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Gewerbeanmeldung - 10 Fragen, 10 Antworten

Wer Gewerbetreibender ist, welche Unterlagen benötigt werden und wie Sie sich anmelden

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Stand: 25. Juni 2012 (aktualisiert)

Beim Start in die Selbstständigkeit sind alle Gewerbetreibenden verpflichtet, ihr Gewerbe anzumelden. Häufig ist jedoch nicht klar, wer überhaupt Gewerbetreibender ist, was an Unterlagen benötigt wird und wie die Anmeldung im Einzelnen funktioniert. Wir klären auf.

(Dieser Beitrag liefert die wichtigen Fakten zur Gewerbeanmeldung im schnellen Überblick. Praxistipps und Erläuterungen zu diesem Thema, aber auch zur Anmeldung beim Finanzamt und zum Umsatzsteuerverfahren, finden Sie in unserem Beitrag "Gründung, Anmeldungen, Genehmigungen: Unternehmer werden ist nicht schwer!".)

1. Wer muss eine Gewerbeanmeldung durchführen?

Jeder Gründer ist zugleich "Gewerbetreibender". Wer dieser überschaubaren Definition nach Gewerbetreibender ist, muss sein Gewerbe in jedem Fall anmelden. Ausnahme: Sie sind Freiberufler oder in der Landwirtschaft selbstständig Tätiger.

Nach der Gewerbeordnung üben Sie ein Gewerbe aus, wenn Sie einer Tätigkeit "selbstständig und regelmäßig" nachgehen und wenn Sie das Gewerbe "entgeltlich" und "zum Erzielen von Gewinnen" betreiben. Dabei spielt die Rechtsform des Betriebes im Übrigen keine Rolle.

2. Wer hat mit einer Gewerbeanmeldung nichts zu tun?

Angehörige der 'Freien Berufe' müssen sich nicht anmelden. Dies sind insbesondere die so genannten "Katalogberufe": Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Künstler oder Schriftsteller. Auch medizinische Berufe, wie Physio- oder Ergotherapeuten, gelten als Freiberufler.

(Freiberufler müssen sich jedoch beim Finanzamt anmelden).

Nachweise

Die meisten freien Berufe erfordern den Nachweis von berufsqualifikatorischen, zum Teil sogar finanziellen und baulichen Voraussetzungen. Es kann sich also keiner selbst aussuchen, ob er eine selbständige Tätigkeit als Gewerbetreibender oder als Freiberufler ausüben möchte.

Nicht zum Gewerbeamt muss der Bereich der 'Urproduktion', also Selbstständige aus den Bereichen Fischerei, Bergbau sowie der Land- und Forstwirtschaft. Ebenfalls nicht anmeldepflichtig ist, wer eigenes Vermögen verwaltet, etwa indem er eigene Grundstücke oder Gebäude verpachtet oder vermietet.

3. Wann müssen Sie ein Gewerbe anmelden, was ist bei späteren Veränderungen?

Anmeldepflichtig sind Sie, sobald Sie eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen bzw. wenn Sie einen bereits bestehenden Betrieb übernehmen.

Ebenfalls meldepflichtig sind Sie, wenn die unternehmerische Tätigkeit verändert oder ausgeweitet wird. Das gleiche gilt für den Umzug in eine andere Kommune - auch das müssen Sie melden.

Außerdem muss das Gewerbeamt informiert werden, wenn Sie die Rechtsform Ihres Betriebes oder die Art der gewerblichen Tätigkeit ändern. Auskunftspflichtig sind Sie auch, wenn Sie den Betrieb einstellen oder wenn Sie einen neuen Gesellschafter aufnehmen.

4. Wie funktioniert eine Gewerbeanmeldung?

Ganz einfach: Sie melden Ihr Gewerbe beim Gewerbeamt der jeweiligen Kommune an. Im häufigsten Fall ist das Gewerbeamt Teil des Ordnungsamts ("Gewerbemeldestelle"). Die Anmeldung können Sie persönlich auf dem Amt vornehmen, gelegentlich auch schriftlich oder - in modernen Stadtverwaltungen - auch via Internet.

Wichtig ist, dass der Gewerbetreibende die Anmeldung selbst vornimmt. Bei einem Einzelunternehmen ist dies der Inhaber, bei einer Personengesellschaft der oder die geschäftsführenden Gesellschafter. Handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, ist der/die vertretungsberechtigte/n Geschäftsführer zuständig.

5. Welche Unterlagen benötigen Sie für die Anmeldung?

Sie benötigen nur Ihren Personalausweis oder Ihren Reisepass, um sich ausweisen zu können. Ist das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen (z. B. GmbH), müssen Sie den Handelsregisterauszug sowie den notariell beglaubigten Gesellschaftsvertrag vorlegen.

Ausländer

Ausländische Staatsbürger, die nicht aus EU-Ländern kommen, müssen eine Aufenthaltsgenehmigung der jeweiligen Ausländerbehörde vorlegen. Die Genehmigung muss die Erlaubnis beinhalten, dass ein Gewerbe betrieben werden darf.

6. Für welche Gewerbe sind besondere Erlaubnisse oder Zulassungen erforderlich?

In Deutschland herrscht Gewerbefreiheit, d. h. für die Ausübung der weitaus meisten Gewerbe ist keine besondere Erlaubnis erforderlich. In bestimmten Branchen ist aber eine spezielle Erlaubnis notwendig. Diese speziellen Regelungen für bestimmte Tätigkeitsfelder gehen dann zum Teil deutlich über die reine Gewerbeanmeldung hinaus.

