dritte und wichtigste Urteil (Az.: VI R 14/07) stammt aus dem Jahr 2009: Darin ging es um den Fall einer gelernten Buchhändlerin, die nach Abschluss ihrer Ausbildung und einer folgenden Familienpause ein Lehramtsstudium absolviert hatte. Finanzamt und Finanzgericht lehnten die Anerkennung der Ausbildungskosten als Werbungskosten ab. In seiner Leitentscheidung korrigierte der Bundesfinanzhof die Urteile der Vorinstanzen: Aufwendungen für ein Erststudium nach abgeschlossener Berufsausbildung können seitdem als Werbungskosten abgezogen werden.

Völlig zu Recht stellten die Richter fest, die bisherige Rechtsprechung stamme "aus einer Zeit, in der es zum Regelfall gehörte, den ursprünglich erlernten Beruf das gesamte Berufsleben lang auszuüben." In der heutigen Zeit hingegen könne ein Arbeitnehmer nicht mehr davon ausgehen, nur eine Berufsausbildung absolvieren zu müssen. Die Arbeitsmarktsituation erfordere es immer häufiger, umzulernen und erforderliche Kenntnisse auch für eine völlig andersgeartete Berufstätigkeit zu erwerben.

Zukünftige und rückwirkende Steuerabzüge

Steuerpflichtige, die während einer solchen Ausbildung oder eines solchen Studiums kein (oder nur ein geringes) Einkommen erzielen, dürfen ihre Ausbildungskosten sogar als "vorab entstandene Werbungskosten" geltend machen: Sie geben während ihres Studiums laufend Einkommensteuererklärungen ab, in denen aufgrund der Ausbildungskosten unterm Strich Verluste ausgewiesen sind. In den Jahren nach Beendigung des Studiums darf der aufgelaufene Gesamtverlust dann in Form eines Verlustvortrags nach und nach von den erzielten steuerpflichtigen Einkünften abgezogen werden.

Mehr noch: Wer im Jahr vor Aufnahme des Studiums gut verdient und Steuern bezahlt hat, kann den Verlust des ersten Studienjahres unter Umständen sogar mit bereits gezahlten Steuern verrechnen - und sich über eine Steuerrückzahlung freuen.

Die wichtigsten Informationen zum Thema Verlustvortrag und Verlustrücktrag finden Sie im Beitrag "Steuererminderung durch Verlustabzug".

Und gleich noch ein Tipp hinterher: Klingen Begriffe wie Werbungskosten, Betriebsausgaben oder Sonderausgaben für Sie wie böhmische Dörfer? Dann lohnt sich für Sie ein Blick in unseren Grundlagen-Kurs zu Lohnsteuer, Lohnsteuerjahresausgleich und Einkommensteuer.

Probieren geht über Studieren!

Bei Berufstätigen ist der Werbungskostenabzug in aller Regel günstiger als der beschränkte Sonderausgaben-Abzug. Falls das bei Ihnen zutrifft, Sie jedoch im Zweifel sind, ob die Ausbildungskosten in Ihrem Fall zu den voll abzugsfähigen Werbungskosten oder nur zu den beschränkt absetzbaren Sonderausgaben gehören, entscheiden Sie sich am besten für die Werbungskosten:

Falls das Finanzamt die Werbungskosten streicht, geht Ihnen der Sonderausgabenabzug nicht verloren. Und sofern die Gerichte bei den zurzeit anhängigen Verfahren zugunsten der Steuerzahler entscheiden, kommen Sie auf diese Weise obendrein nachträglich in den Genuss einer Steuererstattung.

Nichts vergessen?

Die wenigsten Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten lassen sich so komfortabel vom Arbeitsplatz oder heimischen Schreitisch aus absolvieren wie die Online-Kurse und -Workshops von akademie.de: Zu den steuerlich absetzbaren Aufwendungen gehören deshalb keineswegs nur Lehrgangskosten und Prüfungsgebühren: Zu den abzugsfähigen Werbungskosten gehören auch ...

