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Gewerbeanmeldung - 10 Fragen, 10 Antworten

Wer Gewerbetreibender ist, welche Unterlagen benötigt werden und wie Sie sich anmelden

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Stand: 26. Juni 2012 (aktualisiert)

Beim Start in die Selbstständigkeit sind alle Gewerbetreibenden verpflichtet, ihr Gewerbe anzumelden. Häufig ist jedoch nicht klar, wer überhaupt Gewerbetreibender ist, was an Unterlagen benötigt wird und wie die Anmeldung im Einzelnen funktioniert. Wir klären auf.

(Dieser Beitrag liefert die wichtigen Fakten zur Gewerbeanmeldung im schnellen Überblick. Praxistipps und Erläuterungen zu diesem Thema, aber auch zur Anmeldung beim Finanzamt und zum Umsatzsteuerverfahren, finden Sie in unserem Beitrag "Gründung, Anmeldungen, Genehmigungen: Unternehmer werden ist nicht schwer!".)

1. Wer muss eine Gewerbeanmeldung durchführen?

Jeder Gründer ist zugleich "Gewerbetreibender". Wer dieser überschaubaren Definition nach Gewerbetreibender ist, muss sein Gewerbe in jedem Fall anmelden. Ausnahme: Sie sind Freiberufler oder in der Landwirtschaft selbstständig Tätiger.

Nach der Gewerbeordnung üben Sie ein Gewerbe aus, wenn Sie einer Tätigkeit "selbstständig und regelmäßig" nachgehen und wenn Sie das Gewerbe "entgeltlich" und "zum Erzielen von Gewinnen" betreiben. Dabei spielt die Rechtsform des Betriebes im Übrigen keine Rolle.

2. Wer hat mit einer Gewerbeanmeldung nichts zu tun?

Angehörige der 'Freien Berufe' müssen sich nicht anmelden. Dies sind insbesondere die so genannten "Katalogberufe": Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Künstler oder Schriftsteller. Auch medizinische Berufe, wie Physio- oder Ergotherapeuten, gelten als Freiberufler.

(Freiberufler müssen sich jedoch beim Finanzamt anmelden).

Nachweise

Die meisten freien Berufe erfordern den Nachweis von berufsqualifikatorischen, zum Teil sogar finanziellen und baulichen Voraussetzungen. Es kann sich also keiner selbst aussuchen, ob er eine selbständige Tätigkeit als Gewerbetreibender oder als Freiberufler ausüben möchte.

Nicht zum Gewerbeamt muss der Bereich der 'Urproduktion', also Selbstständige aus den Bereichen Fischerei, Bergbau sowie der Land- und Forstwirtschaft. Ebenfalls nicht anmeldepflichtig ist, wer eigenes Vermögen verwaltet, etwa indem er eigene Grundstücke oder Gebäude verpachtet oder vermietet.

3. Wann müssen Sie ein Gewerbe anmelden, was ist bei späteren Veränderungen?

Anmeldepflichtig sind Sie, sobald Sie eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen bzw. wenn Sie einen bereits bestehenden Betrieb übernehmen.

Ebenfalls meldepflichtig sind Sie, wenn die unternehmerische Tätigkeit verändert oder ausgeweitet wird. Das gleiche gilt für den Umzug in eine andere Kommune - auch das müssen Sie melden.

Außerdem muss das Gewerbeamt informiert werden, wenn Sie die Rechtsform Ihres Betriebes oder die Art der gewerblichen Tätigkeit ändern. Auskunftspflichtig sind Sie auch, wenn Sie den Betrieb einstellen oder wenn Sie einen neuen Gesellschafter aufnehmen.

4. Wie funktioniert eine Gewerbeanmeldung?

Ganz einfach: Sie melden Ihr Gewerbe beim Gewerbeamt der jeweiligen Kommune an. Im häufigsten Fall ist das Gewerbeamt Teil des Ordnungsamts ("Gewerbemeldestelle"). Die Anmeldung können Sie persönlich auf dem Amt vornehmen, gelegentlich auch schriftlich oder - in modernen Stadtverwaltungen - auch via Internet.

Wichtig ist, dass der Gewerbetreibende die Anmeldung selbst vornimmt. Bei einem Einzelunternehmen ist dies der Inhaber, bei einer Personengesellschaft der oder die geschäftsführenden Gesellschafter. Handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, ist der/die vertretungsberechtigte/n Geschäftsführer zuständig.

5. Welche Unterlagen benötigen Sie für die Anmeldung?

Sie benötigen nur Ihren Personalausweis oder Ihren Reisepass, um sich ausweisen zu können. Ist das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen (z. B. GmbH), müssen Sie den Handelsregisterauszug sowie den notariell beglaubigten Gesellschaftsvertrag vorlegen.

Ausländer

Ausländische Staatsbürger, die nicht aus EU-Ländern kommen, müssen eine Aufenthaltsgenehmigung der jeweiligen Ausländerbehörde vorlegen. Die Genehmigung muss die Erlaubnis beinhalten, dass ein Gewerbe betrieben werden darf.

6. Für welche Gewerbe sind besondere Erlaubnisse oder Zulassungen erforderlich?

In Deutschland herrscht Gewerbefreiheit, d. h. für die Ausübung der weitaus meisten Gewerbe ist keine besondere Erlaubnis erforderlich. In bestimmten Branchen ist aber eine spezielle Erlaubnis notwendig. Diese speziellen Regelungen für bestimmte Tätigkeitsfelder gehen dann zum Teil deutlich über die reine Gewerbeanmeldung hinaus.

Wird eines der sogenannten "überwachungsbedürftigen" Gewerbe angemeldet (z.B. Auskunftei, Detektei, Ehe-/Partnervermittlung, Alt- und Gebrauchtwarenhandel, Reisebüro), so verlangt das Gewerbeamt ein polizeiliches Führungszeugnis ("zur Vorlage bei Behörden") sowie einen Auszug des Gewerbezentralregisters.