Wird eines der sogenannten "überwachungsbedürftigen" Gewerbe angemeldet (z.B. Auskunftei, Detektei, Ehe-/Partnervermittlung, Alt- und Gebrauchtwarenhandel, Reisebüro), so verlangt das Gewerbeamt ein polizeiliches Führungszeugnis ("zur Vorlage bei Behörden") sowie einen Auszug des Gewerbezentralregisters.

Die meisten dieser zusätzlichen Anforderungen lassen sich in drei Kategorien beschreiben:

  • persönliche Zuverlässigkeit: Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, Auszug aus dem Gewerbezentralregister sowie Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts.

  • sachliche Voraussetzungen: z. B. Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (vor allem durch Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis), erforderlicher Zustand der Gewerberäume.

  • fachliche Voraussetzung: Als Nachweis hierfür dienen - je nach geforderter Qualifikation - die Teilnahme an einer Weiterbildung (häufig bei der IHK), eine Ausbildung oder ein Studium.

Die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten sind weiter unten aufgeführt, lassen sich aber auch in der Gewerbeordnung nachlesen.

7. Was ist mit der Gewerbeanmeldung im Handwerk?

In Deutschland ist nach wie vor der Betrieb eines Handwerks-Unternehmens besonders stark reglementiert: Ein Handwerksunternehmen darf nur führen, wer eine Meisterprüfung abgelegt hat. Bei einer GmbH genügt, wenn ein Meister als technischer Betriebsführer eingestellt ist (der Betriebsinhaber selbst muss also kein Meister sein!).

Ausnahmeregelungen bestehen zudem bei so genannten "Altgesellen". In jedem Fall ist eine Anmeldung bei der Handwerkskammer mit entsprechenden Nachweisen notwendig (Eintrag in die Handwerkerrolle).

In der so genannten "Anlage B" der Handwerksordnung werden die Berufe aufgelistet, die auch ohne Meisterbrief ausgeübt werden dürfen (Fliesenleger, Gebäudereiniger, Raumausstatter etc.).

Zudem gibt es die "handwerksähnlichen Berufe", für die es überhaupt keine Berufszulassungsbeschränkungen gibt (Kosmetiker, Rohr- und Kanalreiniger, Änderungsschneider u. a.). Diese handwerksähnlichen Berufe benötigen keinen Meisterbrief (kennen ihn zum Teil auch gar nicht als Abschluss einer Ausbildung).

Nachweise, Handwerkerrolle

Bei der Gewerbeanmeldung müssen entsprechende Nachweise vorgelegt werden. Diese sollten Sie vorab mit der Handwerkskammer abstimmen. In der Handwerkskammer können Sie auch die Eintragung in die Handwerkerrolle beantragen. Sie benötigen dazu:

  1. den Antrag (!) auf Eintragung in die Handwerksrolle;

  2. den Meisterbrief in beglaubigter Ablichtung oder Nachweise nach Ziffer II. B-D Handwerksordnung:

    - Nachweis (Hoch-) Schulabschluss,
    - Ausnahmebewilligung,
    - Ausübungsberechtigung des Inhabers bzw. des Betriebsleiters;

  3. eine Betriebsleiterklärung, sofern ein technischer Betriebsleiter eingestellt wurde;

  4. unter Umständen: Ein Anstellungsvertrag (in Kopie) mit dem Betriebsleiter, mit Angaben über die wöchentliche Arbeitszeit und das monatliche Entgelt;

  5. eine Bescheinigung der Krankenkasse über die Anmeldung zur gesetzlichen Sozialversicherung;

  6. unter Umständen: Handelsregisterauszug. Nur erforderlich, soweit das Einzelunternehmen (freiwillig) im Handelsregister eingetragen ist oder bei der Gründung einer juristischen Person.

8. Wie muss ich meine Tätigkeit in der Gewerbeanmeldung beschreiben?

Der Gegenstand der gewerblichen Tätigkeit ist möglichst genau zu bezeichnen. Aus Ihren Angaben sollte also hervorgehen, welche Dienstleistungen oder Waren Ihr Angebot umfasst, bspw. den "Betrieb eines Elektroinstallationsbetriebes".

Betreiben Sie Handel, sollten Sie z. B. angeben, ob es um Groß- oder Einzelhandel geht. Die Warengruppen müssen Sie zwar nicht im Detail, sehr wohl aber mit Oberbegriffen (zum Beispiel "Einzelhandel mit Textilien") angeben.

9. Was passiert sonst noch bei einer Gewerbeanmeldung?

Das Gewerbeamt informiert verschiedene Behörden über die Anmeldung, insbesondere die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder die Handwerkskammer (HWK) sowie die Krankenkasse.

Besonders wichtig ist die Meldung an das zuständige Finanzamt: Heute ist es üblich, dass man Ihnen bei der Gewerbeanmeldung bei der Gewerbemeldestelle der zuständigen Kommune direkt den Fragebogen der Finanzverwaltung aushändigt. Dies gilt, soweit Sie überhaupt noch persönlich zur Stadt-/Gemeindeverwaltung gehen und die Gewerbeanmeldung — wie häufig möglich — nicht auf dem Online-Wege vornehmen. Falls Sie also von der Stadtverwaltung den Fragebogen nicht erhalten, werden Sie ihn innerhalb weniger Tage von Ihrem zuständigen Finanzamt zugeschickt bekommen. Mit diesem umfangreichen Fragebogen „zur steuerlichen Erfassung“ teilen Sie dem Finanzamt u. a. mit, in welchem Umfang (geplanter Umsatz + Gewinn) Sie tätig werden.

Nie ohne Berater!

