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Mahnung im Schnellüberblick: Korrektes Mahnen, Verzug und Mahnverfahren

So mahnen Sie richtig: Was Sie über Mahnungen, Mahnpauschale und Verzugszinsen wissen sollten

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Stand: 21. Februar 2018 (aktualisiert)

Sich mit Mahnungen, Verzug und Zahlungsfristen auskennen – das ist für alle Unternehmer und Selbstständige wichtig. Früher oder später hat man bestimmt mit einer unbezahlten Rechnung zu tun. Wir erklären die Rechtslage beim Mahnen und zum Verzug, stellen die 40-Euro-Mahnpauschale vor und geben Tipps für ein effektives Mahnverfahren.

Muster zum Download: Mahnschreiben mit Mahnpauschale

Als Mitglied von akademie.de können Sie sich ein Mahn-Musterschreiben auf Basis der Mahnpauschale im Word-Format herunterladen und für eigene Zwecke anpassen.

Download: Muster-Mahnschreiben (Mahnpauschale für Geschäftskunden, .doc-Datei)

"Mahn-Basics" im Schnellüberblick

  • Es gibt keine Pflicht, dreimal zu mahnen.

  • Geschäftskunden geraten sogar ganz ohne Mahnung in Verzug – laut Gesetz spätestens dann, wenn sie 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung nicht bezahlt haben.

  • Privatkunden kommen bei verspäteter Zahlung nur dann automatisch in Verzug, wenn sie in der Rechnung ausdrücklich auf die 30-Tages-Frist und den drohenden Zahlungsverzug hingewiesen wurden.

  • Ab dem Verzugszeitpunkt können Sie Verzugszinsen fordern. Auch Ihre Mahnkosten muss der Schuldner bezahlen. Bei Unternehmern und Institutionen, die in Verzug geraten, dürfen Sie unabhängig von der Höhe der Forderung eine "Mahnpauschale" von 40 Euro berechnen.

  • Sie können beim Geschäftsabschluss mit Ihren Kunden abweichende Zahlungsziele vereinbaren. Für Abnahme- und Zahlungsfristen gibt es jedoch gesetzliche Höchstgrenzen (im Regelfall 30 bzw. 60 Tage).

  • Gegen Schuldner, die in Verzug geraten sind, können Sie ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten.

  • Abgesehen von der rechtlichen Situation hat der Umgang mit Nichtzahlern aber immer auch pragmatische Aspekte. Eine gut formulierte Mahnung kann den Zahlungseingang veranlassen und gleichzeitig die Geschäftsbeziehung erhalten.

Drei Mahnungen sind Pflicht? Von wegen!

Es gibt geschäftliche Gepflogenheiten, die im Laufe der Jahre einen unhinterfragten Kultstatus bekommen haben und unabhängig von ihrem Sinngehalt befolgt werden. Dazu gehören auch die klassischen Eskalationsstufen im Mahnwesen, ausgehend von

  • einer freundlichen Zahlungserinnerung ("… haben Sie gewiss übersehen …")

  • über die 1. Mahnung ("… konnten wir leider noch keinen Zahlungseingang feststellen …") und

  • die eine bereits etwas energischere 2. Mahnung ("… zahlen Sie bitte umgehend den offenen Rechnungsbetrag …")

  • bis hin zur "unmissverständlichen" 3. und letzten Mahnung ("Sollten Sie diese letzte Zahlungsfrist unbeachtet verstreichen lassen, werden wir …"), in der das anschließende

  • gerichtliche Mahnverfahren angedroht wird

Dabei ist das rechtlich betrachtet keineswegs geboten, denn die Pflicht zum geduldigen Verschicken mehrerer Mahnungen hat es in Wirklichkeit nie gegeben.

Automatisch in Verzug per Gesetz

Bis vor ein paar Jahren hatten Gläubiger noch das Problem, ihre Geldschuldner nachweislich "in Verzug" zu setzen. Sofern ein genau festgelegter Fälligkeitstermin nicht bereits im Vertrag festgelegt war, hatte die Mahnung daher früher die Funktion, nachträglich einen verbindlichen Zahlungszeitpunkt festzusetzen. Erst wenn dieser Termin verstrichen war, befand sich der Schuldner im Zahlungsverzug, erst dann konnten der "Verzugsschaden" in Form von Zinsen auf die ausstehende Forderung geltend gemacht und die Kosten eines gerichtlichen Mahnverfahrens auf den Schuldner abgewälzt werden.

Dieses umständliche Verfahren hat das Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen bereits vor Jahren überflüssig gemacht. Seit einer ersten einschneidenden Änderung des § 286 BGB kommt der Schuldner einer Geldforderung grundsätzlich spätestens (!) "30 Tage nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung" in Verzug. Vorausgesetzt ist dabei, dass die Leistung, aus der sich die Geldforderung ergibt, unstrittig und vollständig erbracht ist.

Im Zuge der großen Schuldrechtsreform wurde der Verzugs-Paragraf dann noch einmal konkretisiert. Dort heißt es seitdem:

Zitat § 286 Abs. 3 BGB

"Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung leistet; dies gilt gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher ist, nur, wenn auf diese Folgen in der Rechnung oder Zahlungsaufstellung besonders hingewiesen worden ist.

Wenn der Zeitpunkt des Zugangs der Rechnung oder Zahlungsaufstellung unsicher ist, kommt der Schuldner, der nicht Verbraucher ist, spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Empfang der Gegenleistung in Verzug."

(Kompletter Paragraf)

Gegenüber Privatleuten ist die Verzugsautomatik also nur dann wirksam, wenn der Unternehmer auf der Rechnung ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht hat (Tipps zur formellen Angabe finden Sie in unserem Leitfaden über korrekte Rechnungen).

Für B2B-Geschäfte gilt: Falls unklar ist, wann die Rechnung beim Empfänger angekommen ist (= "Zugang der Rechnung oder Zahlungsaufstellung"), kommt es auf den Zeitpunkt der Lieferung oder Leistungserbringung an. Geschäftskunden können den Eintritt des Verzugs also nicht mit Hinweis auf eine vermeintlich fehlende Rechnung verhindern!

