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Geringwertige Wirtschaftsgüter abschreiben: 410-Euro-Regel oder Sammelposten?

Wir lichten den Abschreibungs-Dschungel

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Stand: 13. Juli 2012 (aktualisiert)

Wie setzt man kleinere Anschaffungen steuerlich ab? Die Lage ist kompliziert, denn Sie haben die Wahl:

  • Wirtschaftsgüter im Nettowert bis 410 Euro dürfen seit 2010 wieder im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben werden. Darüber hinaus greift die klassische Abschreibung über die Nutzungsdauer.

  • Wer will, darf aber auch an den im Jahr 2008 eingeführten Sammelposten festhalten.

Aber kein Grund zur Verzweiflung: Wir lichten den Abschreibungs-Dschungel.

Die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter bis zu 410 Euro

Seit 2010 dürfen Selbstständige und Unternehmer anstelle des umstrittenen GWG-Sammelpostens wieder die GWG-Sofortabschreibung bis zu 410 Euro in Anspruch nehmen. Das geht aus § 6 Abs. 2 EStG hervor.

Für geringwertige Wirtschaftsfüter (GWG) im Wert zwischen 150 Euro und 410 Euro muss demnach ein GWG-Verzeichnis angelegt werden, aus dem folgende Angaben hervorgehena:

  • Tag der Anschaffung, Herstellung oder Einlage ins Betriebsvermögen sowie

  • die Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Das GWG-Verzeichnis braucht nicht geführt zu werden, wenn die Angaben ohne Weiteres aus der Buchführung ersichtlich sind (z. B. in Form eines Kontoblattes).

Bitte beachten Sie: Unverändert gilt, dass GWG "zu einer selbstständigen Nutzung fähig" sein müssen. Ein neuer Drucker etwa wird als Teil einer Computeranlage angesehen, weil er für sich genommen herzlich wenig bringt.

Fortbestand der Sammelposten-Grauzone

Die klassische lineare oder degressive Abschreibung über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer beginnt also normalerweise wieder bei Anschaffungskosten ab 410 Euro aufwärts. Wer will, darf aber auch an der Sammelposten-Regelung festhalten, wie sie in den Jahren 2008 und 2009 vorgeschrieben war. Beim Sammelposten werden alle Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 150 Euro und 1.000 Euro jahresweise zu einem GWG-Pool zusammengefasst und dann pauschal über fünf Jahre abgeschrieben.

Im Einzelfall kann das durchaus vorteilhaft sein: So werden Wirtschaftsgüter, deren betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer länger als fünf Jahre ist, als Teil eines Sammelpostens schneller abgeschrieben als bei der klassischen Abschreibung. Besonders spürbar ist das zum Beispiel bei Büro- und anderen Einrichtungsgegenständen, die standardmäßig erst nach 13 Jahren komplett abgeschrieben sind.

Wenn Sie sich für die Sammelposten-Regelung entscheiden, gelten die folgenden Wertgrenzen:

  • Alle selbstständig nutzbaren Wirtschaftsgüter mit einem Nettokaufpreis von bis zu 150 Euro dürfen sofort und in voller Höhe als Betriebsausgabe gebucht werden.

  • Alle Anschaffungen mit einem Nettokaufpreis zwischen 150 Euro und 1.000 Euro müssen jahresweise zu einem einheitlichen Sammelposten zusammengefasst werden. Unabhängig von der Nutzungsdauer der einzelnen Pool-Bestandteile wird der Gesamtwert dieses Sammelpostens dann pauschal über fünf Jahre abgeschrieben - pro Jahr also mit 20 Prozent der Anschaffungskosten.

    Ist ein Wirtschaftsgut erst einmal in den Sammelposten aufgenommen, verliert es in den Augen des Finanzamts seine eigenständige Existenz. Der Sammelposten besteht dadurch in unveränderter Höhe fort - selbst wenn das betreffende Wirtschaftsgut defekt, verkauft worden oder verloren gegangen ist!

  • Wenn Sie sich für die Beibehaltung der Sammelposten-Variante entscheiden, beginnt die klassische Abschreibung über die Nutzungsdauer erst ab einem Nettopreis von über 1.000 Euro.