Die meisten dieser zusätzlichen Anforderungen lassen sich in drei Kategorien beschreiben:

  • persönliche Zuverlässigkeit: Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, Auszug aus dem Gewerbezentralregister sowie Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts.

  • sachliche Voraussetzungen: z. B. Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (vor allem durch Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis), erforderlicher Zustand der Gewerberäume.

  • fachliche Voraussetzung: Als Nachweis hierfür dienen - je nach geforderter Qualifikation - die Teilnahme an einer Weiterbildung (häufig bei der IHK), eine Ausbildung oder ein Studium.

Die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten sind weiter unten aufgeführt, lassen sich aber auch in der Gewerbeordnung nachlesen.

7. Was ist mit der Gewerbeanmeldung im Handwerk?

In Deutschland ist nach wie vor der Betrieb eines Handwerks-Unternehmens besonders stark reglementiert: Ein Handwerksunternehmen darf nur führen, wer eine Meisterprüfung abgelegt hat. Bei einer GmbH genügt, wenn ein Meister als technischer Betriebsführer eingestellt ist (der Betriebsinhaber selbst muss also kein Meister sein!).

Ausnahmeregelungen bestehen zudem bei so genannten "Altgesellen". In jedem Fall ist eine Anmeldung bei der Handwerkskammer mit entsprechenden Nachweisen notwendig (Eintrag in die Handwerkerrolle).

In der so genannten "Anlage B" der Handwerksordnung werden die Berufe aufgelistet, die auch ohne Meisterbrief ausgeübt werden dürfen (Fliesenleger, Gebäudereiniger, Raumausstatter etc.).

Zudem gibt es die "handwerksähnlichen Berufe", für die es überhaupt keine Berufszulassungsbeschränkungen gibt (Kosmetiker, Rohr- und Kanalreiniger, Änderungsschneider u. a.). Diese handwerksähnlichen Berufe benötigen keinen Meisterbrief (kennen ihn zum Teil auch gar nicht als Abschluss einer Ausbildung).

Nachweise, Handwerkerrolle

Bei der Gewerbeanmeldung müssen entsprechende Nachweise vorgelegt werden. Diese sollten Sie vorab mit der Handwerkskammer abstimmen. In der Handwerkskammer können Sie auch die Eintragung in die Handwerkerrolle beantragen. Sie benötigen dazu:

  1. den Antrag (!) auf Eintragung in die Handwerksrolle;

  2. den Meisterbrief in beglaubigter Ablichtung oder Nachweise nach Ziffer II. B-D Handwerksordnung:

    - Nachweis (Hoch-) Schulabschluss,
    - Ausnahmebewilligung,
    - Ausübungsberechtigung des Inhabers bzw. des Betriebsleiters;

  3. eine Betriebsleiterklärung, sofern ein technischer Betriebsleiter eingestellt wurde;

  4. unter Umständen: Ein Anstellungsvertrag (in Kopie) mit dem Betriebsleiter, mit Angaben über die wöchentliche Arbeitszeit und das monatliche Entgelt;

  5. eine Bescheinigung der Krankenkasse über die Anmeldung zur gesetzlichen Sozialversicherung;

  6. unter Umständen: Handelsregisterauszug. Nur erforderlich, soweit das Einzelunternehmen (freiwillig) im Handelsregister eingetragen ist oder bei der Gründung einer juristischen Person.

8. Wie muss ich meine Tätigkeit in der Gewerbeanmeldung beschreiben?

Der Gegenstand der gewerblichen Tätigkeit ist möglichst genau zu bezeichnen. Aus Ihren Angaben sollte also hervorgehen, welche Dienstleistungen oder Waren Ihr Angebot umfasst, bspw. den "Betrieb eines Elektroinstallationsbetriebes".

Betreiben Sie Handel, sollten Sie z. B. angeben, ob es um Groß- oder Einzelhandel geht. Die Warengruppen müssen Sie zwar nicht im Detail, sehr wohl aber mit Oberbegriffen (zum Beispiel "Einzelhandel mit Textilien") angeben.

9. Was passiert sonst noch bei einer Gewerbeanmeldung?

Das Gewerbeamt informiert verschiedene Behörden über die Anmeldung, insbesondere die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder die Handwerkskammer (HWK) sowie die Krankenkasse.

Besonders wichtig ist die Meldung an das zuständige Finanzamt: Heute ist es üblich, dass man Ihnen bei der Gewerbeanmeldung bei der Gewerbemeldestelle der zuständigen Kommune direkt den Fragebogen der Finanzverwaltung aushändigt. Dies gilt, soweit Sie überhaupt noch persönlich zur Stadt-/Gemeindeverwaltung gehen und die Gewerbeanmeldung — wie häufig möglich — nicht auf dem Online-Wege vornehmen. Falls Sie also von der Stadtverwaltung den Fragebogen nicht erhalten, werden Sie ihn innerhalb weniger Tage von Ihrem zuständigen Finanzamt zugeschickt bekommen. Mit diesem umfangreichen Fragebogen „zur steuerlichen Erfassung“ teilen Sie dem Finanzamt u. a. mit, in welchem Umfang (geplanter Umsatz + Gewinn) Sie tätig werden.

Nie ohne Berater!

Füllen Sie diesen Erhebungsbogen des Finanzamtes gemeinsam mit Ihrem Existenzgründungsberater oder mit einem Steuerberater aus! Die Angaben zum künftigen Umsatz und Gewinn müssen natürlich realistisch sein, sie entscheiden aber auch über die Höhe eventueller Einkommensteuer-Vorauszahlungen — Euphorie oder Überschwang sind also nicht angebracht!