Früherer Verzug kann vereinbart werden

Unabhängig davon, ob der Empfänger ein Geschäfts- oder Privatkunde ist, kann auch ein früherer Verzugsbeginn vereinbart werden.

Rechtsfolgen des Verzugs

Sobald Ihr Schuldner in Verzug ist, dürfen Sie Ihren eingetretenen "Verzugsschaden" geltend machen. Das geschieht in Form von Mahngebühren und einer Verzinsung der ausstehenden Geldforderung: Die maximale Höhe der Verzugszinsen ist im § 288 BGB genau festgelegt:

  • Zwischen Geschäftsleuten darf der Zinssatz neuerdings 9 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz der Deutschen Bundesbank (von aktuell -0,88 % [minus!], Stand: Februar 2018) liegen – derzeit also bei 8,12 %.

  • Gegenüber Verbrauchern liegt der erlaubte Zinssatz 5 Prozentpunkte über dem genannten Basiszinssatz (im Moment also bei 4,12 %).

Rechnen erforderlich

Um Missverständnissen vorzubeugen: Alle Zinssätze beziehen sich auf ein ganzes Jahr. Sie dürfen die Rechnungssumme also nicht einfach um fünf bis neun Prozent erhöhen!

Bei einer Forderung gegenüber einem Geschäftskunden in Höhe von 5.000 Euro und einer Verzugsdauer von sechs Wochen (= 42 Tagen) ergeben sich derzeit zum Beispiel Verzugszinsen von knapp 50 Euro (5.000 Euro x 8,12 % = 406 Euro / 360 x 42 = 47,37 Euro).

B2B-only: 40-Euro-Mahnpauschale

Neben der Anhebung des Verzugs-Zinssatzes hat das "Gesetz zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr" (PDF, 56 KB) vor einiger Zeit wichtige Änderungen beim Thema Mahngebühren mit sich gebracht:

  • Gerät ein Geschäftskunde oder ein öffentlicher Auftraggeber in Verzug, darf der Rechnungsteller gemäß § 288 Abs. 5 BGB ohne weitere Nachweise eine Mahnpauschale in Höhe von 40 Euro geltend machen – bei nachweislich höheren Aufwendungen auch mehr.

  • AGB-Klauseln, die Zahlungsfristen von mehr als 30 Tagen oder Überprüfungs- und Abnahmefristen von mehr als 15 Tagen vorsehen, sind ungültig.

  • Bei einzeln ausgehandelten Verträgen dürfen öffentliche Auftraggeber in Zukunft Zahlungsfristen von höchstens 30 Tagen setzen. Nur in Ausnahmefällen darf das Zahlungsziel 60 Tage betragen.

  • Privatwirtschaftliche Auftraggeber dürfen ein Zahlungsziel von maximal 60 Tagen setzen. Nur in Ausnahmefällen darf die Zahlungsfrist länger sein. Mit anderen Worten: Unabhängig vom Wortlaut des einzelnen Vertrags muss künftig spätestens zwei Monate nach Rechnungseingang gezahlt werden – sonst ist der Geschäftskunde im Verzug.

Keine Mahnpauschale bei Privatpersonen

Gegenüber Verbrauchern (= Privatpersonen) dürfen Sie die 40-Euro-Pauschale nicht in Rechnung stellen! Hier bleibt es bei den klassischen "Mahngebühren".

Genaue Vorgaben über deren Höhe gibt es nach wie vor nicht. Als angemessener Ausgleich für die entstandenen Material- und Versandkosten (nicht jedoch die Bearbeitungskosten!) gilt in vielen Branchen eine Größenordnung von 2,50 Euro pro Mahnung. Voraussetzung für das Erheben von Mahngebühren ist aber auch und gerade gegenüber Privatkunden, dass sich der Kunde bereits in Verzug befindet. Wird der Schuldner durch die erste Zahlungserinnerung oder Mahnung überhaupt erst in Verzug gesetzt, dürfen für diese Mahnung keine Gebühren erhoben werden!

Gerichtliches Mahnverfahren

Sobald der Verzug eingetreten ist, können Sie außerdem ohne Weiteres das gerichtliche Mahnverfahren einleiten. Die dabei entstehenden Kosten muss der Schuldner tragen. Bereits die Ankündigung eines gerichtlichen Mahnbescheids wirkt dabei oft Wunder: Auch wenn die Rechnung nicht sofort und in voller Höhe beglichen wird, rühren viele Zahlungspflichtige sich dann wenigstens.

Das gerichtliche Mahnverfahren selbst ist ziemlich einfach:

  • Sie besorgen sich den erforderlichen Vordruck im Schreibwarenhandel und füllen einige wenige Felder aus.

  • Sie reichen den Antrag bei dem für Ihren Standort zuständigen zentralen Mahngericht ein. Welches das ist, erfahren Sie unter Online-Mahnportal.

  • Das Gericht prüft Ihr Anliegen lediglich formal auf Plausibilität hin und erlässt daraufhin den Mahnbescheid an Ihren Schuldner.

  • Nach der Zustellung des gerichtlichen Mahnbescheids hat Ihr Kunde 14 Tage lang Zeit, vor Gericht Widerspruch einzulegen. Widerspricht er, wissen Sie zumindest, woran Sie sind, und können überlegen, ob Sie mit einer Zivilklage vor Gericht zu Ihrem Recht kommen wollen.

Widerspricht Ihr Schuldner nicht, können Sie unmittelbar anschließend einen Vollstreckungsbescheid erwirken und Ihre Forderung durch einen Gerichtsvollzieher durchsetzen lassen.

Online-Mahnservice

Die deutschen Mahngerichte bieten seit einiger Zeit die Möglichkeit, gerichtliche Mahnbescheide via Internet zu erwirken. Die Handhabung des "Online-Mahnantrags" ist vergleichsweise einfach. Den fertigen Antrag können Sie wahlweise ausdrucken und per Post an das zuständige Mahngericht schicken oder gleich online übermitteln. Dafür benötigen Sie dann aber eine digitale Signatur und eine Signaturkarte.