  • Fahrtkosten,

  • Übernachtungs- und Verpflegungskosten (zum Beispiel bei Wochenend-Seminaren oder Exkursionen) sowie

  • Fachliteratur und Lernmittel

Bei längeren Ausbildungen (zum Beispiel berufsbegleitenden Studien) können unter Umständen sogar die Aufwendungen für ein heimisches Arbeitszimmer anerkannt werden. Denken Sie künftig also bei Qualifizierungsmaßnahmen aller Art daran, Quittungen zu sammeln!

Fazit

Angesichts der rasanten Veränderungen in der Informationsgesellschaft opfern viele Menschen beträchtliche Teile ihrer Freizeit, um auf dem Laufenden zu bleiben. Da ist es nur recht und billig, wenn sie nicht auch noch die entstandenen Kosten in voller Höhe aus der eigenen Tasche zahlen müssen. Politik und Verwaltung täten gut daran, von der Bevölkerung nicht nur ständig die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen zu fordern. Vielmehr sollten sie den Sonntagsreden Taten folgen lassen und endlich alle beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben anerkennen!

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Antwort: Weiterbildung industriefachwirt

Hallo,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle weder möglich noch zulässig. Allgemeine Informationen zur Anerkennung von Weiterbildungsausgaben als Werbungskosten finden Sie weiter oben im Beitrag.

Was die Verpflegungspauschalen betrifft: Seit 1.1.2014 gelten neue Pauschalen: Wenn Sie wegen einer beruflichen Weiterbildung mehr als 8 Stunden von zuhause abwesend sind, können Sie 12 Euro geltend machen. Ob das in Ihrem Fall zutrifft, können Sie besser beurteilen als ich.

Im Zweifel setzen Sie die Verpflegungspauschale einfach an - schlimmstenfalls wird diese Aufwendung vom Finanzamt nicht anerkannt. Nachteile entstehen Ihnen nicht. Bei Bedarf können Sie dagegen hinterher sogar Einspruch einlegen - am besten mit Unterstützung eines Steuerberaters oder eines Lohnsteuerhilfevereins.

Ach so: Als Beleg genügt m. E. der Stundenplan des Weiterbildungsanbieters zusammen mit einer plausiblen Liste der einzelnen Abendtermine mit den dazugehörigen Uhrzeiten. Ob Sie diese Liste von Hand erstellen, mit Excel, einer Steuersoftware oder einem anderen Computerprogramm ist unerheblich.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Fachfremde Berufsausbildung

Hallo Herr Chromow,
Vielen Dank für Ihre verständlichen!!! Erklärungen. Zu folgender Situtation sind allerdings noch ein paar Fragen offen gebliegen:

Man arbeitet als Angestellter und möchte sich nebenberuflich eine zweite Existenz in einem komplett anderen Fachgebiet aufbauen.

Frage 1: Bisher musste man diese Kosten unter Sonderausgaben mit limitierter Abzugsfähigkeit angeben. Hat sich da etwas seit 2009 geändert? Gehört das jetzt in die Webungskosten?

Frage 2: Wenn die Kosten in der Steuererklärung angerechnet wurden, gibt es da eine Frist innerhalb der man die Ausbildung fertig haben muss und den neuen Beruf ausüben muß? Muss man zurückzahlen, wenn man nicht schnell genug ist?

Frage 3: Kann man eine weitere Ausbildung fachfremd zu aktuellem Beruf und bisher angestrebten neuen Beruf einfügen? Damit würde sich natürlich die Ausübung des zuerst angestrebten Berufs hinauszögern.

Frage 4: Könnte man diese neue Ausbildung auch absetzen?

Ich würde mich sehr über ein paar Hinweise freuen.

Freundliche Grüße
Ricarda

Antwort: Fachfremde Berufsausbildung

Hallo Ricarda,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Wie Sie wahrscheinlich schon gelesen haben, ist eine steuerliche Einzelfallberatung auf diesem Weg weder möglich noch zulässig. Daher nur ganz allgemein:

1.
Kosten beruflicher Weiterbildungen gelten grundsätzlich als Werbungskosten.

2.
Werden die Ausgaben im Einzelfall - aus welchen Gründen auch immer - einmal nicht als Werbungskosten anerkannt, können Sie dagegen ggf. mit Unterstützung eines Steuerberaters oder eines Lohnsteuerhilfevereins Einspruch einlegen.

