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Künstlersozialabgabe umgehen? Vorsicht mit Gefälligkeitsrechnungen

Als Dienstleister sollten Sie sich weigern, wenn Ihr Auftraggeber auf Ihr Risiko hin KSK-Abgaben sparen will.

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Stand: 22. Januar 2014 (aktualisiert)

Wer Aufträge an Künstler und Publizisten vergibt, muss auf die gezahlten Honorare eine Sozialabgabe von 5,2 Prozent an die Künstlersozialkasse abführen. Sparsame Auftraggeber verlangen mitunter von ihren Dienstleistern deshalb Rechnungen, die möglichst "unkünstlerisch" klingen. Sogar nachträgliche Rechnungskorrekturen werden mitunter verlangt. Aller Kundenorientierung zum Trotz: Bei solchen Wünschen ist dienstbeflissenes Entgegenkommen fehl am Platz. Wir sagen Ihnen auch, warum.

Obligatorische KSK-Prüfungen

Die Pflicht zur Zahlung der Künstlersozialabgabe besteht für Unternehmen und Institutionen aller Art bereits seit Jahr und Tag. Um mehr Beitragsgerechtigkeit herzustellen, versucht die Künstlersozialkasse seit einiger Zeit, die abgabepflichtigen Auftraggeber möglichst vollständig zu erfassen.

Zu diesem Zweck werden inzwischen bundesweit Erfassungsbögen verschickt: Außerdem haben die Prüfdienste der Deutschen Rentenversicherung (DRV, vormals: BfA) den Auftrag, bei ihren regelmäßigen Betriebsprüfungen auch die Fälligkeit der Künstlersozialabgabe zu kontrollieren und durchzusetzen. Da Arbeitgeber im Schnitt alle vier Jahre mit einer DRV-Prüfung rechnen müssen, gehen den Behörden regelmäßig säumige Beitragszahler ins Netz.

Künstlersozialkasse und KSK-Beitragspflicht: Vielseitige Informationen bei akademie.de


Wer ist Künstler oder Publizist im Sinne der KSK?

Einen ersten Anhaltspunkt, welcher Personenkreis juristisch als Künstler und Publizisten gilt, liefert § 2 Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG):

"Künstler im Sinne dieses Gesetzes ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Publizist im Sinne dieses Gesetzes ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt."

Welche Tätigkeiten im Einzelnen abgabepflichtig sind und welche Bestimmungen für spezielle Branchen gelten (z. B. Werbeagenturen oder Veranstalter), entnehmen Sie im Zweifel den "Informationsschriften für Unternehmen und Verwerter", die auf der KSK-Website zum Download bereitgestellt werden.

Leistungsart 'anpassen'?

Da es sich bei dem 5,2-prozentigen Zuschlag (Stand: 2014) auf die Honorare von Künstlern und Publizisten ja nicht gerade um Peanuts handelt, liegt die Überlegung nahe, von seinen Dienstleistern "unverdächtige" Leistungsbeschreibungen zu verlangen. Der gewerkschaftliche Freien-Informationsdienst "mediafon" berichtete beispielsweise, dass Lektoren aufgefordert wurden, im Rechnungstext statt der abgabepflichtigen Leistung "Lektorat" einfaches "Korrekturlesen" anzugeben.

Bei überwiegend ausführenden, "handwerklichen" Tätigkeiten ohne größeren kreativen Gestaltungsspielraum fällt die Abgabe nämlich nicht an. Das hat das Bundessozialgericht vor Jahren in einem Grundsatzurteil entschieden.

Solange die Bezeichnung der Leistungsart mit den tatsächlichen Gegebenheiten übereinstimmt, ist gegen eine Konkretisierung oder gar die nachträgliche Korrektur durch Ausstellen einer neuen Rechnung grundsätzlich nichts einzuwenden. Dem Auftragnehmer entsteht dadurch normalerweise ja auch kein Schaden.

Anders ist es, wenn der Wegfall des künstlerischen oder publizistischen Umsatzanteils die weitere Mitgliedschaft in der KSK gefährdet wird. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn dadurch ...

  • das Mindestjahreseinkommen aus künstlerischen oder publizistischen Tätigkeiten von zurzeit 3.900 Euro unterschritten oder

  • die Obergrenze nicht-künstlerischer/nicht-publizistischer Leistungen überschritten wird. Die liegt derzeit bei 5.400 Euro pro Jahr. Mit anderen Worten: Die nicht-künstlerischen/nicht-publizistischen "Nebentätigkeiten" von KSK-Mitgliedern dürfen aufs Jahr gesehen nicht den Umfang einer geringfügigen Beschäftigung überschreiten. (Mehr dazu im Beitrag "Künstlersozialkasse und Geringfügigkeitsgrenze für Nebenjobs".)