Bitte beachten Sie: Die Entscheidung für die Abschreibungsart von Wirtschaftsgütern im Bereich bis zu 1.000 Euro gilt einheitlich für all Anschaffungen eines Jahres. Sie kann aber in jedem Jahr wieder neu getroffen werden. Unabhängig davon werden Vorjahres-Sammelposten bis zum Ende der 5-Jahresfrist nach und nach abgeschrieben.

Generelle Netto-Wertgrenzen

Wichtig: Bei den genannten Wertgrenzen (150 Euro / 410 Euro / 1.000 Euro) handelt es sich grundsätzlich um Nettobeträge. Das gilt für alle Abschreibungsarten. Die Nettowerte sind ausnahmsweise auch für "Kleinunternehmer" im Sinne des Umsatzsteuergesetzes und andere nicht zum Vorsteuerabzug berechtigte Selbstständige bindend.

Angenommen, ein Kleinunternehmer hat sich für die GWG-Grenze von 410 Euro entschieden und kauft sich einen neuen Schreibtisch für 475 Euro (netto 399,16 Euro + 75,84 Euro Mehrwertsteuer): Dann gehört das Möbelstück zu den GWG und darf im Jahr der Anschaffung komplett abgeschrieben werden - obwohl es in der Einnahmenüberschussrechnung als Betriebsausgabe in Höhe von 475 Euro auftaucht!

Anschaffungen im Wert von unter 150 Euro gleich als Aufwand buchen

Da Sie über GWG im Wert bis zu 150 Euro keinen Nachweis in Form eines GWG-Verzeichnisses erbringen müssen, können Sie in beiden GWG-Varianten sämtliche Anschaffungen bis zu 150 Euro gleich als betrieblichen Aufwand buchen (z. B. Büromaterial, Werkzeuge oder sonstige Betriebsausgaben). Der buchhalterische Umweg über die Buchung auf ein Aktivkonto / Vermögenskonto (zum Zeitpunkt der Anschaffung) und einer separaten Abschreibungsbuchung (am Jahresende) ist nicht erforderlich.

Fazit

Das Festhalten am Sammelposten hat die Abschreibungsregelungen noch unübersichtlicher gemacht. Andererseits kann die Entscheidung für den GWG-Pool bei Anschaffungen bis 1.000 Euro und langen Abschreibungsfristen unter Umständen vorteilhaft sein. Erfreulich ist auch, dass die Wahl der GWG-Abschreibungsart freigestellt ist.

Crash-Kurs zu den verschiedenen Abschreibungsarten

Ausführliche Informationen zum Thema GWG und Sammelposten finden Sie in unserem Grundlagenkurs "Steuer-Abschreibungen sinnvoll nutzen: Was Sie von GWG, AfA und Sonderabschreibung wissen sollten".

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Einzelstücke oder gesamte Anzahl, was wird abgeschrieben?

Hallo,

unser Förderverein möchte 20 Schulstühle kaufen. Der Einzelstuhl kostet 60 Euro, in Summe sind es damit also 1200 Euro.

Wird für die GWG-Abschreibung der Preis des Einzelstücks zugrundegelegt, so dass alle Stühle direkt als Betriebsausgabe gebucht werden könnten, oder müsste die Gesamtbestellung als GWG abgeschrieben werden?

Vielen Dank schon mal für die Hilfe.

Viele Grüße
Vrumfondel

Antwort: Einzelstücke oder gesamte Anzahl, was wird abgeschrieb

Hallo Vrumfondel,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Da normalerweise jeder einzelne Stuhl selbstständig nutzbar ist, kann bei Anschaffung mehrerer Stühle jeder einzelne Stuhl sofort als Betriebsausgabe geltend gemacht werden.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Sammelposten

Die gekaufte Waschmaschine kann als Sammelpostne abgeschrieben werden. Sie wird aber zu 80% privat genutzt und nur zu 20% betrieblich. Darf ich sie denn trotzdem mit dem kompletten Einkaufswert (- Steuer) abschreiben, obwohl ich nur 20% nutze? Wenn ich sie über 10 Jahre abschreibe, dann errechnet mein Steuerprogramm für die Vorsteuer einen privaten Anteil, wenn ich sie als Sammelposten abschreibe ist der private Anteil 0. Ganz verstehen tue ich das nicht. Können Sie mir da helfen?
Mit freundlichen Grüßen
Sonja Hermanns