Die Kosten für den Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids sind im Gerichtskostengesetz festgelegt. Die Gerichtgebühren werden auf die Forderungssumme aufgeschlagen - sind zunächst jedoch vom Antragsteller aufzubringen. Die Gebühren liegen zum Glück in erschwinglichen Größenordnungen. Anhaltspunkte für die Größenordnung von Gerichtskosten bei Mahnbescheiden:

  • bis 1.000 Euro: 32 Euro,

  • 2.500 Euro: 54 Euro,

  • 5.000 Euro: 73 Euro,

  • 10.000 Euro: 120,50 Euro.

Gratwanderung: Kommunizieren oder klagen?

Auch wenn Geldschuldner inzwischen schneller in Verzug geraten und Mahnbescheide recht einfach zu erwirken sind, sollten Sie den Schwerpunkt auf eine angemessene und dabei freundliche Kundenkommunikation setzen. Denkbare Möglichkeiten gerade bei Kunden, deren Zahlungsmoral nicht über jeden Zweifel erhaben scheint, sind:

  • Auf jede Ausgangsrechnung schreiben Sie einen positiv formulierten, aber unmissverständlichen Zahlungshinweis wie diesen:

    "Der Rechnungsbetrag ist sofort fällig. Um Ihnen und uns unnötige Kosten zu ersparen, verzichten wir auf ein mehrstufiges Mahnverfahren. Sollten Sie diese Rechnung im Laufe der nächsten 30 Tage nicht begleichen, geraten Sie gemäß § 286 BGB automatisch in Zahlungsverzug. Ab diesem Zeitpunkt berechnen wir Verzugszinsen in Höhe von 8,12 Prozent p.a. Außerdem müssen alle Kosten eines eventuell folgenden gerichtlichen Mahnverfahrens von Ihnen getragen werden. Bitte setzen Sie sich daher bei absehbaren Zahlungsverzögerungen rechtzeitig mit uns in Verbindung."

  • Kurz vor Eintritt des Verzugs weisen Sie telefonisch auf den Ablauf der Zahlungsfrist hin und vergewissern sich so, dass die Rechnung auch tatsächlich eingetroffen ist.

  • Nach Eintritt des Verzugs schicken Sie eine (einzige) schriftliche Mahnung. Darin geben Sie die Rechnungsnummer, das Rechnungsdatum und den Zeitpunkt des Verzugsbeginns an. Rechnen Sie dabei ruhig großzügige Postlaufzeiten von drei Tagen ein. Weisen Sie noch einmal auf die gesetzliche Grundlage des eingetretenen Zahlungsverzugs hin und teilen Sie den Termin mit, an dem Sie das gerichtliche Mahnverfahren einleiten werden.

Kalkulieren Sie dabei je nach Forderungssumme und Dauer der bisherigen Geschäftsbeziehungen einen Puffer von einigen Tagen bis zu zwei Wochen ein, damit Ihr Kunde genügend Zeit hat, mit Ihnen zu einer außergerichtlichen Einigung zu kommen.

Fazit

Eine klares und selbstbewusstes Kommunikationsverhalten in Rechnungsangelegenheiten steht keineswegs im Widerspruch zu guten und verständnisvollen Kundenbeziehungen: Selbstverständlich können und sollten Sie Fingerspitzengefühl an den Tag legen und Ihren Geschäftspartnern im Einzelfall entgegenkommen.

Wichtig ist aber, dass der Verfahrensrahmen klar ist und die Beteiligten offen miteinander kommunizieren. Sorgen über Auftragsverluste sollten Sie sich nicht machen: Seriöse Kunden wissen professionelles Forderungsmanagement sogar zu schätzen.

Keine Zahlung? Kontakt herstellen!

Die rechtliche Seite ist wichtig. Nicht weniger relevant ist jedoch auch der pragmatische Aspekt erfolgreicher Inkassomaßnahmen. Verschwenden Sie keine Energie damit, sich zu ärgern, wenn ein Auftraggeber oder Kunde nicht zahlt – so natürlich diese Reaktion auch ist. Es gilt herauszufinden: Warum zahlt der Kunde nicht?

Unzufriedenheit, finanzielle Probleme, grundsätzlich schlechte Zahlungsmoral – von der Antwort hängt ab, welche Strategie sinnvoll ist. Und um diese Antwort zu finden, müssen Sie Kontakt aufnehmen. Der beste Weg dazu ist das direkte Gespräch. Bleiben Sie neutral und sachlich. Lassen Sie sich weder provozieren noch einwickeln. Zunächst geht es nur darum,

  • den Schuldner an die Zahlung zu erinnern, falls diese tatsächlich vergessen wurde;

  • ihm zu signalisieren, dass Sie auf das Nichtbezahlen reagieren und

  • herauszufinden, warum nicht bezahlt wurde.

Alles Weitere können Sie in Ruhe nach dem Gespräch entscheiden.

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Ihre Wertung:

 

Mahngebühr wird regelmäßig nicht bezahlt

Hallo geehrter Herr Chromow,
leider hat sich auch mit der Änderung der Mahngebühren auf 40€ die Einstellungen vieler Debitoren zu Rechnungen und Mahnungen nicht geändert. Erst mit der zweiten oder dritten Mahnung wird bezahlt und dann spart sich der Debitor auch noch die in der Mahnung gesetzeskonform aufgeführte Mahngebühr. Einstellung: "der Rechnungssteller kann froh sein, dass er sein Geld bekommen hat".
Was ja auch nicht selten der Fall ist.
Unter der Voraussetzung, dass man Überschneidungen mit Zahlung / Mahnung ausschließen kann und unter der Voraussetzung, dass die säumigen Zahlungen die Geschäftsbeziehung nicht weniger belasten, als die Klarstellung der rechtlichen Situation zwischen den Geschäftspartnern.
Meine Frage: wie sieht die Rechtslage aus bezüglich der Möglichkeiten, die 40 EURO Mahngebühren nachzufordern ? Welche Mahngebühren werden ggf. wiederum dafür veranschlagt ?
Vorausgesetzt, dass die "weiche" Tour mit freundlichem Hinweis per Telefon oder Anschreiben nicht fruchtet.
Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus.