Ob Sie KSK-Mitglied sind, ist für die Abgabe unerheblich!

Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Abgabepflicht des Auftraggebers besteht völlig unabhängig davon, ob der einzelne Auftragnehmer KSK-Mitglied ist oder nicht! Es kommt nur auf die Art der Tätigkeit an und darauf, dass sie von einem Selbstständigen erbracht wird.

Nachträgliche Rechnungskorrektur

Sofern es nur um eine Richtigstellung oder Präzisierung von Art und Eigenschaft des Auftrags geht, die mit der Realität übereinstimmt, ist eine nachträgliche Rechnungskorrektur durchaus zulässig: Je nachdem, welche Auftragsverwaltung Sie verwenden ...

  • ... schicken Sie Ihrem Kunden entweder einfach ein korrigiertes Rechnungsdokument, in dem lediglich die Leistungsart im Rechnungstext geändert ist, oder

  • ... stellen Sie eine Gutschrift über die ursprüngliche Rechnung aus und schicken Ihrem Kunden zusätzlich eine neue Rechnung mit neuer Rechnungsnummer.

Die Gutschrift, das unbekannte Wesen

Was beim Ausstellen von Gutschriften zu beachten ist, entnehmen Sie dem Beitrag "Gutschrift: Vielseitiges Abrechnungs-Instrument".

Manipulationen ablehnen!

Verlangen Auftraggeber jedoch Gefälligkeitsrechnungen, die mit den tatsächlichen Gegebenheiten nicht übereinstimmen, sollten Sie sich dem unbedingt widersetzen: Schließlich machen Sie sich dadurch des (Sozial-)Betrugs mitschuldig. Dessen Entdeckung ist alles andere als unwahrscheinlich: Papier mag ja geduldig sein - eine manipulierte Rechnung ändert jedoch nichts an den zugrunde liegenden Geschäftsvorgängen. Und die können von den DRV-Prüfern im Zweifelsfall jederzeit einer Plausibilitätsprüfung unterzogen werden.

Ob der Auftragnehmer ...

  • den Werbetext nur korrigiert oder in Wirklichkeit eigenhändig geschrieben hat,

  • beim Betriebsfest als Clown oder Kellner aufgetreten ist oder

  • die Unternehmens-Website nicht bloß verwaltet, sondern vielmehr gestaltet hat,

... lässt sich nun einmal auch im Nachhinein relativ leicht feststellen.

Wichtig: "Schummeln" ist in Rechnungsdingen kein Kavaliersdelikt! Im schlimmsten Fall ist nicht nur eine eventuelle KSK-Mitgliedschaft gefährdet. Theoretisch droht sogar eine strafrechtliche Verfolgung als Betrugsdelikt nach § 263 StGB (auch bereits der Betrugsversuch ist strafbar).

Keine Honorarkürzungen hinnehmen!

Sollte Ihr Kunde auf die Idee kommen, die Künstlersozialabgabe einfach von Ihrem Honorar abzuziehen, müssen Sie das keinesfalls hinnehmen: Das Abwälzen der Beiträge auf Künstler oder Publizisten ist laut § 36a KSVG unter Hinweis auf § 32 SGB I verboten.

Fazit

Über Sinn und Unsinn der Künstlersozialversicherung und der dazugehörigen Sozialabgabe kann man durchaus geteilter Meinung sein: Dass der mehr als 5-prozentige Aufschlag auf sämtliche Honorare an Künstler und Publizisten kleine Unternehmen in ernste Bedrängnis bringen kann, ist unbestreitbar. Erst recht dann, wenn die Abgabe aus heiterem Himmel und noch dazu über mehrere Jahre rückwirkend verlangt wird.

Einzelne Auftragnehmer sind dafür jedoch nicht verantwortlich - ganz gleich, ob sie KSK-Mitglied sind oder nicht. Wer seinen Kunden freiwillig oder unter mehr oder weniger "sanftem" Druck Gefälligkeitsrechnungen ausstellt, leistet sich einen Bärendienst und bringt sich schlimmstenfalls sogar mit dem Gesetz in Konflikt.