Füllen Sie diesen Erhebungsbogen des Finanzamtes gemeinsam mit Ihrem Existenzgründungsberater oder mit einem Steuerberater aus! Die Angaben zum künftigen Umsatz und Gewinn müssen natürlich realistisch sein, sie entscheiden aber auch über die Höhe eventueller Einkommensteuer-Vorauszahlungen — Euphorie oder Überschwang sind also nicht angebracht!

10. Was kostet das alles?

Die Bearbeitungsgebühr einer Gewerbeanmeldung ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Bei einigen ist sie kostenlos, in der Mehrheit liegt die Gebühr irgendwo zwischen 20 - 40 Euro. Gewerbeummeldungen oder Änderungen im Bestimmungszweck schlagen mit unter 20 Euro zu Buche.

Deutlich teurer sind die diversen Qualifikationen bzw. Unterweisungen und Bescheinigungen, die als Nachweise der fachlichen bzw. sachlichen Voraussetzungen und der persönlichen Zuverlässigkeit zu beschaffen sind. Je nach Tätigkeit müssen hierfür mehrere hundert Euro eingeplant werden.

Hinweise für die wichtigsten genehmigungspflichtigen Tätigkeiten

  • Apotheke: Nach dem Gesetz über das Apothekenwesen darf nur der approbierte Apotheker mit einer besonderen Erlaubnis eine Apotheke eröffnen. Die Erlaubnis wird für ganz konkrete Geschäftsräume erteilt.

  • Arbeitnehmerüberlassung: Nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz bedarf es einer Erlaubnis des Landesarbeitsamtes, wenn ein Arbeitgeber gewerbsmäßig Dritten Leiharbeitnehmer zur Arbeitsleistung überlassen will.

  • Bauträger/Baubetreuer: Gemäß § 34 c Gewerbeordnung bedarf einer Erlaubnis, wer Bauvorhaben als Bauherr im eigenen Namen vorbereitet oder durchführt und dazu fremde Vermögenswerte verwendet (Bauträger) oder auch, wer als Baubetreuer in fremdem Namen Bauvorhaben wirtschaftlich vorbereitet oder durchführt.

  • Bewachungsgewerbe: Die gewerbsmäßige Bewachung von Leben oder Eigentum fremder Personen bedarf der Erlaubnis nach § 34 a Gewerbeordnung. Wer bestimmte Bewachungstätigkeiten ausübt, muss grundsätzlich eine anspruchsvolle Sachkundeprüfung absolvieren.

  • Einzelhandel: Die Ausübung einer Einzelhandelstätigkeit mit Hackfleisch, Arzneimitteln, Wirbeltieren, Schusswaffen und Munition ist gestattungspflichtig.

  • Finanzdienstleistungen: Wer gewerbsmäßig (oder in einem eine kaufmännische Einrichtung erfordernden Umfang) Finanzdienstleistungen sowie Finanzkommissionsgeschäfte oder Emissionsgeschäfte nach dem Kreditwesengesetz erbringen will, muss die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht haben. Sie muss vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit vorliegen. Das Betreiben der vorgenannten Geschäfte ohne Erlaubnis ist ein Straftatbestand!

  • Gaststätten/Hotels: Der Betrieb von Schankwirtschaften, Speisewirtschaften und Beherbergungsbetrieben bedarf nach dem Gaststättengesetz einer Erlaubnis, die personen-, betriebsart- und raumbezogen ist, wenn alkoholische Getränke ausgeschenkt werden. Unter den Begriff Gaststätte fallen z. B. auch Trinkhallen, Imbissstuben und Kantinen.

    Die Erlaubnis wird für den oder die Antragsteller erteilt, für die bestimmten Räume sowie für die bestimmte Betriebsart. Die Erlaubnis wird nur einer Person erteilt, die u. a. nachweist, dass sie über die Grundzüge der für den in Aussicht genommenen Betrieb notwendigen lebensmittelrechtlichen Kenntnisse unterrichtet worden ist und mit ihnen als vertraut gelten kann ("Gaststättenunterrichtung").

  • Großhandel: Die Großhandelstätigkeit ist grundsätzlich erlaubnisfrei. Ausnahmen gelten z. B. für den Handel mit Chemikalien und Sprengstoffen.

  • Güterbeförderung: Nach dem Güterkraftverkehrsgesetz bedarf die Beförderung von Gütern für Dritte mit Kraftfahrzeugen, deren zulässiges Gesamtgewicht über 3,5 t liegt, einer Erlaubnis der hierfür zuständigen Verkehrsbehörde. Für grenzüberschreitende Güterkraftverkehre mit Staaten der Europäischen Union und den zusätzlichen, nicht zur EU gehörenden Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), d. h. Norwegen, Island und Liechtenstein, wird eine so genannte Gemeinschaftslizenz (auch "EG-Lizenz" genannt) benötigt.

    Die entsprechenden Erlaubnisse im Güterkraftverkehrsgewerbe werden nur dann erteilt, wenn der Antragsteller seine fachliche Eignung durch entsprechende leitende Tätigkeit, bestimmte Abschlussprüfungen oder durch eine Fachkundeprüfung nachweist. Daneben werden seine Zuverlässigkeit und die finanzielle Leistungsfähigkeit des Betriebes überprüft.

  • Handwerk: Nach § 1 der Handwerksordnung ist die Handwerksrolleneintragung Voraussetzung für den selbständigen Betrieb eines Handwerks als stehendes Gewerbe. Für die Eintragung in die Handwerksrolle ist die Meisterprüfung oder eine Ausnahmebewilligung notwendig. Eine Eintragung in die Handwerksrolle ist nicht erforderlich, wenn es sich um einen "industriellen" Betrieb handelt. Merkmale hierfür sind z. B. ein hoher Automatisierungsgrad, Vorratsproduktion, serienmäßiges Fertigungsverfahren und überregionaler Absatz.