Antwort: Mahngebühr wird regelmäßig nicht bezahlt

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht. Zu Ihrer Frage: In § 288 BGB
http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__288.html
heißt es zum Thema "Mahnpauschale":
------------ Zitat ----------------
Der Gläubiger einer Entgeltforderung hat bei Verzug des Schuldners, wenn dieser kein Verbraucher ist, außerdem einen Anspruch auf Zahlung einer Pauschale in Höhe von 40 Euro. Dies gilt auch, wenn es sich bei der Entgeltforderung um eine Abschlagszahlung oder sonstige Ratenzahlung handelt. Die Pauschale nach Satz 1 ist auf einen geschuldeten Schadensersatz anzurechnen, soweit der Schaden in Kosten der Rechtsverfolgung begründet ist.
----------Zitat-Ende --------------
Mit anderen Worten: Sofern es sich um ein B2B-Geschäft handelt und der Schuldner in Verzug ist, haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf die 40-Euro-Pauschale.
Und was die Mahnungen für Mahngebühren angeht: Da sich der Schuldner ja bereits in Verzug befindet, sind separate Mahnungen für unbezahlte Mahngebühren nicht erforderlich (schon gar nicht gegenüber anderen Geschäftsleuten): Sie können theoretisch gleich das gerichtliche Mahnverfahren einleiten.
Viele Grüße
Robert Chromow

Anwaltsgebühren?

Hallo Herr Chromow,
wenn ich meinen Kunden mehrfach gemahnt habe, er nicht zahlt, ich einen Anwalt beauftrage und der Kunde dann doch noch schnell zahlt, bevor der Anwalt tatsächlich tätig wird - wer muss die Anwaltskosten tragen?
Vielen Dank und beste Grüße

Antwort. Anwaltsgebühren?

Guten Tag,
bitte beachten Sie: Eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht zulässig. Hinzu kommt, dass eine Beurteilung der Sachlage anhand Ihrer bisherigen Informationen nicht möglich ist. Ob Sie einen Verzugsschaden geltend machen können (und wenn ja in welcher Höhe), hängt insbesondere davon ab, ob der Kunde überhaupt in Verzug ist.

Abgesehen davon stellt sich die Frage, warum der Kunde ggf. die Kosten eines Anwalts tragen soll, der gar nicht tätig geworden ist!? Am besten besprechen Sie die Details Ihres Einzelfalls mit besagtem Rechtsanwalt. :-)

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Mahnung an den Auftraggeber schreiben...

Sehr geehrter Herr Chromow,

derzeit befinde ich mich in einer sehr unangenehmen Situation, da mein Auftraggeber die letzte Rechnung auch nach mehreren schriftlichen, wie auch telefonischen Nachfragen nicht bezahlt haben.
Ich bin zur Zeit als Freiberufler in Vollzeit für dieses eine Ingenieurbüro tätig und bin auf einen regelmäßigen (monatlichen) Zahlungseingang angewiesen. Vor einigen Monaten ist ein ähnlicher Fall mit meinem Auftraggeber schon einmal aufgetreten und wir hatten uns darauf geeinigt, dass ich rechtzeitig informiert werde, sollte dies noch einmal vorkommen. Leider ist das auch diesmal nicht passiert und ich konnte mich nicht auf einen verspäteten, bzw. ganz ausbleibenden Zahlungseingang einstellen. Nun habe ich meine monatlichen Kosten durch Leihgaben meiner Eltern decken können, habe wie erwähnt mehrfach versucht, herauszufinden, warum die Zahlung ausbleibt und letzte Woche endlich eine Antwort bekommen: Einer der "Chefs" gab mir die Auskunft, dass wiederum seine Auftraggeber nicht gezahlt haben und es so zu einem Engpass gekommen ist. Er wollte sich mit dem zweiten "Chef" absprechen, damit ich wenigstens einen Abschlag auf die Rechnung gezahlt bekomme, leider ist bisher noch kein Cent gezahlt worden.
Ich habe eigentlich ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Auftraggebern und möchte dieses nicht durch eine Mahnung trüben, sehe aber mittlerweile keine andere Möglichkeit mehr. Es ist jedes Mal ein erheblicher Zeitaufwand (und damit verbunden auch ein Arbeitsausfall in meiner fortlaufenden Beschäftigung) alle Stellen abzutelefonieren und zu informieren, dass Abbuchungen zurückgebucht wurden, diese aber beglichen werden, sobald mir die Möglichkeit dazu zur Verfügung steht. Ich weiß nicht, wie ich reagieren soll, schließlich will ich ja auch nicht nach der Hand schnappen, die mich füttert...
Für eine Rückmeldung Ihrerseits wäre ich sehr verbunden und verbleibe
Mit freundlichen Grüßen,
Nicole

auch eine Frage der eigenen Einstellung

Sehr geehrte Nicole,

wenn ich der Antwort von Robert Chromow vorgreifen darf: Ich glaube, Sie sehen die Angelegenheit aus dem falschen Blickwinkel. Ein Auftraggeber nutzt Ihnen nur dann etwas, wenn er bezahlt. Wenn er seinen Teil der Vereinbarung nicht einhält, dann ist das genau so, wie wenn Sie Geld genommen hätten, dafür aber nicht liefern.

Nun kann es gut sein, dass hinter der Zahlungsverzögerung kein böser Wille steckt, sondern Schwierigkeiten mit eigenen Zahlungseingängen, wie Sie es schildern. Aber sehen Sie sich bitte nicht als Bittstellerin: Sie haben Ihren Auftrag erledigt und damit Anspruch auf Bezahlung. Und es ist Aufgabe des säumigen Kunden, einen Ausweg zu finden.