Am besten bleiben Sie bei der Wahrheit - für andere Steuern und Abgaben müssen Sie als Auftragnehmer Ihren Kunden ja auch nicht Rechenschaft ablegen. Günstiger als die Beschäftigung von Arbeitnehmern ist die Auftragsvergabe an freie Künstler und Publizisten allemal: Immerhin liegt der Arbeitgeberanteil an den Sozialversicherungsbeiträgen bei abhängig Beschäftigten rund fünfmal so hoch.

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Selbstständiger Kameramann, Rechnungsstellung

Guten Tag Herr Chromow,

noch neu auf dem Gebiet und aus den vielen Infoschreiben, Artikeln und Erläuterungen leider hinsichtlich der KSK noch immer nicht wirklich schlauer:
Wenn ich als selbstständiger Kameramann (KSK-Mitglied), eine Rechnung an einen Kunde schreibe, würde ich sie aufsplitten in:
1. Lohnleistungen (eigene + Team - ggf. bei Zuhilfenahme Beleuchter o.Ä.)
2. Materialgestellung (Licht, Kamera etc.) und
3. Anfahrt-/Reise- & Hotelkosten

Ich selbst müsste ja "nur" die 5,2% KSK Beitrag für die Netto-Löhne für mich selbst und die zur Unterstützung geholten Teammitglieder an die KSK abführen. Mein Auftraggeber (AG) wäre für die eigenständige Abführung der KSK-Beiträge zuständig, richtig? Muss ich mich über einen Zusatz in der Rechnung absichern, dass mein Auftraggeber die KSK-Beiträge zu zahlen hat oder darf man die Kenntnis beim AG voraussetzen?
Wie sieht es mit bei einem Verleih gemieteten und dem Kunden in Rechnung gestellten Equipment aus? Hat der AG auf diese auch die 5,2% zu zahlen, weil es lt. KSK-Definition unter "Material" läuft? Zur eigenen Sicherheit würde ich die Kosten als separate Position aufführen. Eine Pauschalrechnung würde ich ablehnen, denn wie sollte ich sonst die durch mich zu zahlenden KSK-Beiträge sicher ermitteln.

Für eine kurze Einschätzung und Erläuterung wäre ich dankbar. Für Ihre Mühen vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort: Selbstständiger Kameramann, Rechnungsstellung

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Nur so viel:

1.
Für sich selbst brauchen Sie keine Künstlersozialabgabe zu zahlen! Dafür ist der Auftraggeber zuständig. Ausdrücklich informieren müssen Sie ihn darüber nicht.

2.
Sie selbst müssen die Abgabe nur auf die Honorare abführen, die Sie Ihren Kooperationspartnern/Subunternehmern bezahlen.

3.
Verleih von Equipment ist aus meiner Sicht nicht beitragspflichtig. Aber auch das ist im Zweifel nicht Ihr Problem, sondern das des Auftraggebers.

4.
Im Beitrag "Doppelte KSK-Abgabe bei Unteraufträgen an andere Freelancer lässt sich vermeiden"
https://www.akademie.de/wissen/ksk-abgaben-vermeiden
... sind einige Szenarien beschrieben, die bei der Abrechnung von Kooperationen mit anderen Künstlern und Publizisten denkbar sind.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Zwang durch Abhängigkeit

Ich bin gezwungen zu meiner Rente hinzu zu verdienen. Ich habe einen Auftraggeber, der diese Abhängigkeit in jedweder Form ausreizt. Schlechte Bezahlung und Aufforderung zur Erstellung KSK freundlicher Rechnungen. Sollte ich mich weigern, droht Auftragsentzug. Ich will aber die Sache nun doch der Rentenstelle melden.

Frage

Mein Kunde soll auf meine Rechnungen für Gestaltung von seinen Flyern KSK zahlen.

Ich bin von Beruf eine Betriebswirtin und führe meine Agentur selbständig, erarbeite jedoch keine Gestaltungen für Kunden, kümmere mich ausschließlich um Kunden-Akquise und Buchführung.

Habe dazu 1 (für Gestaltungen usw.) Angestellte, die Gehalt bezieht und diese Gestaltungen allein! Ohne dass ich in dem Bereich tätig werde, erarbeitet.

Ich möchte Sie bitten, mir zu diesem Sachverhalt zu antworten, ob mein Kunde zu der KSK-abgabe verpflichtet ist,
obwohl ich diese Leistungen über meine Angestellte die, wie erwähnt ja Gehalt bezieht, erstellen lasse.

