EÜR ganz praktisch: So geht Einnahme-Überschussrechnung

Wir zeigen Ihnen ganz praktisch, wie Sie die vereinfachten Buchführungsvorschriften für Freiberufler und Kleingewerbetreibende umsetzen

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Stand: 6. März 2013 (aktualisiert)

Die meisten Freiberufler und Kleingewerbetreibenden kommen in den Genuss der vereinfachten Buchführungsvorschriften. Was bei der sogenannten Einnahmenüberschussrechnung zu beachten ist, erfahren Sie in diesem Kurs.

Über diesen Kurs

Die "Buchführung" und der ganze "Steuerkram" gehört zu den ungeliebtesten Aufgaben von Selbstständigen und Unternehmern. Dabei hat die Gewinnermittlung von Geschäftsleuten verglichen mit dem Verfahren bei Arbeitnehmern durchaus ihre Vorzüge: Während Angestellten-Einkünfte vom Arbeitgeber nach Abzug der obligatorischen Lohnsteuer automatisch ans Finanzamt gemeldet und die meisten Abzüge ("Werbungskosten") erst nachträglich geltend gemacht werden, dürfen Selbstständige und Gewerbebetriebe ihr zu versteuerndes Einkommen selbst ausrechnen!

Die zum Verständnis geschäftlicher Vorgänge erforderlichen Nachweise über Einnahmen und Ausgaben (z. B. Ein- und Ausgangsrechnungen, Quittungen und andere Zahlungsbelege), aber auch Verträge, Kontoauszüge etc. müssen selbstverständlich aufbewahrt werden: Sämtliche Unterlagen bleiben aber im eigenen Büro! Sofern keine routinemäßige oder verdachtsbedingte Betriebsprüfung stattfindet, erfolgt die Besteuerung von Selbstständigen also aufgrund eigener summarischer Angaben!

Und weil Freiberufler und Kleinunternehmer außerdem nicht zur kaufmännischen ("doppelten") Buchführung verpflichtet sind, hält sich der Papierkram für die Einkommensteuererklärung noch einigermaßen in Grenzen: Genaue Vorschriften über die Form der laufenden Aufzeichnungen gibt es bei der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) jedenfalls nicht. Den Gewinn ermitteln Sie auf Grundlage der amtlichen "Anlage EÜR".

Bitte beachten Sie: Durch Einführung der „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“ (GoBD) sind die Anforderungen an elektronische Belege und Aufzeichnungen verschärft und konkretisiert worden. Bei vielen Freelancern und Kleingewerbetreibenden gibt es daher zweifellos Handlungsbedarf - Anlass für Panik besteht jedoch nicht: Das scharfe GoBD-Menü wird letztlich nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wurde!

Worauf es bei Ihren betrieblichen Belegen und Aufzeichnungen sowie den dazugehörigen Steuererklärungen ankommt, das erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

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Vielen Dank für Ihre einmal mehr umgehende und nette Antwort.
So in etwa wie von Ihnen vorgeschlagen werde ich es handhaben.
Ihnen auch alles Gute!
mabi

Hallo mabi,
schön, mal wieder etwas von Ihnen zu hören. Und: Danke für das nette Feedback!
Zu Ihrer Frage: Im Allgemeinen werden die "Ordnungsvorschriften für die Aufbewahrung von Unterlagen"
http://bundesrecht.juris.de/ao_1977/__147.html so interpretiert, dass Kontoauszüge in der von der Bank gedruckten Papierform vorliegen müssen.
In der Praxis dürften bei nicht buchführungspflichtigen Unternehmen aber auch elektronische Auszüge genügen. Ein selbst erstellter Papierausdruck genügt allerdings nicht: Sie müssen auch die elektronische Version in unveränderter Form abspeichern und bis zu einer eventuellen Betriebsprüfung aufbewahren. Nach Auskunft des Bundesverbands deutscher Banken behalten sich die Finanzämter eine Einzelfallprüfung zur steuerrechtlichen Anerkennung elektronischer Kontoauszüge vor.
Also: Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, nehmen Sie notfalls die sich "summierenden Extrakosten" auf sich. Nach meiner ganz unmaßgeblichen Meinung reichen aber auch die eigenhändigen Ausdrucke.
Apropos Extrakosten: Ihre Bank darf nicht ohne Weiteres auf elektronische Auszüge umstellen und einfach die Kosten für Papierausdrucke auf Sie abwälzen! Am besten prüfen Sie zunächst einmal, ob die gebührenpflichtige Umstellung überhaupt zulässig ist!
Viel Erfolg und herzliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Herr Chromow,
nach wie vor meine Anerkennung für diesen inzwischen etwas ältern, aber immer noch sehr informativen Überblick über die EÜR!
Da ich keinen passenderen Ort für meine folgende Frage gefunden habe,diese also hier.

betr. Finanzamttauglichkeit von Kontoauszügen:
Sind inzwischen auch am eigenen PC erzeugte Ausdrucke der von der Bank oder Kommunikationsdienstleister online zur Verfügung gestellten Kontoauszüge (pdf-Format) finanzamttauglich?
Gab es hierzu irgendwann eine Gesetzesänderung?