Natürlich nutzt es nichts, Forderungen zu stellen, die schlicht nicht erfüllbar sind. Aber Sie können (und sollten, glaube ich) selbstbewusst Vorschläge machen und Positionen markieren:

- Ihr Auftraggeber schuldet Ihnen die Bezahlung, und es ist an ihm, alles dafür zu tun, dass die Situation bereinigt wird. So wie Sie es schildern, hat er bisher nichts dazu unternommen. Sich einfach wegzuducken ist schlechter Stil, auch im Geschäftsleben.
- dazu kann gehören, dass Abschlagszahlungen wirksam und schriftlich vereinbart werden, und bei Nichteinhaltung eine Extrasumme anfällt.
- Für einen Auftraggeber, der nicht zahlt, sollte man auch nicht weiterarbeiten - es sei denn, er erklärt die Lage und man hat volles Vertrauen, dass das Geld noch kommt. Andernfalls begeht man eine kaufmännische Todsünde: Man "wirft dem schlechten Geld gutes hinterher", indem man Zeit verschwendet, die man viel besser in die Akquise neuer Kunden gesteckt hätte.

Nebenbei bemerkt: Wenn Sie ausschließlich für einen Auftraggeber tätig sind, steht immer auch die Frage nach Scheinselbstständigkeit im Raum. Und das wäre etwas, was für den säumigen Kunden eventuell noch viel bitterere Folgen hätte als, sagen wir, ein gerichtliches Mahnverfahren. Nein, ich will nicht anregen, damit zu drohen, aber vielleicht sollten Sie darum wissen (wobei es vom Einzelfall abhängt, ob wirklich Scheinselbstständigkeit vorliegt). In jedem Fall ist man unabhängiger, wenn man mehr als einen Kunden hat - vielleicht ist Kundenakquise der Punkt, an dem Sie ansetzen sollten? (Das der Gedanke an Akquise kein Wohlgefühl auslöst, ist ganz normal. Aber: Sie ist nun mal, in der einen oder anderen Form, fast immer unverzichtbar. Und Sie hat viel zu tun mit dem gleichen Thema, das auch den Umgang mit säumigen Zahlern bestimmt: Mit Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl.

Kurz und gut: Meine wichtigste Empfehlung lautet: Sie sollten, glaube ich, Ihre Einstellung umändern, selbstbewusst auf Ihrer - berechtigten! - Forderung bestehen und auf dieser Basis dann nach einer Lösung suchen - möglichst mit Ihrem Kunden, wenn es nicht anders geht jedoch auch ohne.

Verzeihen Sie mir die lange Predigt, :-) aber bei dem Thema entwickle ich aus diversen Gründen Empathie ...

Viel Erfolg wünscht

Simon Hengel
akademie.de-Redaktion

Mahnung & Rechnung ohne Beleg

Hallo,

wir hier haben gerade das Problem, dass wir über eine Rechnung angemahnt wurden für die es keinen Beleg gibt.
Wir haben das Angebot bekommen, einmalig eine Anzeige in einem Magazin zu schalten und 4 Wochen begleitend in deren Online- Portal. Nach dem 1. Monat wurde ich angerufen und gefragt, ob wir die Anzeige noch einmal schalten wollen. Ich habe das verneint, das es null Resonanz auf die Anzeige gab. Jetzt kam neben der 1. , beauftragten Rechnung eine 2. Rechnung. Angeblich habe ich die Anzeige für 2 Monate beauftragt, die auch ein 2. mal gedruckt wurde. In der Angebotsmail stand eindeutig "4 Wochen" auf die ich eingegangen bin. Auf eine schriftliche Nachfrage teilte man mir mit, dass laut deren Unterlagen für 2 Monate gebucht wurde. Ich habe mehrfach um die Übersendung der Unterlagen bzw. der Bestätigung, für 2 Monate gebucht zu haben, gefragt ( alle Mails sind vorhanden), es kam jedoch immer wieder nur die Rechnung - und jetzt die Mahnung.
Es handelt sich bei dem Format um das Rhein- Main- Magazin, und nach kurzem googlen habe ich unschöne Dinge was Anzeigen betrifft über den Herausgeber gefunden. Da hatten sich in einem Forum Einige schon vor Jahren über die aggressiven Werbeversuche des Herausgeber beschwert - und auch über nicht beauftragte Anzeigen.

http://www.pr-agentur-blog.de/hauptsache-das-blatt-ist-voll-gegen-druckk...

Sollen wir auf die Mahnung reagieren oder einfach abwarten?

Danke schon einmal im Voraus :-)

Antwort: Mahnung & Rechnung ohne Beleg

Guten Tag,
eine Rechtsberatung ist an dieser Stelle nicht möglich - daher nur meine ganz persönliche Meinung:

Wenn Sie ganz sicher sind, dass Sie den Auftrag nur für 4 Wochen erteilt haben, können Sie Rechnungen / Mahnungen über den zweiten Monat meines Erachtens ruhig ignorieren. Es gibt eine Menge fragwürdiger "Geschäftsmodelle", die auf die Vergesslichkeit und / oder Druckempfindlichkeit der Kundschaft setzen: Ein bisschen was bleibt immer hängen. (Ob das in Ihrem konkreten Fall so ist, kann ich natürlich nicht beurteilen!)

Spätestens jedoch, wenn ein gerichtlicher Mahnbescheid eintrifft (und Sie geprüft haben, dass der wirklich vom zuständigen Mahngericht stammt!), sollten Sie reagieren: Entweder Sie legen sofort Widerspruch ein (wenn Sie 100%ig sicher sind, dass die Forderung keine Anspruchsgrundlage hat!) oder Sie wenden sich an einen Rechtsanwalt.

Alles Gute und lassen Sie uns wissen, was aus der Sache geworden ist.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Ganz lieben Dank für die

Ganz lieben Dank für die schnelle Antwort, wir sitzen es dann einfach erst einmal aus...