Antwort: Frage

Guten Tag,
an FreiberuflerInnen, Einzelunternehmen und GbR gezahlte Entgelte für künstlerische oder publizistische Leistungen oder Werke sind beitragspflichtig. Ob Sie als Inhaberin dabei selbst Hand anlegen oder nicht, spielt keine Rolle.

Um der Beitragspflicht zu entgehen, müssten Sie umfirmieren: Kapitalgesellschaften (wie GmbH oder UG) oder auch Personengesellschaften (wie KG oder OHG) sind grundsätzlich nicht beitragspflichtig.

Viele Grüße
Robert Chromow

Frage bezugnehmend zu ihrer Antwort 31.03.16

Guten Tag Herr Chromow,
erstmal vielen Dank für Ihre wirklich hilfreichen Artikel auf Ihrer Seite!:)
Vielleicht können Sie mir noch eine Frage bezüglich der KSK Beitragspflicht ergänzend beantworten:
Wir planen eine Werbeagentur als KG zu gründen. Bedeutet, dass unsere Kunden keine Abgaben an die KSK zu leisten haben. Wie sieht dies mit uns als KG aus - sind wir, für den Fall, dass wir freiberufliche Grafiker, Fotografen, Texter o.ä. für einen Auftrag beschäftigen, beitragspflichtig?
Vielen Dank im Voraus und beste Grüße,
E. Berger

Antwort: Frage bezugnehmend zu ihrer Antwort 31.03.16

Guten Tag, Frau / Herr Berger,
vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Frage 1:
Zur Abgabepflicht der _Kunden_ einer Kommanditgesellschaft heißt es in den KSK-"FAQ für Unternehmen und Verwerter":
------------ Zitat ----------------
Nicht abgabepflichtig sind:

Zahlungen an juristische Personen
Zahlungen an eine Kommanditgesellschaft (KG)
Zahlungen an eine GmbH & Co. KG
Zahlungen an eine offene Handelsgesellschaft (OHG)
die gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer,
steuerfreie Aufwandsentschädigungen (z. B. Reise- und Bewirtungskosten)
Entgelte, die im Rahmen der so genannten Übungsleiterpauschale in Höhe von max. 2.400 € jährlich steuerfreie Aufwandsentschädigungen sind ( § 3 Nr. 26 EStG)
Gewinnzuweisungen an Gesellschafter.
----------Zitat-Ende --------------
Quelle:
http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/unternehmer/faqfuerunternehm...

Frage 2:
Zahlungen der KG an freiberufliche kreative Dienstleister sind dagegen beitragspflichtig: Das ist ja einer der typischen "Verwerter"-Fälle.

Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Berufsverband oder einem Steuerberater. Oder Sie wenden sich direkt an die Künstlersozialkasse:
http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/kontakt/index.php

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Das Tolle ist, wenn

ein DJ beispielsweise als "Künstler" bzw. künstlerische Arbeit definiert wird, worauf KSK-Abgaben anfallen.
Will dieser DJ aber in die KSK eintreten wird es abgelehnt, wegen "nichtkünstlerischer Tätigkeit".

D.h. die KSK will überall kassieren auch für Leistungen, welche sie im eigenen Versicherungswesen als nicht-künstlerisch abtut.

DJs sind keine Künstler

Bin selber DJ und habe bei der KSK angerufen. Mir wurde mitgeteilt, dass für die Vermittlung eines DJs keine KSK Gebühr anfällt, wenn der DJ lediglich bestehende Songs abspielt und nicht live eigene Verfremdungen/Remixe produziert. Würde mich aber interessieren, ob jemand eine anders lautende Information erhalten hat.

Ein Prüfer der DRV

Leistungen von DJs, die nicht selbst neue "Musik" erschaffen (zB durch die Vermischung von Liedern, etc), sondern nur Songs abspielen, sind tatsächlich nicht zur Bemessung heranzuziehen. So handhaben wir Prüfer es auch in der Praxis. Wenn Prüfer das anders machen, ist das falsch.

Gefälligkeitsrechnung

Hallo Herr Chromow,

der Eintrag ist zwar schon älter, aber das Thema wohl ein Dauerbrenner.

Unwissenheit schützt bekanntlich nicht vor Strafe, aber späte Erkenntnis ist wohl besser als zu späte.

Wie geht man mit der Situation um, wenn man feststellt, dass die Umformulierung einer Rechnung diese letztenendes zu einer "Gefälligkeitsrechnung" hat werden lassen?

Beste Grüße

Antwort: Gefälligkeitsrechnung

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Leider ist eine Einzelfallberatung an dieser Stelle weder möglich noch zulässig.