  • Inkasso-Unternehmen: Die gewerbsmäßige Einziehung fremder oder abgetretener Forderungen ist erlaubnispflichtig. Die Erlaubnis ist bei dem Präsidenten des örtlich zuständigen Land-/ Amtsgerichts zu beantragen. Wesentliche Voraussetzungen für ihre Erteilung sind Zuverlässigkeit und geordnete wirtschaftliche Verhältnisse sowie ein Sachkundenachweis, nämlich ausreichende theoretische Rechtskenntnisse und praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Forderungseinziehung.

  • Kreditwesen/Kapitalanlagen: Das Betreiben von Bankgeschäften ist gemäß § 1 Gesetz über das Kreditwesen erlaubnispflichtig. Zuständige Behörde ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Ebenso bedarf das Betreiben einer Kapitalanlagegesellschaft der Erlaubnis durch die Bundesanstalt.

  • Maklergewerbe: Die gewerbsmäßige Vermittlung des Abschlusses von Verträgen über Grundstücke, Wohnräume, Darlehen und Kapitalanlagen oder der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss solcher Verträge bedarf gemäß § 34 c Gewerbeordnung einer Erlaubnis. Zusätzlich ist die Makler- und Bauträgerverordnung zu beachten, die dem Gewerbetreibenden die Pflicht zu Sicherheitsleistungen und zum Abschluss von Versicherungen auferlegt.

  • Personenbeförderung: Nach dem Personenbeförderungsgesetz ist die entgeltliche oder geschäftsmäßige Beförderung von Personen mit Kraftfahrzeugen (Omnibusse, Personenkraftwagen) genehmigungspflichtig.

    Genehmigungsbehörde für den Linienverkehr sowie für den Gelegenheitsverkehr mit Omnibussen (Ausflugsfahrten, Ferienzielreisen) ist der zuständige Regierungspräsident.

    Genehmigungsbehörden für den Taxen- und Mietwagenverkehr sind die unteren Verkehrsbehörden.

    Der Unternehmer oder die zur Führung der Geschäfte bestellte Person muss die fachliche Eignung eines Taxen- und Mietwagenunternehmens nachweisen entweder:

    - durch eine Fachkundeprüfung vor der zuständigen IHK oder

    - durch eine nachweisbare, mindestens dreijährige leitende Tätigkeit in Unternehmen des Straßenpersonenverkehrs oder

    - durch eine bestandene Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf (z. B. Verkehrsfachwirt) oder eine berufliche Weiterbildung auf diesen Gebieten.

  • Reisegewerbe: Zum Vertreiben von Waren oder zum Anbieten von Dienstleistungen durch Direktvertrieb an der Haustür oder Verkaufsstände auf der Straße (Reisegewerbe) ist gemäß § 55 Gewerbeordnung der Besitz einer Reisegewerbekarte erforderlich.

    Neben der Reisegewerbekarte bedarf es einer besonderen Anzeige, wenn im Rahmen eines Wanderlagers vorübergehend Waren vertrieben werden sollen. Dies liegt vor, wenn der Verkauf außerhalb der gewerblichen Niederlassung des Gewerbetreibenden, z.B. in Räumen einer Gaststätte, in einem Kraftwagen oder auch bei so genannten Kaffeefahrten durchgeführt wird.

  • Sachverständigentätigkeit: Die Tätigkeit als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger ist gemäß § 36 Gewerbeordnung von einer entsprechenden Bestellung für ein bestimmtes Gebiet durch die zuständige Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer oder das Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Landesentwicklung abhängig. Auf die Bestellung und Vereidigung besteht kein Rechtsanspruch; sie setzt besondere Sachkunde und Vertrauenswürdigkeit voraus. (Die Tätigkeit als Sachverständiger ohne öffentliche Bestellung und Vereidigung ist erlaubnisfrei, da die Bezeichnung "Sachverständiger" nicht gesetzlich geschützt ist!)

  • Spielgeräte: Gemäß § 33 c Gewerbeordnung bedarf die Aufstellung von Spielgeräten, der Betrieb von Spielhallen sowie die gewerbsmäßige Durchführung von Spielen mit Gewinnmöglichkeiten der Erlaubnis.

  • Versteigerergewerbe: Gemäß § 34 b Gewerbeordnung ist die gewerbsmäßige Versteigerung erlaubnispflichtig. Neben § 34 b Gewerbeordnung ist die Versteigererverordnung, in der dem Versteigerer besondere Pflichten auferlegt werden, zu beachten.

  • Versicherungsberater: Wer Dritte über Versicherungen beraten will (Versicherungsberater), ohne von einem Versicherungsunternehmen wirtschaftlich oder in anderer Weise abhängig zu sein, bedarf gem. § 34 e Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

  • Versicherungsvermittler: Ein Versicherungsmakler oder -vertreter, der den Abschluss von Versicherungsverträgen vermittelt (Versicherungsvermittler), bedarf gem. § 34 d Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO) der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

    Die Regelungen seit 2007 sehen eine Erlaubnis- und Registrierungspflicht für selbständige Versicherungsvermittler und -berater vor sowie bestimmte Dokumentations- und Informationspflichten. Insbesondere ist die Zulassung an das Vorliegen einer ausreichenden Sachkunde und Vermögensschadenabsicherung für die Kunden geknüpft.

Auch wenn das Gewerbeamt bereits eine Anmeldung bestätigt hat, kann das Gewerbe noch im Nachhinein untersagt werden, wenn die persönliche Zuverlässigkeit des Gründers nicht gewährleistet ist!