10. Was kostet das alles?

Die Bearbeitungsgebühr einer Gewerbeanmeldung ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Bei einigen ist sie kostenlos, in der Mehrheit liegt die Gebühr irgendwo zwischen 20 - 40 Euro. Gewerbeummeldungen oder Änderungen im Bestimmungszweck schlagen mit unter 20 Euro zu Buche.

Deutlich teurer sind die diversen Qualifikationen bzw. Unterweisungen und Bescheinigungen, die als Nachweise der fachlichen bzw. sachlichen Voraussetzungen und der persönlichen Zuverlässigkeit zu beschaffen sind. Je nach Tätigkeit müssen hierfür mehrere hundert Euro eingeplant werden.

Hinweise für die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten

  • Apotheke: Nach dem Gesetz über das Apothekenwesen darf nur der approbierte Apotheker mit einer besonderen Erlaubnis eine Apotheke eröffnen. Die Erlaubnis wird für ganz konkrete Geschäftsräume erteilt.

  • Arbeitnehmerüberlassung: Nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz bedarf es einer Erlaubnis des Landesarbeitsamtes, wenn ein Arbeitgeber gewerbsmäßig Dritten Leiharbeitnehmer zur Arbeitsleistung überlassen will.

  • Bauträger/Baubetreuer: Gemäß § 34 c Gewerbeordnung bedarf einer Erlaubnis, wer Bauvorhaben als Bauherr im eigenen Namen vorbereitet oder durchführt und dazu fremde Vermögenswerte verwendet (Bauträger) oder auch, wer als Baubetreuer in fremdem Namen Bauvorhaben wirtschaftlich vorbereitet oder durchführt.

  • Bewachungsgewerbe: Die gewerbsmäßige Bewachung von Leben oder Eigentum fremder Personen bedarf der Erlaubnis nach § 34 a Gewerbeordnung. Wer bestimmte Bewachungstätigkeiten ausübt, muss grundsätzlich eine anspruchsvolle Sachkundeprüfung absolvieren.

  • Einzelhandel: Die Ausübung einer Einzelhandelstätigkeit mit Hackfleisch, Arzneimitteln, Wirbeltieren, Schusswaffen und Munition ist gestattungspflichtig.

  • Finanzdienstleistungen: Wer gewerbsmäßig (oder in einem eine kaufmännische Einrichtung erfordernden Umfang) Finanzdienstleistungen sowie Finanzkommissionsgeschäfte oder Emissionsgeschäfte nach dem Kreditwesengesetz erbringen will, muss die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht haben. Sie muss vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit vorliegen. Das Betreiben der vorgenannten Geschäfte ohne Erlaubnis ist ein Straftatbestand!

  • Gaststätten/Hotels: Der Betrieb von Schankwirtschaften, Speisewirtschaften und Beherbergungsbetrieben bedarf nach dem Gaststättengesetz einer Erlaubnis, die personen-, betriebsart- und raumbezogen ist, wenn alkoholische Getränke ausgeschenkt werden. Unter den Begriff Gaststätte fallen z. B. auch Trinkhallen, Imbissstuben und Kantinen.

    Die Erlaubnis wird für den oder die Antragsteller erteilt, für die bestimmten Räume sowie für die bestimmte Betriebsart. Die Erlaubnis wird nur einer Person erteilt, die u. a. nachweist, dass sie über die Grundzüge der für den in Aussicht genommenen Betrieb notwendigen lebensmittelrechtlichen Kenntnisse unterrichtet worden ist und mit ihnen als vertraut gelten kann ("Gaststättenunterrichtung").

  • Großhandel: Die Großhandelstätigkeit ist grundsätzlich erlaubnisfrei. Ausnahmen gelten z. B. für den Handel mit Chemikalien und Sprengstoffen.

  • Güterbeförderung: Nach dem Güterkraftverkehrsgesetz bedarf die Beförderung von Gütern für Dritte mit Kraftfahrzeugen, deren zulässiges Gesamtgewicht über 3,5 t liegt, einer Erlaubnis der hierfür zuständigen Verkehrsbehörde. Für grenzüberschreitende Güterkraftverkehre mit Staaten der Europäischen Union und den zusätzlichen, nicht zur EU gehörenden Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), d. h. Norwegen, Island und Liechtenstein, wird eine so genannte Gemeinschaftslizenz (auch "EG-Lizenz" genannt) benötigt.

    Die entsprechenden Erlaubnisse im Güterkraftverkehrsgewerbe werden nur dann erteilt, wenn der Antragsteller seine fachliche Eignung durch entsprechende leitende Tätigkeit, bestimmte Abschlussprüfungen oder durch eine Fachkundeprüfung nachweist. Daneben werden seine Zuverlässigkeit und die finanzielle Leistungsfähigkeit des Betriebes überprüft.

  • Handwerk: Nach § 1 der Handwerksordnung ist die Handwerksrolleneintragung Voraussetzung für den selbständigen Betrieb eines Handwerks als stehendes Gewerbe. Für die Eintragung in die Handwerksrolle ist die Meisterprüfung oder eine Ausnahmebewilligung notwendig. Eine Eintragung in die Handwerksrolle ist nicht erforderlich, wenn es sich um einen "industriellen" Betrieb handelt. Merkmale hierfür sind z. B. ein hoher Automatisierungsgrad, Vorratsproduktion, serienmäßiges Fertigungsverfahren und überregionaler Absatz.

  • Inkasso-Unternehmen: Die gewerbsmäßige Einziehung fremder oder abgetretener Forderungen ist erlaubnispflichtig. Die Erlaubnis ist bei dem Präsidenten des örtlich zuständigen Land-/ Amtsgerichts zu beantragen. Wesentliche Voraussetzungen für ihre Erteilung sind Zuverlässigkeit und geordnete wirtschaftliche Verhältnisse sowie ein Sachkundenachweis, nämlich ausreichende theoretische Rechtskenntnisse und praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Forderungseinziehung.