Selbst eine allgemeine Auskunft zum Sachverhalt fällt mir schwer, weil ich Ihr Anliegen nicht verstanden habe. Die Korrektur einer zuvor bereits einmal korrigierten und vermutlich bezahlten Rechnung (falls das gemeint war) halte ich für wenig praktikabel. Ich selbst würde die Sache vermutlich auf sich beruhen lassen, aus dem Fehler lernen und mich künftig nicht mehr über den Tisch ziehen lassen.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo Herr Chromow, die

Hallo Herr Chromow,

die Frage lautete: Wie verhält man sich allgemein, wenn man im Nachhinein erst merkt, dass die Bitte um Änderung des Rechnungspostens auf eine Umgehung der KSK-Abgabe, die der Auftraggeber zu verrichten hätte, abgezielt hat?

Ich denke, dass nicht jedem das System klar ist und oft nichts Böses hinter der harmlos wirkenden Bitte/Auforderung vermutet wird.

Vielen Dank für die schnelle Antwort Ihrerseits.
Der Input hat mir weitergeholfen.

Guten Tag und vielen Dank für

Guten Tag und vielen Dank für die Erläuterung. Wie gesagt: Wenn "im Nachhinein" heißt, dass die zuvor bereits einmal korrigierte Rechnung schon bezahlt ist, halte ich eine erneute Korrektur für wenig sinnvoll und aussichtsreich.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo,
Promotion klingt in meinen Ohren nicht unbedingt nach künstlerischer Tätigkeit, das Modellieren von Ballonfiguren schon. Wie ein Prüfer im Auftrag der Künstlersozialkasse die Kombination aus Promotion und Modellieren beurteilen würde, kann ich nicht einschätzen. Im Zweifel für die Abgabenpflicht, vermute ich. :-)
Am besten fragen Sie (oder Ihr Auftraggeber) direkt bei der Künstlersozialkasse nach:
http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/kontakt/
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Ich bin Promoter und Ballonmodelierer. ich promote veranstaltungen und modelliere ( forme Ballonfiguren )für die Gäste des Auftraggebers.
Muss der Auftraggeber auch hier eine Künstlerabgabe tätigen?

Hallo Christine,
LektorInnen gelten grundsätzlich als PublizistInnen im Sinne des KSVG. Wenn "Ihr" Sachbearbeiter das bezweifelt, sollte er einmal einen Blick auf die Liste der "Vertreter der Versicherten im Bereich Wort" der KSK-Website werfen:
http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/kuenstlersozialkasse/Beirat_...
kurz: http://bit.ly/ga2woy
------------ Zitat ----------------
Dr. phil. Gisela Hack-Molitor
Lektorin und Literaturwissenschaftlerin
vertritt den Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren e.V. stellvertretendes Mitglied im Widerspruchsausschuss
E-Mail: info@hamol.de
Web: www.vfll.de
----------Zitat-Ende --------------
Wenn das nicht hilft, sollten Sie sich Unterstützung holen, zum Beispiel bei "mdediafon"
http://www.mediafon.net/, der Selbstständigenvertretung der Gewerkschaft Verdi oder einem Berufsverband wie dem bereits erwähnten Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL)
http://www.vfll.de/
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow
PS: Lassen Sie uns wissen, was daraus geworden ist? Danke!

Hallo,
ich habe mich als Lektorin selbstständig gemacht und arbeite im Augenblick vor allem für Schulbuchverlage. Als Lektorin sollte ich ja eigentlich unter das KSVG fallen. "Mein" Sachbearbeiter bei der KSK zweifelt jedoch an, dass "es sich bei dem Lektorieren von Fachbüchern um eine künstlerisch-publizistische Leistung handelt". In Literatur und im Internet habe ich überall die Information gefunden, dass man sofort als künstlerisch-publizistisch tätige Person zählt, wenn man in einen Text mehr eingreift als nur Rechtschreibung und Grammatik zu korrigieren - und das ist bei mir der Fall. Was ist korrekt und was kann ich tun?
Vielen Dank im Voraus.
Christine

Typisch

"Dein" Sachbearbeiter will, dass Deine Auftraggeber KSK dafür zahlen, erkennt diese Tätigkeit aber bei Dir selber als nicht künstlerisch an.

