Fördermittel-Check: Kommt ein Förderkredit für Sie in Frage?

Welche Chancen auf einen Förderkredit Sie haben und welche Alternativen es gibt

Begriffe wie "KfW-Startgeld", "Förderdarlehen" oder "geförderte Gründungsfinanzierung" haben zwar viele Gründer schon gehört. Trotzdem ist die Zahl der Missverständnisse groß.

Denn trotz aller "Förderung": Ihnen wird kein Geld geschenkt. Der Kern der Förderung ist vielmehr: Bestimmte Gründungs- und Investitionsvorhaben erhalten dank Kreditförderprogrammen etwa der KfW oder regionaler Institutionen Darlehen, obwohl sie eigentlich kaum Chancen auf einen "normalen" Bankkredit haben.

Wohlgemerkt:"bestimmte" Vorhaben - und eben nicht "alle". Außerdem gilt: Ansprechpartner bleibt trotzdem Ihre Hausbank, die es zu überzeugen gilt.

Trotzdem sind die Förderdarlehen ein großer Vorteil für Gründer, Unternehmer und Selbstständige, wenn die Voraussetzungen stimmen. Für alle anderen ist es wichtig, sich nach geeigneteren Finanzierungsmöglichkeiten umzusehen.

Dieser Leitfaden hat das Ziel, Irrtümer in punkto Förderdarlehen auszuräumen. Nach der Lektüre wissen Sie, ob ein Antrag für Sie überhaupt in Frage kommt, mit welchem Aufwand ein Förderkredit für Sie verbunden ist und ob unter Umständen andere Finanzierungsformen für Sie sinnvoller sind. Außerdem finden Sie eine Check-Liste, die die Informationen in praktischer Form zusammenfasst.

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Fördermittel und Finanzierung

Klassischer Fall von: kommt drauf an. Zunächst einmal gibt es direkte Zuschüsse auf Bundesebene und Länderebene für alle möglichen Zwecke. Das reicht von der Existenzgründung bis zu Neuentwicklungen. Die Bundesprogramme sind einheitlich. Was auf Länderebene gefördert wird, hängt vom Standort ab.

Direkte Zuschüsse heißt: Wer neu ein Gewerbe startet, kann zum Beispiel Beratungskosten oder Starthilfen bekommen. Das wiederum richtet sich nach der persönlichen Vorgeschichte. So kann man bspw. Fördermittel erhalten, wenn man von einer Hochschule aus ein neues Produkt erfindet und auf den Markt bringen möchte.

Ergänzend hierzu sind Kredite verfügbar. Und die sind alle reichlich unterschiedlich gestrickt. Die Zinssätze oder auch eine teilweise Haftungsfreistellung hängen von der persönlichen Bonität, der Bonität einer vorhandenen Firma und dem jeweiligen Förderprogramm ab.

Gehen wir mal zu einer Neuentwicklung. Hier kann man idR 40% direkte Zuschüsse bei ZIM bekommen, bei KMU Innovativ um die 60%. Wohlgemerkt für das gleiche Entwicklungsvorhaben. Die jeweiligen Verfahren unterscheiden sich total. Das ist aber noch längst nicht alles. Gerade für High-Tech sind nochmals andere Programme verfügbar - bis 100% direkte Zuschüsse. Den eventuell verbleibenden Rest kann man über die KfW oder landeseigene Förderbanken oder die Hausbank oder Investoren oder normale Banken finanzieren. Alles mit unterschiedlichen Vo- und Nachteilen.

Was genau für eine Firma passt, welche Fördermittel zu welcher Quote als direkte Subvention oder guter Kredit zur Verfügung stehen, ist Maßanfertigung mit erheblicher Recherchearbeit. Auch die Antragsverfahren sind für Laien kaum zu überblicken. Zumal auch noch teilweise Fördertöpfe auf EU-Ebene verfügbar sind, die total unterschiedliche Programme bedienen.

Die Recherche, die Anträge oder alleine die möglichst geschickte Abfolge von Förderungen umfassen mehrere Tausend Möglichkeiten. Das ist so komplex, wie eine ausgewachsene Steuererklärung mit allen Tricks und Kniffen. Wenn man die richtigen Programme wählt, kann es locker Unterschiede von 20 oder 30 Prozent bei Subventionen geben.
Lieber einen Fachmann fragen, als sich selbst dort durchwühlen!

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Über die Autorin:

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Andrea Claudia Delp ist Gründungsberaterin aus Berlin. Sie unterstützt angehende und bestehende Unternehmer/innen bei der Ausarbeitung des Businessplans, bei der Finanzierung und bei allen anderen He ...

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