Privater Nutzungsanteil als Privatentnahme

Hallo Frau Hermanns,

bitte beachten Sie, dass wir weder Steuer- noch Rechtsberatung bieten können oder dürfen. Deshalb nur ganz allgemein und unverbindlich:

Die Frage der teilweise privat genutzten Wirtschaftsgüter im Sammelposten regelt ein BMF-Schreiben vom 30.09.2010. Dort steht: "Werden im Sammelposten erfasste Wirtschaftsgüter außerbetrieblich genutzt, ist für die Ermittlung der als Entnahme zu behandelnden Selbstkosten der Wertverzehr im Schätzungsweg zu berücksichtigen."

Mit anderen Worten: der private Nutzungsanteil muss geschätzt werden, dieser Wert, mit dem Sie das Wirtschaftsgut durch private Nutzung (und nicht durch betrieblichen Einsatz) über die fünfjährige Abschreibungsfrist abnutzen, (es geht um die Sicht des Finanzamts, nicht die des praktischen Lebens, wo eine Waschmaschine durchaus länger als fünf Jahre halten kann), wird als Entnahme behandelt.

Mehr zum Thema Privatentnahmen im Beitrag "Das sollten Selbstständige über Privatentnahme wissen".

Die konkreten Fragen zu Ihrem Einzelfall besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater - oder Sie fragen einfach direkt beim Finanzamt nach.

Ihre akademie.de-Redaktion

Danke

Vielen Dank. Licht im Dschungel. Sie haben mir sehr weitergeholfen.

Herzlichen Dank an den Autor Herrn Chronow!!! :*

Seit Stunden bin ich im Netz unterwegs, um eine Lösung für meine bevorstehenden Abschreibungen zu finden. Sie hat ein Engel geschickt! Vielen Dank, für Ihre sehr ausführliche Darstellungen und Erklärungen! Lieber Herr Chronow, dem Himmel sei Dank. Sie sind eine Rarität. BITTE, BITTE, WEITER SO!!! Ich habe seit 2013 ein Kleingewerbe und brauche diesbezüglich immer Hilfe und es ist mir schwer gefallen, begreifbare Seiten zu finden, welche sich meinen Bedürfnissen/ Verständnis erschließen. :D

Antwort: Herzlichen Dank an den Autor

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung: Ich habe mich sehr darüber gefreut! Es ist wirklich gut und wichtig zu erfahren, dass Informationen und Erläuterungen anderen Menschen ganz praktisch weitergeholfen haben!
Herzliche Grüße und weiterhin viel Erfolg bei Ihren Geschäften
Robert Chromow

Vorsteuerabzug bei Steuerfreistellung

Hallo,

nach einem Jahr nochmals eine Anfrage.

Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der steuerbefreit ist. Im Zweckbetrieb haben wir einige Anschaffungen getätigt. Für die Einstufung, ob es sich um ein geringwertiges Wirtschaftsgut handelt, wird in jedem Fall der Nettowert zugrundegelegt.

Aber welcher Betrag wird dann tatsächlich abgeschrieben, wenn man nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist? Nur der Nettowert oder der Bruttowert?

Viele Grüße
Manfred Kurz

Antwort: Vorsteuerabzug bei Steuerfreistellung

Guten Tag,
zu Ihrer Frage heißt es weiter obenim Text:
------------ Zitat ----------------
Bei den genannten Wertgrenzen (150 Euro / 410 Euro / 1.000 Euro) handelt es sich grundsätzlich um Nettobeträge. Das gilt für alle Abschreibungsarten. Die Nettowerte sind ausnahmsweise auch für "Kleinunternehmer" im Sinne des Umsatzsteuergesetzes und andere nicht zum Vorsteuerabzug berechtigte Selbstständige bindend.