(Hintergrund meiner Frage: Meine Bank hat nach meinem Internetanbieter nun ebenfalls definitiv auf Online-Auszüge umgestellt. Ich würde mir gern die sich summierenden Extrakosten für die Zustellung von Kontoauszügen in Papierform sparen.)

Mit vielen Grüßen,
mabi

> Ganz prima, ganz toll !

Vielen Dank für das - wenn auch ironische - Feedback... :-)

Ihrer Beurteilung des deutschen Steuerrechts möchte ich wahrhaftig nicht widersprechen. Doch auch der beste Steuerberater ändert nichts daran, dass Selbstständige über ein Mindestmaß an Buchführungswissen verfügen müssen. Und eben dieses Basis-Know-how vermittelt dieser Kurs. Warum Sie daraus ein Plädoyer gegen das Hinzuziehen eines Steuerberaters konstruieren, leuchtet mir nicht ein. Zumal Steuerberater es erfahrungsgemäß zu schätzen wissen, wenn ihre Klienten zumindest in groben Zügen wissen, welche Steuer- und Buchführungspflichten es gibt und gezielte Fragen nach Optimierungsmöglichkeiten stellen können (bzw. die Experten-Vorschläge verstehen).
Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam gruenderoffensive.de
http://www.gruenderoffensive.de

Ganz prima, ganz toll ! Viel Spaß mit dem Finanzamtsprüfer wenn der die letzten 3 bis 10 Jahre prüft und Unsummen von Euch wiederhaben will. Wenn es alles so einfach wäre, warum gibt es dann die Steuerberater ? Die deutschen Steuergesetze sind die schwierigsten auf der Welt, aber der deutsche Durchschnittsbürger ist ja auch gleichzeitig der schlauste. Zu Gerichtsterminen sollte man auch keine Rechtsanwälte mehr beauftragen !

gute verständliche übersicht mit weiterführenden erläuterungen,
gut die software- empfehlungen zum kostenlosen herunterladen und positiv - negativ aspekten

Das EÜR-Formular für 2004 kam nie zum Einsatz, da es von der Finanzverwaltung wieder zurückgezogen wurde. Ab 1.1.2005 gibt es nunmehr ein neues EÜR-Formular, das jetzt verbindlich ist. Ich meine am 11.08.2005 könnten diese Tatsachen wohl in einen solch wichtigen Grundlagenartikel eingearbeitet sein. Leider ist immer noch das (eingestampfte) EÜR 2004-Formular dargestellt, nicht aber das (gültige) EÜR 2005-Formular. - Schade :-(

Ganz netter Überblick, als "alter Hase" angenehm überrascht.

Auf die positiven Aspekte des "Kleinunternehmertums" hätte man jedoch noch etwas mehr eingehen können, z. b. auf die Mehreinnahmen im Handelsbereich (bedingt durch die Tatsache, daß Endpreise IMMER die Umsatzsteuer enthalten MÜSSEN (Gesetz zum Schutz vor umlauterem Wettbewerb, Preisauszeichnungsverordnung etc.)und diese als Kleinunternehmer nicht abgeführt werden muss, ist die auf den Verkaufspreis entfallene Umsatzsteuer eine genehme Mehreinnahme)
Ansonsten nicht schlecht !

Sehr prima! Nur leider ist meine 1. Wahl (PC-Freiberufler) inzwischen vom Markt verschwunden. Kleines Update wäre sinnvoll.

hallo akademie. bin jetzt ein monat dabei, die tips zur einführung und auch jetzt im "wahren geschäftsleben" von euch sind einfach hervorragend.
viele grüsse stephan nilkes

Bietet eine schnelle, enfach verständliche Übersicht über die Thematik und die mit ihr verbundenen Überlegungen, Anforderungen etc.

Ebenffalls gut, dass Empfehlungen zur paraktischen Umsetzung sehr nachvollziehbar sind.

Letztlich toll, dass alternative Arbeitshilfen aufgeführt und vorgestellt werden.

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