3.
Werden Aus- und Weiterbildungskosten daraufhin trotzdem nicht als Werbungskosten anerkannt, können Sie die Ausgaben immer noch hilfsweise als Sonderausgaben geltend machen.

4.
Alle weiteren Details besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein - oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Schulweiterbildung

schönen guten Tag,
ich mache zurzeit eine 1 Jährige Weiterbildung, ich mache meine Mittlere reife nach und muss dafür insgesamt 3000 Euro zahlen, ich bin grade mal 17 aber meine Eltern zahlen das ich habe die Rechnung von der schule bekommen wo sie mir das Geld abheben, meine frage wäre kriegen meine Eltern des Geld irgendwie zurück oder wie läuft des ab weil ich habe des in meiner Schule so gehört

mfg,franz

Antwort: Schulweiterbildung

Hallo Franz,
der Besuch einer allgemein bildenden Schule ist keine "Weiterbildung". Die damit verbundenen Kosten werden daher normalerweise weder als Werbungskosten noch als Sonderausgaben anerkannt. Die Einzelheiten besprechen Ihre Eltern am besten mit einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein - oder sie fragen direkt beim Finanzamt nach. Viel Hoffnung sollten sie sich aber nicht machen.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Eltern zahlen von der Steuer absetzen

Wir - Eltern eines 26jährigen Sohnes - haben den Meisterkurs unseres Sohnes bezahlt. Wenn die normale Schule nicht von der Steuer abgesetzt werden kann, kann dann aber der Meisterkurs, inklusive Unterhalt, Fahrtkosten ... von uns bei der Steuer angegeben werden?

Antwort: Eltern zahlen von der Steuer absetzen

Guten Tag,
aus meiner Sicht kann Ihr Sohn die Ausgaben für den Meisterkurs steuerlich als Werbungskosten (Arbeitnehmer) oder Betriebsausgaben (Selbstständiger) geltend machen - auch dann, wenn er während des Meisterkurses wenig bis keine Einnahmen hatte: In dem Fall handelt es sich um vorweggenommene Werbungskosten oder Betriebsausgaben, die er mit zukünftigen steuerpflichtigen Einkünften verrechnen kann.

Sofern Eltern kein Kindergeld mehr beziehen, können Unterhaltsleistungen an bedürftige Kinder grundsätzlich als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater, einem Lohnsteuerhilfeverein oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

50%-Regel ?/ Kriterien oder Gusto?

Hallo Herr Chromow !
Ich habe zwei Fragen:
Das Finanzamt hat kommentarlos nur 50% der Kosten der beruflichen Fortbildung angerechnet. Gibt es eine Regelung, die dies vorsieht ?
Und: Wann wird aus einer Freizeitaktivität (in meinem Fall: Tanzen) eine berufliche Weiterbildung (in meinem Fall: Lehrer für Darstellendes Spiel), die anerkennenswürdig ist ? Gibt es da ein Urteil, das bestimmte Kriterien festgehalten hat, oder ist das jedes Mal eine Einzelfallprüfung des Sachbearbeiters ?
Danke für Ihre Antwort und ein Kompliment für die Verständlichkeit Ihrer Aussagen.
Herzliche Grüße,
Oliver Gunkel

Antwort: 50%-Regel ?/ Kriterien oder Gusto?

Hallo Herr Gunkel,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Bitte beachten Sie: Eine Einzelfallberatung kann und darf ich Ihnen leider nicht anbieten. Daher nur ganz allgemein:

Von einer generellen 50%-Regel bei der steuerlichen Berücksichtigung beruflicher Fortbildungskosten ist mir nichts bekannt. Wenn ein Lehrer für Darstellendes Spiel eine Tanz-Fortbildung macht, klingt das in meinen Ohren zunächst einmal nach einer beruflichen Fortbildung, deren Kosten in voller Höhe als Werbungskosten (Arbeitnehmer) oder Betriebsausgaben (Selbstständiger) anerkannt werden sollte.