Angenommen, ein Kleinunternehmer hat sich für die GWG-Grenze von 410 Euro entschieden und kauft sich einen neuen Schreibtisch für 475 Euro (netto 399,16 Euro + 75,84 Euro Mehrwertsteuer): Dann gehört das Möbelstück zu den GWG und darf im Jahr der Anschaffung komplett abgeschrieben werden - obwohl es in der Einnahmenüberschussrechnung als Betriebsausgabe in Höhe von 475 Euro auftaucht!
----------Zitat-Ende --------------

Viele Grüße
Robert Chromow

Ferienhausvemietung und Abschreibung Ausstattung

Guten Tag,
ich habe ein Ferienhaus zur Vermietung und das Haus habe ich für 6 Personen ausgestattet.Natürlich habe ich da auch sehr viele kleine Anschaffungen getätigt. Gedeck, Service,Bettwäsche,Handtücher, Kaffemaschine,Terassenmöbel,aber auch Dekogegenstände wie Bilder. Kann ich diese Gegenstände sofort abschreiben oder sind diese wie das Beispiel Drucker/Patrone nicht als eigenständig verwendbar anzusehen?

Vielen Dank und Gruß
UGö

Antwort: Ferienhausvemietung und Abschreibung Ausstattung

Hallo UGö,
die von Ihnen genannten Wirtschaftsgüter sind aus meiner Sicht eigenständig nutzbar und können als GWG im Jahr der Anschaffung komplett abgeschrieben werden - vorausgesetzt natürlich, die Anschaffungskosten betragen nicht mehr als 410 Euro). Anders wäre es z. B. bei einem Bett bestehend aus Bettgestell (200 Euro), Lattenrost (150 Euro) und Matratze (100 Euro): In diesem Fall bilden alle Bestandteile zusammen eine (Schlaf)Einheit - Gesamtwert: 450 Euro, d. h. keine GWG-Sofortabschreibung.

Aber wie gesagt: Das ist nur meine unmaßgebliche Privatmeinung. Die Details des Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater - oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

jur. Großkommentare

Wie sind die Teilbände juristischer Großkommentare zu behandeln? Jeder Teilband einzeln als gwG oder muss der gesamte Kommentar aktiviert werden?

Antwort: jur. Großkommentare

Guten Tag,
vorweg: mit juristischen Großkommentaren kenne ich mich nicht aus und Steuerberater bin ich auch nicht: Fachzeitschriften und Bücher sind aus meiner Sicht laufende Betriebsausgaben.

Viele Grüße
Robert Chromow

jur. Großkommentare

Guten Tag,

da es wohl kaum möglich sein dürfte, nur einen Band eines Großkommentars ohne den restlichen Gesetzeszusammenhang zu nutzen, muss wohl das Werk als Einheit betrachtet werden. Die Abschreibungsregel richtet sich damit wohl nach dem Kaufpreis des Gesamtwerkes und nicht des einzelnen Bandes. Andernfalls dürfte es keinen Verweis auf einen Paragraphen geben, der in einem anderen Band besprochen ist.

Viele Grüße

Hans-Werner Lange

Sie mögen grundsätzlich Recht

Sie mögen grundsätzlich Recht haben, Herr Lange. Wir aktivieren also unseren Gesamtband mit AK von (sagen wir mal) 500 Euro und bestimmen die Nutzungsdauer äh mit ... 1 Jahr. Im nächsten Jahr sind die Kommentierungen auf Grund der sich ständig weiterentwickelnden Rechtsprechung (zumindest teilweise) veraltet und unbrauchbar.

Bei uns werden solche Sachen unter laufenden Betriebsausgaben erfasst (wie oben erwähnt) und Probleme mit dem FA gabs noch nicht.

Und wenn ich nur einen isolierten Teil brauche?

Also nur einige Passagen ohne Querverweis? Dann würde ich das Werk isoliert und für sich nutzen.

Ergo: Interpretationssache. Aber das Finanzamt sieht es bestimmt so wie mein Vorredner, wetten? :-)

GWG - bei einem gemeinnützigen Verein

Hallo,

ich bin in einem gemeinnützigen Verein . Dieser soll jetzt aufgelöst werden, da wir unseren gemeinnützigen Zweck verloren haben. Der Verein bestand von 2003 - 2014.
Lt. Satzung geht das Eigentum des Vereins an die Gemeinde (Geldvermögen und Sachvermögen).
Unser Anwalt hat uns geraten über das Sachvermögen eine Auflistung zu machen inkl. Wert und Abschreibungen.
Da wir bei der Steuererklärung nur die vereinfachte Einnahmen/Ausgabenrechnung machen bin ich mir gerade nicht sicher wie ich das Abschreiben soll. Es gab ja für die Jahre verschiedene Abschreibungsgrenzen. Wie bekomme ich das raus?