Vielen Dank für den Artikel,

Vielen Dank für den Artikel, er ist wirklich hilfreich.

Wie verhält es sich denn mit Ratenzahlungen im B2B Bereich?
Angenommen ein Auftraggeber vereinbart vertraglich und schriftlich eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen und diese mit Ratenzahlungen zu bezahlen. Allerdings wurde eine teilweise Vorauszahlung schriftlich vereinbart, da der Auftragnehmer Lizenzen etc. einkaufen muss.

Die Rechnung wurde geschrieben, über 30 Tage sind vergangen und noch keine Zahlung erfolgt. Selbst bei freundlichen Anrufen wird man mit "kommt bald", "ist unterwegs" etc. vertröstet.

Wie sollte in so einem Fall vorgegangen werden? Vor allem weil ja im Artikel steht, dass eine Mahnung erst bei vollständig erbrachter Leistung geschrieben werden kann. Allerdings kann die Leistung erst erbracht werden, wenn der Auftraggeber aktiv wird.
Vielen Dank

Antwort: "Ratenzahlungen"

Guten Tag,
und vielen Dank für die freundliche Rückmeldung. Vorweg: Dass Rechnungen / Mahnungen nur nach "vollständig erbrachter Leistung" geschrieben werden können, steht meines Wissens nicht im Artikel.

Um "Ratenzahlungen" handelt es sich bei dem von Ihnen skizzierten Szenario auch nicht: Wenn ich Sie richtig verstanden habe, war(en) eine Anzahlung bzw. mehrere Abschlagszahlungen vereinbart. Wenn die dazugehörigen Rechnungen nicht bezahlt werden, obwohl Sie bereits in Vorleistung getreten sind, können Sie selbstverständlich eine Mahnung schreiben (sofern der Kunde nicht ohnehin schon in Verzug ist).

Abgesehen davon: Ein generell richtiges Vorgehen gibt es in solchen Fällen nicht. Je nach Auftragswert und Qualität der bisherigen Geschäftsbeziehung würde ich die Vorarbeiten bei mangelnder Unterstützung durch den Kunden entweder vorübergehend auf Eis legen und geduldig abwarten - oder die Zusammenarbeit gleich ganz beenden. Wenn ein Kunde trotz wiederholter Aufforderungen und Nachfragen nicht bereit oder in der Lage ist zu kooperieren, bringt es wenig, im Hintergrund mit den Hufen zu scharren und sich zu ärgern. :-)

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Gläubiger im Insolvenzverfahren

Sehr geehrter Hr. Chormow,

ich bin Gläubiger eines Energieversorgers der sich in Insolvenz befindet (GmbH i.I).
Der Geschäftsbereich ist (nach eigener Aussage) nicht von der Insolvenz betroffen.
Dieser hat mir im Juni 2014 eine Schlussrechnung erstellt.
Diese ist sachlich korrekt und weist ein GUthaben zu meinen Gunsten aus. Nach mehrfacher Rückfrage wurde mir die Auszahlung zu Mitte Okt. 14 (per Mail) bestätigt.
Das "Insolvenzteam" der Fa. gibt aber die Zahlung nicht frei.
Ich habe folgende Fragen:
1. ist das Mahnverfahren in diesem Fall "geeignet"?
2. wenn ja gegen wen beantrage ich den Mahnbescheid?
3. welche Nebenkosten (Pauschale+Kosten des Mahnbescheid?)
sind ansetzbar?
4. wenn keine Reaktion erfolgen sollte, wie geht es weiter?

Vorab Danke

Antwort: Gläubiger im Insolvenzverfahren

Hallo,
leider (bzw. zum Glück!) kenne ich mich mit den Auswirkungen eines Insolvenzverfahrens auf Gläubiger-Rechte nicht aus. Dr. Ellen Ulbricht, unsere Expertin in Sachen Forderungsmanagement, hat jedoch alle wichtigen verallgemeinerbaren Informationen zu diesem Thema zusammengestellt:
http://www.akademie.de/wissen/insolvenz-sicherungsrechte-glaeubiger
http://www.akademie.de/wissen/kunde-pleite-wie-reagieren
http://www.akademie.de/wissen/insolvenz-irrtuemer
Mit weiterführenden Fragen zu Ihrem Einzelfall wenden Sie sich am besten an einen Rechtsanwalt. Sofern Sie als Privatperson Gläubiger des Energieversorgers sind, können Sie sich auch an die Verbraucherberatung vor Ort wenden.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Mahnung im Schnellüberblick

Hilfreich in der Sache, als Kurz-Mentoriat,bei dem man gern Anteil hat.Auch nach der Zivilrechtreform sicher ein guter Leitfaden zu diesem Thema, der diverse Ansprüche nicht ins Leere gehen lässt. Ein Dankeschön dafür.

"Lohnforderung"

Hallo,
ich habe da mal eine Frage. Ich habe für einen Unternehmer gearbeitet - also sagen wir mal halb legal. Dort war ich geringfügig beschäftigt und habe den Rest auf die Hand bekommen. Zur Zeit bekomme ich immer noch Hartz IV und warte schon seit Jahren ca.2005 auf meine 8510€. Darin enthalten sind die 159€ monatlich und das Schwarzgeld. Wie würde das verzinst werden und welche Folgen hätte ein Mahnverfahren gegenüber dem Jobcenter.

Danke

Antwort: "Lohnforderung"

Guten Tag,
eine Einzelfall-Rechtsberatung ist an dieser Stelle weder möglich noch zulässig - schon gar nicht im (il)legalen Grauzonenbereich.
Daher nur so viel:

Auch Lohn- und Gehaltsforderungen verjähren m. W. grundsätzlich drei Jahre nach Ende des Kalenderjahres, in dem sie entstanden sind. Forderungen aus 2005 lassen sich über ein normales Mahnverfahren vermutlich nicht mehr ohne Weiteres geltend machen. Insofern erübrigt sich die Fragen nach negativen Auswirkungen eines Mahnverfahrens auf den Bezug staatlicher Leistungen. Alles Weitere besprechen Sie am besten mit einem Rechtsanwalt.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Betrifft Mobilfunkrechnung mit unverschämten Mahnwesen!