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Angabe von Geschäftsadresse und Privatadresse

Guten Tag,

ich habe vor meinen Gewerbeschein zu beantragen und möchte mich als Kleinunternehmer anmelden.

Allerdings werde ich zwei Adressen besitzen. Einmal meine Privatanschrift an Ort X und einmal meine repräsentative Geschäftsadresse an Ort Y. Nun habe ich die Frage, welche Adresse ich bei der Anmeldung angebe.

Bei meiner Gewerbeanmeldung werden folgende Daten abgefragt:
- Betriebsstätte
- Hauptniederlassung (falls Betriebsstätte lediglich Zweigstelle ist)

Kommt nun meine Geschäftsadresse unter "Betriebsstätte", und meine Privatanschrift unter "Hauptniederlassung"? Wohin kommt dann die Post? Zur Hauptniederlassung (was ich hoffe) oder zur Betriebsstätte? Ich selbst arbeite von Zuhause aus, allerdings repräsentiert sich mein Einzelunternehmen durch die Geschäftsadresse und Ort (Stichwort: Coworking). Auch mein Online-Auftritt soll durch die Geschäftsadresse vertreten sein (Stichwort: Impressum). Die Geschäftsadresse kann als Niederlassung benutzt werden und ist selbstverständlich Zustellungsbevollmächtigt.

Eine weitere Frage:
Welche Adresse gebe ich dann beim Finanzamt an? Meine Privat- oder meine Geschäftsadresse?

Wie gesagt handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Wohnorte.

Antwort: Angabe von Geschäftsadresse und Privatadresse

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Die Gewerbeanmeldung unterscheidet auf Seite 1 zwischen...

* "Angaben zur Person" (dort tragen Sie Ihre Privatanschrift ein) und
* "Angaben zum Betrieb" (dort tragen Sie Ihre Geschäftsadresse ein).

2.
Ihre Privatanschrift hat mit der "Betriebsstätte" und/oder "Hauptniederlassung" nichts zu tun.

3.
Dass Sie in Ihrer Privatwohnung gelegentlich geschäftliche Aufgaben erledigen, spielt grundsätzlich keine Rolle.

4.
Es sei denn, Sie legen Wert darauf, dass Ihre Geschäftsadresse die "Hauptniederlassung" ist und die Privatwohnung zusätzlich als "Betriebsstätte" dienen soll.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Meisterbrief

Sehr geehrte Akademie Redaktion,

vielen Dank vorab für das hier gestellte Informationsmaterial, super informativ.

eine Frage bzgl. des erforderlichen Meisterbriefes hätte ich - Muss dieser dann in der Handwerks Richtung ausgelegt und abgelegt sein oder reicht der Abschluss **Meister allgemein? Als Beispiel, ich habe einen Logistik Meister Brief und möchte ein Bastel/Kunst Handwerk auf Kleingewerbe betreiben (Prototypenbau bzw Kleinserien, Tshirts, bedruckte Artikel), sowie die Erstellung von Websiten.

Eine weitere Frage, bei der Anmeldung eines Kleingewerbes, muss ja eine Tätigkeit angegeben werden. Was passiert, wenn man sein Angebotsumfang später erweitert, muss bzw. kann dieses nachgetragen werden? Oder gibt es Ideam Muster Sätze, die ein breites Spektrum im Tätigkeitenfeld erlauben?

Vielen Dank im Voraus.

Antwort: Meisterbrief

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Vorweg: eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Ja, der Meisterbrief muss zum ausgeübten Handwerk passen. Die Vorstellung, dass ein Konditormeister Elektroinstallationen erledigt, wirkt wenig vertrauenerweckend. :-)

2.
Andererseits brauchen Sie für Bastelarbeiten oder das Bedrucken von T-Shirts m. E. nicht unbedingt einen Meisterbrief.

3.
Am besten fragen Sie bei einer fachkundigen Stelle nach. Gute Anlaufstellen für unabhängige Informationen sind:

* der Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (BuH e.V.)
http://www.buhev.de/
und
* der Interessenverband freier und unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (IFHandwerk e.V.)
http://www.if-handwerk.de/

4.
Ihr Geschäftsfeld sollten Sie von vornherein so weit wie möglich fassen. Nachträglich Änderungen oder Ergänzungen des Gewerbescheins sind aber möglich.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Frage wegen Kleingewerbegründung

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe voe ein Kleingewerbe zu gründen. Die Art der Arbeit umfasst das Herstellen von Edelstahlschmuck. D.h ich beziehe Edelstahlringe von einem Großhändler, füge diese zusammen ( aufbiegen der Ringe undzusammenfügen und danach wieder zubiegen) und so entsteht daraus eine Kette die ich dann verkaufen möchte. Ich denke, das es im Jahr nicht mehr als wenn überhaupt zwischen 20 und 24 Ketten sein werden.

Nun meine Fragen:

1.Muss ich dafür ein Gewerbe anmelden ?
2.Muss ich dies bei der Handwerkskammer bzw. IHK anmelden ? Überwachungsbedürftiges Gewerbe?
3. Ist mal als Kleingewerbe von der UNternehmenssteuer befreit?

Vielen Dank schonmal im Vorraus

Mit freundlichen Grüßen
G.