Antwort: GWG ...

Guten Tag,
die Sammelposten-Sonderregelung war nur in den Jahren 2008 und 2009 verbindlich. In allen anderen Jahren können Sie die 410-Euro-GWG-Grenze anwenden.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Anlageverzeichnis: Muss das Formular verwendet werden?

Hallo,

erst einmal herzlichen Dank für die Fragen und Erklärungen, die genau meine Fragen treffen! Ich habe eine weitere:

Vor knapp 30 Jahren habe ich (Freiberufler) ein Anlageverzeichnis als Text-Tabelle angelegt, dann als Word-Tabelle weitergefuehrt, dann als Excel-Tabelle - immer im gleichen Stil:
- Bezeichnung
- Anschaffungsdatum
- Anschaffungskosten
- AfA Prozent
- Buchwert 01.01.
- Zugang EUR
- Abgang EUR
- AfA EUR
- Buchwert 31.12. EUR
Auch voll Abgeschriebenes bleibt drin.
Und das für die Blöcke:
- Fuhrpark
- GWG > 150 <= 410 (keine Sammelposten)
- BGA > 410

Dann wurde via Elster ein elektronisches Formular "Anlageverzeichnis 2013 zur EÜR (Teil 1 / 2)" eingeführt, das mich jedes Jahr Tage kostet.

Auf Seite 2 des EÜR-Formulars heisst es andererseits in Zeile 28:
"AfA auf bewegliche Wirtschaftsgüter (z.B. Maschinen, KFZ) - Übertrag von Seite 6 - oder selbst ermittelter Betrag".

Muss ich das nicht gerade selbsterklärende Anlageverzeichnis-Formular verwenden?

Oder darf ich meine (immer noch aktuell gehaltene) AfA-Tabelle verwenden, beilegen und deren Endsumme eintragen bei "selbst ermittelter Betrag"?

Danke im Voraus!

Antwort: Anlageverzeichnis: Muss das Formular verwendet werden?

Hallo,
ich bin nicht sicher, welches Formular Sie meinen: Der 2013er-Vordruck des amtlichen Anlageverzeichnisses
https://www.formulare-bfinv.de/ffw/action/invoke.do?id=034092_13
... umfasst nur eine Seite. Dort genügen summarische Eintragungen zu den jeweiligen Vermögensbestandteilen. Plausibilitätsprüfungen mit der Anlage EÜR sind dort auch nicht vorgesehen.

Nach meinen Erfahrungen sind die Finanzämter mit dem klassischen detaillierten Anlage_n_verzeichnis mindestens ebenso zufrieden. Tagelange Anpassungen und Übertragungen würde ich an Ihrer Stelle jedenfalls nicht vornehmen. Am besten besprechen Sie den konkreten Fall mit einem Steuerberater oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

... oh, da klemmt die Automatik ...

Hallo, zu meiner vorigen Frage: Ich habe inzwischen den Handeintrag gemacht und auf Plausibilitätsprüfung geklickt =>:

"Fehler: Die Summe der eingegebenen Werte für die private Kfz-Nutzung und die Wege zwischen Wohnung und Betriebsstätte übersteigt die Summe der Werte zu den Eintragungen, die als Fahrtkosten in Betracht kommen (tatsächliche Kraftfahrzeugosten und andere Fahrkosten; AfA auf bewegliche Wirtschaftsgüter; Schuldzinsen für Anlagevermögen)."

Rot markiert ist das Feld EÜR / Anlageverzeichnis / "Bewegliche Wirtschaftsgüter (ohne GWG)" / zweite Wertezeile / "AfA Auflösungsbetrag"

Kann ich hier im Anlageverzeichnis selektiv etwas (KFZ ...) eintragen und dennoch bei "selbst ermittelter Betrag" auf meine Excel-Tabelle verweisen? Das wird dann ja immer undurchschaubarer ...

