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Food-Fotografie: Speisen, Gerichte und Getränke ansprechend und professionell fotografieren

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Stand: 30. Juni 2009

Food-Fotografie: Einsatz- und Verdienstmöglichkeiten

Einsatzzwecke und Vermarktungsmöglichkeiten von Food-Fotos: Bildagenturen

Food-Fotos kommen in verschiedenen Medien und für verschiedene Zwecke zum Einsatz, vom Kochbuch über die Rezeptseite von Frauenzeitschriften bis hin zu Produktverpackungen von Fertiggerichten oder Zutaten. Der Einsatzzweck bestimmt den Stil und die Möglichkeiten, die Sie zur Präsentation der Speisen, Gerichte und Getränke wählen können, ganz wesentlich. Und natürlich ergibt sich daraus auch, auf welche Weise sich mit Food-Fotos Geld verdienen lässt.

Einsatzmöglichkeiten von Food-Fotografie und Qualitätsmaßstäbe für Food-Fotos

Food-Fotos begegnen Ihnen an allen Ecken und Enden: Wenn Sie durch den Supermarkt gehen oder im Zeitschriftenregal stöbern,auf Produktverpackungen, in Rezepten, Kochbüchern, auf Plakatwänden, Regalen, Prospektständern, in Kundenzeitschriften etc.

Allen diesen Bildern ist gemeinsam, dass ihr Motiv sehr lecker aussieht und Sie dazu animieren soll, das Produkt zu kaufen oder das Rezept nachzukochen.

Die Food-Fotografie ist generell einer der wenigen Bereiche der Fotografie, in denen der Verwendungszweck kaum einen Unterschied ausmacht. Betrachten Sie im Vergleich dazu die Fotografie von Menschen. Modefotos zeigen in der Regel extrem hübsche, junge Menschen. In der Portrait-Fotografie finden sich dagegen Menschen aller Altersklassen. Sie müssen auch nicht besonders hübsch sein, oft sind gerade eher außergewöhnlichen Typen gefragt. In der Werbefotografie sind - speziell bei Bildagenturen - dann wieder eher die typischen "08/15-Gesichter" gefragt. Der typische Fotoreporter schließlich, der für die Presse fotografiert, wird Menschen "wie du und ich" in typischen Alltagssituationen fotografieren. Kurz und gut: Hier unterscheiden sich etwa künstlerische Portraitfotos erheblich von dem, was man in der Werbung oder in redaktionellen Beiträgen zu sehen bekommt.

Genau das ist bei der Food-Fotografie eher nicht der Fall. Egal, wofür ein Food-Foto letztendlich verwendet wird, es ist doch nur eines wichtig: Das dargestellte Motiv sollte zum Anbeißen lecker aussehen, so lecker, dass man nicht widerstehen kann.

Wann ist ein Food-Foto gut? Diese Frage lässt sich damit ganz einfach beantworten: Es muss hungrig machen. Animiert es den Betrachter, den Kühlschrank zu plündern, ist das Foto gelungen.

Na gut - natürlich reicht es nicht, dass das Essen oder Getränk lecker aussieht. Je nach den geplanten Einsatzzwecken der Fotos gibt es weitere Dinge, auf die Sie achten müssen: Das Foto muss stilistisch zum Einsatzzweck passen. Außerdem sollte es in seiner ganzen Komposition ansprechend wirken. Es nützt nichts, ein lecker aussehendes Gericht auf einem Teller anzurichten, der Macken hat oder auf dem Fingerabdrücke zu sehen sind. Auch sollten Teller und Essen farblich zur Dekoration passen.

Fotografieren für den Eigenbedarf

Gut gemachte Food-Fotos sind heute zwar billiger zu bekommen als vor einigen Jahren, aber immer noch recht teuer. Hinzu kommt, dass man in den typischen Bildagenturen oft nur Fotos von "normalen" Gerichten findet.

Wer ein Foto von "Spaghetti Bolognese" sucht, wird zwar in jeder Bildagentur fündig werden und kann ein solches Bild für wenig Geld lizensieren. Möchten Sie jedoch auf der Speisekarte Ihres Restaurants oder in Ihrem Prospekt die Speisen so zeigen, wie Sie sie präsentieren, in Ihrem Lokal, auf Ihrem Geschirr und mit den dort verwendeten Dekorationen, dann bleiben Ihnen nur zwei Möglichkeiten:

  • Sie lassen einen Profi kommen, der die Fotos für recht viel Geld macht.