Die Details besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater. Sie können sich aber auch an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden oder bei Ihrem Berufsverband nachfragen. Oder aber Sie legen einfach Einspruch ein: Das kostet nichts. Die Einzelheiten entnehmen Sie dem Beitrag
http://www.akademie.de/wissen/einspruch-beim-finanzamt
Eine Bitte: Lassen Sie uns wissen, was daraus geworden ist? Danke!

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Online Seminare aus dem Ausland

Wie funktioniert eigentlich (wenn überhaupt) die steuerliche Absetzbarkeit der Kosten von einem Online-Seminar/Kurs, der von einer Organisation aus einem Nicht-EU Land (und entsprechend in einer nicht-EU-Sprache) angeboten wird? Es geht um die Kurs/Seminargebüren, so ähnlich wie wenn man ein Fachbuch, sagen wir mal aus Indien oder Australien bestellen würde. Werden diese Kosten hier dennoch anerkannt und, falls ja, welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt werden. Herzlichen Dank im Voraus!

Warum nicht?

Guten Tag,

wenn Sie die Teilnahme bzw. Bezahlung der Maßnahme oder des Seminars nachweisen können und der berufliche Bezug ersichtlich gemacht werden kann, dann gibt es für das Finanzamt eigentlich keinen Grund, diese Ausgabe nicht anzuerkennen. Das Fachbuch aus dem Nicht-EU-Land können Sie grundsätzlich ja ebenfalls "von der Steuer absetzen".

Beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Bäfog und Absetzen

Hallo - vielleicht kennen Sie sich hiermit aus:

Für mein Auslandsstudium (Master) habe ich Bäfog bekommen - teils ein Darlehen teils ein Zuschuss für die Studienbebühren, der ich nicht zurückzahlen muss. Wie sieht dass nun aus mit dem Studiengebühren? Kann ich die absetzen obwohl ich Bäfog bekommen habe um die Gebühren zu decken? Ich glaube nicht aber gleichzeitig lese ich überall dass Bäfog Einkommens-technisch nicht berücksichtigt wird. Im Elster steht aber: "Ersatzleistungen von dritter Seite, auch zweckgebundene Leistungen nach SGB III oder nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, müssen Sie jedoch von den Aufwendungen abziehen."
Also brauche ich die Studiengebühren als Werbungskosten garnicht erst angeben? Oder angeben und gleichzeitig vermerken dass ich dafür Bafög bekommen habe?
Vielen Dank im Voraus.
Caro

Antwort: Bäfog und Absetzen

Hallo, Caro,
wenn Sie zweckgebundene staatliche Leistungen beziehen, werden die entsprechenden Ausgaben / Kosten / Gebühren grundsätzlich nicht als steuerlicher Aufwand (z. B. als Werbungskosten, Betriebsausgaben, Sonderausgaben) anerkannt. Welche Möglichkeiten es in Ihrem Einzelfall gibt, die Studiengebühren trotzdem steuerlich geltend zu machen, besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

2. Ausbildung unserer Tochter

Hallo und guten Tag,
wirklich wunderbar, dass man sich hier an Sie wenden kann :-)
Unsere Tochter (20) hat ihre 1. Ausbildung zur Bürokauffrau abgeschlossen, war jetzt 1 Jahr bei einer Zeitarbeitsfirma - Vertrag ist ausgelaufen und hat sich jetzt eine 2. Ausbildung zur Fahrlehrerin gesucht, da sie keine Festanstellung bekommen hat. Sie ist arbeitslos gemeldet, die Umschulung wird ihr nicht bezahlt. Kann sie die Kosten für den Lehrgang (5 Monate - ca. 6.900 Euro) als Verlustvortrag steuerlich geltend machen, oder können die Eltern das steuerlich geltend machen. Herzlichsten Dank für eine Antwort - einen schönen Tag noch