Oder wie kann ich wenigstens im Elster-Anlageverzeichnis-Formular erreichen, dass ich nicht jedes Jahr die lange Liste der Bezeichnungen und der Vorjahreswerte eingeben muss ("EDV" ...)?

Die Summe der eingegebenen Werte für die private Kfz-Nutzung ...

Hallo, ich komme nicht weiter.
Ich meine das Formular, das man bekommt, wenn man Elster startet und eingibt:
("Neu..." bzw.) "Verwendete Dateien ..."
> Einnahmeüberschussrechnung > für 2013 > Datei öffnen

Dort werden im Menue auf der linken Seite folgende Seiten angeboten:

Einnahmeüberschussrechnug:
- Seite 1
- Seite 2
- Seite 3
- Nich abziehbare Schuldzinsen
- Anlageverzeichnis (Teil 1)
- Anlageverzeichnis (Teil 2) <<<<<<<<
- Umlaufvermögen

Ich dachte, als Freiberufler wäre ich verpflichtet, meine Jahressteuererklärung über _Elster_ einzugeben?

Oder sind zwecks digitaler Einreichung _statt_ Elster-Formularen auch Formulare wie das Ihrerseits verlinkte möglich - für max. 44 Minuten ("Ihre Sitzung endet in 44 Minuten")?

Die Umsatzsteuererklärung habe ich schon via Elster gemacht und eingereicht. Muss ich da nicht auch den Rest via Elster machen?

Arbeiten "Ihre" Formulare und die Elster-Formulare online auf den gleichen Daten im Finanzamt-Server?

Wo (Link) bekomme ich "Ihre" Formulare aufgelistet angeboten?

Oder kann ich die o.g. Elster-Fehlermeldung ignorieren, das Feld rot lassen und dann vor Ort mit dem Finanzanmt darüber sprechen?

Herzlichen Dank im Vorau

Antwort: Die Summe der eingegebenen Werte für die private Kfz-Nu

Guten Tag,
vielen Dank für die Zusatzinformationen. Vorweg: Ihre Irritation ist absolut nachvollziehbar. Die Finanzverwaltung macht es den Steuerpflichtigen mit ihren zahlreichen "Elster"-Produkten und -Dienstleistungen tatsächlich schwer, den Überblick zu behalten. Also:

1.
Sie nutzen offenbar die amtliche Software "ElsterFormular". Das ist eine Computerprogramm, das auf Ihrem Büro-Rechner installiert wird und mit dem unter anderem die persönliche Einkommensteuererklärung übermittelt werden kann - aber auch betriebliche Steuererklärungen.

2.
Ein Einzelfall-Software-Support für ElsterFormular ist an dieser Stelle leider nicht möglich. Warum die Plausibilitätsprüfung des Programms welche Fehlermeldung ausgibt, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen.

Nur so viel: Niemand verlangt von Ihnen,dass Sie dort
------------ Zitat ----------------
jedes Jahr die lange Liste der Bezeichnungen und der Vorjahreswerte eingeben
----------Zitat-Ende --------------
... müssen: Es genügt völlig, die Summe der einzelnen Vermögenskategorien einzutragen.

3.
Nein, Sie sind nicht verpflichtet, die ElsterFormular-Software zu nutzen. Verpflichtend ist lediglich die Nutzung der "Elster-_Schnittstelle_", die in allen aktuellen kommerziellen und nicht kommerziellen Steuer-Anwendungen genutzt wird.

4.
Möglich ist zum Beispiel auch die Nutzung von "ElsterOnline": Das ist das Onlineportal der Finanzverwaltung, bei dem Sie keine Software auf Ihrem Computer installieren müssen. Über "ElsterOnline" können Sie Ihre EÜR und UStVA ebenfalls übermitteln.
(Ob das von Ihnen beschriebene Problem gelöst wird, kann ich Ihnen nicht versprechen. :-))