  • Kreditwesen/Kapitalanlagen: Das Betreiben von Bankgeschäften ist gemäß § 1 Gesetz über das Kreditwesen erlaubnispflichtig. Zuständige Behörde ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Ebenso bedarf das Betreiben einer Kapitalanlagegesellschaft der Erlaubnis durch die Bundesanstalt.

  • Maklergewerbe: Die gewerbsmäßige Vermittlung des Abschlusses von Verträgen über Grundstücke, Wohnräume, Darlehen und Kapitalanlagen oder der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss solcher Verträge bedarf gemäß § 34 c Gewerbeordnung einer Erlaubnis. Zusätzlich ist die Makler- und Bauträgerverordnung zu beachten, die dem Gewerbetreibenden die Pflicht zu Sicherheitsleistungen und zum Abschluss von Versicherungen auferlegt.

  • Personenbeförderung: Nach dem Personenbeförderungsgesetz ist die entgeltliche oder geschäftsmäßige Beförderung von Personen mit Kraftfahrzeugen (Omnibusse, Personenkraftwagen) genehmigungspflichtig.

    Genehmigungsbehörde für den Linienverkehr sowie für den Gelegenheitsverkehr mit Omnibussen (Ausflugsfahrten, Ferienzielreisen) ist der zuständige Regierungspräsident.

    Genehmigungsbehörden für den Taxen- und Mietwagenverkehr sind die unteren Verkehrsbehörden.

    Der Unternehmer oder die zur Führung der Geschäfte bestellte Person muss die fachliche Eignung eines Taxen- und Mietwagenunternehmens nachweisen entweder:

    - durch eine Fachkundeprüfung vor der zuständigen IHK oder

    - durch eine nachweisbare, mindestens dreijährige leitende Tätigkeit in Unternehmen des Straßenpersonenverkehrs oder

    - durch eine bestandene Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf (z. B. Verkehrsfachwirt) oder eine berufliche Weiterbildung auf diesen Gebieten.

  • Reisegewerbe: Zum Vertreiben von Waren oder zum Anbieten von Dienstleistungen durch Direktvertrieb an der Haustür oder Verkaufsstände auf der Straße (Reisegewerbe) ist gemäß § 55 Gewerbeordnung der Besitz einer Reisegewerbekarte erforderlich.

    Neben der Reisegewerbekarte bedarf es einer besonderen Anzeige, wenn im Rahmen eines Wanderlagers vorübergehend Waren vertrieben werden sollen. Dies liegt vor, wenn der Verkauf außerhalb der gewerblichen Niederlassung des Gewerbetreibenden, z.B. in Räumen einer Gaststätte, in einem Kraftwagen oder auch bei so genannten Kaffeefahrten durchgeführt wird.

  • Sachverständigentätigkeit: Die Tätigkeit als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger ist gemäß § 36 Gewerbeordnung von einer entsprechenden Bestellung für ein bestimmtes Gebiet durch die zuständige Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer oder das Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Landesentwicklung abhängig. Auf die Bestellung und Vereidigung besteht kein Rechtsanspruch; sie setzt besondere Sachkunde und Vertrauenswürdigkeit voraus. (Die Tätigkeit als Sachverständiger ohne öffentliche Bestellung und Vereidigung ist erlaubnisfrei, da die Bezeichnung "Sachverständiger" nicht gesetzlich geschützt ist!)

  • Spielgeräte: Gemäß § 33 c Gewerbeordnung bedarf die Aufstellung von Spielgeräten, der Betrieb von Spielhallen sowie die gewerbsmäßige Durchführung von Spielen mit Gewinnmöglichkeiten der Erlaubnis.

  • Versteigerergewerbe: Gemäß § 34 b Gewerbeordnung ist die gewerbsmäßige Versteigerung erlaubnispflichtig. Neben § 34 b Gewerbeordnung ist die Versteigererverordnung, in der dem Versteigerer besondere Pflichten auferlegt werden, zu beachten.

  • Versicherungsberater: Wer Dritte über Versicherungen beraten will (Versicherungsberater), ohne von einem Versicherungsunternehmen wirtschaftlich oder in anderer Weise abhängig zu sein, bedarf gem. § 34 e Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

  • Versicherungsvermittler: Ein Versicherungsmakler oder -vertreter, der den Abschluss von Versicherungsverträgen vermittelt (Versicherungsvermittler), bedarf gem. § 34 d Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

    Die Regelungen seit 2007 sehen eine Erlaubnis- und Registrierungspflicht für selbständige Versicherungsvermittler und -berater vor sowie bestimmte Dokumentations- und Informationspflichten. Insbesondere ist die Zulassung an das Vorliegen einer ausreichenden Sachkunde und Vermögensschadenabsicherung für die Kunden geknüpft.

Auch wenn das Gewerbeamt bereits eine Anmeldung bestätigt hat, kann das Gewerbe noch im Nachhinein untersagt werden, wenn die persönliche Zuverlässigkeit des Gründers nicht gewährleistet ist!

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Handwerk

Hallo Nettes Team,
Darf eine Gebäudereinigerfirma einfach Malergesellen einstellen (mit Vertrag als Gebäudereiniger),
und dann einfach Maler und Lackerer Arbeiten in größeren Maßen ausführen ?
Oder sind dann Grenzen gesetzt und die dürfen dann nur kleinere Reparaturen ausführen?
oder dürfen sie dann auch ganze Zimmer renovieren einschl. sämtlicher Lackarbeiten ?
oder muß dafür extra ein selbstständiger Betriebsteil gegründet werden ?
Danke für die Antworten im Vorraus
Micha

Antwort: Handwerk

Hallo Micha,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Bei Malern und Lackierern handelt es sich um "zulassungspflichtige Handwerke" gemäß "Anlage A" der Handwerksordnung
https://www.gesetze-im-internet.de/hwo/anlage_a.html

2.
Normalerweise ist für derartige Arbeiten ein "Meisterbrief" erforderlich. Bei Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern muss ein Meister den Betrieb führen. Nur Gesellen zu beschäftigen genügt normalerweise nicht.