Antwort: 2. Ausbildung unserer Tochter

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle zwar nicht möglich - aber wenn Sie noch einmal weiter oben im Text nachlesen, finden Sie unter der Überschrift "Großzügiger Bundesfinanzhof" unter anderem folgenden Fall:

"Die zweite Entscheidung (Az.: VI R 120/01) betraf eine arbeitslose Industriekauffrau, die sich auf eigene Kosten zur Fahrlehrerin umschulen ließ. Weil das Arbeitsamt die Lehrgangskosten nicht übernehmen wollte, zog die frischgebackene Fahrlehrerin ihre Aufwendungen als "vorab entstandene Werbungskosten" von ihren Einkünften als Angestellte ab. Auch hier hatten die Richter des BFH ein Einsehen: "Aufwendungen für eine Umschulungsmaßnahme, die die Grundlage dafür bildet, von einer Berufs- oder Erwerbsart zu einer anderen überzuwechseln, können vorab entstandene Werbungskosten sein.""

Wenn ich es richtig sehe, passt diese Fallschilderung ziemlich genau auf die Situation Ihrer Tochter. Aus meiner Sicht spricht daher nichts dagegen, die Lehrgangskosten (und alle weiteren dazugehörigen Aufwendungen wie Fahrtkosten, Kosten für Bücher etc.) als Werbungskosten abzusetzen.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Herzlichen Dank für Ihre

Herzlichen Dank für Ihre detaillierte Nachricht! Ja, das hatte ich schon gelesen, wahrscheinlich hab ich mich falsch ausgedrückt. Ich wollt eigentlich primär wissen, ob wir als Eltern das steuerlich geltend machen könnten, sie wohnt ja noch bei uns. Wäre für uns natürlich interessanter :-)
Noch ne kleine Zusatzfrage: Zuerst muss sie noch den Motorradführerschein machen, könnte man die Motorradkluft etc. auch als Aufwendungen deklarieren? Sind ja doch ganz schöne Kosten, die einen da plötzlich überfallen.
Haben Sie vielen Dank für Ihre Mühe und Ihr vermitteltes Wissen
Ein schönes Wochenende
Liebe Grüße aus München
Christine

Antwort: Herzlichen Dank für Ihre

Hallo Christine,
Eltern können die Ausbildungs- und Unterhaltskosten für Kinder grundsätzlich nicht steuerlich geltend machen. Erst recht nicht, wenn das Kind bereits berufstätig ist. (Grundsätzlich heißt aber auch, dass konkrete Lebenslagen denkbar sind, in denen Ausgaben für "bedürftige" Angehörige z. B. als "außergewöhnliche Belastungen" berücksichtigt werden können. Das kann aber nur eine steuerliche Einzelfallberatung klären.)

Was die Anerkennung der Kosten des Motorradführerscheins und der dazugehörigen Bekleidung (in der Steuererklärung Ihrer Tochter!) angeht: Aufwendungen für die private Lebensführung sind grundsätzlich zwar nicht als Werbungskosten (bei Arbeitnehmern) oder Betriebsausgaben (wenn sie sich selbstständig macht) abzugsfähig. Andererseits ist zumindest der Führerschein ja vermutlich eine unmittelbare Voraussetzung für die Ausübung ihres Berufes als Fahrlehrerin. Für ausgeschlossen halte ich die Anerkennung also nicht.

Am besten fragen Sie oder Ihre Tochter einen Steuerberater - oder versuchen Sie es einfach: Mehr als streichen kann das Finanzamt strittige Aufwands-Positionen ja nicht. Ob Ihre Tochter dagegen hinterher Einspruch einlegt, kann sie dann immer noch entscheiden. Beides kostet nichts und ist schon gar nicht strafbar. Mit anderen Worten: Versuch macht kluch! :-)

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo, ich habe im letzten

Hallo,

ich habe im letzten Winter die Meisterschule für vier Monate besucht. In der Höhe von 400€ war ich bei meinem Arbeitgeber weiterbeschäftigt, habe Bafög bezogen, z.T. als Unterhaltskosten und als Darlehen. Ich habe in dem Schulinternat gewohnt und bin jedes Wochenende mit dem PKW gependelt. Kann ich die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Fahrtkosten als Werbungskosten geltend machen? Gelten Ausgaben für Büromaterial, Porto, ein neuer Drucker auch als Werbungskosten?