  • Sie machen die Bilder selbst.

Wenn Sie Ihre Kamera beherrschen und über die entsprechenden technischen Voraussetzungen verfügen, dann ist selbst zu fotografieren kein großes Problem, solange es nicht um besonders aufwändige Gerichte geht. Natürlich hängen die Anforderungen an die Bilder davon ab, wozu Sie die Fotos brauchen.

Stockfotografie: Fotos bei Bildagenturen anbieten

In der Food-Fotografie gibt es, wie in vielen anderen Bereichen der Fotografie, nur zwei Möglichkeiten, Geld zu verdienen:

  • Auftragsarbeiten, die dann ganz speziellen Anforderungen des Auftraggebers unterworfen sind, und

  • die Produktion auf Vorrat für Bildagenturen, die diese Bilder dann verkaufen. Dieser Bereich ist die so genannte Stock-Fotografie.

Wenn Sie sich der Food-Fotografie mit der Perspektive Stock-Fotografie nähern, dann haben Sie es leichter: Sie müssen sich dabei nicht an die oft sehr speziellen Wünsche Ihres Auftraggebers halten, sondern können sich langsam, mit einfachen Motiven, mit der Materie vertraut machen, Ihre Fähigkeiten allmählich weiterentwickeln und verfeinern. Dennoch gibt es natürlich auch hier eine Menge zu beachten:

Das große Problem an der Produktion für Bildagenturen ist jedoch, dass Sie den konkreten Einsatzzweck nicht vor Augen haben. Um möglichst große Verkaufschancen zu haben, sollten Sie daher Fotos produzieren, die flexibel einsetzbar und stilistisch relativ neutral sind, bzw. dem aktuellen Zeitgeist entsprechen.

So bringt es wenig, ein fotografisch und stilistisch perfekt gestaltetes Bild von exotischen Luxus-Speisen zu produzieren und dann zu versuchen, es über eine "Billigbildagentur" zu verkaufen. Je aufwändiger die Produktion ist und je exotischer die abgebildeten Speisen, desto geringer ist die Verkaufschance über eine Billigbildagentur.

Food-Fotografie für Bildagenturen bedeutet also immer, sich dem Mainstream und der aktuellen Mode anzupassen. Ein eigener Stil ist hier nur in Ausnahmen erwünscht und sinnvoll. Gerade für den Einstieg in die Food-Fotografie ist der Bereich Stockfotografie durchaus geeignet, denn

  • Sie können an den Verkaufserfolgen bemessen, wie Sie sich fotografisch weiterentwickeln und

  • Sie können vor allem Ihre Kenntnisse nach und nach erweitern, statt sich plötzlich mit Anforderungen eines Auftraggebers konfrontiert zu sehen, die Sie aus Mangel an Erfahrung und Wissen nicht umsetzen können.

Motivwahl bei Stockfotografie: An die Käufer denken

Wenn Sie Food-Fotografie vorrangig für Bildagenturen betreiben möchten, dann sollten Sie dies natürlich bei der Motivwahl, der Bildgestaltung und dem Stil der Bilder bedenken. Sie müssen sich also überlegen, wer die typischen Käufer von Stockbildern im Food-Bereich sind.

Dazu zählen vor allem kleinere Firmen, Werbeagenturen und Verlage, die Bilder von gängigen Motiven suchen, um z. B. Lücken im Layout von Zeitschriften zu füllen, eine Produktverpackung mit einem "Rezeptvorschlag" zu verzieren oder eine Speisekarte mit Bildern aufzuwerten. Auch Kalenderverlage zählen zu den Kunden von Bildagenturen im Food-Fotobereich, vor allem, wenn sie die typischen Werbekalender gestalten.

Allen diesen potentiellen Käufern ist gemeinsam, dass sie in der Regel Bilder zu Allerwelts-Motiven suchen, also bekannte, überregional gängige Speisen und Gerichte oder gerade besonders im Trend liegende Produkte, wie derzeit Avocados und andere exotische Obst- und Gemüsesorten. Es lohnt daher für Sie eher, diese "einfachen" Motive zu fotografieren als exotische Luxus-Gerichte.