Antwort: Frage wegen Kleingewerbegründung

Guten Tag, Herr / Frau G.,
eine rechtliche und steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Grundsätzlich ja. Zu Ihrer Frage heißt es weiter oben im Text:
------------ Zitat ----------------
Nach der Gewerbeordnung üben Sie ein Gewerbe aus, wenn Sie einer Tätigkeit "selbstständig und regelmäßig" nachgehen und wenn Sie das Gewerbe "entgeltlich" und "zum Erzielen von Gewinnen" betreiben. Dabei spielt die Rechtsform des Betriebes im Übrigen keine Rolle.
----------Zitat-Ende --------------
... und die Höhe des tatsächlich erzielten Umsatzes auch nicht.

2.
Sie brauchen sich weder bei der IHK noch bei der Handwerkskammer zu melden: Nach Ihrer Gewerbeanmeldung beim Ordnungs- oder Gewerbeamt Ihrer Gemeinde erfolgt die Meldung bei der passenden Kammer automatisch. Vermutlich werden Sie Mitglied der Handwerkskammer. Ihr Betrieb könnte als eine Art Goldschmiede eingestuft werden. Zulassungspflichtig ist dieses Handwerk nicht mehr.

3.
"Die" Unternehmenssteuer gibt es nicht. Grundsätzlich können drei Steuerarten auf Sie zukommen:
* Umsatzsteuer: davon können Sie - grob gesagt - befreit werden, solange Ihr Jahresumsatz 17.500 Euro nicht überschreitet.
* Gewerbesteuer: fällt erst an, sobald der Gewinn - grob gesagt - 24.500 Euro übersteigt.
* Einkommensteuer: "Einkünfte aus Gewerbebetrieb" erhöhen Ihr sonstige Einkommen, auf das Sie Einkommensteuer zahlen.

Einen Grundlagenbeitrag zu den verschiedenen Steuerarten mit Hinweisen auf weiterführende Informationen finden Sie auf folgender Seite von akademie.de:
https://www.akademie.de/wissen/uebersicht-unternehmenssteuern/betrieblic...

Ausführliche Informationen zum Thema nebenberufliche Selbstständigkeit bietet unser Praxisleitfaden
"Nebenberuflich selbstständig: Tipps und Informationen für Ihre Gründung im Nebenerwerb"
https://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank für die schnelle

Vielen Dank für die schnelle Antwort, nur noch eine kurze Frage, ist die Mitgliedschaft in der handwerkskammer umsonst ?

Antwort: Vielen Dank für die schnelle

Guten Tag,
danke für die freundliche Rückmeldung:

Nein, die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer ist noarmalerweise _nicht_ kostenlos. Für Gründer und Betriebe mit sehr geringen Gewinnen gibt es aber Ausnahmen. Ausführlichere Informationen finden Sie im Beitrag "Zwangsmitgliedschaft in IHK und Handwerkskammer: Wer muss mit welchen Beiträgen rechnen?"
https://www.akademie.de/wissen/ihk-hwk-beitraege

Viele Grüße
Robert Chromow

Gewerbeanmeldung

Guten Tag,
ich bin gewerblich angemeldet in einem Ort wo ich auch wohne und zwischen zeit arbeite in andere Ort,25 Km weit weg.Seit drei Jahre nur hier arbeite ich, aber angemeldet hier bin ich nicht.Und nicht abgemeldet von Ort wo ich noch wohne.Also meine Gewerbe geht noch auf mein HEIMAT Ort, sozusagen.
Was soll ich machen.Gestern hab gehört, dass ich muss mich anmelden wo ich meine Tätigkeit bin.Und abmelden wo ich wohne noch...???
Vielen Dank im Voraus

Liliana

Antwort: Gewerbeanmeldung

Guten Tag, Liliana,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Grundsätzlich stimmt es: Das Gewerbe muss dort angemeldet sein, wo der Sitz der "Betriebsstätte" ist. Die betreffende Gemeinde hat Anspruch auf Ihre Gewerbesteuer. Am besten melden Sie Ihr Gewerbe bei nächster Gelegenheit um.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Kai

Hallo,

ich möchte nebenberuflich im Online Marketing (eigene Affiliate-Websites und Beratungen) ein paar Euro dazuverdienen. Ich denke hierfür ist eine Gewerbeanmeldung notwendig, oder?

Ich habe zudem in der Gewerbeanmeldung gesehen, dass ich eine Betriebsstätte angeben muss. Da ich per Laptop praktisch überall arbeiten kann, stellt sich mir die Frage: Muss ich überhaupt eine Betriebsstätte angeben bzw. kann ich meine Mietwohnung angeben?

Ganz vielen Dank schon mal und viele Grüße

Kai

Antwort: Kai

Hi, Kai,
eine rechtliche und steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Ja, grundsätzlich handelt es sich beim Affiliate-Marketing um eine gewerbliche Tätigkeit. Beratungen können auch freiberuflich erbracht werden. Bei Kombination von beidem ist in der Regel ein Gewerbeschein erforderlich.

2.
Angemeldet werden muss ein Gewerbe aber erst, wenn es auf Dauer angelegt ist. Oder wie es oben im Text heißt, wenn die Tätigkeit regelmäßig ausgeübt wird mit dem Ziel, Gewinne zu erzielen.

3.
Betriebsstätte kann durchaus die Wohnung sein.

Viel Erfolg und schöne Grüße
Robert Chromow

freiberuflerin

guten tag, ich arbeite als wellnessmasseurin und hypnose coach. damals wußte ich nicht,dass ich garkein gewerbe führe,da die dame vom amt mich mit gebühr anmeldete. wahrscheinlich geldmacherei.
ist es jetzt pflicht meine
(gewerbe)ummeldung zu machen?
vg daniela holz

Antwort: freiberuflerin

Guten Tag, Frau Holz,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Was Sie mit Ummeldung meinen, habe ich nicht verstanden.