Mit freundlichen Grüßen
Frank Hönisch

Antwort: Meisterschule

Hallo Herr Hönisch,
grundsätzlich stellen alle von Ihnen genannten Aufwendungen Werbungskosten dar. Ob sie in Ihrem Einzelfall tatsächlich vom Finanzamt anerkannt werden, kann ich nicht beurteilen.

Es spricht aber nichts dagegen die Aufwendungen als Werbungskosten anzusetzen. Sollte das Finanzamt die Ausgaben nicht als Werbungskosten anerkennen, können Sie dagegen immer noch Einspruch einlegen - am besten mit Unterstützung eines Steuerberaters oder eines Lohnsteuerhilfevereins.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Technisches Zeicnen CAD

Hallo,
ich habe hier im Forum schon einen Beitrag über steuerliche Absetzbarkeit eines Computers gelesen.
Ich habe dennoch eine Frage.
Ich arbeite als CNC-Programmierer und habe nebenbei eine Weiterbildung als Technischer Zeichner angefangen. Die Kosten muß ich allerdings selbst tragen.
Bislang nutzte ich den Computer meines Sohnes, da der aber auszieht muß ich mir einen eigenen kaufen.
Könnte ich die Kosten in diesem Fall geltend machen und wie belegt oder trennt man eine berufliche und private Nutzung?

Vielen Dank im Voraus

Antwort: Technisches Zeicnen CAD

Guten Tag,
wenn Sie den PC sowohl privat als auch beruflich nutzen, würde ich der Einfachheit halber 50 % der Kosten als beruflich veranlasste Aufwendungen (= Werbungskosten) ansetzen. Der Verweis auf Ihre Weiterbildung zum Technischen Zeichner sollte als Plausibilitätsbeleg für einen wesentlichen beruflichen Nutzungsanteil genügen.

Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, können Sie aber auch eine Art "PC-Fahrtenbuch" führen, in dem Sie die tatsächlichen zeitlichen Anteile der beruflichen und privaten Nutzung festhalten.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

fachwirt IHK

Hallo zusammen.

Ich starte ab dem 7.10 eine 1,5 jährige Weiterbildung zum geprüften fachwirt IHK.
Das mache ich nebenbei, wobei mein Arbeitgeber den kompletten Studiengang finanziert.

Ich würde mir deshalb gerne einen neuen Laptop kaufen. Ist dieser steuerlich auf die nächsten 3 Jahre absetzbar, da meine Weiterbildung ja nur 1,5 Jahre dauert??

Wenn ja könnten sie mir hier einen Link Posten um mich darüber weiter zu informieren ?

Vielen dank im Voraus

Antwort: fachwirt IHK

Hallo,
sofern Sie Ihren Laptop beruflich nutzen, dürfen Sie ihn auf jeden Fall als Werbungskosten absetzen. Die steuerliche Anerkennung eines Computers ist nicht auf eine Weiterbildung begrenzt.
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Wirtschaftsfachwirt

Hallo Herr Chromow,

im August 2013 werde ich eine Fortbildung zum Wirtschaftsfachwirt beginnen. Diesbezüglich habe ich einen Weiterbildungsvertrag mit meinem Arbeitgeber geschlossen, der sich bereit erklärt mir die Kosten im Nachhinein zu 50% zu erstatten. Das heißt ich muss in Vorkasse treten. Da ich dies nicht leisten kann, beantrage ich zusätzlich MeisterBafög (sofern das überhaupt von Belang ist). Inwiefern kann ich die 50%, die ich letztlich selbst zahlen muss, steuerlich absetzen? Geht dies bei einem Teilbetrag überhaupt? Genau genommen bekomme ich von meinem Arbeitgeber auch keine 50% ausgezahlt,da diese vorher versteuert werden müssen.
Wie viel Prozent bekommt man von einem Betrag X überhaupt vom Finanzamt erstattet?
Fragen über Fragen..ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt und Sie können mir helfen!