3.
Andererseits spricht in der Praxis vermutlich auch nichts dagegen, dass ein Gebäudereiniger kleinere Schönheitsreparaturen vornimmt.

Wie so oft sind jedoch die Grenzen fließend: Die Übernahme sämtlicher Renovierungs- und Malerarbeiten dürfte dadurch aber sicher nicht abgedeckt sein. Im Zweifel kümmert sich die örtliche Handwerkskammer im Interesse ihrer Meisterbetriebe darum, dass die Grenzen nicht allzu weit ausgedehnt werden.

Viele Grüße
Robert Chromow

Anfrage

Hallo, wir haben vor eine GbR zu gründen bestehend aus 2 Personen ( GbR Vertrag wird vom Anwalt verfasst ). Wir werden nur eine Immobilie kaufen und diese an Privatpersonen vermieten. Die Verwaltung wird über eine Immobilienverwaltung abgedeckt.Müssen wir uns hierfür beim Gewerbeamt anmelden?

Vielen Dank vorab für Ihre Antwort Lisa

Verwaltung des eigenen Vermögens ist keine gewerbliche Aktivität

Liebe Lisa,

zunächst möchte ich wie immer darauf hinweisen, dass wir keine Rechts- oder Einzelfallberatung durchführen können. Wir können nur ganz allgemeine und unverbindliche Einschätzungen zur generellen Sachlage abgeben - und das ohne Gewähr.

Die Frage, ob Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung von Immobilien gewerblich erzielt werden oder nicht, ist nicht nur für eine Gewerbeanmeldung, sondern auch für die steuerliche Behandlung wichtig. Dabei ist die Unterscheidung im Einzelfall oft recht kompliziert. Grundsätzlich aber betrachtet die Rechtsprechung meines Wissens es nicht als gewerbliches Handeln, wenn man eigenes Immobilienvermögen verpachtet oder vermietet - das ist als Verwaltung des eigenen Vermögens zunächst eine private Tätigkeit.

Anders ist das allerdings, wenn ein nach Art eines Gewerbes eingerichteter Betrieb die Immobilie betreibt - etwa um die Wohnungen Feriengästen, Bauarbeitern auf Montage oder auch für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, wobei dann flankierend weitere Leistungen erbracht werden (Betreuung, Reinigung, Marketing o. ä. m. ). In einem solchen Szenario kann es sich durchaus um gewerbliche Vermietung handeln, die dann auch angemeldet werden muss.

Kann der Anwalt, der den GbR-Vertrag aufsetzt, Ihnen nicht belastbare Auskünfte zu Ihrem Fall geben?

Freundliche Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion
Simon Hengel

gewerbeanmeldung

Hallo ich zeichne Portraits früher nur für Freunde und Verwandte aber nun bekomme ich auch von Fremden anfragen . es sind so 1bis 2 im Monat also Gewinn kann ich da nicht erzielen .muss ich dafür ein Gewerbe anmelden ?

Antwort: gewerbeanmeldung

Guten Tag,
als Gewerbe gilt jede nach außen erkennbare selbstständige Tätigkeit, die auf Dauer mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübt wird (vgl.:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gewinnerzielungsabsicht
Gewinn ist vereinfacht gesacht die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben. Wenn Sie mit Ihrer Tätigkeit, wie Sie sagen, keinen Gewinn erzielen können, dann müssen Sie auch kein Gewerbe anmelden.

Hinzu kommt, dass Porträtzeichner als Künstler und somit "Freiberufler" gelten dürften: Als Freiberufler brauchen Sie gar keinen Gewerbeschein - müssen Ihren Gewinn aber genauso wie Gewerbetreibende bei der Einkommensteuererklärung angeben (als "Einkünfte aus selbstständigen Tätigkeiten" gem. § 18 EStG
https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__18.html)

Viele Grüße
Robert Chromow

Gewerbeanmeldung

Hallo vielen vielen Dank das hat mir schon weiter geholfen . Eine Frage hätte ich da noch wie viel darf ich denn im Jahr dazu verdienen mit dem Portrait zeichnen ? Ich habe mal gelesen das man bis 3900€ im Jahr dazu verdienen darf ohne das man es beim Finanzamt angeben muss erst da drüber Stimmt das ?
Vielen Dank schon mal

Antwort: Gewerbeanmeldung

Guten Tag,
dass Sie einfach "bis 3900€ im Jahr dazu verdienen" dürfen, ohne das Finanzamt darüber zu informieren, trifft leider nicht zu.

Lektüretipp: Ausführliche Informationen über selbstständige Nebeneinkünfte finden Sie in unserem Praxisleitfaden
"Nebenberuflich selbstständig: Tipps und Informationen für Ihre Gründung im Nebenerwerb"
https://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig

Viele Grüße
Robert Chromow

Nageldesign Fahrtkosten

Hallo,

Ich habe gerade ein Gewerbe angemeldet für nageldesign. Man hat mir bei der Anmeldung geraten, dieses mobil zu machen. Ich habe ein Auto, also wäre das kein Problem. Ich würde das Gewerbe zunächst nebenberuflich betreiben, es ist ein Kleingewerbe. Dennoch möchte ich gerne optieren. Kann ich die 0,30 Euro Pro Kilometer Fahrtkosten als Betriebskosten absetzen? Und wenn ja, wäre das dann steuerpflichtig?

Vielen Dank schon jetzt für die Hilfe!