Ganz allgemein stellt sich die Sache aus meiner Sicht ansonsten so dar: Wenn eine Selbstständige versehentlich ein Gewerbe anmeldet, obwohl sie in Wirklichkeit Freiberuflerin ist, dann darf sie ihr Gewerbe wieder abmelden und als Freiberuflerin arbeiten.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

danke

danke

Verkaufsstand

hallo ich mochte für meine frau einen verkaufsstand 2 meter lang und 1 meter breit vor unsere haustür kaufen vo sie obst trauben wassermelonen oliven eingelegte kässe und andipasto sandwich und getränge wein und waaser an laufkunschaft die in die weinberge die aussicht genissen möchten verkaufen .welches amt und wie teuer

Antwort: Verkaufsstand

Guten Tag,
für Gewerbeanmeldungen ist das Ordnungs- oder Gewerbeamt Ihrer Gemeinde zuständig. Zu den Kosten heißt es weiter oben im Text:

------------ Zitat ----------------
Die Bearbeitungsgebühr einer Gewerbeanmeldung ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Bei einigen ist sie kostenlos, in der Mehrheit liegt die Gebühr irgendwo zwischen 20 - 40 Euro. Gewerbeummeldungen oder Änderungen im Bestimmungszweck schlagen mit unter 20 Euro zu Buche.
----------Zitat-Ende --------------

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Network Marketing

Hallo. ich bin Ausländer, komme aus dem Iran. bin als Student im Deutschland und möchte bei einem Networkunternehmen arbeiten. meine tätigkeit wäre verkaufen, und Arbeitsplätze anbieten. ich weiß aber nicht ob ich als ausländischer Student eine Gewerbe anmelden darf oder nein, und zu welcher gruppe meine Tätigkeit gehört.

vielen Dank
MfG

Antwort: Network Marketing

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Grundsätzlich dürfen sich auch Nicht-EU-Ausländer in Deutschland selbstständig machen.

2.
Unter welchen Voraussetzungen Sie sich als Nicht-EU-Ausländer in Deutschland selbstständig machen dürfen, hängt von Ihrem "Aufenthaltstitel" bzw. "Aufenthaltsstatus" ab. Davon gibt es sehr viele verschiedene.

3.
Ausführlichere Informationen für gründungswillige ausländische Studierende und Doktoranden aus Nicht-EU-Ländern bietet die "IQ-Fachstelle Migrantenökonomie"
http://www.wir-gruenden-in-deutschland.de/auslaendische-studierende-dokt...

4.
Hilfreich könnte auch folgende Infobroschüre des Bundeswirtschaftsministeriums sein:
"GründerZeiten 10: Existenzgründungen durch Migrantinnen und Migranten"
https://www.existenzgruender.de/SharedDocs/Downloads/DE/GruenderZeiten/G...
Darin finden Sie auch eine Auswahl spezieller Beratungseinrichtungen in den einzelnen Bundesländern.

5.
Sie können aber auch bei der Studierendenberatung Ihrer Hochschule, der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ihrer Stadt oder direkt bei der Ausländerbehörde nachfragen.

Viel Erfolg - und lassen Sie sich beim Network-Marketing nicht über den Tisch ziehen!

Viele Grüße
Robert Chromow

gewerbe hausmeister-service und raumausstatter

hallo, ich habe einen angemeldeten hausmeister-Service und möchte Raufaser tapezier-und streicharbeiten ausführen. reicht mein Gewerbe oder muss ich noch raumausstattergewerbe anmelden?

Antwort: gewerbe hausmeister-service und raumausstatter

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Tapezieren mit Raufasertapete und anschließendes Überstreichen mit Bindefarbe erfordert keine handwerkliche Schulung, sondern kann auch von einem nicht handwerklich ausgebildeten Heimwerker ausgeführt werden.

2.
Ein Meisterbrief ist daher nach Auffassung vieler Gerichte für solche Tätigkeiten nicht erforderlich.

3.
Dass solche Tätigkeiten im Rahmen eines Hausmeister-Services erforderlich sind, ist durchaus möglich und plausibel.

4.
Solange das Tapezieren und Streichen nicht zum Hauptgeschäft wird, sehe ich insofern keine Notwendigkeit, den bestehenden Gewerbeschein ändern zu lassen oder gar ein zweites Gewerbe anzumelden.

Aber wie gesagt: Das ist nur meine ganz persönliche und völlig unmaßgebliche Meinung.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Mobile Katzenbetreuung gewerberechtlich anzeigepflichtig?

Seit 3 Jahren betreibe ich eine mobile Katzenbetreuung, d.h. ich versorge im Haushalt des Katzenhalters dessen Katze(n) während dieser z.B. im Urlaub ist. Den Haushalt des Katzenhalters fahre ich dann während dieser Zeit einmal tgl. an. Das Gewerbe ist angemeldet. Steuerlich betrachtet handelt es sich um Liebhaberei, das Finanzamt erkennt nun nach drei Jahren die gewerbliche Tätigkeit ab, Steuererstattungen sind zurückzuzahlen. Aufträge habe ich wenige im Jahr, da wir in einer ländlichen Gegend wohnen, weshalb ich auch nur Verluste einfahre. Aufgeben möchte ich das Ganze momentan noch nicht, da es Hobby ist und ich die mobile Katzenbetreuung aus Freude und Liebe zu den Katzen anbiete.

Da die Gewerbeanmeldung u.a. Zahlung von Rundfunkbeiträgen und evtl. Gewerbemüll (angeblich wurde vergessen, mich zu veranlagen, was nun geprüft wird) zur Folge hat, stellt sich mir nun die Frage, ob meine mobile Katzenbetreuung überhaupt gewerberechtlich anzeigepflichtig ist?