Hallo,
ich habe eine Frage... ich habe einen Mobilfunkvertrag über die Ratenzahlung eines Handys... Ich habe seit ca. 1,5 Jahren immer so um den 23. eines Monats den Betrag gezahlt, da ich am 23. eines Monats mein Einkommen habe. Keine Zahlungsverzögerung bzw.nie eine Rate nicht bezahlt... seit ungefähr ca. 4 Monaten, bekomme ich ein Schreiben des Mobilfunkunternehmens und berechnen mir 5,00 € nachträgliche Mahngebühren, obwohl der Betrag wie immer am 23. eines Monats bezahlt ist. Der Vertragspartner behauptet, ich müsste am 15 eines Monats zahlen, da dieses so vertraglich vereinbart ist. Zugegeben dieses ist nach Sichtung der Unterlagen richtig. Diesen Monat hatte ich pünktlich gezahlt, die Mahngebühren waren auch bereits überwiesen....und wieder erhalte ich eine Mahnung mit 5,00€... das klingt so, ob dieses ein System ist... wenn eine Zahlungserinnerung auf mein Handy kam habe ich sofort bezahlt. Eine Mahnung habe ich dann immer nachträglich mit 5,00 € Belastung erhalten...ich finde dieses ist eine reine Abzocke!!! Nicht gerechtigfertigt, zudem der Mitarbeiter im Computer sehen kann, dass ich immer um einen gleichen Zeitraum Lückenlos bezahlt habe! Ich bin kein säumiger Schuldner... und dem Mobilfunkunternehmer habe ich dieses auch bereits mehrfach erklärt... aber obwohl ich jetzt in angemessenen Zeitraum zahle... bekomme ich eine Mahnung mit 5,00 € und wenn das Geld nicht am 15 eines Monats dort eingeht...ist die Mahnung am 16 raus...ich habe das Gefühl das Unternehmen mit einem Großenbuchstaben und der Ziffer nach der Eins SCHEINT finanzielle Probleme zu haben... das ist kein Kundenservice! Ist es nun Rechtens wie das Unternehmen vorgeht... sind diese Mahnungen Rechtens... es geht bei den Zahlungen um 40,00 € und die Mahnung betrifft 5,00€ das sind mehr als 10% !!! Was soll ich tun - was kann ich tun? Anrufen und mit den Mitarbeitern reden bringt nichts, da dieses ein Callcenter ist... Freue mich über eine Antwort. Herzliche Grüße ;-)

Antwort: Betrifft Mobilfunkrechnung

Guten Tag,
Ihr Unverständnis und Ihr Ärger sind verständlich. Eine Einzelfall-Rechtsberatung ist an dieser Stelle aber leider nicht möglich. Am besten sprechen Sie mit der Verbraucherberatung bei Ihnen vor Ort. Die nächste Verbraucherzentrale finden Sie hier:
http://www.verbraucherzentrale.de/

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Fälligkeitstermin der 2. Mahnstufe verstrichen

Hallo Herr Chromow,

ich habe ein ähnliches Problem wie die Person vor mir.

Ich habe keine 1. Mahnung erhalten und sofort die 2. Mahnung zugeschickt bekommen. Mit einer Mahngebühr von 30 Euro. Ist das nicht zu hoch? Habe gelesen das man nur 2,50 Euro als Mahngebühr fordern darf, stimmt das? Die Mahnung wurde am 23.12 an meine Eltern verschickt (ich wohne da nicht). Ich habe die Mahnung erst am 1.1.14 von meinen Eltern überreicht bekommen. Der Fälligkeitstermin für die Zahlung war der 2.1.14. Leider habe ich es nicht geschafft das Geld bis zum Fälligkeitstermin zu überweisen (Gesamtbetrag > 150 Euro). Würde es jetzt am besten sofort überweisen wollen. Der Lieferant hat mir mitgeteilt, dass er die Unterlagen mittlerweile seinem Rechtsanwalt übergeben hat. Was passiert wenn ich jetzt das Geld überweise und dann vom Rechtsanwalt ein Mahnbescheid bekomme? Was schlagen Sie mir vor zu tun?

Ich wäre Ihnen sehr sehr dankbar für ihre Hilfe bzw. Empfehlungen Herr Chromow.

Mit freundlichem Gruß

Stan

Antwort: Fälligkeitstermin der 2. Mahnstufe verstrichen

Hallo Stan,
vielen Dank für die vertrauensvolle Anfrage. Leider ist eine Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich. Deshalb nur soviel:

1. Mahngebühren in Höhe von 30 Euro halte ich für unangemessen hoch - erst recht angesichts eines Rechnungsbetrags von ca. 150 Euro.

2. Sie könnten zum Beispiel die ursprüngliche Rechnungssumme bezahlen und gleichzeitig vom Gläubiger (= Rechnungsaussteller) eine Kostenaufstellung sowie eine Begründung für die extrem hohen Mahngebühren verlangen.

3. Wichtig: Falls unterdessen ein Mahnbescheid eintrifft, widersprechen Sie dem unverzüglich. Eine Begründung ist nicht erforderlich. Damit ist das standardisierte Mahnverfahren für Sie erledigt.

4. Der Gläubiger kann dann überlegen, ob er eine Klage anstrengt. Angesichts des geringen Streitwerts (und einer mittlerweile bezahlten Ursprungsforderung) scheint mir das unwahrscheinlich.

Wie gesagt: Welches Vorgehen in Ihrem konkreten Einzelfall sinnvoll ist, kann und will ich nicht beurteilen. Am besten besprechen Sie die Details mit einer Verbraucherberatungsstelle oder einer öffentlichen Rechtsberatung.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Antwort: Antwort: Fälligkeitstermin der 2. Mahnstufe verstrichen

Recht herzlichen dank für ihre schnelle Reaktion.
Wo finde ich eine Verbraucherberatungsstelle oder eine öffentliche Rechtsberatung in meiner Gegend? In meinem Fall in Hannover.