Hallo Melanie,
Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe sind laut § 25 KSVG
http://bundesrecht.juris.de/ksvg/__25.html
------------ Zitat ----------------
... die Entgelte für künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen, die ein nach § 24 Abs. 1 oder 2 zur Abgabe Verpflichteter im Rahmen der dort aufgeführten Tätigkeiten im Laufe eines Kalenderjahres an selbständige Künstler oder Publizisten zahlt, [..]
----------Zitat-Ende --------------
Kein Honorar, keine Künstlersozialabgabe - oder war Ihre Frage anders gemeint?
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Ich habe eine Frage zur KSK. Ist der Auftraggeber im Falle einer Stornierung des Künstler-Engagements künstlersozialversicherungspflichtig? Fällt in diesem Fall der Beitrag für die Künstlersozialkasse trotzdem an?
Wäre Ihnen sehr dankbar für eine Antwort.
Besten Dank im Voraus.

Melanie

Hallo Mathildchen,
Helfen Sie mir auf die Sprünge: Wer sagt, dass Sie auf Ihren Rechnugnen den "KSK-Betrag samt Mehrwertsteuer ausweisen" müssen?
Danke und herzliche Grüße
Robert Chromow

Hallo lieber Herr Chromow muss man wirklich jetzt auf seinen Rechnungen den KSK-Betrag samt Mehrwertsteuer ausweisen? Ich hab das leier nicht gemacht, was kann ich jetzt noch tun?? Ich muss wohl alles neu schreiben? Seit wann ist das so, schon immer? Danke dass Sie immer so nett weiterhelfen!!! Mathildchen

Hallo,
als Künstler müssen Sie sich um das Abführen der Abgabe nicht kümmern. Wenn die Abrechnung in Form eines Minijobs für Sie selbst steuerlich und sozialversicherungsrechtlich o.k. ist, spricht m. E. nichts dagegen.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Wie soll man sich als selbstständiger Künstler verhalten, wenn ein
Unternehmen die KSK-Abgabe umgehen möchte und die Tätigkeit als Minijob deklarieren möchte?

Hallo Herr Chromow,
vielen Dank für die Antwort. WErd mich dann mal vor Ort schlau machen.

Mit freundlichem Gruß

G.B.

Hallo,
mit einer individuellen "Versicherung" eines Mitarbeiters hat die KSK-Abgabe nichts zu tun. Sofern die in o.g. Artikel genannten Voraussetzungen erfüllt sind, muss sie gezahlt werden. Wenn Sie der Auftraggeber (=Verwerter) eines Künstlers sind, ist es nicht auszuschließen, dass Sie abgabepflichtig sind. Im Allgemeinen muss jedoch der Veranstalter, der mit Ihnen den Vertrag schließt, die Abgabe für das gesamt Band-Honorar zahlen. Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, fragen Sie am besten direkt bei der Künstlersozialversicherung nach:
(0 44 21) 75 43 - 9
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Wenn ich als Band (GbR) tätig bin, ist dann jedes Bandmitglied zu Zahlungen an die KSK verpflichtet oder betrifft das nur den Auftraggeber?
Wenn ich als Band einen Musiker beauftrage der Nicht Mitglied der GbR ist, muss ich diesen dann versichern (Aushilfssänger oder "angestellter" Sänger)?

Guten Tag,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Dass bestimmten Kreativen jahrelang der Zugang zur KSK verweigert worden ist, ändert nichts an der Tatsache, dass die Pflicht zur Zahlung der Sozialabgabe grundsätzlich seit Jahr und Tag besteht. Die Kunst- und Publizistikwelt wird ja nicht nur von Webdesignern bevölkert. :-)
Im Übrigen stimme ich Ihnen uneingeschränkt zu: Webdesigner jahrelang mit aller Macht aus der KSK fernhalten, dann aber rückwirkend für Webdesign-Honorare die Sozialabgabe verlangen, ist absurd.
Mit freundlichenn Grüßen
Robert Chromow

Das die Pflicht bereits seit "Jahr und Tag" besteht ist nicht ganz korrekt formuliert.
Werbeagenturen und andere Kreative sind erst seit 2005 per Urteil bei der KSK als "Künstler" geführt.
Ich halte es deshalb für rechtlich äußerst zweifelhaft und argumentativ nicht begründbar, dass die KSK die Beiträge von den Kunden z.B. der Werbeagenturen rückwirkend bis in das Jahr 2002 einfordert.

Zur Erinnerung: Die KSK hatte sich bis zum Urteil des Bundessozialgerichtes 2005 vehement geweigert, z.B. Webdesigner als "Künstler" anzuerkennen und aufzunehmen.

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