Viele Grüße

A

Antwort: Wirtschaftsfachwirt

Hallo A.,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider nicht möglich, Steuerberater bin ich auch nicht - daher nur ganz allgemein:

Grundsätzlich werden Arbeitgeber-Zuschüsse von den Ausgaben für Weiterbildungen abgezogen. Beim Rest der Aufwendungen handelt es sich dann um Werbungskosten, die das zu versteuernde Einkommen mindern. Da in Ihrem Fall zunächst aber gar keine Arbeitgeber-Zuschüsse fließen, gibt es auch nichts abzuziehen. Die tatsächlichen Weiterbildungsausgaben sind daher erst einmal in voller Höhe Werbungskosten. Auch ein eventuell gezahltes BAFöG-Darlehen ändert daran nichts.

In dem Jahr, in dem Ihr Arbeitgeber den versprochenen Zuschuss zahlt, erhöht die Zulage Ihr zu versteuerndes Arbeitseinkommen. Soweit das grundsätzliche Verfahren aus meiner (völlig unmaßgeblichen) Sicht: Die Details besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater. Vielleicht kann Ihnen demnächst aber auch ein kompetenter Wirtschaftsfachwirt weiterhelfen!? ;-)

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Handelsfachwirt

Hallo Herr Chromow,

Ich bin gelernter Einzelhandelskaufmann und mache den Handelsfachwirt berufsbegleitend seit September 2012.

Meine Frage ist nun, kann ich die Kosten auch dann als Werbungskosten absetzen wenn ich Meister Bafög beantragt habe und der Rest über ein KfW- Darlehen läuft?
Und für welches Jahr müsste ich es dann ansetzen, denn ich habe ja prinzipiell noch keine Ausgabe getätigt.
Das Darlehen werde ich erst bei Fälligkeit 2016, dann aber alles auf einmal, tilgen.

Und ich würde mir auch gern einen Laptop kaufen, da wir in der Akademie und auch in den Lerngruppen viel mit PDF-Dateien arbeiten und auch selbst erstellen. Kann ich diesen Laptop zu 100% absetzen?

Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen,
denn auch Stunden der Nachforschung im Internet
haben mich nicht wirklich weitergebracht...

Herzlichsten Dank für Ihre Mühe!

Christian Fligge

Antwort: Handelsfachwirt

Hallo Herr Fligge,
da es sich bei den KfW- und BaföG-Zahlungen nicht um Zuschüsse, sondern um _Darlehen_ handelt (also lediglich um Finanzierungen, die später zurückgezahlt werden), steht der steuerlichen Anerkennung von Aus-, Fort- und Weiterbildungskosten als Werbungskosten oder auch Sonderausgaben nichts im Wege.

Ausschlaggebend für das Jahr der steuerlichen Berücksichtigung ist der Zeitpunkt, zu dem die betreffende Zahlung angefallen ist. Ein Fachbuch, das Sie im November 2012 gekauft haben, gehört zum Beispiel in die Einkommensteuererklärung für das Jahr 2012.
Die Anschaffungskosten eines Laptops werden grundsätzlich auch steuerlich anerkannt - allerdings nicht gleich auf einen Schlag, sondern verteilt auf die Nutzungsdauer (Stichwort: Abschreibung:
http://www.akademie.de/wissen/abschreibung-gwg-afa/abschreibungen)

Viel Erfolg und herzliche Grüße
Robert Chromow

Handelsfachwirt

Danke für Ihre schnelle Hilfe!

C. Fligge

Finanzamt erkennt Arbeitszimmer für Weiterbildung nicht an

Hallo,

folgendes Problem :o(:

Steuerlich anerkannte, private Weiterbildung, die nicht vom Arbeitgeber verlangt oder gefördert wird.