Es gibt natürlich auch Bildagenturen, die sich auf Food-Fotos spezialisiert haben und bei denen Nachfrage auch nach ausgefallenen Motiven besteht. Diese Agenturen, wie z. B. Stockfood.de, stellen jedoch auch sehr hohe Anforderungen an Fotos, die sie aufnehmen. Ohne Erfahrung in der Food-Fotografie werden Sie dort mit Ihren Bildern kaum ankommen. Außerdem: Auch bei diesen Agenturen müssen die Bilder, was Motiv und Stil angeht, den aktuellen Trends entsprechen und auch dort verkauft sich ein Top-Foto von einem Spiegelei mit Bratkartoffeln um ein Vielfaches besser als ein Top-Foto von Froschschenkeln in Senfsoße, angerichtet auf Blattgold.

Um mit Luxus-Gerichten Geld zu verdienen, müssen die Fotos also wirklich perfekt sein und Sie müssen die Chance haben, diese über teure Bildagenturen für Food-Fotografie zu vertreiben, damit sich der Aufwand rechnet. In den preiswerten Bildagenturen, die auch Food-Fotos von Einsteigern annehmen, werden Sie kaum nennenswerte Verkäufe von exotischen Motiven haben. Hier verkaufen sich eher das Brathähnchen mit Pommes oder ein Salatteller.

Halten Sie sich also lieber an möglichst einfache und universell einsetzbare Motive. Das folgende Bild einer Kastenform mit Trockenkuchen lässt sich z. B. über die meisten Bildagenturen gut verkaufen, denn es kann nicht nur zu einem Rezept zu Sandkuchen eingesetzt werden, sondern auch, wenn es um Marmorkuchen, Zitronenkuchen und allgemein Trockenkuchen oder Rührteig geht.

Bild vergrößernSolche Motive lassen sich über Bildagenturen gut verkaufen.

Food-Fotos mit weißem Hintergrund und Freisteller

Wenn Sie mal moderne Kochbücher oder die typischen Frauenzeitschriften mit Rezepten durchblättern, werden Sie dort immer wieder kleine Bilder im Fließtext finden, die Lücken im Text füllen oder diesen auflockern. Solche Bilder mit weißem Hintergrund oder auch "Freisteller" lassen sich ebenfalls sehr gut über Bildagenturen verkaufen. Wenn dann das Motiv noch passt, ist ein Verkauf fast sicher.

Freisteller und Fotos mit weißem Hintergrund unterscheiden sich darin voneinander, dass Freisteller in der Regel das Motiv komplett abbilden, ohne es an einer oder mehreren Seiten anzuschneiden. Bilder mit weißem Hintergrund, bei denen das Motiv angeschnitten ist, werden im allgemeinen nicht als Freisteller bezeichnet.

Motive mit weißem Hintergrund: fettarmes und modernes Nudelgericht

Freisteller für Bildagenturen

Freisteller und Bilder mit weißen Hintergründen stellen beim Dekorieren deutlich geringere Anforderungen an die Fantasie als andere Motive. Allerdings ist die technische Umsetzung der Aufnahme nicht so einfach, wie oft unterstellt wird. Auch die Vorbereitung der Speisen ist für Freisteller nicht einfacher als für andere Food-Fotos.

Im Trend sind derzeit auch "Freisteller" mit Spiegelungen

Die Schwierigkeit bei Bildern mit weißem Hintergrund besteht darin, den Hintergrund wirklich weiß zu bekommen. Das funktioniert - wie auch sonst bei Produktfotos und bei Freistellern -, indem der weiße Hintergrund separat ausgeleuchtet wird. Sie brauchen also eine Lichtquelle für den weißen Hintergrund und eine weitere für das Motiv. Als weißer Hintergrund bietet sich weißes Tonpapier oder weiße Pappe in Hohlkehle an. Wünschen Sie eine Spiegelung, legen Sie auf die Hintergrundpappe eine Glas- oder Plexiglasplatte. Zum Verstärken der Spiegelung ist ein Polfilter sinnvoll.

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Über die Autorin:

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Helma Spona ist Fachautorin und Expertin im Bereich Digitalfotografie, Bildbearbeitung, (Website-)Programmierung und Webdesign. Seit einigen Jahren fotografiert sie für verschiedene Bildagenturen vor ...

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