Antwort: Mobile Katzenbetreuung gewerberechtlich anzeigepflichti

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Betreuungs-Dienstleistungen (wie in Ihrem Fall Katzenbetreuung), die auf Dauer angelegt und mit Gewinnerzielungs-Absicht ausgeübt werden, gelten grundsätzlich als Gewerbe und sind anzeigepflichtig.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Datum der Gewerbeanmeldung ändern???

Hallo ich hab ein kleines Problem,
Das Arbeitsamt hat mir heute mitgeteilt das ich für den Existenzgründer Zuschuss mindestens einen Tag Arbeitslos gemeldet sein muss, das Gewerbe ist noch nicht eröffnet, jedoch seit dem 12.9 angemeldet.
Kann ich das noch ändern? Was kann ich tun ????
Liebe grüße

Antwort: Datum der Gewerbeanmeldung ändern???

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Grundsätzlich widerspricht eine Gewerbeanmeldung nicht der Arbeitslosigkeit. Mit anderen Worten: Es gibt durchaus arbeitslose Gewerbetreibende.

2.
Problematischer könnte sein, dass die Arbeitsverwaltung die Anmeldung eines neuen Gewerbes vor Beantragung des Gründungszuschusses als Verstoß gegen das Prinzip "Antrag vor Leistung" auslegt
(vgl. § 324 SGB III
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__324.html).

3.
Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten Sie möglichst schnell das Gespräch mit dem Arbeitsagentur suchen.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Computer Reperatur und Service

Ich möchte gerne ein Gewerbe gründen wo ich PCs repariere, warte und verkaufe. Brauche ich dafür eine Genehmigung ?

Antwort: Computer Reperatur und Service

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Eine "Genehmigung" brauchen Sie grundsätzlich nicht.

2.
Da der Ausbildungs-Beruf des "Informationstechnikers" (zu dessen Aufgaben unter anderem die Computer-Reparatur gehört) gemäß Anlage A der Handwerksordnung ...
https://www.gesetze-im-internet.de/hwo/anlage_a.html
... zu den zulassungspflichtigen Handwerken gehört, ist (unter Umständen) ein Meisterbrief erforderlich.

3.
Falls Sie keinen Meisterbrief haben, sprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater oder fragen bei Ihrem Berufs- oder Branchenverband nach, welche Tätigkeiten in Ihrer Branche auch ohne Meisterbrief ausgeübt werden dürfen.

4.
Sie können sich auch an unabhängige, kammerkritische Handwerksorganisationen wenden - wie

* den Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (BuH e.V.)
http://www.buhev.de/ oder

* den Interessenverband freier und unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (IFHandwerk e.V.)
http://www.if-handwerk.de/

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Gewerbeanmeldung nötig?

Guten Tag!

Ich möchte private Gegenstände vermieten (Sackkarre, Beamer, usw.). Hiermit werde ich ca. 50-100€ pro Monat geschätzt einnehmen. Ich arbeite vollzeit als Ingenieur bei einer Firma, und möchte es nur zum Spaß machen. Was muss ich unbedingt dabei rechtlich beachten? Bis welcher Summe darf man es ohne Versteuerung machen?

Viele Grüße,
Achim

Gewinnerzielungsabsicht oder Spaß?

Hallo Achim,

bitte beachten Sie, dass Beratung zum Einzelfall hier im Forum nicht möglich ist. Deshalb nur ganz allgemein als Einschätzung ohne Gewähr (Fragen zum Einzelfall sollten Sie mit einem Steuerberater oder Lohnsteuerverein o.ä. besprechen, oder mit einer örtlichen Gründungsberatung):

Nebenverdienste müssen bei Arbeitnehmern erst dann versteuert werden,wenn Sie über 410,00 Euro pro Jahr betragen (§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG). Nebeneinkünfte über diesem Betrag, aber unter 820 Euro, werden abhängig von der Höhe geringer besteuert als regulär besteuertes Einkommen (Härteausgleichsbetrag gemäß § 70 EStDV).

Wird eine Nebentätigkeit tatsächlich nur "zum Spaß" ausgeübt, stellt sie in der Regel kein Gewerbe, sondern Liebhaberei dar und ist nicht anzeigepflichtig. Wenn dabei dann aber doch regelmäßig Gewinne erzielt werden und nach normalen betriebswirtschaftlichen Prinzipien gearbeitet wird, dann ist die Chance groß, dass das Finanzamt in einem solchen Fall von einem Gewerbebetrieb ausgeht und auf einer Steuererklärung bzw. einem Jahresabschluss besteht.

Es gibt keinen Schwellenwert an Einkünften oder Umsatz, ab dem ein Gewerbe angemeldet werden muss. Als Kriterien dafür gibt es nur, dass die Tätigkeit selbstständig erfolgt, auf Gewinnerzielung angelegt ist und dauerhaft bzw. nachhaltig erfolgt.

Wenn man jeden Monat 100 Euro an Einnahmen hat und die Kunden reguläre Rechnungen erwarten, um ihre Kosten selbst steuerlich geltend machen zu können, ist es grundsätzlich sicher nicht falsch, zumindest mit dem zuständigen Gewerbeamt Kontakt aufzunehmen. Es sei denn, es handelt sich tatsächlich um reinen Freizeitspaß und Einahmen ergeben sich nur quasi nebenher und unbeabsichtigt - und man kann das auch glaubhaft machen.

Beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion.

Vielen Dank, Herr Hengel, ich

Vielen Dank, Herr Hengel, ich weiß es wirklich zu schätzen!

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