Ich werde mir auf jeden Fall Rat einholen um gegen diesen Mahnbrief vorzugehen.

Antwort: Antwort: Fälligkeitstermin der 2. Mahnstufe verstrichen

Guten Abend,
die Internetadresse der Verbraucherzentrale Hannover lautet:
http://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/hannover
(Die hätten Sie aber ehrlich gesagt auch selbst rauskriegen können:
http://lmgtfy.com/?q=verbraucherzentrale+hannover)

Informationen über die "Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe" der Stadt Hannover finden Sie hier:
http://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Soziales/Senioren/Re...

Viel Glück und freundliche Grüße
Robert Chromow

Mahnverfahren trotz Bezahlung der Rechnung

Eine Rechnung in Höhe von <40€ habe ich erst nach der 2. Mahnung bezahlt Trotz Bezahlung kam 1 Woche nach Bezahlung ein Schreiben eines beauftragten Rechtsanwaltes. Dies habe ich ignoriert, da die Rechnung ja inzwischen bezahlt wurde und sich Bezahlung und Androhung offensichtlich überschnitten haben. Trotz Hinweis auf Bezahlung der Rechnung kam jetzt 1 Monat später eine Vollstreckungsandrohung in Höhe von jetzt knapp 250€ zu der ich Widerspruch eingelegt habe.
Muß ich diese Kosten tatsächlich bezahlen obwohl die Forderung längst bezahlt wurde und zwar vor Eingang der rechtlichen Androhung?

Gab es schon einen gerichtlichen Mahnbescheid?

Wenn Sie eine Rechnung zu spät, also nach Fälligkeit, bezahlen und der Gläubiger Sie mahnt, kann er dafür Mahngebühren in Rechnung stellen. Mahngebühren dürfen allerdings nicht exorbitant hoch und auch nicht willkürlich sein.

Wenn Sie die Zahlung beweisen könnnen (das ist wichtig!) brauchen Sie sich ansonsten weiter keine Sorgen machen, allerdings müssen Sie spätestens dann reagieren, wenn der Gläubiger oder von ihm Beauftragte (Inkassobüro oder Anwalt) einen gerichtlichen Mahnbescheid gegen Sie beantragt haben - auf diesen müssen Sie mit einem Widerspruch reagieren, und zwar fristgerecht (innerhalb von zwei Wochen), sonst droht der Erlass eines Vollstreckungsbescheids.

Was mich irritiert, ist die Vollstreckungsandrohung - die kann nämlich eigentlich erst dann erfolgen, wenn der Gläubiger einen Titel hat (z. B. einen Vollstreckungsbescheid). Kann es sein, dass Sie einen gerichtlichen Mahnbescheid bekommen, aber nicht weiter beachtet haben?

In diesem Fall sollten Sie sich schnell mit einem Rechtsanwalt beraten. Sonst kann die Gegenseite die Forderung zunächst einmal einfach vollstrecken und Sie müssen hinterher zusehen, ob und wie Sie einen Teil des Geldes, das Sie, wie Sie sagen, ja schon bezahlt haben, wieder zurückbekommen.

Beste Grüße
Ihre akademie.de-Redaktion

Mahnverfahren / Ausland

Guten Tag,

wie sollte man vorgehen, wenn Mahnverfahren gegen ein ausländisches Unternehmen eingeleitet werden muss? In meinem Fall handelt es um eine Firma in Irland.
Danke.

Fragen: Mahnverfahren / Ausland

Guten Tag,
grundlegende Informationen zum Thema Auslandsmahnverfahren finden Sie zum Beispiel hier:
http://www.online-mahnbescheid.de/infos_026.html
Eine Erläuterung des "Europäischen Mahnverfahrens" bietet die Website der EU:
http://europa.eu/legislation_summaries/justice_freedom_security/judicial...

Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Rechtsanwalt - oder Sie fragen in der Außenhandelsabteilung Ihrer IHK nach.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Immernoch eine Frage zu den Kosten

Hallo,
ich habe im Mai und Juni für einen Kunden wochenlang freiberuflich gearbeitet. Lt. Vertrag sollte die Abrechnung immer zum Monatsende gestellt werden und innerhalb von 30-Tagen ab Rechungsdatum bezahlt. Die erste Rechnung ist nun seit dem 02.07.13 immer noch offen und ich gehe auch nicht davon aus, dass die Zweite am 14.07. bezahlt wird. Ich habe bereits eine Zahlungserinnerung und eine Mahnung geschrieben und freundlich um Ausgleich bis zum 16.07. gebeten.

Frage 1: Kann ich nach dem 16.07. bereits EINEN Mahnbescheid für beide Rechnungsbeträge stellen?

Frage 2: Immernoch die Kostenfrage. Muss ich die Kosten im Mahnbescheid direkt mit einbeziehen? Oder nur den bzw. die Rechnungsbeträge?

Mit freundlichen Grüssen,

S.Esch

Antwort: Immernoch eine ...

Hallo, S. Esch,
Sie können grundsätzlich alle offenen Posten, mit denen der Schuldner in Verzug ist, in einem Mahnbescheid zusammenfassen.

Bis dahin aufgelaufene Mahngebühren, Verzugszinsen und andere Kosten des Mahnverfahrens dürfen Sie auf die offenen Rechnungsbeträge aufschlagen. Dafür sind beim Mahnbescheid separate Felder vorgesehen.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Wunderbar ...

...und vielen Dank!

Gemeint waren eher die Kosten DES MAHNBESCHEIDS, also quasi die Kosten, die ich ja erst vorauslegen muss.....

Kosten des Mahnbescheids

Hallo,
auch die Kosten des Mahnbescheids können Sie zusammen mit den übrigen Mahnkosten und den eigentlichen offenen Rechnungsbeträgen mithilfe des Mahnbescheids vom Schuldner verlangen.
Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

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