5.
Die von uns verlinkten Formulare stammen aus dem "Formular-Management-System (FMS) der Bundesfinanzverwaltung"
https://www.formulare-bfinv.de/
Zur Übermittlung ans Finanzamt sind diese Formulare nicht (mehr) geeignet. Dazu heißt es in den Beiträgen:
------------ Zitat ----------------
Bitte beachten Sie: Da die Einnahmenüberschussrechnung inzwischen elektronisch übermittelt werden muss, dienen die folgenden Vordrucke lediglich zu Ansichts- und Informationszwecken (das Ausfüllen am Monitor und anschließende Ausdrucken ist nicht mehr möglich):
----------Zitat-Ende --------------

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Anteiliger Erwerb eines Wirtschaftsgutes

Hallo, ich habe auch eine Frage im Zusammenhang GWGs:
Wie verhält es sich wenn man ein Wirtschaftsgut nur anteilig erwirbt und der Anteilswert bei 900EUR liegt?
Ist es dann relevant, dass das Wirtschaftsgut nur anteilig erworben wurde oder kann man da regulär auf den GWG-Sammelpool zurückgreifen?

Antwort: Anteiliger Erwerb eines Wirtschaftsgutes

Guten Tag,
Miteigentümer dürfen die Abschreibung grundsätzlich anteilig (= im Verhältnis ihres Anteiles an dem gemeinsamen Wirtschaftsgut) in Anspruch nehmen. Ob ein solches Wirtschaftsgut als GWG, über den Sammelpool oder die Nutzungsdauer abzuschreiben ist, hängt dabei m. W. vom Anteilswert ab. Das ist aber nur meine völlig unmaßgeblich Einschätzung. Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kleinunternehmer

Entschuldigung, aber ich sehe laut Gesetz nicht die Grundlage, warum für einen Kleinunternehmer die 410€ Netto sein sollen:

EStG
§6 Absatz 2 sagt, dass die Anschaffungskosten um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag vermindert werden. Verweis auf $9b (1)

§9b Absatz 1 sagt, "Der Vorsteuerbetrag nach _§_15_ des Umsatzsteuergesetzes gehört, _soweit_ _er_ _bei_ _der_ _Umsatzsteuer_ _abgezogen_ _werden_ _kann_, nicht zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts"

UStG
$19 Absatz 1, Satz 5: "In den Fällen des Satzes 1 finden die Vorschriften ... und über den Vorsteuerabzug (§ 15) keine Anwendung.

Demnach kann die Vorsteuer die Anschaffungskosten nicht mindern, weil der Kleinunternehmer sie nicht ziehen kann. Also sind die 410€ der Bruttobetrag.

Oder gibt es noch andere Quellen, die zu beachten sind?

Mit freundlichen Grüßen

Kleinunternehmer

Schon selber gefunden:

§9b der Einkommensteuerrichtlinie Absatz 2 Satz 2: "Ob der Vorsteuerbetrag umsatzsteuerrechtlich abziehbar ist, spielt in diesem Fall (Grenzen 150€, 410€, 1000€) keine Rolle."

Wie buche ich Güter, welche

Wie buche ich Güter, welche aufrgrund ihrer Beschaffenheit - z.B. ein Grafiktablett oder Monitor welche nicht selbstständig nutzbar sind - und somit nicht als GwG gelten, jedoch über der den 150,- Euro Anschaffungskosten liegen? Muss ich diese nach AfA-Tabelle abschreiben oder werden diese bestimmten Positionen wie zum Beispiel dem vorhandenen Computer zugeordnet und dann zusammen abgeschrieben?

Antwort: Wie buche ich Güter, welche

Guten Tag,
Ihre zweite Vermutung trifft zu: Sie ordnen das nicht selbstständig nutzbare Wirtschaftsgut dem bereits vorhandenen (Haupt-)Wirtschaftsgut zu, addieren dessen Restwert und den Wert der Neuanschaffung und schreiben den Gesamtwert über die Rest-Nutzungsdauer ab.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Abschreibung

Wie ist das nun aber, wenn das Haupt-Wirtschaftsgut schon abgeschrieben ist, nach Ihrem oberen Kommentar, würde man dann logischerweise folgern, dass dann das neue Wirtschaftsgut (netto 444.-€) auch sofort abzuschreiben sei, da das Haupt-Wirtschaftsgut schon abgeschrieben ist.

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