Antwort: Nageldesign Fahrtkosten

Guten Tag,
herzlichen Glückwunsch und alles Gute zur Aufnahme Ihres Gewerbes. Eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Wenn Sie einen mobilen Nageldesign-Service betreiben, dürfen Sie die entstandenen Fahrtkosten selbstverständlich als Betriebsausgaben geltend machen.

2.
Wenn Sie mit Ihrem Privat-Pkw unterwegs sind, dürfen Sie die 30-Cent-Pauschale ansetzen.

3.
Was Sie mit "Und wenn ja, wäre das dann steuerpflichtig?" meinen, habe ich leider nicht verstanden: Sofern Sie Einkünfte aus einer gewerblichen Tätigkeit haben, müssen Sie eine Einnahmenüberschussrechnung machen und den Einnahmenüberschuss (vereinfacht gesagt: Einnahmen minus Ausgaben) bei der Einkommensteuererklärung als "Einkünfte aus Gewerbebetrieb" angeben. Dieser Gewinn wird dann besteuert.

Tipp: Ausführlichere Antworten zu diesen und ähnlichen Fragen bietet unser Praxisleitfaden "Nebenberuflich selbstständig: Tipps und Informationen für Ihre Gründung im Nebenerwerb"
https://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig

Viele Grüße
Robert Chromow

Mit steuerpflichtig meinte

Mit steuerpflichtig meinte ich die Umsatzsteuer. Kann mir dazu jemand etwas sagen?

Antwort: Mit steuerpflichtig meinte

Ja: Solange Ihre Umsätze (= umsatzsteuerpflichtige Einnahmen, nicht: Gewinn!) 17.500 Euro pro Jahr nicht überschreiten, können Sie den umsatzsteuerlichen "Kleinunternehmer"-Status in Anspruch nehmen: Sie brauchen dann keine Umsatzsteuer auf Ihren Rechnungen auszuweisen, bekommen im Gegenzug aber auch keine Vorsteuer erstattet. Als Vorsteuer wird die Umsatzsteuer bezeichnet, die Sie selbst bei Ihren betrieblichen Einkäufen bezahlen).

Bitte beachten Sie: Wenn das erste Geschäftsjahr ein "Rumpfjahr" ist (weil Sie Ihre Tätigkeit nicht im Januar, sondern z. B. erst im August aufnehmen), müssen Sie Ihren Umsatz auf 12 Monate hochrechnen! Angenommen Sie starten im August 2016 und erwarten in den 5 Monaten bis Dezember 2016 10.000 Euro Umsatz: Dann ergibt sich auf 12 Monate hochgerechnet ein geschätzter Jahresumsatz von 24.000 Euro: Sie gelten dann nicht als Kleinunternehmer.

Ausführliche Informationen zur Kleinunternehmer-Regelung finden Sie in folgenden Beiträgen von akademie.de:
https://www.akademie.de/wissen/lernen-umsatzsteuer-mehrwertsteuer-vorste...
https://www.akademie.de/wissen/kleinunternehmer-preiskalkulation
https://www.akademie.de/wissen/kleinunternehmer-umsatzgrenze
https://www.akademie.de/wissen/rueckkehr-zur-kleinunternehmer-regelung

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Sponsoring von Servern erhalte dafür Provision

Hallo, Ich Habe einen Dedicated Rootserver, und überlege mir freie ressourcen anderen zur verfügung zu stellen, im gegenzug würde ich teil seiner Einnahmen, die durch diese geschaffene plattform entstehen, bekommen.

Desweieteren Habe ich weitere Rootserver die ich dann an Fremde weiter gebe, dafür erhalte ich auch hier provision.

Brauche ich dafür ein gewerbeschein ?

Wie verhält es sich hier mit meinen ausgaben bezüglich serverkosten und lizenzgebühren?

Einerseits ist das ja rein privater Natur und habe größere ausgaben als einnahmen, doch was wenn dies sich ändert und die einnahmen die ausgaben deckt ?

Was ist wenn die Überschüsse wohltätigen zwecken gespendet werden?

Gruß Piotr

Antwort: Sponsoring von Servern erhalte dafür Provision

Hallo Piotr,
ich bin weder Steuerberater noch Rechtsanwalt. Deshalb kann ich die von Ihnen beschriebene Konstruktion nicht im Detail beurteilen. Grundsätzlich gilt:

1.
Jede wirtschaftliche Tätigkeit, die dauerhaft, auf eigene Verantwortung und eigene Rechnung mit der Absicht betrieben wird, Gewinn zu erzielen gilt als Gewerbe (soweit es sich nicht um einen freien Beruf, Land- und Forstwirtschaft etc. handelt).

2.
Wer ein Gewerbe betreiben will, braucht einen Gewerbeschein.

3.
Die Gewinnerzielungs-_Absicht_ ist entscheidend: Ob tatsächlich (sofort) Gewinn erzielt wird, spielt keine Rolle. Wie der erzielte Gewinn hinterher verwendet wird, auch nicht.

4.
Dient ein Betrieb nicht der Gewinnerzielung, sondern wohltätigen oder sonstigen gemeinnützigen Zwecken, kann beim Finanzamt die Gemeinnützigkeit beantragt werden. Auf diese Weise fallen letztlich weniger oder gar keine Steuern an - unbürokratischer bzw. einfacher wird die Sache jedoch nicht. :-)

5.
Was die Trennung von privater und betrieblicher Sphäre betrifft, müssen Sie zunächst einmal entscheiden, ob private Ressourcen betrieblich genutzt werden sollen oder umgekehrt: Wenn Ihre Serverumgebung privaten Zwecken dient und nur ein Teil betrieblich genutzt wird, können die anteiligen Kosten und Gebühren als Betriebsausgaben geltend machen. Ist die Serverumgebung hingegen betrieblicher Natur, müssen Sie den privaten Nutzungsanteil im Rahmen der betrieblichen Einnahmenüberschussrechnung als Betriebseinnahme berücksichtigen.

Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Gewerbeanmeldung nötig?

Guten Tag,
ich habe vor, mir nebenberuflich über das soziale Netzwerk Instagram etwas dazuzuverdienen. Das läuft idR so ab, dass Unternehmen sich an mich wenden, damit ich für ihre Produkte werbe und dafür dann einen Anteil des Umsatzes erhalte.
Gilt diese Tätigkeit dann schon als Handelsvertreter und muss dies somit beim Gewerbeamt angemeldet werden?
Im Moment schätze ich den Gewinn auf maximal 300€ im Jahr.

Grundsätzlich ja

Wenn Du das grundsätzlich dauerhaft vorhast und damit Geld verdienen willst dann ja aber frag halt einfach nach beim Gewerbeamt

Gewerbeanmeldung für Onlinehandel

Sehr geehrter Herr Chronow,
meine Frage ist folgendes. Ich bin nicht EU-Staaten Bürger, aber bin beim Handelsregister als Geschäftsführer bestellt und fliege immer mit Geschäftsvisum, bei der Gewerbeanmeldung habe ich Probleme weil ich keine Aufenthaltserlaubnis habe und Sie benötigen von mir eine Erlaubnis um ein Gewerbeschein zu geben. Ich bin angemeldet seit 2012 in Berlin. Spielt das keine Rolle um ein Gewerbe anzumelden? Die Firma ist nicht neu, existiert schon 10 Jahre und vor dem ich Geschäftsführer bestellt bin, vorherige Geschäftsführer der auch kein Aufenthaltserlaubnis hat und auch keine EU-Staater ist, hat immer problemlos die Gewerbe an und ummeldet. Was sollen wir mach, die Gewerbe mach nur online Handel. Die Kunden bestellen online und erhalten direkt vom Herstellern und Versand auch erfolgt durch den Partner und nicht direkt von uns. Die Firma bezahlt nur für den Wareneinkauf. Die Firma muss gestoppt werden bis ich eine Aufenthaltserlaubnis erhalte, aber das ist sehr langes Prozess, kann bis zu 1 -2 Jahre dauern?

Vielen Dank im Voraus

Antwort: Gewerbeanmeldung für Onlinehandel

Guten Tag,
die Auskunft des Berliner Gewerbeamtes ist meines Wissens richtig:
Voraussetzung für die Gewerbeanmeldung durch Nicht-EU-Ausländer ist eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Weitere Informationen fnden Sie zum Beispiel auf dieser Seite:
https://www.rostock.ihk24.de/starthilfe/unternehmensgruendung/basisinfo_...
Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Imbiss Lager im eigenem Haus

Bin gerade dabei mich mit einem Imbisswagen selbständig zu machen.
Ich würde gern mein Lager das aus einem Edelstahl Kühlschrank und Edelstahl Regale bestehen wird in eine zehn qm großen Raum in meinen Haus einzurichten.
Meine Frage ist darf ich das überhaupt und muss ich den Raum komplett gefliest haben. Danke schon mal

Antwort: Imbiss Lager im eigenem Haus

Guten Tag,
wir können an dieser Stelle keine Auskünfte über die Besonderheiten bestimmter Branchen geben. Aber vielleicht hilft Ihnen die folgende Broschüre des "Bundesinstituts für Risikobewertung" über Hygieneregeln in der Gastronomie ja schon ein wenig weiter:
http://www.bfr.bund.de/cm/350/hygieneregeln-in-der-gemeinschaftsgastrono...

Viel Erfolg mit Ihrem Imbiss und freundliche Grüße
Robert Chromow

Mario

wenn ich habe eine Gewerbe Anmeldung darf ich arbeite nur fur eine Firma?
Und wie viele Zeit?

Antwort: Mario

Hallo Mario,
in Deutschland gilt die Gewerbefreiheit und die Freiheit der Berufswahl. Sie dürfen für mehrere Unternehmen gleichzeitig arbeiten. Wenn Sie (unter anderem auch) Arbeitnehmer sind, müssen Sie aber das Arbeitsgesetz beachten:
http://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/index.html
Es schreibt vor, dass Sie normalerweise höchstens 48 Stunden pro Woche arbeiten dürfen. Für Selbstständige gilt diese Arbeitsschutz-Vorschrift nicht. Mehr dazu im Kapitel "Meldepflichten" unseres Leitfadens "Nebenberuflich selbstständig"
http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig/meldepflicht...

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

An - Verkauf Grundstücke

Hallo, benötige ich rein für den An -und Verkauf von Grundstücken den 34c ?
Ich kaf ein Grundstück an udn verkaufe es gleich wieder weiter ohne Werkvetrag ohne sonstige Verträge was mit dem abu zu tun hätte. Es gehr rein um das Grundstück. Oder reicht einfach ein Gewerbe anzumelden ?

Gruß Tanja

"gewerbsmäßig" - und: Handel oder Makeln?

Guten Tag Tanja,

der entscheidende Begriff in dem von Ihnen angesprochenen § 34c Absatz 1 GewO dürfte "gewerbsmäßig" sein. Ob das in Ihrem Fall zutrifft oder nicht, das lässt sich aus der Ferne und im Rahmen eines Webforums wirklich nicht beurteilen. Dass keine Bautätigkeiten beauftragt, geplant oder vermittelt werden, hat meiner unmaßgeblichen Meinung nach grundsätzlich keine Auswirkungen auf die Einstufung als Makler - man kann ja auch rein mit Grundstücken makeln.

Wenn jemand als Makler, Bauträger oder Baubetreuer im Sinne des genannten Paragraphen tätig ist, reicht eine reine Gewerbeanmeldung nicht aus. Das ist ja gerade der Sinn der Regelung.