Zwei Sachen wurden abgelehnt und der Sachbearbeiter stellt sich auch nach telefonischer Rückfrage weiterhin quer und bezieht seine Argumentation rein auf die berufliche Situation und blendet dann die Fortbildung komplett aus

Telefon- und Telekommunikationskosten

Pauschaler 20%-Ansatz wurde wie immer eingereicht. Bei einem Fernstudium sind sowohl Telefonate als auch (vor allem) Internetnutzung unabdingbar. Er argumentiert, dass mein Arbeitgeber ja nicht verlangt, dass ich selbiges haben muss, um erreichbar zu sein...WTF?

Häusliches Arbeitszimmer

Wurde mit 1100 Euro angegeben, Höchstsatz ist ja 1250 Euro...aber der Bearbeiter meint, dass mein AG mir ja ein Arbeitplatz stellt und damit würde ich meinen Anspruch sofort verlieren.

Kommt vor allem mit dem EStG §4 Abs. 5 Nr. 6b - allerdings ist das Arbeitszimmer doch als Mittelpunkt der beruflichen Weiterbildung zu sehen. Das ich jenes nicht unbegrenzt absetzen kann, ist mir schon klar.

Der Arbeitsplatz beim AG wird mir aber nicht für das Studium bereitgestellt, weil das ja ein privates Vergnügen ist. Kommilitone aus der Nachbargemeinde hat das so durchbekommen und auch im Netz liest man, dass bis 1250 Euro dies kein Problem darstellen sollte.
Hilft mir zwar bei einer Argumentation nichts, aber es ist ja scheinbar möglich.

Nur fehlen mir für beide Punkte entsprechende Argumentationen gegenüber dem Sachbearbeiter - der verweist stumpf auf das Gesetz, wo das so ja gar nicht definiert ist. Ich meine, dass er selber davon wenig Ahnung hat - hat beim Anruf (er rief mich an) ziemlich rumgedruckst und auf Nachfrage, wo das denn stehe, müsste er erstmal nachblättern...tolle Vorbereitung.

Besten Dank für etwas Hilfe.

Antwort: Finanzamt erkennt Arbeitszimmer für Weiterbildung nicht

Hallo Herr Meyer,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich, Steuerberater bin ich auch nicht - daher nur ganz allgemein:

1. Die steuerliche Anerkennung von Aus- und Weiterbildungskosten (ganz gleich, ob als Werbungskosten oder als Sonderausgabe) ist definitiv nicht davon abhängig, dass der Arbeitgeber die Qualifizierungsmaßnahme fordert oder gar fördert.

2. Wenn das Finanzamt, wie Sie schreiben, Aufwendungen für eine Weiterbildung grundsätzlich anerkennt, kann es bestimmte Kostenarten nicht einfach selektiv ablehnen - schon gar nicht mit Verweis auf die fehlende Arbeitgeberveranlassung. Das klingt in meinen Ohren nach Willkür.

3. Sie haben völlig Recht: Das in § 4 Abs. 5 Nr. 6b Satz 1 EStG formulierte Abzugsverbot für Arbeitszimmerkosten wird in Satz 2 für Fälle wie den Ihren gleich wieder kassiert:
------------ Zitat ----------------
Dies gilt nicht, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. In diesem Fall wird die Höhe der abziehbaren Aufwendungen auf 1.250 Euro begrenzt.
----------Zitat-Ende --------------
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__4.html

Bessere Argumente brauchen Sie für einen Einspruch gegen den Steuerbescheid m. E. eigentlich nicht. Trotzdem lassen Sie sich dabei am besten von einem Steuerberater unterstützen. Informationen zum Thema "Einspruch beim Finanzamt!" finden Sie in folgendem Beitrag:
http://www.akademie.de/wissen/einspruch-beim-finanzamt
Alles Gute - und lassen Sie uns wissen, was aus der Sache geworden ist!
Freundliche Grüße
Robert Chromow

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