Andererseits besteht Makeln im Vermitteln von Geschäften, nicht im eigenen Handel mit Grundstücken. Der Grundstückshandel wiederum ist ein eintragungspflichtiges Gewerbe, wobei die Abgrenzung von der privaten Vermögensverwaltung im Einzelfall schwierig sein kann. Der BFH hat dafür die sogenannte Drei-Objekt-Grenze festgelegt: mehr als drei zeitnah (wieder-)verkaufte Objekte innerhalb einer Fünfjahresfrist begründen demnach die Einstufung der Geschäfte als Gewerbe mit der Folge der Gewerbeanzeigepflicht, Gewerbesteuerpflicht etc.

Details Ihres Falls besprechen Sie am besten mit Ihrem Rechtsanwalt, oder Sie fragen direkt beim zuständigen Gewerbeamt nach.

Beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion
Simon Hengel

Zusätzliche Tätigkeit zu

Wir sind eine Spedition, welche sich erst in diesem Jahr neu gegründet hat.
Derzeitig überlegen wir, zusätzlich zu unseren Transportdienstleistungen noch den Bereich der Personalvermittlung für den Speditonsbereich mit anzubieten.
Muss das in der bereits bestehenden Gewerbeanmeldung mit angezeigt werden?

Vorab vielen Dank für hilfreiche Antworten!!!

Unternehmensgegenstand

Guten Tag,

Ferndiagnosen sind immer etwas schwierig. :-) So ist zum Beispiel die Frage, wie genau der Unternehmensgegenstand im Handelsregister eingetragen ist? Wenn dort neben den Speditionsdienstleistungen auch eine Ergänzung wie "und damit verwandte Geschäfte und Vermittlungstätigkeiten" steht, ist die Situation ja schon wieder etwas anders - wobei sich dann die Frage anschließt, ob das Vermitteln von Personal für Frachtabfertigung, Fahrern, Leiharbeitnehmern etc. wirklich schon dem Speditionsgeschäft verwandt ist. Meiner persönlichen, allerdings ganz unmaßgeblichen Meinung nach eher nicht, schon weil die gewerbliche Arbeitsvermittlung oder auch Arbeitnehmerüberlassung ganz eigenen Vorschriften und Genehimgungspflichten unterliegt. (Schon deshalb ist eine juristische Beratung bei der Aufnahme solcher Aktivitäten meiner Ansicht nach sehr sinnvoll.)

Grundsätzlich gilt: Eine regelmäßig verfolgte Geschäftsaktivität muss auch als Unternehmensgegenstand im Handelsregister vermerkt bzw. daraus ableitbar sein.

Dazu kommt, dass im Falle einer Kapitalgesellschaft in der Regel auch der in der Satzung genannte Unternehmenszweck angepasst werden muss, wenn sich die Geschäftstätigkeit dauerhaft verändert oder erweitert wird. Das schon deshalb, um das Risiko im Fall von Konflikten im Binnenverhältnis oder bie Haftungsansprüchen gegen Geschäftsführung und Gesellschafter niedrig zu halten.

Sie sehen: Diese Frage sollten Sie durchaus mit einem Rechtsanwalt oder Steuerberater erörtern.

Viel Erfolg, egal auf welchem Geschäftsfeld, und beste Grüße
S. Hengel
Redaktion akademie.de

Fotografie

Ich fotografiere gerne in meiner Freizeit, stelle diese Bilder auch gerne mal auf Facebook aus. Bisher immer ohne was zu bekommen. Jetzt Krieg ich hin und wieder anfragen ob ich auch Bekannte von Freunden fotografieren würde. Die mir dann eine Kleinigkeit dafür geben. Ich sag mal wenn es gut läuft wären das 100 -150 Euro im Monat.
Hab aber auch viele Ausgaben mit Kamera, objektiven, Workshops, und so. Also erziele ich so schnell keinen Gewinn. Muss ich trotzdem gleich schon ein Gewerbe anmelden oder kann man da auch mal ein Jahr warten wie sich das alles so entwickelt

Brauch ich ein Gewerbeschein?

Hallo,
zur Zeit bastel ich Dinge aus alten Büchern und Verkaufe die über Mundpropakanda. Alles für ein von der Kirche getragenes Spendenkonto. Kommen im Monat aber keinesfalls mehr als 50 Euro rein und manchen Monat auch nichts. Aber auf Weihnachts-, Ostermärkten habe ich dann auch schon mal ein wenig mehr. Aber die Einnahmen gehen alle auf das genannte Spendenkonto. Ist das schon ein Mindergewerbe? Und was ist wenn nach vorraussichtlich 4 Jahren dieses Spendenkonto welches Zweckgebunden von der Kirche gefürt wird geschlossen wird. Falls dann noch Nachfrage besteht würde ich die Bücher gerne weiter basteln und verkaufen? Oder zählt es unter Künstler?
LG
Heiko

Hilfe von meinem Man

Hallo
Ich haben eine Gewerbeanmeldung für Haushaltsauflösung und Onlinehandel eingereicht,
jetzt meine Frage dazu ,darf mein man mir bei einer Haushaltsauflösung unentgeldlich helfen?
Wir arbeiten beide Hauptberuflich Vollzeit und machen das Nebengewerbe nur nebebei?
grüsse Ramona

Antwort: Hilfe von meinem Man

Hallo Ramona,
eine Rechtsberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:
Was Menschen in ihrer Freizeit unentgeltlich machen, ist ihre Sache. Probleme könnte es allerdings geben, wenn ein Arbeitsunfall geschieht: Wenn die private Unfallversicherung erfährt, dass
es sich um eine kommerzielle Haushaltsauflösung gehandelt hat, könnte sich weigern, Versicherungsleistungen zu erbringen. Das ist aber nur meine ganz persönliche Einschätzung.
Viele Grüße
Robert Chromow

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